Autor Thema: Allgemeines  (Gelesen 40408 mal)

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admin

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Allgemeines
« am: 16. März 2007, 20:24 »
Vorweg nehmen möchte ich,
dass ich mich auf Grund meiner eben diesen Krebserkrankung als Primärtumor (pT2aG3, blasenerhaltend op.),
seit Jahren sehr intensiv mit Blasenkrebs beschäftige.
Daher gibt es hier die meisten Unterthemen und Informationen.
Ich freue mich besonders, wenn gerade zum Thema B.Ca. viele Beiträge geschrieben werden.
Gerne sende ich dir eine A4 Übersicht, wo alle Haupt und Unterthemen aufscheinen (Mailanlage, Fax, Brief).

Dietmar Erlacher, Admin


Blasenkrebs - Harnblasentumoren (B.Ca.)[/u][/size][/color]

Definition
Unter einem Blasenkarzinom, präziser einem Harnblasenkarzinom (Harnblasenkrebs), versteht man einen bösartigen Tumor, der aus dem so genannten Urothel in der Harnblase entsteht.
Urothel ist die Bezeichnung für das Epithel, das den gesamten ableitenden Harnweg zwischen Nierenbecken und der äußeren Harnröhrenmündung innen auskleidet.
Vorkommen über 90% in der Blase, selten im Nierenhohlsystem, Harnleiter und in der Urethra.

Epidemiologie

Die Inzidenz beträgt 25/100.000/Jahr und das Verhältnis Männer:Frauen = 3:1 (siehe auch krebszentrum.at/Österreichische Statistik)
Nach dem Prostatakarzinom häufigste Tumoren des Urogenitaltraktes, wobei das Häufigkeitsmaximum zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr liegt.
Typisch ist der Wechsel der Dignität: das Rezidiv eines sog. "benignen" Papilloms kann hohen Malignitätsgrad aufweisen, daher ist auch das benigne Papillom klinisch nicht als gutartig einzustufen und muss entsprechend (lebenslang) kontrolliert werden.


Ursachen

– Rauchen
– Belastung mit aromatischen Aminen (Arbeiter in Farb- und Textilindustrie, Friseure)
– chronische Harnwegsinfekte
– Bilharziose (= Parasitenerkrankung, die vor allem in den Tropen und Subtropen auftritt)

Merke: Latenzzeit zwischen Karzinogenexposition und Tumordiagnose kann 20 Jahre und mehr betragen, daher ist die retrospektive Identifikation partieller Noxen schwierig.


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« Letzte Änderung: 06. Juli 2007, 10:01 von admin »

admin

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Tumorstadien etc. beim Blasenkarzinom
« Antwort #1 am: 16. März 2007, 21:13 »
Tumorstadien  beim Blasenkarzinom

T - Primärtumor
(p) TX
   Primärtumor kann nicht beurteilt werden
(p) T0
   Kein Anhalt für Primärtumor
(p) TA
   nichtinvasiver papillärer Tumor
(p) TIS
   Carcinoma in situ ("flacher Tumor")
(p) T1
   Tumor infiltriert subepitheliales Bindegewebe
(p) T2
.....T2a
.....T2b
   Tumor infiltriert Muskulatur
Tumor infiltriert oberflächliche Muskulatur
Tumor infiltriert tiefe Muskulatur
(p) T3
.....T3a
.....T3b....
   Tumor infiltriert perivesikales Gewebe
mikroskopisch
makroskopisch
(p) T4
.....T4a
.....T4b
   Tumor infiltriert eines der folgenden Organe: Prostata, Uterus, Vagina, Beckenwand, Bauchwand
Tumor infiltriert Prostata oder Uterus oder Vagina
Tumor infiltriert Beckenwand oder Bauchwand
N - Regionäre Lymphknoten
NX
   Regionäre Lk können nicht beurteilt werden
N0
   Kein Anhalt für regionäre Lk-Filiae
N1
   Metastase in solitärem Lk < 2 cm in größter Ausdehnung
N2
   Metastase in solitärem Lk > 2 cm, aber < 5 cm in größter Ausdehnung
N3
   Metastase in Lk > 5cm in größter Ausdehnung
M - Fernmetastasen
MX
   Fernmetastasen können nicht beurteilt werden
M0
   Kein Anhalt für Fernmetastasen
M1
   Fernmetastasen
Malignitätsgrade
G1
   gut differenziert
G2
   mäßig differenziert
G3
   schlecht differenziert
G4
   anaplastisches Karzinom

Metastasierung

– regionäre Lymphknotenmetastasen
– Fernmetastasen (hämatogen und lymphogen) selten, vor allem in Lunge, Leber, Knochen

Genetik

Derzeit gibt es keine Hinweise, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen.

Tumorformen

– papilläre Tumoren (80–90%)
– solide Tumoren (10–20%)
– in >25% multifokale und in 1–5% panurotheliale Erkrankungen (Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase)

Epitheliale Tumoren

– benigne: Papillome (2–3%)
– maligne: Urothel-Ca (90–95%), Plattenepithelkarzinom (<5%), Adenokarzinom (<2%), Undifferenziertes Ca (<3%)

Nicht-epitheliale (mesenchymale) Tumoren

Metastasen anderer Organtumoren bzw. sekundäre lokale Infiltration durch Tumoren benachbarter Organe

Sonderform

das sog. "in situ"-Karzinom = diffus auftretende maligne Zellen ohne eigentliche Tumorbildung

Charakteristika

Tumor-Agens ist der Harn: Es besteht also eine Disposition und damit eine Rezidivneigung. Wichtig ist daher eine lebenslange Kontrolle!

admin

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Oberflächlicher Blasenkrebs
« Antwort #2 am: 29. April 2007, 17:54 »


Das oberflächliche Blasenkarzinom

tritt mit einer Häufigkeit von 10-30/100.000 auf und ist Ursache für etwa 3,5% aller tumorbedingten Todesfälle (Zingg, 1982). 70-80% aller Tumoren sind bei Diagnosestellung oberflächlich. (Stadien pTa, pT1 und TIS).

Nach der transurethralen Resektion rezidivieren ca. 70% abhängig von Tumorstadium und Differenzierungsgrad (Lutzeyer et al.1982). Von diesen Rezidivierenden Tumoren zeigen etwa 25% eine Verschlechterung von Tumorstadium oder -differenzierung im Rezidiv (Heinisch et al. 1991; Heney et al. 1983).

Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt für das Tumorstadium pTa 95%, für das Stadium pT1G1-2 81% und für das Stadium pT1G3-4 64% (Tumorregister der RWTH Aachen).

Durch eine Tumorprogression bei Rezidiv wird die Prognose verschlechtert: im Stadium pTa auf 77,7%, im Stadium pT1G1-2 auf 78,6% und im Stadium pT1G3-4 auf 38,7% (Rübben et al. 1990). Eine besondere Risikogruppe stellen daher die pT1-Tumoren, die die lamina propria überschreiten und ein invasives biologisches Potential aufweisen, dar.

Wichtiges Prognosekriterium ist der Differenzierungsgrad (G) des Primärtumors: Nach transurethraler Resektion zeigen nur 0-6% der hochdifferenzierten G1 Tumoren eine Invasion, von den mittelgradig differenzierten G2 Tumoren dagegen werden 22-52% und von den niedrig differenzierten G3 Tumoren werden 5-82% invasiv (Kaubisch et al. 1991; Pauwels et al. 1988).

Auch ein primär multifokales Tumorwachstum kann als schlechtes prognostisches Zeichen betrachtet werden. Bei primär multifokalem Tumorwachstum zeigten wiesen über 90% selbst hoch differenzierter Tumoren ein Rezidiv im Zeitraum von 3 Jahren auf (Cutler et al. 1982, Kurth et al. 1989).

Auch Tumorgröße (>5cm), begleitende Urotheldysplasien (Lum und Torti, 1991) und begleitendes Carcinoma in situ (Utz et al. 1980) stellen ungünstige prognostische Faktoren dar.

In einer multivariaten Analyse konnte der Tumorstatus bei der 3-Monats-Kontrolle als wichtigster prognostischer Faktor für ein Blasenkarzinom bestätigt werden (Kurth et al. 1992).

Hinsichtlich der Progressionsrate konnte festgestellt werden, daß die Zeit
zum muskelinvasiven Karzinom
relativ kurz war. Bei 57% (43 von 76) der Patienten war bereits innerhalb des ersten Jahres eine Progression des Tumors zu beobachten. Für das Rezidiv nach 3 Jahren wies die multivariate Analyse die Abhängigkeit von der Tumorzahl (p=0,0001), der Zahl der Rezidivrate (p=0,0004) und der Tumorgröße (p=0,0005) nach. Als relevante prognostische Faktoren für die Zeit bis zur Invasion zeigten sich die frühere Rezidivrate (p=0,0062), den Differenzierungsgrad (p=0), die Tumorgröße (p=0,0064) und das Tumorrezidiv schon bei der ersten Nachsorge-Zystoskopie (p=0,0004).
« Letzte Änderung: 30. April 2007, 15:38 von admin »

Dietmar E.

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Blasenkrebs,Diagnostik,Therapie,Univ.Klinik Innsbruck
« Antwort #3 am: 10. Juni 2007, 17:38 »

B l a s e n k r e b s


http://www.uro-innsbruck.at/uroonkologie/website/blasentumor.htm

Diagnostik, Behandlungen

Um die Ursache der Symptome zu bestimmen, werden eine Reihe von Untersuchungen durchgeführt:
An der Universitätsklinik für Urologie sind verschiedene Tests (NMP22, FISH) in Erprobung, die eine Früherkennung von Harnblasenkrebs durch eine Untersuchung des Harns möglich machen könnten.
Bildgebende Verfahren, wie z.B. Ultraschall, Röntgen der Harnwege (Ausscheidungspyelographie), Computertomographie oder Kernspinresonanztomographie (MRI) sind eventuell notwendig.
Kann ein Blasentumor nicht ausgeschlossen werden, wird ein Instrument verwendet, das es ermöglicht, direkt in die Harnblase hineinzusehen;. Diese Untersuchung nennt man Zystoskopie oder Blasenspiegelung.


