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christina62

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News
« am: 16. Mai 2007, 21:08 »

Neue Biomarker für die Krebstherapie

FREIBURG. Wichtige Aussagen über den Erfolg oder Misserfolg neuer Krebstherapien können die so genannten Biomarker liefern. Dies sind körpereigene Stoffe, deren Menge im Blut sich während einer Tumorerkrankung verändert. Die Bestimmung der Biomarker im Blut von Patienten kann daher in Zukunft eine einfache und wenig belastende Methode zur Einschätzung des Therapieverlaufs sein. Im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes wird die ProQinase, eine Geschäftseinheit der KTB Tumorforschungsgesellschaft mbH der Klinik für Tumorbiologie Freiburg, die Identifizierung von neuen potentiellen Biomarkern vorantreiben.

Seit Januar diesen Jahres ist die ProQinase Mitglied im “European Consortium for Angiogenesis Research”, das von der EU mit rund 6 Millionen Euro gefördert wird. Ziel des integrierten Forschungsprojektes ist die Erforschung der Mechanismen, die die Blutgefäßneubildung (Angiogenese) bei Tumorerkrankungen steuern sowie die Entwicklung neuer Therapieansätze.
Insgesamt sind 14 Partner aus neun Ländern an dem Forschungsverbund beteiligt, der von der Universität Bergen, Norwegen, koordiniert wird.

Die ProQinase verfügt über eine umfassende Technologieplattform für die Entwicklung von Proteinkinase-Inhibitoren sowie für die Entwicklung und Durchführung von Biomarker-Tests. Das Unternehmen gehört inzwischen zu den weltweit größten Anbietern von Proteinkinasen und den damit verbundenen Dienstleistungen. Im Rahmen des EU-Projektes werden diese Ressourcen unter Leitung von Dr. Michael Kubbutat (Leiter Forschung und Entwicklung,
ProQinase) vor allem zur Erforschung von neuen potentiellen Biomarkern eingesetzt.

“Der Identifizierung und Entwicklung von Biomarkern kommt für die Überprüfung und Anwendung neuer Therapien bei Tumorerkrankungen eine wachsende Bedeutung zu. Biomarker erlauben zum einen die Überprüfung des Wirkmechanismus und des Therapieerfolges am behandelten Patienten und können weiterhin helfen, für die verschiedenen Tumorpatienten die jeweils beste Therapieform zu wählen,” erklärt Kubbutat. “ProQinase bietet bereits verschiedene Biomarker-Tests zur Durchführung im Rahmen von klinischen Studien an, doch fehlen für die meisten der neu entwickelten Therapieansätze geeignete Biomarker. Mit Hilfe der EU-Fördermittel kann die ProQinase ihre Anstrengungen deutlich verstärken, in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern aus Hochschulen und Industrie neue Biomarker zu entwickeln.”

Jeder Tag ist ein kleines Leben.



Betreue die Unterforen Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterhalskrebs

Dietmar E.

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News vom Röntgenkongress
« Antwort #1 am: 17. Mai 2007, 20:56 »



Neue Bildgebungsverfahren machen Krankheiten sichtbar, bevor sie ausbrechen


Viele Erkrankungen werden erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt – häufig zu spät, um eine erfolgreiche Therapie einzuleiten. Gerade bei Krebs ist eine frühzeitige Diagnose lebenswichtig. Es gilt, der Krankheit so wenig Vorsprung wie möglich zu lassen, um sie noch rechtzeitig abfangen zu können. Während herkömmliche bildgebende Verfahren den Krebs erst erkennen, wenn bereits ein Tumor entstanden ist, lassen sich mithilfe molekularer Bildgebung schon die Vorboten der Krankheit aufspüren. Nicht nur für die Tumordiagnostik, auch für die Früherkennung von Alzheimer und Herz-Kreislauf-Erkrankungen birgt diese Technologie enormes Potenzial. Die aussichtsreichsten Verfahren diskutieren führende Wissenschaftler derzeit auf dem 88. Deutschen Röntgenkongress in Berlin.

Lange bevor Symptome auftreten, verrät sich eine Krankheit auf zellulärer Ebene – z.B. durch einen gesteigerten Stoffwechsel (Krebs) oder die Verklumpung bestimmter Proteine (Alzheimer). Derartige – im Körper schlummernde – Vorboten können durch maßgeschneiderte Signalstoffe sichtbar gemacht werden. Wie ein Spürhund sind solche Substanzen auf bestimmte Zelldefekte „abgerichtet“ und sammeln sich dort an, wo diese auftreten. Mithilfe verschiedener bildgebender Verfahren wird anschließend die Verteilung des Signalstoffes im Körper dargestellt. Dem Radiologen bietet sich eine minutiöse Momentaufnahme der Krankheit in ihrem frühesten Stadium.

