Autor Thema: Gesundheitsvorsorge Deutschland  (Gelesen 8379 mal)

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admin

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Gesundheitsvorsorge Deutschland
« am: 03. Juni 2010, 21:25 »
http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2010/0517/00_mythos_krebsfrueherkennung.jsp

Mythos Krebsfrüherkennung

    * SendeterminMontag, 17. Mai 2010, 18.20 - 18.50 Uhr .

Unsere Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.macromedia.com/go/getflashplayer_de
Weitere Videos

    * Video:Krebsfrüherkennung – zwei Fallbeispiele
    * Video:Überschätzte Krebsvorsorge
    * Video:Krebsvorsorge bei Darm und Haut
    * Video:Gesundheit kompakt – Medizinnachrichten
    * Video:Dr. Michael Feld (6): Übergewicht

Arzt betrachtet Röntgenbild mit einem Vergrößerungsglas; Rechte: WDR (TV-Bild)
Vorsorgeuntersuchungen zur Krebsfrüherkennung: Wie sinnvoll sind sie?

Seit Jahrzehnten werden Maßnahmen zur Krebsfrüherkennung als höchst wirksame Waffen im Kampf gegen die Krankheit propagiert. Mit großen Öffentlichkeitskampagnen wurden und werden die Versicherten aufgerufen, die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Bei vielen Tumorerkrankungen gilt nach wie vor: je früher erkannt, desto größer die Heilungschancen. Außerdem kann eine Krebserkrankung im Frühstadium oft schonender behandelt werden. Trotzdem wird der Nutzen von Früherkennungsuntersuchungen zunehmend kritisch gesehen. So gibt es zum Beispiel erhebliche Zweifel an der Effektivität des Mammografie-Screenings. Gerade in Deutschland – sowohl bei der Bevölkerung als auch bei den Ärzten – wird der Nutzen weitaus höher eingeschätzt als er tatsächlich ist.
Lesen Sie auch die folgenden Beiträge zum Thema:

http://www.wdr.de/tv/servicezeit/gesundheit/sendungsbeitraege/2010/0517/00_mythos_krebsfrueherkennung.jsp

    * WDRKrebsfrüherkennung – zwei Fallbeispiele
    * WDRÜberschätzte Krebsvorsorge
    * WDRKrebsvorsorge bei Darm und Haut

Auf der anderen Seite werden Risiken und Nebenwirkungen der Früherkennungsuntersuchungen unterschätzt: Immerhin mindestens 50 von 1.000 untersuchten Frauen wird aufgrund eines falschen Mammografie-Ergebnisses Gewebe entnommen. Andere unterziehen sich zum Beispiel unnötigerweise einer Krebstherapie. Auf vergleichbare Risiken weisen Kritiker auch beim PSA-Test zur Früherkennung von Prostatakrebs hin. In beiden Fällen weiß man heute, dass das regelmäßige Screening nur geringen Einfluss auf die Sterblichkeit hat. Das Angebot an Diagnostik ist groß, allerdings fehlt es oft an ausreichendem Fachwissen, um Nutzen und Risiken der Früherkennungsmethoden gegeneinander abzuwägen.

Stand: 17.05.2010

Werner

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Gesundheitsvorsorge Deutschland: 12 -14 Jahre
« Antwort #1 am: 01. März 2011, 21:30 »

Vorsorgeuntersuchung für Jugendliche: Die J1

Seit 1998 gibt es eine Gesundheitsuntersuchung für Jugendliche zwischen
12 und 14 Jahren – die J1. Doch weniger als ein Drittel der angesprochenen Patienten nutzt das Angebot.

Körpercheck
Bei der J1 werden Hör- und Sehtests gemacht. Der Arzt misst Größe, Gewicht und Blutdruck, tastet den Bauch ab, hört Herz und Lunge des Jugendlichen ab. Anschließend schaut er sich Wirbelsäule und Füße an.
Gegebenenfalls wird Blut abgenommen, um zu sehen, ob die Werte in Ordnung sind. Bundesweite Erhebungen zeigen, dass 70 Prozent der jungen Patienten bei der Jugenduntersuchung Beschwerden haben, die behandelt werden müssen. Im Jugendalter treten bereits Erkrankungen der Wirbelsäule und Schilddrüse auf. Auch Hauterkrankungen (Ekzeme) , Übergewicht und Magersucht stellen Ärzte häufig fest.

