Autor Thema: Forschung ohne Geld?  (Gelesen 1798 mal)

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Forschung ohne Geld?
« am: 09. Februar 2011, 00:35 »


Montag, 7. Februar 2011

 Arzneimittel¬kommission fordert mehr hersteller¬unabhängige Studien
Berlin – Mehr herstellerunabhängige Studien, um den Nutzen von neuen Arzneimitteln für die Patienten besser zu ermitteln, hat die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) gefordert. „Die öffentliche Hand muss verstärkt Gelder für solche nichtkommerziellen Studien zur Verfügung stellen und unnötige Bürokratie abbauen“, sagte der Vorsitzende der AkdÄ, Wolf-Dieter Ludwig, bei einem Symposium der AkdÄ im Rahmen des 35. Interdisziplinären Forums der Bundesärztekammer (BÄK) in Berlin. Mit dem Symposium feierte die Kommission ihr 100jähriges Bestehen.

Der Berliner Onkologe verwies auf die Regelungen des jüngsten Arzneimittelgesetzes (AMNOG). Das Gesetz sieht vor, dass Hersteller für alle Arzneimittel mit neuen Wirkstoffen sofort bei der Markteinführung Nachweise über den Zusatznutzen für die Patienten vorlegen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss entscheidet, ob ein neues Arzneimittel einen Zusatznutzen hat und unter welchen Voraussetzungen es verordnet werden darf. Krankenkassen und Hersteller können dann einen am Zusatznutzen orientierten Preis festsetzen. „Wir sollten uns aber nicht allein darauf verlassen, was die Hersteller an Ergebnissen für die Frühbewertung liefern“, sagte Ludwig.

Häufig publizierten die Unternehmen negative Ergebnisse zur Wirksamkeit und zu unerwünschten Arzneimittelwirkungen nicht oder erst sehr verzögert nach der Zulassung. „Nach der jetzigen Regelung wird der Nutzen der meisten neuen Arzneimitteln, insbesondere neuer Krebsmedikamente, weiterhin unklar bleiben“, warnte er. © hil/aerzteblatt.de

Gitti

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Wer zahlt, schafft an!
« Antwort #1 am: 09. Februar 2011, 00:39 »
 Wer zahlt, schafft an?
 Diskussionveranstaltung zum Thema Sponsoring in der Medizin
Transparency International – Austrian Chapter lädt zur Podiumsdiskussion
Wer zahlt, schafft an?
Sponsoring in der Medizin
am 24.1.2011 um 17.00
Ort: Reitersaal der Oesterreichischen Kontrollbank
Strauchgasse 3, 1010 Wien

Die Fort- und Weiterbildung von Ärzten wird oft von der Pharma- und Medizinprodukte-Industrie gefördert. Auch die Forschung an medizinischen Universitäten als Wissensbasis für Gesundheitssysteme ist überwiegend von Förderung durch die Industrie abhängig – beeinflusst das die Ergebnisse? Haben wir eine „gekaufte Medizin“?
Einige Länder setzen bereits Gegenmaßnahmen  in ihren Gesundheitssystemen – wie sieht die Situation in Österreich aus?

Am Podium:
Univ. Prof. Dr. Gerd Glaeske, Universität Bremen, Zentrum für Sozialpolitik, Abteilung für Gesundheitsökonomie, Gesundheitspolitik und Versorgungsforschung
Univ. Prof. Dr. Michael Gnant, Universitätsklinik für Chirurgie Wien; Comprehensive Cancer Center MUW/AKH
Dr. Jan Oliver Huber, Vereinigung der pharmazeutischen Industrie Österreichs
Mag. Gabriele Suppan, Aktion gesunde Knochen
Priv. Doz. Dr. Claudia Wild, Ludwig Boltzmann Institut für Health Technology Assessment
Moderation: DI Bernt Koschuh, Ö1
Im Anschluss an die Diskussion lädt TI-AC zum persönlichen Austausch bei einem Glas Wein.
Aufgrund der begrenzten Teilnehmeranzahl ersuchen wir um Anmeldung bis 17.1.2011 unter office(at)ti-austria.at bzw. telefonisch unter 01/96076
Gesundheitspolitik 25. Jänner 2011

