Autor Thema: Ich höre was, was du nicht hörst ....  (Gelesen 10182 mal)

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Dietmar E.

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Ich höre was, was du nicht hörst ....
« am: 17. Mai 2007, 14:17 »

    
Ich höre was, was du nicht hörst ....


Ich habe vermehrt festgestellt, dass gerade Krebspatienten gehäuft unter Tinnitus leiden.

Es gibt SHG, mehr oder weniger aktiv. Forum gibt es glaublich in Österreich keines.

Interessante Infos werde ich hier hinein stellen.

Ein Erfahrungsaustausch über Entstehung, Therapien, News, wäre super!



http://www.morgenwelt.de/178.html


Ich höre was, was du nicht hörst!


Chronische Tinnituspatienten
lernen durch verschiedene Techniken, mit dem Verlust der Ruhe zu leben, denn Tinnitus ist nicht heilbar. In der im diesem Jahr neueröffnete Tagesklinik der Charitè lernen Patienten, den Dauerton zu überhören.

Jeder der schon mal mit der S- oder U-Bahn gefahren ist, erinnert sich das quietschende Geräusch des Zuges. Doch wenn wir aussteigen, hören wir das Geräusch erst wieder bei unserer nächsten Fahrt. Doch für drei Millionen Deutsche fährt der Zug bis nach Hause, begeleitet einen die ganze Nacht und den darauf folgenden Tag. Und das für immer.

Tinnitus wird diese Krankheit bezeichnet. Andere Tinnituspatienten dagegen hören eher ein ständiges Rauschen, Summen oder Pfeifen. Welches Geräusch ein Patient wahrnimmt ist sehr individuell. Denn Tinnitus ist keine Krankheit, sondern nur ein Symptom. So sind die Ursachen zur Entstehung eines chronischen Tinnitus schier endlos.
Von einem Tinnitus spricht man, wenn Töne, die ohne akustische Stimulation von Außen, d.h. ohne das Vorhandensein eines tatsächlichen Geräusches von den Betroffenen wahrgenommen werden. Von einem chronischen Tinnitus spricht man, wenn das Geräusch nach drei Monaten nicht verschwunden ist.

Ursachen können Störungen im vegetativen Nervensystem, Probleme mit der Halswirbelsäule, Masern, Scharlach, aber auch ganz alltägliche Sachen wie Stress, Schlafstörungen oder eine einfache Grippe sein. Die häufigste Ursache für einen Tinnitus ist der durch eine Virusinfektion ausgelöste Hörsturz.

Das Tinnituszentrum der Charitè in Berlin-Mitte will diesen Menschen helfen. Durch die nicht Heilbarkeit des chronischen Tinnitus durch Medikamente wird für jeden Patienten ein individueller Therapieplan entwickelt. In der Tagesklinik kümmert sich sieben oder 14 Tage lang, je nach schwere des Symptoms, ein Team aus HNO-Ärzten, Psychologen, Psychosomatikern, Physiotherapeuten und Hörgeräte-Akustiker in einer Intensivtherapie um maximal acht Patienten.Das Grundkonzept der Tagesklinik in der Charité beruht u.a. auf der sogenannten Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT).

Im Vorfeld wird in Einzelgesprächen mit Psychologen ein individueller Therapieplan erstellt. Ziel dieser Therapie ist das Erlernen von Entspannungstechniken. Das TRT-Modell wurde von dem amerikanischen Neurophysiologe Pawel Jastreboff und dem Engländer J. Hazell in den 90er-Jahren entwickelt. Sie gehen davon aus, dass der chronische Tinnitus zwar ursprünglich eine organische Ursache hat, sich dann aber verselbstständigt.

Vergleichbar mit einem Phantomschmerz, der von der eigentlichen Ursache unabhängig weiterexistiert. Nicht mal ein durchtrennter Hörnerv kann den Tinnitus beenden. Durch organische Ursachen werden die inneren und äußeren Haarzellen in der Schnecke des Innenohrs geschädigt. Haarzellen sind für das Hören von großer Bedeutung. Sie wandeln Schallwellen bzw. Luftbewegungen, d.h. sämtliche akustische Signale die wir aus der Umwelt wahrnehmen, in elektrische Signale um und leiten diese über den Hörnerv ins Gehirn weiter. Das Gehirn verarbeitet die ankommen Signale und wir „hören“.

Sind aber die äußeren Haarzellen beschädigt und Verharren in einer bestimmten Position, führt es dazu, dass die inneren Haarzellen permanent Botenstoffe ausschütten. Somit wird die Verbindungsmembran zwischen äußeren und inneren Haarzellen gar nicht durch akustische Signale von außen stimuliert. Die Stimulation entsteht durch das Verharren der äußeren Haarzellen in einer bestimmten Position.Dadurch hört der Patient ständig einen Ton der nicht durch externe Schallwellen ausgelöst wurde.

Der Ton der vom Patienten wahrgenommen wird, variiert je nachdem, in welchem Teil der Schnecke sich die geschädigten Haarzellen befinden. Jastreboff und Hazell sind der Meinung, dass dieser Ton von Gehirn gelernt wird und so durch die beschädigten äußeren Haarzellen permanent vorhanden ist. So beruht die TRT-Therapie darauf, dass das Gehirn diesen Ton wieder verlernen kann.

So erfolgt die Therapie in mehreren Schritten. Zunächst wird den Patienten erklärt was die Ursachen und wie die Entstehung des Tinnitus sind. Danach folgt die Erlernung einfacher Entspannungstechniken – eine Art autogenes Training. In einem weiteren Schritt wird den Patienten in einer Hörtherapie das „Hören“ wieder beigebracht. Dazu wird jedem Patienten ein sogenanntes Tinnitus-Masker bzw. – Noiser – eine Art Hörgerät – individuell angepasst. Diese Hörgeräte produzieren ein angenehmes , leises, breitbandiges Geräusch, wie z.B. Geräusche von Springbrunnen oder Brandungsrauschen. Durch dieses breitbandige Rauschen, wird der Kontrast zwischen dem eigenen Ohrgeräusch - dem Tinnitus – und dem Umgebungsschall verändert bzw. verkleinert, bis hin zur Maskierung (Überlagerung).

In der Hörtherapie soll der Patient lernen sich auf dieses Geräusch zu konzentrieren und um sich somit von seinem Tinnitus ablenken zu können. Ziel ist es den Menschen das Leben mit diesem Symptom zu erleichtern, indem sie sich das „Ohrenklingeln“ abtrainieren. Eine von dem Tinnitus Forschungszentrum in Frankfurt a.M. – die seit 1996 die TRT-Therapie anwendet - in Auftrag gegebene Patientenbefragung ergab, dass 85% der chronischen Tinnituspatienten ihren Tinnitus aktiv kontrollieren können, auch unter alltäglichen Stresssituationen.