Impfungen
Der Kinderarzt überprüft bei der J1 den Impfpass des Jugendlichen.
Fehlen wichtige Auffrischimpfungen etwa gegen Kinderlähmung, Keuchhusten, Diphterie, Tetanus, Masern, Mumps, Röteln, Gehirnhautentzündung oder Windpocken, dann werden sie bei der Jugendgesundheitsuntersuchung nachgeholt.

Beratung – streng vertraulich
Alkohol, Drogen und Sexualität sind wichtige Themen, die bei der Jugenduntersuchung angesprochen werden. Kinderärzte geben ihren Patienten Tipps zur Verhütung und Ernährung, klären über Risiken von Pearcings und Tattoos auf. Kinderärzte fragen auch, wie es in der Schule klappt, ob die Jugendlichen Freunde haben, gemobbt werden oder ob es häufig Streit zuhause gibt. Dazu füllen die Jugendlichen zuvor einen Fragebogen aus. Vertrauliches wird unter vier Augen besprochen. Ärzte weisen dabei ausdrücklich auf ihre Schweigepflicht hin. Sie verstehen sich als Partner der Jugendlichen.

Die Krankenkasse zahlt
Die Kosten der J1 übernimmt die Krankenkasse. Die Krankenversicherungskarte muss vorgelegt werden. Durchgeführt wird die Untersuchung von Kinderärzten, Internisten und Allgemeinmedizinern.

Weitere Informationen

http://www.j1-info.de
Internet-Seite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)

http://www.kinderaerzte-im-netz.de
http://www.kinderaerzte-im-netz.de/bvkj/contentkin/show.php3?id=501&nodeid=161&nodeid=161&query=j1
Kinderärzte im Netz informiert über die Gesundheit bei Jugendlichen und auch speziell über die J1

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), Ostmerheimer Straße 220, 51109 Köln Hier gibt es kostenlos die Infobroschüre „Jugendgesundheitsuntersuchung“
Tel.: 0221- 8992-0
Fax: 0221 - 8992-300
E-Mail: poststelle@bzga.de (für Anfragen, Mitteilungen)
E-Mail: order@bzga.de (für Bestellungen von Medien und Materialien)

Josef

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Gesundheitsvorsorge Deutschland
« Antwort #2 am: 29. April 2011, 21:08 »
26/04/11 06:22, Aerzte_Zeitung

SPD und Grüne wollen Prävention völlig neu ausrichten

Beide Fraktionen im Bundestag drängen auf ein umfassendes Präventionsgesetz und haben je eigene Anträge vorgelegt.

Von Florian Staeck

BERLIN. Deutschland ist noch weit von gesundheitlicher Chancengerechtigkeit entfernt, meinen die Grünen. So flossen von den 311 Millionen Euro, die die gesetzlichen Kassen im vergangenen Jahr für Prävention und Gesundheitsförderung ausgegeben haben, 81 Prozent in die individuelle Prävention für Versicherte.

Nur sechs Prozent der Mittel wurden für lebensweltbezogene Prävention - beispielsweise in Kita oder Schulen - aufgewendet, 13 Prozent entfielen auf die betriebliche Gesundheitsförderung.

Der Stellenwert von Gesundheitsförderung und Prävention werde so lange gering bleiben, wie diese Aufgabe vor allem bei den Kassen angesiedelt ist, heißt es. Denn die nutzten solche Programme "vor allem als Wettbewerbsinstrument". Daher brauche es "einen Ort für Steuerung und Koordination" einer "gesundheitsfördernden Gesamtpolitik".

Deshalb wollen die Grünen in einem Bund-Länder-Arbeitskreis einen neuen ordnungspolitischen Rahmen für Prävention und Gesundheitsförderung schaffen. Die Aufgaben sollten daher in den Sozialgesetzbüchern verankert und alle Sozialversicherungsträger sowie die private Kranken- und Pflegeversicherung zur Kasse gebeten werden. Die Fraktion veranschlagt für Primärprävention 500 Millionen Euro pro Jahr - bei einer jährlichen Steigerungsrate der Mittel von zehn Prozent. Flankiert werden soll dies durch ein neues "Nationales Kompetenzzentrum für Qualität und Qualitätssicherung für nicht-medizinische Prävention und Gesundheitsförderung".

