Autor Thema: Gesundheitsreform, Sozialpartnerpapier, und wir Patienten?  (Gelesen 16212 mal)

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Dietmar E.

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Da ist viel im Busch!

Wer hat die Patienten gefragt?

Wenn`s nicht gepasst hat, dann schickt man die obersten Verantwortlichen wieder in die Wüste,
natürlich mit viel Geld auf dem Handerl, wir sehen es ja laufend!

Was hältst du davon - was sind deine wichtigen Anliegen?

Zukunftssicherung für die
soziale Krankenversicherung,


das Sozialpartnerpapier:


http://www.oegb.at/servlet/BlobServer?blobcol=urldokument&blobheadername1=content-type&blobheadername2=content-disposition&blobheadervalue1=application%2Fpdf&blobheadervalue2=inline%3B+filename%3D%22Unterlage_zur_Pressekonferenz_vom_7._April_2008.pdf%22&blobkey=id&blobnocache=false&blobtable=Dokument&blobwhere=1206108371845
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Edi

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Wer soll dir das Medikament verschreiben?
« Antwort #1 am: 09. Mai 2008, 00:47 »
08.05.2008

Patienten wollen Medikamente vom Arzt verschrieben haben
Umfrage belegt massives Vertrauen in Ärzteschaft -Klare Absage an Aut-idem-Regelung

Wien (OTS) - Patienten möchten in der überwiegenden Mehrzahl die Auswahl des Medikaments in der Hand des Arztes wissen. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Integral. Für den Vizepräsidenten der Ärztekammer für Wien, Johannes Steinhart, ist dies - auch in Verbindung mit den knapp 150.000 Unterschriften beim Wiener "PatientInnenbegehren" - ein weiteres eindeutiges Zeichen dafür, wo die Bevölkerung die wirkliche Kompetenz bei Diagnose und Therapie sieht, "nämlich beim Arzt", so Steinhart.

Integral hat im Befragungszeitraum von 23. bis 29. April 2008 insgesamt 500 telefonische Interviews repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren durchgeführt. Auf die Frage, ob der behandelnde Arzt das Medikament auswählen oder dies der Apotheker auf Basis von Informationen des Arztes ("Aut idem") tun soll, antworteten 82 Prozent der Befragten, dass dies durch den Arzt erfolgen sollte. Besonders stark ausgeprägt ist dieser Wunsch bei älteren Personen (ab 50 Jahren). Lediglich 15 Prozent wollen die Entscheidungskompetenz über das verabreichte Medikament beim Apotheker sehen (keine Angeben: 3 Prozent).

"Auch anhand dieser Daten erkennt man einmal mehr, wie weit weg von den Wünschen der Patienten die Regierung und die Sozialpartner agieren", betont Steinhart. Man werde daher die Sorgen und Ängste der Bevölkerung, die auch bei zahlreichen Gesprächen mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten im Rahmen des "PatientInnenbegehrens" zum Ausdruck gekommen seien, sehr ernst nehmen.

Die Ärztekammer werde in diesem Sinne ihre Vorbehalte gegen das Sozialpartnerpapier weiterhin artikulieren. "Das sind wir unseren Patienten einfach schuldig", so Steinhart abschließend.

Edi

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Keine Kürzungen im Gesundheitssystem!
« Antwort #2 am: 09. Mai 2008, 00:49 »
07.05.2008

PatientInnenbegehren: 146.310 Unterschriften gegen geplante Kürzungen im Gesundheitssystem

Massive Unterstützung der Patienten als Zeichen für die Ärzte,
ihren Kampf gegen das Rationierungspapier von Wirtschaftskammer und ÖGB
verstärkt fortzusetzen

Wien (OTS) - "146.310 Patienten haben mit ihrer Unterschrift ihr Vertrauen in die Wiener Ärztinnen und Ärzte schriftlich festgesetzt - ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann und mit dem wir sehr zufrieden sind", kommentiert Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart heute, Mittwoch, die vorläufige Unterschriftenanzahl des von der Wiener Ärztekammer initiierten "PatientInnenbegehrens". Die Zahl werde aufgrund der noch nachträglich eingereichten Unterschriftenlisten nach oben korrigiert werden müssen, die Gesamtanzahl werde man demnächst den verantwortlichen Regierungsmitgliedern übergeben, so Steinhart.

"Wir betrachten es als unsere Verpflichtung gegenüber den Wienerinnen und Wienern, ihrem Vertrauensbeweis gerecht zu werden und sämtliche in Frage kommenden Mittel zu nutzen, um die Forderungen des 'PatientInnenbegehrens' durchzusetzen", betont der Vizepräsident. Insbesondere die Verhinderung der Zwei-Klassen-Medizin habe allerhöchste Priorität. Die Unterschriftenlisten lagen von 8. Februar bis 30. April 2008 in den WGKK-Ordinationen auf.

Ärzte gegen Sozialpartner-Motto "speed kills"

An dem Ergebnis des "PatientInnenbegehrens" werde das "derzeitige Ausmaß an Unsicherheit und Sorgen in der Bevölkerung ersichtlich, das durch die aktuelle Debatte rund um die Husch-Pfusch-Gesundheitsreform" ausgelöst worden sei. "Wir greifen die große Verunsicherung in der Bevölkerung auf und werden massiv gegen die in die Politik zurückgekehrte Methode der 'speed kills' auftreten", betont Steinhart.

Begrüßt werden vom Vizepräsidenten "die klaren Worte" des ÖAAB-Bundesobmanns Fritz Neugebauer, der gestern, Dienstag (06.05.2008, Anm.), davor gewarnt hat, die finanziellen Probleme der Krankenkassen mit der Gesamtreform im Gesundheitsbereich zu verquicken, und dafür plädierte, "nicht überhastet und vor allem nicht gegen die Ärzte" vorzugehen.

Zukunftsszenario: Scheinverhandlungen der Wirtschaftskammer

Als "geradezu skurril" bezeichnet Steinhart die Tatsache, dass - nach den Plänen des Sozialpartnerpapiers - künftig die Wirtschaftskammer sowohl auf Seite der Sozialversicherung als auch auf jener der Leistungserbringer, nämlich der Institute und Ambulatorien, vertreten sei. "Scheinverhandlungen können wohl nicht das Ziel einer effektiven Gesundheitsreform sein", so Steinhart, der zugleich auch fordert, dass sich die Wirtschaftskammer "auf Seiten der Leistungserbringer sofort zurückziehen muss, sollte das Papier gesetzlich umgesetzt werden". Im Zuge dessen müsse die Ärztekammer "ganz klar die Verhandlungskompetenz für Ambulatorien und Institute erhalten, um weiterhin faire Abschlüsse zu gewährleisten".

"Die Wirtschaftskammer hat den ÖGB schlicht nach Strich und Faden ausgetrickst und diesen sogar dazu gebracht, die letzte Bastion der Arbeitnehmer, nämlich die sozialen Krankenversicherungsträger, zu verscherbeln." Besonders perfide an der Situation sei, dass die SPÖ sich jetzt auch offenbar punkto Zeitplan vor den Karren der Wirtschaftskammer spannen lasse, so Steinhart.