Aber wie bei jeder Therapie gilt auch hier, dass der Patient den Willen haben muss, etwas gegen den Tinnitus tun zu wollen, damit in Zukunft die S-Bahn dort bleibt wo sie hingehört – im Bahnhof.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Tinnitus, gute Infos
« Antwort #1 am: 17. Mai 2007, 19:57 »

http://www.fgh-gutes-hoeren.de/web/fgh_content/de/tinnitus.htm


Tinnitus – ein Problem, das gelöst werden kann

Drei Millionen Menschen in Deutschland haben ständige Ohrgeräusche – penetrant, manchmal nervtötend und immer unerwünscht. Jeder zweite Betroffene leidet unter den Geräuschen, die man auch Tinnitus nennt, so sehr, dass er therapeutische Hilfe braucht. Rund 500.000 sind wegen ihrer Ohrgeräusche berufsunfähig. Jährlich erkranken rund 340.000 Menschen neu an chronischem Tinnitus. 44 Prozent der Betroffenen klagen über Hyperakusis: sie leiden unter großen Lautstärken. (Ergebnis einer Befragung der Deutschen Tinnitus-Liga)
Während man früher davon ausging, dass man den quälenden Ohrgeräuschen für den Rest des Lebens ausgeliefert ist, eröffnen sich heute andere Perspektiven. Ein Wundermittel gibt es nicht – doch viele erfolgversprechende Wege: Man kann das Problem Tinnitus lösen.


Ohrgeräusche – was tun?

Wenn Ohrgeräusche auftreten und auch am nächsten Tag noch zu hören sind, sollte man umgehend einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde aufsuchen. Denn der akute Tinnitus kann oft erfolgreich behandelt werden. Neben ausführlichen Untersuchungen und Hörtests ist die Beratung durch den HNO-Arzt sehr wichtig. Als Therapie kommen unter anderem Stressabbau, Entspannungsübungen, Infusionstherapie oder hyperbare Sauerstofftherapie in Frage. Wenn der Tinnitus nicht allein, sondern mit plötzlichen Hörproblemen oder Schwindel auftritt, braucht man keine Nacht abzuwarten, sondern geht innerhalb der ersten 24 Stunden zum HNO-Arzt.

Mögliche Ursachen

Aber auch wenn die Geräusche bleiben und chronisch werden, kann man etwas tun. Tinnitus ist keine Krankheit, sondern ein Warnsignal – vergleichbar mit dem Schmerz. Deshalb versucht man zunächst herauszufinden, warum der Tinnitus entstanden ist. Mögliche Ursachen sind Hörminderungen, Lärm, Hörsturz, Drehschwindel, Probleme an den Zähnen, Kiefern oder der Halswirbelsäule. Das sollte man abklären. Oft aber lässt sich kein organisches Problem finden. Jeder zweite Betroffene glaubt, dass seine Ohrgeräusche durch Lärm oder Stress ausgelöst wurden. Die Konsequenz ist klar: Hohe Lautstärken meiden – im Zweifelsfall Gehörschutz nutzen – und auch im übertragenen Sinn Ruhe in den Alltag bringen. Wer unter Tinnitus leidet, sollte Lärm meiden. Doch auch absolute Stille ist nicht empfehlenswert, da die Ohrgeräusche dann ohne Konkurrenz auftreten und noch mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Unwichtige Geräusche ausblenden

Man geht heute davon aus, dass die meisten Ohrgeräusche nicht von einer Erkrankung ausgelöst werden. Offenbar ist es so, dass Nervenzellen der Hörbahnen im Gehirn Impulse aussenden und so Töne oder Geräusche entstehen. Unser Gehirn ist in der Lage, solche unwichtigen Geräusche auszublenden. Das macht es ständig, damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können. Wenn dieses Rausfiltern funktioniert, ist Tinnitus kein Problem. Wenn wir uns aber auf die Geräusche konzentrieren und fixieren, weil sie uns beunruhigen, geschieht das Gegenteil: Wie die tickende Uhr oder der tropfende Wasserhahn, die uns zunächst am Einschlafen hindern und dann schier in den Wahnsinn treiben können, so können uns auch Ohrgeräusche quälen.

Wenn die vermeintlichen Auslöser des Tinnitus abgeklärt oder auch behandelt wurden, er aber immer noch da ist, sollte man also lernen, ihn zu überhören. Wer aufhört, den Tinnitus als Bedrohung zu empfinden, hat die Chance, ihn in den Hintergrund zu drängen und irgendwann kaum oder gar nicht mehr wahrzunehmen. Hilfreich können Entspannungsübungen sein, eine Therapie, wie zum Beispiel die Tinnitus-Retraining-Therapie, Gespräche in einer Selbsthilfegruppe, Sport und natürlich eine positive Lebenseinstellung.

 
Die Tinnitus-Retraining-Therapie

Retraining bedeutet soviel wie zurücktrainieren oder umlernen. Dabei wird unter anderem an der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung gearbeitet mit dem Ziel, die Ohrgeräusche nicht mehr bis zum Bewusstsein vordringen zu lassen. Da das Pfeifen, Brummen oder Klingeln bedeutungslos ist, darf und soll es überhört werden. Bei der Retraining-Therapie, die schon vielen geholfen hat, arbeiten HNO-Ärzte, Psychologen und Hörakustiker eng zusammen, um die Betroffenen zu unterstützen.

Vier Säulen


Die Tinnitus-Retraining-Therapie besteht aus vier Säulen:
1. Beratung und Aufklärung
2. Abschwächung tinnitusbedingter Stressreaktionen
3. Behandlung seelischer Störungen
4. Geräteversorgung

Die Beratung und Aufklärung sind die Basis der Therapie. Denn um den Tinnitus ignorieren zu können, muss zunächst bewusst werden, dass er bedeutungslos und ungefährlich ist. Spezielle Entspannungstechniken helfen, den Stress und die Anspannung abzubauen, die durch die belästigenden Ohrgeräusche entstehen. Bei Ängsten, Depressionen oder psycho-sozialen Schwierigkeiten, sollte psychologische oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch genommen werden. Ein kognitives Training hilft, die negativen Gefühle, die automatisch mit dem Tinnitus verbunden werden (z. B.: „Der unerträgliche Ton wird nie mehr aufhören und mein Leben ruinieren.“), bewusst zu machen. Im nächsten Schritt wird eine hilfreichere Einstellung entwickelt (z. B.: „Der Tinnitus ist noch da, aber ich bin auf dem besten Weg, ihn zu überhören.“). Gerade beim Tinnitus ist die innere Einstellung der Schlüssel zum Erfolg.

Technische Hilfen

Die Arbeit an der inneren Einstellung kann durch technische Hilfen wirkungsvoll unterstützt werden. Wer unter chronischem Tinnitus leidet und eine Behandlung beginnt, ist ja naturgemäß zunächst nicht in der Lage, die belastenden Geräusche zu ignorieren. Rausch- oder Hörgeräte können diesen erwünschen Zustand herbei führen. Sie verdecken den alarmierenden Tinnitus, so dass er nicht mehr die gesamte Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Auf dieser Basis lassen sich die anderen Therapieschritte entspannter bewältigen. Deshalb ist die Geräte-Versorgung ein wesentlicher Bestandteil der Therapie.

 
Tinnitus-Geräte

Tinnitus- oder Rausch-Geräte (Noiser) erzeugen ein angenehmes Rauschen, das leiser sein soll als die Ohrgeräusche. Der Tinnitus soll aus dem Rauschen wie die kleine Spitze eines Berges aus den Wolken heraus schauen. So kann das Gehirn an das Geräusch gewöhnt werden und den Tinnitus als harmlos und unwichtig erkennen. Mit der Zeit kommt es dazu, dass die Ohrgeräusche nicht mehr oder nur noch in Intervallen wahrgenommen werden. Sie werden aus der Wahrnehmung ausgeblendet, wie beispielsweise das Brummen eines Kühlschrankes, das wir nur bei absoluter Aufmerksamkeit hören.

