Autor Thema: Psychotherapie für Tumorpatienten  (Gelesen 22090 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
Psychotherapie für Tumorpatienten
« am: 03. Dezember 2010, 16:32 »

Hier wird, ergänzend zu http://www.krebsforum.at/forum/index.php/board,369.0.html

über die Psychotherapie für Tumorpatienten berichtet.

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
Grünewald: Gesamtvertrag für Psychotherapie ist überfällig
« Antwort #1 am: 01. Februar 2011, 22:04 »



11-02-01 / 12:12:04 / Grüner Klub im Parlament

Grünewald: Gesamtvertrag für Psychotherapie ist überfällig

Utl.: Grüne: Kassenzuschuss muss deutlich angehoben werden =
   Wien (OTS) - Die Grünen begrüßen die Ankündigung des neuen Leiters
der Universitätsklinik für Psychoanalyse und Psychotherapie in Wien,
Stephan Doering, seinen Arbeitsschwerpunkt auf Psychiatrieforschung
zu legen. "Durch vermehrte wissenschaftliche Studien abzusichern,
dass Psychotherapie nachhaltig wirkt und daher kostengünstig ist,
kann nur hilfreich für den dringend notwendigen neuen Anlauf für
einen Gesamtvertrag sein", erklärt der Gesundheitssprecher der
Grünen, Kurt Grünewald.
Obwohl die psychotherapeutische Behandlung seit 1992 eine
Pflichtleistung der Krankenkassen ist, gibt es noch immer keinen
Gesamtvertrag, die Verhandlungen zwischen  Krankenkassen und
PsychotherapeutInnen sind bis jetzt regelmäßig gescheitert. "Die
Leidtragenden sind die PatientInnen, kassenfinanzierte
Behandlungsstunden sind auf sehr niedrigem Niveau rationiert, allen
anderen wird ein hoher Eigenanteil zugemutet", kritisiert Grünewald.
Der Kassenzuschuss zur Psychotherapie ist seit 1992 mit 21,80 Euro
pro Behandlungseinheit eingefroren, die Honorare liegen aber zwischen
70 und 120 Euro. "Viele Psychotherapiebedürftige können sich
Psychotherapie daher nicht leisten, der Versorgungsgrad liegt derzeit
bei 0,5 Prozent der Bevölkerung, der errechnete Bedarf liegt bei
mindestens zwei Prozent", erklärt Grünewald und appelliert an die
Krankenkassen, "die Verhandlungen für einen Gesamtvertrag für
Psychotherapie wieder aufzunehmen, sowie mit sofortiger Wirkung den
Kassenzuschuss deutlich zu erhöhen. Nur so kann der Versorgungsgrad
der Bevölkerung erhöht werden".
Rückfragehinweis:
   Die Grünen
   Tel.: +43-1 40110-6697
   mailto:presse@gruene.at

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
Psychoonkologie in der onkologischen Rehabilitation
« Antwort #2 am: 30. Mai 2011, 20:54 »

Neues Themenservice: Onkologische Rehabilitation in Österreich
Utl.: Folge 4: Die Rolle der Psychoonkologie in der onkologischen Rehabilitation =

   Wien (OTS) - Bei der onkologischen Rehabilitation bildet ein
interdisziplinärer Behandlungs- und Betreuungsansatz die
Grundvoraussetzung für den Erfolg. Einen elementaren Baustein dabei
stellt vor allem die Psychoonkologie dar. Im vierten Themenservice
"Onkologische Rehabilitation in Österreich" informieren wir Sie über
die Aufgaben und Möglichkeiten der Psychoonkologie im Rahmen der
Onkologischen Rehabilitation und der modernen Krebstherapie.

   Ein Tumor lässt sich meist mit bildgebenden Verfahren sichtbar
machen, die Gedanken und Gefühle eines Krebspatienten hingegen nicht.
Wie sich diese im Verlauf der Erkrankung verändern, können
Außenstehende nicht immer unmittelbar erkennen oder nachempfinden.
Eine eigene wissenschaftliche Fachrichtung, die Psychoonkologie,
erforscht die seelischen Auswirkungen einer Krebserkrankung auf
Betroffene und entwickelt Möglichkeiten der Unterstützung. Eine
Krebserkrankung betrifft nie nur den einzelnen Menschen: Sie hat auch
Auswirkungen auf Angehörige, Familie und Freunde und verändert die
Beziehungen eines Patienten zu seiner Umwelt.

   Der Begriff Psychoonkologie wurde am Beginn der 80er Jahre
eingeführt. "Psychoonkologie ist eine hochspezialisierte Subdisziplin
der Onkologie und multidisziplinär organisiert. Durch das
Zusammenwirken von Ärzten, Pflegefachkräften, Psychotherapeuten,
Psychologen und Sozialarbeitern werden körperliche, psychische und
soziale Aspekte der Krebserkrankung in einem ganzheitlichen Konzept
zur Unterstützung von Krebspatienten, ihren Angehörigen und Betreuern
miteinbezogen. Psychoonkologie ist dem biopsychosozialen Konzept der
Krebserkrankung verpflichtet und beschäftigt sich mit den
Auswirkungen der Krebserkrankungen auf Patient, Angehörige und
Betreuer während den verschiedenen Phasen der Krankheit, der
Krankheitsbewältigung und den Möglichkeiten der psychosozialen und
psychotherapeutischen Unterstützung der Betroffenen", so Prof.
Alexander Gaiger, Programmdirektor Psychoonkologie der Abt.für
Onkologie und Hämatolgie, Comprehensive Cancer Center der Medizin
Universität Wien. [...]

Das vollständige Dokument zum Download finden Sie im Pressebereich
unter:
www.welldone.at

Rückfragehinweis:

~
   VAMED AG:
   Mag. Ludwig Bichler, MBA
   Leiter Konzernkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
   Tel. +43 1 60127 615
   E-Mail: presse@vamed.com
   www.vamed.com
   
   Welldone GmbH, Werbung und PR
   Mag. Elisabeth Kranawetvogel | Public Relations
   Tel.: 01/402 13 41-40
   E-Mail: pr@welldone.at
   www.welldone.at

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.315
  • Geschlecht: Weiblich
Psychotherapie für Tumorpatienten ein Fremdwort, in Wirklichkeit!
« Antwort #3 am: 09. März 2012, 01:04 »


Nach Krebstherapie
Psychologische Hilfe beim Zurückfinden ins Leben

    Neues Leben: Nach der Krebstherapie ins normale Leben zurückzufinden, fällt manchen Menschen schwer

Psychologisches Institut in Deutschland bietet verhaltenstherapeutisch orientierte Kurzzeittherapie für Patienten mit einer Krebserkrankung an

Nach einer lebensbedrohlichen Erkrankung fällt es oft schwer, wieder ins normale Leben zurückzufinden. Das Psychologische Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz bietet nun ein Programm für Krebserkrankte an, bei denen die onkologische Behandlung wie  Chemotherapie oder Bestrahlung abgeschlossen ist. "Damit wollen wir bei der Krankheitsverarbeitung helfen, Wissen vermitteln und den Patienten Unterstützung bei psychischen, sozialen und beruflichen Problemen bieten, die nach einer Krebserkrankung oft entstehen können", teilte Jennifer Rüter von der Poliklinischen Institutsambulanz für Psychotherapie in einer Aussendung mit.

Beschwerden auch noch Jahre nach Diagnose

Manche Patienten können mit ihrer Erkrankung gar nicht oder nur sehr schlecht umgehen. Wenn beispielsweise Nachsorgeuntersuchungen anstehen, sind sie schon tagelang vorher mit der Untersuchung beschäftigt. Sie sorgen sich, dass sie wieder erkranken könnten und kommen von diesen oder ähnlichen Gedanken nicht los. Oder sie leiden nach der medizinischen Behandlung unter Folgeerscheinungen - sind erschöpft, können sich auf der Arbeit nicht konzentrieren und fühlen sich niedergeschlagen. Bei einigen Patienten treten auch noch Jahre nach der Diagnose diese Beschwerden auf.

Besonders belastet sind häufig Menschen, bei denen die Krankheit erneut ausbricht. Hier stehen oft Themen wie die eigene Endlichkeit, Kränkungen durch die Erkrankung oder auch körperliche Veränderungen im Vordergrund, die zur großen Last werden können. (red)

Zum Thema Psyche & Krebs

Termine: Angehörigengruppe der Krebshilfe Wien

Links

Klinische Psychologie Mainz

www.psychotherapie-mainz.de

Jutta

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 957
  • Geschlecht: Weiblich
Psychotherapie für Tumorpatienten - Salmonigg, Graz
« Antwort #4 am: 12. Mai 2012, 15:09 »


Die Klinische Abteilung für Onkologie an der Univ. Klinik für Innere Medizin Graz ist eine im europäischen Raum führende Abteilung für ganzheitliche und nachhaltige onkologische Medizin. Die Abteilung wird von Univ. Prof. Dr. Hellmut Samonigg geleitet.

Rund 80 MitarbeiterInnen heilen, lindern, pflegen, lehren und forschen. Das interdisziplinäre Team besteht aus ÄrztInnen, PsychologInnen, SozialarbeiterInnen, Schwestern/Pflegern, Pflegehelfern, Verwaltungspersonal, Studienpersonal, Forschungspersonal, Reinigungspersonal.

Univ. Prof. Dr. Hellmut Samonigg
Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie, Univ. Klinik für Innere Medizin Graz
Leiter der Universitären Palliativmedizinischen Einrichtung
Direktor der Medizinischen Universität Graz, Leiter der Organisationseinheit zur Entwicklung des MED CAMPUS


Psycho-Onkologie
http://www.onkologie-graz.at/betroffene_psycho_onkologie.html

Wenn jemand an Krebs erkrankt, bedeutet dies meist eine massive Veränderung im Leben der betroffenen Menschen. Daraus resultieren oft unterschiedlichste Belastungen und schwierige Situationen für die PatientInnen, aber auch für ihre Angehörigen, die häufig zum Ausdruck kommen als:
Angst, Sorgen, Niedergeschlagenheit, Depressivität, Hilflosigkeit / Ausgeliefertsein, Wut / Ärger / Gereiztheit, Scham, Selbstunsicherheit, Anspannung, Innere Unruhe, Stimmungsschwankungen, Verunsicherung, Schlafstörungen, Trauer, Konzentrationsstörungen, Sich nicht mitteilen können, Vereinsamung, sexuelle Probleme, Nebenwirkungen der Therapien, Schmerzen.
Daher ist die Psycho-Onkologie eine für KrebspatientInnen und Angehörige bzw. Risikogruppen unterstützende Behandlungsform, die an unserer Klinischen Abteilung für Onkologie in die medizinische Betreuung integriert ist.

Unsere spezifische psychoonkologische Betreuung, die von jeden unserer PatientInnen und Angehörigen in Anspruch genommen werden kann, umfasst:

Einzelberatung & -psychotherapie
Familienberatung & -psychotherapie
Angehörigenberatung
Krisenintervention
Informationsgespräche.
Dabei werden klinisch psychologische und psychotherapeutische Behandlungsmethoden - unter anderem - verhaltenstherapeutische, existenzanalytische, systemische Methoden und unterschiedliche Entspannungsübungsverfahren ( progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, autogenes Training, Visualisierung, Imagination,…) angewendet.

Psychoonkologische Behandlung hat zum Ziel, vorrangig die psychischen, aber auch körperliche und soziale Belastungen der PatientInnen und ihrer Angehörigen zu minimieren.
Verminderung der psychischen Belastung
Erlernen und Erfahren neuer Möglichkeiten im Umgang mit der Erkrankung
Angstbewältigung
Kennen lernen und Fördern der eigenen Fähigkeiten und Stärken
Förderung und Änderung des Gesundheitsverhaltens
Stärkung des Selbstwertgefühls und des Selbstvertrauens
Neuorientierung
Verminderung von möglichen Nebenwirkungen bei Chemotherapie und anderen Therapieformen
Schmerzlinderung, Schlafverbesserung
Konzentrationssteigerung
Entlastung für die Partnerschaft und die Familie
Hilfestellung: „Wie und was bespreche ich mit meinen Kindern?“
Beratung und Hilfe bei sexuellen Störungen
Entspannung, Entlastung und Erholung
Spezielle Gruppenangebote
Entspannungsübungen (jeden Mittwoch 15 Uhr im Wintergarten der onkologischen Station)
Entspannungsübungen dienen dazu, Energie, Ruhe und Wohlbefinden mit unterschiedlichen Methoden zu induzieren.