In Hinsicht auf die angebliche Präsentation des Gesetzesentwurfs übermorgen, Freitag =9.05.2008, Anm.), meint Steinhart: Die derzeitige überstürzte Vorgangsweise lasse nichts Gutes erahnen. Man werde die angekündigten Gesetze sofort nach Beginn der Begutachtungsfrist "auf Herz und Nieren" prüfen lassen. Eine Gesundheitsreform erfordere "viele kühle Köpfe und nicht einige wenige rasante Einzelkämpfer", so Steinhart abschließend.

Edi

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Gesundheitsreform, Sozialpartnerpapier, und wir Patienten?
« Antwort #3 am: 09. Mai 2008, 00:52 »
Widerstände gegen Sozialpartnerpapier mehren sich - Begutachtung verschoben

Die geplante Gesundheitsreform zur Sanierung der defizitären Krankenkassen wird
entgegen den bisherigen Spekulationen diese Woche nicht mehr in Begutachtung gehen.

Nach einer Verhandlungsrunde der Regierungsspitze mit Vertretern der Sozialpartner gestern,
Mittwoch, wurde verlautbart, dass die Gespräche nach Pfingsten fortgesetzt werden sollen.

Neben der Ärztekammer und den Ländern haben zuletzt auch wichtige Vertreter beider Regierungsparteien
massive Vorbehalte gegen die geplanten gesetzlichen Maßnahmen formuliert.

Neben der Widerstandsankündigung von ÖAAB-Bundesobmann Fritz Neugebauer
überlegte am Mittwoch der SPÖ-Gewerkschafter Karl Haas sogar den Gang zum Verfassungsgerichtshof,
sollte die Reform Wirklichkeit werden.

mehr (Kurier, 8.5.2008/PDF-Download) http://www.aekwien.at/aekmedia/NL19_20080508_Kurier.pdf
mehr (Salzburger Nachrichten, 8.5.2008/PDF-Download) http://www.aekwien.at/aekmedia/NL19_20080508_SalzburgerNachrichten.pdf
mehr (Die Presse, 8.5.2008/PDF-Download) http://www.aekwien.at/aekmedia/NL19_20080508_Presse.pdf

Geri

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Gesundheitsreform, Sozialpartnerpapier, und wir Patienten?
« Antwort #4 am: 09. Mai 2008, 13:27 »
Ärzte-Nein zu steirischem Strukturplan

Das Beispiel der Steiermark zeigt, dass die Umsetzung der Strukturpläne in den Bundesländern alles andere als leicht wird.

Was nach gutem Plan klingt, enthält doch noch etliche Knackpunkte. Die Ärztevertreter der Steiermark lehnen den Regionalen Strukturplan Gesundheit deshalb ab.

„Bestmögliche Gesundheitsversorgung für alle Steirer, unabhängig von Alter, sozialer Stellung und Wohnort“, wird als Ziel des Regionalen Strukturplans Gesundheit (RSG) der Steiermark festgehalten. Damit ist das grüne Herz Österreichs das erste Bundesland, in dem konkrete Daten auf dem Tisch liegen. Geplant sind eine starke Erweiterung der Akutgeriatrie sowie ein Vollausbau im Hospiz- und Palliativbereich. Weiters soll die Zahl der Intensivbetten erhöht werden, im LKH Graz um 57 Betten, im LKH Bruck um zehn. Gleichzeitig wird der Bettenabbau in anderen Bereichen angekündigt. Bis zum Sommer soll der RSG von der Landesregierung beschlossen und bis 2015 umgesetzt sein.

Offene Fragen

„Der RSG enthält zahlreiche offene Fragen und unklare Formulierungen – daher war es nicht möglich, ihm zuzustimmen“, so Dr. Wolfgang Routil, Präsident der Ärztekammer Steiermark. Das Problem würde schon damit beginnen, dass die Ärzteschaft in die Konzeption oder Detailplanungen des RSG bislang viel zu wenig einbezogen war. Ein wesentliches Manko des RSG aus Sicht der Ärztekammer sind die fehlenden Abgrenzungen der Aufgaben niedergelassener Ärztinnen und Ärzte von jenen der Spitalsambulanzen, sowie nicht nachvollziehbare Berechnungsgrundlagen für den künftigen Versorgungsbedarf. Hier müsse geklärt werden, dass „es eine abgestufte Versorgungsstruktur gibt, in der die Aufgabenverteilung klar definiert ist“, so Routil. Ebenso sei die Klarstellung wichtig, dass der zwischen Ärztekammer und GKK vereinbarte Stellenplan weiterhin Grundlage der Planung im niedergelassenen Bereich bleibe.
Deutlich mehr Klarheit brauche es aber auch in anderen Bereichen: „Die Einrichtungen der AUVA (UKH, Rehabilitationseinrichtungen, Anm. Redaktion) werden im RSG nicht berücksichtigt, womit dieser aus unserer Sicht grob unvollständig ist“, erläutert Routil. So positiv die geplante Ausweitung der Akutgeriatrie als generelles Ziel ist, es würde doch eine deutlich klarere Orientierung an Leitlinien und Standards in Bezug auf die Ausstattung, Zahl und Qualifikation des Personals sowie das Schnittstellenmanagement brauchen. Massiven Änderungsbedarf gäbe es etwa bei der Akutgeriatrie der Albert Schweitzer Klinik in Graz.

Nicht aktuell

Im RSG vorgesehen ist weiters, ohne irgendeine nähere Erläuterung, eine Reduktion der Betten von 84 auf 65 in der Grazer Universitätsklinik für Kinderchirurgie. „Der RSG basiert offensichtlich nicht auf den aktuellen Ambulanzfrequenzen und Belagszahlen“, betont Routil – denn die Frequenzen sind wie bei den meisten anderen Ambulanzen gerade im Kinderbereich sehr stark gestiegen, im konkreten Fall um 50 Prozent. An der Kinderchirurgie gibt es bereits jetzt Kapazitätsprobleme an Tagen mit hohen Patientenfrequenzen und hohem operativen Aufkommen. Durch Bettenreduktionen würde sich die ohnehin angespannte Situation drastisch verschlechtern.
Durch entsprechende Schwerpunktsetzung wird 2008 zudem die Zahl der pädiatrischen Patienten, die auf Grund eines Wirbelsäulen-Traumas oder einer Skoliose operiert werden, noch weiter ansteigen – ein Faktum, wie Routil betont, das im RSG ebenso unberücksichtigt bleibt. Das gelte auch für die starke Nutzung der kinderchirurgischen Ressourcen von Patienten aus dem Burgenland.

Vieles unberücksichtigt

Routil kritisiert weiters, dass „sich das komplexe Leistungsspektrum der Anästhesie- und Intensivmedizin nicht im RSG abbildet“. So würden die Betten im Aufwach- und Intensivbereich teils falsch zugeordnet bzw. fehlten überhaupt in den Planungen. Ebenso wie Rahmenbedingungen für eine multidisziplinär umzusetzende Schmerzmedizin. Unberücksichtig sei auch das Fach physikalische Medizin und allgemeine Rehabilitation.

