Autor Thema: Belgien zahlt HPV-Impfungen  (Gelesen 3281 mal)

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Dietmar E.

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Belgien zahlt HPV-Impfungen
« am: 16. Mai 2007, 22:18 »

Mi, 16.Mai 2007


Der HPV-Vierfachimpfstoff wird als erster Impfstoff in das schwedische Erstattungsprogramm übernommen


   Brunn am Gebirge (OTS) - Erst in der letzten Woche hat das Pharmaceutical Benefits Board in Schweden den HPV-Vierfachimpfstoff in das nationale Erstattungsprogramm für Arzneimittel aufgenommen und damit erstmals der Kostenerstattung eines Impfstoffs zugestimmt. Die Kostenerstattung gilt für Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren (1). Bisher wurden in Schweden keine Impfstoffe in das Erstattungsprogramm für Arzneimittel aufgenommen. Die Empfehlung für ein staatlich finanziertes Impfprogramm war bisher die einzige Möglichkeit für eine Kostenerstattung. Die schwedischen Gesundheitsbehörden prüfen weiterhin die Möglichkeit eines staatlich finanzierten HPV-Impfprogramms.

   Nach Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Norwegen und Luxemburg hat nun auch Belgien die Empfehlung ausgesprochen, Mädchen zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs, dessen Vorstufen und weiteren HPV-bedingten Erkrankungen im Genitalbereich gegen humane Papillomviren zu impfen. Die Behörden unterstreichen, dass der Zusammenhang zwischen humanen Papillomviren und Gebärmutterhalskrebs, anderen Tumorerkrankungen im Anogenitalbereich und Genitalwarzen gut belegt ist.

   Der Hohe Rat für Gesundheit (Conseil Supérieur de la Santé, CSS) in Belgien empfiehlt die allgemeine Impfung gegen humane Papillomviren für die Geburtsjahrgänge junger Mädchen zwischen 10 und 13 Jahren. Ein Catch-up-Impfprogramm für die übrigen Altersgruppen bis zu 15 Jahren könnte laut CSS den Nutzen für die Bevölkerung noch weiter erhöhen und könne nach der laufenden gesundheitsökonomischen Beurteilung in Betracht gezogen werden. Ärzte können bisher ungeimpften Mädchen und Frauen von 14 bis 26 Jahren vorschlagen, sich vor dem ersten Sexualkontakt gegen humane Papillomviren impfen zu lassen. Die Impfung von Mädchen und Frauen im Alter von 14 bis 26 Jahren, die bisher nicht geimpft wurden, jedoch bereits sexuellen Kontakt hatten, kann jeweils individuell nach Ermessen des Arztes erfolgen (2). "Trotz Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sterben in Europa jährlich 15 000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die Europäische Union hat den HPV-Vierfachimpfstoff nach nur neunmonatiger Überprüfung zugelassen, statt wie sonst üblich nach 13 bis 15 Monaten. Nach Erhalt der Zulassung im September 2006 haben wir den HPV-Vierfachimpfstoff in 18 europäischen Ländern verfügbar gemacht, da dieser Impfstoff das Leben vieler Frauen retten und die Gesundheit vieler Frauen schützen kann. Wir sind sehr dankbar, dass immer mehr Gesundheitsbehörden erkennen, wie wichtig die Umsetzung dieser Impfprogramme ist, um zu verhindern, dass Frauen an Gebärmutterhalskrebs sterben und um Schutz vor Krebsvorstufen und weiteren HPV-bedingten Erkrankungen im Genitalbereich zu bieten", so Didier Hoch, Präsident von Sanofi Pasteur MSD. Der belgische CSS empfiehlt dringend die Einführung von systematischen Untersuchungen zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und erinnert zudem daran, dass Frauen unabhängig von einer Impfung weiterhin die Früherkennungsuntersuchung in Anspruch nehmen müssen. Die nationalen und regionalen belgischen Behörden prüfen weiterhin die Möglichkeit zur Finanzierung und Kostenerstattung der Impfung gegen humane Papillomviren. Der tetravalente (gegen die Typen 6, 11, 16 und 18 gerichtete) Impfstoff gegen humane Papillomviren  ist der einzige Impfstoff, der zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs, dessen Vorstufen und weiteren HPV-bedingten Erkrankungen im Genitalbereich, einschließlich präkanzeröser Läsionen der Vulva und Genitalwarzen, zugelassen ist. Präkanzeröse Läsionen der Vulva können zu einem Vulvakarzinom - auch einer Tumorerkrankung im Anogenitalbereich - fortschreiten. Die Virustypen 6, 11, 16 und 18, gegen die der HPV-Vierfachimpfstoff direkt gerichtet ist, verursachen den größten Teil der durch humane Papillomviren bedingten Erkrankungen im Genitalbereich. Schätzungen zufolge verursachen diese HPV-Typen in Europa unter den HPV-bedingten Erkrankungen insgesamt 75 % aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs(3), 95 % der Vulva- und Vaginalkarzinome(4,5), 70 % der präkanzerösen (CIN 2/3) (6,7) und 50 % der potenziell präkanzerösen Läsionen der Zervix (CIN 1) (8), 80 % der präkanzerösen Läsionen der Vulva und der Vagina (VIN und VaIN 2/3) (4,5,9,10) sowie 90 % der Genitalwarzen(11,12). In klinischen Studien mit mehr als 20 000 Frauen bot der HPV-Vierfachimpfstoff einen dauerhaften bis zu 100%igen Schutz vor dem Zervixkarzinom, vor präkanzerösen (CINa2/3) und potenziell präkanzerösen Läsionen der Zervix (CINa1), vor präkanzerösen Läsionen der Vulva und der Vagina (VINa und VaINa2/3) sowie vor Genitalwarzen, die durch die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 hervorgerufen werden (13,14,15,16,A,B).

