Autor Thema: PSA-Screening, Anstieg, Verdoppelung .........  (Gelesen 18519 mal)

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Dietmar E.

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PSA-Screening, Anstieg, Verdoppelung .........
« am: 17. Mai 2007, 21:31 »

Prostatakarzinom-Screening

PSA-Velocity – bisheriger Grenzwert offensichtlich zu hoch
Neben dem PSA-Wert selbst ist die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit ein wichtiger Marker zur Diskriminierung zwischen gutartigen und bösartigen Prostataläsionen. Zumindest bei Männern unter 60 Jahren scheint aber der bisherige Grenzwert von 0,75 ng/ml/Jahr zu hoch zu sein, wie die Daten einer amerikanischen Studie zeigen.

Ein besonders intensiv diskutiertes Thema bei der Jahrestagung der American Urological Association (AUA) war wieder einmal das PSA-Screening. Argumente für regelmäßige Bestimmungen des PSA-Werts lieferten unter anderem neue Daten zur Bedeutung der PSA-Velocity als eines unabhängigen Prädiktor für ein frühes Prostatakarzinom.

Immer verdächtig – schneller Anstieg der PSA-Velocity
Dass die Dynamik des PSA-Werts ein guter Marker für ein Prostatakarzinom ist, zeigen unter anderem die Untersuchungen von Andreas Berger et al. aus Innsbruck [1]. Die österreichische Arbeitsgruppe hatte bei 353 Männern mit hohem Prostatakarzinom-Risiko sechs Jahre lang die PSA-Werte mit demselben Assay bestimmt. Die Auswertung der Daten in Zweijahres-Schritten vor der Diagnose eines Prostatakarzinoms zeigte eine deutliche Zunahme der PSA-Velocity. Mit median 1,06 ng/ml/Jahr am höchsten war die PSA-Anstiegsgeschwindigkeit in den beiden letzten Jahren vor der Diagnose (Tab. 1).

Große amerikanische Screening-Studie

Als verdächtig für ein Prostatakarzinom galt bisher eine PSA-Anstiegsgeschwindigkeit (PSAV) von ≥ 0,75 ng/ml/Jahr. Dieser Grenzwert ist aber zumindest bei Männern unter 60 Jahren offensichtlich zu hoch, wie die Daten eines amerikanischen Screening-Programms zeigen, an dem von 1989 bis 2001 circa 36 000 Männer teilnahmen. Von den 6844 Teilnehmern unter 60 Jahren waren 346 an einem Prostatakarzinom erkrankt. Die mediane PSA-Velocity dieser Patienten betrug 0,840 ng/ml/Jahr und war damit signifikant höher als die der nicht erkrankten Männer (0,094 ng/ml/Jahr; p < 0,0001) [2].

Niedrigerer Grenzwert empfohlen

Auf der Grundlage des bisher üblichen PSAV-Grenzwerts von 0,75 ng/ml/Jahr ließen sich in der amerikanischen Studie 52% der Karzinome richtig vorhersagen. Deutlich besser war die Sensitivität aber bei einem Grenzwert von 0,5 ng/ml/Jahr: Hier betrug die Sensitivität 62%, bei einer Spezifität von 85%. Der niedrige PSAV-Grenzwert war in einer multivariaten Analyse ein stärkerer Prädiktor für ein Prostatakarzinom als das Gesamt-PSA bei der Diagnose oder ein höheres Lebensalter. Bei jüngeren Männern unter 60 Jahren sollte der PSAV-Grenzwert daher zukünftig auf 0,5 ng/ml/Jahr gesenkt werden.

Quellen:
[1] Berger AP, Deibl M, Klocker H, et al. PSA-velocity increases continuously in the years prior to diagnosis of prostate cancer. AUA 2006, # 485.
[2] Loeb S, Roehl KA, Graif T, et al. PSA velocity threshold for predicting prostate cancer in young men with PSA < 4 ng/ml. AUA 2006, # 471.
(bbb)

"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Werner

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PSA-Screening seit 1993 an der Iniv. Klinik Innsbruck
« Antwort #1 am: 13. August 2007, 15:27 »

Ich habe gerade einen Artikel gefunden, in dem über das PSA-Screening
in Tirol berichtet wird.

Gibt es ähnliches auch in anderen Bundesländern?