„Die molekulare Bildgebung ist ein außerordentlich forschungsintensiver Bereich der Radiologie. Voraussichtlich wird Sie der Diagnostik einen deutlichen Schub verleihen und die Früherkennung bestimmter Krankheiten entscheidend verbessern“, erklärt Prof. Christoph Bremer vom Institut für Klinische Radiologie des Universitätsklinikums Münster. Mittlerweile sind molekulare Bildgebungsverfahren längst mehr als eine wissenschaftliche Vision. So hat die Positronen-Emissions-Tomographie (PET), die Krebszellen an ihrem gesteigerten Stoffwechsel erkennt, bereits Einzug in den klinischen Alltag gehalten. Andere vielversprechende Methoden werden momentan intensiv erforscht. Derzeit entwickelt Prof. Bremer mit seinem Team optische Kontrastmittel, die Krebszellen unter der Einstrahlung von Nahinfrarot-Licht sichtbar machen. Vor allem für die Brustkrebsdiagnostik birgt dieses Verfahren ungeheures Potenzial. Ein wesentlicher Vorteil der so genannten optischen Mammographie ist, dass sie ohne Röntgenstrahlung auskommt.

Nicht nur für die Früherkennung eröffnet die molekulare Bildgebung neue Dimensionen. Sie ermöglicht zudem eine präzisere Einschätzung des Krankheitsverlaufes und eine individuelle Anpassung der Therapie. „Eine frühzeitige Diagnose bedeutet immer eine effektivere und effizientere Therapie. Für viele Krebspatienten erhöhen sich damit auch die Heilungschancen“, so Prof. Bremer.

Wenn Sie Fragen haben oder zusätzliche Informationen benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Silke Stark
s.stark@ipse.de

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Josef

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Allergiker haben weiniger Krebs
« Antwort #2 am: 18. Mai 2007, 21:06 »

Die Pollen fliegen. Da kommt diese Nachricht gerade richtig, denn wenigstens weniger häufig Krebs bekommen
leidgeplagte Allergiker.


   Allergiker weisen ein geringeres Krebsrisiko auf

   Krebsforscher setzen Antikörper-Wirksamkeit gegen Tumore ein

   Nachdem in Studien nachgewiesen wurde, dass
   Allergiker seltener an bestimmten Krebsarten erkranken, wollen sich
   Krebsforscher dieses Phänomen nun zunutze machen. Verantwortlich für die
   überraschende Korrelation ist eine Klasse von Antikörpern, das
   Immunglobulin E (IgE), das bei Allergikern maßgeblich für das Auslösen
   der Immun-Überreaktionen verantwortlich ist und zumindest teilweise gegen
   bestimmte Krebsarten immunisiert. In Laborversuchen ist es nun gelungen,
   hochwirksame IgE-Antikörper mit einer direkten Wirksamkeit gegen Tumore
   zu versehen und die dauerhafte Eigenproduktion des IgE zu gewährleisten.

   "Tatsächlich richtet sich das IgE, das im Laufe einer Allergie gebildet
   wird, nicht gegen einen Krebstumor, sondern gegen den allergieauslösenden
   Stoff wie zum Beispiel Pollen", erläutert Studienleiterin Erika
   Jensen-Jarolim, Leiterin des Instituts für Pathophysiologie der
   Medizinischen Universität Wien, auf Nachfrage von pressetext. "Dass IgE
   trotzdem auch gegen Tumore wirkt, ist eher ein erfreulicher Nebeneffekt
   der hohen Wirksamkeit dieser Klasse von Antikörpern. Unser Ziel war es
   nun, diese für Allergien typische Klasse von Antikörpern mit einer
   direkten Wirksamkeit gegen Tumore zu versehen. Gleichzeitig sollte der
   Körper mittels aktiver Immunisierung zu einer dauerhaften Produktion des
   IgE angeregt werden."

   Letzteres - eine aktive Immunisierung gegen bestimmte Tumore - ist dem
   Forscherteam um Jensen-Jarolim vor einiger Zeit zwar bei Modellversuchen
   mit Mäusen gelungen. Dabei handelte es sich aufgrund der gewählten
   Immunisierungsart allerdings ausschließlich um Antikörper der IgG-Klasse,
   die eine deutlich geringere und kürzere Wirkung gegen Tumore zeigen als
   IgE-Antikörper. Zum Erfolg führten schließlich Erkenntnisse, die während
   eines früheren Forschungsprojekts zum Thema Nahrungsmittel-Allergien
   gewonnen werden konnten.

   So fanden die Forscher heraus, dass Nahrungsmittel-Peptide IgE-abhängige
   Immunreaktionen hervorrufen können, wenn sie den sauren Bedingungen im
   Magen widerstehen. Beim aktuellen Versuch mit Labormäusen wurde daher die
   Ansäuerung im Magen reduziert, damit das verabreichte Tumor-ähnliche
   Peptid nicht verdaut wird. Tatsächlich trat in weiterer Folge
   eine Art allergische Reaktion gegen das Peptid auf. Die Mäuse begannen
   somit mit der Produktion von tumorspezifischen IgE-Antikörpern. "Damit
   gelang weltweit die erste aktive IgE-stimulierende Tumorimpfung", freut
   sich Jensen-Jarolim.

   

Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Josef

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WARNUNG: Krebs und Harnsäurewerte - Innsbruck
« Antwort #3 am: 01. November 2007, 15:14 »
Also da geht es nicht mehr um Prozentpunkte - das Ergebnis ist gravierend!

Somit empfehle ich jeder Person, lass bei der Vorsorge bereits immer den Harnsäurewert bestimmen.
Ist er zu hoch: wiederholen lassen, denn .......


Harnsäure als Risikofaktor für Krebs?


