Autor Thema: Brustkrebs - ich doch nicht!  (Gelesen 5264 mal)

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Edi

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Brustkrebs - ich doch nicht!
« am: 13. August 2010, 08:59 »
Donnerstag, 12. August 2010

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42332/Weniger_Brustkrebstote_nur_in_Westeuropa.htm

Medizin Weniger Brustkrebstote nur in Westeuropa?

Lyon – Eine retrospektive Trendanalyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 341: c3620) kommt zu dem Ergebnis, dass die Brustkrebssterblichkeit in Westeuropa im Zeitraum von 15 Jahren teilweise deutlich gesunken ist, während die Todesfälle in Osteuropa eher ansteigen. Die Daten beruhen auf der Analyse der Totenscheine, an deren Zuverlässigkeit Zweifel bestehen.

Länderübergreifende Vergleiche sind nur so gut wie die Zuverlässigkeit des Datenmaterials. Dies zeigt auch die jetzt vorgelegte Studie des International Prevention Research Institute, einer unabhängigen Forschergruppe aus Lyon, die die Entwicklung der Brustkrebsmortalität in 30 europäischen Ländern verglichen hat.

Aus Tabelle 1 der Publikation geht hervor, dass in den Jahren 1987 bis 1989 in England und Wales auf 100.000 Frauen statistisch gesehen 41,9 Todesfälle am Mammakarzinom kamen. Das war nach den Recherchen von Philippe Autier und Mitarbeitern der höchste Wert in ganz Europa. In Rumänien betrug die Brustkrebsmortalität damals nur 19,9 von 100.000 Frauen.

Sollten die Lebensumstände und die Gesundheitsversorgung in der Endphase des Ceaucescu-Regimes besser gewesen sein als unter der Regierung Thatcher in Großbritannien? Ober nahmen es die Ärzte beim Ausfüllen der Todesbescheinigungen in Rumänien nicht ganz so ernst? Vielleicht wurden der Weltgesundheitsorganisation auch einfach manipulierte Zahlen mitgeteilt. Das hatte im Ostblock bekanntlich Tradition, um im Systemvergleich besser abzuschneiden.

zum Thema

    * PDF der Studie
    * Pressemitteilung des BMJ
    * International Prevention Research Institute

In den Jahren 2004 bis 2006 hatte sich die Situation in den beiden Ländern geändert. In England und Wales war die Brustkrebsmortalität auf 28,1/100.000 Frauen gesunken. Das wäre ein geradezu sensationeller Rückgang um 35 Prozent. Nur in Island wäre, wenn die Zahlen zutreffen, die Zahl der Brustkrebstoten noch deutlicher, nämlich um 45 Prozent zurückgegangen.

In Rumänien, aber auch in einigen anderen osteuropäischen Ländern stieg die Brustkrebsmortalität dagegen an. Auch in Griechenland – als einziges Land außerhalb des früheren Ostblocks – stieg die Zahl der Brustkrebstodesfälle um 1,4 Prozent.

Dank einer günstigen Ausgangslage wäre die Sterblichkeit in Griechenland aber immer noch geringer als in England und Wales. Sofern sich die Zahlen vergleichen lassen. Wahrscheinlicher dürfte sein, dass Todesbescheinigungen für Mediziner und Behörden in Griechenland eine andere Bedeutung haben als in England und vor allem in Nordeuropa.

Ob und wie die griechischen Medien auf die neue Meldung reagierten, ist nicht bekannt. In England frohlockte die BBC, dass die Zahl der Brustkrebstoten gefallen sei. Ein Zusammenhang mit der Therapie und dem Brustkrebsscreening wurde hergestellt. Letzteres lässt sich aus den Zahlen aber nicht ableiten, denn der Rückgang betraf vor allem die Altersgruppe der unter 50-Jährigen, die gar nicht von der landesweiten Früherkennung erfasst werden.

Mit Genugtuung wurde festgestellt, dass das Land nicht mehr das Schlusslicht in Europa ist. Dies hatte vor drei Jahren eine Studie der EUROCARE (für EUROpean CAncer REgistry-based study on survival and CARE of cancer patients) vermuten lassen, ein Vergleich der Daten von 93 Krebsregistern aus 23 Ländern. Dieser war vor allem für Großbritannien sehr ungünstig ausgefallen.

