Autor Thema: Spital/Spitäler am Prüfstand  (Gelesen 8705 mal)

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admin

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Spital/Spitäler am Prüfstand
« am: 31. Mai 2010, 13:15 »

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20100531_OTS0091

+ dort Anlage!

   Wien (OTS) - Die Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler
Österreichs bittet zum Pressegespräch: "STRATEGIEN FÜR EFFIZIENTE
SPITÄLER"

Wo schlummern Sparpotentiale?
Sind Effizienz und Qualität ein Widerspruch?
Erwartungen an die Spitalsreform

mit:
- Bundesminister Alois Stöger diplômé (angefragt)
- Dr. Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung Sozialpolitik und
  Gesundheit, Wirtschaftskammer Österreich, Initiator und
  Geschäftsführer der Plattform Gesundheitswirtschaft
- Dipl.-Ing. Dr. Werner Leodolter, Vorstandsvorsitzender der
  Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft m.b.H.
- Regina Steinbiller, Geschäftsführerin der UNITAS-SOLIDARIS
  Wirtschaftstreuhandgesellschaft mbH
- Dr. Michael Heinisch, Mitglied der Bundesgesundheitskommission
- Dr. Thomas Czypionka, Institut für Höhere Studien
- Provinzial Hofrat P. Leonhard Gregotsch, Leiter der
  Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs

Gleichzeitig informieren wir über die Preisverleihung
"Österreichischer Preis für Gesundheitsjournalismus"

Eine Einladung zur Festveranstaltung mit Fachtagung und Verleihung
des Journalistenpreises finden Sie anbei.

~
PK: 'STRATEGIEN FÜR EFFIZIENTE SPITÄLER' und Preisverleihung
'Österreichischer Preis für Gesundheitsjournalismus'

 Datum:   8.6.2010, um 08:45 Uhr
 Ort:     RAIFFEISEN FORUM Raum "Waldviertel"
          Friedrich Wilhelm Raiffeisen Platz 1, 1020 Wien

hilde

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Spital/Spitäler am Prüfstand
« Antwort #1 am: 25. Juni 2010, 15:13 »

Auch hier zeigt sich, Stöger spricht etwas (versehentlich?) an, ein guter Journalist "bohrt", Stöger ist "still"!


http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/innenpolitik/art385,419231

Stöger: „Spitäler müssen sich darauf einstellen, was die Region braucht“

LINZ. Gegen Krankenkassen-Zusammenlegungen, für spezialisierte Regionalspitäler und eine breitere Finanzierung des Gesundheitssystems durch Steuern spricht sich Gesundheitsminister Alois Stöger (SP) im OÖN-Interview aus.

OÖN: In fünf Tagen endet die Frist für Gastwirte, rauchfreie Zonen einzurichten. Warum kann man sich nicht zu der einfachen gesundheitspolitischen Maßnahme eines generellen Rauchverbots in Lokalen durchringen?

Stöger: Weil es keine Mehrheit im Nationalrat dafür gibt. Wir haben ein generelles Rauchverbot im öffentlichen Raum, mit der Ausnahme von Gaststätten, wenn eine klare Abtrennung stattfindet. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass die Räume in denen geraucht wird, weniger werden.

OÖN: Zwischen einzelnen Krankenkassen gibt es massive Unterschiede bei Ärztehonoraren. Ist das zu rechtfertigen?

Stöger: Es sind nicht alle Unterschiede verständlich, aber es ist auch nicht jede ärztliche Leistung gleich. Aber vergleichbare Leistungen sollten auch vergleichbar vergütet werden. Wir haben jetzt ein Vertragscontrolling eingeführt, wo die Unterschiede herausgearbeitet werden, und was davon nachvollziehbar ist. Das macht auch Druck auf die Tarifgestaltung.

OÖN: Sollen Krankenkassen zusammengelegt werden?

Stöger: Wir brauchen dezentrale Gebietskrankenkassen. Die Versorgung soll nahe am Menschen sein, dazu bekenne ich mich. Ich frage mich: Was wäre der Nutzen für die Bevölkerung? Eine Einheitskasse für ganz Österreich kann ich mir nicht vorstellen.

OÖN: Vor allem durch Spitalsreformen könnte viel eingespart werden. Als Staatssekretär Andreas Schieder (SP) kürzlich Kleinspitäler in Frage stellte, folgte der empörte Aufschrei aus den Ländern, auch aus der SPÖ. Müsste nicht mehr zentral gesteuert werden?

Stöger: Erstens: Ich habe eine massive Stärkung der ambulanten Versorgung umgesetzt. Im nächsten Gesundheitsausschuss werden Ärztegesellschaften und Gruppenpraxen beschlossen, durch die wir die niedergelassene Versorgung stärken können. Und das ist eine wichtige Voraussetzung für ein abgestuftes Leistungsspektrum. Mein Ziel ist, wir brauchen ein Haus der Gesundheit in jedem Bezirk, wo wir sehr genau hinschauen müssen, was braucht die Bevölkerung vor Ort. Ich glaube nicht, dass es Ziel sein kann, in jedem Krankenhaus eine Herztransplantation vornehmen zu können.

OÖN: Müssen auch Krankenhaus-Standorte in Frage gestellt werden?

Stöger: Man muss keinen Standort in Frage stellen. Ob der Inhalt der Versorgung immer der richtige ist, das muss überprüft werden. Ich glaube dass alle Standorte gebraucht werden und auch durchaus gestärkt werden, wenn sie Verantwortung dafür übernehmen: Was braucht die Region. Das ist in Rohrbach anders als in Ried. Man muss durchaus auch Spezialisierungen vornehmen.