Kein Psychiatrieplan

Ein zusätzliches Manko in Bezug auf den RSG sei das Fehlen eines umfassenden Psychiatrieplans, „obwohl im RSG ausdrücklich auf einen solchen Bezug genommen wird und der Strukturplan bereits einschneidende Maßnahmen im Bereich der stationären psychiatrischen Versorgung vorsieht.“ Eines der gravierendsten Probleme des RSG ist für Routil, dass das dreistufige Konzept einer Versorgungskette kaum berücksichtigt wird, „welches unter dem Prinzip der Subsidiarität zu sehen ist, also erst zum Hausarzt, dann zum Facharzt und erst dann in die Spezialambulanz“.
Der niedergelassene Bereich würde generell zu wenig in die Überlegungen einbezogen und auf eine völlig falsche Weise in die Berechnungen einfließen.
Nötig wären Instrumente zur Steuerung der Patientenströme, die den sensiblen Grenzgang zwischen Unter- und Überversorgung berücksichtigen. „Gerade hier wären gemeinsame Planungen notwendig, anstatt den RSG vom Grünen Tisch aus zu erlassen, ohne die regionalen Realitäten wahrzunehmen sowie einzubeziehen“, für Routil ist daher ein Beschluss des RSG vor dem Sommer völlig unvorstellbar.

  Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher

Geri

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Gesundheitsreform lt. Gesundheitssprecher
« Antwort #5 am: 11. Mai 2008, 13:06 »
Keine Reform ohne Diskussion

Die Gesundheitssprecher der Parteien im Interview

Was bringen die Vorschläge der Sozialpartner für Ärzte und Patienten? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Sparkonzept in dieser Form überhaupt umgesetzt wird? Die Ärzte Woche fragte bei den Politikern nach. Klar ist: Das schon jetzt ziemlich zerzauste Papier gilt als eine Arbeitsgrundlage. Bis zur Gesundheitsreform sind noch viele Diskussionsrunden notwendig.


Sehen Sie Vorteile für Ärztinnen und Ärzte im Sparkonzept der Sozialpartner?

Oberhauser: Es gibt Vorteile, vor allem im Vergleich zu den Änderungen der 15a-Vereinbarung, die im Gespräch waren. Da wäre nämlich die Gesamtvertragskompetenz und jegliche Einflussnahme auf den Stellenplan und dergleichen weg gewesen. Diese Position behält die Ärztekammer jetzt, sie hat nach wie vor Mitsprache beim Stellenplan und nach wie vor die Gesamtvertrags- und Verhandlungskompetenz. Das sehe ich zwar nicht als Stärkung, aber durchaus als Beibehaltung des Status quo.

Rasinger: Ich sehe in dem Papier für Ärzte keine Vorteile. Es wurde von Funktionären der Wirtschaftskammer und des ÖGB über die Köpfe der Ärzte hinweg verhandelt, was ich nicht gerade für einen freundlichen Akt erachte. Ich war z.B. in keiner Weise involviert, ich wurde auch nicht um Rat gefragt, was ich wirklich als ein eigenartiges Vorgehen empfinde. Das entspricht nicht dem österreichischen Stil der letzten 50 Jahre, entspricht auch nicht der doch geübten Partnerschaft Ärzte–Kassa. Man sagt von Haus aus, die Ärzte sind kein Verhandlungspartner, ich glaube, mit diesem Stil werden wir in einen Riesenkonflikt Ärzte–Politik hineingeraten. Und der ist völlig unnötig.

Grünewald: Vorteile für Ärzte sehe ich allenfalls darin, dass die Kassen aus ihrem Budgetdilemma kommen, sofern das Papier überhaupt umsetzbar ist, da die Pläne eigentlich schon sehr hochtrabend sind, wenn man die Vergangenheit betrachtet. Die Finanzierung aus einer Hand beispielsweise kann Vorteile bringen, allerdings hat man sich das seit Jahren schon gewünscht, das wurde seit Jahren von allen Experten empfohlen, und ist immer kläglich gescheitert.


Welche Nachteile für Ärzte ergeben sich Ihrer Meinung nach aus dem Papier?

Oberhauser: Einzelvertragsabschlüsse im Fall eines vertragslosen Zustands sind natürlich keine Stärkung der Verhandlungsposition der Ärztekammer, allerdings muss es auch nicht so weit kommen. Man kann so ein Papier, das im Prinzip nur zu Lasten Dritter geht, nicht durchpeitschen, ohne vorher Gespräche zu führen. Man wird vor allem auf die Ärzte angewiesen sein, dass die das auch mittragen. Ich gehe davon aus, dass man nach guter, alter Manier mit denen, die es betrifft, auch verhandelt. Da gibt es eine Gesprächsbereitschaft von allen Seiten.

Rasinger: Aut idem wird in den Ordinationen hohen Erklärungsbedarf hervorrufen, Patientenquittungen und neue Formen der Diagnose und nicht definierte Behandlungspfade erleichtern nicht das Behandeln. Völlig abzulehnen ist, dass man versucht, den Arzt unter ökonomischen Druck zu setzen, indem gesagt wird, der Einzelvertrag ist zu kündigen, wenn er hohe Eigen- und Folgekosten hat. Das heißt, ich bin verantwortlich, wenn das Krankenhaus teure Therapien und Folgebehandlungen verordnet; das muss den Arzt zerreißen, der einerseits State of the Art arbeiten soll und für den Patienten da sein will, und dann Schwierigkeiten bekommt, wenn er das tut.

Grünewald: In Krisensituationen, wenn keine Gesamtverträge geschlossen werden und man zu Einzelverträgen tendieren würde – aber das sage ich mit Vorsicht, ich halte es nicht für sehr realistisch, dass das kommt –, ist es sicher ein Nachteil, da Ärzte erpressbar werden könnten. Die teuerste Medizin ist nicht immer die beste, aber die billigste auch nicht. Außerdem ist es absurd zu sagen: Ich will aus dem Krankenhaus auslagern und gleichzeitig im niedergelassenen Bereich 160 Millionen Euro einsparen. Man muss neue Finanzierungsmodelle finden.


Haben die Vorschläge der Sozialpartner Vorteile für die Patientinnen und Patienten?

Oberhauser: Dabei handelt es sich ja noch nicht um die Gesundheitsreform, sondern um eine Reform der Sozialversicherung. Eine Rezertifizierung der Ordinationen nach fünf Jahren, wenn eine solche an vernünftigen Qualitätskriterien festgemacht wird, kann für Patienten durchaus ein Vorteil sein. Allerdings ist die Rezertifizierung derzeit eingeschränkt auf die neuen Verträge und damit nicht wirklich der optimale Vorteil für Patienten. Ansonsten sehe ich in dem Papier wenig Vorteile für Patienten.

Rasinger: Für die Patienten sehe ich die großen Vorteile nicht. Das ist ja kein Gesundheitsreformpapier, sondern ein Konzept, wie sich die Sozialpartner vorstellen, einzusparen und im Krankenkassenbereich die Macht zu verteilen. Die Gesundheitsreform ist allemal noch von der Politik, also von der Frau Ministerin Kdolsky zu gestalten, die ja zum Dialog aufgerufen hat. Und dort sind natürlich die Reformvorschläge aus dem schon beschlossenen Finanzausgleich und auch andere Reformvorschläge zu erfüllen. Der Hauptsatz im Regierungsprogramm heißt: Eine hochqualitative Versorgung unabhängig von Alter und Einkommen. Das ist die Leitschnur, und nichts anderes.