Innsbruck. - 1993 wurde an der Innsbrucker Universitätsklinik für Urologie das PSA-Screening als Vorsorgeprogramm gegen Prostatakrebs bei Männern aus der Taufe gehoben. Jetzt feiert das international einzigartige Vorzeigeprojekt seinen zehnten Geburtstag. Grund zum Feiern haben vor allem Tirols Männer: Tirol ist das einzige Land Europas, in dem mittlerweile die Sterblichkeitsrate bei Prostatakarzinomen um 40 Prozent gesunken ist. Rund 85 Prozent der Karzinome werden heute in einem so kleinen Stadium entdeckt, dass sie durch eine Operation geheilt werden können. 1993 waren das gerade einmal 25 Prozent! Und auch der durchschnittlich gemessene PSA-Wert spiegelt den Erfolg des Vorsorgeprogramms wieder: Bis Mitte der neunziger Jahre lag er bei 14 Nanogramm pro Milliliter und sank bis 2001 auf 5,5.
Im Rahmen eines Pressegesprächs informierten Klinikvorstand Univ. Prof. Dr. Georg Bartsch, Projektleiter Univ. Doz. Dr. Wolfgang Horninger, Univ. Doz. Dr. Ferdinand Frauscher (Radiologie II), Univ. Prof. Dr. Helmut Klocker, Univ.-Doz. Dr. Diether Schönitzer sowie Landeskrankenhaus-Direktor DVw. Max Laimböck und der Direktor der Tiroler Gebietskrankenkasse HR DKfm. Heinz Öhler über den Status quo.
Das Prostatakarzinom ist ein Killer: In Nordeuropa ist es die häufigste, in den USA die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache bei Männern. In Österreich überstieg die Zahl der Prostatakrebs-Toten mit 1200 im letzten Jahr erstmals jene der Verkehrstoten. Während hierzulande die Mortalitätsrate sehr langsam sinkt, begann in Tirol nach drei Jahren PSA-Screening ein signifikanter Sinkflug. Wie das europäische Institut für Onkologie in Mailand errechnete, starben 1993 noch 52 Tiroler am Prostatakarzinom. 2002 waren es schon um zwanzig weniger (32), obwohl inzwischen die Anzahl der Männer in der Risikoaltersgruppe zwischen 45 und 75 Jahren um mehr als zehn Prozent auf insgesamt ca. 97.000 gestiegen ist.
Was versteckt sich hinter dem komplizierten Wort „PSA-Screening“? Nun, PSA steht für „Prostata Spezifisches Antigen“, ein „Tumormarker“, der im Rahmen eines einfachen Bluttest bei jedem Arzt oder im Prostata Zentrum der Urologischen Klinik ermittelt wird. Wenn der Wert eine bestimmte Grenze übersteigt, besteht der Verdacht auf Prostatakrebs. Die Höhe des kritischen Wertes ist altersabhängig. Für Männer zwischen 40 und 49 Jahren liegt die kritische Grenze bei 1,25 Nanogramm pro Milliliter, für Männer zwischen 50 und 59 bei 1,75, zwischen 60 und 69 bei 2,25 und bis 79 bei 3,25.
In Innsbruck hat man inzwischen europaweit die meiste Erfahrung mit PSA-Screening. Wenn bei einem Mann ein erhöhter Wert gemessen wurde, bedeutet das nur in 30 bis 40 Prozent aller Fälle, dass er auch tatsächlich Prostatakrebs hat. In den letzten zehn Jahren wurde an der Urologie die PSA-Screening-Methode nach internationalem Standard verfeinert und präzisiert. Nach dem PSA misst man hier neben dem freien PSA inzwischen auch das komplexierte PSA und das pro-PSA. Damit erreicht man heute für Patienten größere Sicherheit in der Diagnose, sodass der zweite Diagnose-Schritt, die Biopsie, wesentlich weniger oft angewandt werden muss. Seit dem Jahr 2000 werden an der Radiologie II gezielte Biopsien mit molekularer Bildgebung gemacht, bei dem vor allem die Gefäße dargestellt werden. „Wir nützen die Tatsache, dass Karzinome ein anderes Durchblutungsmuster haben als die normale, oft gutartig vergrößerte Prostata für die Biopsie dieser vermehrten Durchblutungsareale in der Prostata,“ erläutert Univ. Doz. Dr. Ferdinand Frauscher. Damit konnten die Ärzte die Findungsrate auf knapp 40 Prozent erhöhen. „Das bedeutet, dass wir heute bei 40 von 100 Männern, die wir biopsieren, tatsächlich ein Prostatakarzinom finden,“ sagt Frauscher. Vor zehn Jahren lag die Rate bei 17 bis 20 Prozent.