18.10.2007 - Erhöhte Harnsäurewerte wurden aufgrund vermuteter, antioxidativer Eigenschaften lange Zeit mit einem schützenden Effekt für Krebserkrankungen in Zusammenhang gebracht. Ein Forschungsteam um Dr. Alexander M. Strasak und Prof. Hanno Ulmer vom Department für Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheitsökonomie konnte nun jedoch Gegenteiliges zeigen.
Bild: Harnsäure als Risikofaktor für Krebs?

Die Innsbrucker Wissenschaftler fanden in mehreren Studien für Männer und Frauen mit höheren Harnsäurewerten ein deutlich erhöhtes Krebsmortalitätsrisiko. In einer im September in der renommierten Zeitschrift Annals of Oncology veröffentlichten epidemiologischen Untersuchung präsentierten die Forscher Auswertungen aus Daten von über 28.000 österreichischen Frauen. Für Probandinnen mit Harnsäurewerten über 5.71 mg/dl zeigte sich dabei ein um fast 30 Prozent höheres Risiko an Krebsereignissen zu versterben, im Vergleich zu Frauen in der Referenzgruppe mit Harnsäurewerten unter 3.70 mg/dl. Eine im Frühjahr von der gleichen Forschergruppe in der Zeitschrift Cancer Causes & Control veröffentlichte Studie zeigte für eine Gruppe von über 80.000 österreichischen Männern ein ähnliches Ergebnis. Männer mit Harnsäurewerten über 6.71 mg/dl hatten sogar ein um mehr als 40 Prozent höheres Risiko im Vergleich zu Männern in der Referenzgruppe mit Harnsäurewerten unter 4.60 mg/dl. „Obwohl auf Basis der Untersuchungen noch keine sicheren Rückschlüsse auf die Kausalität des Zusammenhangs möglich sind, könnten erhöhte Harnsäurewerte als wertvolle Ersatzparameter fungieren“, so die Studienautoren. „Die Harnsäurewerte könnten auf einen Lebensstil aufmerksam machen, der mit einem deutlich höheren Krebsrisiko verbunden ist.“
(cf)
Links:

    * Serum uric acid and risk of cancer mortality in a large prospective male cohort. Strasak AM, Rapp K, Hilbe W, Oberaigner W, Ruttmann E, Concin H, Diem G, Pfeiffer KP, Ulmer H & the VHM&PP study group. Cancer Causes & Control 2007; 18:1021-1029.
    * The role of serum uric acid as an antioxidant protecting against cancer: prospective study in more than 28000 older Austrian women. Strasak AM, Rapp K, Hilbe W, Oberaigner W, Ruttmann E, Concin H, Diem G, Pfeiffer KP, Ulmer H & the VHM&PP study group. Annals of Oncology 2007 Sept 4 [epub ahead of print].
    * Department für Medizinische Statistik, Informatik und Gesundheitsökonomie
    * myPoint: Statistik in der Medizin: Ein notwendiges Übel? [3.4.2007]

http://www.i-med.ac.at/mypoint/news/2007101801.xml


Und weil es "zusammen gehört":

Heute strahlend sonnig         
   DO | 01.11.2007

   Frauenklinik Innsbruck    30.10.2007

         Krebsbehandlung nach höchsten Standards

Die Innsbrucker Frauenklinik hat sich einem strengen europäischen Prüfverfahren als Krebszentrum
unterzogen. Darin werde bestätigt, dass die Krebsbehandlung an der Innsbrucker Frauenklinik
nach höchsten internationalen Standards erfolge.            
            
            Die Qualitätsauszeichnung wurde bisher nur an 16 Kliniken in ganz Europa verliehen.



« Letzte Änderung: 01. November 2007, 15:19 von Josef »
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Carola-Elke

Werner

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Krebsfälle steigen - Krebstote steigen!
« Antwort #4 am: 13. November 2007, 00:02 »
1,7 Millionen Tote im vergangenen Jahr

 
   Oxford (APA/dpa) - Die Zahl der Krebstoten in Europa steigt vor

allem, weil die Menschen immer älter werden. 2006 gab es 3,2

Millionen Krebsfälle, 2004 waren es noch 2,9 Millionen, schätzen

Forscher um Peter Boyle vom internationalen Krebsforschungszentrums

(IARC) in Lyon (Frankreich). Ihre Studie ist in den "Annals of

Oncology" nachzulesen. Demnach hat Krebs im Jahr 2006 insgesamt 1,7

Millionen Europäer getötet.

   Die Wissenschafter sammelten Daten aus 39 europäischen Ländern,

darunter die zum damaligen Zeitpunkt 25 EU-Staaten. In einigen Fällen

- zum Beispiel Albanien - mussten sie mit Annahmen auskommen. Trotz

Vorsorgeuntersuchungen und besserer Behandlungsmethoden sei die Zahl

der Krebsfälle in Europa stetig gestiegen. Die häufigste Krebsform

war 2006 Brustkrebs - er machte 13,5 Prozent aller Fälle aus. Es

folgen Darmkrebs (12,9 Prozent) und Lungenkrebs (12,1 Prozent).

   Die zunehmende Zahl der Krebsfälle insgesamt sei vor allem auf die

höhere Lebenserwartung zurückzuführen. Bis zum Jahr 2015 werde die

Zahl der Menschen in der beobachteten Region konstant bleiben, die

Zahl der Todesfälle durch Krebs aber weiter steigen, sagen die

Forscher voraus.

