Autor Thema: Barrierefreiheit  (Gelesen 3203 mal)

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Barrierefreiheit
« am: 14. Oktober 2010, 14:48 »
Für eine Welt ohne Hürden: Weltnormentag am 14. Oktober steht unter dem Motto "Barrierefreiheit" =

   Wien (OTS) - Rund jeder fünfte Österreicher ist im Laufe seines
Lebens zumindest vorübergehend durch eine Behinderung eingeschränkt.
Damit das Alltagsleben trotzdem so sicher und einfach wie möglich
bleibt, sorgen Normen und Standards in vielen Bereichen für einen
barrierefreien Zugang. Um Wirtschaft und Verbraucher auf die
Wichtigkeit der Normung für eine Welt ohne Hürden hinzuweisen, steht
der diesjährige Weltnormentag am 14. Oktober unter dem Motto
"Barrierefreiheit".

Alltag voller Hürden

   Weltweit gibt es rund 650 Millionen Menschen mit besonderen
Bedürfnissen, allein in Österreich sind es 1,7 Millionen, die
gesundheitlich in irgendeiner Form dauerhaft beeinträchtigt sind. Das
reicht von leichten Seh- oder Höreinschränkungen bis zur
vollständigen Immobilität. Mit zunehmendem Alter werden steile
Treppen, unübersichtliche Straßenkreuzungen und kleine Beschriftungen
zu manchmal unüberwindbaren Hürden. Aber auch wer mit Kinderwagen,
schwerem Gepäck oder Gipsbein unterwegs ist, freut sich über
Hilfsmittel - von Rollstuhlrampen über Verkehrsampeln mit akustischen
Signalen bis hin zu Haltegriffen in Sanitärräumen.

Standards ermöglichen selbstbestimmten Alltag

   Damit Produkte und Bauten sicher und einfach genutzt werden
können, entwickeln Experten in den zuständigen Komitees von Austrian
Standards Institute Normen, wobei neben Sicherheitsaspekten,
ergonomischen Erfordernissen und Gebrauchstauglichkeit auch die
Barrierefreiheit maximale Berücksichtigung findet.
Ein Basiswerk für alle Neu-, Zu- und Umbauten ist die seit
Jahrzehnten bewährte ÖNORM B 1600 "Barrierefreies Bauen -
Planungsgrundlagen". Sie beschreibt ausführlich die barrierefreie
Gestaltung von Eingangsbereichen, Türen, Fenstern, Gängen, Treppen,
Aufzügen, Bedienelementen, Orientierungssystemen, Beleuchtung,
Materialien und Möblierung.

   Dipl.-Ing. Stefan Wagmeister, zuständiger Komitee-Manager: "Die
Zukunft liegt im anpassbaren Wohnbau mit Hilfe von barrierefreier
Erschließung. Das bedeutet, dass später notwendige Änderungen in
möglichst kurzer Bauzeit und kostengünstig ohne Änderung von
Installationen, Technik, Dämmung oder Tragfähigkeit vorgenommen
werden können."

   Es gibt natürlich auch Normen für technische Hilfen für Menschen
mit Behinderungen, z. B. für Rollstühle, tastbare Beschriftungen und
Informationssysteme oder taktile Bodeninformationen. Genauso tragen
Normen für Brillen, Kontaktlinsen, Hörgeräte, Prothesen und mehr dazu
bei, körperliche Einschränkungen bestmöglich auszugleichen. DDr.
Elisabeth Stampfl-Blaha, Vizedirektorin Austrian Standards: "Der
Trend geht in Richtung 'Design für Alle'. Die Idee ist, Produkte,
Geräte, Umgebungen und Systeme so zu gestalten, dass sie für so viele
Menschen wie möglich ohne weitere Anpassung oder Spezialisierung
nutzbar sind. Da gehören die Schere für Linkshänder und das leicht
aufschraubbare Marmeladenglas auch dazu."

   Ziel des Weltnormentages, der bereits seit 1947 jährlich am 14.
Oktober stattfindet, ist es, den Beitrag der Normung zur weltweiten
Handelsentwicklung, zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und
Erhöhung der Sicherheit sowie zur kontinuierlichen Verbesserung der
Lebensqualität hervorzuheben.