Wenn der Tinnitus beide Ohren betrifft, dann sollte auch jedes Ohr mit einem Rausch-Gerät versorgt werden. Geeignet sind Hinter-dem-Ohr- und Ohrmuschel-Geräte in Verbindung mit einer offenen Versorgung. Das bedeutet, dass der Gehörgang durch das Ohrpassstück oder den Schlauch nicht verschlossen wird, sondern offen bleibt.

Hörgeräte-Akustiker

Der Spezialist für die Anpassung von Tinnitus-Geräten ist der Hörgeräte-Akustiker. Er sorgt mit der individuellen Abdruckname für den optimalen und angenehmen Sitz der Geräte. Nach einer ausführlichen Beratung programmiert er die Geräte so, dass sie das störende Geräusch – sei es nun ein dumpfes Brummen oder ein schrilles Zirpen – mit einem so genannten weißen oder rosa Rauschen umgeben. Unterhaltungen sollten damit problemlos möglich sein. Es empfiehlt sich, die Tinnitus-Geräte zunächst vor allem abends zu tragen, vielleicht auch beim Einschlafen. Die Tragedauer kann langsam gesteigert werden.

Durch die Verwendung der Tinnitus-Geräte erscheinen die Ohrgeräusche nach und nach leiser und dezenter. Schließlich sogar dann, wenn die Geräte mal nicht getragen werden. Dieser Effekt kann nach einigen Monaten auftreten, es kann aber auch ein Jahr dauern. Auch Tinnitus-Betroffene, die besonders geräuschempfindlich sind (unter Hyperakusis leiden), können und sollten Tinnitus-Geräte nutzen. Bei Hyperakusis sind die Erfolge besonders groß.

Für viele Menschen sind diese technischen Hilfen eine große Entlastung. Die Behandlung des Tinnitus sollte sich allerdings nicht allein darauf beschränken.

 
Ohrgeräusche und Hörprobleme

Die meisten Tinnitus-Betroffenen (70 bis 80 Prozent) haben zugleich auch eine Hörminderung. Hier können oft zwei Probleme auf einmal gelöst werden. Die Empfehlung der HNO-Ärzte lautet daher: Noch bevor eine Tinnitus-Therapie beginnt, sollten zunächst vom Hörakustiker Hörgeräte angepasst werden. In vielen Fällen treten die Ohrgeräusche in den Hintergrund, sobald das Hörproblem gelöst ist: Wenn die Außengeräusche wieder vollständig wahrgenommen werden, kann der Tinnitus nicht mehr so viel Raum einnehmen. Er wird von den Alltagsgeräuschen verdeckt. Daher sollten bei Tinnitus möglichst früh Hörgeräte angepasst werden, auch wenn die Hörminderung nur gering ist.

Hörgeräte gegen Tinnitus

Vielen gelingt es, mit Hörgeräten den Tinnitus zu überhören. Wenn das nicht ausreicht, kann man Hörgeräte mit Tinnitus-Geräten kombinieren. In viele Hörgeräte kann ein Rausch-Modul eingebaut werden. Es gibt aber auch eigens dafür hergestellte Kombinationsgeräte, sogenannte Tinnitus-Instruments. Schließlich sind auch Tinnitus-Geräte auf dem Markt, die man auf Hinter-dem-Ohr-Geräte aufstecken kann.


Was zahlt die (Anm: deutsche) Krankenkasse?

Wenn der HNO-Arzt diese Hörhilfen verordnet, bezuschusst die Krankenkasse sie mit einem Festbetrag. Bei Rausch-/Tinnitus-Geräten zahlt die Kasse für ein Gerät 317,45 Euro und für beide 571,41 Euro, bei kombiniertenTinnitus-/Hörgeräten 515,42 Euro für eines und 927,76 Euro für zwei. Tinnitus-Geräte, die auf Hörgeräte aufgesteckt werden, werden mit 158,34 Euro beziehungsweise 285,01 Euro bezuschusst. An den Kosten für ein Hörgerät beteiligen sich die Krankenhassen mit 421,28 Euro, für zwei werden insgesamt 758,30 Euro erstattet.


Broschüre

Wenn Sie diesen Text gerne als Broschüre hätten, fragen Sie Ihren FGH-Hörgeräte-Akustiker nach der Broschüre „Tinnitus – nicht leiden, sondern handeln“: Suche nach Hörexperten


Weitere Informationen zum Thema Tinnitus finden Sie auch bei der Tinnitus-Liga.

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Tinnitus, was tun ?
« Antwort #2 am: 17. Mai 2007, 20:11 »

http://www.fresenius-kabi.at/internet/kabi/at/fkintpbn.nsf/Content/VOLUMENTHERAPIE_VOLUMENERSATZ



Volumenersatz und Volumentherapie

Blut besteht aus Zellen, Flüssigkeit, Gerinnungsfaktoren und anderen, messbaren Bestandteilen. Und doch ist Blut viel mehr als eine bloße "Körperflüssigkeit". Schon Goethe schrieb im Faust "...Blut ist ein ganz besonderer Saft...".

Ein Erwachsener verfügt über ca. 5 - 6 Liter Blut, das viele verschiedene Funktionen hat. Vorrangig zu nennen sind darunter die Sauerstoffversorgung und der Transport von Nährstoffen und vom Körper selbst hergestellter Substanzen. Das intravasale (im Blutgefäß) Flüssigkeitsvolumen trägt ganz erheblich zur Aufrechterhaltung eines normalen Blutdrucks und zur adäquaten Durchblutung der Organe und der kleinsten Gefäße (Mikrozirkulation) bei. Es ist sehr leicht vorstellbar, dass ein Blutverlust oder eine Störung der Durchblutung gravierende Folgen für den Körper haben. Entsprechend widmen Mediziner diesem Bereich besondere Aufmerksamkeit.

Zwei Therapiefelder befassen sich damit: Der Blutverlust, ihn kompensiert der Volumenersatz, und die Volumentherapie, durch die Durchblutungsstörungenbehandelt werden können.


Volumenersatz

Wenn ein akuter Blutverlust eintritt, sei es durch einen Unfall oder im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs, muss er schnellstmöglich ausgeglichen werden. Diesem Ziel dient der Volumenersatz. Dieser muss von außen zugeführt werden, da der Körper nicht in der Lage ist, den Flüssigkeits- oder Blutverlust schnell selbst auszugleichen. Die Hypovolämie (zu niedriges Blutvolumen) hat schwerwiegende Folgen: Der Blutdruck sinkt auf niedrige, manchmal lebensbedrohliche Werte. Außerdem wird die Sauerverstoffversorgung verschlechtert, so dass bei längerdauernder Hypovolämie die Organe versagen können.

Für den Volumenersatz stehen sogenannte kolloidale Lösungen zur Verfügung. Sie füllen das Blutvolumen im Blutgefäß wieder auf und sorgen so für eine Stabilisierung der Hämodynamik und verbessern die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung. Die meistverwendeten kolloidalen Volumenersatzmittel enthalten Hydroxyethylstärke (HES) in einer physiologischen NaCl-Lösung (Kochsalzlösung). Die Stärke wird aus Mais gewonnen. HES-Moleküle binden das Wasser im Blutgefäß und sorgen so dafür, dass das Volumen im Gefäß verbleibt und nicht schnell wieder in die umgebenden Zellen und Gewebe übertritt.