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http://www.springermedizin.at/artikel/20509-wer-zahlt-schafft-an

Wer zahlt, schafft an


Ob Weiterbildung oder Forschung – ohne potente Geldgeber geht nichts. Steht der Ausverkauf der Medizin bald bevor?
Was haben Sportler, die Clowndoctors „Rote Nasen“ und die Staatsoper gemeinsam? Sie alle werden gesponsort. Firmen geben Geld, um mit diesen sympathischen Unternehmen oder erfolgreichen Menschen in Verbindung gebracht zu werden. Der positive „Imagetransfer“ freut den Geldgeber, und den Gesponsorten sichert es das finanzielle Auskommen. Doch welche Rolle darf Sponsoring gerade in einem sensiblen Bereich wie der Medizin übernehmen?

  

Sponsoring für Sport, Soziales und Kultur erfreut sich längst schon großer Bedeutung. Sophie Karmasin vom Marktforschungsinstitut Karmasin hat die Entwicklung des Sponsorings untersucht und kommt zum Schluss: „Immer mehr Konsumenten beziehen bei ihrer Entscheidung für eine Marke auch die Haltung des Unternehmens mit ein.“ Das trifft besonders auf Frauen und gebildete Menschen zu. Dazu kommt: klassische Werbung wird immer kritischer betrachtet. „Kommunikative Maßnahmen, die nicht so vordergründig sind, sind daher sehr interessant.“ In einer Zeit, in der die Wichtigkeit von Forschung in allen Medien betont wird, darf da auch medizinisches Wissenschaftssponsoring werbewirksam sein?

Selbstlos für den Nachwuchs
Wege für einen offiziellen Geldfluss gibt es viele: dazu zählt etwa die Unterstützung von Kongressen, Aus- und Weiterbildungsveranstaltungen, aber auch das Durchführen von Studien oder die Entwicklung von Leitlinien. Ein spezielles Feld ist die Vergabe von Forschungspreisen oder -stipendien. Eine Reihe davon werden meist von branchennahen Firmen gestiftet, die ein ehrliches Interesse daran haben, die Forschung in ihrem Bereich zu unterstützen. Die Werbewirkung – so sagen die Befragten – steht nicht im Vordergrund, vielmehr der Output, der möglicherweise die Innovationskraft der Unternehmen unterstützen kann. So hat etwa Sanofi-Aventis bereits über 40 Mal Mediziner für ihr wissenschaftliches Engagement ausgezeichnet. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch der Novartis-Preis, der seit 1970 vergeben wird und zu den bekanntesten Preisen in den Kategorien Chemie, Biologie und Medizin zählt. Erklärtes Ziel: junge österreichische Wissenschaftler fördern. Als Marketinginstrument sieht man die Sache nicht, schließlich sei die Webewirkung mit der einer produktbezogenen Promotion nicht im Geringsten vergleichbar.

Der Glücksspielkonzern Novomatic fällt – schon allein aufgrund der Branchenfremdheit – ein wenig aus der Reihe und garantiert dennoch eine Win-win-Situation für die Forschung, die Wissenschafter und das eigene Unternehmen. Als Hauptsponsor wird jährlich der Austrian Life Science Award (ALSA) für die Bereiche Biowissenschaften und Biotechnologien einschließlich Medizin und Medizintechnik ausgelobt. Der Preis besteht immerhin aus einem Preisgeld von € 10.000,- und entsprechender Publicity für das Unternehmen und die jungen Forscher. „Wir wollen dazu beitragen, Österreichs Forschung und damit den Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig zu erhalten“, sagt Generaldirektor Dr. Franz Wohlfahrt, „außerdem gibt es uns die Gelegenheit, als erfolgreiches Unternehmen etwas Sinnvolles zu bewegen und das auch in die Öffentlichkeit zu tragen.“