Fotos unter: http://www.communications.co.at

Rückfragehinweis:

~
   Austrian Standards Institute
   Dr. Johannes Stern, Director Public Relations & Media
   Tel.: +43 1 213 00-317, E-Mail: johannes.stern@as-institute.at
   
   comm:unications - Agentur für PR, Events & Marketing
   Sabine Pöhacker und Mag. Monika Strachalski, MA
   Tel.: +43 1 315 14 11-0, E-Mail: presse@communications.co.at

Josef

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Verwaltungsgerichtshof:
Eine "barrierefreie" Aufzugsanlage muss auch barrierefrei zugänglich sein "Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, war für die Grazer Behörden nicht ganz so klar", berichtet die Presse über eine ziemlich verzwickte Erstellung eines Bescheides der Baubehörde.
http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=12088
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Jutta

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Barrierefreiheit im Neubau
« Antwort #2 am: 06. Mai 2013, 13:19 »



Achtung!

Wenn man eine in Bau befindliche Wohnung gefunden hat,
nicht vor der Annahme des Kaufvertrages durch den Bauträger,
um diverse Ergänzungen für die Barrierefreiheit - eh kostenpflichtig - ansuchen (Sonderwünsche.

Sonst passiert es, dass man/frau plötzlich die gewünschte Wohnung doch nicht bekommt.
Das ist zwar eine Diskriminierung von Behinderten, aber ......!


Siehe auch:  http://www.krebsforum.at/index.php?topic=6270.msg15271#msg15271


admin

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Man ist nicht, sondern man wird BEHINDERT ! - Barrierefreiheit, ff.?
« Antwort #3 am: 26. August 2013, 13:20 »

Ö1 Sendung "Barrierefreies Bauen" vom 21. August 2013 empört Viele

Seit der Ausstrahlung der ORF-Sendung häufen sich die Unmutsäußerungen zu der Ö1-Sendung. Wir bringen hier beispielhaft einen Offenen Brief von Barbara Sima-Ruml.

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Barbara Sima-Ruml

Gemäß dem Motto "Ö1 gehört gehört" werden wohl viele Menschen kürzlich die Sendung "Barrierefreies Bauen" von der Journalistin Sabine Oppolzer mit Walter Stelzhammer, der Präsident der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten für Wien, Niederösterreich und Burgenland und dem Architekten Wolfgang Löschnig gelauscht haben. (Übrigens nicht die erste Sendung dieser Art von Frau Oppolzer.)

Was bei dieser Sendung an Unrichtigkeiten und dumpfen Vorurteilen seitens der Redakteurin Oppolzer und Herrn Stelzhammer verbreitet wurde, spottet jeder Beschreibung (Hörtipp!).

Ihrer Verärgerung Luft gemacht hat sich Barbara Sima-Ruml (Bild) mit diesem Offenen Brief, den wir zur Gänze abdrucken. (Sollte es eine Reaktion seitens des ORF oder der Redakteurin Sabine Oppolzer geben, werden wir über dies gerne berichten.)


Offene Brief

Sehr geehrte Frau Oppolzer!


Leider habe ich von Ihnen noch keine Reaktion auf meine e-mail vom 21.08.2013 nach Ihrer Sendung im Kulturjournal von Ö1 zum Thema "Barrierefreies Bauen" bekommen. Deshalb erlaube ich mir, einen offenen Brief an Sie zu richten. Nach dem gestrigen Kulturjournal war ich echt geschockt und muss Ihnen daher einfach einige Dinge darstellen. Beginnen wir mit Ihrer Einleitung zu der Radiodiskussion.

Die EU ists gewesen!