Behandlungsmethoden


Falls die Zystoskopie den Verdacht eines Tumors nahelegt, folgt normalerweise die chirurgische Entfernung. Die Behandlung des oberflächlichen Harnblasenkarzinoms erfolgt in zwei Hauptphasen:

1.   Die chirurgische endoskopische Entfernung aller feststellbaren Tumore in der Harnblase mittels Elektroschlinge (TURB oder ERB genannt) unter Teil- oder Vollnarkose. Dies geschieht durch die Harnröhre; ein Öffnen der Bauchhöhle ist nicht erforderlich.

Um möglichst alle Tumore zu entfernen, wird die sog. Photodynamischen Diagnostik (PDD) durchgeführt. Vor der TURB wird eine spezielle Flüssigkeit (ein sog. Photosensitizer) mittels Katheter in die Blase gefüllt. Ein Photosensitizers hat die Eigenschaft, sich besonders in Tumorzellen anzureichern. Durch spezielles Laserlicht wird der Photosensitizer angeregt und es kommt zu einem Aufleuchten (Fluoreszenz) der Tumorzellen, die dadurch besser und gründlicher abgetragen werden können Als Photosensitizer verwenden wir 5-Aminolaevulinsäure (ALA) oder chemisch ähnliche Substanzen (z.B. Hexyl-ALA). ALA ist eine Substanz, die in unserem Körper physiologisch vorkommt und für die Bildung des Blutfarbstoffes notwendig ist. Durch die histologische (mikroskopische) Untersuchung des entfernten Gewebes kann die Eindringtiefe und damit das Tumorstadium festgestellt werden.
Falls der Tumor in das Muskelgewebe vorgedrungen ist ("invasiver" Tumor), ist die vollständige radikale Entfernung der Blase erforderlich, und es wird ein alternativer Weg für den Abfluß des Urins aus dem Körper geschaffen.

2.   Nachdem die Art des Tumors und die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Auftretens festgestellt wurde, erfolgt üblicherweise eine weitere Behandlung, um ein erneutes Auftreten zu verhindern. Dazu wird die Blase mit verschiedenen chemischen oder biologisch aktiven Materialien gespült (Blaseninstillationen).

• Durch das Spülen mit chemotherapeutischen Lösungen sollen Krebszellen zerstört werden, die bei der Operation nicht entfernt wurden. Am gebräuchlichsten ist das Chemotherapeutikum Mitomycin C.

• Mit biologischen Therapeutika, wie z.B. BCG (abgeschwächte bzw. abgetötete Tuberkulosebakterien), soll in der Schleimhaut der Harnblase eine Immunreaktion hervorgerufen werden, die zur Zerstörung von Krebszellen führt.


Weitere Behandlungsmöglichkeiten oberfächlicher Tumore: (im Rahmen von klinischen Studien):

• KOMBINIERTE THERMO-CHEMOTHERAPIE FÜR DAS OBERFLÄCHLICHE KARZINOM DER HARNBLASE.
Der Effekt von lokalisierter Erwärmung auf bösartiges Gewebe ist schon lange Gegenstand der Forschung. Bei Temperaturen zwischen 42 -45ºC werden entartete (bösartige) Zellen in Gegensatz zu normalen Zellen eher zerstört. Für die lokale Erwärmung von Gewebe zeigte der Einsatz von Mikrowellen, d.h. Radiowellen mit einer Frequenz zwischen 300 MHz–300,000 MHz, die besten Ergebnisse hinsichtlich Wirkung und Nebenwirkungsprofil. In Studien konnte gezeigt werden, daß durch die Anwendung der Thermotherapie sowohl die Effektivität einer Bestrahlungsbehandlung als auch einer Chemotherapie gesteigert werden konnte. Bei der kombinierten Thermo-Chemotherapie des oberflächlichen Harnblasenkarzinoms wird ein spezieller Katheter in die Blase eingeführt, der eine Wärmesonde enthält. Während der gleichmäßigen Erwärmung der oberflächlichen Wandschichten der Harnblase wird ein Chemotherapeutikum (Mitomycin C) in die Harnblase eingebracht. In bereits durchgeführten Studien konnte bereits gezeigt werden, daß durch diese Kombination die zytotoxische Wirksamkeit von Mitomycin C entscheidend verbessert werden konnte. Ob die kombinierte Thermo-Chemotherapie auch eine Verminderung der Rezidivhäufigkeit des oberflächlichen Urothelcarcinoms der Harnblase bewirkt, ist zur Zeit Gegenstand von klinischen Studien

• PHOTODYNAMISCHE THERAPIE
Anm: siehe Diagnostik, Fluoreszenz
Bei diesem Verfahren wird wie bei der Photodynamischen Diagnostik ein Photosensitizer in die Blase gefüllt. Durch Anwendung von Laserlicht kommt es zur Erzeugung von freiem Sauerstoff, welcher für die Tumorzellen giftig ist und sie zum Absterben bringt.

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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RAUCHEN IST HAUPTURSACHE BEI BLASENKREBS ...........
« Antwort #4 am: 10. Juni 2007, 17:49 »

Prim. Univ. Doz. Dr. Claus Riedl

Blasenkrebs – Was ist das?

Wenn wir den Begriff Blasenkrebs verwenden, sprechen wir von bösartigen Tumoren der Blasenschleimhaut, die das Innere der Harnblase auskleidet.
Und hier gleich eine „schlechte Nachricht“ – Blasenkrebs ist konstant im Steigen begriffen. Er ist das 4.häufigste Karzinom des Mannes – Männer erkranken dreimal so häufig wie Frauen – und nimmt bei den Frauen in Sachen Häufigkeit Position 7 ein.

Wichtigste Ursache ist mit großem Abstand das Rauchen, gefolgt von der Belastung des Organismus mit aromatischen Aminen (Anilin-Krebs/Farbinidustrie), aber auch bestimmte chronische Formen der Harnblasenentzündung (zB durch Bilharziose, HPV-Infektion) oder chronische Harnwegsinfekte (Dauerkatheter)
Grundsätzlich unterscheiden wir gleichsam drei Formen des Blasenkrebses:

• Carcinoma in situ (CIS) – eine potentiell hochgefährliche Form, die sich - bildlich gesprochen - noch nicht „entschieden hat“ in welche Verlaufsform sie sich entwickeln wird. Mit freiem Auge kaum erkennbar gilt diese Variante grundsätzlich als extrem gefährlich

• Das oberflächliche Karzinom – es macht rund 80% der Fälle aus. Hier kommt es zu einem Wachstum an der Oberfläche der Blasenschleimhaut. Der Tumor wächst in Richtung Blaseninnenraum. Hierzu gehört auch eine Variante, bei der viele kleine und kleinste Karzinome auftreten, die mit freiem Auge schlecht sichtbar sind. Da diese Form wegen der fehlenden Metastasierung nicht lebensgefährlich ist, wird sie vielfach bagatellisiert. Faktum ist allerdings, dass sie eine extreme Belastung für die Betroffenen darstellt, die sich wegen der enormen Rezidivhäufigkeit dieser Verlaufsform bis zu 2 Operationen jährlich unterziehen müssen. Kaum ist also ein Karzinom entfernt, kommt schon wieder ein neues . . .

• Die dritte Form ist das in die Tiefe wachsende Karzinom, das die Blut- und Lymphschranke durchbricht und so gefährlich metastasiert. Die Häufigkeit liegt bei etwa 20%. Hier muss in der Regel die Blase entfernt und durch eine Ersatzblase aus Darm ersetzt werden.

Aus diesem Überblick ergeben sich nun schon die wesentlichen Ansatzpunkte für das neu zugelassene Diagnostikum und die Wichtigkeit einer möglichst genauen Tumorerkennung. Denn es ist Tatsache, dass nicht alle Karzinom-Formen mit freiem Auge gut erkennbar sind.

Wenn wir beim oberflächlichen Karzinom beispielsweise 15 Herde entfernen und gleichzeitig 5 übersehen, weil sie entsprechend klein sind, so übersehen wir für den Betroffenen damit 5 Rezidivherde, die schon vorhersehbar weitere Operationen notwendig machen, die bei Früherkennung schon im Rahmen des laufenden Eingriffes mit entfernt werden könnten.