OÖN: Braucht das Gesundheitssystem mehr Geld?

Stöger: Wir sind eigentlich Weltmarktführer bei der Qualität unseres Gesundheitswesens, und die können wir uns auch in Zukunft leisten, wenn wir das solidarische System aufrechterhalten. Und das ist das Entscheidende: Es darf nicht sein, dass sich manche Gruppen aus der Finanzierung verabschieden.

OÖN: Wer verabschiedet sich?

Stöger: Es geht prinzipiell darum, dass nicht nur aus lohnbezogenen Abgaben finanziert wird, sondern es müssen auch steuerbezogene Elemente eine Rolle spielen.

OÖN: Das heißt konkret: vermögensbezogene Steuern?

Stöger: Das ist eine andere Frage. Mir ist wichtig, dass auch andere Quellen eine Rolle spielen müssen als die Lohnabgaben. Über das Budget kann man zusätzliches Geld ins Gesundheitswesen bringen. Dafür zu sorgen, wie das Steueraufkommen gerecht verteilt wird, ist Aufgabe des Finanzministers. Die SPÖ hat ihre Vorstellung auf den Tisch gelegt.

OÖN: Sie gehören zu jenen Politikern, über die es immer wieder Ablösegerüchte gibt.

Stöger: Ach, das sehe ich sehr gelassen. Ein Gesundheitsminister ist immer angreifbarer, weil er ein sehr emotionales Thema in seiner Verantwortung hat.

hilde

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Was tun mit teuren Landesspitälern?
« Antwort #2 am: 10. September 2010, 20:21 »
8. September 2010

Standpunkte: Die Fassade bröckelt

Was tun mit teuren Landesspitälern?

Alleine in Niederösterreich sollen in den kommenden Jahren in einem Umkreis von 50 Kilometern vier Landeskliniken neu gebaut werden. Systemkritiker sehen im föderalen österreichischen Spitalswesen eine massive Gefahr für die nachhaltige Finanzierbarkeit des Gesundheitssystems und wünschen sich ein länderübergreifendes Standortkonzept. Systembefürworter machen hingegen gerne den medizinischen Fortschritt, teurere Medikamente oder besser qualifiziertes Personal für die Kostenexplosion verantwortlich. Sie sprechen von notwendiger Nahversorgung im Spitalsbereich und befürchten massive Arbeitsplatzverluste bei Zusammenlegungen. In einer Expertenanalyse werden vor allem die vielen kleinen Spitäler, die oft zu wenig kooperieren und auf Spezialisierung setzen, für die Ineffizienz des Systems verantwortlich gemacht. Die Experten zeigen zudem massive Strukturprobleme auf. Demnach sind die Österreicher Europameister bei Krankenhausbesuchen. 27 Prozent der Bürger lassen sich jährlich in einem Spital behandeln, im EU-Schnitt sind es nur 15 Prozent. Auch ÖVP-Wirtschaftsbund und Opposition wollen eine „Planung, Steuerung und Finanzierung aus einer Hand“. Der Gesundheitsökonom Ernest Pichlbauer spricht gar von einer „atemberaubenden Ausgabenpolitik, als gäbe es kein Morgen“, und fordert „die Entmachtung der Länder, alle Kompetenzen für den Bund und die Schließung von überflüssigen Spitälern“.

 Dr. Harald Mayer    Hans-Hörg Schelling     Mag. Wolfgang Sobotka

Unsere Standpunkte (von links nach rechts)

Standpunkt 1
"Ein Gefühl von Sicherheit"
Manche zielen darauf ab, die hervorragend funktionierende Spitalsversorgung zu demontieren
Dr. Harald Mayer Vizepräsident der Ärztekammer, Bundesobmann der angestellten Ärzte
> Standpunkt lesen

Standpunkt 2
"Jetzt sind die Länder am Zug"
Die Leistungen müssen kostengünstiger erbracht werden, ohne sie zu schmälern. Das ist ein harter Weg.
Hans-Jörg Schelling Vorsitzender des Verbandsvorstandes im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
> Standpunkt lesen

Standpunkt 3
"Persönliche Betreuung"
Kleine Kliniken bekommen die höchsten Zufriedenheitserte. Darum muss es uns vor allem gehen.
Mag. Wolfgang Sobotka Landeshauptmann-Stellvertreter von Niederösterreich, zuständig für die NÖ Landeskliniken
> Standpunkt lesen

 

Von Mag. Volkmar Weilguni , Ärzte Woche 36 /2010

Werner

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12.3.12

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Deutschland arbeiten phantastische Ärzte, engagierte Krankenschwestern und Pfleger, die Kliniken sind im internationalen Maßstab gut ausgestattet.

Und doch häufen sich tödliche Fehler: An Kunstfehlern in deutschen Krankenhäusern sterben fünfmal so viele Menschen wie im Straßenverkehr. Tendenz steigend. Wie kann das sein? Die Antwort liefert unser Klinikreport, eine Analyse der Risikoschwerpunkte in der täglichen Arbeit. An oberster Stelle stehen "Schnittstellenübergabe" und Medikation - Operation gelungen, aber Nachbehandlung falsch, Patient tot. Offenkundig fehlen in unseren Krankenhäusern strenge Qualitätskontrollen, straffe Prozessorganisation, Teamarbeit sowie durchgehende Informationssysteme. Wenn die linke Hand nicht weiß, was die Rechte vorher getan hat, nimmt ein böses Schicksal seinen Lauf. Zugleich ist es in kaum einem anderen vergleichbaren Land für geschädigte Patienten so schwer wie in Deutschland, wenigstens eine angemessene Entschädigung zu erhalten. Die falsche Fehlerkultur befördert ein Schweigekartell, das weniger von behandelnden Ärzten als von ihren Funktionären und von eifrigen Lokalpolitikern gesteuert wird.