PatientInnenschulung
Diese PatientInnenschulung basiert auf einem international anerkannten Schulungsprogramm, das 1 x wöchentlich für die Dauer von8 Wochen stattfindet. Bei diesen ca. 2-stündigen Gruppensitzungen bekommen Sie von verschiedenen Berufsgruppen (Ärzten, Psychologinnen, Diätologin, Physiotherapeutin,….) Wissen rund um das Thema Krebs so vermittelt, dass sie es aktiv und kompetent für Ihre Gesundheit einsetzen können.

Die Vorträge werden vom Team der PsychologInnen
(Elisabeth Andritsch, Verena Ladinek, Clemens Farkas, Silke Zloklikovits, Franz Zöbl) gestaltet. Weitere Termine werden frühzeitig bekannt gegeben.
Wir sind für Sie in der Ambulanz und auf der Station von Montag bis Freitag zwischen 8 und 16 Uhr erreichbar. Wenn Sie an einer psychoonkologischen Behandlung bzw. näheren Informationen darüber interessiert sind, dann können Sie entweder direkt Kontakt mit uns, per Telefon oder Email aufnehmen, oder sich an Ihre behandelnde Ärztin / Ihren behandelnden Arzt oder das Pflegepersonal an der onkologischen Abteilung wenden, die gerne den Kontakt zu uns herstellen.

„Niemand weiß,
wozu er in der Lage ist,
bis er einen Versuch macht.“
(P. Cyrus)

Kontakt:

elisabeth.andritsch@klinikum-graz.at
Tel:+43 316 385 3808


Jutta

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 957
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Psychotherapie für Tumorpatienten
« Antwort #5 am: 12. Mai 2012, 15:21 »


Psychoonkologie als Fachgebiet: Forschung und Praxis

Psychosoziale Auswirkungen von Krebs

Wir beantworten Ihre Fragen
krebsinformationsdienst @dkfz.de

Ein Tumor lässt sich meist mit bildgebenden Verfahren sichtbar machen, die Gedanken und Gefühle eines Krebspatienten hingegen nicht. Wie sich diese im Verlauf der Erkrankung verändern, können Außenstehende nicht immer unmittelbar erkennen oder nachempfinden. Eine eigene wissenschaftliche Fachrichtung, die Psychoonkologie, erforscht die seelischen Auswirkungen einer Krebserkrankung auf Betroffene und entwickelt Möglichkeiten der Unterstützung.

Eine Krebserkrankung betrifft nie nur einen einzelnen Menschen: Sie hat auch Auswirkungen auf Angehörige und Freunde und verändert die Beziehungen eines Patienten zu seiner Umwelt. Deshalb spricht man auch von psychosozialer Onkologie. In diesem Text gibt der Krebsinformationsdienst einen Überblick über das Fachgebiet der Psychoonkologie in Deutschland. Die Erläuterungen richten sich an Patienten und ihre Angehörigen, an Interessierte sowie an alle, die mit Krebspatienten arbeiten. Dabei werden Fragen beantwortet wie: Womit beschäftigt sich psychoonkologische Forschung? Wo finden Patienten und Angehörige psychosoziale Unterstützung? Welche Ausbildungsgänge für Fachleute gibt es?

Inhaltsübersicht

Psychoonkologie: Unterstützung für Patienten und Angehörige
Patienten, Ärzte und Pflegende: Wie sieht psychoonkologische Arbeit in der Praxis aus?
Fachverbände: Wie sind Psychoonkologen organisiert?
Ausbildung: Was qualifiziert Psychoonkologen?
Psychoonkologische Unterstützung für Krebspatienten: Wo findet man Angebote?

http://www.krebsinformation.de/leben/krankheitsverarbeitung/psychoonkologie.php

Werner

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 866
  • Geschlecht: Männlich

Kurier 14.5.12, S. 12


Psychoonkologie

Gute Gedanken schaffen Vertrauen

Bei Krebs leidet auch die Seele und braucht Hilfe. Denn eine stabile Gefühlsebene hilft beim Bewältigen der Krankheit.


 Letztes Update am 13.05.2012, 16:35

Reden und zuhören sind wichtige Säulen, wenn es um die Bewältigung einer Krebserkrankung geht. Menschen, die einfach da sind, helfen.


Bange Momente, Vertröstungen, unbeantwortete Fragen – und stundenlanges Warten auf Befunde und Arzt: Was Miriam Strauss, selbst Psychiaterin, als Krebs-Patientin erlebte, wünscht man niemandem. "Ich fühlte mich so alleine wie selten zuvor in meinem Leben. Es scheint eine Frage des Glücks zu sein, wo und bei welchem Arzt man landet."
 
Eine Krebserkrankung stellt das bisherige Leben auf den Kopf. Dass neben der Bekämpfung des Tumors auch die Psyche der Patienten Betreuung braucht, ist mittlerweile unbestritten. Deshalb ist die Psychoonkologie heute fixer Bestandteil der Krebstherapie. "Sie ist eine wesentliche Säule und gerade für onkologische Stationen unabdingbar. Denn es geht dabei nicht um rein medizinische Belange", sagte Univ.-Prof. Hellmut Samonigg, Leiter der Onkologischen Abteilung an der MedUni Graz, bei einem Hintergrundgespräch der Biotech-Firma Amgen.
 
Diese Gefühlsebene müssen Psychoonkologen erst einmal ausloten. Im Schnitt brauchen 75 Prozent aller Krebspatienten eine psycho-soziale Basisversorgung. "Rund 35 Prozent benötigen jedoch im Lauf einer Krebserkrankung auch spezielle psychoonkologische Betreuung", weiß Samonigg. Hier spielt die Krebsart eine Rolle, zeigen Studien. "Der Bedarf ist bei Lungen-, Hirn-, Bauchspeicheldrüsen-, Leber- und Kopf-Tumoren größer."
 
Phasen

"In jeder Krankheitsphase ist unterschiedliche Hilfe gefragt", sagt Miriam Strauss. Sie ist Präsidentin der Brustkrebs-Selbsthilfeorganisation "Europa Donna Österreich". Manchmal helfen bereits "Menschen, die einfach nur da sind", manchmal ist es ein gutes Gespräch mit den Ärzten. Samonigg ergänzt: "Krebs betrifft niemals nur den Patienten alleine. Es ist eine Erkrankung, die das gesamte soziale Umfeld einbezieht."
 
Die Psychoonkologie hat ihre Grenzen. "Es wäre nicht sinnvoll, jedem Krebspatienten einen Psychologen zur Seite zu stellen." Allerdings: "Eine menschliche Grundhaltung als Basisausstattung der Kommunikation mit dem Patienten ist von jedem onkologisch arbeitenden Arzt einzufordern." Wiewohl es auch Verständnis für seinen Berufsstand braucht. "Es ist eine große Herausforderung, jahrelang mit Menschen mit existenzbedrohenden Krankheiten zu arbeiten."
 
Samonigg sieht Psychoonkologie als Instrument für mehr Vertrauen. Studien zeigen: Kranke, die mit ihren psychosozialen Nöten allein gelassen werden, suchen öfter Hilfe in notfallmedizinischen Einrichtungen. Sie verlangen häufiger Tests und Untersuchungen, etwa Tumor-Marker im Blut. "Im Grunde sind das Hilferufe. Wir haben gute Erfolge, auch diesen Menschen Vertrauen zu vermitteln."
 
Zusammenarbeit: Über Fachgrenzen

Definition Psychoonkologie ist eine interdisziplinäre Form der Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Psychologen, Pflegedienst, Physiotherapeuten und Sozialarbeitern. Die aktive Mitarbeit des Patienten am Prozess der medizinischen Behandlung ist Voraussetzung.
 
Inhalte Psychoonkologisch tätige Personen versuchen, psychosoziale Faktoren wie zum Beispiel Angst, Depression oder Kontrollverlust im Krankheitsverlauf zu erkennen. Eine weitere Aufgabe ist, das Arzt-Patienten-Verhältnis so zu gestalten, dass sich die Patienten unterstützt und verstanden fühlen.

"Psyche hat eigene Dynamik"

Hoffnung geben, ohne falsche Hoffnung zu machen." So fasst der klinische Psychologe Georg Fraberger seine psychoonkologische Arbeit an der Uni-Klinik für Orthopädie in Wien zusammen. Es gehe darum, die Patienten dort abzuholen, wo sie gerade stehen. "Denn die Krankheitsverarbeitung bestimmt die Art der Intervention." Die aktive Mitarbeit der Patienten ist für Fraberger eine Grundvoraussetzung. Die Verbindung der Erkrankung mit Leid, Angst, Schmerzen und Tod kann die Motivation sehr verringern. "Wir versuchen, zu vermitteln, dass sich die Mitarbeit lohnt. Denn auch die Psyche hat ihre eigene Dynamik. Ein kognitives Verarbeiten der Krankheit ist aber nur möglich, wenn die Gefühlsebene stabil ist."
 
Vielen Betroffenen ist jedoch anfangs die psychische Begleitung suspekt. "Man muss klar machen: Der Tumor ist das Problem, nicht die Psyche." Dass in der Krankheitsbewältigung auch die emotionale Ebene berücksichtigt wird, heiße nicht, ein Fall für Psychiater oder Psychotherapie zu sein. "Die üblichen Phasen einer Krankheitsbewältigung bleiben dem Patienten auch durch die Psychoonkologie nicht erspart. Aber wir können vorhandene Ressourcen stärken. Und dem Patienten wird die Hoffnung auf ein lebenswertes Dasein nicht genommen."

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich

2012-05-08 / 09:56:03 / Berufsverband österreichischer Psychologinnen und Psychologen

Tagung: "Klinische PsychologInnen im Krankenhaus"

Utl.: Aufgaben, Gestaltungsmöglichkeiten, Herausforderungen, Rahmenbedingungen


   Wien (OTS) - Am Donnerstag den 10.  und Freitag den 11. Mai 2012
findet eine hochkarätig besetzte Tagung des Berufsverbandes
Österreichischer PsychologInnen statt.


   Dabei diskutieren Experten über die Entwicklung psychischer
Krankheiten und ihre klinisch-psychologische Behandlung im
Krankenhaus.


   Nach der Eröffnung durch Bundesminister Alois Stöger und der
Präsidentin des Psychologenverbandes Ulla Konrad, referiert Prof. Dr.
Frank Jacobi über die Häufigkeit und die Kosten psychischer
Erkrankungen in der EU.


   Die klinisch-psychologische Versorgung in Krankenanstalten, die
Etablierung klinisch-psychologischer Versorgung im LKH Graz, die
Notwendigkeit der Klinischen Psychologie im Krankenhaus sowie die
rechtliche Stellung der Klinischen Psychologen in den Spitälern sind
weitere Vortragsthemen.


  Am Nachmittag beginnt um 13.30 Uhr eine Podiumsdiskussion bei der
Psychologen, Ärzte sowie eine Patientenvertreterin zum Thema
"Klinische Psychologen im Krankenhaus - Rolle, Status und
Zukunftsperspektiven" diskutieren.


   Mit weiteren Vorträgen und Workshops zu Themen wie "Notwendigkeit
der Psychologie aus Sicht der Patienten", "In welcher Form braucht
das moderne Krankenhaus PsychologInnen" oder "Klinische Psychologie
in der Psychiatrie"  schließt die Tagung am Freitag ab.
   