Anm:
Ich bin bei der Pressekonferenz anwesend gewesen; ergänzungen: siehe Diagnostik, Hexvix; Dietmar Erlacher
« Letzte Änderung: 05. September 2007, 14:18 von Dietmar E. »
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Blasenkrebs, und jetzt?
« Antwort #5 am: 05. September 2007, 14:21 »
Info Univ. Klinik Essen, 06-07

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikeldruck.asp?id=54963

Deutsches Ärzteblatt print

Dorp, Frank vom; Kausch, Ingo; Jocham, Dieter

Diagnostik und Therapie des nichtinvasiven Harnblasenkarzinoms: Teil 2 der Serie zum Harnblasenkarzinom
Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 12 vom 23.03.2007, Seite A-797 / B-702 / C-676
MEDIZIN: Übersichtsarbeit

Zusammenfassung
Einleitung: 95 % aller Tumoren der Harnblase sind Urothelkarzinome. 80 % dieser Karzinome sind bei Erstdiagnose nichtinvasiv, 10 bis 15 % dieser Tumoren entwickeln im weiteren Verlauf ein muskelinvasives Wachstum. Nach der neuen WHO-Klassifikation wird das nicht muskelinvasive Urothelkarzinom anhand des histologischen Bildes und immunhistochemischer Analysen in einen „low grade“- beziehungsweise „high grade“-Tumor unterteilt. Dabei werden papilläre hochdifferenzierte Tumoren ohne Schichtungsstörung von den papillären Karzinomen als papilläre urotheliale Neoplasie von niedrig malignem Potenzial (PUNLMP) abgegrenzt. Methoden: Übersichtsarbeit auf der Basis einer selektiven Literaturauswahl. Ergebnisse und Diskussion: Die Therapie des nichtinvasiven Urothelkarzinoms besteht in der transurethralen Resektion, wobei bei pT1-Tumoren und bei „high grade“-Tumoren die Indikation zur Nachresektion gegeben ist. Bei Diagnose eines Carcinoma in situ wird üblicherweise zunächst eine intravesikale Immuntherapie durchgeführt, bei Therapieversagen nach 3 Monaten kann eine wiederholte Instillationstherapie oder die radikale Zystektomie erfolgen.
Dtsch Arztebl 2007; 104(12): A 797–802.
Schlüsselwörter: Urothelkarzinom, low grade, high grade, Carcinoma in situ


Die Anamnese eines nichtinvasiven Harnblasenkarzinoms beinhaltet die Frage nach Änderungen des Miktionsverhaltens wie Hämaturie, Dysurie, Strang- oder Pollakisurie. Risikofaktoren werden abgeklärt, zum Beispiel ein Nikotinabusus und eine beruflich bedingte Kanzerogenexposition (Grafik 1).
Zystoskopie und fraktionierte Gewebeentnahme
Standard in der Diagnostik und Nachsorge von Blasentumorpatienten ist die Zystoskopie, die mit einer Sensitivität von > 90 % Harnblasentumoren detektiert (1). Die Diagnostik des Carcinoma in situ ist in der Weißlichtendoskopie allerdings nur unzureichend. Zaak et al. zeigten, dass circa 50 % dieser flachen Urothelläsionen in der Weißlichtendoskopie übersehen wurden (2). Durch die gleichzeitige Anwendung der photodynamischen Diagnostik von intravesikal applizierten und tumorselektiv angereicherten Farbstoffen kann diese Tumorentität wesentlich effizienter diagnostiziert werden (3, e1, e2). Mittels fraktionierter Gewebeentnahme sichert man die Diagnose histopathologisch.
Etwa 95 % aller Blasentumoren gehen vom Urothel aus, wobei man generell zwischen einem papillären und einem soliden Tumorwachstum unterscheidet. Das Urothelkarzinom der Harnblase tritt hinsichtlich Tumorbiologie und Progressionsrate in 2 Formen auf. Bei der Erstdiagnose zeigen 80 % aller Tumoren ein nichtinvasives, papilläres Wachstum. 10 bis 15 % dieser Tumoren entwickeln eine Progression mit muskelinvasivem Tumorwachstum (Grafik 2).
Mit dem Begriff oberflächliches Urothelkarzinom wurden bisher alle urothelialen Tumoren bezeichnet, die kein muskelinvasives Wachstum zeigen, entsprechend nichtinvasiven papillären Tumoren und stromainvasiven Tumoren des Urothels. Aufgrund der Problematik, einen per Definition invasiven Tumor als oberflächlich zu bezeichnen und wegen der genetischen Heterogenität der stromainvasiven Tumoren, sollte von nichtinvasiven (Ta, Cis) oder invasiven (T1) Tumoren gesprochen werden und die genauere Charakterisierung über das Wachstumsmuster (papillär) und die Invasionstiefe erfolgen.


Histopathologisches Grading
Die neue WHO-Klassifikation verdeutlicht, dass es innerhalb der verschiedenen Stadien des Urothelkarzinoms Untergruppen mit höherer Malignität und größerer Progressionswahrscheinlichkeit gibt, die zunehmend genetisch charakterisiert werden. Genetisch stabile Tumoren werden als „low grade“ maligne und genetisch instabile Tumoren als „high grade“ maligne bezeichnet.
Papilläre hochdifferenzierte Tumoren sind nicht mehr als maligne einzustufen. Sie erhalten den Namen „papilläre urotheliale Neoplasie mit niedrig malignem Potenzial“, sogenannte PUNLMPs (Grafik 3). Ein urothelialer Tumor mit leichter Schichtungsstörung und damit verbundenem ungeordnetem Erscheinungsbild wird als nichtinvasives Urothelkarzinom, „low grade“, also niedrig maligne befundet.
Eine Zell- und Kernpolymorphie und eine damit verbundene Schichtungsstörung eines papillären Tumors, die größer ist und der des invasiven Tumors entspricht, bezeichnet man als nichtinvasives papilläres Karzinom „high grade“, also hoch maligne. Aneuploidie ist die Ursache der Polymorphie, und über das histologische Bild hinaus bestärken genetische Analysen im Sinne von Expressions- und Mutationsanalysen (zum Beispiel p53 und pRB [Retinoblastom-Protein]) und begleitende immunhistochemische Untersuchungen (Ki 67 und CK 20) diese Unterscheidung.
Eine besondere Herausforderung stellen Patienten mit einem pT1-Urothelkarzinom dar, die etwa 10 bis 20 % aller Urothelkarzinome ausmachen und üblicherweise konservativ mittels transurethraler Resektion behandelt werden. 20 bis 30 % dieser Patienten haben im weiteren Verlauf eine lokale Progression zu einem muskelinvasiven Tumor, sodass bei pT1-Tumoren nach circa 4 bis 6 Wochen eine Nachresektion indiziert ist. Die genetischen Befunde bestätigen die verwendeten histopathologischen Entitäten als prognostisch bedeutsame Subgruppen. Es ist mit der histologischen Diagnostik jedoch zwingend eine ausreichende Aufarbeitung des Tumormaterials in zahlreichen Schnitten verbunden. Diese ist eine Voraussetzung, um die Diagnose nichtinvasiv gegen invasiv sicher abgrenzen zu können und um bei einem als PUNLMP und damit gutartig diagnostizierten Tumor nicht eine geringer differenzierte Tumorkomponente zu übersehen.
Das Carcinoma in situ ist eine flache, nichtpapilläre intraepitheliale Läsion. Es gibt Hinweise, dass es eine Vorläuferläsion des invasiven Urothelkarzinoms ist (Abbildung). Tyrkus et al. zeigten, dass Carcinomata in situ chromosomale Aberrationen aufweisen, die denen invasiver Karzinome ähnlich sind (4). Entsprechend der neuen WHO-Klassifikation gibt es das Carcinoma in situ als „high grade“-Läsion und die Dysplasie als „low grade“-Läsion. Ein kleiner Herd hochgradig abnormer Zellen umgeben von normalem Urothel muss Carcinoma in situ genannt werden, weil unabhängig von der Menge der Zellen ein hohes Malignitätspotenzial besteht.

Prognostische Faktoren
Die wesentlichen prognostischen Faktoren für das Urothelkarzinom sind Infiltrationstiefe und Differenzierungsgrad. Zwischen beiden besteht ein enger Zusammenhang: Nichtinvasive Urothelkarzinome sind im Gegensatz zu muskelinvasiven Karzinomen in mehr als 60 % der Fälle hochdifferenziert (Tabelle). Patienten mit nichtinvasiven Tumoren (pTa) entwickeln unabhängig vom Differenzierungsgrad in 0,7 % der Fälle Metastasen. Bei Infiltration der Lamina propria ist mit einer Metastasierung in 14 bis 23 % der Fälle zu rechnen. Das Rezidivrisiko steigt, wenn multiple Tumoren existieren, der Tumordurchmesser > 3 cm ist, bei zunehmender Entdifferenzierung, bei begleitendem Carcinoma in situ und bei Vorliegen eines pT1-Stadiums.
Bei der Mehrzahl der Patienten mit „low risk“-Tumoren (pTa G1–2) entwickelt sich eine Metastasierung nicht primär, sondern als Folge einer lokalen Tumorprogression. Sie verschlechtert die Prognose vor allem der Patienten mit pT1-G3-Tumoren. Das Tumorrezidiv hat einen gesicherten Einfluss auf das Überleben der Patienten mit pT1-G3-Urothelkarzinomen. Wie die Daten des Essener Harnwegstumorregisters zeigen, scheint sich die Tumorbiologie von Patienten mit nichtinvasivem pTa-G1-2-Urothelkarzinom deutlich von der von Patienten mit einem pT1-G3-Karzinom zu unterscheiden. Dies wird in einer niedrigeren Metastasierungsrate und in einer verminderten Progressionsrate des lokalen Rezidivs deutlich (5).