Es sind ernüchternde Zustände, die unser Report beschreibt. Dabei liegt die Lösung auf der Hand: Kliniken sollten von anderen Branchen lernen, wie man mit Risiken umgeht, sie beherrschen lernt und ständig minimiert. Beispiele gibt es genug - Airlines, Chemieunternehmen und der Automobilbau sind den Kliniken weit voraus. Auch in der Ausbildung: Teamarbeiter statt Egozentriker sind bei komplexen Systemen gefragt, und es hilft allen Beteiligten, wenn Fehler veröffentlicht werden. Der Wettbewerb ist eine heilsame Peitsche.

Es ist ein beängstigender Report - doch er liefert auch Vorschläge und Ideen für eine bessere, gesündere Zukunft.

Bleiben Sie gesund. Das wünsche ich Ihnen in jedem Fall - denn das beste Krankenhaus ist jenes, das man nur von außen sieht.
 
Roland Tichy
Chefredakteur WirtschaftsWoche

Tanja

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Gesundheitsreform: Rating für Spitäler gefordert
« Antwort #4 am: 14. April 2012, 13:55 »


Gesundheitsreform: Rating für Spitäler gefordert

Wien (OTS) - Ordensspitäler: Mehr Transparenz bei Qualität und Effizienz als Voraussetzung für Erhalt des AAA des Gesundheitswesens - Leistungsorientierte Finanzierung und sinnvolle Investitionen notwendig - Bewertung durch unabhängigen Dritten

Ein "Rating" für die Leistungen im Gesundheitsbereich fordern die
österreichischen Ordensspitäler. Besonders bei den Krankenanstalten
sei ein solches Benchmarking notwendig, um endlich mehr Transparenz
in das Spitalsangebot zu bekommen, erklärte Pater Leonhard Gregotsch,
Leiter der Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs, bei
einem Pressegespräch am 13. April in Wien. Dies sei eine der
wesentlichen Forderungen an die Politik im Rahmen der bevorstehenden
Gesundheitsreform.

"Nur so können wir den hohen Standard des heimischen
Gesundheits-wesens erhalten. Mehr Transparenz bedeutet eine
Absicherung unseres AAA im Gesundheitsbereich", so Pater Gregotsch.
Eine sinnvolle Spitalsreform müsse überdies auch die Angebotsvielfalt
für die Patienten erhalten. "Dies soll endlich durch eine
Gleichbehandlung der Ordensspitäler mit den öffentlich-rechtlichen
Krankenhäusern durch die Bundesländer garantiert werden."

Pater Gregotsch betonte, dass in einer Spitalsreform auch die
Finanzierung aus einer Hand enthalten sein müsse, um das derzeitige
System von undurchsichtigen Geldströmen mit diversen Förderungen,
Zuschüssen etc. zu optimieren.

"Effizienz = Verhältnis von Kosten und Nutzen" - auch und gerade im
Gesundheitssystem

"Das Gesundheitswesen ist neben den Bereichen Pensionen und
öffentliche Verwaltung einer der drei Kernbereiche bei der
Budgetkonsolidierung in Österreich", betonte Univ.-Prof. Dr.
Gottfried Haber, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt sowie
designierter Leiter des Zentrums für Management im Gesundheitswesen
an der Donau-Universität Krems. "Auch hier gilt: Effizienz ergibt
sich aus dem Verhältnis von Kosten und Nutzen.

Der Nutzen muss sowohl in Hinblick auf die Qualität der
medizinischen Leistung als auch unter dem gesamtwirtschaftlichen
Aspekt, also Wertschöpfung und Arbeitsplätze, gesehen werden." Daher
sei für sinnvolle Entscheidungen im Gesundheitssystem vollkommene
Transparenz bei Kosten, Qualität und regionalökonomischer Wirkung
notwendig.

Im Sinne von Transparenz müsse daher die medizinische Leistung für
alle Krankenhäuser gleich bezahlt werden. Ein
LKF(Leistungsorientierte Krankenhausfinanzierung)-Punkt müsse also
überall gleich viel wert sein. Haber: "Selbstverständlich gibt es
aber regionale Unterschiede in den Kosten der Leistungserstellung,
die berücksichtigt werden sollen. Allerdings nicht in Form
unterschiedlicher Werte der LKF-Punkte, sondern über klare
zusätzliche Leistungsvereinbarungen der öffentlichen Hand mit den
Krankenhäusern für besondere Versorgungsaufgaben."

Eine generelle Subventionspolitik mit jeweils unterschiedlichen
LKF-Werten und Zuschüssen mache die Steuerung des Systems fast
unmöglich. "Wir müssen weg von Systemen, die fast die Hälfte der
Gesamtkosten über systematische Abgangsdeckungen finanzieren, hin zu
echten leistungsorientierten Finanzierungssystemen", so Prof. Haber.
Gegen undifferenzierte Sparpolitik - für sinnvolle Investitionen
"Will man die Finanzierbarkeit und die Qualität des österreichischen
Gesundheitswesens auf Dauer sichern, wird man investieren müssen -
und zwar konsequent in Qualität und Effizienz", erklärte Dr. Michael
Heinisch, Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe und Mitglied der
Bundesgesundheitskommission. "Undifferenzierte Ausgabenkürzungen
werden jedoch medizinische Leistungs- und Qualitätseinbußen nach sich
ziehen."

