Autor Thema: Wer kennt noch nicht das deutsche KISP ?  (Gelesen 4423 mal)

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Reinardo

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Wer kennt noch nicht das deutsche KISP ?
« am: 16. März 2011, 15:24 »

Hallo:-

KISP steht für Kontakt, Information, Selbsthilfe, Prostatakrebs.
Direkt aufrufen kann man das KISP unter www.prostatakrebse.de

Warum ist das KISP so wenig bekannt und warum wird man auf der Homepage des KISP zu einer Beratungs-Hotline umgeleitet, wo nur die offizielle, von der Deutschen Gesellschaft für Urologie lizenzierte Beratung geboten wird? Hierfür gibt es einen Grund.
Das KISP enthält unerwünschtes Gedankengut. Um unerwünschtes Gedankengut handelt es sich in der Urologie immer dann, wenn dieses geeignet ist, die Patienten zu „verunsichern“. Verunsicherte Patienten sind misstrauisch, stellen lästige Fragen, nehmen Therapien nur zögerlich an und wünschen eine Sonderbehandlung. Im Praxisbetrieb sind solche Patienten, sofern es sich nicht um Privatpatienten handelt, unerwünscht.

Entstanden ist das KISP in den Gründerjahren der Selbsthilfe, als diese noch nicht oder nur lose im Geflecht der das Gesundheitssystem bestimmenden Interessenverbände eingebunden war und unter Patienten Unzufriedenheit herrschte. KISP und das Forum des BPS gingen damals zusammen, und die besten Köpfe unter den Prostatakrebspatienten bildeten eine Denkfabrik, die sich im Forum artikulierte und in Kreisen der Urologie für Unruhe sorgte. Dass diese beginnende Emanzipation der Prostatakrebspatienten zu Erfolgen führte, zeigte sich darin, dass in den urologischen Praxen sich immer mehr Patienten einstellten, die mit den Standardtherapien unzufrieden waren und kritische Fragen stellten, und in der zunehmenden Anzahl niedergelassener Urologen, welche die Dreifache Hormonblockade nach dem Therapieprotokoll Leibowitz als Ersttherapie anstelle der operativen Entfernung der Prostata unterstützten.

Wenden wir uns nun dem KISP zu.

Auf der Homepage finden wir das KISP erklärt, und Uwe Peters, der Gründer des KISP eröffnet wie folgt:
Werden Sie ein mündiger Patient!
Werden Sie Manager Ihrer Krankheit!
Werden Sie Ihr eigener GURU!

Bei Wir über uns sehen wir ein Bild von Uwe Peters, die Namen der Betreuer des KISP und eine Auflistung aller bisherigen Treffen der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs Uwe Peters Rhein Main.

Klicken wir nun auf Erster Rat nach der Prostatakrebs-Diagnose. Hier finden wir zwei Broschüren, die herauszudrucken sich lohnt. Eine Broschüre verfasst von Ralf-Rainer-Damm, die zweite von Jörg Obé, dem Leiter der Selbsthilfegruppe Frankfurt/Main. Beide Schriften sind aus eigenem Erleben und mit Engagement verfasst und übertreffen an Substanz bei weitem die in den Arztpraxen ausliegenden „Blauen Ratgeber“ der Deutschen Krebshilfe.


In Partin-Tabellen werden Parameter gezeigt, welche helfen sollen, nach erfolgter Diagnose eine Entscheidung über die Art der Behandlung zu treffen.

PSAVZ führt uns zu Rechenformeln zur Berechnung der PSA-Verdopplungszeiten.

Abkürzungen und Fachausdrücke Deutsch und Englisch findet man hier und es wird hingewiesen auf Wörterbücher, die online konsultiert werden können.

Unter Forum und Forumregeln wird wieder zum BPS-Forum zurückgeführt. Ein eigenes Forum hat das KISP nicht.

Der Forum-Extrakt ist das Herzstück des KISP. Auf der linken Seite finden sich die Stichwörter, nach denen der Stoff geordnet ist. Ruft man einzelne Stichwörter auf, finden sich auch Untergruppen. Ruft man z.B. auf „Fallbeispiele“, findet man hier Stellungnahmen namhaften Forum-Nutzer zu verschiedenen Krankheitsfällen. Ruft man auf „Ärzte“, werden Forum-Beiträge über verschiedene Ärzte angezeigt, z.B. auch über Dr. Geerd Hamer, Dr. Leibowitz, Dr. Rath u.a. Im Forum-Extrakt finden sich viele Antworten von Wil de Jongh, Dr. F.E., Dr. fs, Christian und anderen Experten und Kritikern, welche Reformen in Diagnostik und Therapien eingefordert haben. Im Forum-Extrakt des KISP wird Wil de Jongh nicht nur geehrt sondern kann auch noch gelesen werden.

Es lohnt sich, im Forum-Extrakt über alle persönlich interessierenden Themen nachzulesen. Hier steht ein Wissens-Pool zur Verfügung, wie es ihn für andere Krebserkrankungen nicht gibt..