   Die meisten Todesfälle verursachte Lungenkrebs. 2006 starben

allein daran 334.800 Menschen - das sind fast 20 Prozent aller

tödlichen Krebsfälle. Weitere 12 Prozent starben an Darmkrebs,

gefolgt von Brustkrebs (7,7 Prozent) und Magenkrebs (6,9 Prozent).

   Die häufigste Krebsart beim Mann war Prostatakrebs (345 900 Fälle

oder 20,3 Prozent der Krebsfälle beim Mann). Die häufigste Krebsart

bei Frauen war Brustkrebs - davon betroffen waren 429.900

Patientinnen. Das sind 28,9 Prozent aller Krebsfälle bei Frauen. Die

Zunahme von Brustkrebs führen Peter Boyle und seine Kollegen zum Teil

auf verbesserte Vorsorgeuntersuchungen zurück. Dadurch seien mehr

Fälle früher erfasst worden. Angesichts der vielen Todesfälle durch

Lungenkrebs fordern die Wissenschafter vor allem einen verstärkten

Kampf gegen das Rauchen. Besonders anfällig für Lungenkrebs seien

Männer in Zentral- und Osteuropa sowie Frauen in nördlichen Ländern.

 


Werner

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Krebstherapien - neuester Stand ......
« Antwort #5 am: 27. Juni 2010, 11:43 »
Asco-Kongress: Kostspieliger Gewinn an Lebenszeit, 07.06.10

"Durchbrüche sind in der Krebsbehandlung nur selten. Die wenigen Studien, in denen auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (Asco) in Chicago eine Verbesserung der Prognose der Patienten beschrieben wurde, beschränkte sich der Lebenszeitgewinn auf wenige Monate – teilweise mit erheblichen Mehrkosten.

Die US-Medien heben eine Phase-III-Studie des Herstellers Roche zu dem Angiogenese-Hemmer Bevacizumab hervor. Dieses universelle Krebsmedikament ist bereits zur Behandlung von Malignomen in Darm, Brustdrüse, Lunge, Niere und (in den USA) im Gehirn zugelassen..."

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41490/Asco-Kongress_Kostspieliger_Gewinn_an_Lebenszeit.htm



Klinische Studien zu Prostata- und Magenkrebs sowie zum Non-Hodgkin-Lymphom hatten jedoch jüngst die Erwartungen enttäuscht. Jetzt deutet sich als weitere Indikation das fortgeschrittene Ovarialkarzinom an.

Die Studie GOG 0218 hatte 1.873 Frauen mit nicht vorbehandeltem Ovarialkarzinom nach der Operation auf Placebo oder eine Chemotherapie plus Bevacizumab randomisiert, wobei die Therapie mit dem kostspieligen Bevacizumab bei einem Teil der Patientinnen auf Dauer fortgesetzt wurden.

Unter dieser Erhaltungstherapie mit Bevacizumab lebten die Patientinnen noch 14,1 Monate gegenüber 10,3 Monate unter alleiniger Chemotherapie. Der Überlebensgewinn schlägt nach ersten Berechnungen mit mehr als 70.000 US-Dollar zu Buche.

Für Studienleiter Robert Burger vom Fox Chase Cancer Center in Philadelphia ist die Dauertherapie mit Bevacizumab dennoch eine Option. Bei einer Lebenszeitverlängerung stimmen in der Regel auch die Zulassungsbehörden einer Erweiterung der Indikation zu. Man darf auf die Stellungnahmen der Kostenträger gespannt sein (Abstract LBA1).

Beim Darmkrebs bleibt ein neuer Kostenschub erspart. Hier ist derzeit der monoklonale Antikörper Cetuximab eine teure Option für Patienten mit metastasiertem Kolorektalkarzinom. In einer Phase-III-Studie im Stadium III der Erkrankung an Patienten mit normaler Aktivität des KRAS-Gens konnte Cetuximab die Ergebnisse gegenüber einem FOLFO6-Regime nicht verbessern (Abstract CRA3507).

Therapeutische Fortschritte gibt es dagegen beim lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinom. Eine Standardtherapie ist hier derzeit die Androgen-Deprivationstherapie, die nach Ansicht von Padraig Warde vom Princess Margaret Hospital in Toronto künftig mit einer Bestrahlung kombiniert werden sollte.

Die Radiotherapie verbesserte in einer Phase III-Studie mit 1.205 Patienten die Überlebenszeit um 6 Monate. Die 7-Jahresüberlebensrate stieg von 66 auf 74 Prozent. Dieser Gewinn wurde nach Auskunft der Autoren nicht mit einem Anstieg der gastointestinalen Toxizität erkauft: Die Proktitis-Rate stieg von 1,3 auf 1,8 Prozent (Abstract CRA4504).

Beim Mammakarzinom macht derzeit ein Gift aus dem marinen Schwamm Halichondria okadai von sich reden. Als Eribulin ist es ein wirksames Zytostatikum, das in der EMBRACE-Studie an 762 Patientinnen mit lokal rezidiviertem oder metastasiertem Mammakarzinom die Überlebenszeit von 10,7 auf 13,1 Monate verlängerte.

Es sei das erste Mal, dass ein Wirkstoff in dieser Gruppe der mehrfach vorbehandelten Patientinnen noch eine derartige Wirkung erzielt, berichtet die Gruppe um Christopher vom St. James’s Institute of Oncology in Leeds.