Um konsequent in Qualität und Effizienz investieren zu können,
müsse, so Heinisch, eine nachhaltige Gesundheitsreform zuerst
Transparenz hinsichtlich der erbrachten medizinischen Qualität und
des Effizienz-niveaus der einzelnen Gesundheitseinrichtungen
schaffen. Derzeit werden bereits Qualitätserfassungssysteme auf
nationaler Ebene vorbereitet. "Die Ergebnisse von Erhebungen
hinsichtlich medizinischer Qualität und Patientenzufriedenheit müssen
ausschlaggebend für künftige Investitionsentscheidungen sein",
betonte Heinisch. Überdies liegen für sämtliche Krankenanstalten
Kosten- und Effizienzvergleiche des Gesundheitsministeriums vor, die
zu berücksichtigen sind.

Heinisch: "Die Forderung nach mehr Transparenz im Gesundheitswesen
ist auch ein Akt der Wertschätzung gegenüber dem Engagement und dem
Einsatz der Mitarbeiter in den Gesundheitseinrichtungen."

Rating durch unabhängigen Dritten

Kennzahlen für einen objektiven Vergleich der Krankenanstalten
müssten auch laut Rechtsanwalt Dr. Christian Kuhn, Mitglied der
Bundesgesundheitskommission, die Qualität und die Effizienz der
Spitalsleistungen sowie die Patientenzufriedenheit umfassen. Die
Objektivierung bei einem solchen Rating sollte durch unabhängige
Dritte erfolgen und nicht durch Personen, die von einem der
Leistungsanbieter bezahlt werden. Überdies müsse im Spitalsbereich
dem Dogma der Einsparungen eine Offenheit für sinnvolle Investitionen
weichen.

admin

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1 Jahr Augentagesklinik im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien

Wien (OTS) - 11 tagesklinische Betten im denkmalgeschützten Umfeld
und mehr als 3.500 tagesklinische Katarakt-Operationen bei
Vollbetrieb: so lautet die Bilanz der Augentagesklinik im Krankenhaus
der Barmherzigen Brüder Wien zum 1. Geburtstag.
Zufriedenstellendes Resümee

Der Echtbetrieb in der Augentagesklinik wurde am 2. Mai 2011
gestartet. Die Zahl der wöchentlichen Katarakt-Operationen wurde seit
damals kontinuierlich gesteigert. Im Vollbetrieb, d.h. rund 300
Eingriffe monatlich, läuft die Augentagesklinik seit Dezember 2011.
"Bei Vollbetrieb werden wir jährlich mehr als 3.500
Katarakt-Operationen tagesklinisch durchführen und leisten damit
einen wesentlichen Beitrag, um die Wartelisten auf
Katarakt-Operationen abzubauen," erläutert Prim. Univ.-Prof. Dr.
Michael Amon, Vorstand der Augenabteilung im Krankenhaus der
Barmherzigen Brüder Wien und ergänzt: "Bei durchgängigem Vollbetrieb
werden in unserer Augentagesklinik österreichweit die meisten
Katarakt-Operationen durchgeführt."

Gesamtleiter Dr. Reinhard Pichler zeigt sich ebenfalls erfreut
über den bisherigen Erfolg: "Die Augentagesklinik belegt, wofür das
Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien steht: für Modernität, beste
Ausstattung und menschliche Zuwendung - alles eingebettet in unsere
fast 400-jährige Tradition."
Die Augentagesklinik

Die Augentagesklinik ist als autarke Einheit konzipiert und so
eingerichtet, dass alle Untersuchungen, administrativen Belange und
Operationen unabhängig vom Betrieb im zentralen Operationsbereich
durchgeführt werden können. Insgesamt elf tagesklinische Betten
stehen den PatientInnen in einem denkmalgeschützten Umfeld zur
Verfügung. Die Augentagesklinik ist Referenzzentrum für
Mikroinzisionschirurgie d.h. die Wundöffnungen sind kleiner als 2mm.
Bei den Katarakt-Operationen werden modernste Kunstlinsen
implantiert. Zusätzlich zur Kunstlinse, sollte die Sehleistung damit
nicht zufriedenstellend sein, kann die von Prof. Amon entwickelte
"Huckepack-Linse (Sulcoflex)" implantiert werden. Da die
Sulcoflex-Linse nicht mit der Linsenkapsel verwächst, kann sie
problemlos getauscht oder entfernt werden.

Durch den zusätzlichen Operationssaal in der Augentagesklinik
stehen der Augenabteilung nun drei Operationssäle zur Verfügung.
Entwicklungen & Trends in der Augenmedizin

Zahlreiche Entwicklungen in der Vergangenheit (Kleinschnitttechnik
für Operationen im vorderen und hinteren Augenabschnitt,
Tropfanästhesie, Faltlinsen, Medikamentengabe in das Auge,
Operationen bei Fehlsichtigkeit, etc.) haben maßgeblich zur raschen
Entwicklung im Bereich der Augenmedizin beigetragen. Ein Trend, der
laut Pof. Amon auch zukünftig anhalten wird: "Im Bereich der
Augenmedizin geht der Trend immer mehr in Richtung tagesklinischer
Eingriffe. Gleichzeitig kommt es zu einer stärkeren Kooperation mit
den niedergelassenen Fachärzten, da diese der Vorsorge und Prävention
einen immer größeren Stellenwert einräumen und hier auch eine engere
Verflechtung mit dem klinischen Bereich auftritt (beispielsweise
indem Untersuchungen in den klinischen Augenambulanzen durchgeführt
werden). Auch im Bereich der Entwicklung von medizinischen Geräten
ist ein Entwicklungsschub zu erwarten."