Andere kolloidale Lösungen enthalten z.B. menschliches Albumin (Eiweißlösung), Gelatine aus tierischem Gewebe (Rinderknochen, -sehnen, -häute) oder Dextran aus dem bakteriellen Abbau von Zuckerrüben (in Deutschland wegen der Gefahr anaphylaktischer Reaktionen nur noch sehr selten verwendet).

Gängige Praxis ist es heute, kolloidale Lösungen zusammen mit Kristalloiden, z. B. 0,9 % NaCl (= physiologische Kochsalzlösung) oder Ringer-Laktat-Lösung zu applizieren. Kristalloide gleichen einen Flüssigkeitsverlust aus, während Kolloide die Blutgefäße wieder auffüllen.


Volumentherapie

HES-Lösungen werden nicht nur zum Volumenersatz verwendet, sondern auch zur Volumentherapie. Darunter versteht man die Infusion von Volumen (ohne vorherigen Blutverlust), um die Durchblutung zu verbessern (einerseits eine leichte Erhöhung des Druckes, mit dem das Blut durch die Gefäße fließt, andererseits eine leichte Verdünnung des Blutes, welches dann besser durch die kleinen und kleinsten Gefäße fließt). Durch die Infusion von Volumen kann z.B. die Hirndurchblutung (Perfusion) nach einem Schlaganfall, welcher auf Grund einer Durchblutungsstörung aufgetreten ist, oder bei anderen Hirnleistungsstörungen verbessert werden. Nach Hörsturz oder bei Tinnitus erhöht eine Volumentherapie die Blut- und Sauerstoffversorgung des Innenohrs und kann dadurch das Gehör wiederherstellen oder verbessern. Auch Durchblutungsstörungen des Auges können mittels einer Volumentherapie mit HES behandelt werden. Insgesamt kann durch eine Volumentherapie die Fließeigenschaft (Rheologie) des Blutes optimiert, die Sauerstoffversorgung erhöht und die Mikrozirkulation verbessert werden.


Schlaganfall/Volumentherapie


Der Schlaganfall und seine Ursachen
Man unterscheidet zwei Ursachen für einen Schlaganfall:

In 80% aller Fälle liegt eine Durchblutungsminderung vor; das Gehirn wird mit zu wenig Blut d. h. mit zu wenig Energie versorgt (Ihr Arzt nennt dies eine "ischämische" Ursache).

Bei dem "Hirn-Infarkt" werden Teile des Gehirns durch den Verschluss von Blutgefäßen nicht mehr richtig durchblutet. Durch spezielle bildgebende Verfahren kann dies sichtbar gemacht werden: Eine dunkle Fläche zeigt dann die Unterversorgung.


Symptome eines Schlaganfalls

In vielen Fällen tritt ein Schlaganfall sehr "undramatisch" auf. Er ist in der Regel nicht mit heftigen Schmerzen verbunden. Ganz plötzlich – also ohne "Vorankündigung"– kommt es zu Funktionsstörungen, die wie folgt aussehen:

halbseitige, eine Körperhälfte betreffende Lähmungserscheinungen

ein Gegenstand fällt aus der Hand des Patienten, weil keine Kontrolle mehr über den Arm besteht
damit meist verbunden: Taubheitsgefühl

oft zu beobachten: der Mund des Patienten wird schief und scheint "herunter zu hängen"

für den Patienten selbst häufig nicht zu erkennen sind typische Sprach- oder Sprechstörungen, bei denen es dem Patienten die Sprache verschlägt oder

Gesprochenes vom Gesprächspartner des Patienten nicht mehr verstanden wird

Sehstörungen, wie z.B. der plötzliche Verlust des Sehens auf einem Auge oder der eingeschränkte Sichtbereich (= sog. "Gesichtsfeld-Verlust"), bei denen der Betroffene Menschen oder Gegenstände auf einer Seite nicht mehr erkennen kann oder nur noch zur Hälfte sieht, sind ebenfalls sehr häufige Symptome.


Behandlung des akuten Schlaganfalls

Die in der Zwischenzeit eingetroffenen Rettungskräfte werden den Patienten umgehend in die nächstgelegene Klinik bringen. Während des Transports wird bei dem Betroffenen für die Aufrechterhaltung der wichtigsten Körperfunktionen wie Kreislauf und Atmung gesorgt. Schon auf dem Weg ins Krankenhaus können die ersten Maßnahmen zur Verbesserung der Durchblutung im Gehirn mit Medikamenten und Infusionen durchgeführt werden. Aber warum ist das schnelle und richtige Eingreifen so wichtig? Eine neuere Form der Behandlung eines Schlaganfalls ist die Thrombolyse. Sie kommt für etwa 6–8% aller Schlaganfallpatienten als Akuttherapie in Frage. Thrombolyse bedeutet: Auflösung eines Blutgerinnsels. Wie oben beschrieben, haben 80% aller Schlaganfälle einen ischämischen Ursprung – sie entstehen also durch einen Verschluss in einer Arterie. Ein sog. "Thrombus" verschließt die Blutbahn. Die Thrombolyse kann diesen Verschluss auflösen, wenn man das Medikament dem Körper als Infusion über die Armvene zuführt. Diese Therapiemöglichkeit besteht jedoch nur innerhalb der ersten Stunden nach Beginn eines Schlaganfalls. Spätestens nach drei Stunden müssen der Rettungsdienst bzw. die Arzte im Krankenhaus mit der Behandlung begonnen haben. Deshalb ist auch die Information, wann der Schlaganfall begonnen hat, für den Rettungsdienst und die behandelnden Ärzte so wichtig.

Es gilt also unbedingt festzuhalten: Mit jeder Minute, die ungenutzt verstreicht, nimmt das Gehirn zusätzlichen Schaden. Um wirklich alle beschriebenen Maßnahmen durchführen zu können, muss der Schlaganfallpatient innerhalb möglichst kurzer Zeit im Krankenhaus behandelt werden, da sonst Hirngewebe unwiederbringlich zerstört wird. Ziel muss es also sein, eine Verbesserung der betroffenen Bereiche im Gehirn zu erzielen.


Hörsturz/Volumentherapie


Was Sie über Hörsturz wissen sollten


Wer kennt das nicht: Plötzlich hört man auf einem Ohr schlechter. Die Geräusche, die man wahrnimmt, klingen dumpf; in manchen Fällen hört der Patient auf dem betroffenen Ohr für eine gewisse Zeit gar nichts mehr. In ganz seltenen Fällen sind beide Ohren gleichzeitig betroffen.

Was ist passiert?
Was hier gerade beschrieben wurde, bezeichnet man als "Hörsturz". Bei einem Hörsturz handelt sich um ein ganz akutes Ereignis. Bei vielen (aber nicht bei allen) Betroffenen tritt als Begleitsymptom Ohrensausen unterschiedlicher Stärke auf. Typisch ist ein Gefühl, als ob der Betroffene Watte im Ohr hätte. Seltener berichten Hörsturzpatienten über Schwindel oder von einem allgemeinen Gefühl der Unsicherheit und Benommenheit. Vorboten eines Hörsturzes können ein einseitiges Druckgefühl im betroffenen Ohr und ein Ohrgeräusch auf der betroffenen Seite sein.

In ca. 50% aller Fälle vergehen die Symptome wieder von selbst nach kurzer Zeit (man spricht von der sog. "Spontanremission").
Dennoch gilt: bei einem Hörsturz handelt es sich immer um einen therapeutischen Eilfall. Suchen Sie in einem solchen Fall möglichst schnell Ihren Arzt auf, damit keine wertvolle Zeit vergeht die man für den frühzeitigen Therapiebeginn hätte nutzen können.
 