Sie erwähnen Bestimmungen zum Thema barrierefreies Bauen, welche die EU erlassen hätte. Meines Wissens, gibt es keine solchen Bestimmungen. Wenn es aber welche gibt, bitte Frau Oppolzer, lassen Sie mir diese zukommen! Oh wie sehr würden solche "Bestimmungen" mein Leben erleichtern! Ich kenne nämlich nur die Richtlinien des Österreichischen Instituts für Bautechnik (kurz: OIB Richtlinien), die sich in der Richtlinie 4, Nutzungssicherheit und Barrierefreiheit näher mit dem Thema des barrierefreien und des Anpassbaren Wohnbaus befassen.

Sie verweisen in Teilbereichen auf die ÖNORM B 1600, Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen, welche im Jahr 2012 neu erschienen ist und seit 1977 einen Standard für Barrierefreiheit in Österreich festlegt.

Kosten, die nirgendwo belegt sind


Nach der Aussage von Mag. Arch. Stelzhammer, dass Wohnungen "heute um 10% kleiner geplant werden müssten", weil sie "smart oder sonst was" sein müssten, richten Sie Ihre erste Frage an Hrn. Arch. DI Löschnig.

Sie stellen aber vorher noch mal sicherheitshalber fest, "dass Wohnungen nun 10 bis 15% teurer werden, wegen Maßnahmen, wie Türverbreiterungen und Rollstuhlwendekreise und ob dies denn gerechtfertigt ist, wenn man bedenkt, dass nur 0,3% der österreichischen Bevölkerung Rollstuhlfahrer sind? Wäre es denn nicht besser, dieses Geld einzusparen und diesen Menschen zur Verfügung zu stellen?" fragen Sie Hrn. Arch. DI Löschnig.

Da hätte ich gleich eine Gegenfrage: Woher haben Sie denn diese Zahlen? Ich bitte, nein, flehe Sie geradezu an: lassen Sie mich teilhaben an der Studie, die diese erhöhten Kosten wissenschaftlich belegt! Schon seit Jahren versuche ich Zahlen zu eruieren, die ein Standardwohngebäude (oder wie auch immer ein nicht anpassbarer, nicht barrierefreier Wohnbau bezeichnet werden kann) mit einem Anpassbaren Wohngebäude und/oder einem barrierefreien Wohngebäude vergleicht. Also? Haben Sie diesen Vergleich in Zahlen und Fakten?

Nur wer gut auf den Beinen ist, darf die Aussicht genießen


Munter weiter in der Diskussion fragen Sie, ob es sinnvoll ist, "Behindertenwohnungen bis ins 12. Stockwerk zu machen" und "wenn´s dann brennt und der Lift stecken bleibt, wie kann dann der Behinderte aus dem 12.Stockwerk geborgen werden"?

Was für eine Frage… Ich fasse es kaum! Wie kommen Sie denn darauf, dass es 12-geschossige Bauwerke, NEUBAUTEN wohlgemerkt, denn nur diese unterliegen (mit Ausnahmen) den Anforderungen an den anpasssbaren Wohnbau, gibt, die nur über ein einziges Fluchttreppenhaus und nur einen einzigen Aufzug verfügen?

Für Gebäude, wie diese gibt es sogenannte Feuerwehraufzüge (im normalen Gebrauch nicht zu unterscheiden von anderen Aufzügen) die im Brandfall nur von der Feuerwehr unter anderem auch zur Evakuierung von Menschen mit Mobilitätseinschränkung und/oder kranken Menschen dienen.

Was glauben Sie passiert, wenn ein Mensch in einem neuen Wohngebäude im 12.Obergeschoss 40 Grad Fieber hat und im Brandfall nicht mehr die Treppe nach unten flüchten kann, weil er temporär mobilitätseingeschränkt ist? Glauben Sie, die Feuerwehrleute zucken mit den Schultern und sagen: "Blöd, der hätt´ echt besser eine Wohnung im Erdgeschoss nehmen sollen ..." Achja, nur zur Info: Wird ein Brandalarm ausgelöst, fahren die heute zu verwendenden Aufzüge in die sogenannte "Brandfallstellung" (meist in das Geschoss, wo es nach draußen geht), also keine Angst - man bleibt nicht einfach so "im Lift stecken".