Tanja

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Spital/Spitäler am Prüfstand - Die Abteilung stinkt vom Chefarzt her
« Antwort #6 am: 16. September 2012, 11:50 »




Dr. werden ist nicht schwer...

Die Abteilung stinkt vom Chefarzt her

Donnerstag, 13. September 2012

Nachdem ich mich in meinen beiden letzten Beiträgen mit dem Umgang mit Privatpatienten beschäftigt habe, bietet es sich eigentlich an, sich endlich wie zuvor versprochen meinem Chef zu widmen. Mir war durch kollegiale Berichte bereits bekannt, dass es solche Charaktere gibt und doch versetzten mich einige der bisherigen Erfahrungen in fassungsloses Staunen.

Ein erstes Ausrufezeichen setzte er wenige Wochen nach meinem Dienstantritt, als er die Frühbesprechung nutzte, um uns mitzuteilen, wie groß der Einbruch seiner Einnahmen durch Privatpatienten ist und dass wir Assistenten mehr (wohlgemerkt medizinisch nicht indizierte) Untersuchungen vornehmen sollten. Vor allem die Art und Weise war dabei erstaunlich. Der Ton war geradezu vorwurfsvoll und die Mimik schrie derweil nach Mitleid, als sei es selbstverständlich, dass Assistenten ohne Poolbeteiligung sich über zusätzliche Arbeit zum pekuniären Wohl des Chefs freuen.

Im weiteren Verlauf habe ich dann festgestellt, dass bestimmte Eingriffe, Dokumentationen und Liegezeiten sich dem Status „P“ (wie sehr ich es mittlerweile hasse, wenn es heißt: „der ist P.“, als wäre es ein undurchschaubarer Geheimcode) sehr merkwürdig bis grenzwertig anpassen.

Ansonsten tritt der Chef nicht sonderlich in Erscheinung. Bei den Visiten ist er mit wenig Infos zufrieden. Bei Kassenpatienten ist er bisweilen desinteressiert. Er verlässt häufig vor der Nachmittagsbesprechung das Krankenhaus und scheint sehr viel mehr Urlaubstage zu haben als ich. Manchmal unterhält er die Kollegen mit einer Anekdote, die er dank seiner charismatischen Art sehr amüsant vorträgt. Neulich assistierte er mir sogar bei einer Operation und nahm sich richtig viel Zeit, mir einige Kniffe zu zeigen.

Fürchtet, dass dies ein Einzelfall bleiben wird,

Euer Anton Pulmonalis

Tanja

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Spital/Spitäler am Prüfstand, seit Jahren?
« Antwort #7 am: 14. Dezember 2012, 23:31 »



Servus Dietmar,

du hast sowohl hier und an einem Email an mich vor weit über einem Jahr mitgeteilt, dass der Patient offen sein Krankenhaus bewerten kann.

Heute habe ich mich in Kliniken und im Gesundheitsministerium erkundigt.

Ergebnis: Nichts!

Wozu haben wir diese angeblichen Gesundheitsminister, der nur für die Raucher tätig ist?

Und aus einem Zeitungsbericht Stöger habe ich gut in Erinnerung, dass ich online nachsehen könnte, wo ich mit der notwendigen Operation gut oder am besten aufgehoben bin.

Auch davon weiß kein Krankenhaus oder fas Ministerium etwas!

Die Patienten werden nur zum Zahlen gerupft, aber sonst ....!


-----------------------------------

Schau mal:

Online-Klinik­bewertungen

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52740

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06.03.2013

Überlastete Spitäler: Wiener Ärztekammer präsentiert neues Ambulanzmodell


Ausbau des niedergelassenen Bereichs entlastet Spitalsambulanzen um bis zu 30 Prozent

Wien (OTS) – Die Wiener Ärztekammer hat ein neues Modell ausgearbeitet, das eine bessere Verzahnung zwischen dem öffentlichen Krankenhausbereich und den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten vorsieht. Damit sollen die überforderten Spitalsambulanzen nachhaltig entlastet werden. „Eine Reduktion der Frequenzen in den Ambulanzen um bis zu 30 Prozent ist dabei realistisch“, betont der Präsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres. ****

Der Hintergrund: Ein Großteil der Ambulanzen in den Wiener Spitälern wird förmlich „überrannt“. Hinzu kommt eine Verschärfung auch im niedergelassenen Bereich. Seit dem Jahr 2000 wurden in Wien 84 Kassenplanstellen gestrichen, und das trotz eines erhöhten medizinischen und pflegerischen Aufwands durch weitreichende demografische Veränderungen. „Es ist notwendig, den niedergelassenen Bereich zu stärken. Nur so kann eine Entlastung der Spitalsambulanzen gelingen“, bekräftigt Johannes Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien.

Zwtl.: Das neue Modell – Aufwertung des niedergelassenen Bereichs

Das Modell der Wiener Ärztekammer sieht vor, dass innerhalb von einem Jahr

    zusätzliche 300 Kassenverträge, nach einer genauen Evaluierung der Notwendigkeiten in den einzelnen Fächern und der Wohnbezirke, neu ausgestellt werden,
    alle bisherigen Gruppenpraxisanträge (in etwa 90) zur Ausschreibung freigegeben werden,
    bezahlte Lehrpraxen geschaffen werden, um die Ordinationen auch mit qualifizierten, jungen Assistenzärzten besetzen zu können,
    der Ärztefunkdienst ausgebaut wird sowie
    Tarife mit den Krankenkassen vereinbart werden, die es niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten ermöglichen, auch zu Tagesrandzeiten und am Wochenende offen zu halten; dafür müssen die Honorarsätze deutlich angehoben werden, um so die Überstunden, Nachtstunden und zusätzlichen administrativen Aufwände bezahlen zu können.