Grünewald: Wenn die Ärzte zusammen mit den Kassen alternative Praxisformen diskutieren, könnte das für Patienten Vorteile bringen: längere und flexiblere Öffnungszeiten oder auch Ärztegemeinschaften unterschiedlicher Fachgebiete, gegebenenfalls kombiniert mit verschiedenen anderen Gesundheitsberufen. Das darf man nicht mit einem Katastrophenszenario von Versorgungszentren verwechseln; diese Diskussion habe ich nicht so wahnsinnig toll gefunden, es hat sich da alles an einem Ausdruck gespießt, doch das System könnte für Ärzte und Patienten durchaus was bringen, wenn man es klug macht.


Welche Nachteile sehen Sie bei Verwirklichung der Sparpläne auf die Patienten zukommen?

Oberhauser: Ich sehe keine Nachteile für Patienten. Bei Aut-idem-Verschreibungen sind natürlich viele Begleitmaßnahmen notwendig. Aut idem, das klingt relativ locker und muss auch kein Nachteil für die Patienten sein, wenn man sicherstellt, dass der einzelne Patient damit nicht ein sehr abwechslungsreiches Pulverleben bekommt. So wie beim Arzneimittelsicherheitsgurt, der hoffentlich bald bundesweit und unter Einbindung der Ärztekammer eingeführt wird, muss klar sein: Wenn ich in die Apotheke A gehe und Generikon A bekomme, muss ich das auch in Apotheke B bekommen.

Rasinger: Wenn man sowohl im Spital als auch draußen einsparen will, liegt es auf der Hand, dass Verbesserungen, notwendige Lückenschlüsse, die notwendige Beseitigung von Unterversorgung, die notwendige Verlagerung von Leistungen vom Spital nach draußen, so wie es z.B. der Rechnungshof und praktisch alle Gesundheitsökonomen fordern, nicht möglich sein werden. Sparen ja, rationieren nein.

Grünewald: Die etwas simplen Sparvorschläge bei Medikamenten sehe ich als Nachteile, auch das Verschreiben von Wirkstoffen statt Originalpräparaten, wobei ich sagen möchte, dass das bei gewissen Verschreibungen durchaus in Ordnung sein kann, aber ich würde das nicht gern übers Knie brechen. Für mich der entscheidende Punkt ist, und das finde ich das Gefährlichste an diesem Papier, dass man mit diesen Sparmaßnahmen und mit der Stabilisierung der Finanzsituation der Kassen eigentlich nur den Erhalt des Status quo erreicht. Ich sehe im Versorgungsbereich noch massive Lücken.


Die Gesundheitssprecherin der FPÖ, Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein, und die Gesundheitssprecherin des BZÖ, Ursula Haubner, sind der Einladung der Ärzte Woche zu einem Statement in Sachen Sozialpartnerpapier nicht nachgekommen.


  Elisabeth Tschachler-Roth

Dietmar E.

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Gesundheitsreform, jetzt erst denkt man an uns Betroffene!
« Antwort #6 am: 14. Mai 2008, 22:16 »
Von: Keclik Andreas [mailto:andreas.keclik@fsw.at] Im Auftrag von Fonds Soz. Wien FBA-Selbsthilfegruppen

Gesendet: Mittwoch, 14. Mai 2008 11:51

An: Fonds Soz. Wien FBA-Selbsthilfegruppen
Cc: Huber Gerlinde; Vötsch-Rosenauer Angelika; Runge Rebecca

Betreff: Diskussion zur Reform des Gesundheitswesens

Sehr geehrte Damen und Herren!
Liebe VertreterInnen von Selbsthilfegruppen!
 
 
Die Sozialpartner legten am 7. April ein gemeinsames Konzept zur Reformierung des österreichischen Gesundheitssystems und damit auch zur Zukunftssicherung der sozialen Krankenversicherung vor (http://www.sozialpartner.at/sozialpartner/krankenkassen_zukunftssicherung_oegb_wko_2008_04_07.pdf ).
 
Im Bereich der ausgabenseitigen Einsparungen sind darin auch verschiedene Maßnahmen im Bereich der Heilmittel dargestellt. Ein konkreter Vorschlag der Sozialpartner lautet, dass in Zukunft die Ärzte nicht mehr wie bisher das Medikament für ihre PatientInnen verschreiben, sondern den konkreten Wirkstoff, welches die Arznei enthalten soll. Die Auswahl des entsprechenden Medikaments würde dann durch die Apotheker erfolgen (aut idem – Lösung).
 
Verschiedene Argumente wurden von unterschiedlicher Seite sowohl für, als auch gegen diese Idee vorgetragen.
Beispielsweise sieht man in so einem Vorgehen die Chance, ohne negative Auswirkungen für PatientInnen Kosten zu senken: Ärzte sind in der Regel nicht so gut über die Preise von Medikamenten informiert und können daher im Gegensatz zu Apothekern nicht immer das günstigste von mehreren vergleichbaren Medikamenten auswählen.
Weiters bietet dieses Vorgehen auch die Chance, dass gefährliche Wechselwirkungen bei der gleichzeitigen Einnahme mehrerer Medikamente reduziert werden können.
 
Auf der anderen Seite werden vor allem ältere PatientInnen unter Umständen verunsichert, wenn sie statt des bereits bekannten Medikaments plötzlich ein anderes erhalten.
 
Und viele Fragen werden kontrovers diskutiert: Kennen die Ärzte überhaupt die Wirkstoffe der Medikamente, die sie bisher verschrieben haben? Wie verhalten sich Apotheker, wenn Ärzte aufgrund von Zusatzinformationen über den Gesundheitszustand des Patienten nicht ein Standardmedikament verschreiben, den Apothekern diese Informationen aber fehlen? Kennen ärztliche Spezialisten bei manchen Erkrankungen die Wirkungen und unerwünschten Nebenwirkungen nicht vielleicht doch besser, weil Sie häufiger mit den PatientInnen zu tun haben? Oder ist dieser Vorschlag ein erster Schritt zur Aufwertung der Apotheken, der letztlich auch im Interesse der PatientInnen ist, da die Ärzte dadurch wieder mehr Zeit haben, sich ihren Kernaufgaben – der Behandlung von PatientInnen – zu widmen?
 
Wie auch immer die Standpunkte der unterschiedlichen Seiten lauten: wir sind vor allem an Ihrer Meinung interessiert. Wie stehen Sie zu diesem Vorschlag? Worin sehen Sie die Chancen und wo haben Sie Bedenken?
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns Ihren Standpunkt in einem Mail oder einem Telefonat mitteilen, damit wir den Standpunkt der PatientInnen bei geeigneter Gelegenheit auch einbringen können und informieren Sie selbstverständlich über die Ergebnisse.
 