Der Preis für die Patientinnen besteht in einer häufigen Asthenie oder Fatigue (54 Prozent), Neutropenie (52 Prozent), Haarverlust (45 Prozent) und eine peripheren Neuropathie (37 Prozent). Der Preis für die Kostenträger ist noch nicht bekannt. Der Hersteller hat aber einen Zulassungsantrag in den USA, Japan und Europa gestellt (Abstract CRA 1004).

Beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) lassen sich die Ergebnisse durch eine Kombination von Paclitaxel und Carboplatin verbessern. Eine Phase-III-Studie zeigt, dass die Therapie auch bei 70- bis 89-Jährigen möglich ist. Die Überlebenszeit stieg von 6,2 auf 10,4 Monate, wie Elisabeth Quoix von der Universität Straßburg und Mitarbeiter berichten (Abstract 2).

Für die schätzungsweise 5 Prozent aller NSCLC-Patienten mit einer Veränderung im ALK-Gen könnte sich künftig auch eine Therapie mit dem ALK Inhibitor Crizotinib anbieten. In einer erweiterten Phase-I-Studie kam es bei 87 Prozent aller Patienten zu einer Verkleinerung des Tumors, wie Yung-Jue Bang und Mitarbeiter von der Universität Seoul berichtet. Der Hersteller hat bereits eine Phase-III-Studie begonnen (Abstract 3).

Der Versuch, Patienten, die ein NSCLC überlebt haben, durch die regelmäßige Gabe von Selen vor einem erneuten Lungenkrebs zu schützen, ist in einer Phase-III-Studie an 1522 Patienten gescheitert, wie Daniel Karp Daniel Karp, vom M.D. Anderson Cancer Center in Houston eingestehen musste (Abstract 7004).

Einen neuen Ansatz in der Krebstherapie verfolgt der monoklonale Antikörper Ipilimumab. Er bindet an einem Rezeptor auf T-Zellen, was die körpereigene Krebsabwehr verstärkt. In einer Phase-III-Studie an 676 Patienten wurde Ipilimumab mit nicht resektablem malignen Melanom getestet.

Bei den Patienten war eine frühere Therapie mit Interleukin 2 oder Dacarbazin gescheitert. Die Patienten wurden mit Ipilimumab, der Krebsvakzine gp100 oder einer Kombination beider Therapien behandelt. Unter Ipilimumab lebten die Patienten im Durchschnitt 10,1 Monate, nach der Behandlung mit gp100 nur 6,4 Monate. Die Kombination verbesserte die Erbnisse von Ipilimumab nicht, wie die Gruppe um Steven O’Day von einem Forschungsinstitut in Los Angeles berichten.

Die Verträglichkeit von Ipilimumab wird als gut beschrieben: 10 bis 14 Prozent entwickelten allerdings schwere Nebenwirkungen wie einen Hautausschlag oder eine Colitis (Abstract 4). © rme/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/41490/Asco-Kongress_Kostspieliger_Gewinn_an_Lebenszeit.htm


zum Thema

    * Abstract LBA1
    * Pressemitteilung des Fox Chase Cancer Center
    * Pressemitteilung des Herstellers
    * Abstract CRA3507
    * Abstract CRA4504
    * Pressemitteilung der Asco zu Krebs an Darm und Geschlechtsorgane
    * Abstract CRA 1004
    * Pressemitteilung des Herstellers
    * Pressemitteilung der Asco zum Mammakarzinom
    * Abstract 2
    * Abstract 3
    * Abstract 4
    * PDF der Studie
    * Abstract 7004
    * Pressemitteilung der Asco zum NSCLC
    * Abstract 4
    * Pressemitteilung des Herstellers
    * http://www.asco.org/ASCOv2/Press+Center/Latest+News+Releases/Meetings+News/Studies+Report+Advances+in+Novel
« Letzte Änderung: 27. Juni 2010, 11:59 von Werner »

Gitti

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Kampf gegen Krebs
« Antwort #6 am: 04. Oktober 2012, 01:48 »


Kampf gegen Krebs

02.10.2012 00:00 Uhrvon Adelheid Müller-Lissner

In guten Händen. Spezialisierte Tumorzentren, etwa für Brustkrebs, sind oft die beste Wahl für Patienten.

Die Behandlung der Volkskrankheit könnte oft besser sein. Der Nationale Krebsplan soll dazu beitragen - nun liegt er dem Bundestag zum Beschluss vor.

Krebs wird von vielen als die größte gesundheitliche Bedrohung wahrgenommen – auch wenn die Mehrheit der Erkrankten heute geheilt werden kann. Krebs steht aber auch für hohe und stets steigende Kosten in den Gesundheitssystemen der reichen Länder. 124 Milliarden Euro sind es jedes Jahr in Europa, wenn man die medizinischen Kosten und den Produktivitätsausfall zusammenrechnet. Diese Zahl wurde kürzlich anlässlich des Kongresses der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Wien bekannt gegeben. In Deutschland, so war dort zu hören, sind die Kosten mit 165 Euro pro Bürger und Jahr am höchsten.

Das heißt nicht, dass auch die medizinische Versorgung hier durchgängig höchsten Standards genügt.

Vor allem wenn Patienten nicht in Tumorzentren behandelt würden, sei die Therapie oft nicht gut genug und folge nicht durchgängig den Leitlinien der Fachgesellschaften, kritisiert die Deutsche Krebsgesellschaft schon seit Jahren.