Im Namen des Profits
Diese Form der Unterstützung ist ein Weg, den Dr. Franz Piribauer, Sprecher von Transparency International Austrian Chapter, als durchaus gangbar sieht. „Wenn keine direkten wirtschaftlichen Abhängigkeiten bestehen, ist gegen Sponsoring aus Imagegründen nichts einzuwenden“, so der Experte. Er hat sich seit vielen Jahren im Rahmen von Transparency International (TI) dem Kampf gegen die Korruption verschrieben und weiß, dass das Gesundheitswesen ein besonders anfälliges Gebiet für Betrug und zwielichtige Machenschaften ist. „Das liegt einerseits an den enormen Geldmitteln, die weltweit darin umgesetzt werden. Andererseits sind auch die Komplexität, der hohe Grad an Intransparenz und die Vielzahl der Akteure, die in diesen Bereich involviert sind, dafür verantwortlich. Auch die Trennung zwischen Konsumenten und Zahlern macht das System anfälliger für Absprachen auf Kosten Dritter. Ein Grund mehr für uns, immer wieder darauf hinzuweisen“, so Piribauer. In zahlreichen Arbeitskreisen auch aus anderen Branchen stellt er fest, dass durch unterschiedliche Corporate Social Responsibility (CSR)-Initiativen von Unternehmen doch einiges in Bewegung gekommen ist, längst aber sind noch nicht alle Forderungen, die er und sein Team in einem Grundsatzpapier niedergeschrieben haben, erfüllt. „Unsere Forderungen sind über drei Jahre alt. Es gibt Vorzeigebeispiele, wie etwa den Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV), wo dem Problem mithilfe von Verordnungen entgegengewirkt wird. Es gibt aber auch Bereiche, die erweisen sich als unglaublich resistent gegen Veränderung, und das sind eindeutig die Ärztefortbildung und die Forschung“, ist Piribauer überzeugt.

Der Verhaltenskodex der Pharmig ist nach Ansicht des Mediziners eine lobenswerte Initiative, doch hat das Papier an der Intransparenz von Geldflüssen in der Praxis nicht viel verändert. Dass es auch anders geht, beweisen etwa Salzburgs Ärzte, die sich ihre Fortbildung auch unterstützen lassen, aber beispielsweise von einer Bank. „Wenn das unmittelbare Produkt- bzw. Verschreibungsinteresse fehlt, dann ist das durchaus legitim“, so Piribauer. Warum dennoch sichtbare Veränderungen auf sich warten lassen, liegt auf der Hand: viele Aktivitäten, wie etwa Schulungsprogramme für Patienten, sind ja durchaus sinnvoll und könnten ohne Geld aus der Industrie gar nicht stattfinden. „Was mir fehlt, ist endlich die Erarbeitung eines tragfähigen österreichweiten Konzepts, seitens des BMG und der Krankenkassen, denn wir zahlen alle über die Medikamentenkosten in das System ein und haben keinen transparenten Einblick über die Verwendung der Fortbildungsmittel“, betont Piribauer.

Verkaufte Medizin
Wesentlich rigider und auf die Inhalte bezogen bedenklich sieht den Umstand pharmafinanzierter Forschung Doz. Claudia Wild, Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Health Technology Assessment (HTA). „Die Medizin gibt sich dem Ausverkauf preis, indem sie nur mehr industriegeförderte Forschung durchführt. Damit steht die Evidenz basierte Medizin auf sandigem Boden. Die Rolle von Key-Opinion-Leader ist für die Produktvermarktung für Firmen wesentlich, wohingegen unabhängige, sachliche und unverzerrte Therapieinformationen vonnöten wären“, erklärt Wild. Dass es auch anders geht, zeigen Vorbilder aus dem angloamerikanischen Raum, wo Universitäten bereits jeglicher gesponserten Aus- und Weiterbildung eine klare Abfuhr erteilen. Die Lösung aus der Misere ist nach Ansicht Wilds einfach: Die Preisbildung, insb. der Anteil für das Marketing von Produkten muss hinterfragt werden. Würden diese Summen in gemeinsame Töpfe fließen, so wären unabhängige Forschung, Fortbildung und Leitlinienentwicklung durchaus finanzierbar. „Wie brauchen die Industrie, damit Produkte produziert werden. Für die Entwicklung von Forschungsfragen, Forschungsleitung und Bildung müssen Fachgesellschaften und andere Institutionen die Verantwortung übernehmen“, so Wild.