Die Behandlungsergebnisse waren dort kaum besser als in osteuropäischen Ländern, die weniger als ein Drittel der Mittel für das Gesundheitswesen aufwenden. Der staatliche Gesundheitsdienst geriet damals in Rechtfertigungsnöte. Jetzt könnten sich die Regierungen in Schweden und Frankreich fragen, ob ihre Investitionen in das Mammographie-Screening und in teure Medikamente vergeblich waren.

Denn der Rückgang der Brustkrebsmortalität war deutlich geringer als in anderen westeuropäischen Ländern. Deutschland befindet sich im Mittelfeld. Die Sterblichkeit am Brustkrebs ist .....  http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/42332/Weniger_Brustkrebstote_nur_in_Westeuropa.htm

Gitti

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(Brust) Krebspatientinnen gefährden sich selbst durch ........
« Antwort #1 am: 30. August 2010, 23:55 »

Das Nachstehende ist jetzt knapp ein Jahr alt!
Was hat sich verändert? Wenig bis nichts!
Es sind nachweislich viele andere "Krebsarten von Patienten" dazu gekommen, die ........!



ExpertInnen warnen: Brustkrebspatientinnen gefährden sich selbst durch unzureichendes Einhalten der Therapie

Untersuchungen1 zeigen, dass im vierten Therapiejahr nur noch 50% der Brustkrebspatientinnen ihre Medikamente so einnehmen, wie sie verschrieben wurden. Der stärkste Rückgang wurde schon innerhalb der ersten vier Monate beobachtet, nach zwei Jahren nahmen nur mehr 61% der Patientinnen ihr Medikament ein. Zahlen, die ExpertInnen alarmieren. Denn während die modernen Brustkrebstherapien immer effektiver werden, scheint der optimale Therapieerfolg nun durch mangelnde Compliance (Therapietreue) gefährdet zu sein: Die besten Medikamente können nicht helfen, wenn sie nicht oder nicht richtig eingenommen werden. Im Rahmen einer Pressekonferenz informierten führende ExpertInnen über den besorgniserregenden Ist-Zustand und diskutierten mögliche Gründe und erste Ansätze zur Verbesserung der Therapietreue.

Moderne Brustkrebstherapie rettet Leben

Die Brustkrebstherapie hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Einen wichtigen Stellwert nimmt dabei die sogenannte adjuvante Therapie ein. Sie soll nach der operativen Entfernung des Tumors das Rückfalls- und Metastasierungsrisiko minimieren. Um optimal wirken zu können, muss diese medikamentöse Therapie allerdings über mehrere Jahre hindurch eingenommen werden.
„Der Erfolg dieser Behandlung“, so Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant, Präsident der ABCSG – Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group, „hängt somit auch wesentlich von der Compliance ab. Die modernen Präparate können nur wirken, wenn sie tatsächlich eingenommen werden. In der klinischen Praxis zeigt sich jedoch, dass das konsequente ‚Durchhalten’ der Therapie in den ersten fünf Jahren bei einer überraschend hohen Anzahl von Patientinnen ein massives Problem darstellt.“

Therapie wird überraschend oft nicht durchgehalten

Überraschenderweise gibt es also auch in der Onkologie ein Compliance-Problem wie bei chronischen Erkrankungen. Univ.-Prof. Dr. Günther Steger, Onkologe an der Universitätsklinik für Innere Medizin und Programmdirektor für Adjuvante Therapie an der Medizinischen Universität Wien: „In einer aktuellen Auswertung2 wurden Daten von 12.000 Patientinnen aus drei amerikanischen Gesundheitsdatenbanken untersucht. Ungefähr 1 von 4 Frauen mit frühem Brustkrebs nimmt während des ersten Jahres der adjuvanten Therapie ihre Medikamente nicht wie verschrieben ein. In den ersten vier Monaten ist der größte Anstieg an Non-Compliance-Fällen zu verzeichnen. Nach drei Jahren sind es bereits 2 von 4 Frauen, die die Therapie nicht mehr fortsetzen.“ Die niedrigste Compliance zeigten junge Patientinnen. Diese Zahlen sind deswegen so relevant, da nicht bzw. nicht richtig eingenommene Medikamente den langfristigen Therapieerfolg stark beeinträchtigen können.