Kleine Begriffskunde für Nichtbehinderte

Die von Ihnen wild vermischten Termini "barrierefrei", "behindertengerecht" oder "Anpassbarer Wohnbau" bedeuten im Übrigen NICHT das Gleiche! Also noch einmal zum Mitschreiben

Barrierefreiheit
wird definiert durch die Begriffsbestimmungen der OIB Richtlinien. Dort heißt es:
Barrierefrei im Sinne der OIB-Richtlinie 4 sind bauliche Anlagen, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne Hilfe zugänglich und nutzbar sind.

Für das Wort "Behindertengerecht" gibt es keine offizielle Definition, da jede Behinderung anders ist. Meine Definition lautet so: Behindertengerecht ist eine Sache, eine bauliche Anlage oder eine Kommunikationsweise, wenn sie für eine bestimmte Person mit Behinderung bedarfsgerecht (produziert) ist.

Hier ein Beispiel:
Eine Wohnung, die eine Raumhöhe mit 1,9 m hat, wäre für mich persönlich behindertengerecht, da ich (als Person, die einen Rollstuhl nutzt), bei höherer Raumhöhe die Glühbirnen nicht selbstständig tauschen kann. Eine Wohnung für eine blinde Person könnte hingegen völlig frei von Licht sein. Es gibt also für jede individuelle Behinderung "behinderungsspezifische" Anforderungen, die im Übrigen für z.B. Menschen mit Sinnesbehinderungen teilweise völlig konträr zu jenen von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sind!

Die Definition für Anpassbaren Wohnbau finden wir in der ÖNORM B 1600, Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen, Pkt. 6.1, erster Absatz:

Anpassbarer Wohnbau bedeutet, dass zukünftig notwendige Änderungen in möglichst kurzer Zeit und kostengünstig nur mit geringfügigen Änderungen von Installationen, Technik, Dämmung oder Tragfähigkeit vorgenommen werden können.


Im Steiermärkischen Baugesetz ist der Anpassbare Wohnbau für Wohngebäude (Neubauten und Nutzungsänderungen) mit mehr, als drei Wohnungen, vorgeschrieben.

Anpassbar ist (noch) nicht Barrierefrei!

Schlussendlich noch eine Klarstellung. In den meisten Bauvorschriften der österreichischen Bundesländern wird nur der Anpassbare Wohnbau gefordert und nicht ein barrierefreier oder gar behindertengerechter Wohnbau.

Die Forderung nach Anpassbarem Wohnbau ist meiner Meinung genau deshalb nicht übertrieben, da - wie Arch. DI Löschnig während des gesamten Interviews mehrmals erwähnt hat - der Anpassbare Wohnbau die spätere Anpassung vor allem für ältere Menschen ermöglicht. Und die Zahlen der auf uns zukommenden Überalterung strapaziere ich hier nicht. Die sind Fakt!

Sie sehen also Frau Oppolzer,
in der von Ihnen moderierten Diskussion hat es einige wirklich schwerwiegende "Schnitzer" gegeben, die wirklich nicht notwendig gewesen wären. Denn schlussendlich haben Mag. Arch. Stelzhammer und Arch. DI Löschnig nämlich folgendes festgestellt: Sie sind einer Meinung, denn Flexibilität ist das Gebot der Stunde, und diese nutzt der Barrierefreiheit. Fragt sich nur, warum Sie Ihre Gäste mit falschen verwendeten Begriffen und Suggestivfragen für fast 20 Minuten gequält haben ...

Ihre Barbara Sima-Ruml, Graz am 22.08.2013

http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=14281

Sissi

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ORF zur umstrittenen Sendung Barrierefreies Bauen
« Antwort #4 am: 10. September 2013, 00:15 »



ORF nimmt zur umstrittenen Ö1 Sendung "Barrierefreies Bauen" Stellung

Selten hat ein BIZEPS-Artikel, wie jener zu der höchst umstrittenen "Ö1 Sendung Barrierefreies Bauen vom 21. August 2013 empört Viele", sich so schnell verbreitet und dieses Maß an übereinstimmender Ablehnung erfahren.