Von Mag. Renate Haiden, Ärzte Woche 4 /2011

 
« Letzte Änderung: 09. Februar 2011, 00:41 von Gitti »

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MedUni Wien: "Forschung braucht Zeit und Geld"
« Antwort #2 am: 22. Dezember 2011, 23:30 »
   
APA-ARTIKEL2. Dezember 2011

MedUni Wien: "Forschung braucht Zeit und Geld"

"Forschung braucht neben Begabung und Begeisterung Zeit und Geld. Geben Sie uns dies bitte!" Mit diesen Worten leitete am Freitag Hubert Pehamberger die Universitätsvorlesung der MedUni Wien für das Jahr 2011 ein. Zu dem Anlass inklusive einer Podiumsdiskussion zur Hochzeit der derzeit brisanten Spardiskussionen rund um das Wiener AKH war auch Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle erschienen.

Er gelobte größte Anstrengungen, um die anstehenden Finanzprobleme zu lösen. "Österreich ist sehr erfolgreich in der klinischen Forschung. Rund 35 Prozent des gesamten Wissenschafts-Output kommt aus dem Bereich der Medizin", sagte Markus Müller Vizerektor für Forschung der MedUni Wien. Allerdings, im Vergleich zu wissenschaftlich führenden Staaten wie Schweden oder die Schweiz betrage der Abstand in der klinischen Forschung rund 30 Prozent, in der Mathematik nur sieben Prozent. Müller: "Die erste Herausforderung ist das Geld. Die 'Leader'-Nationen investieren zumindest zweimal so viel in Grundlagenforschung wie Österreich." In Schweden seien das 49 Euro pro Einwohner, in der Schweiz 39,5 - in Österreich nur 18,5. Für klinische Forschung gäbe es in Österreich 50 Cent pro Kopf und Jahr, ein Bundesland wie die Steiermark unterstütze aber allein die Blasmusikkapellen mit einem Euro pro Einwohner und Jahr.

Derzeit befinden sich MedUni Wien und AKH in einer ausgesprochen heftigen Spardebatte. So sollen wegen eines Budgetlochs von angeblich neun Millionen Euro mit 1. Februar nur noch 146 statt bisher 172 Journaldienste (Nacht- und Wochenenddienste) durchgeführt werden. Befürchtet wird aber auch sonst ein deutliche Leistungseinschränkung.

Wissenschaftsminister Töchterle schnitt dieses Thema in seinem Statement sofort an und versprach intensive Bemühungen zur Lösung des Problems: "Ich bin intensiv bemüht, das Problem auf der Basis der Kenntnis der Ursachen zu lösen. Ich denke, wir schaffen das." Forschung und Spitzenmedizin der MedUni Wien bzw. am AKH seien international hoch angesehen und beachtet. Man müsse hier aber auch noch viel tun. Die aktuelle Diskussion habe er, Töchterle, anfänglich unterschätzt: "Ich habe unterschätzt, wie schnell und wie intensiv das in die Medien kommt." Der Minister sprach auch davon, dass er selbst erst jüngst - im Fall eines Mitarbeiters - Zeuge fachlich hervorragender medizinischer und menschlich bestechender Leistungen in der Patientenbetreuung am Wiener AKH geworden sei.
Unterversorgung droht
MedUni Wien-Rektor Wolfgang Schütz und AKH-Chef Reinhard Krepler betonten, dass man bereits so kooperiere als gäbe es schon eine gemeinsame Betriebsgesellschaft für Patientenbetreuung, Forschung und Lehre. Hier fehle es aber noch an der endgültigen Regelung, welche nur die Politik bereitstellen könne. Beide betonten, dass man die Probleme in Verhandlungen lösen müsse. Krepler bei einer von "Kurier"-Chefredakteur Helmut Brandstätter moderierten Podiumsdiskussion: "Wir brauchen keine Mediatoren. Wir haben einen vernunftgesteuerten Dialog." Von Minister Töchterle habe er, Krepler, keine andere Aussage erwartet, als jene, sich für eine Lösung voll einzusetzen.