Auch die Etablierung einer eigenen Ärztefunkdienstambulanz in Nähe des neu zu errichtenden Krankenhauses Nord wäre eine sinnvolle Option. Denn gerade dort ist ein besonders hoher zukünftiger Zustrom Richtung Spitalsambulanzen zu erwarten. Im Gegenzug dazu könnten dann auch die Rettungseinsätze drastisch reduziert werden.

Szekeres: „Unser Alternativmodell ist ein Beispiel dafür, wie man unter Nutzung der vorhandenen Kapazitäten und Gelder ein optimales System herstellen kann. Wir sind überzeugt, dass wir mit einer Aufwertung des extramuralen Bereichs entsprechend der Bedarfserhebung die Spitalsambulanzen in Wien effektiv entlasten könnten.“

Zwtl.: Evaluation als Basis für einen konkreten Versorgungsplan

Voraussetzung für die Umsetzung des neuen Modells ist jedenfalls auch eine exakte Analyse, welche Leistungen wo medizinisch und ökonomisch sinnvoll erbracht werden können. Szekeres: „In sehr vielen Fällen kennen wir den ‚Best point of service‘ gar nicht oder haben bestenfalls Vermutungen darüber. Das aber ist zu wenig.“

Bei der Evaluierung geht es aber auch um die Erhebung einer exakten Patientenstromanalyse sowie um eine soziografische Bedarfserhebung. Die Ergebnisse sollten dann in einen konkreten Versorgungsplan für die Bundeshauptstadt münden, der klare und transparente Finanzierungsströme aufweist.

Tatsache ist, dass ein Großteil der Aufnahmen in den Wiener Spitalsambulanzen medizinisch nicht akut notwendig ist. Die Folge davon sind erhöhte Administration, ein Mehr an Kosten sowie lange Wartezeiten für die Patienten. „Bis zu 80 Prozent aller Personen, die sich zu einer Behandlung ins Krankenhaus begeben, sind keine akuten Notfälle und auch nicht medizinisch dringliche Versorgungsfälle“, erklärt Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres. ****

Die Betreuung dieser Patienten zählt ganz klar nicht zu den Kernaufgaben von Spitälern. Wenn verstärkt in den niedergelassenen Bereich investiert wird, könnten diese Aufgaben laut Szekeres „sehr gut auch im extramuralen Bereich ausgeführt werden“.

Zwtl.: Reduktion bei Kassenplanstellen

Aber auch im niedergelassenen Bereich wurde die Situation durch die Kürzung von Kassenplanstellen in den letzten Jahren - trotz alarmierender demografischer Entwicklung – noch verschärft. Gab es im Jahr 2000 noch 1667 Kassenplanstellen in Wien, sind es mittlerweile nur mehr 1583 (Stand: 31. Dezember 2012). Das bedeutet einen Abbau von 84 Kassenplanstellen (Allgemeinmedizin: 45, Fachärzte: 39). „Ein dramatischer Mangel herrscht insbesondere in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Hier gibt es nach wie vor keine einzige Kassenplanstelle in Wien“, so Szekeres.

Die demografische Entwicklung zeigt eindeutig ein Ansteigen der Gesamtbevölkerungszahl sowie eine starke Zunahme der Zahl der über 65-Jährigen. Im Jahr 2030 wird Wien eine Zwei-Millionen-Stadt sein. Bereits jeder fünfte Wiener wird dann über 65 Jahre alt sein.

Damit einher geht ein erhöhter medizinischer und pflegerischer Aufwand. Dazu kommt, dass Wien schon deshalb höhere Gesundheitskosten hat, da viele Krankheiten, wie beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, HIV, Atemwegserkrankungen, Drogenmissbrauch oder Depressionen, häufiger vorkommen als in anderen Regionen.

Zwtl.: Lange Wartezeiten in den Ordinationen

Statt also die Patientenströme in Richtung Spitalsambulanzen ein wenig aufzufangen, kämpfen die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte selbst mit den immer weniger werdenden Ressourcen im extramuralen Bereich. Dies schlägt sich beispielsweise in den Wartezeiten in den Ordinationen nieder.

Die Ergebnisse einer erst kürzlich durchgeführten Studie zu Wartezeiten in Kassenordinationen, die von der Ärztekammer beauftragt wurde, zeigen ein ernüchterndes Bild der Situation in den Wiener Ordinationen. Die Studie wurde vom Institut MAKAM Research im Zeitraum Anfang Dezember 2012 bis Anfang Jänner 2013 durchgeführt.

Dabei zeigte sich, dass die Wartezeiten vor allem bei Kontrollterminen bei einzelnen Fachgruppen erschreckend lange sind: Wartezeiten von bis zu einem Monat sind keine Seltenheit. Aber auch Wartezeiten bis zu drei Monaten (!) wurden dabei registriert. „Hier wird in vielen Fachrichtungen, beispielsweise der Frauenheilkunde, der Augenheilkunde und der Neurologie, der bestehende Fachärztemangel so richtig offensichtlich“, kritisiert Ärztekammer-Vizepräsident und Kurienobmann Johannes Steinhart.