Kurzfristig wollen die Grünen den einschlägigen Paragrafen 20 SGB V modifizieren. Dabei soll festgeschrieben werden, dass die Hälfte der Präventionsmittel in lebensweltbezogene Programme fließen soll.

Die SPD kommt in ihrem Antrag zu einer vergleichbaren Analyse: Eine kleinteilige Landschaft aus Präventionsprogrammen ist nicht aufeinander abgestimmt, der gesundheitliche Effekt zweifelhaft. Daher sollen die Kompetenzen der bislang schon tätigen Einrichtungen der Gesundheitsförderung in einem "Nationalen Institut für Prävention" gebündelt werden. Es soll verbindliche Strukturen schaffen, Beratung anbieten und die Erforschung der Primärprävention ermöglichen.

Bei der Finanzierung gehen die Sozialdemokraten einen anderen Weg als die Grünen. Die Ausgaben aller Sozialversicherungszweige sollten in einer Stiftung zusammengeführt werden. Allerdings sollen die Kassen verpflichtet werden, pro Versichertem und Jahr mindestens zehn Euro für Prävention vorzusehen.

Die schwarz-gelbe Koalition hat bislang keine in sich schlüssige Präventionsstrategie erkennen lassen. Ein eigenes Gesetz wird im Koalitionsvertrag nicht als Ziel benannt. Der CSU-Politiker Johannes Singhammer hatte im Januar vorgeschlagen, Inhalte und Ziele der Präventionspolitik sollten in einem "Aktionsprogramm" gebündelt werden. Dagegen würde ein Bundesgesetz "nur neue Bürokratie schaffen". Koordinieren solle die Aktivitäten eine "nationale Präventionskonferenz".

Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert als ein Service von univadis und MSD. Der Inhalt dieses Artikels wird bereitgestellt von der Ärzte Zeitung Verlagsgesellschaft mbH und spiegelt nicht zwingend die Meinung von univadis oder MSD wieder.

Copyright 2009 Ärzte Zeitung Verlagsgesellschaft mbH
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Richi

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Deutschland: Bundestag verabschiedet Präventionsgesetz
« Antwort #3 am: 02. Juni 2011, 14:53 »

Gesundheitsvorsorge

Bundestag verabschiedet Präventionsgesetz
Der Bundestag hat heute ein Gesetz zur Stärkung der gesundheitlichen Prävention beschlossen. Eine neu zu schaffende Bundesstiftung soll Informationskampagnen entwickeln und die Aktivitäten in Bund und Ländern koordinieren.

22. April 2005

Die Sozialversicherungen müssen künftig mehr Geld für Krankheitsvorbeugung aufbringen. Der Bundestag beschloß am Freitag mit der Mehrheit von SPD und Grünen ein Gesetz, mit dem die gesundheitliche Prävention gestärkt werden soll.

Kern des Gesetzes ist die Errichtung einer Bundesstiftung mit Sitz in Berlin. Sie soll Präventionsziele festlegen, Informationskampagnen und Modellprojekte entwickeln und die Aktivitäten in Bund und Ländern koordinieren.

.............. http://www.faz.net/artikel/C30923/gesundheitsvorsorge-bundestag-verabschiedet-praeventionsgesetz-30112614.html

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Deutschland mäßig, Österreich zu vergessen!
« Antwort #4 am: 23. Juni 2011, 00:41 »


Nur Vorarlberger und Burgenländer denken ein wenig an Vorsorge, der Rest ist zu vergessen, seit Jahren!

Die nicht ansprechenden Aktionen vom BMfG sind Mist, wie unser Raucherschutzminister: www.rauchsheriff.at




Dienstag, 21. Juni 2011

Krebs-Früherkennung Männer bleiben Vorsorge-Muffel

Laut einer Studie ist 2010 nur jeder vierte Mann über 45 zur Krebs-Früherkennung gegangen.

Laut einer Studie ist 2010 nur jeder vierte Mann über 45 zur Krebs-Früherkennung gegangen.
(Foto: picture alliance / dpa)

Laut einer Studie ist 2010 nur jeder vierte Mann über 45 zur Krebs-Früherkennung gegangen. Bei den Frauen lag der Anteil deutlich höher. Dabei kann der Check Leben retten. Nur 26 Prozent der Männer in Deutschland hätten sich untersuchen lassen, teilte die Techniker Krankenkasse (TK) in Hamburg mit. Bei den Frauen lag der Anteil dagegen bei 59 Prozent. Das hat eine Auswertung der Versichertendaten der TK gezeigt.