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Keclik
 _______________________
Mag. Andreas Keclik
Leitung Selbsthilfe-Unterstützungsstelle SUS Wien

FONDS SOZIALES WIEN
Fachbereich Gesundheitsförderung
und Frauengesundheit

Guglgasse 7-9
1030 Wien
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Re: Gesundheitsreform, Sozialpartnerpapier, und wir Patienten?
« Antwort #7 am: 14. Mai 2008, 22:20 »
Von: krebspatient-krebsforum [mailto:krebspatient-krebsforum@utanet.at]
Gesendet: Mittwoch, 14. Mai 2008 20:35
An: 'andreas.keclik@fsw.at'; 'gerlinde.huber@fsw.at'

Cc: 'alfred.gusenbauer@bka.gv.at'; 'guenter.lindner@parlament.gv.at'; 'michael.eipeldauer@magwien.gv.at'; 'buergerservice@bka.gv.at'; 'sabine.oberhauser@spoe.at'; 'monika.juch@spoe.at'; 'herbert.ostleitner@spoe.at'; 'josef.cap@spoe.at'; 'josef.broukal@spoe.at'; 'christine.lapp@spoe.at'; 'andrea.kuntzl@spoe.at'; 'gisela.wurm@spoe.at'; 'laura.rudas@spoe.at'; 'nr-maier@salzburg.co.at'; 'renate.csoergits@oegb.or.at'; 'otto.pendl@spoe.at'; 'erwin.buchinger@bmsk.gv.at'; 'email@oevp.at'; 'wilhelm.molterer@oevp.at'


Betreff: "Reform" des Gesundheitswesens, "Anfrage" vom FSW - SUS


               
                    K f K
SHG Krebspatienten für Krebspatienten,
  sowie Prostata-, Blasen-, Hodenkrebs
    1220 Wien, Steigenteschg. 13-1-46
kontakt@krebspatient.at, 0650-577-2395
             www.krebsforum.at


Sehr geehrte Damen und Herren,

bedauerlicherweise, oder soll ich sagen typischerweise, denkt man an die direkt Betroffenen (mit den Selbsthilfegruppen) erst wenn es zu spät ist:

1. Warum wurden die Patienten(vertreter) nicht vor dem Gesetzesentwurf gefragt/einbezogen.

2. Warum hat man die Ärzte erst in letzter Sekunde kurz gefragt - das war`s!

3. Was war Grund für diesen „Husch-Pfusch“ Gesetzesentwurf?

4. Zuletzt: Uns chronisch Kranken wird speiübel bei „diesem Papier“!


Wir werden uns aber nochmals überregional, mit dem Verein „Krebspatienten (KfK), Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen Österreichs“, beratschlagen. Siehe auch http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1316.msg4336/topicseen.html#msg4336

Mit freundlichen Grüßen

Dietmar Erlacher,
Leiter der SHG Krebspatienten für Krebspatienten


PS: Das ganze Prozedere erinnert mich an das Gastro-Rauchzwanggesetz, zwar nicht „Husch-Pfiusch“, aber „österreichisch“! Wo wurden hier 37.000 jährlich neue Krebspatienten über ihre Meinung gefragt, wo wurde mediz. Rat eingeholt? Da wissen ja wir besser Bescheid! Siehe auch: http://www.krebsforum.at/forum/index.php/board,448.0.html und Anlage!


Anlage: 1
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Jutta

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Gesundheitsreform, Sozialpartnerpapier, und wir Patienten?
« Antwort #8 am: 22. Mai 2008, 16:11 »
Hallo Dietmar,
super dein Einsatz hier und ......
Hast du meine Stellungnahme an kontakt@krebspatient.at gestern erhalten?
Kannst du uns bitte gelegentlich eine Zusammenfassung der Mitteilungen an dich bringen?
Lieben Gruß Jutta

Dietmar E.

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GESUNDHEITSREFORM - ODER STERBEHILFE
« Antwort #9 am: 26. Mai 2008, 15:36 »

Original unter dem Link: http://www.pte.at/pte.mc?id=111185&cache=off
Nachrichten für Meinungsbildner für 104.456 Abonnenten


Gesundheitsreform oder Sterbehilfe - Patientenverein fordert Nachbesserungen

Wien (pts/27.05.2008/08:00) - Der Bundesobmann des Vereins Krebspatienten für Krebspatienten, Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen, ist enttäuscht über den Entwurf zur Gesundheitsreform.
"Ohne Einbindung der Betroffenen, der Ärzteschaft und Patienten, war dieses Papier von vorne herein zum Scheitern verurteilt! Diese Gesundheitsreform wird auf dem Rücken der Patienten ausgetragen - wie auch anders, uns vertritt ja niemand! Wirtschaftskammer und Gewerkschaft zeigen ihre üblichen Spielchen, wo es nur um Macht und Einfluss, nicht aber um Kranke geht", so Dietmar Erlacher.

Menschen mit Erkrankungen wie Krebs, Herz/Kreislauf, Diabetes, Arthritis, Rheuma, Allergien, Depressionen, Hauterkrankungen, etc. und viele Behinderte spüren bereits eine Zerstörung des Vertrauensverhältnisses Arzt-Patient. Eine "Ausnahme" bei chronisch Kranken ist eine große Unbekannte. Zudem, wer definiert dies? Wie wenige Nichtchroniker bleiben dann noch übrig? Aufwand und Aufregungen somit unnötig!

Daher:

1. Keine Einführung der Besucherquittung! Das ist ein Aufblähen unnützer Bürokratie. Wenn der Arzt nur 30.- Euro im Quartal bekommt, dann gibt es nach dem zweiten Besuch Nulleuro-Belege. Wozu das, fragt Werner, vom Vorstand des Vereins Krebspatienten für Krebspatienten. Muss ich mir künftighin die notwendigen Injektionen selbst spritzen, damit ich mein Zeitbudget beim Arzt behalte? Wird mich mein Arzt kündigen oder künftig sofort in die Klinik überweisen, da er nach 5 Jahren von der Kasse entlassen werden könnte. Anm.: Die Spitalsärzte haben sich vorsorglich der Streikdrohung schon angeschlossen.
"Mein Hausarzt hat pro Tag rund 110 Patienten, also ca. 6.500 im Quartal, zuzüglich Hausbesuche. 2 (Zwei!) Ordinationstage vergeudet er künftig mit dem Ausstellen dieser Quittungen, die wir Patienten so wie so nicht brauchen oder wollen! Außerdem bekommen wir jährlich die völlig ausreichende Abrechnung über ärztliche Leistungen. Die Gefahr, dass mit diesen Nulleuro-Quittungen chronische und ältere Patienten, verunsichert werden, ist sehr groß", sagt Dietmar Erlacher als Mehrfachtumorpatient.

2. "Das Medikament soll weiterhin mein Arzt für mich bestimmen! Schließlich kennt er mich und meine Krankheiten, egal ob chronisch oder nicht, wie kein zweiter, einschließlich evtl. Allergien und Unverträglichkeiten auf Hilfs- und Füllstoffe. Mein Arzt hat sicher eine mindest gleich gute Ausbildung zur Verschreibung des preiswertesten Medikaments hat, als ein noch so ehrenwerter Apotheker, bzw. eine Apothekerhelferin", meint Christa nach der Brustkrebsdiagnose vor 3 Monaten.
Wenn die Apotheke einem Kranken ein anderes Medikament gibt als bisher der Arzt, dann ist der Ärger vorprogrammiert: Zurück zum Hausarzt, Ordination schon geschlossen, zu einen anderen Arzt, der kennt den Patienten zu wenig, am nächsten Tag wieder zum Arzt, und nochmals zur Apotheke, ist Melanie enttäuscht von der "Reform"!
Und der Unternehmer Dietmar Erlacher weiter: "Volkswirtschaftlicher Schaden durch den Arbeitnehmer wird gigantisch, Ersparnis durch Reform vielleicht eine dicke Null oder ein großes Minus! Durch Selbstaufzahlung kann man auch das bisherige Medikament bekommen, stand zu lesen. Sicher, die private Krankenversicherung ersetzt es auch. Halali zur Fortsetzung der angeblich nicht vorhandenen 2-Klassen-Medizin!"
Auch gibt es Medikamente, die wir oder ein Kind oder ein Pensionist etwa wegen Geschmack oder Schluckbeschwerden nicht so gerne einnehmen. Wie soll damit der Apotheker mit irgendeinem Generikum zu Recht kommen? Therapieabbruch und teure Folgekosten sind vorprogrammiert.
Hinweis: Eine neue Studie belegt, dass 5 Prozent aller Klinikeinweisungen die Folge von Arzneimittelreaktionen sind und bei 3,1 % der untersuchten Fälle lag eine tödliche Arzneimittelnebenwirkung vor.