Ohne zusätzliche Investitionen wird es jedenfalls nicht gelingen, den Status quo zu halten beziehungsweise Verbesserungen in der extramuralen Versorgung zu erzielen. Steinhart: „Wenn wir in den Ordinationen die Randzeiten sowie die Wochenenden und Feiertage bespielen, dass müssen die Kassenhonorare so gestaltet sein, dass damit die Überstunden und Wochenendzuschläge für die Mitarbeiter der Ordinationen gezahlt werden können.“

Und auch die Zahl der Gruppenpraxen muss deutlich erhöht werden, denn: „Einem einzelnen Hausarzt beispielsweise ist es nicht zumutbar, während der Woche den ganzen Tag und teilweise bis in die Abendstunden zu ordinieren, und dann am Wochenende auch noch für die Patienten da zu sein“, so Steinhart. Dafür benötige es dann eine Gemeinschaftspraxis mit zwei oder drei Allgemeinmedizinern. (ssch)

Evi

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Tod durch Behandlungsfehler - Spital/Spitäler am Prüfstand
« Antwort #9 am: 01. Februar 2014, 20:34 »

Tod durch Behandlungsfehler

Martin Schriebl-Rümmele

28. Jänner 2014, 11:06

    Keine Götter in Weiß - auch Ärzte können sich irren.

http://derstandard.at/1389858397517/Tot-durch-Behandlungsfehler?ref=nl

    Keine Götter in Weiß - auch Ärzte können sich irren.

In Österreich sterben jedes Jahr 1.900 Menschen durch Behandlungsfehler - Spitäler etablieren Fehlermanagement

Der Fall machte zuletzt Schlagzeilen: Bei einem steirischen Autohändler wurden im Rahmen einer Krebsbehandlung Infusionen verwechselt, der Mann fiel ins Koma und starb. Es ist kein Einzelfall. Immer wieder kommt es in Krankenhäusern zu Fehlern, ausgerechnet an einem Ort, wo es ums Gesundwerden geht.

Eine aktuelle Untersuchung der deutschen Krankenkassen hat ergeben, dass es bei einem Prozent aller Spitalsbehandlungen zu Fehlern kommt. Das sind 188.000 Behandlungsfehler pro Jahr, in zehn Prozent aller Fälle sterben Patienten. Konkret sind es 18.800 Menschen, etwa fünfmal so viele wie Tote wie im Straßenverkehr. Legt man die Zahlen auf Österreich um, wären das rund 19.000 Fehler und 1.900 Tote. Genaue Daten gibt es nicht - zumindest offiziell.
Offiziell bekannt

"Es gibt nur Schätzungen. Die deutschen Werte dürften aber auch für Österreich relevant sein", bestätigt Gesundheitsminister Alois Stöger im Gespräch mit dem Standard. Man sei sich der Problematik bewusst. "Das ist ein sehr wichtiges Thema, und wir arbeiten hier auch mit den Krankenhäusern schon länger intensiv an Verbesserungen", versichert der Minister.

Genaue Informationen will er nicht geben. Es gehe hier nicht darum, Fehlerquoten öffentlich zu diskutieren oder die Beschäftigten in den Krankenhäusern pauschal zu belasten, sondern präventiv Qualitätsverbesserungen herbeizuführen, um möglichst viele Fälle zu verhindern.
Vermeidbare Fehler

Denn tatsächlich wären Fehler häufig vermeidbar, erklärte in Deutschland Max Geraedts, der Leiter des Instituts für Gesundheitssystemforschung der Universität Witten/Herdecke und Mitherausgeber des aktuellen Reports. Als Beispiel nannte er einen Patienten, der eine Medikamentenallergie erleidet, von dieser Allergie wusste, aber vorher nicht dazu befragt wurde.

Auch Hygienemängel, die zu entzündeten Operationswunden führen, seien vermeidbar. Einige Krankenhäuser achteten aber nach wie vor nicht auf ausreichende Händedesinfektion, mahnte Geraedts. Jährlich erleiden rund vier Prozent der Patienten eine Krankenhausinfektion, etliche sterben in der Folge. Ein weiteres Problem sind Resistenzen gegen Antibiotika und damit die Anfälligkeit für gefährliche Krankenhauskeime.
Zugeben statt vertuschen

Die Autoren des deutschen Reports forderten die Spitäler auf, Mitarbeiter zu sensibilisieren, Fehlerberichtssysteme zu nutzen und damit eine Fehlerkultur zu etablieren. Ähnlich argumentiert auch der Sprecher der heimischen Patientenanwälte, Gerald Bachinger. Er pocht darauf, eine interne Qualitätstransparenz zu schaffen und daraus laufend zu lernen.

"Wir haben ein Projekt zur bundesweit einheitlichen Messung von Ergebnisqualität im Krankenhaus ins Leben gerufen", so Stöger. Aus Routinedaten würden dabei statistische Auffälligkeiten für definierte Krankheitsbilder in einzelnen Krankenanstalten identifiziert. Betrachtet werden dabei in erster Linie Sterbe- und, Intensivhäufigkeiten, Komplikationen, Mengeninformationen, Operationstechniken sowie Versorgungs- und Prozessindikatoren.
Fehlerkultur statt Sündenbocksuche

Stöger: "Das sind Daten, die es bereits routinemäßig gibt. Das System analysiert statistische Auffälligkeiten und die Gründe dafür. Wir versuchen anhand von Qualitätsparametern, die Ergebnisse zu verbessern. Dazu gibt es ausgewählte Fachleute, die dann auch Parameter und Abläufe vergleichen und in die Bundesländer gehen, um mit den Verantwortlichen zu reden und Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen." Auf Wunsch der Kliniken gebe man Benchmarkinformationen auch schon direkt an Krankenhäuser und Abteilungen weiter.