Wir laden Pressevertreter herzlich zur Tagung ein.
Das Programm zur Tagung finden Sie unter http://www.ots.at/redirect/boep.or.at


Rückfragehinweis:

   Mag. Monika Glantschnig
   Generalsekretärin
   Tel. 01 / 407 26 71-17


Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/1252/aom
*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***
OTS0060    2012-05-08/09:56
080956 Mai 12

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
Psychotherapie für Tumorpatienten - "Stöger zählt sich aus!"
« Antwort #8 am: 17. Mai 2012, 20:00 »


Zur Erinnerung:

Stöger vor ca. einem Jahr im ORF-Kulturhaus-Cafe: Ich würde mich nicht in ein Krankenhaus legen, wo ich mit der Übringung der Diagnose Krebs keine psychologische Betreuung habe.

Heute:
Stöger, "...mehr Psychologie in den Krankenhäusern...". Anm.: Blah, blah ....!

Beispiele gefällig:
AKH-Wien, größtes Krankenhaus Europas, die meisten Krebspatienten von jährlich 38.000 Neuerkrankungen, nur 4 Psychoonkologen an der Onkologie.
AKH-Wien, Urologie (50 % der Blasenkrebspatienten durch Tabakrauch!), enorme Krebspatientenzahl: Kein Psychoonkologe!

Wer kennt das nicht, z. B. vom Raucherschutzminister:
"Mir wäre auch lieber ein Rauchverbot in allen Lokalen", Radiokulturhaus-Diskussion. Aber Stöger schaut zu, bei 12.000 Raucherkrebstoten jedes Jahr, bei zig Zigarettenautomaten OHNE Bankomatkarten-Einschubmöglichkeit, trotz zig Anzeigen seit über einem Jahr. DAS ist unser Gesundheitsminister !!!!!



Tagung: "Klinische PsychologInnen im Krankenhaus"
Forderung nach mehr Psychologie im Krankenhaus



Wien (OTS) - Bei der Tagung des Psychologenverbandes zum Thema
"Klinische PsychologInnen im Krankenhaus" am 10. Mai in Wien hat die
Verbandspräsidentin Ulla Konrad die Notwendigkeit der Ausweitung
psychologischer Leistungen im Krankenhaus betont.

"Das Kranken- und Kuranstaltengesetz sieht dezidiert eine
ausreichende klinisch-psychologische und gesundheitspsychologische
Betreuung für PatientInnen in den Österreichischen Krankenanstalten
vor. Klinische PsychologInnen in Krankenanstalten haben somit einen
klaren Versorgungsauftrag.", so die Präsidentin.

Bundesminister Alois Stöger unterstrich in seiner Begrüßungsrede
die Rolle und Wichtigkeit der Psychologen in Krankenhäusern. Es sei
auch sein Wunsch, dass die Psychologie in den Krankenhäusern
sichtbarer wird und sich diese Leistungen in entsprechenden
Strukturen abbilden. "Ein besserer Umgang mit Patienten und die
geplante Gesundheitsreform, die den Behandlungsprozess in den
Vordergrund stellt benötigt mehr Psychologie in den Krankenhäusern",
so der Gesundheitsminister.

Eine Forderung, der Ulla Konrad nur zustimmen kann:
"Psychologische Leistungen im Krankenhaus muss es ausreichend,
verlässlich und rechtzeitig geben".

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0161 2012-05-11 11:46 111146 Mai 12 PSY0001 0169

« Letzte Änderung: 17. Mai 2012, 20:13 von admin »

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
xfdEy



AMGEN.Press.Academy.

Update: Psychoonkologie – wertvolle Unterstützung im Kampf gegen Krebs
   
 
http://www.medical-media-consulting.at/pressroom/
                 
Nichts ist mehr so, wie es war: Die Diagnose Krebs verändert das Leben radikal. Neben den körperlichen Folgen ist eine Krebserkrankung auch für das psychisch-seelische Gleichgewicht eine enorme Belastung. Angst, Entsetzen, Hilflosigkeit, Mutlosigkeit, Wut, Anspannung, Depressivität – das sind nur einige der seelischen Zustände, die KrebspatientInnen durchleben. Und auch das soziale Umfeld – PartnerInnen, Kinder, FreundInnen, Bekannte – ist von der Erkrankung ihrer/es Angehörigen betroffen, sind verunsichert und benötigen Unterstützung. Hier kann die Psychoonkologie als relativ neue Form der interdisziplinären Zusammenarbeit einen wesentlichen Beitrag leisten. Auf der 5. Amgen Press Academy stellte eine ExpertInnenrunde die verschiedenen Aspekte dieser wichtigen Unterstützung im Kampf gegen Krebs vor.

Krebs verändert das Leben radikal
Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg

„Die Diagnose Krebs bedeutet für die Betroffenen und deren Angehörige meist eine existenzielle Krise und stellt somit eine große Herausforderung für eine effiziente psychosoziale Verarbeitung an die Betroffenen dar“, so Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie der Medizinischen Universität Graz. „Es kommt oftmals vorübergehend zu mitunter schwerwiegenden Veränderungen, die als verunsichernd erlebt werden und alle Aspekte des Lebens betreffen können. Dadurch ist auch ein breit gefächertes Unterstützungsangebot erforderlich.“

Dies bietet die Psychoonkologie, die auf einer interdisziplinären Form der Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Psychologen, Pflegepersonal, Physiotherapeuten und Sozialarbeitern beruht. Samonigg: „Die psychoonkologische Betreuung ist eine wesentliche und wichtige Säule im bio-psycho-sozialen Behandlungsmodell in der Onkologie, ist fest integrierter Bestandteil einer modernen Krebsbehandlung und sollte in Krebszentren bzw. Krankenhäusern und Abteilungen mit onkologischem Schwerpunkt für Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige unbedingt zur Verfügung stehen.“

Haltung des Arztes/der Ärztin kann auf Patient/in Einfluss nehmen
Mag. Dr. Georg Fraberger (Anm.: Psychoonkologe an der AKH-Orthopädie; sehr zu empfehlen!)

Stehen zwar Lebensqualität und psychosoziale Bedürfnisse der PatientInnen und ihrer Familien im Vordergrund eines umfassenden psychoonkologischen Betreuungskonzeptes, spielen auch Themen wie Krankheitsverarbeitung, Belastung durch Komorbidität sowie die Arzt-Patienten-Interaktion ein bedeutende Rolle. Denn auch die Haltung der behandelnden ÄrztInnen kann die PatientInnen – unbewusst – sehr beeinflussen.

Mag. Dr. Georg Fraberger, Klinischer und Gesundheits-Psychologe, ist an der Universitätsklinik für Orthopädie am AKH Wien psychoonkologisch tätig: „Jener Arzt, der die Diagnose übermittelt, teilt unbewusst auch seine eigenen Anschauungen und Erwartungen mit und gibt diese hierdurch an den Patienten weiter. Dieser Prozess der Übertragung und Gegenübertragung findet unbewusst statt und kann nicht verhindert werden, dessen muss man sich bewusst sein.“ Somit ist auch die Bedeutung der emotionalen Belastung für den Onkologen/die Onkologin und das Behandlungsteam nicht zu unterschätzen. Samonigg: „Daher ist die Psychoonkologie nicht nur eine wesentliche Säule in der Betreuung von KrebspatientInnen, sondern muss auch in unterschiedlichen Intensitäten in die Aus- und Weiterbildung aller in der Onkologie tätigen Berufsgruppen integriert sein.“

„Krebspersönlichkeit“ gibt es nicht, Einflussfaktoren aber schon

Fraberger erläuterte ein weiteres Aufgabengebiet der Psychoonkologie: „Sie versucht, den Einfluss psychosozialer Faktoren – wie psychische Belastungsreaktionen, also z. B. Angst, Depression und Persönlichkeitsaspekte, das soziale Umfeld, den Lebensstil und Krankheitsverarbeitungsmechanismen – auf die Entstehung, Auslösung sowie auf den Verlauf einer Tumor- bzw. Krebserkrankung zu erkennen.“ Dabei kämpft man heute noch gegen das Bild der „Krebspersönlichkeit“, das in den 70er Jahren postuliert worden war.

Zu den häufigsten Auswirkungen, die ein Tumor wiederum auf das psychische Wohlbefinden des Patienten haben kann, zählen – je nach Tumorart zu einem unterschiedlichen Prozent­satz – die manifeste Depression, das Fatique-Syndrom (krebsbedingtes Erschöpfungs­syndrom), Tumor-Schmerzen, Appetitverlust, kognitive Beeinträchtigungen und Libidoverlust.

Was PatientInnen brauchen
Dr.in Miriam Strauss


Dr.in Miriam Strauss befindet sich in einer Dreifachrolle: Betroffene, Präsidentin von Europa Donna Österreich – der österreichischen Föderation gegen Brustkrebs – und Psychiaterin: „Wenn wir uns den gesamten Weg einer Patientin oder eines Patienten mit all den dazukommenden individuellen Problemen und persönlichen Ressourcen anschauen, sehen wir, dass wir zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche psychoonkologische Hilfe benötigen.“ Das kann ein Entlastungsgespräch oder eine Begleitung bei der Diagnosestellung sein, Hilfestellung mit der Kommunikation zu Hause, Begleitung am Krankenbett und während der Chemo, Entspannungstechniken, systemische und/oder Familientherapie, wenn/weil das ganze Umfeld betroffen ist, psychiatrische Intervention im Falle von manifesten psychiatrischen Begleiterkrankungen bis hin zur begleitenden regelmäßigen Psychotherapie, meist erst im Anschluss an die „Reparaturphase“ der ersten Wochen oder Monate. Strauss fordert: „All dies sollte möglichst zeitnah, niederschwellig, kostengünstig und vor allem selbstverständlich sein! Wir bezahlen apparative Medizin, operative Medizin und Medikamente. Was wir PatientInnen aber brauchen, ist auch der Blick, die Geste, das Gespräch. Aus meiner Sicht müsste jede/r MitarbeiterIn, der/die mit onkologischen PatientInnen arbeitet, regelmäßig kommunikationsgeschult werden, die Strukturen und Prozesse der Krankenhäuser kundenorientierter gestaltet werden und ‚psychische‘ Medizin mindestens ebenso wichtig genommen werden, wie Apparatur und Pharmazie.“

Samonigg bekräftigt: Qualitativ hochstehende Forschung ist erforderlich, um auch auf diesem Gebiet evidenzbasierte Patientenbetreuungsmodelle anzubieten. Eine multiprofessionelle Zusammenarbeit muss ebenfalls gewährleistet sein, um in der Zusammenschau aller, der Wirklichkeit des Patienten/der Patientin und seiner/ihrer Familie näherzukommen und ihm bzw. ihr dadurch eine bestmögliche individuelle Behandlung teilwerden zu lassen.“


Texte und Fotos zur Veranstaltung zum Download:

Psychoonkologie – wertvolle Unterstützung im Kampf gegen Krebs
Abstract Dr. Georg Fraberger
Abstract Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg
Abstract Dr. Miriam Strauss

CV Dr. Fraberger
CV Univ.-Prof. Dr. Samonigg
CV Dr. Strauss

Alle TEXTE (inkl. CVs) + 3 Fotos als Zip-File

Fotos Amgen.Press.Academy, 08.05.2012

Eine hochauflösende Version ist mit einem Klick auf das jeweilige Foto verfügbar. Sie können auch alle Bilder als ZIP-Datei gemeinsam speichern.

Kontakt für Journalisten-Rückfragen

Barbara Urban und Mag. Harald Schenk,
Urban & Schenk medical media consulting

Telefonisch:
0664/41 69 4 59 (Urban)
0664/160 75 99 (Schenk)

E-Mail:
barbara.urban@medical-media-consulting.at
harald.schenk@medical-media-consulting.at

----------------------------------------------------------------

Anmerkung:

Herzlichen Dank für diese sehr interessante Veranstaltung,

an AMGEN und medical-media-consulting

Uns Krebspatienten wurde aus dem Herzen gesprochen,

bitte helfen Sie, Hr. Prof. Dr. Samonigg, dass es endlich psychologische Hilfe für uns gibt!

Danke!