Urinzytologie und uringebundene Markersysteme
Ziel der urinzytologischen Diagnostik ist in erster Linie die Detektion von „high risk“-Urothelkarzinomen. Die Sensitivität für dieses Tumorspektrum beträgt 75 bis 95 % für ehemalige G2- und G3-Karzinome (6, e3, e4). Insbesondere für die Diagnostik des Carcinoma in situ zeigt die Urinzytologie eine exzellente Treffsicherheit von 95 %. Die Untersuchung zeichnet sich durch eine hohe Spezifität aus (17, e5). Uringebundene Markersysteme sollen die Detektionsrate steigern.
Beachtung fand die Detektion des „bladder tumor antigen“ (BTA), das bei Patienten im Urin im Schnelltest nachweisbar war. Der BTA-stat-Test erreichte bei einer Spezifität von 95 % eine Sensitivität von 57 % für G1-Tumoren, 56 % für G2-Tumoren und 95 % für G3-Tumoren. In der Kontrollgruppe mit Harnwegsinfekten, Urolithiasis oder einer benignen Prostatahyperplasie bestand eine Spezifität von 33 % (e5, e6).
Der NMP-22-Test basiert auf dem Nachweis des „nuclear matrix protein“ als Bestandteil des Mitoseapparats. Die Arbeitsgruppe um Poulakis et al. erreichte eine Sensitivität von 82 % für G1-, 89 % für G2- und 94 % für G3-Tumoren. Die Spezifität betrug 68 % (8). Ein neue Möglichkeit zur Detektion von Urothelkarzinomen im Urin ist die Fluoreszenz-in-situ-Hybridisierung (FISH) und die Mikrosatelliten-Analyse (9, e7). Hierzu werden fluoreszierende zentromerische und lokusspezifische DNA-Proben eingesetzt, um Urothelzellen mit chromosomalen Anomalien zu erkennen. Halling et al. erzielten Sensitivitäten von 36 % für G1-, 76 % für G2- und 96 % für G3-Tumoren. Die Spezifität betrug 96 % (10). Ein weiteres Markerprotein ist das Anti-Apoptose-Protein Survivin (e8). Die bislang durchgeführten Studien hatten nur geringe Fallzahlen. Es wurde eine Sensitivität von 100 % und eine Spezifität von 100 beziehungsweise 87 % erreicht (11, e9).
Zytokeratine sind die dominierenden Zytoskelett-Proteine epithelialer Zellen; die Expression der Zytokeratine 8, 18, 19, 20 wurde in Urothelkarzinomen in zahlreichen Studien untersucht. Mit dem UBC-Test und dem Cyfra 21–1 sind Urintestverfahren verfügbar, die Zytokeratin 8, 18 und ein Fragment von Zytokeratin 19 im Urin darstellen. Die Detektion von Zytokeratin 20 bleibt der Immunhistochemie beziehungsweise der RT-PCR vorbehalten. In bislang publizierten Studien wird über eine Sensitivität, stratifiziert über die Differenzierungsgrade, von 13 bis 60 % für G1-, 42 bis 79 % für G2- und 35 bis 75 % für G3-Tumoren berichtet (12, e10). Derzeit kann kein uringebundenes Markersystem die Zystoskopie in der Diagnostik des nichtinvasiven Urothelkarzinoms ersetzen. Ein Einsatz als Primärdiagnostik ist derzeit insbesondere bei einer noch hohen Rate falschpositiver Befunde nur bedingt zu unterstützen.


Ausscheidungsurogramm und Sonographie
Zur Diagnostik von Blasentumoren gehört das Ausscheidungsurogramm und die Sonographie zur Detektion exophytischer Blasentumoren sowie gegebenenfalls einer Lymphknotenvergrößerung (ab 2,5 cm) oder einer hepatischen Filiarisierung. Die Notwendigkeit des initialen Ausscheidungsurogramms wird allerdings wegen der seltenen metachronen Inzidenz von Tumoren des oberen Harntrakts kontrovers diskutiert.


Therapie des nichtinvasiven Blasenkarzinoms
Patienten mit nichtinvasiven Blasentumoren sind kein einheitliches Kollektiv: Die korrigierten Überlebensraten der Patienten mit nichtinvasiven Tumoren (Ta G1–3, T1 G1–2) liegen 5 Jahre nach der transurethralen Resektion (TUR) zwischen 81 und 96 %. Eine ungünstigere Prognose zeigen Patienten mit T1G3-Karzinomen. Nichtinvasive Tumoren (pTa) führen in weniger als 1 % der Fälle zur Metastasierung, 99,3 % dieser Patienten überlebten metastasenfrei 5 Jahre.

Indikation zur Nachresektion
Die Indikation zur erneuten TUR besteht bei pT1-Tumoren und bei pTa-Tumoren, bei denen eine komplette Tumorresektion zunächst nicht möglich war (13). Ferner sollte eine Nachresektion erfolgen, wenn im pathologischen Präparat keine Muskulatur nachgewiesen wurde. Hat man bei der Erstresektion ein Ta/T1-„high grade“-Karzinom detektiert, sollte auch dieser Befund nachreseziert werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ta/T1-G3-Urothelkarzinom mit einer Muskelinvasion einhergeht, liegt bei 10 % (13). Deswegen ist auch hier eine Nachresektion angezeigt.

Radikale Zystektomie
Eine hohe Tumorprogressionsrate haben Patienten mit einem pT1G3-Tumor; 36 % der Patienten sterben innerhalb von 5 Jahren an dieser Krebserkrankung (5, 14). Stöckle et al. und Herr et al. korrelierten Überlebensraten nach Zystektomie und Erstnachweis eines Harnblasenkarzinoms pT1 mit den Resultaten einer verzögerten Zystektomie, die nach dem Rezidiv eines pT1-Tumors erfolgte. Die korrigierten 5-Jahres-Überlebensraten betrugen 89 beziehungsweise 92 %; früher – nach verzögerter Zystektomie bei Auftreten eines Rezidivs – nur 60 % beziehungsweise 56 % (15, 16). Allerdings ist auch die BCG-Therapie eine sinnvolle Option beim T1G3-Blasenkarzinom. Sie ergibt 5-Jahres-Überlebensraten von bis zu 88 %, sodass derzeit nicht klar festgelegt werden kann, welcher Patient mit einem T1G3-Tumor früh zystektomiert werden muss.
Indikationen zur Blasenteilresektion werden allenfalls beim gut zugänglichen solitären Tumor (zum Beispiel am Blasendach), beim Divertikelkarzinom oder beim solitären T1G3-Karzinom ohne begleitendes Carcinoma in situ gesehen.

Strahlentherapie
Im randomisierten Vergleich ist die definitive Strahlentherapie der Radiochemotherapie unterlegen. Die Radiochemotherapie ist ein multimodales, auf Organ- und Funktionserhalt zielendes Konzept, das im nicht randomisierten Vergleich zur Zystektomie quod ad vitam um 10 bis 15 % schlechter bewertet wird. Größere Serien zeigen 5-Jahres-Überlebensraten von 48 bis 63 % (17). Häufigste Nebenwirkungen sind die radiogene Zystitis und das kurzfristige Auftreten einer Proktitis. Spätkomplikationen sind im Wesentlichen Fistelbildungen und die radiogene Schrumpfblase.

Adjuvante Therapie
Die adjuvante Behandlung nach TUR sollte das Tumorrezidiv und wenn möglich auch die Progression verhindern. Adjuvante Therapiemaßnahmen können Chemo- oder Immuntherapie sein.

Intravesikale Chemotherapie
Die Wirksamkeit für intravesikal angewandte Chemotherapeutika hinsichtlich der Rezidivrate konnte durch die topische Anwendung von Thiotepa, Mitomycin, Doxorubicin und Epodyl bei nicht komplett resezierten, nicht muskelinvasiven Harnblasentumoren belegt werden. Eine Metaanalyse der European Organisation for Research and Treatment of Cancer und des Medical Research Council, Großbritannien, zeigte im Vergleich zur alleinigen TUR keinen Einfluss der topischen Therapie auf Tumorprogression, Fernmetastasen, Überleben und Tod. Empfohlen wird eine unmittelbar postoperative Zytostatikaapplikation (Frühinstillation) (18, e11), zunächst wöchentlich oder alle 2 Wochen, danach monatlich. Die Gesamtbehandlungsdauer sollte bei erfolgter Frühinstillation 6 Monate nicht überschreiten. Ohne Frühinstillation scheint die Erhaltungstherapie über 12 Monate sinnvoll zu sein.

Immuntherapie
Vergleichbar zur intravesikalen Chemotherapie sind die Immuntherapeutika Bacillus Calmette-Guérin (BCG) und a-Interferon. Interferon wirkt immunmodulierend und antiproliferativ. Die prinzipielle Wirksamkeit dieser Substanzen nach Instillation bei noch vorhandenem Tumor wurde geprüft. Kontrollierte Studien zur intravesikalen Therapie mit BCG zeigen eine Senkung der Rezidivrate im Vergleich zur alleinigen TUR. Die Rezidivhäufigkeit kann durch die Anwendung von BCG um bis zu 56 % gesenkt werden (19). Die Immuntherapie mit BCG ist durch die Erhaltungstherapie verbessert worden. Eine prospektiv randomisierte Untersuchung der Southwestern Oncology Group durch Lamm hat signifikante Vorteile im Hinblick auf die Rezidivrate für die Erhaltungstherapie mit BCG gezeigt, ein signifikanter Vorteil bezüglich Progressionsrate und tumorbedingter Todesrate wurde nicht beschrieben. Zudem weist die Erhaltungsbehandlung schwerwiegende Nebenwirkungen bei 26 % der Patienten auf (20).
Eine Metaanalyse der EORTC bewertet den Einfluss von BCG auf die Tumorprogression (21). 260 von 2 658 mit BCG therapierten Patienten wurden progredient (9,8 %) im Vergleich zu 304 von 2 205 Kontrollpatienten (13,8 %). Der Unterschied war signifikant, beschränkte sich aber auf Patienten mit einer BCG-Erhaltungstherapie.


Therapie des Carcinoma in situ
Das derzeitige Therapiekonzept beim Tis sieht zunächst eine intravesikale Behandlung mit BCG vor. Ist innerhalb von 3 Monaten eine komplette Remission nicht zu erreichen, sollte eine wiederholte Instillation oder eine Zystektomie angeschlossen werden.
Bei der intravesikalen Immuntherapie des „high grade“-Karzinoms beziehungsweise des Tis zeigt die derzeitige Datenlage, dass die BCG-Therapie die Progression verzögern kann. Dabei werden verschiedene Stämme von BCG genutzt. Die Applikation erfolgt über 6 Wochen einmal wöchentlich gefolgt von einer Erhaltungsbehandlung über maximal 36 Monate (22). Der hohe Anteil späterer muskelinvasiver Karzinome lässt die frühzeitige radikale Zystektomie in der Behandlung des therapierefraktären Carcinoma in situ sinnvoll erscheinen (23). Allerdings ist heute aufgrund fehlender Marker und fehlender prospektiver vergleichender Studien unklar, welche Patienten einer frühen Zystektomie zugeführt werden sollten.