Nach der Operation potent und kontinent!
Solange der Tumor klein und auf das Organ Prostata begrenzt ist, kann er durch eine Operation geheilt werden. „Das Prostatakarzinom ist grundsätzlich ein langsam wachsender Tumor. Es war uns also wichtig, dass wir Männer durch die Operation nicht nur vom Tumor heilen, sondern gleichzeitig auch ihre Lebensqualität erhalten, also die Potenz und Kontinenz,“ sagt Horninger. Mit rund 180 Operationen pro Jahr, die von zwei Spezialisten (Bartsch/Horninger) durchgeführt werden, erreicht man in Innsbruck bei der so genannten „Radikalen Prostatektomie“ eine hohe Spezialisierung und damit Kontinenz- und Potenzraten wie in den Spezialkliniken in USA. Ein Jahr nach der Operation sind 95 Prozent der operierten Männer kontinent. 80 Prozent der unter 65-jährigen sind danach außerdem weiterhin potent. Bei den unter 50-jährigen liegt die Potenzrate bei 90 Prozent.
Hände weg vom PSA-Screening, wenn die Operationseinheit nicht funktioniert!
„Wie sich in Tirol zeigt, ist diese Diagnose- und Therapiemethode sehr erfolgreich,“ freut sich Klinikvorstand Univ. Prof. Dr. Georg Bartsch. Dort allerdings, wo Diagnostik, Bestrahlungseinheit und Operationsteam nicht auf höchstem internationalen Niveau zusammenspielen, wo vor allem die potenz- und kontinenzerhaltende Operation nicht funktioniert, haben Männer unter Umständen erhebliche Nachteile aus dieser Therapie. „Wenn die radikale Prostatektomie – also die Operation – nicht funktioniert, dann sollte man auch vom PSA-Screening die Finger lassen,“ resümiert Bartsch. „Das schlimmste ist, wenn sich ein Patient impotent operieren lässt. Kein Mann mit einem erhöhten PSA-Wert sollte sich biopsieren und operieren lassen, wenn ihm der Operateur nicht eine hohe Sicherheit dafür geben kann, dass er nach der Operation wieder kontinent und potent ist!“ fordert Bartsch.
PSA-Screening für Männer kostenlos
Warum das Vorsorgeprogramm in Tirol von allem Anfang an sehr erfolgreich war, liegt vor allem daran, dass es bereits vom Start weg die praktischen Ärzte und niedergelassenen Urologen als wichtige Partner mit ins Boot holte. Außerdem den Blutspendedienst der Tiroler Blutbank und des Roten Kreuzes. Ja, Tirol ist auch das einzige Land, in dem der Test für die Männer kostenlos ist, weil ihn die Tiroler Gebietskrankenkasse bezahlt.
In den letzten zehn Jahren wurden in Tirol insgesamt an die 620.000 Bluttests ausgewertet. Rund 75 % aller Tiroler Männer der relevanten Altersgruppe zwischen 45 und 75 Jahren beteiligten sich am Prostata Screening. Schon im ersten Jahr des Screeningprogramms waren es 32 Prozent der Tiroler Männer. Heute liegt die Screeningrate bei 70 Prozent. „Zahlreiche Männer gehen inzwischen regelmäßig jährlich zum Test oder werden von ihren Frauen geschickt“, schmunzelt Projektleiter Univ. Doz. Dr. Wolfgang Horninger, der noch immer das Gesundheitsmanagement in den Familien bei den Frauen ortet. Für die Zukunft erwarten die Ärzte an der Innsbrucker Urologie einen weiteren Rückgang der Sterberate bei Prostatakarzinom. Voraussetzung ist natürlich, dass die Tiroler Männer der Empfehlung der Ärzte folgen und ab dem 45. Lebensjahr jährlich einmal zum PSA-Test gehen.
Start für Blasen-Screening im Feber 2007
Die Universitätsklinik für Urologie hat neben dem PSA-Screening erstmals das Blasenkrebs-Screening starten, um bei Hochrisikogruppen wie starken Rauchern oder Industriearbeitern, die mit Anilinfarben arbeiten, Blasenkarzinome in einem kleineren Stadium zu finden. „Wenn es uns gelingt, dass wir auch hier die Karzinome in kleinerem Stadium finden, können wir Männer so operieren, dass sie ihre Potenz behalten,“ hofft Bartsch. Bisher war mit der Entfernung der Blase bei einem Blasenkarzinom oft Impotenz und/oder Inkontinenz verbunden.