Warum meiden so viele Männer die Krebs-Früherkennung? Das hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der TK 1001 Männer zwischen 20 und 70 Jahren gefragt. 61 Prozent der Teilnehmer erklärten: Sie gehen nur zum Arzt, wenn sie wirklich krank sind. Knapp vier von zehn Männern (39 Prozent) meiden die Untersuchung, weil sie ihnen unangenehm ist. Und fast jeder Dritte sagte, dass er sich nicht mit schlimmen Erkrankungen beschäftigen will oder sich noch keine Gedanken über Früherkennung gemacht hat.

Männer über 45 Jahren haben Anspruch auf die jährliche Untersuchung, die von den Krankenkassen bezahlt wird. Dabei untersucht der Arzt neben Haut und äußeren Genitalien vor allem die Prostata. Mit rund 65.000 Neuerkrankungen im Jahr sei Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern in Deutschland, hieß es. Frauen können bereits ab 20 einmal pro Jahr zur kostenlosen Untersuchung zu ihrem Frauenarzt gehen.

Zur Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchungen hatte die TK die Daten der knapp drei Millionen Frauen über 20 und der fast 1,7 Millionen Männer über 45 ausgewertet, die im Jahr 2010 bei der TK versichert waren.

dpa
 

Geri

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Gesundheitsvorsorge Deutschland
« Antwort #5 am: 10. Juli 2011, 00:06 »
Donnerstag, 7. Juli 2011

Deutsche engagieren sich für ihre Gesundheit

Gelsenkirchen –
Nur vier Prozent der Personen im mittleren Lebensalter tun nichts im Bereich Prävention und Gesundheitsvorsorge. Das ergab eine repräsentative Befragung des Instituts Arbeit und Technik (IAT) in Gelsenkirchen.


Peter Enste, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im IAT-Forschungsschwerpunkt Gesundheitswirtschaft und Lebensqualität, wertete die Ergebnisse einer Telefonbefragung aus, bei der im Jahr 2010 bundesweit 1.093 Personen zwischen 45 und 65 Jahren um Auskunft über ihre Präventionsaktivitäten gebeten wurden.

Er identifizierte dabei fünf Präventionstypen:

    den „Bewussten“ (34,2 Prozent), der neben körperlicher Bewegung auch einen gesunden Lebensstil pflegt
    den „Ausgeglichenen“ (6 Prozent), der gesteigerten Wert auch auf Entspannung legt
    den „Allrounder“ (9,8 Prozent) – wie Typ 1, zudem auf medizinische Vorsorge bedacht
    der „Passive“ (11,1 Prozent) verlässt sich allein auf die medizinische Vorsorge beim Arzt
    der „Aktive“ (38,9 Prozent) konzentriert sich allein auf Sport und körperliche Bewegung.


Deutliche Zusammenhänge stellt Enste zwischen Präventionstypen und Haushaltseinkommen fest: Während in der Einkommensklasse unter 1.500 Euro 27 Prozent dem „Bewussten Typen“ zuzurechnen sind, zählen bei den höheren Einkommen ab 4.000 Euro fast 40 Prozent dazu.

zum Thema

    zu den Ergebnissen

Dem „Bewegungstyp V“ sind in den höheren Einkommensklassen lediglich 30 Prozent zuzuordnen, in den unteren Einkommensklassen dagegen über 45 Prozent. Der passive Typ IV kommt laut IAT in der unteren Einkommensklasse deutlich häufiger vor als in den anderen Einkommensklassen.

Über die Hälfte http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46540/Deutsche_engagieren_sich_fuer_ihre_Gesundheit.htm

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Regierung will Kampf gegen Krebs verstärken, in Deutschland
« Antwort #6 am: 22. August 2012, 18:33 »


Regierung will Kampf gegen Krebs verstärken

Krebs kann jeden treffen. Jeder Vierte stirbt daran – und die Zahl der Neuerkrankungen steigt trotz immer neuer Medikamente und immer mehr Forschung. Das Rezept der Regierung: mehr Daten und Vorsorge.

Hunderttausende Krebskranke sollen künftig von mehr Früherkennung und verbesserten Therapien profitieren. Einen entsprechenden Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) brachte das Bundeskabinett am Mittwoch in Berlin auf den Weg.