Interessenkonflikt
Dr. vom Dorp und PD Dr. Kausch erklären, dass kein Interessenkonflikt im Sinne des International Committee of Medical Journal Editors besteht. Prof. Jocham hatte eine Vertragstätigkeit in Verbindung mit Hexvix, Fa. GE Health Care.

Manuskriptdaten
eingereicht 17. 1. 2006, revidierte Fassung angenommen: 23. 2. 2007

Danksagung
Die Autoren bedanken sich für die konstruktive Mitarbeit bei Prof. Dr. med. Dr. h.c. H. Rübben, Prof. Dr. med. R. Knüchel-Clarke, Prof. Dr. med. K. Schmid, Prof. Dr. med. C. Stief und PD Dr. med. D. Zaak.

Anschrift für die Verfasser
Dr. med. Frank vom Dorp
Klinik und Poliklinik für Urologie
Kinderurologie und Urologische Onkologie
Universitätsklinikum Essen
Hufelandstraße 55
45122 Essen
E-Mail: frankvomDorp@web.de

Mit „e“ gekennzeichnete Literatur:
www.aerzteblatt.de/lit1207
The English version of this article is available online:
www.aerzteblatt.de/english

« Letzte Änderung: 05. September 2007, 14:32 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

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Blasenkrebs - oft auch Berufserkrankung
« Antwort #6 am: 28. Oktober 2007, 01:02 »
Der Blasenkrebs

gehört zu den zehn häufigsten Tumorenerkrankungen in Deutschland. Früher war dieser Krebs eine so genannte Männerkrankheit, aber inzwischen erkranken auch immer mehr Frauen daran. Und: Die Patienten werden immer jünger. Früher war das durchschnittliche Alter der Erkrankten 66 Jahre. Mittlerweile sind Patienten zwischen 40 und 50 Jahren und noch jünger.

Rauchen (Passivrauchen), Dieselkraftstoffe, Umweltgifte und Farbstoffe in Kleidung oder Haarfärbemitteln sind erwiesene Auslöser für diesen Krebs. Deswegen ist Blasenkrebs auch eine anerkannte Berufserkrankung bei Arbeitern, die mit entsprechenden Stoffen in Berührung kommen. Bereits 1895 wurde bei den Farbwerken Hoechst festgestellt, dass Arbeiter, die mit bestimmten Chemikalien zu tun hatten, vergleichsweise häufig an Blasenkrebs erkrankten.

Wie bei allen anderen Krebserkrankungen ist es auch beim Blasenkrebs Früherkennung wichtig. Blut im Urin gilt als Anzeichen für einen eventuell vorhandenen Blasentumor. Und Ärzte sehen es als absolutes Alarmzeichen an, wenn es sich um Blutungen ohne Schmerzen handelt. Blut im Urin lässt sich mit Teststäbchen nachweisen, die es für wenig Geld in jeder Apotheke gibt. Bei dem Test werden Blutzellen sichtbar gemacht, lange bevor Blutungen mit bloßem Auge zu erkennen sind.

Wird Blasenkrebs rechtzeitig erkannt und richtig behandelt, ist er heilbar. Die Überlebenschancen sind abhängig von der Art des Tumors und vom Stadium der Erkrankung. Treten schon Schmerzen auf, ist es für eine einfache Behandlung oft zu spät. In vielen Fällen bleibt dann nur noch die Entfernung der gesamten Blase.

Bei hochaggressiven Tumoren, die in die Blasenwand hineingewachsen sind, muss die gesamte Harnblase entfernt werden. Oberflächliche Tumoren werden heute meist mit einer Videoresektion behandelt. Dabei wird eine winzige Kamera durch die Harnröhre eingeführt. Der Chirurg sieht dann auf dem Bildschirm den Tumor und kann ihn mit Hilfe einer Elektroschlinge weg schneiden.

Damit die Patienten gegebenenfalls auch ohne eigene Blase gut leben können, wird ihnen - wenn die medizinischen Vorraussetzungen es zulassen - während der Operation aus einem Stück Darm eine neue Blase gebaut. Auch Frauen können mittlerweile eine solche "Neoblase" bekommen. Noch bis vor wenigen Jahren war dies nicht möglich. Entsprechende Versuche scheiterten, weil die Anatomie des weiblichen Beckens um vieles komplizierter ist als die des Mannes. Ein großer Fortschritt wurde erzielt, denn nun müssen Frauen nach einer Entfernung der Harnblase nicht zwangsläufig mit einem künstlichen Ausgang leben. Wenn medizinische Gründe das Anlegen einer neuen Blase unmöglich machen, bekommen die Patienten eine Durchlaufblase und müssen einen Beutel tragen.


Prof. Dr. med. Andreas Gross, Chefarzt der Urologischen Abteilung
des Marien- Krankenhauses, Bergisch Gladbach
AutorIn: Barbara Wiedemann

« Letzte Änderung: 28. Oktober 2007, 01:07 von Edi »

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Urothelkarzinom
« Antwort #7 am: 22. November 2007, 20:52 »
Urothelkarzinom

Groblokalisation: Niere, Harnwege

Topographie: Harnblase

DiagnoseGruppe: maligner Tumor

Einleitung: Aetiologie:
Die Hauptursache für Harnblasenkarzinome in den industrialisierten Ländern ist das Rauchen.

Lokalisation:
Urothelkarzinome entstehen zu über 90% in der Harnblase, können aber auch von Nierenbecken, Ureter oder Urethra ausgehen. Nicht selten sind multizentrische Tumoren (Feldeffekt der einwirkenden Noxen, Implantationsmetastasen). Bei Urothelkarzinomen der oberen Harnwege wird in einem Drittel bis zur Hälfte der Patienten später ein Blasenkarzinom gefunden.

Morphologie:
Makroskopisch finden sich polypoide, papilläre oder ulzerierte Tumoren. Mehr als 90% der epithelialen Tumoren entfallen auf Urothelkarzinome, der Rest auf Plattenepithelkarzinome, Adenokarzinome ausgehend von Urachusresten und kleinezellige Karzinome. Mikroskopisch bilden Urothelkarzinome unterschiedlich grosse, teils sehr kleine (auch Einzelzellen) invasiv wachsende Epithelzellverbände mit häufig deutlichen Zellatypien. Zumindest herdförmige plattenepitheliale oder adenomatöse Differenzierungen (Metaplasien) kommen oft vor und haben keine prognostische Bedeutung. Ausserhalb des invasiven Karzinoms zeigt das Urothel gehäuft ein Carcinoma in situ .


Diagnose

Carcinoma in situ des Urothels

Beschreibung

Verschmälertes Urothel. Deutlich ausgeprägte Zellkernpolymorphie. Starke Vergösserung der hyperchromatischen Kerne mit Verschiebung der Kern-Zytoplasmarelation.

Zusatzbefund

Invasives Plattenepithelkarzinom der Harnblase.

Genetik:
Genetisch handelt es sich um instabile Tumoren mit zahlreichen chromosomalen Veränderungen. Häufig sind Mutationen und Deletionen von p53.

Vorkommen:
20-30% der Urothelneoplasien sind invasiv wachsende Urothelkarzinome. Es sind überwiegend alte Patienten betroffen. Urothelkarzinome sind beim Mann viermal häfiger als bei der Frau.

Symptomatik:
Die Patienten bemerken eine Hämaturie und/oder Dysurie. Gewichtsverlust, Fieber, Leuko- und Thrombozytose deuten auf ein fortgeschrittenes Stadium hin. Vielfach sind der Entdeckung des invasiven Karzinoms zahlreiche transurethrale Resektionen von nicht invasiven papillären Urotheltumoren vorausgegangen.

Diagnostik:
Patienten mit Hämaturie nach dem 40. Lebensjahr müssen mit einer Zystoskopie mit Biopsie und kompletter Abtragung suspekter Befunde sowie mittels Urinzytologie abgeklärt werden. Da der Tumor makroskopisch oft schlecht sichtbar ist, werden systematisch von verschiedenen Stellen Biopsien entnommen (sogenanntes Mapping). Die Urinzytologie erfasst auch die selteneren extravesikalen Tumoren, die der Zystoskopie nicht zugänglich sind. Falls zystoskopisch ein möglicherweise invasiver Tumor vorliegt, ist zusätzlich eine Computertomographie notwendig. Aufgrund der grossen Häufigkeit von Chromosomenveränderungen können invasiv wachsende Urotheltumoren mit molekular-zytogenetischen Hilfsuntersuchungen (Fluoreszenz in situ Hybridisierung; FISH) von Zellen im Urin fast immer diagnostiziert werden. Die FISH Untersuchung ist dabei sensitiver und spezifischer als eine alleinige zytologische Untersuchung des Urins.
Sensitivität und Spezifität von Urin-Streifentests und -Zytologie sind für ein bevölkerungsweites Screening ungenügend. Zusammen mit der vergleichsweise tiefen Inzidenz würden ein zu hoher Abklärungsaufwand und zu hohe Kosten resultieren.

Therapie:
Wenn keine Metastasen vorliegen, kann ein Patient durch radikale operative Eingriffe (Zystektomie mit pelviner Lymphknotendissektion, Nephrektomie) geheilt werden. Bei inoperablen Patienten sollten eine potentiell kurative Bestrahlung oder Chemo-/Radiotherapie erhalten. Bei den primär metastasierten Urothelkarzinomen versprechen Chemotherapien einen guten palliativen Effekt.