   In groß angelegten klinischen Studien bot der HPV-Vierfachimpfstoff Schutz vor präkanzerösen (CIN 2/3) und potenziell präkanzerösen Läsionen der Zervix (CIN 1), die durch weitere Virustypen hervorgerufen werden, gegen die der Impfstoff nicht direkt gerichtet ist. Diese Virustypen verursachen mehr als 10 % der Zervixkarzinome und einen wesentlichen Teil der präkanzerösen und der potenziell präkanzerösen Läsionen der Zervix. Die Daten wurden vor kurzem bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) und der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) eingereicht, um die Zulassung des HPV-Vierfachimpfstoffes entsprechend zu erweitern.

Informationen zu Sanofi Pasteur MSD

   Sanofi Pasteur MSD kann als Gemeinschaftsunternehmen auf die Innovationen und die Erfahrungen von Sanofi Pasteur - der Impfstoff-Sparte von Sanofi-Aventis - und von Merck & Co. zurückgreifen. Sanofi Pasteur MSD ist das einzige Unternehmen in Europa, das sich ausschließlich auf Impfstoffe spezialisiert hat. Weltweit arbeiten erfahrene Forschungsteams von Sanofi Pasteur und Merck & Co für Sanofi Pasteur MSD an der Entwicklung neuer Impfstoffe für Europa, die darauf abzielen, den Impfschutz auf weitere Krankheiten auszudehnen und bestehende Impfstoffe zu perfektionieren, um so die Verträglichkeit, die Wirksamkeit und die Akzeptanz von Impfungen zu verbessern.

Bei Veröffentlichung freuen wir uns über ein Belegexemplar.