Umfangreicher als bisher sollen die Bürger künftig zur Früherkennung eingeladen werden. Sie sollen regelmäßig persönliche Briefe zu Darm- und Gebärmutterhalskrebs-Untersuchungen erhalten. Bisher gibt es ein organisiertes Früherkennungsprogramm nur zur Brustkrebsfrüherkennung.

Die unterschiedlichen klinischen Krebsregister sollen bundesweit ergänzt und vereinheitlicht werden. Erfasst werden sollen die Daten der Patienten zu Diagnose, Behandlung, aber auch Nachsorge und zu Rückfällen. Die Therapien in den einzelnen Kliniken sollen so besser überprüft werden können. Die Qualität in weniger erfolgreichen Kliniken soll steigen.

Zudem sollen Erkenntnisse über die wirkungsvollsten Behandlungen gewonnen werden, so dass die Betroffenen generell davon profitieren. Vor allem in Ostdeutschland gibt es solche Datensammlungen traditionell seit Jahren, im Westen klaffen große Lücken.

«Diese Schritte sind notwendig, da Deutschland wie vergleichbare Industrienationen angesichts des demografischen Wandels vor wachsenden Herausforderungen in der Krebsbekämpfung steht», sagte Bahr in Berlin.

Im folgenden parlamentarischen Verfahren kann es noch Änderungen geben. Der CDU-Gesundheitsexperte Jens Spahn regte im Internetportal «Zeit online» finanzielle Anreize für Vorsorge und Früherkennung an.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nannte die Pläne unzureichend. «Die Daten stehen nur Wissenschaftlern und der Politik zur Verfügung, aber nicht der allgemeinen Bevölkerung», sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Die Menschen wollen wissen: Wie hoch ist das Krebsrisiko in einer bestimmten Region – etwa in der Nähe einer Chemiefabrik? Wie sind die Ergebnisse in den Kliniken?» Die Daten müssten generell anonymisiert zur Verfügung gestellt werden.

Die Deutsche Krebsgesellschaft lobte die geplante Vereinheitlichung und Ergänzung der bestehenden Register. «Es muss primär darum gehen, dass man die Patientendaten mit einer Bundesbetrachtung auswerten kann», sagte Generalsekretär Johannes Bruns der dpa. «Von vielen lernen ist leichter als von wenigen.»

Gerade bei den Krebsarten mit weniger großen Fallzahlen reichten regionale Register allein nicht aus. «Wenn man schon den Schritt macht, sollte man es auch so machen, dass man aus den großen und den kleinen Datenbeständen etwas lernen kann.» Diesem Anspruch könne das Gesetz gerecht werden.

Für wissenschaftliche Fortschritte bei den Therapien insgesamt komme es hingegen auf die bundesweite Zusammenführung und Analyse der Daten an. «Ansonsten schlummern solche Daten in den Krankenakten», sagte Bruns. Erst auf diese Weise sei zum Beispiel erkannt worden, dass bei Brustkrebs nicht unbedingt die Entfernung bestimmter Lymphknoten nötig sei.

Die Verbesserungen bei den Daten sollen spätestens in sechs Jahren umfangreich greifen. Laut Bruns müssen erst die Krankenkassen die Details erarbeiten, dann müssten die Vorgaben umgesetzt werden.

Die Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, mahnte, bei den Krebsregistern sei Einheitlichkeit zentral. «Es darf kein Wildwuchs entstehen.»

Bruns begrüßte auch die Pläne zur Früherkennung. Zwang solle es dabei nicht geben. «Es geht um eine aufgeklärte Entscheidung.»


Weitere Artikel zu diesem Thema:

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=38425

   Krebsbekämpfung per Gesetz – was bringen die Pläne von Daniel Bahr? (20.08.2012)
   Gebärmutterhalskrebs durch Früherkennung und Impfung vermeiden (16.08.2012)
   Zeitung: EU-Kommissar will schärfere Auflagen für Zigaretten (12.07.2012)
   Minister: Krebs-Früherkennung Schwerpunkt der Präventionsstrategie (04.07.2012)
   Hartmannbund: „Wieder Vorsorgeuntersuchungen an Schulen?“ (03.07.2012)
   

admin

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Krebsbekämpfung per Gesetz – was bringen die Pläne von Daniel Bahr?