Prognose:
Insgesamt ist die Prognose invasiver Karzinome schlecht. Nur 30% dieser Patienten überleben 3 Jahre. Falls eine Zystektomie durchgeführt werden kann, ist die Prognose besser (50% 5-Jahres Überleben).

 

Morphologische Merkmale:

Ulzerierter Tumor mit Einblutungen.
Zerstörung der Harnblasenwandmuskulatur und Tumorinfiltration des perivesikalen Fettgewebes.
Solider Tumor aus zytoplasmareichen Tumorzellen mit polymorphen hyperchromatischen Kernen.
Tumornekrosen.
Gefässeinbrüche.
Zahlreiche Mitosen.
Begleitendes gemischtes Entzündungsinfiltrat mit eosinophilen Granulozyten.
Das sollte der Kliniker dem Pathologen mitteilen:

Genaue Lokalisation des Tumors.
Urotheltumoren in der Vorgeschichte.
Phenacetinabusus.

Edi

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Blasenkrebs, Allgemeines
« Antwort #8 am: 06. Januar 2008, 23:02 »

Blasenkrebs

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


Als Blasenkrebs werden allgemein von der Harnblase ausgehende Geschwülste bezeichnet. Der Blasenkrebs ist die vierthäufigste Krebsart des Mannes und die siebthäufigste Krebsart der Frau und wird in Deutschland bei knapp 26000 Menschen pro Jahr neu diagnostiziert. Männer sind 2-3 mal (USA 3-4 mal) so häufig betroffen als Frauen.

Inhaltsverzeichnis

•   1 Tumorarten
•   2 Ursachen
•   3 Symptome
•   4 Diagnostik
•   5 Klassifikation
•   6 Therapie
•   7 Nachbehandlung
•   8 Quellen
•   9 Weblinks

Tumorarten
 
 
Urothelkarzinom der Blase
In den westlichen Industrienationen ist der verbreitetste feingewebliche Typ mit ca. 90% der Fälle das Urothelkarzinom oder Transitionalzellkarzinom. Dieses geht von der Blasenschleimhaut selbst aus. Vor allem in Ländern in denen die Bilharziose verbreitet ist, findet sich das Plattenepithelkarzinom (typisches Beispiel: Ägypten). Seltener kommen die Adenokarzinome der Blase, die vom Urachus, einem Überbleibsel der Embryonalentwicklung, ausgehen und andere Subtypen wie Tumoren, die von der Muskelschicht entspringen (Sarkome)oder Absiedlungen von Tumoren anderer Organe vor. Bis auf seltenere Ausnahmen (Papillome, Myome, Hyperplasien) werden Blasentumore zu den bösartigen Tumoren gerechnet.

Ursachen

Rauchen ist klar der größte Risikofaktor für den Blasenkrebs. Interessanterweise ist dies nicht allgemein bekannt. In einer Befragung von urologischen Patienten gaben zwar fast alle den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs an, aber nur 34% wussten, dass Blasenkrebs durch Rauchen verursacht wird. [1]
Weiterhin ist der Kontakt zu aromatischen Aminen (beta-Naphthylamin, Benzidin) ein bekannter Risikofaktor. In zahlreichen Berufen ist der Kontakt zu solchen krebsverursachenden Stoffen möglich und der Blasenkrebs als Berufskrankheit anerkannt. Zu diesen zählen Arbeiter in der Chemieindustrie, Stahlindustrie, Automechaniker, Lederindustrie, Zahntechniker und als Friseur. [2]
Billharzioseerkrankungen gelten als Risikofaktor.
Die Rolle von chronischen Entzündungen in der Tumorentstehung ist umstritten.
Neuere Untersuchungen deuten auf eine mehr oder weniger direkte Beteiligung von Humanen Papillomviren (HPV) hin. [3]

Symptome

Häufigstes Zeichen eines Blasentumors ist die schmerzlose Verfärbung des Urins durch Blut. Dies kann als Makrohämaturie (mit bloßem Auge erkennbar) oder als Mikrohämaturie (in Teststreifen oder Mikroskop erkennbar) vorkommen. Hierbei handelt es sich im Allgemeinen um ein Frühsymptom. Weiterhin kann es zu Symptomen ähnlich einer Blasenentzündung wie dem häufigem Harndrang oder auch Schmerzen beim Wasserlassen kommen. Flankenschmerzen weisen meist auf ein fortgeschrittenes Stadium hin. Obwohl diese Symptome auch bei anderen Erkrankungen vorkommen können, muss -insbesondere bei hartnäckigen oder wiederkehrenden Beschwerden oder beim Vorliegen von Risikofaktoren- eine weitere Abklärung durch den Urologen erfolgen.

Diagnostik

Wegweisend für die Diagnose ist die Blasenspiegelung (Zystoskopie). Hierbei erscheint die Schleimhaut verändert, meist farnartig (papillär-exophytisch) oder gerötet und flach-erhaben, sodass bereits der hochgradige Verdacht gestellt werden kann. Durch eine Probenentnahme (Biopsie), die oft direkt im Rahmen der Tumorabtragung (TURB) erfolgt, und der nachfolgenden feingeweblichen Untersuchung wird die Diagnose gesichert. Weiterhin wird eine Ultraschalluntersuchung und Darstellung des oberen Harntraktes (z.B. durch IV Urogramm oder Computertomographie) durchgeführt. Stellt sich der Verdacht auf einen fortgeschrittenen Befund wird das staging durch eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie des Bauchraums, sowie eine Röntgenaufnahme des Brustkorbes komplettiert.

Klassifikation

usw. auf:

http://de.wikipedia.org/wiki/Blasenkrebs


« Letzte Änderung: 06. Januar 2008, 23:02 von Edi »

Edi

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Blase, Allgemeines
« Antwort #9 am: 06. Januar 2008, 23:09 »

Anatomie und Physiologie der Harnblase

Zusammenfassende Literatur: (Benninghoff, 1993).

Makroskopische Anatomie

Gliederung

Die Harnblase wird in Corpus vesicae mit Hinterwand und Seitenwand, Apex vesicae (Blasenscheitel) mit Vorderwand, Trigonum vesicae mit Ostium ureteris (Harnleitermündung) und Collum vesicae (Blasenhals) gegliedert.

Topographie

Die Harnblase liegt präperitoneal hinter der Symphyse. Ventral der Harnblase liegt das Spatium retropubicum (Spatium retzii) als Verschiebeschicht für entsprechende Füllungszustände. Nach abdominal besteht Nachbarschaft zu Dünndarm und Sigma. Lateral liegen die Vasa iliacae. Der Harnblasenhals geht beim Mann breitflächig in die Prostata über. Bei der Frau liegt das Trigonum vesicae und der Blasenhals der Vagina an, dorsal der Harnblase liegt der Uterus. Das Peritoneum zieht über die Hinterfläche der Harnblase und bildet beim Mann mit dem Rektum die Excavatio rectovesicalis, bei der Frau mit dem Uterus die Excavatio vesico-uterina.

Und weiter geht es auf:

http://www.urologielehrbuch.de/harnblasenanatomie.html



Dietmar E.

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Blasenkrebs, und jetzt ..........
« Antwort #10 am: 18. Januar 2008, 01:30 »

Eine gute Zusammenfassung

zu Blasenkrebs

gibt es in dieser

Broschüre von Lilly:

http://www.lilly-pharma.de/fileadmin/media/lilly/broschueren/pm040153.pdf

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Urothelkarzinom, aber wo?
« Antwort #11 am: 24. März 2008, 00:25 »

Ein Urothelkarzinom ist meist ein Blasenkrebs.

Oft findet man Blut im Harn, schon oder nicht sichtbar (Streifentest!).
Dann erfolgt die Blasenspiegelung als Fluoreszenz-Zystoskopie (Infos hier unter Diagnostik)
und man sieht den Tumor in der Blase, entfernt ihn, macht eine Therapie, meist mit
Mitomycin, oder BCG, manchmal Immucothel.

Was aber wenn man nicht weiß, wo das Urothelkarzinom ist.

Durch eine Harnuntersuchung (Zytologie) mit Spontanharn, oder Spülharn (bei der Blasenspiegelung)
werden "maligne Zellen" entdeckt, wodurch das Befundergebnis Urothelkarzinom entsteht.

Weiters gibt es einen FISH-Test (siehe hier unter Labordiagnostik), wo mittels spezieller Untrersuchung ein
Urothelkarzinom gefunden werden kann.

Was aber, wenn durch Spontanzytologie und/oder Spülzytologie und/oder FISH-Test
ein Urothelkarzinom festgestellt wurde, man aber bei der Blasenspiegelung nichts findet?

Dann ist das Beste, eine Fluoreszenz-Blasenspiegelung (z.B. mit dem Zusatz Hexvix)
durchführen zu lassen (Infos hier: Fluoreszenzzystoskopie).

Was aber, wenn man da auch keinen Tumor sieht?

Dann wird es unangenehm. Mann/Frau fragt die befundenden Ärzte, geht zu deren Vorstände,
und erfährt dann z.B. über den FISH-Test: "Dieser zeigt ein Urothelkarzinom auch an, wenn
es noch gar nicht sichtbar ist!"

Und wie geht es dann weiter?


Mann/Frau will den Tumor möglichst frühzeitig wegoperiert haben.

Zuerst wiederholt man die Untersuchung(en, wo ein Urothelkarzinom festgestellt wurde.


Was aber, wenn man es weiterhin nicht entdeckt, das Urothelkarzinom?


