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Nicht alle sterben durch Krebs, aber durch .....
« am: 14. September 2010, 00:04 »

Krebspatienten sterben oft nicht an ihrer Grunderkrankung, sondern an deren Komplikationen.

http://relevant.at/life/gesundheit/43565/krebspatienten-thrombosegefahr.story

Krebspatienten in Thrombosegefahr
13.09.2010 - 12:32
Venöse Thrombosegefahr bei Krebspatienten© APA (Roland Schlager)Venöse Thrombosegefahr bei Krebspatienten

Krebspatienten sterben oft nicht an ihrer Grunderkrankung, sondern an deren Komplikationen. Ein besonders hohes Risiko stellen venöse Thrombosen dar. Hier käme es speziell darauf an, gefährdete Personen zu identifizieren und prophylaktisch zu behandeln.

Wissenschafter der MedUni-Wien am Wiener AKH haben ein genaueres Vorhersagemodell entwickelt und es jetzt in "Blood", der führenden Fachzeitschrift auf diesem Gebiet, veröffentlicht. "Unser erweitertes Modell zeigt ganz klar, dass damit Krebspatienten mit einem sehr hohen venösen Thromboembolierisiko besser identifiziert werden können. Das Modell kann behandelnden Ärzten helfen, ihre (prophylaktische, Anm.) Therapie maßzuschneidern und die Bildung von Blutgerinnseln erfolgreicher zu verhüten. Das wird den Nutzen und die Kosteneffizienz maximieren und auf der anderen Seite das Risiko von Blutungskomplikationen reduzieren", erklärte Cihan Ay von der Klinischen Abteilung für Hämatologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin I der MedUni-Wien (Leiter: Christoph Zielinski) am AKH.

Hämatologen und Onkologen (ebenfalls von der Universitätsklinik für Innere Medizin I) arbeiteten in dieser Studie zusammen. Es geht thematisch um die Beherrschung einer tödlichen Gefahr für Krebspatienten. Ihr Blutgerinnungssystem ist oft in einem Status der Überaktivierung. Deshalb entwickeln bis zu 20 Prozent der Menschen mit bösartigen Erkrankungen auch venöse Thromboembolien, teilweise mit lebensgefährlichen Lungenembolien. Embolien gehören zu den häufigsten Todesursachen von Krebspatienten.

Ingrid Pabinger, Blutgerinnungsspezialistin an der Wiener Universitätsklinik: "Weil eben venöse Thrombosen nicht bei allen Krebspatienten gleichmäßig häufig auftreten und eine (prophylaktische, Anm.) Hemmung der Blutgerinnung wiederum zu mehr Blutungskomplikationen führt, wäre es sinnvoll, wenn man die Patienten nach ihrem Risiko einteilen (und nach dieser Einteilung behandeln, Anm.) könnte."

Die Wissenschafter erweiterten deshalb die übliche Risikobestimmung mit Daten wie Krebsart, Body-Mass-Index, Zahl der Blutplättchen, Zahl der weißen Blutkörperchen sowie Hämoglobin-Konzentration (rote Blutkörperchen) um zwei einfache Laborparameter: lösliches P-Selectin (Zell-Adhäsionsmolekül) und D-Dimer (Fibrin-Abbauprodukt). Erhöhte Werte an Zell-Adhäsionsmolekülen und an dem Gewebekleber-Abbauprodukt D-Dimer weisen auf eine hohe Aktivität des Blutgerinnungssystems hin.

Um den Wert ihres um zwei Laborparameter (P-Selectin und D-Dimer) erweiterten Prognosemodells für venöse Thromboembolien bei Krebspatienten zu testen, nahmen die Wiener Wissenschafter 819 Patienten mit neuer Krebsdiagnose oder fortschreitender Erkrankung zwischen Oktober 2003 und Dezember 2008 in eine Studie auf. Sie litten an Gehirntumoren, Brust-, Lungen-, Magen-, Darm-, Bauchspeicheldrüsen-, Nieren- oder Prostatakrebs bzw. Myelomen oder Lymphomen.

Von allen Patienten erlitten 7,4 Prozent binnen einer Beobachtungszeit von 665 Tagen eine Thromboembolie. Mit dem herkömmlichen Modell lag das Risiko, innerhalb von sechs Monaten, eine solche Komplikation zu erleiden, bei den gefährdetsten Personen bei 17,7 Prozent, in der Gruppe der Patienten mit dem geringsten Risiko hingegen nur bei 1,5 Prozent. Das in Wien um die beiden Laborwerte angereicherte Modell zeigte hingegen in der Hochrisiko-Gruppe gar eine Gefährdung von 35 Prozent und bei den Kranken in offenbar sehr kleiner Thrombosegefahr ein Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis von nur einem Prozent. Die Schwankungsbreite liegt beim 26-Fachen.

Damit zeigt das neue Verfahren die Unterschiede zwischen Krebspatienten - was ihre Thrombosegefährdung betrifft - deutlich genauer an. So könnte auch die prophylaktische Therapie zielgenauer angewendet werden.

(APA)