                              K f K
       Verein Krebspatienten für Krebspatienten
         Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen
                            Österreich
      Wien, St. Pölten, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz
        Zentrale: 1220 Wien, Steigenteschg. 13-1-46
    Krebs-Hotline 9 bis 21 Uhr:  0650-577-2395
    info@krebspatienten.at    www.krebsforum.at
 Initiative Rauchfreie Lokale: www.rauchsheriff.at
                  NEU: www.unterzeichne.at
              Dietmar Erlacher, Bundesobmann



PS: Siehe auch nachstehende Beiträge!
« Letzte Änderung: 17. Mai 2012, 21:49 von admin »

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich

Mag. Dr. Georg Fraberger
Klinischer und Gesundheits-Psychologe, psychoonkologisch tätig an der Universitätsklinik für Orthopädie, AKH Wien

Was der Seele hilft im Kampf gegen Krebs


Der Tumor aus psychoonkologischer Sicht – die Bedeutung der Psychoonkologie für die Beteiligten
Die Psychoonkologie ist eine interdisziplinäre Form der Zusammenarbeit zwischen ÄrztInnen, PsychologInnen, Pflegepersonal, PhysiotherapeutInnen und SozialarbeiterInnen. Sie versucht, den Einfluss psychosozialer Faktoren – wie psychische Belastungsreaktionen (z. B. Angst, Depression, Persönlichkeitsaspekte), soziales Umfeld, Lebensstil und Krankheitsverarbeitungsmechanismen – auf die Entstehung, Auslösung sowie auf den Verlauf einer Tumor- bzw. Krebserkrankung zu erkennen. (Anm.: In der Folge wird auf Grund der besseren Lesbarkeit auf eine gendergerechte Schreibweise verzichtet. Sofern nicht anders vermerkt, gelten alle Bezeichnungen sowohl für Frauen als auch für Männer.)

Die Psychoonkologie versucht weiters herauszufinden, wie Behandlungsstrukturen und die Beziehung zwischen Arzt und Patient möglichst so gestaltet werden können, dass sich die Patienten unterstützt und verstanden fühlen.

Die Hauptfragen hierbei sind die optimale medizinische Behandlung sowie die Klärung der Frage, wie sich ein Patient verhalten kann (oder soll), um gesund zu werden und gesund zu leben. In dieser Hinsicht stehen die Informationen, die Patienten über ihre Tumorerkrankung erhalten, in Verbindung mit der Frage, wie man gesund leben und ein Verhalten entwickeln kann, das als compliant bezeichnet werden kann. Wovon ist menschliches Verhalten im Krankheitsfall abhängig? Welchen Einfluss haben hierbei die behandelnden Ärzte, Psychologen und Sozialarbeiter, Informationsbroschüren oder das Internet?

Das Problem einer Tumorerkrankung: Menschen denken und handeln zukunftsorientiert (Damasio, 2003). Die aktive Mitarbeit des Patienten am Prozess der medizinischen Behandlung ist Voraussetzung, um wieder gesund werden bzw. um länger leben zu können. Eine Tumorerkrankung, die mit Leid, Angst, Kontrollverlust und einem schmerzhaften Tod in Verbindung gebracht wird, kann jegliche Motivation zur aktiven Mitarbeit bei der Tumorbehandlung verringern.

Die Diagnose Krebs

Die Berücksichtigung psychischer Aspekte bei der Tumorbehandlung (Spezialgebiet Psychoonkologie) hat unterschiedliche Schwerpunkte (Fischer, 2003). Je nach Stadium der Erkrankung stehen unterschiedliche Themen im Vordergrund. Beginnend mit der Diagnose einer Tumorerkrankung steht die Abklärung der Krankheitsbewältigung zur Diskussion.

Die Mitteilung

Der Arzt als Hoffnungsträger, als Retter und Heiler ist gleichzeitig derjenige, der die Krankheit erkennt und übermittelt. Die Sprache soll sachlich, einfach, klar, nichts verbergend, nichts dramatisierend und sicher wirken. Bei Bedarf wiederholen. Bei der Diagnose von Kindern gilt es, keine Absprachen mit Bezugspersonen bzw. keine Geheimnisse mit diesen zu haben.

Jener Arzt, der die Diagnose übermittelt, teilt unbewusst auch seine eigenen Anschauungen und Erwartungen mit und gibt diese hierdurch an den Patienten weiter. Wenn beispielsweise eine Beinamputation die einzige, radikale Möglichkeit ist, einen Tumor entfernen zu können, so erkennt der betroffene Patient, ob und inwieweit der Arzt selbst diesen chirurgischen Eingriff positiv oder negativ bewertet. Ist der Arzt davon überzeugt, dass das Leben auch ohne dieses vom Tumor befallene Bein lebenswert ist, so wird hierdurch dem Patienten leichter die Möglichkeit geboten, diesen Umstand ebenso zu sehen. Die Phasen der Krankheitsbewältigung werden dem Patienten hierdurch nicht erspart, die Hoffnung jedoch auf ein lebenswertes Leben wird dem Patienten nicht genommen. Dieser Prozess der Übertragung und Gegenübertragung findet unbewusst statt und kann nicht verhindert werden.

Die Diagnose Krebs stellt ein Ereignis dar, das eine Stressreaktion hervorrufen kann. Hiervon sind mehrere Bereiche betroffen (Fischer & Riedesser, 2003):
•   physisch (Puls, Bluthochdruck, Atemfrequenz, Zittern, Verdauung, Schwitzen)
•   affektiv (Ärger, Angst, Hilflosigkeit, Verzweiflung)
•   kognitiv (Konzentrationsproblem, Grübeln, Denkblockade, Chaos oder Leere im Kopf)
•   verhaltensmäßig (Aggression, Unruhe, Betäubungsverhalten)

Gelingt es nicht, dieses Trauma verarbeiten zu können, kann sich eine Persönlichkeitsstörung ausbilden. Zu unterscheiden ist zwischen „normaler“ und „pathologischer“ Reaktion (Horowitz, 1993). Diese Reaktion besteht aus 5 Phasen:

Phase   „normal“ – gelungen   „pathologisch“ – nicht erfolgreich
1. Peritraumatische Expositionsphase   Angst, Trauer, Wut   Panik, Erschöpfung, Überflutung
2. Verleugnung   Wehren gegen Erinnerungen an Krankheit   Extremes Vermeiden z. B.: durch Medikamente, Alkohol
3. Aufdrängen   Ungewolltes Auftreten von Gedanken an Ereignis   Widererleben der Situation durch ständig auftretende Gedanken
4. Verarbeitung   Gedanken können zugelassen werden   Statt Gedanken zuzulassen, entstehen psychosomatische Reaktionen
5. Akzeptieren (Completion)   Leben fortführen können, ohne durch Gedanken an Krankheit gestört zu sein   Entwicklung von Persönlichkeitsstörung

Die pathologische Reaktion ist gekennzeichnet durch eine emotionale Überwältigung des Patienten, evtl. durch Panik und Erschöpfung, es kann extremes Vermeidungsverhalten bestehen, Patienten können sich durch krankheitsbezogene Gedanken überwältigt fühlen, es kann an Stelle des Durcharbeitens anschließend zu einer psychosomatischen Reaktion sowie zu einer Störung der Persönlichkeit kommen.

Information zu Tumorart und Behandlung

Die Art der Krankheitsverarbeitung bestimmt die Art der Intervention. In der Akutphase scheint die Krisenintervention (keine Psychotherapie!) sinnvoll, um den psychischen Zustand eines Patienten zu stabilisieren. Bereits in der Reaktions- und Bearbeitungsphase (beginnt einige Tage nach Ereignis bzw. Diagnosestellung) sollten Orientierungshilfen z. B. in Form sachlicher Information angeboten werden. Sachinformation bietet nicht nur die Möglichkeit, die Tumorerkrankung auf der emotionalen Ebene „neutral“ zu verarbeiten (das Böse im Körper kann auf eine maligne Zelle reduziert werden), sondern bietet auch Gelegenheit, subjektive Krankheitstheorien neu zu bilden. Diese Theorie bestimmt menschliches Verhalten deswegen, da sie die Krankheitsursache, Annahme über Folgen, zeitliche Erstreckung sowie die Verknüpfung von unterschiedlichen Symptomen beinhaltet (Filipp & Aymanns, 1997).

Die Notwendigkeit der Berücksichtigung dieser „menschlichen Schwachstelle“, dieser Empfänglichkeit von Patienten für „Menschlichkeit“ und „Mitgefühl“, wirft zunächst die Frage auf, wofür Gefühle und Emotionen überhaupt dienen. Emotionen bieten dem Körper, also dem Organismus, die Möglichkeit, sich in seiner Umwelt sicher zu bewegen. Alles und jeder wird bewusst und unbewusst emotional evaluiert und mit bisherigen Erfahrungen in Verbindung gebracht – das Gefühl als Kontrollmechanismus. Im Kontext der medizinischen Behandlung kann die Berücksichtigung des emotionalen Zustandes eine zusätzliche Orientierungsmöglichkeit bieten – zunächst bei der Frage „Bin ich bei dem richtigen Arzt?“, in weiterer Folge bei der Frage „Werde ich gut/richtig behandelt?“

Psychische Belastung von Tumorpatienten

Welche Auswirkungen hat eine Tumorerkrankung auf das psychische Wohlbefinden? In Abhängigkeit von der Tumorart wurde bei bis zu 25 % der Patienten eine manifeste Depression diagnostiziert, bis zu 76 % berichten über eine Beeinträchtigung aufgrund des Fatigue-Syndroms während des Behandlungsprozesses, bis zu 66 % klagen über Tumor-Schmerzen. Weiters beschrieben wird in der Literatur der Verlust des Appetits, kognitive Beeinträchtigungen während der Behandlung sowie ein eingeschränktes Sexualleben.

Cancer related Fatigue

– krebsbedingtes Erschöpfungssyndrom, wird in der Literatur beschrieben als „a subjective state of overwhelming and sustained exhaustion and decreased capacity for physical and mental work that is not relieved by rest“ (Cella, Peterman, Passik, Jacobsen & Breitbart, 1998). Das Erschöpfungssyndrom, cancer related Fatigue (CRF) genannt, stellt eine überwältigende, oft auftretende Müdigkeitserscheinung dar, die durch Ruhephasen nicht behoben werden kann. Franklin & Packel (2006) beschreiben die herabgesetzten kognitiven Kapazitäten als verminderte Konzentrationsfähigkeit und geringere Aufmerksamkeit.
CRF wird in Verbindung gebracht mit einer herabgesetzten Lebensqualität und sozialen Schwierigkeiten im Sinne von Arbeitslosigkeit und wenig sozialer Unterstützung (Bruera et al., 2007; Ryan et al., 2007). Aufgrund der subjektiv erlebten Beschwerden wird das Syndrom durch subjektive Befindlichkeitsangaben am ehesten erhoben.

Diskussion zum Einflussfaktor „Psyche“

Theorien über Persönlichkeitseigenschaften und einer damit verbundenen Entstehung von Tumoren wurden Ende der 70er Jahre postuliert, konnten jedoch nicht repliziert und verifiziert werden. Bezüglich eines direkten Zusammenhangs zwischen einzelnen Merkmalen der Persönlichkeit und einer Krebserkrankung finden sich in der Literatur konklusive Angaben (Schwarz, 1994; Tschuschke, 2002) Studienergebnisse von Diener et al. (1999). Henrich & Herschbach (1995) fanden bei KrebspatientInnen ein besseres emotionales Wohlbefinden sowie eine positive Sinnfindung bei der Bewältigung der Krankheit als bei der „normalen“ Bevölkerung (Folkmann & Greer, 2000; Scioli et al. 2000). Demgegenüber steht eine vermehrte chronische Belastung aufgrund anhaltender Folgen der Krebserkrankung sowie der verbleibenden existentiellen Bedrohung durch ein Rezidiv (Andersen, Golden Kreutz & DiLillo, 2001).
Das bisher am häufigsten identifizierte psychische Korrelat von Lebensqualität ist die Depression. Unabhängig von Art der Behinderung und Erkrankung zeigen Studienergebnisse, dass eine niedrige Lebensqualität mit einer depressiven Verstimmung zusammenhängt (Dudgeon et al. 2005; Gallagher & Maclachlan, 2004; Kashani, Frank, Kashani & Medlar, 1998; Robinson-Whelen & Bodenheimer, 2004;).
Untersuchungen über einen Zusammenhang zwischen einem Persönlichkeitstypus und einer Krebserkrankung postulierten Vermutungen über die Typus C-Persönlichkeit (Temoshok, 1985). Hierbei steht eine mangelnde emotionale Ausdrucksfähigkeit im Vordergrund. Weder diese Vermutung noch die Verbindung zum psychosomatischen oder alexithymen (Anm.: Alexithymie: „Gefühlsblindheit“, die Unfähigkeit von Patienten mit somatisierten/körperlichen Beschwerden, die eigenen Gefühle wahrzunehmen und sie in Worten zu beschreiben; inadäquate Reaktion auf Belastungssituationen) Persönlichkeitstypus konnte empirisch gesichert werden (Rad, 1983; Sifneos, 1973;).

