Autor Thema: Ärztekammer, Ärzte, Versicherung(en), Patienten  (Gelesen 3790 mal)

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Josef

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Ärztekammer, Ärzte, Versicherung(en), Patienten
« am: 27. Oktober 2010, 18:36 »


Privatkrankenversicherungen: Verhandlungen mit Ärztekammer unterbrochen

Völlig überraschend sind heute Mittwoch, 27. Oktober 2010 die Verhandlungen zwischen der Ärztekammer und dem Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs, Sektion Krankenversicherung (VVO), unterbrochen worden. Seitens der Versicherungen wurden in der routinemäßigen Verhandlungsrunde das Ansinnen gestellt, zukünftig nicht mehr mit den Ärztinnen und Ärzten über die Honorare verhandeln zu wollen, sondern direkt mit den Spitälern. Da einzelne Versicherungen auch Träger von Krankenanstalten sind, hieße das nichts anderes, als dass die jeweilige Versicherung mit sich selbst über die Honorare für die Belegärzte verhandeln kann. Das ist einzigartig in der jüngeren österreichischen Geschichte der Privatkrankenversicherungen, dass freiberufliche ärztliche Honorare von den Krankenanstalten verhandelt werden, und nicht von uns Ärztinnen und Ärzten, was in dieser Form von der Ärztekammer niemals akzeptiert werden wird.

Die Ärztekammer hat nun dem VVO eine Frist von zwei Wochen gesetzt. Sollte der Verband tatsächlich auf seinem Ansinnen beharren, müssten wir die Verhandlungen gänzlich abbrechen. Somit droht ein vertragsloser Zustand ab dem 15. November 2010.

Für uns könnte das in Zukunft bedeuten, dass mögliche Dumpinghonorare in Belegspitälern die Folge wären oder Patienten sich nicht imstande sehen, die Arztrechnungen vor Ort zu begleichen. Noch gibt es vorsichtigen Optimismus bei uns, nichtsdestotrotz würden wir auch nicht davor zurückschrecken, einen vertragslosen Zustand einzugehen, wenn so dem Interesse der Ärztinnen und Ärzte Rechnung getragen werden kann.

Freiberufliche ärztliche Honorare dürfen niemals von Krankenanstalten festgelegt werden. Für diesen Grundsatz wird sich die Ärztekammer stets einsetzen.


Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

hilde

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Wie die Ärzte 320 Millionen sparen wollen
« Antwort #1 am: 20. September 2012, 16:48 »


Wie die Ärzte 320 Millionen sparen wollen

19.09.2012 | 18:17 |   (Die Presse)

Etwa 75 Prozent der Ambulanzbesuche möchte die Ärztekammer in die Ordinationen verlagern. Die Rechnung der Ärztekammer basiert auf durchschnittlichen Kosten eines Patientenkontakts in Ambulanzen von 92 Euro.
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Wien/Red./Apa. Die Ärztekammer sieht durch die auch von der Politik mit der Gesundheitsreform angestrebte Verlagerung von Leistungen von den Spitalsambulanzen zu den niedergelassenen Ärzten ein Sparpotenzial von 322 Millionen Euro. Notwendig wäre dafür, dass 75 Prozent der derzeitigen Ambulanzbesuche durch niedergelassene Ärzte aufgefangen werden und dazu rund 1000 Kassenstellen zusätzlich geschaffen werden. Ein derartiges Simulationsmodell hat der Vizepräsident der Ärztekammer und Obmann der niedergelassenen Ärzte, Johannes Steinhart, am Mittwoch in einer Pressekonferenz vorgestellt. Der Regierung bot er Verhandlungen darüber an.
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Die Rechnung der Ärztekammer basiert auf durchschnittlichen Kosten eines Patientenkontakts in Ambulanzen von 92 Euro, ein durchschnittlicher Facharztbesuch schlage nur mit 44 Euro zu Buche. Die Standesvertretung nimmt an, dass drei Viertel der Ambulanzbesuche ausgelagert werden könnten, und errechnet so das mögliche Sparvolumen von 322 Millionen Euro.

 
Längere Öffnungszeiten

Um die Patienten zum Gang in die niedergelassenen Ordinationen zu motivieren, soll es auch organisatorische Anreize, beispielsweise längere Öffnungszeiten, geben. Diese würden allerdings auch mehr Geld kosten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.09.2012)