Nähere Informationen
Universitätsklinik für Urologie
Univ. Doz. Dr. Wolfgang Horninger
Telefon 050-504-24811
wolfgang.horninger@uibk.ac.at

Josef

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Früherkennung Prostatakrebs
« Antwort #2 am: 17. Februar 2008, 14:18 »

Auch wenn dieses PSA sehr umstritten ist,
in Deutschland selbst gezahlt werden muss,
die Info:


Konzentration vor dem 50. Lebensjahr gemessen

Früher PSA-Test entdeckt Risikopatienten

15.2.08-Wie verlässlich der Test auf das Prostata-spezifische Antigen (PSA) zur Einschätzung des Prostatakrebs-Risikos ist, wird kontrovers diskutiert. Bestimmt man den Wert jedoch vor dem 50. Lebensjahr, ist er offensichtlich ein guter Prädiktor für die nächsten 25 Jahre.

Dr. Hans Lilja und Kollegen vom Memorial Sloan-Kettering Cancer Center und der Universität Lund (Schweden) werteten Daten von 21.277 Teilnehmern aus der Malmö Preventative Medicine Study aus.

In deren Rahmen waren Männern mittleren Alters zwischen 1974 und 1986 Blutproben entnommen und der PSA-Wert bestimmt worden. Bis zum Jahre 1999 wurde bei 498 Männern ein Prostatakarzinom diagnostiziert, bei 161 war es bereits fortgeschritten oder es hatten sich Metastasen gebildet.

Dabei stellte sich heraus, dass die Gesamt-PSA-Serumspiegel, die vor dem 50.Lebensjahr bestimmt worden, recht genau über das Tumorrisiko Auskunft gaben. Etwa zwei Drittel der Männer, bei denen ein Karzinom festgestellt wurde, hatten zuvor Gesamt-PSA-Werte von mehr als 0,9 ng/ml aufgewiesen. Durchschnittlich vergingen 17 Jahre vom Bluttest bis zur Krebsdiagnose.

"Mit einem frühen PSA-Test könnte man die Männer erkennen, bei denen eine besondere Vorsorge angebracht ist", gibt Lilja zu bedenken.

fs / Quelle: Memorial Sloan-Kettering Cancer Center


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Carola-Elke

Geri

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PSA-Screening sinnvoll?
« Antwort #3 am: 18. April 2008, 00:08 »

Studie bezweifelt Nutzen von Prostata-Screening

   Anzahl der Todesfälle in den USA erheblich gesunken

   Bristol (17.04.2008) - Die Anzahl der Todesfälle durch
   Prostatakrebs in Amerika ist gesunken, seit das Screening weiter
   verbreitet ist. Eine Studie der University of Bristol
   http://www.bristol.ac.uk argumentiert jedoch, dass damit nicht bewiesen
   sei, dass diese Tests auch erforderlich seien. Seit der Einführung des
   Prostata-Screenings ist die Anzahl der Todesfälle in Amerika vier Mal
   stärker zurückgegangen als in Großbritannien. Das Team um Simon Collin
   schreibt jedoch in Lancet Oncology
   http://www.thelancet.com/journals/lanonc, dass viele andere Faktoren
   ebenfalls eine Rolle gespielt haben könnten. Dazu gehören
   unterschiedliche Behandlungsprogramme für amerikanische Männer und die
   Diskrepanz, wie Todesfälle gemeldet werden.

   Bei vielen Männern über 80 Jahre gibt es bei ihrem Tod Hinweise auf das
   Bestehen von Prostatakrebs. Es ist jedoch oft unklar, ob diese oder eine
   andere Krankheit für ihren Tod verantwortlich war. Die Folge sind
   verschiedene Einträge auf den Sterbeurkunden. Die Wissenschaftler geben
   zu, dass das nicht bedeutet, dass der Bluttest auf PSA keine Leben
   rettet. Bis jedoch Studien die genaue Bedeutung des Screening analysiert
   haben, könne man nur weiter spekulieren.