Therapietreue zahlt sich aus

Prof. Gnant: „Eine rezente Studie aus Schottland3 zeigt, wie sehr es sich für Patientinnen ’auszahlt’, bei der verschriebenen Therapie zu bleiben: Von 2.080 untersuchten Patientinnen löste gegen Ende der fünfjährigen Therapiedauer nur mehr knapp die Hälfte die Rezepte für die Hormontherapie ein. Im Durchschnitt betrug damit die Therapiedauer nur knapp zweieinhalb statt der geplanten fünf Jahre. In dieser Untersuchung zeigte sich eindeutig, dass jene Patientinnen, die ihre Medikamente über eine längere Zeit einnahmen, auch tatsächlich länger lebten.“

Compliance und Adherence

„Der Grad der Compliance, mit dem sich eine Patientin über einen bestimmten Zeitraum an die vorgeschriebene Dosis, die Einnahmezeitpunkte und -häufigkeiten hält, wird in Prozent angegeben“, so Prof. Steger. Beträgt die Therapietreue über 80%, wird eine Patientin als „compliant“ bezeichnet, beträgt sie unter 20 % gilt sie als „non-compliant“.
Ein weiterer wichtiger Begriff ist die „Adherence“ oder „Adhärenz", mit der die Einhaltung der gemeinsam von Patient und Arzt gesetzten Therapieziele bezeichnet wird. Sowohl für Compliance als auch Adherence ist die Arzt-Patienten-Beziehung von größter Wichtigkeit.

Information und gute Arzt-Patientinnen-Kommunikation extrem wichtig

Doch was sind die möglichen Gründe für die mangelnde Bereitschaft, die Therapie wie verordnet einzuhalten und das gemeinsam gesetzte Therapieziel zu erreichen? Hier wird immer wieder die Nebenwirkungsproblematik ins Treffen geführt. Patientinnen, die sich eigentlich schon wieder gesund fühlen, werden durch die Einnahme der Medikamente und dadurch eventuell auftretende unangenehme Nebenwirkungen der Medikamente an die Krankheit erinnert bzw. in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Univ.-Prof.in Dr.in Barbara Sperner-Unterweger von der Universitätsklinik für Biologische Psychiatrie, Universität Innsbruck: “Obwohl noch ein großer Bedarf besteht, Zusammenhänge in diesem Bereich besser verstehen zu lernen, ist auch jetzt schon völlig klar, dass Nebenwirkungen, wie sie von Frauen im Rahmen der Brustkrebstherapie geschildert werden, bei weitem nicht die einzigen Gründe für das Absetzen bzw. die Unterbrechung der Medikation darstellen. Ganz wesentlich ist auch die grundsätzliche Einstellung und Bereitschaft zu einer notwendigen Langzeittherapie. In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass ein offenes vertrauensvolles Verhältnis mit dem behandelnden Arzt oder besser noch mit dem gesamten Behandlungsteam sowie vor allem auch ausreichende und wiederholte Information über Erkrankung und Therapie die ausschlaggebenden Faktoren darstellen.“

Prof. Gnant: „Eine wesentliche Rolle spielt ein häufig bestehendes Wissensdefizit der Patientinnen über die lebenswichtige Bedeutung der Therapien. Daher ist es von Seiten des betreuenden Arztes besonders wichtig, die Patientin umfassend über die Wichtigkeit der Therapie zu informieren, Probleme ernst zu nehmen und sie mit der Patientin auch zu besprechen.“