3. Teure Medikamente? Dem kann sofort Abhilfe geschaffen werden: Weg mit der 20 % Luxus-Mwst, denn in vielen Staaten gibt es gar keine auf Medikamente, z. B. Großbritannien und Schweden, in der Schweiz nur 2,4 %, in Holland und Belgien 6 %.
"Die Medikamentenpreise in Österreich sind unter dem EU-Durchschnitt, und auch die Industriepreise für Medikamente liegen fast 20 % darunter", weiß Egon, von der Selbsthilfegruppe Krebspatienten. "Und eigentlich sollte der Patient von der Rezeptgebühr befreit werden, wenn er Generika bekommt!"

4. Hohe Gesundheitskosten?
Komplementärmedizin ist gefragter denn je. Ein Beispiel: Der Hauptverband und auch der WGKK-Obmann Franz Bittner haben per 1. April 2006 (Aprilscherz?) die Misteltherapie für Krebspatienten frei gegeben. Prof. Auerbach, Leiter der Komplementärmedizinischen Abteilung am AKH, zitierte dabei zig erfolgreiche Studien. Die Länder aber lehnen die günstige Kostenübernahme ab, mit: "Wir sind autonom!" Zahlen die Arbeitgeber und Kassen lieber doppelt so lange Krankenstände und ewig teure Psychotherapien und Psychopharmaka?

5. Einsparungen gefällig?
Würde man die Patientenvertreter mit den Anregungen in die Gesundheitsreform einbinden, wäre eine Senkung der staatlichen Kosten des Gesundheitssystems sicher. Notwendig sind aber auch mehr Unterstützungen für die Selbsthilfegruppen, medial und finanziell (in Deutschland 0,55 Euro/Versicherter!).
Beispiele:
Warum werden oft um 15 Uhr die millionenteuren Tomographen abgeschalten, und die Patienten auf den freien, privaten Markt verwiesen?
Mehr Kontrollen und Einsparungen in den Spitälern: Konzept für den überfälligen Abbau an Spitalsbetten, wo z. B. im SMZ-Ost am Freitagabend eine ganze Station zu nicht einmal 50 % belegt war, bei vollem Personalstand. Die Reduktion des Spitalsbereichs in Richtung EU-Norm soll vorangetrieben werden.
Schluss mit der 2-Klassen-Medizin: einheitliche Leistungen und Kosten für alle, bei Ärzten und in Krankenhäusern vom Boden- bis zum Neusiedlersee.
Gemeindeeigene Spitäler müssen, wie andere auch, endlich wirtschaftlich(er) geführt werden, durch Inangriffnahme von Verbesserungspotenziale.
Einführung eines Lehrstuhles zur Komplementärmedizin, wie es in vielen europäischen Staaten längst üblich ist, zumindest in Wien und Innsbruck. In anderen europ. Staaten ist dies seit vielen Jahren gegeben und Behandlungen dadurch wesentlich kostengünstiger geworden.
Stärkung des ambulanten Bereiches der niedergelassenen Ärzteschaft nicht mit Bürokratismus, sondern zuerst einmal mit adäquater Entlohnung und dann durch neue Aufgaben - dies auch zur Entlastung der Spitäler.
AKH-Wien: Ende des Geschlechterkampfes auf der Komplementärmedizinischen Abteilung und Beratung auch wieder von Männern! Mit begleitenden Maßnahmen waren die Heilungschancen bei Krebs früher deutlich besser.

Ein großes Anliegen ist dem Verein Krebspatienten für Krebspatienten, http://www.krebspatient.at der Aufbau und Ausbau der Präventivmedizin, im privaten und beruflichen Bereich, mit staatlichen Maßnahmen und mit Unterstützung der Selbsthilfegruppen zur Prävention. Das erspart Milliarden Euro und nicht nur Millionen.
Beispiel:
Die weitläufige Gesundheitsgefahr durch das Rauchen ist immens hoch, wird nur verschwiegen. Jeder zehnte starke Raucher - den Passivraucher betrifft dies auch - hat bereits Blasenkrebs. Mann/Frau sieht kein Blut im Urin, aber der Krebs ist da! Bei einer Latenzzeit von rund 15 Jahren ist der Krebs oft muskelinvasiv bzw. organübergreifend und der Patient nach der Operation meist ein Pflegefall oder im Sterbebett. Und das mit 50 Jahren und früher.
Frage: Welcher Arbeitsmediziner schaut wegen Blasenkrebs bei Lackierer, Dachdecker, Asphaltierer, Tischler, Kunststofftechniker, Chemiker, Berufsautofahrer etc. nach? Ein Blasenkrebs-Screening ist so einfach, schmerzlos und kostengünstig, wie das jetzige Ergebnis der Univ. Klinik Innsbruck beweist. Der volkswirtschaftliche Schaden von Krebspatienten durch Minderleistung oder Frühpension aber ist gigantisch, und das stetig steigend.
Daher wünschen wir bei der Gesundheitsreform mehr und bessere Prävention, und ein "Seinlassen der Kirche im Dorf" bei der Patientenquittung und Rezeptverschreibung, sagt der Obmann Dietmar Erlacher.
(Ende)

Aussender: Krebspatienten für Krebspatienten
Ansprechpartner: Dietmar Erlacher
email: kontakt@krebspatient.at
Tel. 06505772395
« Letzte Änderung: 26. Mai 2008, 17:17 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Dietmar E.

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Liebe Freunde,

danke für eure "Beifallskundgebungen" (Emails, SMS) wegen der Presseaussendung und die diesbezüglichen Interviews.
Heute am Abend ging es beim "Internen Streik der Ärzte" im Austria Center weiter. Rund 2.500 Ärzte waren
anwesend, an der Spitze ein gut aufgelegter Präsident Dorner und ich fast als alleiniger "Patientenvertreter".
Kurz gesagt: Die Geschlossenheit der Ärzte war großartig, genau so wie die Redner! Infos über die Veranstaltung
unter http://www.kurier.at/nachrichten/163024.php
Durch Flugzettel und ein originelles T-Shirt bin ich nicht nur dem Präsidium der Ärzteschaft und den Ärzten aufgefallen,
auch bei den Medien wurde ich "weitergereicht". Aber das ist nur gut so, gut für die Geschlossenheit Arzt-Patient, gut für die Anerkennung der Patienten(rechte)
in der Öffentlichkeit, Mut zum mündigen Patienten, gut auch für den Verein und die Selbsthilfegruppen
im Onkologischen Bereich.

Für heute reicht es; morgen erhalte ich Nachrichten, wo ich noch die nächsten Tage sein soll, wegen
der Gesundheitsreform. Aber mir wird es Spass machen, selbst wenn unsere Gesundheits-/Familienministerin mit
dabei ist.