............ http://www.tagesspiegel.de/wissen/medizin-kampf-gegen-krebs/7204422.html

Richi

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Neue Konzepte für die Versorgung von Krebspatienten gefordert
« Antwort #7 am: 14. Februar 2014, 01:35 »




Neue Konzepte für die Versorgung von Krebspatienten gefordert

Mittwoch, 5. Februar 2014

Köln – Damit Innovationen in der Krebstherapie die Patienten erreichen und eine optimale Versorgung zu vertretbaren Kosten gewährleistet ist, müssen neue Konzepte und Strukturen entwickelt werden: für die wissenschaftliche Evaluation von neu zugelassenen Medikamenten und für die Behandlung und Nachsorge von Krebskranken in Regionen, in denen es zum Beispiel eine geringere Dichte qualifizierter Behandlungszentren gibt.

Das fordert Michael Hallek, Hämatologe und Onkologe an der Universitätsklinik Köln, im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt. „Wir haben einen rasanten Erkenntnisgewinn in der Onkologie, der häufig verbunden ist mit der Befürchtung, Veränderungen in der Diagnostik und Therapie seien kaum noch zu finanzieren“, sagte Hallek. Diese Ein­stellung gelte es zu überwinden, sie sei innovationsfeindlich.

................. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57502

Richi

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Spezial-Augengläser zeigen Krebszellen besser
« Antwort #8 am: 14. Februar 2014, 22:43 »

Spezial-Augengläser zeigen Krebszellen besser

Mediziner hoffen, dass Nachfolgeoperationen bald erspart bleiben

Neue Gläser im OP-Saal: Krebsgewebe noch besser entfernen

Saint Louis (pte003/14.02.2014/06:10) - Ein Team von Forschern der Washington University School of Medicine http://medschool.wustl.edu hat Hightech-Augengläser entwickelt, mit deren Hilfe die Ärzte Krebszellen visualisieren können. Die Gläser sind neben modernster Videotechnologie mit Molekularagenten ausgestattet. Diese binden sich zielgerichtet an Krebszellen, welche dann hinter den Gläsern blau zu schimmern beginnen.

Erste Operation erfolgreich

Die innovativen Gläser sollen Ärzten vor allem bei Tumoroperationen helfen. Denn bislang ist es sehr schwierig, zwischen gesunden und Krebszellen zu unterscheiden. Auf diese Weise wird es möglich, dass in Zukunft keine Krebszellen mehr bei Operationen übersehen werden. Die Gläser wurden nun erstmals in dieser Woche während einer Operation im Barnes-Jewish Hospital http://barnesjewish.org verwendet.

Laut der verantwortlichen Ärztin Julie Margenreiter von der Washington University, die die Operation durchgeführt hat müssen 20 bis 25 Prozent aller Brustkrebspatienten mit Lymphknoten ein zweites Mal operiert werden, da mit der derzeitigen Technologie die Ausbreitung der Krankheit nicht adäquat festgestellt werden kann.

Frühes Technologiestadium

Die größte Hoffnung der Mediziner ist, dass durch die neue Technologie bald keine zweite Operation mehr notwendig ist."Wir sind in einem frühen Stadium dieser Technologie und weitere Entwicklungen und Tests stehen noch bevor. Aber schon allein die Vorstellung, dass es durch diese Gläser bald keine Nachfolgeoperationen mit den damit verbundenen Schmerzen, Unannehmlichkeiten und Ängsten mehr gibt, ist eine gute Aussicht", meint Chirurgin Margenreiter abschließend.

(Ende)
Aussender:    pressetext.redaktion

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MINI MED Vereinspräsident Univ.-Prof. Dr. Dieter zur Nedden im Gespräch mit
Univ.-Prof. Dr. Günther Gastl
über die Möglichkeiten der neuesten Krebstherapien. Univ.-Prof. Dr. Günther Gastl ist Direktor der Innsbrucker Universitätsklinik für Innere Medizin V mit Schwerpunkt Hämatologie und Onkologie. Aufgezeichnet beim MINI MED Studium in Innsbruck am 8. April 2014.

"Gezielte Therapie beim Lungenkarzinom; Langzeitremissionen bei Lymphdrüsenkrebs mit neuen Immuntherapien; Tabletten für seltenen Formen von Magenkarzinomen erlauben eine fast normale Lebenserwartung; Senkung der Mortalität des Brustkrebses durch Früherkennung" sind wesentliche Schlagzeilen, die in den letzten Jahren innovative Entwicklungen in der Krebstherapie auszeigten. Die aktuellsten Entwicklungen dazu werden Anfang April in Innsbruck beim österreichische Kongress der hämatologischen und onkologischen Fachgesellschaft vorgestellt. Die Erfolge der Krebsforschung sind trotz aller Rückschläge beachtlich: Heute lassen sich mit innovativen Therapieoptionen wie einer personalisierten Medizin 50 % aller Krebsfälle therapieren, und in vielen Fällen ist eine Heilung möglich! Die Behandlungserfolge sind dabei umso größer, je früher der Krebs erkannt und behandelt wird. Verbesserungen in der Medizintechnik mit einer modernen apparativen Diagnostik und eine genauere Typisierung von Krebsarten durch neue Biomarker tragen zum weiteren Fortschritt bei. Was gibt es Neues? Welche Meilensteine hat die Krebsforschung in letzter Zeit erreicht? Stehen wir kurz vor dem Durchbruch in der Krebstherapie?