Jeder Vierte stirbt in Deutschland an Krebs. Bei der Vorsorge und den Therapien könnte vieles verbessert werden. Nun will die Bundesregierung handeln. Aber gehen die Maßnahmen weit genug?


Krebs wird jedes Jahr für mehr als 200.000 Menschen in Deutschland zum Todesurteil. Vorsorge und Therapie sollen nun per Gesetz Fortschritte machen. Das Bundeskabinett will am Mittwoch die entsprechende Vorlage von Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) beschließen. Doch Kritiker bezweifeln den Erfolg.

Weit umfangreicher als bisher sollen die Bundesbürger künftig zur Früherkennung gedrängt werden, regelmäßig Einladungen zu Darm-und Gebärmutterhalskrebs-Untersuchungen ins Haus flattern.

Bereits heute bekommen 50- bis 69-jährige Frauen alle zwei Jahre Schreiben zur Brustkrebs-Früherkennung. Bahr hat als Ziel ausgegeben, «dass jeder rechtzeitig zu der für ihn sinnvollen kostenlosen Früherkennung eingeladen wird». Altersgrenzen und Einladungsrhythmus sind noch offen. Bei Darmkrebs kommen Menschen ab 50 infrage, bei Gebärmutterhalskrebs Frauen zwischen 20 und 65. Kostenpunkt für die Einladeaktionen: 23 bis 66 Millionen Euro.

Laut Referentenentwurf könnten sich nachhaltige Erfolge einstellen: «Durch eine rechtzeitige Entdeckung und Beseitigung von Darmkrebs-Vorstufen im Rahmen der Früherkennung ließen sich ein großer Teil der jährlich circa 65.000 Darmkrebsneuerkrankungen verhindern.»

Doch ist eine Früherkennungsuntersuchung immer von Nutzen? Der Test auf Blut im Stuhl sei nicht sehr valide, sagt Grünen-Gesundheitsexpertin Birgitt Bender. Wird Blut entdeckt, folgt in der Regel eine Darmspiegelung. «In 3 von 1.000 Fällen gibt es dabei schwere Komplikationen.» Mehr Studien zum Nutzen der einzelnen Vorsorgeschritte seien nötig.

Skeptiker sagen: Bei Früherkennung kann etwas entdeckt werden, was gar nicht so schlimm sein muss, aber Folgeuntersuchungen oder sogar einen Eingriff nach sich zieht. «Andererseits können Todesfälle verhindert werden», betont Bender. Fazit: Aufklärung beim Arzt sei das A und O. «Wenn man einlädt, dann zu einem Beratungsgespräch.»

Die größte strukturelle Veränderung, die die Regierung plant, ist die Einrichtung klinischer Krebsregister – und zwar flächendeckend. Von der Diagnose über die Behandlungsschritte bis zu Nachsorge und Rückfällen soll hunderttausendfach alles erfasst werden – um die Therapien zu überprüfen, Verbesserungen zu ermöglichen und die Qualität in weniger erfolgreichen Kliniken zu steigern. Bisher können Patienten nämlich keineswegs sicher sein, dass die gewählte Klinik wirklich optimale Ergebnisse erreicht.

Die AOK zeigt sich trotzdem enttäuscht. «Ich habe die Sorge, dass wir eine große Chance vergeben, wenn wir jetzt nicht konsequent handeln», sagt der geschäftsführende Verbandsvorstand Uwe Deh. Er fordert mehr übergreifende Daten. Warum gibt es kein nationales Krebsregister?

Wie so vieles ist auch dies Ländersache. Die Folge: Rund 50 Register gibt es heute. Es ist ein Flickenteppich. Eine einheitliche Erfassung durchzusetzen, wäre extrem aufwendig. Doch es gibt Zweifel an Erfolgen im Kampf gegen Krebs rein auf Basis der bestehenden Datensammlungen. Auch aus der SPD hört man Kritik.

Deh fordert, Patienten müssten stattdessen informiert werden: Welche Therapie ist für eine konkrete Krebsbehandlung die beste? Wo wird sie am professionellsten angeboten?