Gute Nacht!

Dietmar

PS: Interessant auch http://derstandard.at/?url=/?id=3342814%26sap=2%26_pid=9521758

PPS: Jeder der angemeldet ist kann hier nachstehend die Anlage "Pressetextaussendung" aufrufen, lesen, ausdrucken.
« Letzte Änderung: 28. Mai 2008, 02:23 von Dietmar E. »
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Generika-Anteil falsch dargestellt - Über 40 Prozent aller Packungen sind Generika

   Wien (pts/28.05.2008/13:49) - Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber
   kommentiert den gestrigen Standard-Artikel demzufolge der hiesige
   Generika-Anteil 20 Prozent ausmacht.

   "Hier wird bewusst mit falschen Zahlen manipuliert", empört sich Huber.
   "IMS Health- Daten zu Folge beträgt der Anteil an Generika und
   gleichpreisigen Präparaten in Österreich wertmäßig 25,1 Prozent vom
   Apothekermarkt. In Packungen gesehen ist es sogar noch mehr: 41,4 Prozent
   aller in den Apotheken abgegebenen Packungen waren entweder Generika oder
   gleichpreisige Originalpräparate."

   Im europäischen Durchschnitt

   Damit liege, anders als in der Presse dargestellt, Österreich mit seinem
   Generika-Anteil im europäischen Durchschnitt. Dies sei vor allen Dingen
   auf das hiesige restriktive Preisregelungssystem zurückzuführen. Huber:
   "Fakt ist, dass in Österreich bei der Aufnahme des dritten Generikums in
   den Erstattungskodex, der Preis des Originalpräparats auf den Preis des
   günstigsten Generikums gesenkt werden muss. Diese Regelung gibt es sonst
   nirgends in Europa. Das hat unter anderem dazu geführt, dass wir bei
   Medikamenten mit dem Fabrikabgabepreis 18,6 Prozent unter dem
   EU-15-Durchschnitt liegen".

   Fragwürdige Darstellung

   Die Angaben in der Presse zitieren Zahlen der Apothekenkammer. "Es ist
   verständlich, dass die anliegenden Verfahren der EU, die eine Änderung
   der österreichischen Rechtsgrundlagen bezüglich des Apothekenmarkts
   anstreben, die Apotheker beunruhigen", sagt Huber. Aber diese drohenden
   Änderungen mit Aut idem zu Lasten der Patienten kompensieren zu wollen,
   sei entschieden abzulehnen. Huber: "Die Apotheker fördern damit die
   Zwei-Klassen-Medizin: Der Patient muss in der Apotheke draufzahlen, um
   das bisher notwendige und zweckmäßige Medikament zu bekommen."
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GESUNDHEITSREFORM - WAS IST SACHE?
« Antwort #12 am: 30. Mai 2008, 14:17 »
Von: krebspatient-krebsforum [mailto:krebspatient-krebsforum@utanet.at]
Gesendet: Freitag, 30. Mai 2008 11:22
An: 'alfred.gusenbauer@bka.gv.at'; 'wilhelm.molterer@oevp.at'; 'andrea.kdolsky@bmgfj.gv.at'; 'erwin.buchinger@bmsk.gv.at'; 'sonja.wehsely@spw.at'; 'guenter.lindner@parlament.gv.at'; 'michael.eipeldauer@magwien.gv.at'; 'buergerservice@bka.gv.at'; 'sabine.oberhauser@spoe.at'; 'monika.juch@spoe.at'; 'herbert.ostleitner@spoe.at'; 'josef.cap@spoe.at'; 'josef.broukal@spoe.at'; 'christine.lapp@spoe.at'; 'andrea.kuntzl@spoe.at'; 'gisela.wurm@spoe.at'; 'laura.rudas@spoe.at'; 'nr-maier@salzburg.co.at'; 'renate.csoergits@oegb.or.at'; 'otto.pendl@spoe.at'; 'email@oevp.at'

Betreff: PATIENTEN zu: GESUNDHEITSREFORM oder STERBEHILFE
             

Verein Krebspatienten für Krebspatienten

Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen

                       

 
Sehr geehrte Damen und Herren,


nachdem Sie das Papier zur Gesundheitsreform bisher ohne Einbeziehung der Betroffenen – Patienten und Ärzte – durchpeitschten,

dürfte es für Sie interessant sein: „Was meinen die Patienten?“.
 

Bitte merken Sie vor: „Stöckl am Samstag“, 31.5.08 ab 16 Uhr ORF 2.
 

Mit freundlichen Grüßen

 
Dietmar Erlacher, Bundesobmann



 

 

Anlage
« Letzte Änderung: 30. Mai 2008, 21:30 von Dietmar E. »
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Gesundheitsreform, Sozialpartnerpapier, und wir Patienten?
« Antwort #13 am: 30. Mai 2008, 21:47 »
Sehr geehrte Frau Gesundheitsministerin!

Unser Krebsforum hat im Monat rund 180.000 Zugriffen !!!

Unter http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1592.new.html#new
haben wir über die geplante rasche Bearbeitung berichtet und warten
mit Interesse darauf.

Weiters ersuchen wir um Zusendung des neuesten Entwurfes!

MfG.

Krebspatienten für Krebspatien
www.krebsforum.at
Dietmar Erlacher



-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: andrea.kdolsky@bmgfj.gv.at [mailto:andrea.kdolsky@bmgfj.gv.at]
Gesendet: Freitag, 30. Mai 2008 11:22
An: krebspatient-krebsforum@utanet.at
Betreff: Ihre Email an Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky

Vielen Dank, Ihre Email ist bei uns eingelangt.
Wir sind bemüht Ihr Anliegen rasch zu bearbeiten.

Bundesministerin Dr. Andrea Kdolsky & Team



Ich werde über das Ergebnis der Bearbeitung berichten!


« Letzte Änderung: 30. Mai 2008, 21:52 von Dietmar E. »
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Z U R ........ E R I N N E R U N G : Heute Samstag 16 Uhr
« Antwort #14 am: 31. Mai 2008, 11:27 »



Rundschreiben:


Sehr geehrte Damen und Herren,


nachdem Sie das Papier zur Gesundheitsreform bisher ohne Einbeziehung der Betroffenen – Patienten und Ärzte – durchpeitschten,

dürfte es für Sie interessant sein: „Was meinen die Patienten?“.
 

Bitte merken Sie vor: „Stöckl am Samstag“, 31.5.08 ab 16 Uhr ORF 2.
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Großkundgebung im Münchener Olympiastadion

Patienten machen morgen ihrem Frust Luft

06.06.08 - Die Bürgerinitiative "Patient informiert sich" hat für den morgigen Samstag zu einer Protestveranstaltung im Münchener Olympiastadion aufgerufen, wo der Ausverkauf des Gesundheitswesens angeprangert werden soll. Der Bayerische Hausärzteverband arbeitet mit.

Die Bürgerinitiative hat von den Gesundheitsreformen im Zweijahres-Rhythmus die Nase voll. "Jede Reform bringt neue Kostenbelastungen für den Bürger und vermindert gleichzeitig die Leistungen", erklärt die Initiatorin Renate Hartwig. Doch sei dies keine Schlampigkeit der Politiker, sondern "von langer Hand organisierter Betrug am Bürger".