In Texte findet man grundlegende, den Prostatakrebs betreffende Aufsätze. So berichtet im Unterkapitel „Therapie-Erfahrungen“ z.B. Knut Krüger über seine Erfahrungen mit der Protonen-Therapie. Wir finden einen Bericht von Jürg v.w. über die Chemotherapie, ein viel zitierter Aufsatz von Helmut Illini über die IMRT

Unter dem Stichwort „Therapien “ berichtet Ralf -Rainer Damm, warum er sich für die Dreifache Hormonblockade (DHB) entschieden hatte (und warum er sich heute wieder genau so entscheiden würde wie damals).

Unter dem Stichwort „Ihre PKH“ wird dargestellt, wie man seine eigene Prostatakrebs-Geschichte schreibt mit den üblichen Abkürzungen.

Im Kapitel „Situation“ ein Aufsatz von Uwe Peters, überarbeitet von Ralf-Rainer Damm.

Das Kapitel „Links und Bücher“ bringt diverse Links und ein Verzeichnis empfehlenswerter Bücher. Dieses Kapitel, aktualisiert letztmalig im Jahre 2005, bedarf erneuter Aktualisierung. Das zur Zeit beste Buch über alternative Therapiemöglichkeiten ist von Dr. med. György Irmey geschrieben, „ 110 wirksame Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs“. Dr. Irmey ist medizinischer Direktor der Gesellschaft für biologische Krebsabwehr und beschreibt alternative Therapien und deren Erfolgsaussichten erschöpfend und ohne einseitige Wertung.
Einige externe Links scheinen nicht zu funktionieren.

Im Kapitel „Tipps und Tricks“ finden sich z.B. Hinweise zu Fahrradsätteln, Mini-Klos für unterwegs und Schlüssel für Behinderten-Toiletten.

In der „Suchmachine“ sollte man Informationen gezielt nach Stichwörtern suchen können. Dies scheint aber nicht zu funktionieren.

Sponsoring „Die Liste der Sponsoren ist kurz, nur ein Eintrag.
Das Spendenkonto lautet Empfänger R. R. Damm, Postbank Hannover, Konto. 462583307, BLZ 25010030.

Zur BPS-Seite führt zur BPS-Homepage (BPS = Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe)

Letzter Rat Hier finden sich wertvolle Informationen zu Vorkehrungen für den Fall des Todes, Textentwürfe für Patientenverfügungen, Betreuungsvollmachten, Vorsorgevollmacht.

Uwe Peters PKH Dies ist die bewegende Geschichte von Uwe Peters Krankheitsverlauf, von ihm selbst geschrieben, bis auf das letzte Kapitel, welches Ralf-Rainer Damm nach Uwe Peters Tod verfasst hat.
Keiner hat es bisher unternommen, Uwe Peters Therapien zu kommentieren.

Das Impressum listet Ralf-Rainer Damm, Gerd Unterstenhöfer und Marcus Weicht.


Fazit: Das KISP ist wenig bekannt. Es wird wenig genutzt, erkennbar daran, dass hieraus in Foren selten zitiert und darauf hingewiesen wird. Es birgt aber einen Wissens-Schatz, der nicht verloren gehen sollte.
Das KISP ist bis jetzt fortgeschrieben worden von Ralf-Rainer-Damm, der mit dem Aufbau und der Pflege dieser Datei eine große Lebensleistung vollbracht hat

Reinardo




































































 
           


 




 
 
         
 







Richi

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Prostatakrebs? Das deutsche KISP. Hormonblockade
« Antwort #1 am: 16. Juli 2013, 22:38 »



KISP steht für Kontakt, Information, Selbsthilfe, Prostatakrebs.
Direkt aufrufen kann man das KISP unter www.prostatakrebse.de



Hormone

Hormonblockaden als Therapie beim Prostatakarzinom


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    Durch die Blockade von Testosteron lässt sich eine deutliche Verlangsamung des Tumorwachstums erreichen.
    (c) Stockbyte

Das Wachstum des Prostatakarzinoms ist hormonabhängig. Daher kann die Therapie bei einem Prostatakarzinom eine Hormonblockade sein. Ein Abbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron unterstützt jedoch sowohl die Funktion der gesunden Prostata als auch das Wachstum des Tumors.

Diese Hormonabhängigkeit macht man sich bei der Therapie von einem fortgeschrittenen Prostatakarzinom zunutze: Indem man die Bildung von Testosteron im Hoden ausschaltet oder seine Wirkung durch spezielle Substanzen blockiert, erreicht man sehr häufig einen Stillstand oder zumindest eine Verlangsamung des Tumorwachstums. Oft gelingt dies sogar über mehrere Jahre.