Streit gibt es auch noch: Die Krankenkassen wehren sich dagegen, den Betrieb der Register zu bezahlen. Unionsfraktionsvize Johannes Singhammer (CSU) fordert mehr Mitsprache der Länder bei der Förderung der Register: «Die Länder müssen stärker beteiligt werden.» Bis zur Verabschiedung im Bundestag dürfte es viele Diskussionen geben. An diesem Dienstag will sich Bahr an der Universitätsklinik Münster erst einmal ein Bild von der Praxis machen.

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Krebs: Regierung will Vorsorge und Dokumentation verbessern

Mittwoch, 22. August 2012

dpa

Berlin – Das Bundeskabinett hat am Mittwoch in Berlin den Entwurf eines Krebsfrüh­erkennungs- und -registergesetzes beschlossen. Es sieht vor, dass gesetzlich Kranken­versicherte – ähnlich wie beim Brustkrebs-Screening – künftig von einem bestimmten Alter an persönlich zu Früherkennungsuntersuchungen auf Darm- und Gebärmutter­halskrebs eingeladen werden. Außerdem sollen die Länder flächendeckend klinische Krebsregister einrichten. Deren Aufgabe ist es, möglichst vollzählig und einheitlich die Daten über das Auftreten, die Behandlung und den Verlauf von Krebserkrankungen in der ambulanten und stationären Versorgung zu erfassen und auszuwerten.

Mit dem Gesetzentwurf werden zentrale Empfehlungen des Nationalen Krebsplanes umgesetzt, den das Bundesministerium für Gesundheit im Juni 2008 gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft, der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren aufgelegt hat. Die Einzelheiten zur Umsetzung der erweiterten Früherkennungsuntersuchungen soll der Gemeinsame Bundesausschuss festlegen. Er hat dafür drei Jahre Zeit.

„Die Regierung sagt dem Krebs den Kampf an“, erklärte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) im Vorfeld des Kabinettsbeschlusses bei einem Besuch des Zentrums für Krebsmedizin am Universitätsklinikum Münster. Davon, dass bestimmte Alters- und Risikogruppen künftig gezielt zu Früherkennungsuntersuchungen eingeladen werden, verspricht sich der Minister, dass mehr Menschen in Deutschland das bestehende Vorsorgeangebot in Anspruch nehmen.

Denn obwohl die Krankenkassen beispielweise zur Früherkennung von Darmkrebs seit 2002 für Patienten ab dem 55. Lebensjahr Vorsorge-Koloskopien bezahlen, liegt die Teilnahmerate bei lediglich drei Prozent, wie Daten aus dem Zentrum für Krebsmedizin belegen. „Mit den Einladungen zur Vorsorge appellieren wir an die Eigenverantwortung der Versicherten“, sagte Bahr in Münster. Neben den Versicherten profitierten auch die Krankenkassen von der verbesserten Früherkennung. Denn vermiedene oder in frühem Stadium erkannte Krebserkrankungen sparten Behandlungskosten.
Daniel Bahr gestern in Münster dapd

Die geplante flächendeckende Errichtung klinischer Krebsregister schafft nach Ansicht von Bahr ein zentrales Instrument zur Qualitätssicherung und –verbesserung der onkologischen Versorgung. Erstmals ermöglichten einheitliche Dokumentations­standards, die gesammelten Daten bundesweit zu vergleichen. Die Registerdaten könnten beispielsweise Aufschluss darüber geben, welches Therapieverfahren den größten Erfolg verspricht.

Obwohl die Zielrichtung des Gesetzentwurfs – verbesserte Vorsorge und Dokumentation bei Krebserkrankungen – generell auf Zustimmung stößt, gab es auch Kritik. So bemängelt beispielsweise die gesundheitspolitische Sprecherin der Linken, Martina Bunge, dass es nicht gelungen sei, ein nationales Krebsregister einzurichten. Auch das Tempo der Umsetzung für die geplante kleine Lösung ist ihr zu langsam. „Das Register muss schneller stehen als 2018“, erklärte sie.