Compliance: Ärzte und Ärztinnen tragen Verantwortung

Dr.in Irene Thiel, niedergelassene Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe aus der Steiermark: "Berücksichtigung der Compliance bedeutet für die niedergelassenen ÄrztInnen eine Erweiterung des Aufgabenbereiches und der Verantwortung. Ich sehe darin eine neue ärztliche Leistung die nicht verrechnet werden kann, aber im Rahmen einer qualitätsgeprüften Ordination erfasst wird. Die Qualität in der Therapie, der Patientenaufklärung, der Patientenführung und die Qualität in der Erfassung von Arbeitsabläufen und Therapieergebnissen führt zu den besten Therapieerfolgen.“

Auf der Suche nach Ursachen und Lösungen: PACT und CARIATIDE
Zwei Projekte bzw. Studien wollen dem Problem mit wissenschaftlichen Methoden auf den Grund gehen und erste Lösungsansätze auf ihre Wirksamkeit hin überprüfen. Im Rahmen des Patient’s Anastrozol Compliance to Therapy Programms (PACT), welches 2006 in Deutschland startete, sollen Daten zur Compliance in der adjuvanten Aromatasehemmer-Therapie erhoben werden. Für die Studie wurden rund 4.700 postmenopausale Frauen mit hormonsensiblem Mammakarzinom rekrutiert und adjuvant behandelt. Ziel ist die Untersuchung von Ausmaß und Gründen der mangelnden Therapietreue an 100 Prüfzentren in Deutschland.

Mit „CARIATIDE“4 wurde nun ein weltweit einzigartiges Projekt ins Leben gerufen, das dazu beitragen soll, die Compliance von Brustkrebspatientinnen zu verbessern. Das 2008 in 18 Ländern gestartete Projekt soll die Frage klären, ob Hilfsmittel wie Informationsmaterialien zu einer Verbesserung der Compliance beitragen. Patientinnen, die an CARIATIDE teilnehmen, erhalten unterstützendes Informationsmaterial, in dem die Bedeutung der regelmäßigen und langfristigen Einnahme der verordneten Medikation patientengerecht erklärt wird. Im Rahmen dieser Beobachtungsstudie wurden über 2.600 postmenopausale Frauen mit frühem Brustkrebs rekrutiert. In Österreich nehmen etwa 100 Frauen, die nach dem Wechsel an Brustkrebs erkrankt sind, an CARIATIDE teil.
Prof. Gnant abschließend: „Letztlich geht es darum, Leben zu retten. Und jede mit großem Forschungsaufwand erzielte Verbesserung der Therapiemöglichkeiten verpufft wirkungslos, wenn die Patientinnen die für sie lebenswichtigen Medikamente nicht bzw. nicht lange genug einnehmen.“

1 Partridge AH et al., J Clin Onco/ 2003; 2 / /602-606
2 Partridge AH et al., S Clin Onco/ 2008; 26:556-562
3 McCowan et al., 2008
4 CARIATIDE: “Compliance of ARomatase Inhibitors AssessmenT In Daily practice through Educational approach.” Diese europäische Beobachtungsstudie wird von AstraZeneca unterstützt.

ID: 1550; 09/09                                                                                                              30.09.2009

Sämtliche Texte sowie CVs und Fotos der ReferentInnen zum Download unter:
www.medical-media-consulting.at/pressroom

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hilde

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Postmenopausaler Brustkrebs häufig vermeidbar
« Antwort #2 am: 18. Januar 2011, 22:56 »
Dienstag, 18. Januar 2011

Postmenopausaler Brustkrebs häufig vermeidbar

Heidelberg – Etwa 30 Prozent aller postmenopausalen Mammakarzinome sind einer Fall-Kontroll-Studie des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Cancer Epidemiology (2010, doi: 10.1016/j.canep.2010.11.003) zufolge auf mangelnde körperliche Aktivität und die Hormonersatztherapie zurückzuführen und mithin vermeidbar.

Die Berechnungen beruhen auf den Ergebnissen der Mammakarzinom-Risikofaktoren-Erhebung (MARIE). Mitarbeiter des DKFZ und des Universitätsklinikums Hamburg hatten in den Jahren 2002 bis 2005 3.074 Patientinnen aus den Regionen Rhein-Neckar-Karlsruhe und Hamburg nach ihren Lebensgewohnheiten befragt und die Antworten mit denen von jeweils zwei gesunden Frauen gleichen Alters verglichen.