Freilich, auf der Seite der Ärzteschaft im AKH bzw. den Universitätskliniken wird weiterhin auf die kritische Lage durch die Sparpläne hingewiesen. Ärztevertreter Thomas Szekeres gegenüber der APA: "Die Einsparungen sind untragbar." Man erhebe derzeit an den einzelnen Universitätskliniken genau die vorhersehbaren Auswirkungen einer Reduktion der "Diensträder". "Wenn im Wiener AKH nicht mehr zwei volle Dienstmannschaften in der Nacht und am Wochenende vorhanden sind, kann man einfach nicht mehr zwei Schwerverletzte gleichzeitig versorgen", nannte der Standesvertreter ein Beispiel.

Ein Minus von 14 Prozent an solchen Diensten - wie geplant - könne im Einzelfall den gesamten Ausfall einer Versorgungseinheit bedeuten. Und schließlich: Es gehe nicht um das vordergründig genannte Budgetloch von neun Millionen Euro in diesem Jahr, vielmehr um den Ausgleich der Inflation.

apa.at
APA – Austria Presse Agentur, 2011

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Medizinischer Fortschritt braucht Forschung
« Antwort #3 am: 17. September 2012, 21:51 »



Medizinischer Fortschritt braucht Forschung

Wien (OTS) - Vermeidung, Verminderung, Verbesserung: Das ist das
Credo des Tierversuchsrechtsänderungs-gesetzes, mit dem eine EU-weite
Harmonisierung des Tierschutzes erreicht wird. Zu diesem Prinzip
bekennt sich die pharmazeutische Industrie, nicht aber zu erhöhtem
administrativen Aufwand.

Mit der Harmonisierung des EU-weiten Tierschutzes werden strenge
Richtlinien in Kraft gesetzt, mit denen Doppelversuche in Zukunft
vermieden werden. Auch diese Richtlinie beruht auf den Prinzipien
Vermeidung - Verminderung - Verbesserung.

Der Generalsekretär der Pharmig erteilte jenen Stimmen, die der
Pharmaindustrie eine Verwässerung des Tierschutzes vorwerfen eine
klare Absage. "Wissenschaftler aus ganz Europa forschen an
Alternativen zu Tierversuchen und sind dabei auch erfolgreich, wie
zunehmende Zahl an "in-vitro"-Methoden zeigt," betont Huber die
Bemühungen der Forschung. Niemand macht Tierversuche gerne, sie sind
aber gesetzlich vorgesehen, bevor Medikamente an Menschen geprüft
werden können.

Die vorgesehenen Änderungen im Tierversuchsgesetz sehen aber auch
massive Ausweitungen der Definition von Tierversuchen vor: "Nach dem
Entwurf sind Kastrationen, wenn sie im Rahmen der Forschung
durchgeführt werden, als Tierversuch zu werten, wohingegen dies in
der Landwirtschaft ein alltäglicher Vorgang ist," erklärt Huber. Dass
damit die Anzahl der Versuchstiere steigt, ist nicht nur Wasser auf
die Mühlen der Tierschützer, sondern mit dem damit verbundenen
bürokratischen Mehraufwand auch eine Behinderung der
Forschungsaktivitäten in Österreich.

"Die Erhaltung des Forschungsstandortes Österreich ist ein
wichtiger Faktor für die Weiterentwicklung der Wissensgesellschaft
und für den Verbleib von hoch spezialisierten Wissenschaftlern in
Österreich. Medizinischer Fortschritt ist ohne Forschung unmöglich,
nur so können weiterhin innovative Arzneimittel für die Menschen
entwickelt werden," so Huber abschließend.

Über die Pharmig: Die Pharmig ist die freiwillige
Interessenvertretung der österreichischen Pharmaindustrie. Derzeit
hat der Verband 120 Mitglieder (Stand August 2012), die den
Medikamenten-Markt zu fast 100 Prozent abdecken. Die
Mitgliedsunternehmen der Pharmig bieten Arbeitsplätze für ca.10.000
Beschäftigte.