Autor Thema: Immuntherapie  (Gelesen 4390 mal)

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christina62

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Immuntherapie
« am: 16. Mai 2007, 12:03 »

Immuntherapie

Die Immuntherapie versucht auf direkte (aktiv) oder indirekte (passiv) Weise die körpereigenen Abwehrkräfte zu aktivieren und damit das Tumorwachstum zum Stillstand zu bringen bzw. im Optimalfall den Tumor komplett zu eliminieren.

Immunreaktionen gegen Krebszellen sind abhängig von spezifischen Erkennungsmerkmalen (Strukturen = Antigenen) an der Oberfläche von Krebszellen. Wenn das Immunsystem Krebszellen über diese Oberflächenantigene als fremd erkannt hat, werden Killerzellen aktiviert, die diese Krebszellen zerstören.

Für die Immuntherapie stehen Zytokine (Botenstoffe wie Interferon, Interleukin und Wachstumsfaktoren für Blutzellen) in Form von Arzneimitteln zur Verfügung. Für die Anwendung der Zytokine bei den einzelnen Krebserkrankungen gibt es genau ausgearbeitete Richtlinien.

Für die adjuvante Therapie des malignen Melanoms ist die Substanz Interferon der wichtigste Vertreter dieser Therapieform. Aber auch Antikörper gegen bestimmte Antigene an der Tumorzelle werden in zunehmendem Maße eingesetzt.

Monoklonale Antikörper sind lösliche Abwehrstoffe, die speziell gegen Oberflächen-Strukturen an Krebszellen im Labor erzeugt werden. »Hightech«-Produktionsmethoden machen es möglich, dass die Abwehrstoffe nun als Medikamente für die Krebstherapie zu Verfügung stehen. Diese Antikörper reagieren mit Krebszellen und wirken auf sie schädigend. Antikörper-Präparate werden derzeit in bestimmten Situationen in klinischen Studien zur Therapie des Melanoms eingesetzt.

gelesen in krebshilfe.net
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Dietmar E.

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Neue Hoffnung im Kampf gegen Krebs dank Immuntherapie
« Antwort #1 am: 08. November 2008, 21:43 »

Cordula Heinrich, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Regensburg
16.10.2008
   
BayImmuNet - das Bayerische Immuntherapie-Netzwerk - ist ein 14 Millionen Euro starkes bayernweites Förderprogramm, das im September dieses Jahres mit der Projektarbeit gestartet ist und auf bisher einzigartige Weise die Wissenschaftler untereinander vernetzt. Zugleich wird die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft schon in frühen Forschungsphasen intensiviert.

"Bayern weist eine hohe wissenschaftliche Kompetenz in der Immuntherapie auf. Durch die Verknüpfung dieses Wissens werden wir Forschungsergebnisse schneller in die klinische Anwendung bringen", erläutert Professor Dr. Drs. h.c. Ernst Rietschel, Ko-Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates von BayImmuNet. Fünf Forschergruppen der Universitätsklinika in Erlangen, München (LMU und TU),Regensburg und Würzburg und entwickeln hierbei Ansätze, wie bei bestimmten Krebsarten und Autoimmunerkrankungen durch eine gezielte Einflussnahme auf das Immunsystem des Patienten die Überlebens- und Heilungschancen erhöht werden können. Die Untersuchungsgebiete der Wissenschaftler reichen von Brustkrebserkrankungen über Leukämie bis hin zu Infektionen nach Transplantationen.

"Im Reagenzglas klappt vieles schon sehr gut, da hat es in den letzten Jahren entscheidende Fortschritte gegeben. Jetzt geht es darum, diese Erkenntnisse zur Entwicklung anwendbarer Medikamente zu nutzen und in erste Behandlungsversuche am Patienten umzusetzen", führt Professor Dr. Reinhard Andreesen, Wissenschaftlicher Leiter von BayImmuNet, aus.

Die frühe klinische Anwendung innovativer Forschungsansätze ("Translationale Forschung") bildet den Schwerpunkt der Netzwerkarbeit. Prof. Andreesen betont, dass Bayern mit diesem Forschungsprogramm ein in Deutschland einzigartiges Modellkonzept entwickelt hat, das die führende Stellung der bayerischen Wissenschaftsstandorte auf diesem Gebiet weiter stärken wird.
Die jetzt bewilligten Forschergruppen werden von Nachwuchswissenschaftlern geleitet und im Rahmen des Zukunftsprogrammes "BayernFIT" für zunächst zwei Jahre mit rund 2 Millionen Euro unterstützt.

Ein Laborzentrum zur Herstellung sogenannter Zellmedikamente (Jose-Carreras-Zentrum für Somatische Zelltherapie) befindet sich derzeit in Regensburg im Bau und wird nach Inbetriebnahme 2009 den Forschern zur Verfügung stehen. Die Universität Regensburg ist Sprecherhochschule und Sitz der Geschäftsstelle, welche die Arbeit im Netzwerk koordiniert.

Kontakt:
Dr. Isolde Schäfer, BayImmuNet-Geschäftsführung
Tel: 0941/944-5340
Fax: 0941/944-5342
E-Mail: info@bayimmunet.de
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)