Die Krankenkassen kritisieren, dass sie allein die Finanzierung der klinischen Krebsregister übernehmen sollen. „Während der Nationale Krebsplan noch von einer geteilten Verantwortung von Bund, Ländern und Selbstverwaltung spricht, findet sich davon in dem jetzt diskutierten Entwurf nur noch wenig“, sagte die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands Doris Pfeiffer. Der Gesetzentwurf ............... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51363

Tanja

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Deutsche fühlen sich gesund
« Antwort #9 am: 07. September 2012, 00:53 »


Deutsche fühlen sich gesund

Donnerstag, 6. September 2012

Berlin – Das Robert Koch-Institut (RKI) stellt neue Daten für Gesundheit und Lebens­situation für wissenschaftliche Zwecke und zur allgemeinen Information zur Verfügung. Danach schätzen rund drei Viertel aller Männer und zwei Drittel der Frauen ihre Gesundheit als „sehr gut“ oder „gut“ ein. Allerdings nimmt Asthma bei Frauen und Männern zu, und ein Drittel der Männer und ein Fünftel der Frauen trinkt zu viel Alkohol.

Dies sind einige Ergebnisse der neuen Telefonbefragung GEDA (Gesundheit in Deutschland aktuell) des RKI mit 22.050 Teilnehmern aus allen Regionen. Die Daten geben ein Bild des Gesundheitszustands, der Einflussfaktoren auf die Gesundheit sowie der Inanspruchnahme von Leistungen des Gesundheitssystems. Durch den Vergleich mit den Ergebnissen früherer Gesundheitsbefragungen 2003 und 2009 lassen sich Trends einschätzen. Die Daten ermöglichen auch den Vergleich zwischen Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Regionen, in denen jeweils einige kleinere Länder zusammengefasst ........ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51554

Werner

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„Prävention muss raus aus den Sonntagsreden und rein in die Köpfe"

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52763


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Weltgesundheitsbericht: Menschen leben länger, aber kränker

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52757


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Volkskrankheiten eindämmen - Millionen für Prävention

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=39497
« Letzte Änderung: 14. Dezember 2012, 22:32 von Werner »

Gitti

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D - Volkskrankheiten per Gesetz zurückdrängen
« Antwort #11 am: 21. März 2013, 23:29 »




 21.03.2013
   
Gesundheitspolitik   
   
   
Volkskrankheiten per Gesetz zurückdrängen

Die Bundesregierung will Volkskrankheiten und ungesunde Lebensweisen mit Hilfe der Krankenkassen und Ärzte zurückdrängen. Der Entwurf eines entsprechenden Gesetzes für mehr Prävention passierte am Mittwoch laut Regierungskreisen das Bundeskabinett in Berlin.

Die Krankenkassen sollen zu gezielten Programmen verpflichtet werden. Die Ärzte sollen Versicherte auch auf Risiken im Verhalten untersuchen. Arbeitnehmer und Betriebe sollen von den Kassen Boni bekommen, wenn Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz klappt.

Die Koalition will die Kassen auf konkrete Ziele verpflichten. Das sind das Zurückdrängen von Diabetes mellitus Typ 2, Depressionen und Tabakkonsum, das Senken der Brustkrebs-Sterblichkeit sowie die Gesundheitsförderung allgemein, speziell bei Kindern und Älteren. Die Kassen sollen ihre Mindestausgaben dafür von drei auf sechs Euro pro Versicherten verdoppeln - Mehrausgaben: bis zu 180 Millionen Euro pro Jahr.

Ob der Entwurf Gesetz wird, ist unklar. Im Bundesrat braucht er auch Unterstützung von SPD und Grünen. Beide wollen es stark ändern. Turnen auf Rezept reiche nicht, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) der "Rheinischen Post" (Mittwoch). NRW-Fachministerin Barbara Steffens (Grüne) betonte, Prävention dürfe nicht nur von den Krankenkassen finanziert werden.

Tanja

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Di.26.8.14, Deutschland: Wem nützt Krebsvorsorge?
« Antwort #12 am: 22. August 2014, 23:06 »




+ Wem nützt Krebsvorsorge?

Dienstag, 26. August 2014: 21.00 - 21.45 Uhr, Quarks & Co, WDR Fernsehen

WebTV: Die Sendung ist online als Stream abrufbar

Krebs kann jeden treffen, je älter man wird, desto wahrscheinlicher,
dass man diese Krankheit bekommt. Das klingt bedrohlich, aber es gibt
Früherkennungsprogramme, die Krebs früh aufspüren sollen - am besten
noch, bevor er entsteht. "Quarks & Co" fragt, ob das überhaupt sinnvoll
ist.

http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/fernsehen/14/08/26_2100_w.php5

hilde

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Wem nützt Krebsvorsorge?
« Antwort #13 am: 26. August 2014, 22:00 »




Zur Erinnerung!