   Prostata-Screenings wurden seit den frühen neunziger Jahren in Amerika
   immer häufiger durchgeführt. 2001 gaben fast 60 Prozent der Männer über
   50 Jahren an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten einen Test
   gemacht hatten. In Großbritannien wurden zwischen 1999 und 2002 nur rund
   sechs Prozent der Männer zwischen 45 und 84 getestet. Zu Beginn der
   neunziger Jahre waren die Sterbeziffern in beiden Ländern großteils
   ähnlich. Danach sank die Anzahl der Todesfälle in Amerika um jährlich
   4,17 Prozent. In Großbritannien waren es im Vergleich dazu nur 1,17
   Prozent. In Amerika veränderte sich aber auch die Art der Behandlung.
   Dazu gehörten unter anderem der Einsatz einer bestimmten Hormonbehandlung
   bei älteren Männern und eine aggressivere Behandlung bei
   fortgeschrittenen Formen der Krankheit.

   Obwohl Prostatakrebs die am meisten verbreitete Krebsform in
   Großbritannien ist, hat das National Health Service http://www.nhs.uk
   sich gegen ein Screening-Angebot entschieden. Grund dafür ist, dass der
   Test als notorisch unzuverlässig angesehen wird. Obwohl bei zehn bis 15
   Prozent der Männer so hohe PSA-Werte festgestellt werden würden, dass
   eine Biopsie erforderlich wäre, brauchen schließlich laut BBC nur zwei
   bis drei Prozent eine Behandlung. Der Großteil würde sich daher grundlos
   einer teuren und unangenehmen Untersuchung unterziehen.

Josef

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PSA unter 3, Alter über 75 ....
« Antwort #4 am: 18. Mai 2008, 21:02 »
Entwarnung bei PSA-Werten unter 3 ng/ml

Ältere Männer können teilweise auf PSA-Screening verzichten

15.05.08 - Männer, die älter als 75 Jahre alt sind und PSA-Werte unter 3 ng/ml aufweisen, können offenbar auf weitere Screenings verzichten. Ihr Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, ist nur gering.
Prostata, Prostatakarzinom, Prostatakrebs, PSA
Typische Lage des Prostatakarzinoms. Sagittalschnitt durch das Becken, Ansicht von links. Foto: KES/Thieme

Dr. H. Ballentine Carter und Kollegen von der Johns Hopkins University in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) untersuchten 849 Männer im Alter von 75 und 80 Jahren, die alle an der Baltimore Longitudinal Study of Ageing teilgenommen hatten. 122 von ihnen waren an Prostatakrebs erkrankt.

Die Forscher erfassten die Konzentrationen des Prostata-spezifisches Antigens (PSA) im Blut der Teilnehmer sowie den Anteil der Männer, die ein aggressives Prostatakarzinom entwickelten.

Patienten, deren PSA-Werte bei 3 ng/ml oder darüber lagen, hatten ein steigendes Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, diejenigen mit Werten unter 3 ng/ml jedoch nicht.

Bei älteren Patienten, deren Lebenserwartung generell nicht mehr sehr hoch sei, könnte ein nicht-aggressiver Tumor, der durch das Screening entdeckt wird, zu erhöhtem Stress und vielleicht unnötiger Behandlung führen, erläutern die Forscher. Sie empfehlen daher, das weitere Screening im Alter von 75 bis 80 Jahren und bei PSA-Werten unter ng/ml auszusetzen.

Ihre Ergebnisse präsentierten die Forscher während des "Annual Scientific Meeting of the American Urological Association" in Orlando im US-Bundesstaat Florida.

fs / Quelle: American Urological Association
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Richi

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Re: PSA-Screening, Anstieg, Verdoppelung .........
« Antwort #5 am: 27. Oktober 2008, 21:50 »
Spezifität der PSA-Anstiegsgeschwindigkeit bestätigt

Prostata: Benignes Wachstum beeinflusst PSA-Velocity nicht

27.10.08 - Die PSA-Velocity (PSAV, PSA- Anstiegsgeschwindigkeit) gilt als spezifischerer Prädiktor für ein Prostatakarzinom als die PSA-Konzentration an sich. Dass benignes Wachstum der Prostata die PSAV tatsächlich wenig beeinflusst, konnten Forscher in einer aktuellen Studie belegen.

Dr. Stacy Loeb und Kollegen vom James Buchanan Brady Urological Institute in Baltimore, Maryland hatten die Daten von 242 Teilnehmern der Baltimore Longitudinal Study of Aging ausgewertet.

Bei keiner der untersuchten Personen war ein Prostatakarzinom diagnostiziert worden. Es lagen jeweils mindestens zwei MRT-Untersuchungen des Beckens und die zeitgleich bestimmten PSA-Werte vor.