Frühere Auswertungen hatten bereits ergeben, dass neben Alkoholkonsum und Übergewicht vor allem die Hormonersatztherapie und eine mangelnde körperliche Aktivität die wichtigsten modifizierbaren Risikofaktoren sind.

Der DKFZ-Epidemiologe Benjamin Barnes und Mitarbeiter haben jetzt das bevölkerungsbezogene attributable Risiko (PAR) berechnet. Es beschreibt den Anteil der Erkrankungen, die den einzelnen Risikofaktoren zuzuordnen und (bei modifizierbaren Risikofaktoren) vermeidbar wären.

Barnes führt allein 19,4 Prozent der postmenopausalen Mammakarzinome auf die – inzwischen weitgehend verlassene – Hormonersatztherapie und 12,8 Prozent auf den Mangel an körperlicher Aktivität zurück. Beide Faktoren zusammengenommen seien für 29,8 Prozent der Krebsfälle verantwortlich.

zum Thema

    * Abstract der Studie
    * Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum
    * MARIE-Studie
    * Früherer Bericht

Beim rezeptorpositiven Mammakarzinom beträgt der PAR dieser beiden Faktoren sogar 37,9 Prozent. Auf die wichtigsten nicht-modifizierbaren Risikofaktoren wie positive Familienanamnese, Zeitpunkt von Menarche und Menopause entfallen zusammen 37,2 Prozent der postmenopausalen Mammakarzinome.

Da die Studie in Deutschland durchgeführt wurde und alle Patientinnen der Region einschloss, spiegelt die Studie die hiesigen Lebensgewohnheiten wider. Dies bedeutet, dass Frauen ihr Brustkrebsrisiko in der zweiten Lebenshälfte in einem hohen Maße beeinflussen können. Die DKFZ-Forscher raten den Frauen daher zu mehr Bewegung und einem Verzicht auf Hormonersatztherapie, wo sie nicht unbedingt nötig ist. © rme/aerzteblatt.de

Tanja

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D - Missstände bei Betreuung von Brustkrebs­patientinnen
« Antwort #3 am: 08. März 2011, 00:56 »
Montag, 7. März 2011

 Krebshilfe kritisiert Missstände bei Betreuung von Brustkrebs­patientinnen

Bonn –Defizite bei der Betreuung von Patientinnen mit Brustkrebs haben die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) und die Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH) anlässlich des Welt-Frauentages am 8. März kritisiert.

„Ökonomische Zwänge und immer kürzere stationäre Liegezeiten dürfen die Situation brustkrebskranker Frauen nicht verschlechtern“, forderte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.

„Frauen berichten uns immer wieder, dass sie sich kurz nach der Operation mit ihren Sorgen und Fragen zur Therapie allein gelassen fühlen“, ergänzt Karin Meißler, stellvertretende Bundesvorsitzende der FSH. Kürzer werdende Liegezeiten in Krankenhäusern, im Extremfall nur noch 24 Stunden nach der Operation, seien auch nach Expertenmeinung nicht vertretbar, da der Eingriff mit erheblichen Risiken und Belastungen behaftet sei.

In dieser kurzen Zeit sei keine psychoonkologische Betreuung möglich. Gleiches gelte für die Einbindung von Selbsthilfegruppen in die Versorgungsprozesse. Unzulänglich ist laut Meißler vielfach auch die Aufklärung der Frauen, etwa über Möglichkeiten des Wiederaufbaus der Brust, über Nebenwirkungen der Therapie oder über Art, Umfang und Zeitpunkt der Nachsorgemaßnahmen. Diese mangelnde Patientenorientierung und -beteiligung sei ein großes Problem.

Andererseits sei die medizinische Versorgung durchweg sehr gut. „90 Prozent der Betroffenen werden in qualifizierten Brustzentren behandelt“, sagte Diethelm Wallwiener, Präsident der DGS. © hil/aerzteblatt.de

Gitti

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Jede achte Frau bekommt irgendwann in ihrem Leben Brustkrebs.
« Antwort #4 am: 03. Oktober 2012, 15:56 »



Das Puzzle der exakten Therapie

Felicitas Witte, 1. Oktober 2012, 09:51

foto: apa/imba - institut für molekulare bio


Brustkrebs ist nicht Brustkrebs: Es gibt viele unterschiedliche Formen.