Unter anderem findet Hartwig es inakzeptabel, dass die Hausärzte in Deutschland "systematisch in den Ruin getrieben werden". Es sei absehbar, dass Ärzte in zehn Jahren "ferngesteuerte Gesundheitstechniker im Dienst börsennotierten Kapitalgesellschaften" sein werden - mit den Patienten als Kunden dieser Firmen.
Auch Hoppenthaller spricht zu den Patienten

Am morgigen Samstag, 7. Juni, sollen die unzufriedenen Patienten deshalb zu Tausenden ins Münchener Olympiastadion strömen. Um 11 Uhr geht die Veranstaltung los, auf der neben Hartwig auch der Chef des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), Wolfgang Hoppenthaller, reden wird.

Hartwig unterstützt die Versuche des GKV-Ausstiegs in Bayern und Baden-Württemberg. Sie steht hinter den Klagen der Ärzte, die sich im System an die Wand gedrückt fühlen.

Hartwig will einen Widerstand organisieren, "wie ihn die deutsche Politik noch nicht gesehen hat". Die Bürger sollen eine demokratische Debatte lostreten, in der alles auf den Tisch kommen soll - von Praxissterben bis Gesundheitskarte.
Amerikanisierung des Systems anprangern

Die BHÄV-Mitglieder haben in den letzten Wochen bei ihren Patienten kräftig die Werbetrommel gerührt. Verbandschef Hoppenthaller hofft, dass der Termin ein weiteres Schlaglicht auf die "Amerikanisierung" des Gesundheitssystems fallen wird. Dem Vernehmen nach werden die angereisten Protestler übrigens bei Eintritt einen kleinen Obolus entrichten müssen - das Olympiastadion zu mieten ist schließlich nicht billig.

patient-informiert-sich.de / BHÄV / chy

siehe: http://www.aerztlichepraxis.de/artikel_politik_verbaende_patient-informiert-sich.de_12127487628.htm&n=1

Alle Artikel zum Stichwort:
Patient-informiert-sich.de
BHÄV
Hoppenthaller
Gesundheitssystem

Verwandte Artikel:
Eine Million bayerische Patienten unterstützen GKV-Ausstieg
„Wieso müssen Hausärzte ohne kostendeckendes Honorar arbeiten?“
Hoppenthaller: Kein Ausstieg vom Ausstieg
Ärzte setzen sich für geliebte PKV ein
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Gitti

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Deutschland: Gesundheitsreform
« Antwort #16 am: 08. Juni 2008, 08:45 »
Die letzte große Gesundheitsreform der großen Koalition


Der Bundesrat hat das "Gesetz zur strukturellen Weiterentwicklung der Pflegeversicherung" nun endgültig verabschiedet, nachdem Mitte März die Mehrheit von Union und SPD im Bundestag die erste grundlegende Renovierung des Sozialgesetzbuches (SGB) XI - Soziale Pflegeversicherung - in dritter Lesung gegen die Voten der drei Oppositionsparteien abgesegnet hatte. Es ist wohl die letzte "Gesundheitsreform" dieser großen Koalition in der laufenden Legislaturperiode und sie enthält reichlich "Stoff" für Vertragsärzte.
Das Pflege-Weiterentwicklungsgesetz (PfWG), das am 1. Juli 2008 in Kraft treten wird, ist nach 13 Jahren sozialer Pflegeversicherung ein überfälliger Reformschritt. Die Novelle bringt erstmals nominal und in drei Stufen bis 2012 höhere Geld- und Sachleistungen - vor allem in der ambulanten Pflege - und steigende Leistungen für Demenzkranke ohne Pflegestufe.

Werner

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Das "Husch-Pfusch-Gesetz" zur Gesundheitsreform in Österreich wurde abgeblasen!

Hoffentlich erholen sich ALLE gut in den Sommerferien und denken daran:

DAS  RECHT  GEHT  VOM  VOLKE  AUS

und wir bezahlen diese Damen und Herren sehr gut, dass sie das beachten!


Uns (Krebs)Patienten interessieren keine langen Übergangslösungen!

Entweder es passt, oder nicht!


DAS werden wir heute bei der Demonstration ab 16.30 Uhr, gemeinsam mit der Ärzteschaft,

nochmals klar und deutlich sagen!

BITTE sei auch du, gerade du, dabei!

Infos: http://www.krebsforum.at/forum/index.php/topic,1752.msg5103/topicseen.html#msg5103

« Letzte Änderung: 07. Juli 2008, 12:27 von Werner »

Dietmar E.

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Gesundheitsreform: Ärzte sind die wahren Patientenanwälte
« Antwort #18 am: 26. Juli 2008, 23:00 »

Umfrage bescheinigt Ärzten intensive Auseinandersetzung mit Patientenanliegen

Wien (OTS) - Ein sehr gutes Zeugnis haben die österreichischen
Ärztinnen und Ärzte von ihren Patienten ausgestellt bekommen.
Insbesondere die Bereitschaft, sich mit Patientenanliegen intensiv
auseinanderzusetzen, ist bei den Patienten gut angekommen. Dies ergab
eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INTEGRAL.
"Damit ist klar: Wir Ärzte sind die einzig wahren Patientenanwälte,
die sich um die Anliegen der Patienten kümmern", betont
Ärztekammerpräsident Walter Dorner. ****

   Mehr als 1000 telefonische Interviews waren im Rahmen der Umfrage
von INTEGRAL österreichweit durchgeführt worden. Aus den Ergebnissen
geht hervor, dass drei von vier Österreicherinnen und Österreichern
ab 14 Jahren innerhalb der letzten sechs Monate einen Arzt für
Allgemeinmedizin aufgesucht haben. Der Besucheranteil bei Frauen
sowie bei Personen ab 70 Jahren liegt etwas über jenem der Männer
beziehungsweise der anderen Altersgruppen.

   86 Prozent der Befragten gaben an, sich in der Ordination "sehr
gut" bis "gut" betreut gefühlt zu haben. Die Ärzte für
Allgemeinmedizin haben in dieser Sparte eine Gesamtnote von 1,6
erzielt. Zudem betonten neun von zehn Befragten, dass ihr Arzt sich
genügend Zeit für ihre Probleme genommen habe.

   "Dass unsere Ärztinnen und Ärzte so gut abgeschnitten haben, zeigt
einmal mehr, wie wichtig es ist, dass der praktische Arzt als erste
Anlaufstelle für die Patienten endlich die schon lange von uns
geforderte Stärkung erfährt", so der Ärztekammerpräsident. Er,
Dorner, erwarte sich nun, dass sich die von der Politik bestellten
Patientenanwälte das Engagement der Ärzte zum Vorbild nähmen und
ihren Auftrag entsprechend erfüllten. (kp)

Rückfragehinweis:

   Ärztekammer für Wien - Pressestelle
   Mag. Kristin Posch
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Sterbehilfe ein Tabuthema bei ........
« Antwort #19 am: 17. Mai 2021, 20:55 »
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Weitere übergreifende Initiative für Neuregelung zur Sterbehilfe

Für die Neuregelung der Sterbehilfe gibt es eine weitere fraktionsübergreifende Initiative. Eine Gruppe von Bundestagsabgeordneten hat dazu am Montag Eckpunkte vorgelegt und lädt andere interessierte Parlamentarier zu einer Diskussionsrunde ein. Der Gruppe geht es demnach darum...