Diesen Text finden Sie zum Download unter:
www.spmsd.at/presse

Referenzen:

(1) www.lfn.se/LFNTemplates/Ptjanst____1534.aspx
(2) www.ots.at/redirect.php?health
(3) Clifford GM, Smith JS, Plummer M et al. Human Papillomavirus
     types in invasive cervical cancer worldwide: A meta-analysis.
     Br J Cancer 2003;88:63-73.
(4) Daling JR, Madeleine MM, Schwartz SM et al. A population-based
     study of squamous cell vaginal cancer: HPV and cofactors.
     Gynecol Oncol 2002;84:263-270.
(5) Madeleine MM, Daling JR, Carter JJ et al. Cofactors with Human
     Papillomavirus in a population-based study of vulvar cancer. J
     Natl Cancer Inst 1997;89:1516-1523.
(6) Clifford GM, Smith JS, Aguado T et al. Comparison of HPV type
     distribution in high-grade cervical lesions and cervical
     cancer: A meta-analysis. Br J Cancer 2003;89;101-105.
(7) Sotlar K, Diemer D, Dethleffs A et al. Detection and typing of
     Human Papillomavirus by E6 nested multiplex PCR. J Clin
     Microbiol 2004;42:3176-3184.
(8) Clifford GM, Rana RK, Franceschi S et al. Human Papillomavirus
     genotype distribution in low-grade cervical lesions:
     Comparison by geographic region and with cervical cancer.
     Cancer Epidemiol Biomarkers Prev 2005;14:1157-1164.
(9) van Beurden M, ten Kate FJW, Smits HL et al. Multifocal
     intraepithelial neoplasia grade III and multicentric lower
     genital tract neoplasia is associated with transcriptionally
     active Human Papillomavirus. Cancer 1995;75:2879-2884. (10) Hording U, Junge J, Poulson H et al. Vulvar intraepithelial
     neoplasia III: A viral disease of undetermined progressive
     potential. Gynecol Oncol 1995;56:276-279. (11) Wieland U, Pfister H. papillomaviruses in human pathology:
     Epidemiology, pathogenesis and oncologic role.In:Gross,Barasso
     EDS.Human Papillomavirus Infection: A clinical atlas. Ullstein
     Mosby1997; S. 1-18. (12) Von Krogh G. Management of anogenital warts (condylomata
     acuminata). Eur J Dermatol 2001;11:598-603. (13) Garland SM et al. Quadrivalent Vaccine against Human
     Papillomavirus to Prevent Anogenital Diseases. NEnglJMed
     2007:356;19;1928-1943. (14) The FUTURE II study group. Quadrivalent Vaccine against Human
     Papillomavirus to Prevent High-Grade Cervical Lesions.
     NEnglJMed 2007:356;19;1915-1927. (15) Iversen OE et al. High Sustained efficacy of a Prophylactic
     Quadrivalent Human Papillomavirus (HPV) (Types 6, 11, 16, 18)
     L1 Virus-Like Particle (VLP) Vaccine: Reduction in Cervical
     Intraepithelial Neoplasia (CIN) 2/3 and Adenocarcinoma in situ
     (AIS) Risk, 5. International Conference on Cervical Cancer
     (ICCC) in Venedig, Vortrag, 13. April 2007. (16) Joura EA et al. High sustained efficacy of a quadrivalent HPV
     (types 6/11/16/18) L1 virus-like particle (VLP) vaccine
     against vaginal and vulvar pre-cancerous lesions: a combined
     analysis, Vortrag und Abstract, 18. International Congress on
     Anti Cancer Treatment, Paris, Frankreich, 7. Februar 2007.

(a) CIN = Zervikale intraepitheliale Neoplasie / VIN = Vulväre
    intraepitheliale Neoplasie / VaIN = Vaginale intraepitheliale
    Neoplasie

   
   Sanofi Pasteur MSD
   2345, Brunn am Gebirge
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   Ansprechpartner:
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England empfiehlt HPV-Impfungen
« Antwort #1 am: 27. Juni 2007, 21:53 »

Großbritannien: Prävention von Gebärmutterhalskrebs die Impfung von jungen Mädchen gegen humane Papillomviren -




   Großbritannien ist das neunte Land in Westeuropa, in dem zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs empfohlen wird, Mädchen vor der Adoleszenz routinemäßig gegen humane Papillomviren zu impfen.