Im Vorfeld einer Brustkrebstherapie gilt es behandlungsentscheidende Faktoren wie Größe, Zellart und Rezeptoren zu bestimmen

Jede achte Frau bekommt irgendwann in ihrem Leben Brustkrebs. "Vor allem für Tumoren in frühen Stadien haben sich die Überlebenschancen deutlich verbessert", sagt Christian Singer, Leiter der Arbeitsgruppe für Brustgesundheit an der Med-Uni Wien. Das liegt an der Früherkennung und den besseren Therapien. Zudem weiß man inzwischen, dass es verschiedene Formen von Brustkrebs gibt. "Je nach Art des Tumors schlagen wir eine individuell angepasste Therapie vor."

http://derstandard.at/1348284544224/Das-Puzzle-der-exakten-Therapie


Richi

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Brustkrebs: "Alle Frauen in Europa sind Hochrisikopatientinnen"

Interview | Gabriela Poller-Hartig, 3. Jänner 2013, 13:18

    "In Österreich ist das die Kombination aus Pille und Rauchen ein "Naja-halb-so-schlimm-Thema"."

    foto: brigitte hoffmann

    "In Österreich ist das die Kombination aus Pille und Rauchen ein "Naja-halb-so-schlimm-Thema"."

Die Medizinerin Brigitte Hoffmann erklärt, was Frauen in Europa zu Kandidatinnen für Brustkrebs macht

Der westliche Lebensstil gilt als wesentlicher Faktor bei der Entstehung von Brustkrebs. Die Chirurgin und Brustkrebsspezialistin Brigitte Hoffmann gibt Tipps zur Prävention.

derStandard.at: Statistiken zeigen: In Europa und den USA erkranken Frauen weitaus häufiger an Brustkrebs als in Südostasien und Westafrika. Was machen Japanerinnen anders?

Hoffmann: Tatsächlich sind die regionalen Unterschiede bezüglich der Inzidenzrate von Brustkrebs gravierend. In Ostasien treten unter 100.000 Frauen 21 Brustkrebsfälle auf, während die Rate in Europa oder den USA bei 100 liegt. In Österreich zählt das Mammakarzinom zu den häufigsten Krebserkrankungen bei der Frau. Jährlich erkranken etwa 5000 Frauen an Brustkrebs. Ein Drittel davon stirbt daran.

Japanerinnen ernähren sich gesunder, nehmen weniger Genussmittel zu sich und sind eher normalgewichtig als der westliche Durchschnitt.

derStandard.at: Es hat also mit dem Lebensstil zu tun?

Hoffmann: Ja. Der Lebensstil macht Frauen in Europa zu Hochrisikopatientinnen für Brustkrebs. Die industrielle Entwicklung im Westen hat zu drastischen Änderungen der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten geführt. Leider ist die menschliche Genetik zu träge, um mit den rasanten Veränderungen menschlicher Vorlieben und Gewohnheiten Schritt zu halten. Faktoren wie Alkohol, Nikotin, körperliche Trägheit, Hormoneinnahme stehen im Widerspruch zur genetischen Ausstattung.

derStandard.at: Klingt eher nach Risikofaktoren für das Herz-Kreislaufsystem?

Hoffmann: Krebs ist eine sehr komplexe Erkrankung, ein multifaktorielles Geschehen, mit mehreren Ursachen. Heute wird das genetische Risiko an Brustkrebs zu erkranken, mit unter zehn Prozent Wahrscheinlichkeit bewertet. Hormone hingegen sind große Risikofaktoren. Sowohl körpereigne Hormone wie das Östrogen als auch fremde, die zum Beispiel durch die Pille oder die Nahrung aufgenommen werden, werden in gesteigerten Mengen aufgenommen. Der menschliche Stoffwechsel ist nicht in der Lage, diese zu verarbeiten.

derStandard.at: Inwiefern schadet diese Hormonzunahme dem Organismus?