Der Hörsturz entwickelt sich zu einer echten Zivilisationskrankheit. Betroffen bzw. gefährdet sind vor allem Menschen, die Risikofaktoren für einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt haben.

Im Einzelnen können dies Übergewicht, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit oder Fettstoffwechselstörungen sein.

Als weiterer Risikofaktor gilt natürlich auch der Nikotinkonsum. Insbesondere gefährdet sind aber auch Menschen, die vermehrt Stress ausgesetzt sind und sich selbst viel zuviel zumuten. Deshalb: Sobald Sie oder einer Ihrer Angehörigen und Freunde einmal Symptome im Bereich des Ohres bemerken: suchen Sie sobald wie möglich einen Arzt auf. Jedes dumpfe Gefühl auf dem Ohr, jeder Hörverlust, aber auch jedes Ohrgeräusch sollte möglichst zeitnah untersucht werden.

Sollte Ihr behandelnder Arzt einen Hörsturz feststellen, so hat er eine Reihe von Möglichkeiten diesem Ereignis entgegen zu wirken. In der Akutphase sind durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Infusionen die Standardtherapie. Sie sollten möglichst schnell eingeleitet werden. Auch wird der Arzt in der Regel dafür sorgen, dass der Betroffene zur Ruhe findet. Wichtig ist, dass in den ersten Stunden überhaupt reagiert und eine ärztliche Untersuchung und Behandlung eingeleitet werden kann. In der wissenschaftlichen Literatur werden die Therapieerfolge in diesen ersten Stunden mit bis zu 90% angegeben.


Was Sie über Ohrensausen wissen sollten


Fast jeder von uns hat dieses Phänomen schon mal erlebt: Ohrgeräusche oder Ohrensausen. "Tinnitus" lautet dafür der medizinische Fachausdruck. Meistens und glücklicherweise ist dieses Pfeifen, Brummen, Rauschen, Zischen oder Summen nur vorübergehender Natur. Diese unterschiedlichen Geräusche, ob sie nun im Kopf oder in den Ohren wahrgenommen werden, haben eine Gemeinsamkeit: in der Regel hört sie nur der Betroffene. Man spricht auch vom "subjektiven Tinnitus". Grundsätzlich gilt: jeder Tinnitus ist ein ganz individuelles Phänomen. Wichtig zu wissen: Tinnitus ist keine Krankheit! Tinnitus ist ein Symptom, also Ausdruck einer Erkrankung oder Fehlfunktion. Tinnitus ist aber immer auch ein Warnsignal. Unser Körper will uns damit sagen, dass wir uns möglicherweise übernommen haben – z.B. körperlich. Für die Therapie folgt daraus: Nicht nur das Symptom Tinnitus muss behandelt werden, sondern die zugrunde liegenden Ursachen. Aus diesem Grund ist die Diagnostik so wichtig.

Bezüglich der möglichen Ursachen für das wahrgenommene Ohrsausen herrscht Vielfalt und Unklarheit.
Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen, Lärmschäden, Drehschwindel und andere organische Erkrankungen in Betracht.
Auch ein plötzlich auftretender Hörverlust, ein sog. "Hörsturz" kann als ein Symptom einen Tinnitus haben.
Neben den vielen medizinischen Ursachen, so schätzt man, tritt das Ohrsausen bei etwa der Hälfte aller Betroffenen als Folge von Lärm und Stress auf.
Im Grundsatz gilt: Verlieren Sie keine Zeit!
Treten die Ohrgeräusche bei einem Patienten entweder alleine, oder gepaart mit einem tauben Ohr bzw. mit einem Hörverlust auf, so ist so bald als möglich Ihr Hausarzt oder der nächste Hals-Nasen-Ohrenarzt aufzusuchen. Es besteht der Verdacht auf einen Hörsturz. Plötzlich auftretender Tinnitus und/oder Hörsturz sollte immer als therapeutischer Eilfall angesehen werden. Je schneller eine entsprechende Behandlung eingeleitet wird, umso größer sind die Aussichten auf vollständige Heilung. In etwa drei Viertel aller Fälle kann der akute Tinnitus vollständig beseitigt werden.

Ihr behandelnder Arzt wird nach einer gründlichen Untersuchung eine entsprechende Behandlung einleiten. Diese besteht üblicherweise aus durchblutungsfördernden und entzündungshemmenden Maßnahmen, die Sie z.B. in Form von Infusionen erhalten.
Ziel ist es, im Innenohr eine bessere Durchblutung zu erzeugen.
In manchen Fällen, insbesondere wenn keine organischen Ursachen für das Ohrensausen festgestellt werden können oder wenn mit einer entsprechenden Behandlung zu lange gewartet wurde, bleibt der Tinnitus bestehen. Man spricht dann von einer chronischen Form.
Doch auch in diesen Fällen hat der behandelnde Arzt eine Reihe von Möglichkeiten, die ein Leben mit dem Ohrensausen erträglich machen.

Bitte beachten Sie also: Der Tinnitus ist, insbesondere wenn er mit einem plötzlichen Hörverlust auftritt, sofort durch den behandelnden Hausarzt bzw. den nächsten Hals-Nasen-Ohrenarzt zu untersuchen und zu behandeln.

Verlieren Sie keine Zeit! Jede Stunde die verstreicht, verschlechtert die Aussichten auf vollständige Heilung.


"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

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Tinnitus, laut Verein Tinnitus Liga
« Antwort #3 am: 17. Mai 2007, 20:13 »


http://www.tinnitus-liga.de/tinnitus.htm


Tinnitus

Tinnitus ist der medizinische Fachausdruck für Ohrgeräusche oder Ohrensausen. Jeder Vierte von uns hat dieses Phänomen schon mal wahrgenommen. Meistens und glücklicherweise nur vorübergehend. Oft wird es als Pfeifen, Rauschen, Zischen oder Summen erlebt. Wenn Sie ein Beispiel eines Ohrgeräusches hören möchten, dann klicken Sie hier.

Den unterschiedlichsten Geräuschen im Kopf oder in den Ohren ist eins gemein: Bis auf seltene Ausnahmen hört sie nur der Betroffene selbst. Man spricht dann vom subjektiven Tinnitus.

Tinnitus ist keine Krankheit!

Tinnitus ist ein Symptom, vergleichbar dem Schmerz. Tinnitus ist immer auch ein Warnsignal, dass wir uns übernommen haben, im körperlichen oder seelischen Bereich. Nicht das Symptom Tinnitus muss vordringlich behandelt werden, sondern die Ursachen. Deswegen ist die Diagnostik sehr wichtig.

Ursachen: Vielfalt und Unklarheit
Als Ursachen kommen Hörbeeinträchtigungen, Lärmschäden, Morbus Menière (Drehschwindel) und andere organische Erkrankungen in Betracht. Auch der Hörsturz ist oft von einem Tinnitus begleitet. Probleme mit der Halswirbelsäule oder im Zahn-Kiefer-Bereich können auslösende oder verstärkende Ursachen sein. Neben medizinischen Ursachen vermuten die Hälfte aller Betroffenen Lärm und Stress als Auslöser.

