Autor Thema: Wiederbelebung  (Gelesen 3275 mal)

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Gitti

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Wiederbelebung
« am: 29. August 2010, 15:44 »

Laien-Reanimation - Zwei NEJM-Studien: Atemspende mit Mund-zu-Mund-Beatmung meist verzichtbar, 29.07.2010

    * Medline-Abstracts der Woche

"Das Beharren auf einer Atemspende kann bei der kardiovaskulären Reanimation durch Laien die Überlebenschancen der Patienten nicht verbessern. Dies bestätigen zwei randomisierte klinische Studien im New England Journal of Medicine (1, 2). Bei einem Herzstillstand aus kardialer Ursache wurde die Prognose sogar tendenziell verschlechtert, wenn die Brustkompressionen zur Durchführung der Atemspende unterbrochen wurden...

Und die klinische Erfahrung zeigt, dass die wenigsten Menschen die Atemspende richtig beherrschen. Manche genieren sich davor und verzichten dann womöglich ganz auf eine Reanimation...

Dennoch sprechen die Ergebnisse klar für die “hands-only”-Empfehlung an Laienhelfer, wie sie inzwischen von der American Heart Association ausgegeben wird (Circulation 2008; 117: 2162-2167). Dies gilt allerdings nicht für Herzstillstände nach Trauma, Atemwegsobstruktion, Ertrinken (oder anderen asphyktischen Ereignissen) sowie bei kleinen Kindern.

Hier kann eine Atemspende lebensrettend sein, wie neben den Autoren auch Myron Weisfeldt von der Johns Hopkins Universität im Editorial betont (NEJM 2010; 363: 481-483). Die Atemspende wird deshalb auch in Zukunft Bestandteil der Erste-Hilfe-Lehrgänge bleiben..."Mehr im DÄ...

    *

      1-Leif Svensson et al: Compression-Only CPR or Standard CPR in Out-of-Hospital Cardiac Arrest. N Engl J Med 2010; 363:434-442
    *

      2-Thomas D. Rea et al: CPR with Chest Compression Alone or with Rescue Breathing. N Engl J Med 2010; 363:423-433
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      3-US-Kardiologen empfehlen “Hands-Only” zur Laien-Reanimation, 1. April 2008

Geri

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Wiederbelebung, erste Hilfe
« Antwort #1 am: 21. Oktober 2010, 14:52 »

Hand aufs Herz, was ist eigentlich zu tun, wenn ein Passant mit Herzstillstand auf der Straße liegt? In Ihrem Erste-Hilfe-Kurs haben Sie wahrscheinlich noch die griffige ABC-Formel gelernt: Diese bedeutet: Atemwege frei machen, Beatmung (von Mund zu Mund), Compression (damit ist die Brustkompression gemeint, auch als Herzdruckmassage bezeichnet). Diese Regel hat nun die kardiologische Fachgesellschaft „American Heart Association“ in ihren aktualisierten Leitlinien für Ärzte verändert. Die neue Regel lautet: CAB: Damit steht an erster Stelle die Herzdruckmassage, an zweiter Stelle das Freimachen der Atemwege und erst an dritter Stelle die Mund-zu-Mund-Beatmung. Die Fachgesellschaft bezog sich dabei auf eine Metaanalyse von Notfallmedizinern der Universität Wien. Es wurden die Überlebensraten von Notfallpatienten mit einem Herzstillstand verglichen, die auf unterschiedlich Wiese behandelt worden sind. Die einen wurde von Laienhelfern nur mit der Brustkompression wiederbelebt, die anderen erhielten eine Mund-zu-Mund-Beatmung. Es zeigte sich, dass die Brustkompression die wichtigste Überlebensstrategie ausmachte.
Unser Tipp: Besuchen Sie doch auf jeden Fall wieder einmal einen Erste-Hilfe-Kurs, er ist nicht nur für Herzpatienten gut, sondern auch für Notfälle etwa im Haushalt.