"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

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« Antwort #12 am: 24. März 2008, 19:37 »
Hallo Dietmar,
das ist eine schwierige Situation, die mich gerade bei dir bedrückt.
Danke auch für die Info über Siegfried: Das wäre mir ein Freund/eine Freundin! Du hast mir immer
nur Gutes über ihn gesagt, aber da siehst du, wie Mann/Frau sich täuschen kann.
Hinter dem Rücken mit falschem Namen aufzuhetzen. Vergiss ihn schnell, diesen Heavensdevil!
Dir empfehle ich einmal zu uns in den Süden zu kommen und dich in Graz untersuchen zu lassen.
Allerdings, wie du richtig weißt, die Vorstandsstelle ist unbesetzt.
Als weitere Möglichkeit fällt mir Baden ein. Der Vorteil wäre, dass dort meines Wissens auch
die Fluoreszenzzystoskopie als Blasenspiegelung eingesetzt wird. Aber da sage ich dir als Profi sicher
nichts Neues.
Schreibe wieder eine PN.!
Alles Gute!
Gitti

Tanja

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Blasenkrebs - und jetzt?
« Antwort #13 am: 11. Mai 2008, 15:00 »

Das Harnblasenkarzinom - Interview mit Prof. Dr. Thomas Otto, März 2008


Gibt es Möglichkeiten sich vor Blasenkrebs zu schützen?
Prof. Dr. Otto: In jüngster Zeit gibt es vermehrt Hinweise darauf, dass es angeborene Risikofaktoren gibt, an einem Harnblasenkrebs zu erkranken. Diese angeborenen genetischen Risikofaktoren kann man heute durch einen einfachen Wangenabstrich bestimmen. Es gibt also einen ersten Ansatz der genetisch bedingten Frühdiagnose. Anwendbar nur bei Verwandten aus dem engsten Familienkreis an Krebs Erkrankter.
 
Was gibt es Neues in der Behandlung des Blasenkrebses, insbesondere bei Risikopatienten im frühen Stadium
Prof. Dr. Otto: Es gibt die Möglichkeit der „Intravesikalen“ Therapie, bei der man die Chemotherapeutika durch einen dünnen Katheter in die Harnblase einfüllt. Dieses ist ein älteres Behandlungsverfahren dass jedoch eine Renaissance erfährt, da man die Chemotherapie, gekoppelt durch ein elektrisches Verfahren, tiefer und damit noch wirksamer in die Blasenwand hineinbekommt. Dieses Verfahren heißt Elektro Motive Drug Application (EMDA). Dies ist eine Verbesserung der lokalen Anwendung von Zytostatika beim Harnblasenkarzinom, und zwar nur für Risikopatienten.

Welche Therapie ist beim lokal fortgeschrittenem Harnblasenkarzinom einzuleiten?
Prof. Dr. Otto: Beim lokal fortgeschrittenen Harnblasenkarzinom ist in der Regel die Entfernung der Harnblase angezeigt.Der Patient sollte eine Einrichtung aufsuchen, die die verschiedenen Formen der Harnableitungen anbietet, die für ihn am günstigsten sind. Hier ist es für den Patienten wichtig zu wissen, dass es nicht eine Standard  Harnableitung gibt, sondern je nach Patient eine individuell geeignete Harnableitung ausgewählt werden sollte. Es gibt die beiden Gruppen der kontinenten Harnableitung und der inkontinenten Harnableitung. Eine Form der inkontinenten Harnableitung ist die Beutellösung z. B. das Ileum Conduit. Hierbei wird ein kurzes Stück Dünndarm ausgeschaltet und in das eine Ende werden die Harnleiter eingepflanzt. Das andere Ende kommt auf die Haut und wird über einen Beutel versorgt.

Näht man den Harnleiter direkt auf die Haut, führt dies dazu, dass man immer sogenannte Harnleiterschienen (Splinte) in diesen Öffnungen benötigt, da sonst dieses kleines Stoma - also die Einmündungsstelle des Harnleiters in die Haut - schrumpfen würde. Diese Form der Harnableitung hat den Nachteil, dass die Harnleiterschienen alle 8 Wochen gewechselt werden müssen. Der Vorteil ist jedoch und dass trifft insbesondere auf viele ältere Patienten zu, die zum Teil erhebliche Vorerkrankungen haben, dass kein Darmeingriff benötigt wird und die Eingriffzeit deutlich verkürzt werden kann. Auch das Sterblichkeitsrisiko kann durch das geringe operative Ausmaß selbst bei Risikopatienten deutlich unter 5% gesenkt werden.

Schließlich gibt es die große Gruppe der kontinenten Harnableitungen unter denen mittlerweile die Standardableitung die Ileum-Neoblase ist. Hierbei wird die Harnblase durch ein Darmreservoir ersetzt. Voraussetzung ist, dass man eine intakte Harnröhre und einen intakten Schließmuskel hat. Diese Form der Harnableitung kann bei beiden Geschlechtern gleichermaßen angewendet werden.

Der sogenannte Pouch ist eine Alternative zur Ileum-Neoblase. Beim Pouch wird aus Dick-und Dünndarm ein Reservoir gebildet in das die Harnleiter eingeleitet werden. Dieses Reservoir kann dann durch ein körpereigenes Ventil (Nippel) vom Patienten einfach entleert werden. Auch gibt es verschiedene Formen, wie man diesen Nippel konstruiert. Beispielhaft ist der Indiana-Nippel, der im Nabelgrund zu liegen kommt.

Ein Pouch muss vom Patienten selbst entleert werden können. Der Zugang erfolgt über den Nabel. Voraussetzung ist, dass der Patient über eine manuelle Geschicklichkeit verfügt, da man ca. 4-5 mal täglich je nach Füllungszustand diesen Pouch über einen Einmalkatheter entleeren muß.
Der Pouch hat im Gegensatz zur Neoblase den Nachteil, dass wichtige Darmsegmente für die Verdauung verloren gehen. Aus diesem Grund haben wir das einfache Prinzip der Neoblase auf den Pouch übertragen und den sogenannten „Neuss Ileum Pouch“ entwickelt.

Die dritte Form der kontinenten Harnableitung ist die sogenannte Harnleiter Darmimplantation bei der man den Afterschließmuskel als Urin-Schließmuskel verwendet. Hierbei vermengen sich Stuhl- und Urin. Voraussetzung ist daher ein starker Afterschließmuskel, der in der Lage ist flüssigen Stuhl zu halten.

Es gilt also genau zu überlegen, welche Harnblasenableitung für welchen Patienten geeignet ist.

Vorerkrankungen wie z. B. Nierenschäden oder Fragen der Sexualität, der eingeschränkten oder uneingeschränkten Stoffwechselsituation können die für den jeweiligen Patienten richtige Operationstechnik ebenso beeinflussen wie das Vorhandensein individueller Organreserven oder die Funktionalität einzelner Organe.

Gerade bei der Auswahl der geeigneten Therapie gilt beim Harnblasenkarzinom, dass es viele Aspekte zu berücksichtigen gilt, welche auch das Leben nach der Therapie berühren und die individuelle, persönliche Situation des Patienten betreffen. Selbsthilfegruppen zum Thema Harnblasenkrebs wie die Neusser Selbsthilfegruppe können hier für den Patienten hilfreich sein.

Ein guter Operateur wird sich daher umfassend um eine entsprechende Aufklärung und Dialog im Vorfeld bemühen.

Jutta

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Blasenkrebs, gute Infos .......
« Antwort #14 am: 09. Juni 2008, 00:28 »
Die Harnblase

Die  Harnblase ist ein Hohlorgan im Unterbauch (  Abdomen). Sie speichert den  Urin, das Produkt, das beim Reinigen des Blutes in den  Nieren entsteht. Die Blase hat eine Muskelwand, die es ihr erlaubt, größer oder kleiner zu werden, je nachdem, ob Urin gespeichert oder ausgeschieden wird. Die Blasenwand ist mit mehreren Schichten aus sogenannten  Übergangszellen ausgekleidet.

Der Urin gelangt von den Nieren über röhrenförmige Organe, die Harnleiter (  Ureteren), in die Harnblase und verlässt die Harnblase durch eine andere Röhre, die Harnröhre (  Urethra).

Viele gute weitere Infos für den mündigen (Blasenkrebs)Patienten
 

unter:

http://www.hexal-onkologie.de/krebs/blasenkrebs/index.php


Gute Broschüren unter:

http://www.hexal-onkologie.de/broschueren/index.php


--------------------------------------------------------------------------------------

http://www.hexal-onkologie.de/krebs/blasenkrebs/index.php?seite=13

Ursachen und Vorsorge
Bisher sind die Ursachen von Blasenkrebs nicht vollständig geklärt. Eindeutig ist jedoch, dass diese Erkrankung nicht übertragbar ist: Blasenkrebs ist nicht ansteckend. Einige Forscher untersuchen, wie Krebserkrankungen in der Bevölkerung verteilt sind. Sie suchen nach Faktoren, die häufig bei Menschen vorkommen, die an Blasenkrebs erkranken, aber nicht bei Menschen, die davon verschont bleiben. Die Untersuchung dieser Verteilungsmuster hilft den Forschern,  Risikofaktoren für Blasenkrebs zu erkennen. Jedoch bekommen die meisten Menschen mit Risikofaktoren keinen Krebs, und viele Menschen, die Blasenkrebs bekommen, weisen keinen der bekannten Risikofaktoren auf. Bekannte und mögliche Risikofaktoren für Blasenkrebs sind unter anderem das Rauchen und bestimmte Berufe:

Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor. Zigarettenraucher bekommen zwei- bis dreimal häufiger Blasenkrebs als Nichtraucher. Mit dem Rauchen aufzuhören senkt das Risiko für Blasenkrebs, Lungenkrebs und einige andere Krebsarten sowie eine Reihe anderer Erkrankungen.