Oft lassen sich die Ursachen beheben oder gut behandeln. Häufiger werden jedoch gar keine organischen Ursachen gefunden. In beiden Fällen kann das Ohrgeräusch wieder völlig abklingen, es kann aber auch bleiben. Dies wird nach einigen Wochen mit Tinnitus um so wahrscheinlicher. Darum ist eine frühzeitige Behandlung im Akutfall angezeigt.

Mit Tinnitus unbeschwert leben
Selbst wenn der Tinnitus bleibt (chronischer Tinnitus), wird er in den meisten Fällen erträglich: Hiervon berichtet die Hälfte aller Betroffenen in Deutschland, die sich gar nicht oder nur geringfügig gestört fühlen.

Gleichwohl kann Tinnitus den Charakter einer Krankheit annehmen: Wenn er zu einer schweren Belastung im täglichen Leben wird. Und wenn daraus weitere Krankheiten resultieren. Tinnitus wird dann zum Lärm der Seele.
Dagegen lässt sich jedoch einiges unternehmen. Denn Tinnitus ist ein Phänomen, das gerade durch falsche Information, Resignation und Angst genährt wird.

Aufklärung, Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen sowie Lebensfreude lassen den Tinnitus in den Hintergrund treten. Er wird erträglich. Man spricht dann von einem kompensierten Tinnitus. Viele haben das geschafft. Manchmal benötigt dieser Lernprozess in einen erträglichen Tinnitus Zeit. Manche benötigen dazu auch therapeutische Hilfe.

Rat erhalten Sie (Anm: Auch) bei der Deutschen Tinnitus-Liga.

Möchten Sie mehr zu diesem Thema wissen? Dann lesen Sie auch unsere Informationen zu akutem und chronischen Tinnitus. Und fordern Sie online unsere Informationsbroschüre an. Selbsthilfebücher, Entspannungsmusik u.v.a.m. finden Sie in unserem Tinnitus-Shop.
 

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Jutta

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Ich höre was, was du nicht hörst .... Tinnitus
« Antwort #4 am: 18. November 2008, 22:30 »
Merkblatt: Tinnitus – wenn Ohrgeräusche den Alltag belasten

Nach einem lauten Konzert, einem Sportereignis oder nach dem Benutzen einer sehr lauten Maschine wie einer Kettensäge hat man oft ein Pfeifen im Ohr - auch dann noch, wenn der Lärm aufgehört hat. Diese Ohrgeräusche, auch Tinnitus genannt, verschwinden jedoch meist schnell wieder. Jeder Mensch erlebt dieses Phänomen ab und zu. Ein bis zwei von zehn Menschen hören solche Geräusche allerdings eine Zeitlang dauernd. Oder der Tinnitus meldet sich immer wieder bei ihnen, ohne dass ein Grund dafür erkennbar wäre. Manchmal halten die Ohrgeräusche über Monate oder sogar Jahre an. Normalerweise sind sie nur schwach ausgeprägt und nicht laut, wenn auch etwas lästig.

Ständige Ohrgeräusche können den Alltag sehr beeinträchtigen. So ist es nicht leicht, mit einem Tinnitus zurechtzukommen, wenn er die Konzentration und den Schlaf stört. Zwar gibt es kein einfaches Behandlungsverfahren, doch selbst bei einem starken Tinnitus können Sie einiges tun, damit die Ohrgeräusche Sie weniger belasten. Welche Möglichkeiten es gibt, darüber informieren wir Sie in diesem Merkblatt. Sie erfahren auch, was die Forschung über Tinnitus-Behandlungen und Bewältigungsstrategien herausgefunden hat. Manche dieser Erkenntnisse könnten überraschend sein - denn zum Thema Tinnitus gibt es viele weit verbreitete Überzeugungen und Mythen.

Was ist ein Tinnitus, und warum ist er manchmal so lästig?

Das Wort "Tinnitus" ist lateinisch und bedeutet "Klingeln". Das Geräusch, das man bei einem Tinnitus wahrnimmt, kann aber auch ein Pfeifen, Summen, Brummen, Rauschen, Klicken oder Klopfen sein. Es kann in einem oder in beiden Ohren zu hören sein. Für manche Menschen fühlt es sich so an, als ob es "mitten aus dem Kopf" kommt. Das Geräusch kann konstant da sein oder auch kommen und gehen; manchmal ist es kaum zu hören, dann wieder sehr laut.

Niemand außer der betroffenen Person kann die Geräusche hören, da sie nicht von einer äußeren Schallquelle erzeugt werden. Das bedeutet nicht, dass die Menschen sich einen Tinnitus einbilden: Sie nehmen die Geräusche in ihrem Kopf tatsächlich wahr. Ein Tinnitus ist nicht dasselbe wie akustische Halluzinationen, bei denen man nicht existierende Stimmen oder andere Dinge "hört".

Tinnitus ist sehr häufig. Jeder zweite Mensch hat irgendwann in seinem Leben für eine gewisse Zeit Ohrgeräusche, und bis zu 2 von 10 Personen erleben irgendwann eine länger andauernde Tinnitus-Episode (10 bis 20 %). Etwa einer von 200 Menschen (0,5 %) hat so starke Ohrgeräusche, dass sie das Leben stark beeinträchtigen. Ältere Menschen haben öfter einen Tinnitus als junge Erwachsene, aber es können auch Kinder betroffen sein.

Vielen Menschen gelingt es mit der Zeit, sich an einen Tinnitus zu gewöhnen, für andere wird er zu einer starken Belastung. Weil die Gehirnbereiche, die durch einen Tinnitus beeinflusst werden, auch für die Gefühle eine wichtige Rolle spielen, können die Ohrgeräusche manchmal nur schwer erträglich sein. Bei manchen Menschen ist ein Tinnitus eng mit einer Depression verbunden; es ist jedoch unklar, ob der Tinnitus zur Entstehung einer Depression beiträgt oder sie verstärkt.

Was verursacht einen Tinnitus, und kann er meinem Gehör schaden?

Die Ursache eines Tinnitus ist in den meisten Fällen nicht feststellbar. Der medizinische Fachbegriff für einen Tinnitus, dessen Entstehungsgrund unbekannt ist, lautet "idiopathischer Tinnitus". Ein Tinnitus ist keine Form des Hörverlusts. Nur weil Sie Ohrgeräusche haben, wird Ihr Hörvermögen also nicht schlechter. Falls sich Ihr Gehör zusätzlich verschlechtert, ist die Ursache dafür nicht der Tinnitus.

Es kann aber sein, dass die Ohrgeräusche zu einem Zeitpunkt auftreten, an dem das Hörvermögen altersbedingt nachlässt oder geschädigt wurde. Solche Schäden können zum Beispiel durch ein plötzliches, extrem lautes Geräusch wie eine Explosion oder durch Lärm entstehen, dem man über einen langen Zeitraum ausgesetzt ist - zum Beispiel bei der Arbeit mit lauten Maschinen ohne Ohrschutz oder beim häufigen Hören von lauter Musik.

Kann Tinnitus ein Zeichen für andere Erkrankungen sein?

Manchmal ist Tinnitus ein Anzeichen für eine andere Erkrankung, zum Beispiel für die Menière-Krankheit. Diese beeinträchtigt die Ohren und macht sich außer durch Ohrgeräusche auch durch Schwindel und Hörverlust bemerkbar. Wenn Sie das Gefühl haben, dass sich der Raum dreht, Sie schlecht hören und starke Ohrgeräusche haben, könnte das auf die Menière-Krankheit hinweisen. Mehr Informationen über dieses Krankheitsbild und seine Behandlung werden Sie in Zukunft bei uns finden.

