Autor Thema: AML - Akute Myelonische Leukämie - "Hilfsmittel" ......  (Gelesen 3373 mal)

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16/12/2010
( APA )
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AML besser therapieren

Online-Tool berechnet Chance einer Remission und Risiko eines frühes Todes

Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) brauchen zielgerichtete Therapien, um die Überlebensrate zu erhöhen. Deutsche Wissenschaftler haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem Chancen und Risiken von intensiven Behandlungen zuverlässiger bewertet werden können. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "The Lancet" veröffentlicht.

Oftmals wird AML, die bei Patienten im fortgeschrittenen Alter häufiger auftritt, mit einer intensiven Chemotherapie behandelt. Diese führe zwar bei rund 50 Prozent zu einer Remission, berge aber speziell bei Patienten im höheren Alter Risiken hinsichtlich eines frühen Todes (ED). Alternativ könnten auch weniger intensive Chemotherapien zur Anwendung kommen, die aber weniger Chancen auf Heilung bieten würden.

Mit dem neu entwickelten Online-Tool kann der behandelnde Arzt verschiedene Werte - Körpertemperatur, Alter, Thrombozyten-, Hämaglobin- und Lactatdehydrogenase-Konzentration sowie genetische Veränderungen in den Leukämiezellen - auf einer Internetseite zusammenfassen. Mit Hilfe eines speziellen Algorithmus - für den die Wissenschaftler Daten von rund 1.400 AML-Patienten über 60 Jahren, die mit einer intensiven Chemotherapie behandelt wurden, herangezogen haben - berechnet das Tool die Chance einer Remission und das Risiko eines frühen Todes. "Natürlich können wir den behandelnden Ärzten die Entscheidung für eine Behandlungsempfehlung nicht abnehmen. Unser Programm kann aber helfen, Chancen und Risiken verantwortungsvoll abzuwägen", so Studien-Mitarbeiter Carsten Müller-Tidow.

In der Studie habe sich gezeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Remission (CR) bei Kenntnis des zytogenetischen und molekularen Risikos (Score 1) von 12 bis 91 Prozent betrug, ohne Kenntnis davon (Score 2) zwischen 21 und 80 Prozent. Das prognostizierte ED-Risiko lag zwischen sechs und 69 Prozent (Score 1) und zwischen sieben und 63 Prozent (Score 2). (ang/mmb)

Quelle: The Lancet