Literatur
Bruera, E., ElOsta, B., Driver, L., Shen, L., Poulter, V. & Palmer, J. (2007). Donepezil for cancer fatigue: a double-blind, randomized, plazebo-controlled trial. J Clin Oncology. 25 (23), p.3475-81
Cella, D., Peterman, A., Passik, S., Jacobsen, P. & Breitbart, W. (1998). Progress toward guidelines for management of fatigue. Oncology, 12 (11A), p.369-77
Damasio, A. Looking for Spinoza. Joy, Sorrow and the feeling brain. Vintage U.K.
Fischer, G. & Riedesser, P. (2003). Lehrbuch der Psychotraumatologie. Verlag Ernst Reinhardt: München
Dudgeon, B., Ehde, D., Cardenas, D., Engel, J., Hoffman, A. & Jensen, M. (2005). Describing Pain With Physical Diability: Narrative Interviews and the McGill Pain Questionnaire. Archive of Physical Medicine Rehabilitation. 86. 109-115.
Filipp S.H. & Aymanns P. (1997). Subj. Krankheitstheorien. In R. Schwarzer (1997). Gesundheitspsychologie. Göttingen: Hogrefe; S. 3-23
Franklin, D. & Packel, L. (2006). Cancer-related fatigue. Archives-of-physical-medicine-and-rehabilitation. 87 (3), p.91-93
Gallagher, P. & Maclachlan, M. (2004). The Trinity Amputation and Prosthesis Experience Scales and Quality of Life in People with Lower-Limb Amputation. Archive of Physical Medicine and Rehabilitation. 85. (5) 730-736.
Horowitz, M., J. (1993). Stress response syndromes: a review of posttraumatic stress and adjustment disorders. In: Wilson, J., B. & Raphael, B. (1993). p.49-60
Ryan, J., Carroll, J., Ryan E., Mustian, K., Fiscella, K. & Morrow, G. (2007). Mechanisms of cancer related fatigue. Oncologist. 12 (1), p.22-34


Kontakt für JournalistInnen-Rückfragen
Mag. Dr. Georg Fraberger
Klinischer und Gesundheits-Psychologe
Universitätsklinik für Orthopädie, MedUni Wien/AKH Wien
Währinger Gürtel 18-20
1090 Wien
: +43/(0)1/40 400-4058
E-Mail: georg.fragberger@meduniwien.ac.at
« Letzte Änderung: 17. Mai 2012, 22:58 von admin »

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich


Dr.in Miriam Strauss
Präsidentin Europa Donna Österreich, Betroffene, Sozialpsychiaterin, Unternehmensentwicklerin

Was PatientInnen brauchen
Worum geht es in der Psychoonkologie?

„Belastungen, soziales Umfeld, Lebensstil, Strategien der Krankheitsverarbeitung etc. bei Entstehung, Auslösung und Verlauf von Krebserkrankungen zu erkennen und diese Erkenntnisse für den Betroffenen nutzbar zu machen. Ziel ist es, Menschen in der schweren Situation einer Krebserkrankung zu unterstützen, zu begleiten und aktive Lebenshilfe zu bieten.“ (Zitat Krebshilfe)

Aus meiner ganz persönlichen Sicht

Lassen wir das Thema Entstehung beiseite, ist es doch für die „Bereits-Patientin“ für diesen Part „zu spät“, wie wohl sich für viele die brennende Frage „Warum gerade ich?“ aufdrängt.
Betrachten wir, lösungsorientiert, die Situation der Krebspatientin von der Verdachtsdiagnose über Diagnose, Therapie und Nachbehandlung.
Der Verdacht
Gerade die Zeit zwischen dem Verdacht auf ein Mammakarzinom und Verifizierung der Diagnose stellt für die Patientinnen eine besondere Belastung dar.
Hier, meist allein gelassen und oft nicht in der Lage, ihre Angst zu artikulieren, ist sie dem Routinebetrieb eines Krankenhauses ausgeliefert: Termine, die nicht pünktlich eingehalten werden, stundenlanges Warten, das Gefühl, eine Nummer und nicht Patientin zu sein.

Die Gewissheit

Dann das Ergebnis der Biopsie – wieder nach langer, banger Wartezeit.
Hier scheint es eine Frage des Glücks zu sein, wo und bei wem man „gelandet“ ist. Wie wird einem die Diagnose mitgeteilt? Und – steht jemand für ein akutes Entlastungsgespräch zur Verfügung, wie dies standardmäßig bei den Gesprächen bezüglich genetischer Testung der Fall ist? Leider nur sehr selten – wie merkwürdig; wir lassen Patientinnen bei der Mitteilung einer manifesten Krebserkrankung eher allein als bei der Mitteilung eines genetisch bedingten erhöhten Krebsrisikos.

Nun geht’s los mit High Tech-Medizin

Eine Patientin aus dem Raum Frankfurt schildert das so: „Das medizinische Konsortium stand bereit, alle Fragen zur Organentfernung, Wirkung der Chemotherapie und Zielrichtung der Bestrahlung zu beantworten. Gespräche über diese Themen sind ihrem Gegenstand gemäß meist technisch ausgerichtet, und so sah ich mich plötzlich als Besitzerin eines Körpers, über dessen weiteren Verbleib nun wie über ein von mir getrenntes Objekt verhandelt wurde, etwa so, als bespreche man mein Auto vor einer umfassenden Reparatur. (Natürlich wissen alle, dass dieses Auto nicht eintauschbar, unikal ist, ein schon während seiner Benutzung historisch gewordenes Modell, das möglichst lange erhalten werden soll – aber das ändert nichts an den praktischen Prioritäten des Therapiegeschäfts, für deren ausgefeilte Methodik wir ja im Übrigen sehr dankbar sind!) Dem Reparaturziel entsprechend wurde eine gewaltige Maschinerie in Gang gesetzt, von deren Einsatz man mir lakonisch sagte: ‚Sie bekommen die volle Ladung.‘“

Doch bevor man sich dieser „Reparatur“ unterziehen kann (egal ob unter Schock, gefasst oder voll Angst), muss das ganz normale Leben geregelt werden.

Sag ich´s?
Wem sage ich´s?
Wie sage ich´s?
Wie sage ich´s meinen Kindern?
Was sage ich´s im Job?
Wie organisiere ich meine Familie?
Wie reagiere ich auf die Angst meiner Kinder, meines Mannes?
Was mach‘ ich mit meiner Angst?
Dann Krankenhaus, Chemo, Op, Bestrahlungen, Umgehen mit den Folgen der Chemo, Fatigue, Umgang mit Schmerzen, körperlicher Schwäche, Umgang mit der Verstümmelung – das alles kommt jetzt auf einen zu.
Und schließlich peu à peu die Wiederaufnahme des ganz normalen Lebens, begleitet von der Unsicherheit der Nachsorge: Fünf Jahre und was dann?

Unterschiedliche Hilfe in unterschiedlichen Phasen notwendig

Wenn wir uns den gesamten Weg einer Patientin oder eines Patienten mit all den dazukommenden individuellen Problemen und persönlichen Ressourcen anschauen, sehen wir, dass wir zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche psychoonkologische Hilfe benötigen.
Das kann ein Entlastungsgespräch oder eine Begleitung bei der Diagnosestellung sein, Hilfestellung mit der Kommunikation zu Hause, Begleitung am Krankenbett und während der Chemo, Entspannungstechnik, systemische und/oder Familientherapie, wenn/weil das ganze Umfeld betroffen ist, psychiatrische Intervention im Falle von manifesten psychiatrischen Begleiterkrankungen bis hin zur begleitenden regelmäßigen Psychotherapie, meist erst im Anschluss an die „Reparaturphase“ der ersten Wochen und/oder Monate.

All dies sollte möglichst zeitnah, niederschwellig, kostengünstig und vor allem selbstverständlich sein!

Es ist in unserem psychiatriefeindlichen Land sehr wichtig, den Patientinnen die psychoonkologische Hilfestellung, welche auch immer es ist, selbstverständlich anzubieten, so selbstverständlich wie eine Chemo- oder Physiotherapie. Sie gehört einfach dazu.

Kommunikation im Krankenhaus – oft ein „Erlebnis der anderen Art“

Ich möchte aus PatientInnensicht aber noch einen ganz anderen Blickwinkel öffnen.
Wenn wir davon ausgehen, dass jede Kommunikation rund um das Thema der Krebserkrankung im weitesten Sinne „psychoonkologische“ Auswirkungen hat, müssen wir jede Kommunikation im Krankenhaus unter die Lupe nehmen.
Wie fühlt man sich als PatientIn, wenn man (noch berufstätig) einen Biopsietermin um 08.00 Uhr morgens (den ersten) hat, um 09.00 Uhr nachfragt, wie lange es noch dauern würde, und man dann erfährt, dass die ÄrztInnen noch gar nicht da wären, Morgenbesprechung, „Die kommen nie vor 09.15 Uhr“.
„Warum dann der Termin um 08.00 Uhr?“
„Das muss so sein.“
Wie fühlt man sich, wenn man sein Biopsieergebnis abholen soll und einen Termin um 08.00Uhr bekommt, nach einer halben Stunde Wartezeit nicht einmal bis zur Anmeldung vordringt und dann merkt, dass die vereinbarte Zeit ohnehin völlig unwichtig ist, da sie von niemandem (außer der alleinerziehenden Patientin mit schulpflichtigem Kind) ernst genommen wird.
Was vermitteln wir (und nun spreche ich als Ärztin) in unseren Kommunikationen zu PatientInnen, KollegInnen, Angehörigen?
Was vermitteln wir durch den Streit und die Eifersucht zwischen den einzelnen Fachgruppen, den einzelnen Institutionen. „Warum san`s denn auf die Chirurgie gegangen?“ war die erste Frage, mit der ich auf der Gynäkologie konfrontiert war, und „Gut, dass Sie bei uns sind! Ich hab‘ die Ergebnisse auf der Gyn gesehen.“ seitens der Chirurgie.
Dies in Verbindung mit endlosen Wartezeiten und gedankenloser oder schlicht unbeholfener Kommunikation führt dazu, dass sich viele PatientInnen nicht gut aufgehoben, schlecht behandelt und verunsichert fühlen, und das trotz der erstklassigen medizinischen Spitzenleistungen, zu denen wir in Österreich fähig sind und zu denen praktisch jede/r PatientIn auch Zugang hat.

Zusammenfassung

Wir bezahlen apparative Medizin, operative Medizin, Medikamente und dort schauen wir auch hin.
Was wir PatientInnen aber brauchen, ist auch der Blick, die Geste, das Gespräch.
Aus meiner Sicht müsste jede/r MitarbeiterIn, der/die mit onkologischen PatientInnen arbeitet, regelmäßig kommunikationsgeschult werden, die Strukturen und Prozesse der Krankenhäuser kundenorientierter gestaltet werden und „psychische“ Medizin mindestens ebenso wichtig genommen werden, wie Apparatur und Pharmazie.
Dann würden uns die PatientInnen nicht zum „Wunderheiler“, „Energetiker“ oder „Gesundbeter“ (davon)laufen und sich inmitten der hervorragenden medizinischen Betreuung wieder sicher und „versorgt“ fühlen.