A-IQI (Austrian Inpatient Quality Indicators) heißt das Projekt. In einem ersten Schritt sollen die Krankenanstalten nach den Gründen der Abweichungen von den Zielbereichen suchen. Können die statistischen Auffälligkeiten nicht erklärt werden, wird mittels einer Fremdanalyse und im kollegialen Dialog - einem sogenannten Peer-Review-Verfahren - nach deren Ursachen gesucht. Aufbauend auf dieser Analyse, werden gemeinsam zwischen externen, speziell für diese Aufgabe geschulten Primarärzten und den Verantwortlichen der jeweiligen Krankenanstalt qualitätsverbessernde Maßnahmen erarbeitet.
Was Patienten davon haben

"Das ist sicher der richtige Weg zu Qualitätsverbesserungen", gibt Patientenanwalt Bachinger dem System recht, "weil nach der Erhebung der Qualitätsdaten das Herzstück beginnt, nämlich das Peer-Review-Verfahren." Erstmalig könnten Peers von außerhalb in die Abteilungen direkt reinschauen und dort Verbesserungsvorschläge machen.

Für die Orientierung der Patienten sei das aber noch viel zu wenig, kritisiert er und ortet noch einen sehr dichten "Schleier der Intransparenz".

In Deutschland könnte über spezielle Listen die Behandlungsqualität einzelner Kliniken auch bereits eingesehen werden. So können Patienten nach der Zahl der Routineeingriffe beziehungsweise der Fehler und Nachbehandlungszahlen entscheiden, wo sie sich therapieren lassen wollen. Auch Fallzahlen werden veröffentlicht. Letztere wiederum kann man auch in Österreich im Spitalskompass bereits im Internet abrufen.
Zu wenig Personal

Die Ärztekammer, die sich beim nichtöffentlichen Fehlermeldesystem Cirs beteiligt, ortet in den Ressourcen ein Problem. Fehler würden vor allem passieren, weil der Kostendruck auf das Personal steige und auch immer weniger Personal zu Verfügung stehe, kritisierte zuletzt der Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres bei Protesten des AKH-Personals gegen die Kürzung von Nachtdiensten. (Martin Schriebl-Rümmele, DER STANDARD, 28.1.2014)

Zum Thema:

Es ist eine Kunst, keinen Fehler zu machen

Von einem Tag auf den anderen ein Pflegefall

Wenn der Arzt vor dem Strafrichter landet
Webtipp:

Österreichischer Spitalskompass

    Aktuelles Wetter in Deutschland

admin

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Krankenhaus­infektionen: täglich rund 10 Tote
« Antwort #10 am: 28. März 2014, 22:21 »





Zahl der Krankenhaus­infektionen höher als vermutet

Freitag, 28. März 2014


In Österreich:

rund 90.000 Fälle/Jahr, dabei fast jeden Tag 10 Tote!


In Deutschland:

Berlin – Die Anzahl der nosokomialen Infektionen und der nosokomialen Todesfälle ist deutlich  höher als bisher von offizieller Seite mitgeteilt. Laut einer Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) treten jährlich 900.000 Infektionen und mindestens 30.000 Todesfälle auf.

Vor diesem Hintergrund forderte die Fachgesellschaft eine konsequentere Einhaltung der Hygieneregeln sowie eine deutliche Personalverstärkung in den Kliniken. „Die Einhaltung der Hygieneregeln steht und fällt auch mit einer ausreichenden Anzahl gut ausgebildeten Personals“, betonte die Fachgesellschaft. Sie verwies auf eine aktuelle DGKH-Umfrage, die deutliche Defizite der Krankenhausreinigung gezeigt habe.

Deutsches Ärzteblatt print

    Kontrolle von Vancomycin-resistenten Enterokokken im Krankenhaus: Epidemiologischer Hintergrund und klinische Relevanz
    Im Krankenhaus erworbene Infektionen – eine Herausforderung auch in Zukunft
    Erwachsene Patienten mit nosokomialer Pneumonie: Epidemiologie, Diagnostik und Therapie

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warf der DGKH dagegen vor, nicht gesicherte Annahmen über Todesfallzahlen zu verbreiten. „Das ist unverantwortlich gegenüber den Patienten und wenig hilfreich für die Krankenhäuser“, monierte DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum. So sei bislang nicht bekannt, wie viele der potenziell vermeidbaren Infektionen tatsächlich zum Tode führten. Sicher sei dagegen, dass zwei Drittel aller Infektion überhaupt nicht vermieden werden könnten und dass Deutschland im internationalen Vergleich relativ gut da stehe.

„Zentrales Problem sind antibiotikaresistente Infektionen. Diese dürfen aber nicht den Krankenhäusern angelastet werden. Hier müssen alle Beteiligten – einschließlich der Antibiotika verbrauchenden Landwirtschaft – zur Problembewältigung beitragen“, forderte Baum. Weitere Risiken lägen in baulichen Unzulänglichkeiten vieler Kliniken.

Die Krankenhäuser bräuchten ........... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58148


Infos auch hier: Kapitulierung vor Krankenhauskeine?  http://www.krebsforum.at/index.php?topic=6955.msg17154#msg17154
« Letzte Änderung: 29. März 2014, 00:24 von admin »

Werner

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Di. 17.6.14, 15h, Killerkeime
« Antwort #11 am: 13. Juni 2014, 23:36 »




+ Killerkeime - und wie man sie besiegt
Dienstag, 17. Juni 2014: 15.00 - 16.00 Uhr, Planet Wissen, WDR
Fernsehen
Wiederholung: 18. Juni, ab 8.20 Uhr, WDR Fernsehen
Gut 100 Billionen Bakterien hausen auf und in unserem Körper. Das ist
normal, sie gehören zu unserem Leben. Manche helfen uns bei der
Verdauung, manche schützen uns gegen andere Keime. Für Krankenhäuser
hingegen sind sogenannte "Killer-Keime" seit Jahren ein gewaltiges
Problem.
http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/fernsehen/14/06/17_1500_w.php5