Tinnitus kann auch ein Symptom für eine Geschwulst des Hörnervs sein, eine gutartige Wucherung im Innenohr. "Gutartig" bedeutet, dass es sich nicht um eine Krebserkrankung handelt. Trotzdem kann eine solche Geschwulst schädlich sein. Tinnitus tritt manchmal auch als unerwünschte Wirkung von Medikamenten wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Chinin auf.

Wenn das Ohrgeräusch mit dem Rhythmus des Herzschlags zu- und abnimmt, wird es auch "pulssynchron" genannt. Diese Form des Tinnitus kann durch einen stark erhöhten Blutdruck verursacht sein. In diesem Fall können die Ohrgeräusche leiser werden oder verschwinden, wenn Sie Ihren Blutdruck senken. Ein rhythmischer Tinnitus kann auch auf ein Problem mit einem Blutgefäß hinweisen. Bei manchen Menschen wird der pulssynchrone Tinnitus beispielsweise durch eine "vaskuläre Schlinge" tief im Ohr verursacht: eine kleine, abnormale Windung eines Blutgefäßes. In solchen Fällen wird manchmal ein kleiner chirurgischer Eingriff erwogen.

Wie wird ein Tinnitus festgestellt?

Wenn Sie wegen eines Tinnitus zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt gehen, wird sie oder er zunächst versuchen, die gerade genannten Ursachen auszuschließen. Man wird außerdem genau untersuchen, ob es ein Problem mit den Blutgefäßen, im Kiefergelenk oder mit den Muskeln um den Oberkiefer gibt. Falls das Geräusch daher rührt, wird die Ärztin oder der Arzt es bei der Untersuchung ebenfalls hören können. Um Probleme im Kieferbereich auszuschließen, kann auch eine zahnärztliche Untersuchung sinnvoll sein.

Bei den meisten Menschen lässt sich jedoch keine Ursache für den Tinnitus finden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler versuchen immer noch herauszufinden, wie es zu den Ohrgeräuschen kommt. Einige Studien konnten zeigen, dass 9 von 10 gesunden Menschen, die mehrere Minuten in einem schalldichten Raum verbrachten, plötzlich ein Klingeln "hörten". Man weiß nicht, wie es zu diesem Phänomen kommt.

Können Medikamente, Geräte oder komplementäre Therapien helfen?

Wenn Sie neben dem Tinnitus einen starken Hörverlust haben, benötigen Sie vielleicht ein Hörgerät. Diese Geräte sollen störende Hintergrundgeräusche ausblenden und es ermöglichen, Gesprächen wieder besser folgen zu können. Wenn Sie mit einem Hörgerät gut zurechtkommen, empfinden Sie möglicherweise auch die Ohrgeräusche als weniger störend. Ob Hörgeräte auch dann gegen Tinnitus helfen, wenn man keinen Hörverlust hat, ist nicht erwiesen.

Wenn jemand plötzlich einen Tinnitus bekommt - besonders wenn damit ein Hörverlust verbunden ist -, wird ihm in Deutschland und in manchen anderen europäischen Ländern eventuell eine sofortige Infusionstherapie angeboten. Dabei wird über einen dünnen Schlauch, der in eine Vene eingeführt wird, eine Lösung aus Medikamenten und Flüssigkeit eingeträufelt (intravenöse Infusion). Oft kommen bei Tinnitus auch entzündungshemmende Medikamente wie Kortison zum Einsatz. Die Wirksamkeit dieser Behandlungsverfahren wird immer noch erforscht, und man weiß noch nicht genau, ob sie wirklich helfen können.

Ein Wirkstoff, der manchmal für die Infusionstherapie verwendet wird, ist Hydroxyethylstärke (HES). HES kann schwere allergische Reaktionen auslösen. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft hat mehrfach darauf hingewiesen, dass dieser Wirkstoff häufig einen starken Juckreiz am ganzen Körper hervorruft.

Verschiedenste Behandlungen und Geräte sind schon ausprobiert worden, um Menschen mit Tinnitus Erleichterung zu verschaffen. Manche sind teuer, und viele werden stark beworben. Leider hat die Forschung bislang aber nicht belegt, dass irgendeine Maßnahme sehr wirksam ist - und viele haben sogar unerwünschte Wirkungen. Für Antidepressiva ist beispielsweise nicht nachgewiesen, dass sie einen Tinnitus lindern können.

Viele Menschen glauben auch, dass Tinnitus durch Stress ausgelöst werden kann. Stress ist zwar oft mit Symptomen wie Bluthochdruck verbunden, die bei manchen Menschen zu einem Tinnitus beitragen - doch Entspannungsmaßnahmen haben bisher keinen direkten Einfluss auf die Ohrgeräusche gezeigt.

Welche Behandlungsformen werden noch geprüft?

Ginkgo biloba ist ein pflanzliches Mittel, das zur Behandlung des Tinnitus eingesetzt wird. Es gibt unterschiedliche Ginkgo Präparate, und die Forschungsergebnisse zu diesen Mitteln sind widersprüchlich. Daher ist noch unklar, ob sie Tinnitus Beschwerden deutlich lindern können.

Zu den bei Tinnitus eingesetzten Behandlungen, deren Wirksamkeit bisher nicht nachgewiesen werden konnte, gehören:

    * "Tinnitus-Masker", die ein Breitbandrauschen oder "weißes Rauschen" senden. Sie werden wie Hörgeräte getragen und geben ein Geräusch ab (normalerweise ein leises Rauschen), das den Tinnitus überdecken soll.

    * Akupunktur: Ein in der traditionellen chinesischen Medizin entwickeltes Verfahren, bei dem Nadeln in bestimmte Punkte des Körpers gesetzt werden, um den "Energiefluss" des Körpers zu verändern. Es gibt widersprüchliche Forschungsergebnisse, ob Akupunktur bei Tinnitus helfen kann.

    * Hypnose: Mit dieser Technik können Menschen in einen Zustand tiefer Entspannung versetzt werden, in dem sie eine andere Bewusstseinsebene erreichen. Befinden Sie sich in diesem Zustand, versucht die Therapeutin oder der Therapeut durch Suggestionen, die Tinnitus-Wahrnehmung der hypnotisierten Person zu verändern.

    * Entspannungstechniken und Yoga.

    * Elektromagnetische Stimulation oder Ohrmagnete: Das sind entweder kleine elektrische Geräte, die einen elektromagnetischen Impuls durch die Knochen nahe dem Ohr schicken, oder einfache Magnete.

    * Hyperbare Sauerstofftherapie: In einer Überdruckkammer wird reiner Sauerstoff eingeatmet. So soll der Sauerstoff besser zu den Ohren und zum Gehirn transportiert werden können. Diese Behandlung probieren manchmal auch Personen mit Tinnitus und gleichzeitigem Hörverlust aus.


Wenn Sie einen chronischen Tinnitus haben, ist es vermutlich am hilfreichsten, Techniken zu erlernen, mit denen sich die Stressbelastung, die der Tinnitus mit sich bringt, besser bewältigen lässt. Außerdem ist es für jeden Menschen wichtig - ob man einen Tinnitus hat oder nicht -, sich vor zu lauten Geräuschen zu schützen. Das verringert das Risiko für einen dauerhaften Tinnitus. Mehr über das Hören und den Einfluss von Lärm können Sie hier lesen.

Welche Techniken können mir helfen, mit dem Tinnitus zurechtzukommen?