Kontakt für JournalistInnen-Rückfragen
Dr.in Miriam Strauss
Präsidentin Europa Donna Österreich, www.europadonna.at
Sozialpsychiaterin, Unternehmensentwicklerin
Castellezgasse 36-38
1020 Wien
: +43/(0)664/1000736
E-Mail: office@miriamstrauss.at

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
Psychoonkologie in der Krebstherapie aus der Sicht des Onkologen
« Antwort #12 am: 17. Mai 2012, 22:20 »


Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg
Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie, Univ.-Klinik für Innere Medizin Graz, Leiter der Universitären Palliativmedizinischen Einrichtung,
1. stv. Klinikvorstand der Univ.-Klinik für Innere Medizin, Medizinische Universität Graz

Die Bedeutung der Psychoonkologie in der Krebstherapie aus der Sicht des Onkologen

Krebs als existentielle Krise


Die Diagnose Krebs bedeutet für die PatientInnen und deren Angehörige meist eine existenzielle Krise und stellt somit eine große Herausforderung für eine effiziente psycho-soziale Verarbeitung an die Betroffenen dar. Es kommt oftmals vorübergehend zu (schwerwiegenden) Veränderungen, die als verunsichernd erlebt werden und alle Aspekte des Lebens betreffen können. Dadurch ist auch ein breit gefächertes Unterstützungsangebot erforderlich. Die psychoonkologische Betreuung ist eine wesentliche und wichtige Säule im bio-psycho-sozialen Behandlungsmodell in der Onkologie, ist fest integrierter Bestandteil einer modernen Krebsbehandlung und sollte in Krebszentren bzw. Krankenhäusern und Abteilungen mit onkologischem Schwerpunkt für PatientInnen und deren Angehörige unbedingt zur Verfügung stehen.

Umfassende Betreuungskonzepte sind erforderlich

Lebensqualität und psychosoziale Bedürfnisse der PatientInnen und ihrer Familien stehen dabei im Vordergrund eines umfassenden Betreuungskonzeptes, beginnend in der Prävention über die Diagnostik und Therapie bis hin zur Nachsorge. Dabei sollten bestehende psychoonkologische Versorgungsstandards berücksichtigt werden. Wenn auch Themen wie Krankheitsverarbeitung, Belastung und Komorbidität, psychosoziale Interventionen, Arzt-Patienten-Interaktion, aber auch Patientenkompetenz, Salutogenese und vor allem in der psychoonkologischen Betreuung die zentrale Rolle spielen, ist auch die Bedeutung der emotionalen Belastung für den Onkologen/die Onkologin, für das Behandlungsteam auf der anderen Seite nicht zu unterschätzen.

Die eigene Haltung beeinflusst die PatientInnen enorm

Im Gespräch mit dem Patienten/der Patientin spiegelt sich vor allem die eigene Haltung des Arztes/der Ärztin zu den Themen Krankheit, Gesundheit, Sterben und Tod. Es werden dabei eigene Überzeugungen, Befürchtungen, Unwissenheit, Schwächen, Ideale und Kompetenzen, die uns meist nicht bewusst sind, offenbart, deren Reflexion aber stattfinden sollte, bevor wir ans Krankenbett herantreten. Die Fähigkeit oder Unfähigkeit eines Behandlers/einer Behandlerin, mit seinen/ihren Patienten/Patientinnen über Krankheit, Behandlung, Leben und Sterben zu kommunizieren, bewirkt aber nicht selten einen Unterschied zwischen einem Leben in Angst und Verzweiflung und einem Leben mit Hoffnung und Zuversicht.

Forschung sowie Aus- und Weiterbildung essentiell

Daher ist die Psychoonkologie nicht nur eine wesentliche Säule in der Betreuung von KrebspatientInnen, sondern muss auch in unterschiedlichen Intensitäten in die Aus- und Weiterbildung aller in der Onkologie tätigen Berufsgruppen integriert sein. Qualitativ hochstehende Forschung ist erforderlich, um auch auf diesem Gebiet evidenzbasierte Patientenbetreuungsmodelle anzubieten.

Eine multiprofessionelle Zusammenarbeit muss ebenfalls gewährleistet sein, um in der Zusammenschau aller der Wirklichkeit des Patienten/der Patientin und seiner/ihrer Familie näherzukommen und ihm bzw. ihr dadurch eine bestmögliche individuelle Behandlung teilwerden zu lassen.

Kontakt für JournalistInnen-Rückfragen
Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg
Universitätsklinik für Innere Medizin
Klinische Abteilung für Onkologie
Auenbruggerplatz 15
8036 Graz
E-Mail: hellmut.samonigg@klinikum-graz.at
martina.aldrian@klinikum-graz.at
:  0316/385 13115



« Letzte Änderung: 17. Mai 2012, 22:22 von admin »

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
JA! Psychologische Hilfe für uns Tumorpatienten
« Antwort #13 am: 17. Mai 2012, 22:21 »
zfeaz



[b]Anmerkungen:

BM. Stöger sagt quasi, siehe weiter unten, jeder Krebspatient hat ab der Überbringung der Diagnose Krebs, ein Recht auf psychologischer Betreuung. Ein Krankenhaus, was das nicht bietet, würde er nicht aufsuchen.

Hr. Prof. Samonigg erstellt gerade eine "Studie", glaublich i. A. des BMfG, wo es um psychologische Betreuung von Krebspatienten geht. Samonigg sagte bei seinem Vortrag auch: Nicht jeder Krebspatient braucht ständig eine psychoonkologische Betreuung. Eine psychologische Hilfe, oft auch schon eine Hilfe durch einen zusätzlich ausgebildeten Sozialhelfer, kann schon sehr viel zur Gesundung beitragen.

Und auf meine Frage: Ja, dadurch sind sehr oft kürzere Krankenhausaufenthalte gegeben, bessere Wieder-Eingliederung in den Familienverbund, ins Leben, etc.[/b]

Anm.: Das heißt für mich als Krebspatientenvertreter und Gesundheitsökonom, auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ist eine psychologische Hilfe für Krebspatienten dringend umzusetzen, Hr. Gesundheitsminister Alois Stöger.

« Letzte Änderung: 17. Mai 2012, 22:24 von admin »

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
Psychotherapie für Tumorpatienten
« Antwort #14 am: 14. Juli 2012, 17:48 »





Raucherschutzminister Stöger sagte zu mir zum Thema mangelhafte Psychotherapie......, siehe vorigen Beitrag!

er kennt die Tatsachen nicht, was mich wundert, denn jeder Dritte erkrankt in Österreich bereits an Krebs!



Auch jetzt ging nichts weiter, im Parlament.


Probleme bei der Qualität der angebotenen Psychotherapie ortete
Abgeordneter Erwin Rasinger (V) im Rahmen der Diskussion über den
Antrag von Abgeordnetem Kurt Grünewald (G) zur Verbesserung der
psychotherapeutischen Versorgung. Man müsse vor allem den
PatientInnenschutz im Auge behalten, sagte Rasinger und regte an, das
gesamte Psychotherapiegesetz zu evaluieren und sich Regelungen in
anderen Staaten anzuschauen. Der Minister ergänzte, dass der
Psychotherapiebeirat in der Zwischenzeit 21 Therapieformen genehmigt
hat.


http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20120620_OTS0301/gesundheitsausschuss-befasst-sich-mit-thema-lebensmittelsicherheit-abgeordnete-holen-stellungnahmen-zur-frage-der-hausapotheken-ein
« Letzte Änderung: 17. Dezember 2012, 19:14 von admin »

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
NÖGKK: Neue Serviceeinrichtung für Psychotherapie auf Kassekosten
« Antwort #15 am: 17. Dezember 2012, 19:15 »




NÖGKK: Clearingstelle für Psychotherapie

Neue Serviceeinrichtung für Psychotherapie auf Kassekosten


St. Pölten (OTS) - Psychische Erkrankungen sind seit Jahren im
Vormarsch: Allein am Arbeitsplatz klagt jede(r) Dritte über
psychische Belastungen; jede(r) Zweite erkrankt im Laufe seines
Lebens an einer psychischen Störung. In vielen Fällen ist eine
Psychotherapie hilfreich. Die NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) bietet
seit dem Jahr 2003 Psychotherapie auf Kassekosten an. Vertragspartner
sind der Verein für Ambulante Psychotherapie (VAP) und die NÖ
Gesellschaft für Psychotherapeutische Versorgung (NGPV) sowie andere
spezialisierte Vereine. Das Angebot der psychotherapeutischen
Versorgung wird laufend optimiert.

Clearingstelle zur Versorgungsoptimierung

Jetzt fiel der Startschuss zu einer neuen Serviceeinrichtung: Die
"Clearingstelle für Psychotherapie" wurde am 14. Dezember 2012
gemeinsam von Gesundheitslandesrätin Mag. Karin Scheele, NÖGKK-Obmann
Gerhard Hutter, NÖGKK-Direktorin Dr. Martina Amler, Mag. Sandra
Waigmann-Pölzl (VAP), Prim. Dr. Christian Korbel (NGPV) und Dr.
Winfrid Janisch, Vorsitzender des Nö. Landesverbandes für
Psychotherapie, aus der Taufe gehoben. In der Clearingstelle, die von
erfahrenen Psychotherapeuten von VAP und NGPV betreut wird, laufen ab
Jänner nächsten Jahres die Fäden für eine zielsichere und rasche
Vergabe von Therapieplätzen zusammen. Die Clearingstelle, die von den
nö. Krankenversicherungsträgern finanziert wird, ist vor allem eine
Serviceeinrichtung für Patientinnen und Patienten, um Indikationen
zur Psychotherapie festzustellen und die geeignete Behandlung am
kürzesten Weg zu vermitteln. Ebenso dient sie als Anlaufstelle für
Expertinnen und Experten aus dem Gesundheitsbereich, um deren
Klientel rasch und unbürokratisch eine Therapie zu ermöglichen. Die
Experten der Clearingstelle organisieren auch Gruppenpsychotherapien.

Die Clearingstelle sorgt darüber hinaus für die Vernetzung der
psychotherapeutischen Angebote in ganz Niederösterreich, wodurch die
Gesamtqualität der Versorgung verbessert wird. Ebenso gibt es
umfangreiche Informationen über Schwerpunkte im Behandlungsangebot -
wie Kinder-, Jugend- oder Gerontopsychotherapie. Die neue
Serviceeinrichtung läuft zwei Jahre als Pilotprojekt und wird
entsprechend evaluiert.

Für NÖGKK-Obmann Hutter stellt Psychotherapie einen unverzichtbaren
Bestandteil bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen dar: "Das
zeigen allein die ständig steigenden Patientenzahlen. Neben der
Quantität steht aber auch der Qualitätsaspekt und die Effizienz im
Vordergrund. Deshalb haben wir die Clearingstelle ins Leben gerufen."
NÖGKK-Direktorin Dr. Amler hält fest: "Die neue Servicestelle
ermöglicht, dass Therapieplätze zielsicher und ohne unnötige
Wartezeit vergeben werden und psychisch kranke Menschen die für sie
am besten geeignete Therapie erhalten."

Gesundheitslandesrätin Mag. Scheele stößt ins selbe Horn:
"Umfassende Information und unkomplizierte Hilfestellung ist für
Menschen mit psychischen Erkrankungen besonders wichtig. Das Angebot
einer flächendeckenden psychotherapeutischen Versorgung und ihre
Finanzierung durch die Krankenkasse ist daher mit der Einrichtung der
Clearingstelle für Psychotherapie entscheidend verbessert worden. Das
ist nicht nur aus medizinischer, sondern auch aus sozialer Sicht von
großer Bedeutung. Denn psychisch kranke Menschen leiden mit
fortschreitender Erkrankung im besonderen Maße an Arbeitslosigkeit
und Invalidität, Armut und Wohnungslosigkeit."