Berufsbedingtes Risiko: Bei Beschäftigten in bestimmten Berufen ist das Risiko für Blasenkrebs höher, da sie an ihrem Arbeitsplatz krebsauslösenden Stoffen (sog.  Karzinogenen) ausgesetzt sind. Ein erhöhtes Risiko besteht bei Beschäftigten der Gummiindustrie, der chemischen Industrie und Lederindustrie sowie bei Friseuren, Maschinisten, Metallarbeitern, Druckern, Malern, Textilarbeitern und Lastwagenfahrern.

Obwohl die Ursachen für die Entstehung von Blasenkrebs noch weitgehend unklar sind, können Vorsorgemaßnahmen getroffen werden. Jeder kann versuchen, sich vor krebsauslösenden Einflüssen zu schützen. Hierbei ist für den Blasenkrebs in erster Linie der Verzicht auf das Rauchen zu nennen.

Gute Broschüren unter:

http://www.hexal-onkologie.de/broschueren/index.php


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http://www.hexal-onkologie.de/krebs/blasenkrebs/index.php?seite=11

Nachsorge

Ehemalige Krebspatienten müssen sich nach Ende der Behandlung regelmäßig Nachsorgeuntersuchungen unterziehen. Bei Patienten mit Blasenkrebs, bei denen die Harnblase nicht entfernt wurde, wird der Arzt die Harnblase mit einem Zystoskop untersuchen und eventuell neu aufgetretene oberflächliche Tumore entfernen. Die Patienten müssen auch Urinproben abgeben, damit diese auf Krebszellen untersucht werden können. Zur Nachsorge gehören auch Bluttests, eine CT-Untersuchung, eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbs und weitere Tests.

Die Nachsorge ist bei allen Krebspatienten ein wichtiger Teil des gesamten Behandlungsprozesses. Regelmäßige Nachuntersuchungen stellen sicher, dass Veränderungen des Gesundheitszustands frühzeitig festgestellt werden, so dass ein erneut aufgetretener Tumor oder andere Probleme umgehend behandelt werden können. Patienten, die Blasenkrebs hatten, sollten dem Arzt alle gesundheitlichen Probleme, die zwischen den Nachsorgeuntersuchungen auftreten, angeben.


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« Letzte Änderung: 09. Juni 2008, 00:30 von Jutta »

Edi

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ACHTUNG BLASENKREBS: Das Erkennen kommt für 30 % zu spät!
« Antwort #15 am: 18. Juni 2008, 21:30 »
Fakten zum Blasenkrebs: http://www.matritech.de/files/d-nmp78.pdf Urothelkarzinom,                2006


Das Urothelkarzinom ist ein maligner Tumor, den wir Urologen in den letzten 40 Jahren auf der
Basis einer symptomorientierten Diagnostik weder in der Stadienverteilung bei Primärdiagnose
noch in der Quote der Fünf-Jahres-Überlebenszeit verbessert haben.

Die Schätzung des Robert-Koch-Institutes von 1995 ging für die Bundesrepublik von etwa
16.000 Neuerkrankungen aus. Im Jahr 2004 ist die geschätzte Zahl der Neuerkrankungen auf 24.700 angestiegen.

Klinisch wissenschaftliche Studien beschreiben einen Anteil von invasiven Karzinomträgern dem jeweiligen Untersuchungspopulationen von etwa 15 bis 20% in internationalen Publikationen,
während die Krebsregisterdaten aus dem Saarland und den „neuen Bundesländern“ einen Anteil von
invasiven Tumorträgern zum Zeitpunkt der Primärdiagnose von 25 bis 33% dokumentieren können.
Für das Jahr 2004 beschreibt das Krebsregister Brandenburg sogar einen 54%tigen Anteil von invasiven Tumorträgern, Tendenz steigend.

Als weitere negative Faktenbeschreibung muss die Arbeit von Brenner und Kollegen aus dem
Deutschen Ärzteblatt September 2005 betrachtet werden, bei der für das Urothelkarzinom als
einziger malignen Erkrankung eine Verschlechterung der Fünf-Jahres-Überlebensrate von
68% im Zeitraum von 1988 bis 1992 auf 58% im Zeitraum von 1998 bis 2002 aus der Gruppe der
20 relevantesten Malignome beschrieben wurde. Alle anderen Malignome zeigen eine Verbesserung
der Fünf-Jahres-Überlebensrate im Beobachtungszeitraum.

Für das Urothelkarzinom sind definierte Risikofaktoren bekannt und gesichert. Es handelt sich
hierbei um das Alter, das Geschlecht, das Rauchverhalten über die Lebenszeit, die berufsbedingte
Exposition mit onkogenen Toxinen, chronische Medikamenten Exposition (Phenacitin, Endoxan)
und durchgeführte Bestrahlungen im kleinen Becken (Intervall größer 10 Jahre).

Fakten aus Sicht der Kostenträger
Für präventiv diagnostische Maßnahmen beim Urothelkarzinom gibt es aktuell keine Evidenz
basierten gesicherten Daten und daher auch keine Kostenübernahme für diese Diagnostik.

Zusammenfassung
Der medizinische Betreuungsprozess beim Urothelkarzinom, auf dem Boden von subjektiven
Symptomen der Betroffenen, kommt in circa 30% der diagnostizierten Tumorträger mit der Zielsetzung
einer heilenden Therapie zu spät.

Urinlösliche urotheliale Tumormarker stellen die Basis dar, mit
der asymptomatische Risikopersonen auf das Vorliegen eines Urothelkarzinoms mit nicht invasiver
Diagnostik getestet werden können. Dabei besteht für NMP22 eine Sensitivität von 73% auf dem
Boden von 8856 publizierten Messungen im Zeitraum zwischen 1996 und 2002 (Meta-Analyse).
Das heißt, urinlösliche urotheliale Tumormarker haben nicht nur einen biologischen und rationalen
Hintergrund, sondern ermöglichen sogar einen rationellen präventiv-diagnostischen Behandlungsprozess,
der die Chance bietet, die urologische Effektivität beim Urothelkarzinom in Zukunft zu
verbessern.

Wir dürfen in der Zukunft nicht mehr auf unsere Urothelkarzinom Patienten warten sondern
sollten uns aktiv um die Risikopopulation der Urothelkarzinom gefährdeten Menschen kümmern.
Das Instrumentarium der urinlöslichen Tumormarker bietet dazu im Moment die beste Grundlage, um
den Zeitpunkt der Diagnosestellung deutlich vorzuverlegen und damit die Perspektive der malignen
Erkrankung Urothelkarzinom zu verbessern.

Neben dieser medizinischen Perspektive bieten validierte, praktikable und wirtschaftliche Parameter
wie zum Beispiel NMP22® BladderChek™ Test in der niedergelassenen urologischen Praxis auch
sinnvolle wirtschaftliche Aspekte auf dem Boden der IGEL-Leistung.

Anmerkung:
Obiges gilt von den Zahlen her für Deutschland. Die %uelle Festlegung ist ident mit Österreich.
Vor allem Raucher (jeder zehnte hat bereits Blasenkrebs ohne es zu wissen, Studie hier im Forum!) und
Mitarbeiter in gefährdeten Berufen (bis 25 % der Krebspatienten wurden dies beruflich, siehe hier im Forum!)
sollten Vorsorge treffen (siehe hier im Forum und Infos über info@krebspatienten.at )

« Letzte Änderung: 17. Juni 2013, 20:23 von admin »

Tanja

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Was Urin über uns verrät
« Antwort #16 am: 07. Dezember 2012, 22:07 »





Was Urin über uns verrät


Schwanger? Fleischesser? Krebskrank? Schon aus wenigen Tropfen Urin lassen sich wichtige Informationen über uns herauslesen. Je nach Trinkverhalten verlassen zwischen 1.000 und 1.500 Milliliter täglich unseren Körper. Eine Mischung aus Wasser, Salzen und Giftstoffen, die der Körper entsorgen muss.

.......... http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/fernsehen/12/12/13_1500_w.php5

admin

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Blasenkrebs - Infos und "Test"
« Antwort #17 am: 25. Mai 2013, 23:43 »

   
         
   

Bladder cancer is fairly common in the US. Men are more likely to get it than women, especially men who smoke and work in the rubber, aluminum, or textile industries. Both men and women can take steps to lower their risk.

To estimate your risk of bladder cancer and learn about ways to lower that risk, take a few minutes to answer some questions about your health, background, and lifestyle.
Click on the arrow below to begin the questionnaire:


http://www.yourdiseaserisk.siteman.wustl.edu/YDRDefault.aspx?ScreenControl=YDRGeneral&ScreenName=YDRbladder


PS.: "Blut im Harn?"

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Blasenkrebs - Allgemeines
« Antwort #18 am: 17. Juni 2013, 20:20 »


RaucherInnen haben ein x-fach größeres Risiko an Blasenkrebs zu erkranken.

Vor allem Raucher (jeder zehnte hat bereits Blasenkrebs ohne es zu wissen, Studie hier im Forum!) und
Mitarbeiter in gefährdeten Berufen (bis 25 % der Krebspatienten wurden dies beruflich, siehe hier im Forum!)
sollten Vorsorge treffen (siehe hier im Forum und Infos über info@krebspatienten.at )

Blasenkrebs schmerzt (anfangs) nicht, und "unsichtbares" Blut im Harn sieht nur der Arzt (Labor) mit Teststreifen.

Österreich hat die meisten RaucherInnen, speziell bei junge Menschen.

Wenn du mit 18 J. neben dem Studium in einem Raucherlokal (oder Raucherraum) deinen Job machst,

dann dauert es etliche Jahre, bis ggf. ein Blasenkrebs festgestellt wird.

Bei Frauen wird der Blasenkrebs meist (viel zu) spät entdeckt,

sodass laut Studie die 5- Jahres-Überlebensgrenze oft nicht mehr erreicht wird!


Männer, die Blasenkrebs haben, bekommen zu 25 % auch Prostatakrebs! Detto umgekehrt!