Dass viele Menschen mit Ohrgeräuschen recht gut zurechtkommen, andere aber nicht, liegt zum Teil auch daran, dass Menschen unterschiedlich auf chronische Gesundheitsprobleme reagieren. Es könnte deshalb helfen, die Techniken zu erlernen, die es anderen Menschen ermöglichen, besser mit einem solchen Problem umzugehen.

Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) hat zum Ziel, solche Techniken zu vermitteln. Dass sie die Lebensqualität von Menschen mit Tinnitus verbessern kann, ist nachgewiesen - auch wenn der Tinnitus selbst dadurch nicht verschwindet. Mehr über die Forschung zur KVT können Sie hier lesen.

Damit diese Behandlungsform Erfolge zeigen kann, sind mindestens zehn Sitzungen nötig. Eine KVT bei Tinnitus wird von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet, wenn ein "erheblicher Leidensdruck" besteht oder der Tinnitus in Zusammenhang mit einer anderen Erkrankung auftritt, zum Beispiel einer Depression.

Wenn Sie eine kognitive Verhaltenstherapie ausprobieren wollen, wenden Sie sich am besten an eine Psychotherapeutin oder einen Psychotherapeuten mit KVT-Ausbildung . Die Therapeutin oder der Therapeut wird mit Ihnen zusammen daran arbeiten, die Gedanken oder Verhaltensweisen zu ermitteln, die Ihnen das Leben mit dem Tinnitus erschweren. Im nächsten Schritt geht es darum, diese zum Positiven zu verändern. Dazu legen Sie gemeinsam Ziele fest, die Sie dann zu erreichen versuchen.

Manche Menschen entwickeln zum Beispiel Denkmuster, die in der Psychologie als "Katastrophisierung", Übergeneralisierung und "Alles-oder-nichts"-Gedanken bezeichnet. Ein Beispiel für eine Katastrophisierung ist: "Der Tinnitus hat mein Leben zerstört und ich werde nie wieder glücklich sein können." Mit Übergeneralisierung sind Gedanken gemeint wie: "Letzte Nacht, als ich mit Freunden unterwegs war, war der Tinnitus sehr laut - also wird Ausgehen mit meinen Freunden meinen Tinnitus immer unerträglich machen." "Alles oder nichts" beschreibt die Denkweise, dass sich keine Anstrengung lohnt, wenn sie nicht sicher zur vollständigen Genesung führt. All diese Denkmuster verstärken den Tinnitus. Es ist aber möglich, sie zu verändern, auch wenn dazu viel Aufwand und Einsatz nötig ist.

Der "Verhaltens-Teil" der kognitiven Verhaltenstherapie versucht herauszufinden, wann Sie auf eine Weise handeln, die Ihre Lebensqualität verschlechtern kann. Manche Menschen gehen zum Beispiel nicht mehr zu Veranstaltungen, Partys oder Konzerte, weil sie Angst haben, dass sich ihr Tinnitus verstärkt. Andere beginnen, zu viel Alkohol zu trinken, was wieder neue Probleme nach sich zieht.

Genauso wie die Ursache für einen idiopathischer Tinnitus unbekannt ist, weiß man auch nicht, wann er wieder verschwindet. Solange Sie Tinnitus-Beschwerden haben, haben Sie jedoch die Möglichkeit zu lernen, mit den lästigen Ohrgeräuschen besser zurechtzukommen. Da der Tinnitus es Ihnen wahrscheinlich erschwert, sich zu entspannen, könnte es hilfreich sein, verschiedene Methoden zur Stressbewältigung auszuprobieren. Wenn Sie Schlafprobleme haben, hilft Ihnen vielleicht unsere Gesundheitsinformation zum Thema Schlaflosigkeit weiter. Und falls Sie informiert werden möchten, sobald wir neue Entwicklungen in der Tinnitusbehandlung vorstellen, können Sie hier unseren kostenlosen Newsletter abonnieren.

Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Peter

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Re: Ich höre was, was du nicht hörst ....
« Antwort #5 am: 09. Dezember 2008, 15:00 »
Ich habe vermehrt festgestellt, dass gerade Krebspatienten gehäuft unter Tinnitus leiden.

möchte dazu auch anmerken das dies auch von der chemotherpaie kommt/kommen kann, meist durch platinhaltige zytostatika wie zb. cisplatin.
kämpfe derzeit selber damit und hoffe das es mal wieder besser wird. tagsüber geht es weil der lärmpegel ja höher ist. aber in der nacht ist es sehr lästig.
MFG Peter

Nichtseminom (Embryonales Karzinom)
pT2 N3M0S2 (Stadium 2c nach Royal-Marsden) [C62.1]
Retroperitoneale Lymphknotenmetastase [C77.2]
inguinaler Ablatio testis sin. 01/08
Port-A-Cath Implantation 02/08
4 Zyklen nach PEB Protokoll
Laparoskopische RLA 06/08
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Ich höre was, was du nicht hörst ....
« Antwort #6 am: 10. September 2010, 13:05 »
www.wissen-gesundheit.de


 
Rauschen im Ohr

Etwa zehn Prozent der Bevölkerung leiden über einen längeren Zeitraum an einem Tinnitus. Tritt das quälende Ohrgeräusch zusammen mit dem Herzschlag auf, spricht man von einem „pulssynchronen Tinnitus“. Bei diesem sind oft Erkrankungen der Blutgefäße die Ursache. Allerdings liegen die Blutgefäße, in denen die Ohrgeräusche entstehen, nicht im Ohr, obwohl es sich so anhört. „Es handelt sich um ein fortgeleitetes Geräusch aus den Blutgefäßen. Oft kann es auch der Arzt hören, wenn er sein Stethoskop am Hals oder hinter dem Ohr auflegt”, berichtet Neuroradiologe Professor Erich Hofmann aus Fulda anlässlich der 45. DGNR-Jahrestagung.

Die Ursachen sind vielfältig. So liegt bei einigen Patienten eine Verkalkung der Gefäße (Arteriosklerose) vor. Das Geräusch entsteht dann durch eine Engstelle in der Halsschlagader. Hier kann eine Gefäßstütze (Stent) helfen. Bei anderen Patienten verursacht eine krankhafte Verbindung zwischen der Halsschlagader und der daneben verlaufenden Vene die Ohrgeräusche. Die Behandlung der Patienten erfolgt dann mithilfe eines Katheters. Über diesen werden die betroffenen Gefäße so verklebt, dass der Kurzschluss zwischen Arterie und Vene beseitigt wird. Auch bestimmte Tumoren können einen pulssynchronen Tinnitus auslösen. Vor allem die Glomustumoren sind reich an Blutgefäßen, in denen das Geräusch entsteht. Die Tumoren werden zunächst mit einem Katheter verödet. Die geschrumpften Reste lassen sich danach mikroskopisch entfernen.

Manchmal entstehen pulssynchrone Ohrgeräusche allerdings durch anatomische Abweichungen, etwa weil die Halsschlagader von Geburt an durch das Mittelohr verläuft. In dem Fall kann man nichts machen.
Unser Tipp: Leiden Sie unter diesen Geräuschen, ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt die erste Anlaufstelle. Er kann den Verdacht auf pulssynchrone Ohrgeräusche mithilfe einer Computer- oder Magnetresonanztomographie klären lassen. Die Behandlung erfolgt dann in einem neuroradiologischen Zentrum.
 
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Autor: Dr. Beatrice Wagner