Hoffmann: Frauen sind heute einer höheren Östrogenbelastung ausgesetzt, weil sie im Laufe ihres Lebens mehrere Zyklen durchlaufen. Sie menstruieren um Jahre früher als ihre Mütter und Großmütter, kommen später in den Wechsel, bekommen weniger Kinder, stillen kürzer und führen durch ihren Lebensstil dem Körper weitere chemische Östrogene zu.

Angefangen bei der Pille, über Hormonersatztherapien, bis hin zu Hormonen, die über die Nahrung, Alkohol, Kosmetika oder Kleidung aufgenommen werden. Das alles hat schwerwiegende Auswirkungen auf den Stoffwechsel und stört Abläufe, die über Millionen von Jahren selektiert wurden.

derStandard.at: Der direkte Zusammenhang besteht also vor allem zwischen Brustkrebs und einem hohen Östrogenspiegel?

Hoffmann: Die Beweislage ist schwierig - bei der European Breast Cancer Conference wurde heftig darüber diskutiert, inwieweit sich der Lebenswandel der Frauen in westlichen Ländern auswirkt. Es gibt aber eindeutige Belege dafür, dass beispielsweise die richtige Ernährung und sportliche Betätigung die Rezidivrate bei Dickdarm-Karzinomen senkt. Der Stoffwechsel hinkt unserem Lebensstil nach und greift in viele Dinge ein. Weniger Bewegung führt zum Beispiel zu Knochenabbau. Dabei werden Stoffe freigesetzt, die wiederum das Brustgewebe angreifen.

derStandard.at: Brustkrebs ist also eine Folge von Übergewicht und Wohlstand?

Hoffmann: Das Risiko einer Brustkrebserkrankung nach der Menopause ist bei adipösen Patientinnen um 30 bis 50 Prozent höher als bei Normalgewichtigen. Übergewichtige haben einen erhöhten Spiegel an Sexualhormonen, die starken Einfluss auf das Tumorwachstum haben. Die erhöhte Masse an Fettspeicherzellen erleichtert die Einlagerung von karzerogenen Substanzen im Fettgewebe.

derStandard.at: Frauen haben die Risikominderung damit selbst in der Hand?

Hoffmann: Zum Teil, ja. Aber das wissen nur die wenigsten Frauen. Über Prävention wird viel zu wenig informiert. In der Schweiz gibt es eine Uni für Prävention, bei uns wird nach wie vor lieber therapiert als präventiv gearbeitet.
In Österreich ist das die Kombination aus Pille und Rauchen ein "Naja-halb-so-schlimm-Thema". In anderen ...... http://derstandard.at/1356426639062/Alle-Frauen-in-Europa-sind-Hochrisikopatientinnen


hilde

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Brustimplantate könnten Prognose bei Brustkrebs verschlechtern
« Antwort #6 am: 04. Mai 2013, 20:26 »



Brustimplantate könnten Prognose bei Brustkrebs verschlechtern

Freitag, 3. Mai 2013
dpa

Québec City – Kosmetische Brustimplantate können die Diagnose eines Mamma­karzinoms erschweren. Nach einer Meta-Analyse im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2013;346:f2399) wird die Diagnose bei Implantatträgerinnen häufiger im fortgeschrittenen Stadium erstellt, und es sterben mehr Frauen an ihrem Brustkrebs.

Da bei der Brustvergrößerung die Brustdrüse erhalten bleibt, können Implantatträgerinnen wie andere Frauen auch an einem Mammakarzinom erkranken. Die Implantate könnten die Diagnose erschweren, da das Füllmaterial bei der Mammographie einen Strahlenschatten auf die Brustdrüse wirft. Dies ist besonders häufig bei subglandulär platzierten Implantaten der Fall.
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Die Implantate können ................ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54283

admin

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Brustkrebs - wie kann ich mir helfen (lassen)? z.B. www.surviva.eu
« Antwort #7 am: 04. August 2020, 15:16 »
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