Prim. Dr. Korbel und Mag. Waigmann-Pölzl betonen: "Die Prävalenz der
psychischen Erkrankungen werden in der EU mit 38 % angegeben. Die
Studie zur Gesundheit deutscher Erwachsener (DEGS) kommt bei der
Erfassung der psychiatrischen Erkrankungen (DEGS-MH , Zusatzmodul
Mental Health) auf 33 %. Von diesen kommen 38 % mit dem
Gesundheitssystem in Berührung. Diese Zahlen stimmen mit den Studien
des Hauptverbandes der Sozialversicherung überein. Laut dieser
bekommen ca. 900 000 Patientinnen und Patienten in Österreich
Psychopharmaka verschrieben. Für Menschen mit seelischen Problemen
ist es nicht immer leicht die richtige Behandlung zu finden und zu
bekommen. Die Clearingstelle Psychotherapie bietet dabei eine
Hilfestellung. Dort erhält man kostenlos Informationen über
psychotherapeutische Behandlung und deren Finanzierung in NÖ. Zum
einen soll Hilfesuchenden der Weg zur richtigen Behandlung
erleichtert werden zum anderen soll der Bedarf an
psychotherapeutischer Versorgung dadurch genauer erhoben werden, um
die Erweiterung der psychotherapeutischen Behandlungsangebote
bedarfsgerecht und effizient gestalten zu können. Mit der Schaffung
der Clearingstelle Psychotherapie realisierte die NÖGKK einen
weiteren wichtigen Schritt zur Verbesserung der Situation von
Menschen in seelischer Not."

Der Nö. Landesverband für Psychotherapie begrüßt die Clearingstelle
für Psychotherapie in Niederösterreich. Er sieht darin die
Verbesserung der Koordination zwischen Patientinnen und Patienten
sowie Therapeutinnen und Therapeuten und somit einen Schritt in die
richtige Richtung. Einerseits ermöglicht es der Patientin/dem
Patienten schneller und zielgerichteter zu seiner passenden
psychotherapeutischen Versorgung zu kommen, andererseits wird durch
Aufzeigen von Versorgungslücken bedarfsorientierte Versorgungsplanung
verbessert.

Clearingstelle für Psychotherapie

Telefon: 0800 202 434
Telefonische Erreichbarkeit:

Montag: 08:30 - 12:30 Uhr
Dienstag: 08:30 - 12:30, 13:30 - 17:30 Uhr
Mittwoch: 08:30 - 12:30 Uhr
Donnerstag: 08:30 - 12:30 Uhr, 13:30 - 17:30 Uhr
Freitag: 08:30 Uhr - 14:30 Uhr
Mail: clearing@psychotherapieinfo.at
Internet: www.psychotherapieinfo.at

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 4.440
  • Geschlecht: Männlich
Jeder zweite Krebspatient würde psychische Hilfe brauchen!
« Antwort #16 am: 22. Februar 2014, 00:44 »


Große Defizite in der psychoonkologischen Versorgung

Freitag, 21. Februar 2014

Berlin
– Bei der psychoonkologischen Versorgung von Krebspatienten gibt es große Defizite, besonders im ambulanten Bereich. Darauf haben gestern die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) im Rahmen des 31. Deutschen Krebskon­gresses in Berlin hingewiesen. „Eine adäquate Finanzierung ist im ambulanten Bereich nicht sichergestellt, denn die psychosozialen Beratungsstellen sind nicht regelfinanziert“, erklärte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Krebshilfe in Bonn.  Der zeitnahe Zugang zur ambulanten Psychotherapie sei für Krebspatienten genauso schwierig wie für alle anderen psychisch Kranken.

„Im stationären Bereich bieten einzig die von der DKG zertifizierten Krebszentren eine gesicherte psychosoziale Versorgung durch interdisziplinäre Behandlungsteams mit psychoonkologisch geschulten Experten“, sagte Johannes Bruns, Generalsekretär der DKG. Die Zentren kooperierten zudem mit psychotherapeutischen Praxen, die sich auf die Betreuung von Krebspatienten spezialisiert haben. In vielen Kliniken wirkten aber die Liegezeitverkürzungen kontraproduktiv und verlagerten die psychoonkologische Versorgung noch mehr in den ambulanten Bereich, der jetzt schon nicht ausreichend versorgen könne, kritisierte Bruns.

500 000 Menschen erkranken pro Jahr neu an Krebs. „Krebserkrankungen sind für die Betroffenen und ihre Angehörigen fast immer seelisch sehr belastend“, sagte Susanne Singer, Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universität Mainz. Etwa die Hälfte der Patienten sei vor allem zu Beginn psychisch stark belastet; ein Drittel der Patienten leide unter so starken Ängsten und Depressionen, dass sie psychotherapeutisch behandelt werden müssten. „Alle Krebspatienten müssen aber in jedem Fall hinsichtlich ihres Bedarfs an psychosozialer Unterstützung gescreent werden“, betonte Singer, „und alle brauchen Beratung und Information.“ Unterversorgt seien vor allem die Patienten mit subsyndromaler Symptomatik.

Neue S3-Leitlinie
Dass professionelle psychosoziale Unterstützung nachweislich hilft, die Krebserkrankung zu verarbeiten und psychische Probleme zu reduzieren, zeigt auch die neue S3-Leitlinie „Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung erwachsener Krebspa­tienten“, die vor kurzem fertig gestellt wurde. Die Leitlinie entstand in Zusammenarbeit von 51 Fachgesellschaften unter der Federführung von Johannes Weis, Klinik für Tumorbiologie der Universität Freiburg.

„Die Leitlinie bildet die Grundlage dafür, dass die Qualität der psychoonkologischen Versorgung besser werden kann“, sagte Weis bei einem Symposium der Bundespsycho­therapeutenkammer am 10. Februar. Sie enthalte Empfehlungen für die psychoonko­logische Versorgung für den gesamten Verlauf einer Krebserkrankung für Klinik und Praxis. „Viele Patienten fallen vor allem nach einer Operation in ein tiefes Loch“, berichtete Weis.

Viele litten unter Distress, Ängsten, Progredienzangst und Depressivität. Zu den psychischen Störungen bei Krebspatienten gehörten vor allem affektive Störungen, Angststörungen, Anpassungsstörungen und Störungen durch psychotrope Substanzen. „Eine nicht behandelte Depression führt nachweislich zu einer höheren Mortalitätsrate der Krebspatienten“, erklärte Weis.

Die S3-Leitlinie empfiehlt, bei allen Krebspatienten den individuellen Unterstützungs­wunsch zu erfragen und Hinweise auf die Informationen und Angebote der Krebsselbsthilfe zu geben. „Krebsselbsthilfegruppen unterstützen sehr, sie sind glaubwürdig, die Teilnehmer sehr offen und die Gruppen informieren über die Wege im Gesundheitssystem“, bestätigte auch Hilde Schulte, ehemalige Bundesvorsitzende der Frauenselbsthilfe nach Krebs, beim Deutschen Krebskongress. Die Selbsthilfe beeinflusse den Krankheitsverlauf sehr positiv.

zum Thema

    zur S3-Leitlinie

aerzteblatt.de

    Uniklinik Mainz erweitert psychoonkologisches Angebot für Brustkrebspatientinnen
    Uniklinik Leipzig: Optimismus trotz Rückschlägen

Die S3-Leitlinie empfiehlt .......... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57706
« Letzte Änderung: 25. Februar 2014, 23:39 von admin »

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Lange Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlung
« Antwort #17 am: 31. Mai 2014, 23:19 »




Lange Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlung

ÖBVP fordert dringend notwendige Aufstockung der Psychotherapieplätze



Wien (OTS) - Lange Wartezeiten auf psychotherapeutische Behandlung
ergeben sich vor allem dadurch, dass die Krankenkassen zu wenig
Psychotherapiestunden finanzieren. Dadurch können die
VertragstherapeutInnen der Kassen nicht die gesamte Nachfrage
abdecken. Den Versicherten bleibt nichts anderes übrig, als lange
Wartezeiten in Kauf zu nehmen oder selbst für die Therapiekosten
aufzukommen.

"Fachlich hervorragend qualifizierte PsychotherapeutInnen sind
österreichweit vorhanden, doch die Krankenkassen sind weiterhin nicht
bereit, die erforderliche Zahl von Psychotherapieplätzen zu
finanzieren, obwohl sie nach dem ASVG dazu verpflichtet sind und
VertreterInnen des ÖBVP dies seit Jahren einfordern" bedauert Mag.a
Maria-Anna Pleischl, Präsidentin des Österreichischen Bundesverbandes
für Psychotherapie (ÖBVP).

Der ÖBVP empfiehlt den PatientInnen jedenfalls Flexibilität. Je
mobiler jemand in Bezug auf Ort und Zeit ist, desto größer sind die
Chancen auf einen baldigen Termin. Es ist meist auch sinnvoll, die
Möglichkeit eines Erstgesprächs bei einer bestimmten
PsychotherapeutIn zu nutzen, auch wenn noch kein Therapieplatz frei
ist, um Notwendigkeit und Umfang der Therapie abzuklären.

Dennoch bestehen vielfach lange Wartezeiten, insbesondere bei
Kinder- und JugendpsychotherapeutInnen. Wer sich damit nicht abfinden
kann oder will, hat nur die Möglichkeit, sich mit einer bloß
teilweisen Kostenrefundierung der Kasse (21,80 Euro pro Stunde) zu
begnügen und den Rest selbst zu finanzieren.

Menschen mit psychischen Erkrankungen haben genauso wie somatisch
kranke Menschen ein Recht auf Therapie. Wartezeiten verstärken die
Symptome meist und erhöhen den Leidensdruck. Bei Kindern und
Jugendlichen ist die Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz ein
zusätzlicher Grund für Entwicklungsverzögerung.
"Der ÖBVP erwartet von den Krankenkassen, dass sie endlich die
gesundheitspolitische Verantwortung für die psychotherapeutische
Versorgung aller psychisch Kranker übernehmen" so Pleischl.

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Bis zu 1.700.- für EINEN Nachtdienst im Spital: Psychiater ff.
« Antwort #18 am: 19. Dezember 2015, 11:12 »


Ärzte als Leiharbeiter: Bis zu 1700 Euro pro Nacht


Weil ihre psychiatrischen Abteilungen chronisch unterbesetzt sind, bieten Wiener Spitäler niedergelassenen Fachärzten an, für viel Geld einzelne Nachtdienste zu übernehmen.

17.12.2015 | 16:38 |  von Köksal Baltaci  (DiePresse.com)

Wien. Dass in Wiener Spitälern sogar schwer kranke Patienten, die beispielsweise kurz vor einer Transplantation stehen, trotz eines zuvor vereinbarten Termins weggeschickt werden, weil die Ambulanzen unterbesetzt sind und kein Arzt Zeit für sie hat, ist keinesfalls die Ausnahme. Solche Fälle gehören seit Monaten zum Alltag und sind hauptsächlich Folgen des neuen Arbeitszeitgesetzes mit dem daraus resultierenden Fachärztemangel. Betroffen sind nicht nur Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), sondern auch das AKH.

Das neue Gesetz trat Anfang des Jahres in Kraft und schreibt unter anderem vor, dass Ärzte im Schnitt nicht länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen. Wie „Die Presse“ berichtete, hat die Umsetzung dieser Verordnung darüber hinaus zu mehr Gangbetten (dieser Tage stark betroffen sind die Rudolfstiftung, das Wilhelminenspital und das Otto-Wagner-Spital – speziell auf den internen Abteilungen) und deutlich längeren Wartezeiten auf Operationen bzw. Untersuchungen geführt. Durch die stark ausgedünnten Diensträder haben Fachärzte zudem kaum noch Zeit, sich um die Aus- und Fortbildung ihrer jungen Kollegen zu kümmern.

Besonders bizarre Ausmaße haben die Besetzungsprobleme der Nachtdienste an psychiatrischen Abteilungen angenommen. Weil Spitäler immer wieder kein eigenes Personal mehr für ihre Diensträder haben, bieten sie niedergelassenen Psychiatern und Fachärzten des Psychosozialen Dienstes (PSD) an, gegen Honorar für ihre angestellten Kollegen einzuspringen und Nachtdienste in Spitälern des KAV zu übernehmen. Als Leihärzte sozusagen.
Tagesklinik geschlossen

Ganz akut ist dieses Problem derzeit an der 4. psychiatrischen Abteilung des Otto-Wagner-Spitals, die psychisch Kranke aus dem 20. und 21. Bezirk (rund 225.000 Einwohner) betreut und neben einer Tagesklinik ehemals drei Stationen mit je 20 Betten umfasste.