Nach einem durchschnittlichen Follow-up von 4,2 Jahren lag der durchschnittliche Volumenzuwachs der Prostata bei 0,6 cm³ / Jahr (und reichte dabei von -9,9 cm³ / Jahr bis hin zu 11,8 cm³ / Jahr). Die durchschnittliche Veränderung der PSA-Werte betrug 0,03ng/ml pro Jahr. Die Forscher konnten dabei keine Korrelation zwischen Volumenänderungen der Prostata und Änderungen der PSA-Werte feststellen.

Ein Volumenzuwachs alleine erhöhe die PSAV also noch nicht, schreiben die Forscher. Selbst Patienten, bei denen die Größe der Prostata um 10 cm³ im Jahr zunahm, zeigten sich lediglich PSA-Anstiegsgeschwindigkeiten von 0,1 ng / ml.

Abstract der Originalpublikation
http://www.urotoday.com/61/browse_categories/prostate_cancer/editorial__does_prostate_growth_confound_prostate_specific_antigen_velocity_data_from_the_baltimore_longitudinal_study_of_aging.html

Josef

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PSA-Screening, Anstieg, Verdoppelung .........
« Antwort #6 am: 26. Juni 2009, 19:31 »

V9.2
Vorschlag für eine Standardisierung der Methode
zur Berechnung der PSA-Verdopplungszeit

A. Ponholzer1, M. Rauchenwald1, W. Albrecht2, W. Loidl3, H.-P. Schmid4,
A. Semjonow5, S. Madersbacher1
1Urologie, Donauspital, Wien, 2Urologie, LKH Mistelbach, 3Urologie, KH Barmherzige
Schwestern, Linz, Österreich, 4Urologie, Kantonsspital St. Gallen, Schweiz,
5Urologie, Universitätsklinikum Münster, Deutschland

http://www.kup.at/kup/pdf/7974.pdf   S.12

Einleitung
Die PSA-Verdopplungszeit (PSA-VZ) ist ein wichtiger
Parameter zur Abschätzung des weiteren Verlaufes bei Männern mit
Prostatakarzinom. Bisher wenig bekannt ist, dass es verschiedene
Methoden gibt, um die PSA-VZ zu berechnen und dass die PSA-Variabilität
das Ergebnis beeinflusst. Wir schlagen daher eine standardisierte
Methode vor, die die PSA-VZ wissenschaftlich vergleichbar machen
und die Genauigkeit der Ergebnisse abzuschätzen helfen soll.
Material und Methoden Es wurde ein standardisierter Algorithmus
entwickelt, um die PSA-VZ zu berechnen und die Fehlerbreite
des Endresultates zu simulieren. Außerdem wurde ein standardisiertes
Vorgehen zur Erhebung und Handhabung der PSA-Werte angenommen.

Ergebnisse
Ein internetbasierter, frei zugänglicher PSA-VZRechner
auf Grundlage einer nichtlinearen Optimierung mittels
kleinstes-Quadrat-Fehler-Methode auf Grundlage der letzten verfügbaren
3 PSA-Werte wurde entwickelt. Die mögliche Fehlerbreite
bei einer angenommenen PSA-Gesamtvariabilität von 15 % wird
mittels 65 zufälligen Fehlerannahmen simuliert. Das System beruht
auf der mathematischen Plattform MATLAB®, um eine algebraische
Korrektheit sicher zu stellen.

Schlussfolgerungen
Wir stellen einen frei zugänglichen, standardisierten
und reproduzierbaren PSA-VZ-Rechner zur Verfügung,
der Einzelwerte vergleichbar macht und die Genauigkeit der möglichen
Endwerte simuliert.
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Carola-Elke

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Prostatakrebs? PSA-Screening, Anstieg, Verdoppelung .........
« Antwort #7 am: 25. Oktober 2010, 14:11 »
Ganz neu ist eine große schwedische Studie mit 20.000 Männern veröffentlcht worden, die beweist, dass der PsA-Test die Prostatakrebs-Sterblichkeit um die Hälfte senkt. Hier mehr:
http://www.uro-koeln.de/presse/press...2010/pre4.html


Erste Schritte:
http://www.prostatakrebse.de/informationen/pdf/strumzehnjahre.pdf


Ungewissheit:
http://forum.prostatakrebs-bps.de/showthread.php?6047-Prostata-Vorsorge-im-Hochfeld-MRT-%283Tesla%29-mit-Spektroskopie
« Letzte Änderung: 25. Oktober 2010, 14:12 von Geri »