Logo ORF
Besonders die Aussagen von Architekten Stelzhammer wurden auf Facebook als "inkompetent" und "arrogant" bzw. "schlicht falsch" bezeichnet. Im BIZEPS-Forum wird kritisiert, dass dies "ein unfassbarer Beitrag" des Architekten Stelzhammer war und "ein Ausbund an Inkompetenz und Borniertheit!"

Aber auch die Ö1-Journalistin Oppolzer wurde massiv kritisiert. "Ö1 gehört widersprochen.", so die Reaktion eines Lesers. Es ist nicht der erste unqualifizierter Beitrag dieser Redakteurin.

Redakteurin nimmt Stellung zur Kritik

Dr. Sabine Oppolzer (ORF Ö1 Aktuelle Kultur) schreibt am 26. August 2013 BIZEPS per Mail zu dem Offenen Brief von DI Barbara Sima-Ruml vom 22. August 2013 und hielt fest, dass dies "zugleich meine Antwort auf das Schreiben von Frau Sima-Ruml und die offizielle Stellungnahme des ORF" ist. Wir bringen hier die Antwort von Frau Oppolzer hier ungekürzt:

Antwort auf den Offenen Brief:

Sehr geehrte Frau Sima-Ruml,

vielen Dank für Ihre Stellungnahme. Nicht nur die auf unserem Sender sehr emotional geführt Debatte, als auch Ihre heftige Reaktion zeigen, wie wichtig dieses Thema ist. Ich denke, über das Thema barrierefrei/behindertengerechtes Bauen könnte man tagelang sprechen. Daher haben wir unsere Nachmittagssendung komplett ausgeräumt - was wir nur ganz selten tun. Viele der von Ihnen angeführten Aspekte wurden allerdings in der Sendung von Herr Wolfgang Löschnig bereits thematisiert.

Sinn einer Diskussion ist es, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen: Architekt Stelzhammer, der jahrzehntelang mit Wohnbau beschäftigt ist und Wolfgang Löschnig, der Architekt und Vater einer Rollstuhlfahrerin ist. Somit habe ich mit den beiden Herren den rein architektonischen Aspekt aber auch den Aspekt der alltäglichen Erfahrung im Leben mit einer Beeinträchtigung abgedeckt. Eigenartig, dass Sie mir unterstellt haben, dass niemand mit der praktischen Erfahrung in er Sendung war.

Als Diskussionsleiterin kam mir der Part zu, Fragen zu stellen, die Debatte in Schwung zu bringen und zu diesem Zweck Fragen auch zugespitzt zu formulieren. Dabei noch alle Begriffsdefinitionen durchzudeklinieren - was heißt genau barrierefrei, was behindertengerecht - wäre für den/die DurchschnittshörerIn vielleicht ermüdend gewesen.

Übrigens wollte ich Ihnen noch sagen, dass Architekt Wolfgang Löschnig deshalb als Gesprächsteilnehmer in die Sendung eingeladen war, weil er es wünschte, als Vater einer Rollstuhlfahrerin zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Obwohl es natürlich, wie es sich für einen Beitrag der Kulturredaktion von selbst versteht, in erster Linie um Architektur ging.

Im Übrigen gab es ja am Ende der Sendung eine Annäherung der beiden Diskussionsteilnehmer: sie einigten sich darauf, dass das Bauen von größtmöglichen Spannweiten (bis zu 8 Metern) nicht nur die größtmögliche architektonische Freiheit ermöglichen würde, sondern auch Menschen mit Behinderung die optimale Adaptierungsmöglichkeit für ihre Bedürfnisse und damit die maximale Bewegungsfreiheit.

Ich danke Ihnen für die Einladung, Sie zu besuchen. Ich denke aber, dass der praktische Aspekt des barrierefreien/behindertengerechten Bauens durch Wolfgang Löschnig vorerst sehr gut abgedeckt war.

Wenn ich einmal einen vertiefenden Beitrag zu diesem Thema plane, werde ich mir gerne erlauben, auf Ihr Angebot zurückzukommen.

Zuguterletzt

Mit freundlichen Grüßen
Sabine Oppolzer

http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=14292