Die Therapie vom Prostatakarzinom durch Hormone wird vor allem dann angewendet, wenn man das Tumorgewebe durch Operation oder Bestrahlung nicht vollständig entfernen oder zerstören kann, insbesondere wenn der Tumor bereits in andere Organe eingedrungen ist. Sie kommt außerdem nach Operation oder Bestrahlung infrage, wenn bereits Lymphknoten befallen sind, die nicht vollständig operativ entfernt werden konnten. Um die Testosteronproduktion, die überwiegend in den Hoden stattfindet, zu unterbinden (Androgenblockade), gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Entfernung der Hoden (Orchiektomie)
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Die operative Entfernung der Hoden (Orchiektomie) ist eine endgültige Maßnahme, die vor allem für jüngere Patienten eine erhebliche psychische Belastung darstellen kann. Deshalb sieht man heute meistens von diesem operativen Eingriff ab und unterdrückt die Testosteronproduktion meist medikamentös.
LHRH-Analoga

Die Testosteronbildung im Hoden wird durch ein Hormon aus dem Zwischenhirn, das LHRH (Luteinisierendes Hormon-Releasing Hormon) gesteuert. Synthetische Substanzen, die dem natürlichen LHRH ähnlich sind – LHRH-Analoga – bewirken bei Gabe in ausreichend hohen Dosierungen, einen Stillstand der Hormonproduktion im Hoden. Die Wirkung hält nur an, solange die Behandlung fortgeführt wird. Die LHRH-Analoga können als Nasenspray täglich eingenommen oder als Depotpräparate unter die Haut gespritzt werden, die den Wirkstoff langsam und kontinuierlich über einen oder drei Monate abgeben. Zu Beginn der Behandlung mit LHRH-Analoga ist die Testosteronproduktion kurzfristig erhöht. In dieser Phase setzt man zusätzlich ein Antiandrogen ein, um die Hormonwirkung zu blockieren.
Therapie vom Prostatakarzinom: totale Androgenblockade

Da auch die Nebennieren unabhängig von LHRH männliche Sexualhormone (Androgene) bilden, sind trotz Orchiektomie oder Behandlung mit LHRH-Analoga noch geringe Mengen männlicher Hormone im Körper vorhanden. Mit der zusätzlichen Gabe von Antiandrogenen bei der Therapie vom Prostatakarzinom, d. h. Substanzen, die die Bindungsstellen für Testosteron und seine Abbauprodukte blockieren, kann man den Tumor völlig von der Hormonwirkung abschirmen (totale Androgenblockade). Durch diesen Hormonentzug kann es im Skelett zu einer Knochendichte-Verminderung (einer tumortherapiebedingten Osteoporose) kommen. Diese kann jedoch durch Kalzium und Vitamin D-Gaben sowie durch Bisphosphonate wirksam verhindert werden.
Kontrolle des Therapieverlaufs

Die Hormonbehandlung bei fortgeschrittenen Tumoren ist eine Dauertherapie. Sie wird in der Regel fortgeführt, solange der Tumor darauf anspricht. Anhand regelmäßiger Nachuntersuchungen – vor allem die Messung des PSA (siehe Der Marker PSA) – lässt sich der Erfolg der Therapie verfolgen. Zeigt sich dabei, dass der Tumor nicht mehr auf die Therapie anspricht, muss die Behandlungsstrategie geändert werden.
Die "intermittierende Androgenblockade"

Bei der intermittierenden Androgenblockade wird die Behandlung nach einigen Monaten abgesetzt. In dem folgenden therapiefreien Intervall wird regelmäßig der PSA-Spiegel als Maß für die Wachstumsaktivität des Tumors kontrolliert. Steigt der PSA-Wert in der therapiefreien Zeit an, so beginnt man erneut mit der Therapie. Ob man mit diesem Therapieschema die Zeitspanne verlängern kann, in der die Hormontherapie wirkt, wird derzeit in klinischen Studien untersucht. Ein Vorteil dieser Methode ist sicherlich, dass der Patient in den therapiefreien Intervallen nicht unter den Nebenwirkungen des Hormonentzugs leidet. Außerdem lässt sich mit der intermittierenden Androgenblockade das Schrumpfen der Hoden vermeiden, das unter einer langfristig andauernden Androgenblockade auftreten kann.
Therapie: Prostatakarzinom kann hormonunabhängig werden

Während der Therapie wird manch ein Prostatakarzinom früher, andere zu einem späteren Zeitpunkt hormonunabhänig (hormonrefraktär) und die Erkrankung schreitet trotz der endokrinen Therapie fort. In vielen Fällen kann dann der Wechsel zu einer anderen antihormonellen Therapie vom Prostatakarzinom nochmals erfolgreich Einfluss auf das Tumorwachstum nehmen. Bei manchen Patienten sinkt nach dem Absetzen der Hormontherapie vorübergehend der PSA-Spiegel ab (Antiandrogen-Entzugssyndrom), ein Effekt, der jedoch eine vorübergehende Erscheinung ist.

Autor: Springer Medizin / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 09. September 2008


http://www.lifeline.de/themenspecials/prostatakrebs/hormonblockaden-als-therapie-beim-prostatakarzinom-id31418.html