V I D E O : https://www.youtube.com/watch?v=MRI37Z-V_N4#t=26

Richi

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Graz-Wien: Biomarker für Krebs und Diabetes
« Antwort #10 am: 24. Januar 2015, 16:19 »




Biomarker für Krebs und Diabetes

Medizin. An einem gerade gestarteten K1-Kompetenzzentrum in Graz entwickeln Wissenschaftler Technologien, um Krankheiten besser diagnostizieren und behandeln zu können.

23.01.2015 | 18:34 |  von Petra Paumkirchner  (Die Presse)

Mit herkömmlichen medizinischen Methoden sowohl in der Diagnostik als auch in der Therapie stößt man immer öfter an die Grenzen des Machbaren. Nicht jeder Patient mit einer bestimmten Erkrankung spricht auf die gleiche Therapieform an. Zu mannigfaltig sind die Ursachen für die Krankheitsbilder.

Biomarker sind die Zukunft in der Medizin. Diese biologisch messbaren Parameter biologischer Prozesse wie Enzyme, Hormone oder Gene sind Indikatoren für Krankheiten. Sie versprechen einen individuell auf den Patienten angepassten Zugang und sind Ausgangspunkt für eine personalisierte Behandlungsmethode. Doch nicht nur das. Sind spezielle Biomarker für eine Krankheit wie eine bestimmte Krebsform erst einmal identifiziert, lässt sich damit eine Erkrankung viel früher als durch klinische Symptome erkennen. Ärzte können schneller eingreifen.

Um die Forschung auf diesem Gebiet voranzutreiben, wurde nun ein neues K1-Kompetenzzentrum für Biomarkerforschung in der Medizin mit Standort in Graz eröffnet. Ziel von CBmed ist es, neue Biomarker-Typen zu erforschen. Die Erkenntnisse sollen gemeinsam mit nationalen und internationalen Unternehmen aus der technischen und der pharmazeutischen Industrie in praktische Anwendungen für den klinischen Bereich umgesetzt werden. Ungefähr 30 Industriepartner und 20 wissenschaftliche Partner sind mit an Bord.

Über den Kamm geschert

Ein großer Forschungsschwerpunkt werden die Krebsbehandlungen sein, bei denen es noch viele ungelöste Probleme gibt. Derzeit gibt es für jeden Krebstyp wie Darmkrebs, Brustkrebs oder Prostatakrebs ein spezifisches Behandlungskonzept. Ab einem gewissen Stadium werden also die Patienten mit einer bestimmten Krebsform über den gleichen Kamm geschert und gleich behandelt.

Der gleiche Krebstyp kann aber laut Grundlagenforschung durch äußerst unterschiedliche Mechanismen im Körper ausgelöst werden. Was liegt daher näher, als dass auch die Therapie unterschiedlich verlaufen muss, um einen Erfolg zu erzielen?

Ob ein Patient auf eine bestimmte Behandlung anspricht oder nicht, kann oft erst sehr spät nach Behandlungsbeginn festgestellt werden. Daher wäre es von Vorteil, Biomarker ausfindig zu machen, um gleich nach einer Krebsdiagnose austesten zu können, ob eine spezielle Therapieform wirkungsvoll sein wird oder nicht. Mitunter werden Patienten mehrere Monate lang therapiert, um dann mitgeteilt zu bekommen, dass sie auf die Medikamente nicht ansprechen.

Damit geht wertvolle Zeit verloren, die Patienten auch das Leben kosten kann. Zudem entstehen enorme Kosten: Zurzeit verschlingt die Behandlung eines Krebspatienten pro Jahr etwa 30.000 bis 80.000 Euro.

 
Früher Diagnose stellen

Die Krebsdiagnose selbst stellt ebenfalls einen Knackpunkt dar, an dem die Forscher des Kompetenzzentrums ansetzen möchten. Darmkrebs entwickelt sich zum Beispiel lange Zeit unbemerkt, erst klinische Symptome lassen die Betroffenen hellhörig werden und zum Arzt gehen. Eine frühzeitige Diagnose kann die Heilungschancen beträchtlich erhöhen. Außerdem wäre es für die Behandlung hilfreich, wenn man im Blut Biomarker wie zirkulierende Krebszellen oder zirkulierende DNA identifizieren könnte, anhand derer festgestellt werden kann, ob bereits Metastasen im Körper vorhanden sind. Auch hier geht es in Richtung personalisierter Medizin.

Und im Bereich von Diabetes, bei Lebererkrankungen und Hepatitis versucht man, Behandlungswege mit Hilfe von Biomarkern neu zu gestalten. „Schon zum Zeitpunkt der Diagnose muss ich sagen können, ob jemand ein Typ A ist, bei dem die Krankheit nicht weiter oder nur langsam fortschreiten wird, oder eben ein Typ B, bei dem die Krankheit leider schnell fortschreiten wird“, sagt Thomas Pieber, wissenschaftlicher Geschäftsführer von CBmed.

Das Zauberwort heißt „Near Patient Testing“: „Wenn ich Werte über die Zeit öfters messe oder sogar kontinuierlich mit Hilfe eines Sensors, erhalte ich ganz neue Erkenntnisse“, so Pieber.