Die Tagesklinik und die gerontopsychiatrische Station wurden bereits vor Monaten aufgrund des Fachärztemangels geschlossen. Allein im vergangenen halben Jahr haben diese Abteilung fünf Fachärzte auf eigenen Wunsch verlassen. Vier ließen sich in andere Abteilungen des KAV versetzen, eine ist nach Niederösterreich gegangen.
System vor Kollaps

Ähnliche Probleme drohen auch der 6. psychiatrischen Abteilung des Otto-Wagner-Spitals sowie im Kaiser-Franz-Josef-Spital, wo mittlerweile sogar der Abteilungsvorstand selbst Nachtdienste machen muss, um die personellen Engpässe zu kompensieren. Jeder weitere personelle Ausfall beispielsweise durch einen Krankenstand würde das System zum kollabieren bringen, heißt es aus der Belegschaft.

Im kommenden Jahr könnten laut Ärztekammer sämtliche Spitäler des KAV Probleme bekommen, ihre Nachtdienste zu besetzen, und müssten möglicherweise ebenfalls auf externe Ärzte zurückgreifen. Wobei nicht nur Wien betroffen ist. So gab es beispielsweise auch in Hollabrunn in Niederösterreich ähnliche Engpässe in der psychiatrischen Abteilung.
1700 Euro pro Nachtdienst

Für die niedergelassenen Ärzte sind die Einsätze in den Spitälern jedenfalls lohnend – bis zu 1700 Euro brutto bekommen sie für einen Nachtdienst. Das ist deutlich mehr als das, was ein angestellter Arzt durchschnittlich für einen Nachtdienst auf Überstundenbasis erhält.

Das Frustlevel unter angestellten Psychiatern ist daher in einigen Abteilungen so hoch, dass etliche von ihnen derzeit darüber nachdenken, sich karenzieren zu lassen und nur noch Nachtdienste auf freiberuflicher Basis zu machen, weil sie dann mehr verdienen würden und weniger Verantwortung zu tragen hätten. Was sie daran hindert? Hauptsächlich die aktuell noch unklaren gesetzlichen Bestimmungen solcher Dienste, also die Haftung und versicherungsrechtliche Deckung.
Vorstand im Nachtdienst

Nicht viel besser sieht die Situation im Übrigen bei den Diensten untertags aus. Externe Ärzte kommen hier zwar noch nicht zum Einsatz, aber die Präsenz von Fachärzten wurde derart reduziert, dass der Vorstand einer Psychiatrie eines großen Wiener Spitals innerhalb seiner Abteilung für den Satz Berühmtheit erlangte: „Unsere Patienten können froh sein, wenn sie einmal pro Woche einen Facharzt zu sehen bekommen.“ Und das in einem Fach, in dem es im Wesentlichen um die Kommunikation zwischen Arzt und Patienten geht.
 
AUF EINEN BLICK

Leihärzte. Bis zu 1700 Euro brutto bekommen niedergelassene Psychiater oder Fachärzte des Psychosozialen Dienstes für einen Nachtdienst im Spital. Das ist deutlich mehr als das, was ein angestellter Arzt durchschnittlich für einen Nachtdienst auf Überstundenbasis erhält. Besonders große Probleme, seine Nachtdienste zu besetzen, hat derzeit die 4. psychiatrische Abteilung des Otto-Wagner-Spitals. Der Fachärztemangel ist eine der Folgen des neuen Arbeitszeitgesetzes, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist. Es schreibt unter anderem vor, dass Ärzte nicht länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten dürfen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18. Dezember 2015)

http://diepresse.com/home/panorama/wien/4889757/Aerzte-als-Leiharbeiter_Bis-zu-1700-Euro-pro-Nacht

hilde

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 572
  • Geschlecht: Weiblich
Psychotherapie für Tumorpatienten: Kosten?!?
« Antwort #19 am: 19. Dezember 2015, 11:19 »
Es gibt unterschiedliche Zahlen darüber, ob und wie sehr Tumorpatienten eine depressive Verstimmung bis zur mehrjährigen Depression haben.

Jedenfalls sollte jeder Tumorpatient "eingeladen" werden, eine Psychotherapie zu beginnen. Onkologen, Fachärzte, Hausärzte sind aufgerufen, das umzusetzen, denn nur wer sofort Hilfe durch Psychotherapie bekommt, kann die Kraft aufbringen, wieder gesund zu werden. Das gilt nicht nur bei Tumorpatienten, sondern auch bei sonstiger Depressions-Gründe!

https://www.google.at/search?q=Kosten+Wien+Psychotherapie&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=ZyB1Vq7qJ8O4UZ-TtuAP

In den Krebsselbsthilfegruppen hören wir von 80.- bis 110.- Euro für eine Psychotherapiestunde, nein, 45 oder 50 Minuten bestenfalls.

Und die Kassa ersetzt dann 20.-, oder 25.- Euro davon.

Vergleiche dazu den vorigen Beitrag: Euro 1.700.-/Nacht!

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.315
  • Geschlecht: Weiblich




Aber,

in Wirklichkeit ist es ganz anders, überall, bei chronischen Erkrankungen mit Depressionen.



Psychopharmaka : Ein Teufelskreis der Tabletten

Psychopharmaka sollen psychisch kranken Menschen helfen. Oft gelingt das. In einem Dokumentarfilm beschreiben Betroffene, was aber auch schieflaufen kann.

Von Saskia Gerhard


http://www.zeit.de/kultur/film/2015-05/dokumentation-nicht-alles-schlucken-psychopharmaka-psychiatrie


Dietmar E.

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.889
  • Geschlecht: Männlich



3. Kaum Kassen-Psychotherapie


"Nach wie vor fehlt ein Gesamtvertrag mit den Kassen", sagt Böckle: Die Zahl der kassenfinanzierten Plätze ist gering, viele Patienten müssen sich eine Psychotherapie (Anm.: meist 85.- bis 120.- für 45 min.) abgesehen vom Kassenzuschuss (zumeist 21,80 €) – selbst zahlen. "Das können sich viele nicht leisten, Psychopharmaka gibt es auf Kassenkosten." Deshalb gibt es bei der Psychotherapie auch keinen derartigen Anstieg.

Für die Einzelperson seien ausschließlich Psychopharmaka zwar ein kurzfristiger finanzieller Vorteil – langfristig überwiegen aber die Nachteile: "Durch regelmäßige zusätzliche Anwendung von Psychotherapie können die Gesamtkosten für die Betreuung psychisch kranker Menschen im ambulanten Bereich um 24 %, im stationären Bereich um 37 % reduziert werden." Und langfristig sei das neuerliche Auftreten psychischer Probleme bei ausschließlicher Medikamententherapie wahrscheinlicher als bei einer Kombination von Psychotherapie und Psychopharmaka. Grundsätzlich sei die Wirkung von Psychotherapie mit jener von Medikamenten vergleichbar: "Und häufig braucht es eine Kombination."


Siehe gesamten Beitrag:

http://www.krebsforum.at/index.php?topic=3015.msg27133#msg27133

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 1.315
  • Geschlecht: Weiblich
Re: Psychotherapie für Tumorpatienten
« Antwort #22 am: 26. Dezember 2015, 23:08 »


Stimmt DAS wirklich:

http://www.krebsforum.at/index.php?topic=4055.msg27161#msg27161


In Deutschland geht für Tumorpatienten nach der Anschlussheilbehandlung die Psychotherapie "vor Ort" sofort weiter!

So lange, wie es der Patient braucht!

Was seid ihr Österreicher doch für ein "armes Land"!

Geri

  • Global Moderator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 657
  • Geschlecht: Männlich






Mit neuer Website „psyche-hilft-koerper.de“ finden Krebspatienten schnell und einfach psychoonkologische Hilfe


Die Website „psyche-hilft-koerper.de“ ermöglicht es, über eine Postleitzahl-Suche Psychoonkologen in der Region, in der man lebt, zu finden. Eine psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten u. a. dabei, ihre Krebserkrankung zu verarbeiten, das seelische Befinden zu verbessern sowie körperliche Ressourcen zu stärken (1). Novartis Oncology hat sich nicht nur der Entwicklung innovativer Arzneimittel verpflichtet, sondern möchte durch Initiativen wie „Psyche hilft Körper“ darüber hinaus wertvolle Unterstützung für Patienten und Angehörige liefern.
Mit der neuen Website „www.psyche-hilft-koerper.de“ unterstützt Novartis Oncology Krebspatienten und ihre Angehörigen bei der Suche nach einer qualifizierten psychoonkologischen Betreuung. Die angebotenen Therapiemöglichkeiten umfassen ein breites Spektrum, das von Verfahren der Entspannungs- und Gesprächspsychotherapie über Gestaltungs- und Verhaltenstherapie bis hin zu tiefenpsychologischen Beratungsangeboten reicht. Die Website bietet ein umfassendes Adressverzeichnis mit über 490 Kontakten von Psychoonkologen aus ganz Deutschland. Ansprechpartner in der Nähe lassen sich durch die Eingabe einer Postleitzahl schnell und einfach ermitteln. Die neue Website ist Teil der vor mehr als vier Jahren ins Leben gerufene Initiative „Psyche hilft Körper“, von deren Projekten bereits viele betroffene und interessierte Menschen Gebrauch gemacht haben. (2)

Komplexe Belastungssituation bei Krebspatienten
Die Diagnose Krebs zu erhalten, ist in der Regel erstmal ein großer Schock. Das Wissen, an einer potenziell lebensbedrohlichen Erkrankung zu leiden, kann das Leben völlig auf den Kopf stellen. Hinzu kommen viele organisatorische Herausforderungen, die zusätzlich belasten können. Manche Patienten benötigen in dieser Situation Hilfe. Die Psychoonkologie versucht unter anderem durch psychosoziale und psychotherapeutische Maßnahmen die komplexe Belastungssituation zu entschärfen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass Psyche, körperliche Schmerzen und Funktionsstörungen oft in enger Wechselwirkung stehen: (1) Zum einen können psychische Belastungen zu einer erhöhten Schmerzwahrnehmung beitragen. Zum anderen bewirken körperliche Schmerzen oft eine Zunahme des psychischen Leidensdrucks. Eine psychoonkologische Behandlung sowie psychosoziale Beratungsangebote können diese Wechselwirkung aufheben, psychische, soziale und funktionale Beschwerden verringern und Betroffenen helfen, ihre Erkrankung zu verarbeiten, so dass sie einen Weg zurück in ihren Alltag finden.

Individueller Ansatz: wichtig in der Beratung – wichtig bei der Therapie
Jeder Mensch reagiert anders, sowohl körperlich als auch seelisch. Eine qualifizierte psychoonkologische Beratung bezieht mit ein, welchen Behandlungs- und Informationsbedarf der einzelne Patient in seiner persönlichen Situation hat. Auch für die Krebstherapie ist ein individueller Ansatz wichtig. Novartis Oncology steht für die Erforschung und Entwicklung innovativer und zielgerichteter Medikamente. In den letzten 10 Jahren wurden über 15 neue Medikamente oder zusätzliche Anwendungsgebiete für bereits zugelassene Arzneimittel in Bereichen mit hohem medizinischem Bedarf entwickelt, die die Behandlungspraxis für viele Patienten entscheidend verbessert haben.(3) Dabei engagiert sich Novartis Oncology u. a. in der Erforschung des Melanoms, Nierenzellkarzinoms, Lungenkrebses sowie bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems. Darüber hinaus unterstützt Novartis Oncology Patienten und Angehörige durch patientenorientierte Lösungen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.psyche-hilft-koerper.de sowie www.novartisoncology.de.
Novartis Oncology
Literaturhinweise:
1. Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten, Langversion 1.1, 2014. http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-051OLl_S3_Psychoonkologische_Beratung_Behandlung_2014-01_1.1.pdf. Letzter Aufruf: 27.07.2016.
2. http://www.psyche-hilft-koerper.de. Letzter Aufruf: 04.08.2016.
3. https://www.novartisoncology.de/ueber-uns/unsere-vision. Letzter Aufruf: 27.07.2016.