   Das britische Gesundheitsministerium (UK Department of Health) gab vor kurzem seine grundsätzliche Zustimmung zu dem Rat des Joint Committee on Vaccination and Immunisation (JCVI) bekannt, bei Mädchen "im Alter von ca. 12-13 Jahren" die Routineimpfung gegen humane Papillomviren einzuführen. Es wird davon ausgegangen, dass das JCVI im Oktober 2007 der Regierung die formelle Empfehlung überreichen wird.

   Vor Großbritannien haben bereits Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Norwegen, Luxemburg, Belgien und die Schweiz eine Routineimpfung von Mädchen gegen humane Papillomviren empfohlen, häufig gekoppelt an Catch-up-Programme für ältere Jugendliche und junge Frauen. Die Entscheidungen bezüglich Impfempfehlung und Finanzierung der Impfprogramme wurden von den zuständigen Behörden durchweg nach einer sehr viel kürzeren Entscheidungsphase getroffen, als dies bei Impfstoffen gegen andere Erkrankungen normalerweise der Fall ist. Ähnliche Empfehlungen wurden in den USA, in Kanada und in Australien ausgesprochen. In einer Erklärung kam das britische Gesundheitsministerium zu dem Schluss, dass "der mit der Einführung dieses Impfstoffs verbundene Nutzen Frauen und ihren Familien über viele Generationen hinweg zugute kommen wird. Dieser Impfstoff wird viele Frauen vor einer Infektion mit humanen Papillomviren schützen und kann so hunderte von Leben retten."

   Das britische Gesundheitsministerium fügte hinzu, dass das Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs auch nach der Einführung der Impfung gegen humane Papillomviren fortgesetzt wird. Trotz Krebsfrüherkennungsuntersuchungen sterben in Europa noch immer jährlich 15 000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Außerdem werden bei hunderttausenden Frauen Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs oder andere HPV-bedingte Erkrankungen im Genitalbereich diagnostiziert, darunter Vulva- und Vaginalkarzinome und deren Vorstufen sowie Genitalwarzen.

   Der tetravalente (gegen die Typen 6, 11, 16, 18 gerichtete) Impfstoff gegen humane Papillomviren ist der einzige in Europa verfügbare Impfstoff zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs, dessen Vorstufen und weiteren Erkrankungen im Genitalbereich, die durch diese vier HPV-Typen bedingt sind (einschließlich präkanzeröser Läsionen der Vulva und Genitalwarzen).

   In klinischen Studien, an denen mehr als 20 000 Frauen teilnahmen, bot der HPV-Vierfachimpfstoff dauerhaft einen bis zu 100%igen Schutz vor dem Zervixkarzinom, vor präkanzerösen und potenziell präkanzerösen Läsionen der Zervix, vor präkanzerösen Läsionen der Vulva und der Vagina sowie vor Genitalwarzen, die durch die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18 hervorgerufen werden.

   In groß angelegten klinischen Studien bot der HPV-Vierfachimpfstoff auch Schutz vor präkanzerösen und potenziell präkanzerösen Läsionen der Zervix, die durch weitere Virustypen hervorgerufen werden, gegen die der Impfstoff nicht direkt gerichtet ist. Diese Virustypen verursachen mehr als 10 % der Zervixkarzinome und einen wesentlichen Teil der präkanzerösen und der potenziell präkanzerösen Läsionen der Zervix. Die Daten wurden vor kurzem bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) und der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde (FDA) eingereicht, um die Zulassung des HPV-Vierfachimpfstoffes entsprechend zu erweitern. Der HPV-Vierfachimpfstoff wurde in 76 Ländern zugelassen (in vielen Fällen im Rahmen eines beschleunigten Zulassungsverfahrens), darunter die Länder der Europäischen Union (EU), die Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada und Australien, und wurde sehr gut angenommen. In zahlreichen weiteren Ländern auf der ganzen Welt sind derzeit Zulassungsverfahren bei den zuständigen Behörden anhängig.