Ein weiterer Forschungsansatz betrifft das Immunsystem der Patienten, das den Krebs entscheidend beeinflusst. Untersuchungen zeigen, dass womöglich das Verhalten des Immunsystems die Krebsentwicklung am besten voraussagen kann. Man spekuliert sogar, ob das Abwehrsystem des Menschen nicht sogar viel bedeutender für das Fortschreiten der Krankheit ist als die Genmutation der jeweiligen Krebszellen. Daher ist es entscheidend, Biomarker zu finden, die die Funktionalität des Immunsystems charakterisieren.

LEXIKON

Das K1-Kompetenzzentrum CBmedläuft im Rahmen des Comet-Programms der Bundesministerien für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft sowie für Verkehr, Innovation und Technologie. Bis 2018 gibt es ein Budget von 17,4 Millionen Euro. Eigentümer sind die Med-Unis in Graz und Wien, TU Graz und Karl-Franzens-Universität Graz sowie die beiden größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen Österreichs, das Austrian Institute of Technology (AIT) und Joanneum Research. Weltweit sind 30 Industrie- und 20 Wissenschaftspartner beteiligt. Das neue Zentrum wurde am Mittwochabend eröffnet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2015)

Josef

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PHARMIG - Weltkrebstag 2015
« Antwort #11 am: 26. Januar 2015, 18:46 »



Weltkrebstag: Länger leben durch innovative Therapien

Wien (OTS) - Österreich liegt im europäischen Vergleich unter den Top 5 mit den besten Überlebensraten bei Krebs. Der frühe Zugang der Patienten zu klinischen Studien und damit zu modernsten Wirkstoffen erhöht die Heilungschancen.

Die moderne Krebsmedizin verlängert Leben und verbessert die Lebensqualität der betroffenen Patienten. Österreich liegt bei der 5-Jahresüberlebensrate bei fast allen Krebsformen über dem EU-Schnitt. Bei Lungen-, Prostata- und Nierenzellkarzinom nimmt Österreich sogar europaweit Platz 1 ein. "Krebspatienten profitieren hierzulande von einem sehr guten Zugang zu innovativen onkologischen Therapien. Das Engagement der pharmazeutischen Industrie und die intensive Kooperation zwischen den Partnern im Gesundheitswesen bringen Österreich hier an die europäische Spitze", betont Prof. Dr. Robin Rumler, Präsident der Pharmig.

Rund ein Drittel aller klinischen Prüfungen wird im Bereich Onkologie durchgeführt. Damit ist die Onkologie das am intensivsten beforschte Gebiet der pharmazeutischen Industrie in Österreich. Das bedeutet, Krebspatienten haben oft früh Zugang zu Medikamenten mit modernsten Wirkstoffen.
"Generell gilt: Patienten die in Studien eingebunden sind, erhalten schon früher eine neue Medikation und erleben dadurch häufig bessere Therapieerfolge", erläutert Rumler.
Beispiel Brustkrebs

Etwa 30 Prozent der Brustkrebspatientinnen sind heute in klinische Studien eingebunden. Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs überleben heute im Schnitt 58 Monate, dreimal so lange wie noch vor zehn Jahren.

Die moderne Krebsmedizin der letzten zehn Jahre trägt dazu bei, dass Patienten mehr Lebensqualität und wertvolle Lebenszeit gewinnen. Krebs wird zunehmend eine chronische Erkrankung, ist heutzutage in manchen Bereichen oftmals heilbar und ist mit neuen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten immer besser behandelbar. Zudem können Betroffene länger aktiv am Erwerbsleben teilnehmen. Dies ist ein wichtiger Aspekt vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Gesamtkosten von Krebserkrankungen: die von Krebs verursachten indirekten Kosten - wie Fehlzeiten im Beruf und frühzeitige Pensionierungen - sind wesentliche Umstände, die zu berücksichtigen sind.

Für das Jahr 2015 werden weitere wichtige Fortschritte in der Onkologie mit einer Vielzahl an Neuzulassungen bei Krebsmedikamenten erwartet - darunter mehrere gegen den Schwarzen Hautkrebs und weitere gegen Lungen-, Magen- und Eierstockkrebs sowie Leukämie. Neben der personalisierten Medizin ist die Immuntherapie eine wichtige Stoßrichtung in der Krebsbekämpfung. Diese bringt das körpereigene Immunsystem dazu, den Tumor anzugreifen und schont dabei gesunde Zellen. "Die Erforschung und Entwicklung neuer Krebsmedikamente läuft mit Hochdruck weiter. Neue medikamentöse Therapien werden den betroffenen Patienten eine maßgeschneiderte Behandlung und damit höhere Heilungschancen bringen", gibt Rumler einen Ausblick in die Zukunft.

Grafiken zur Presseaussendung unter www.pharmig.at

Über die Pharmig: Die Pharmig ist die freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit hat der Verband 120 Mitglieder (Stand Jänner 2015), die den Medikamenten-Markt zu fast 100 Prozent abdecken. Die Mitgliedsunternehmen der Pharmig bieten Arbeitsplätze für ca. 12.000 Beschäftigte.
Rückfragen & Kontakt:

Pharmig – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
Communication & PR, Mag. Barbara Grohs
Tel. 01/40 60 290-20, barbara.grohs@pharmig.at

Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke