Autor Thema: 29.3.11, 9h, Wien: Die e-medikation beginnt!  (Gelesen 3022 mal)

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29.3.11, 9h, Wien: Die e-medikation beginnt!
« am: 28. März 2011, 22:41 »
Gesundheit/Arzneimittel/E-Medikation/ELGA
2011-03-28 / 13:46:41 / Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger
ERINNERUNG zu PRESSEGESPRÄCH e-Medikation - es geht los!

   Wien (OTS) -   Patientinnen und Patienten nehmen oft mehrere
Medikamente gleichzeitig oder kurz hintereinander ein, die nicht nur
vom Hausarzt, sondern auch durch Fachärzte oder im Krankenhaus
verordnet oder ohnehin rezeptfrei in der Apotheke besorgt wurden. Die
möglichen Folgen sind Mehrfachverordnungen oder unerwünschte
Wechselwirkungen, auch mit gesundheitlichen Konsequenzen. Mehr
Sicherheit und damit weniger Risiko bei der Einnahme von Medikamenten
ist das Ziel der "e-Medikation", dem ersten Teilprojekt der
Elektronischen Gesundheitsakte ELGA. Über die Details des
Pilotbetriebes in 3 Regionen laden die Projektpartner zum
Pressegespräch:
e-Medikation - es geht los!
Termin: 29. März 2011, 9.00 Uhr
~
Ort:    Café Landtmann, Landtmannsaal
        Dr. Karl Lueger Ring 4, 1010 Wien

Ihre Gesprächspartner sind:

Alois Stöger diplomé            Bundesminister für Gesundheit
Dr. Hans Jörg Schelling         Vorsitzender des Verbandsvorstandes,
                                Hauptverband
LR Univ.Prof. Dr. Bernhard Tilg Gesundheitslandesrat Tirol,
                                Vorsitzender des
                                Projektlenkungsausschusses
MR Dr. Walter Dorner            Präsident Österreichische
                                Ärztekammer
Mag. Heinrich Burggasser        Präsident Österreichische
                                Apothekerkammer


Rückfragehinweis:
   Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Pressestelle
   Tel.: (++43-1) 71132-1120
   mailto:dieter.holzweber@hvb.sozvers.at
   http://www.sozialversicherung.at

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Die e-medikation beginnt!
« Antwort #1 am: 09. Mai 2011, 23:00 »

Gute Infos von der Veranstaltung .....


e-Medikation: einfach, sicher

Viele Patientinnen und Patienten nehmen oft mehrere Medikamente gleichzeitig oder kurz
hintereinander ein, die nicht nur vom Hausarzt, sondern auch durch Fachärzte oder im
Krankenhaus verordnet oder ohnehin rezeptfrei in der Apotheke besorgt wurden. Dabei
kann es auch zu Mehrfachverordnungen oder unerwünschten Wechselwirkungen
kommen, die in manchen Fällen eine gesundheitliche Gefahr für die Patientinnen und
Patienten darstellen können. Das Ziel von e-Medikation ist, dieses Risiko zu minimieren
und die Sicherheit bei der Einnahme von Medikamenten für die Patientinnen und
Patienten zu erhöhen.
e-Medikation heißt: Vom Arzt verordnete oder vom Apotheker rezeptfrei erhältliche
Medikamente werden elektronisch erfasst. Damit können erwünschte und
unerwünschte Wechselwirkungen leichter überprüft und bereits bei der Verordnung
berücksichtigt werden. Auch der Apotheker sieht bei Abgabe eines rezeptfreien
Medikamentes, ob es sich mit der bestehenden Medikation verträgt.



http://www.patientenanwalt.com/fileadmin/dokumente/04_publikationen/patientenzentrierte_projekte/e-Medikation_Pressegespr%C3%A4ch.pdf


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e-Medikation: Erste Ergebnisse des Pilotprojektes
« Antwort #2 am: 16. Mai 2011, 19:26 »

Anmerkung:
Überraschend viele Patienten haben sich bereits in den 3 regionalen Bereichen entschieden,
bei der e-medikation von Anfang an dabei zu sein.
Aber auch für die dortigen Ärzte und Apotheken war/ist es eine Herausforderung!
Danke!




e-Medikation: Erste Ergebnisse des Pilotprojektes
Utl.: Bisher nehmen 3578 PatientInnen teil =

   Wien  (OTS) -   Erste Bilanz nach einem Monat Pilotbetrieb
e-Medikation zogen heute der Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger und die Österreichische Ärztekammer in
einem gemeinsamen Pressetermin in einer Wiener Arztordination:
Österreichweit haben 3578 Patientinnen und Patienten mit ihrer
Zustimmungserklärung die Teilnahme an diesem nächsten Schritt im
Gesundheitswesen Österreichs bekräftigt.
"Innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne haben sich in den klar
begrenzten Pilotregionen eine beachtliche Zahl an Menschen
entschieden, in Sachen Medikation noch mehr Sicherheit als bisher in
Anspruch zu nehmen", legt Dr. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender der
Verbandsvorstands im Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger die ersten Ergebnisse des Pilotprojektes
dar: "Die e-Medikation funktioniert ähnlich wie ein Airbag: Der
Erfolg einer Teilnahme liegt darin, dass eben nichts passiert - und
keine unerwünschte Wechselwirkung oder Mehrfachverordnung angezeigt
wird. Jetzt geht es darum, während des Testlaufes der e-Medikation
möglichst viele Menschen von diesem durchaus komplizierten
Gedankengang zu überzeugen".
  Österreichweit arbeiten 87 ÄrztInnen und 53 Apotheken beim
Pilotprojekt zur e-Medikation mit. Inzwischen ist die Anmeldung zur
Teilnahme auch vielen teilnehmenden ÄrztInnen und Apotheken möglich.
Die teilnehmenden Arztordinationen, Apotheken und Spitäler sind mit
gut sichtbaren Türklebern gekennzeichnet und können auch im Internet
unter www.chipkarte.at/e-medikation bzw. bei der  e-card Serviceline
unter 050124 3311 erfragt werden.
  Die e-Medikation sei von ihrem Konzept her ein wichtiger Schritt zu
mehr Patientensicherheit. Dies gelte insbesondere dann, wenn mehrere
Ärzte aufgesucht oder Arzneimittel ohne ärztliche Verschreibung
direkt in der Apotheke abgegeben werden, heißt es aus der
Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK). Denn Selbstmedikation ohne
ärztliche Begleitung sei nicht ungefährlich. Die häufigsten
unerwünschten Wechselwirkungen würden bei Medikamenten auftreten, die
sich jeder rezeptfrei besorgen könne. Wichtig sei für den Arzt der
vollständige Überblick, welche verordneten oder rezeptfreien
Arzneimittel eingenommen würden. Die Ärztekammer erwartet nun eine
detaillierte Auswertung des Pilotbetriebes in Beziehung auf
Patienten- und Datensicherheit, die Funktionalität,
Bedienerfreundlichkeit und Kosten. Es werde sich zeigen, ob mögliche
Anfangsschwierigkeiten während des Testbetriebes beseitigt werden
könnten, um  damit das Ziel einer erhöhten Sicherheit für die
Patientinnen und Patienten zu erreichen.
  "e-Medikation" heißt, vom Arzt verordnete oder vom Apotheker
rezeptfrei erhältliche Medikamente werden elektronisch erfasst. Damit
können Wechselwirkungen leichter überprüft und bereits bei der
Verordnung berücksichtigt werden. Zudem werden Mehrfachverordnungen
vermieden, die in manchen Fällen eine gesundheitliche Gefahr für die
Patientinnen und Patienten darstellen können. Oberstes Ziel bei
e-Medikation ist daher die Erhöhung der Patientensicherheit bei der
Einnahme von Arzneimitteln.
  Wer mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen muss, verliert
leicht den Überblick. e-Medikation bringt auch hier einen
entscheidenden Fortschritt: auf Nachfrage erhalten PatientInnen von
der niedergelassenen Ärztin/vom niedergelassenen Arzt oder der
Apothekerin/dem Apotheker eine Liste aller Medikamente, die sie
aktuell einnehmen oder zuletzt eingenommen haben (sofern diese
vollständig bei e-Medikation angegeben bzw. gespeichert wurden).
Diese Liste umfasst die aktuelle Medikation und die Medikation der
letzten sechs Monate - ein großer Vorteil für PatientInnen oder auch
pflegende Angehörige.
 "Aber auch in Zeiten von e-Medikation gilt: Nur vollständig ist auch
wirklich sicher.  Denn jedes System ist nur so gut, wie die Daten,
die man einpflegt," führt Schelling weiter aus. "Eine lückenlose und
verlässliche Prüfung auf Wechselwirkungen kann daher nur erfolgen,
wenn auch alle Medikamente im Arzneimittelkonto gespeichert werden.
Die Hauptverantwortung dafür tragen die Patientinnen und Patienten.
Verantwortungsvoller Umgang mit Arzneimitteln hat auch in Zeiten von
e-Medikation Gültigkeit." Für die Ärztekammer ist die vollständige
Medikamentendokumentation eine der grundlegenden Voraussetzungen für
den Erfolg der e-Medikation.

Rückfragehinweis:
   Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Pressestelle
   Tel.: (++43-1) 71132-1120
   dieter.holzweber@hvb.sozvers.at
   http://www.sozialversicherung.at

Edi

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Arzt-Patientenbeziehung muss als vertrauensvolle Intimsphäre geschützt bleiben

Utl.: Präsident der NÖ Ärztekammer bekräftigt die ablehnende Haltung zum Pilotbetrieb der e-Medikation

   Wien (OTS) - Aus Sicht von Ärztekammerpräsident Dr. Christoph
Reisner ist es nicht verwunderlich, dass sowohl seitens der Ärztinnen
und Ärzte als auch der Patientinnen und Patienten so wenig Interesse
am Probebetrieb der e-Medikation herrscht. "Das Projekt e-Medikation
dient in erster Linie den EDV-Firmen und in letzter Linie den
Patientinnen und Patienten. Wenn man im Sinne der Patientensicherheit
sinnvoll Geld in die Hand nehmen will, sollte man es an anderer
Stelle einsetzen", so der Ärztekammerpräsident. Das geringe Interesse
aller Beteiligten hat laut Präsident Dr. Reisner seine Begründung:
"Die Arzt-Patientenbeziehung muss als vertrauensvolle Intimsphäre
geschützt bleiben, das wollen die Patientinnen und Patienten so. Die
Medizin ist kein Produktionsbetrieb, sondern ein persönliches
Behandeln."

   Weiters würden die bereits heute vorhandenen technischen Mittel
ausreichen, eine sinnvolle Prüfung der Medikamentenverordnungen zu
gewährleisten. "Unsere Ärztinnen und Ärzte verfügen längst
flächendeckend über EDV-Programme, mit Hilfe derer Interaktionen und
Wechselwirkungen überprüft werden können und im praktischen
Ordinationsbetrieb auch müssen. Was die Verantwortlichen im System
offenbar weder wollen noch herstellen können, ist jedoch die
Kanalisierung der Medikamentenverschreibungen dort, wo es wirklich
Sinn machen würde, nämlich beispielsweise bei den Hausärztinnen und
Hausärzten", so Präsident Dr. Reisner abschließend.

Rückfragehinweis:
   Ärztekammer für Niederösterreich, Pressestelle, Michael Dihlmann, Tel. 0664/144 98 94
   presse@arztnoe.at, www.arztnoe.at

Edi

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Kritik am Boykottaufruf der Ärzte gegen Pilotprojekt e-Medikation
« Antwort #4 am: 29. Juni 2011, 00:14 »
Patientenanwälte: Heftige Kritik am Boykottaufruf der Ärzte gegen Pilotprojekt e-Medikation
Utl.: Bachinger: Patientensicherheit hat Vorrang vor juristischen Spitzfindigkeiten =

   Wien (OTS) - Im Interesse der österreichischen Patienten fordern
wir die Ärzte auf, ihre ablehnende Haltung gegen die e-Medikation,
die sogar in einem Boykottaufruf der Hausärzte gipfelte, zu
revidieren. Denn dieses wichtige Projekt für die Sicherheit der
österreichischen Patienten darf keinesfalls an juristischen
Spitzfindigkeiten wie Vergabeformalitäten  scheitern.

   Gerald Bachinger, Niederösterreichs Patientenanwalt und Sprecher
der Patientenanwälte Österreichs: "Ich fordere die Ärzte dringend
auf, wieder in die Pilotprojekte einzusteigen und als wichtige
Projektpartner ihren Beitrag zu leisten, damit die Testphase für den
künftigen Dienst e-Medikation erfolgreich ablaufen kann."

Patienten wollen und brauchen die e-Medikation

   Die Haltung der Ärzte wird umso unverständlicher, wenn man die
Meinung der Österreicher zum Thema e-Medikation berücksichtigt. Auch
wenn die e-Medikation derzeit nur im Rahmen von Pilotprojekten läuft,
hielten laut Oekonsult-Umfrage 74 Prozent den Grundgedanken für
sinnvoll, nach der Medikamentenverschreibung durch den Arzt auch noch
eine zweite kontrollierende pharmazeutische Fachmeinung einzuholen.
Die von den Ärzten geforderte Beendigung lehnte sogar eine satte
Mehrheit von 84 Prozent der Befragten ab.

Pilotprojekt bewahrt bereits 88 Patienten vor
Medikamenten-Vergiftungen

   Bereits die ersten Ergebnisse der Pilotprojekte zeigen, dass die
e-Medikation ein unverzichtbarer Beitrag zur Hebung der
Patientensicherheit ist. Bachinger verweist darauf, dass bei den
derzeit rund 6000 freiwilligen Teilnehmern am Pilotprojekt 88
schwerste Wechselwirkungen festgestellt werden konnten. "Mit Hilfe
der e-Medikation konnten damit schwerste Vergiftungen, die bis zum
Tod führen können, rechtzeitig verhindert werden. Alleine diese
Tatsache sollte für die Ärzte im Sinne ihrer Patienten Anlass genug
sein, wieder konstruktiv am Erfolg des Projektes e-Medikation
mitzuarbeiten und im Rahmen der Pilotprojekte alles zu unternehmen,
damit möglichst viele daran teilnehmen", so Gerald Bachinger
abschließend.

Rückfragehinweis:

~
   Dr. Gerald Bachinger
   Sprecher ARGE PA
   NÖ Patienten- und Pflegeanwaltschaft
   Rennbahnstrasse 29; Tor zum Landhaus, 3100 - St. Pölten
   Tel.: +43 (0)2742/90 05-15575 / Mob:  +43 (0)676/812 15575
   Fax:  +43 (0)2742/90 05-15660

Edi

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Der Österreichische Hausärzteverband warnt Patientinnen und Patienten vor e-Medikation =

   Wien  (OTS) - Der Österreichische Hausärzteverband warnt
Patientinnen und Patienten vor der Teilnahme am e-Medikationsprojekt
des Hauptverbandes. In der heute erschienen Ausgabe seiner
Monatszeitschrift "Hausarzt" liegt ein Wartezimmerplakat mit
folgendem Text bei:

An unsere Patientinnen und Patienten:

 Überlegen Sie es sich gut, bevor Sie eine Zustimmungserklärung zum
 Projekt e-Medikation und ELGA unterschreiben.

 Wir Ärztinnen und Ärzte sehen keinen einzigen guten Grund eine
 Zustimmungserklärung abzugeben, aber viele Gefahren für die
 Vertraulichkeit unseres Arzt-Patientenverhältnisses.

Für PatientInnen und  ÄrztInnen gilt in gleicher Weise:

 Die Folgen der Gesundheitselektronik könnten sich schon bald gegen
 Sie wenden
 Die Verwendung Ihrer persönlichen Daten durch die
 Gesundheitsbürokraten ist nicht durchschaubar

Begründung:

   Die e-Medikation dient vorgeblich nur der Patientensicherheit.

   Schon die e-card zeigt die Grenzen des Systems auf. Bis heute sind
die Angaben zum Versicherungsstatus der Patienten unverlässlich. Die
Trägheit der Kommunikation zwischen Krankenversicherungen,
Arbeitsmarktservice und Pensionsversicherungen schlagen mehrmals
täglich in jede einzelne Ordination durch. Gerade Menschen in sozial
labilen Lebensphasen werden durch diese Fehlerhaftigkeit zusätzlich
belastet.

   Auch unsere Erfahrungen mit der elektronischen
Arzneimittelbewilligung und der elektronischen
Arbeitsunfähigkeitsmeldung zeigen, dass bürokratiegerechte Kontrolle
vor patientengerechter Abwicklung  steht.

   Das lässt sich die Gesundheitsbürokratie ungeachtet der seit
Jahren thematisierten Grenzen der Finanzierbarkeit Unsummen kosten.
Die von Frau Dr. Herbek beharrlich angegebenen 30 Mio Euro Kosten bis
2014 werden schon heuer um ein Mehrfaches überschritten werden.

ELGA wird diese Entwicklung vorantreiben und unumkehrbar machen!

Rückfragehinweis:
   Dr. Christian Euler 02685 60760, ab 13:00 0664 2014807
   ch.euler@aon.at

Tanja

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e-medikation: Was war da los?
« Antwort #6 am: 29. Juni 2011, 10:33 »


Betreff: Analyse Missachtung der Strafe für den Hauptverband


Liebe Kolleginnen und Kollegen!

In Anbetracht der mangelnden Beachtung des Urteils der Bundesvergabebehörde durch
DI Schörghofer, habe ich eine Analyse der gegenwärtigen Situation vorgenommen:
Repräsentative versus direkte Demokratie
(zur Geldbuße des Hauptverbandes)
26.06.2011

Nachdem über den Hauptverband der Sozialversicherungsträger  eine Geldbuße von 24.000 Euro verhängt worden ist, da die Vergabe der e-Medikation-Software für das Pilotprojekt nicht ausgeschrieben worden war, äußerte sich der stv. GD DI Schörghofer zum Urteil des  Bundesvergabeamtes in intransigenter Weise mit den Worten "auch heute wieder so zu handeln"!
Nun, wir haben eine repräsentative Demokratie, deren Wesen es ist, dass das Volk seine Repräsentanten wählt und diese dann auftragsgemäß die Regierungsgeschäfte führen. In mittelbarer Weise gehören auch die Geschäfte des Hauptverbandes zu den Regierungsgeschäften und DI Schörghofer ist von der repräsentativen Demokratie in seine Position eingesetzt worden. Seine Tätigkeit bezüglich der e-Medikation wurde vom Bundesvergabeamt so beurteilt, dass daraus eine Strafe resultierte.

Paradox ist dabei, dass nicht derjenige, der eine strafwürdige Handlung gesetzt hat zur Ableistung der Strafe herangezogen wird, sondern die Institution, in deren Namen er gehandelt hat und somit letztendlich der Souverän (also wir alle), der mittelbar die zu strafende Institution - den Hauptverband - eingesetzt hat.
Das heißt, dass die Macht wohl repräsentativ-demokratisch an Einzelne vergeben wird, Konsequenzen aus Fehlverhalten aber direkt-demokratisch an den Souverän zurückgegeben werden. Der Sinn einer Strafe in Form von Läuterung wird somit verfehlt, ja im Gegenteil – diese Regelung fordert geradezu zum Machtmissbrauch auf.
Die  Haltung von DI Schörghofer stellt eine Provokation des Souveräns dar. Nur weil er die Strafe nicht selbst bezahlen muss, kann er das Urteil der Bundesvergabebehörde ignorieren und zynisch seine verurteilte Handlungsweise fortsetzen.
Die e-Medikation stellt den ersten Baustein von ELGA dar. Es handelt sich hier um ein Instrument, mit dem der Ärzteschaft die eigenständige ärztliche Tätigkeit entrissen werden und einer vom Hauptverband definierten und geleiteten untergeordneten Tätigkeit weichen soll.

Das ist nicht Phantasie, sondern kurz vor der Verwirklichung stehende Realität!

Es wird nach der professionellen Strategie vorgegangen, dass geplante einschneidende Maßnahmen zuerst auf heftigen Widerstand stoßen, der schließlich abnimmt, in Dialog übergeht und am Ende durch Zermürbung sogar in Zustimmung umschlägt

Dr. Schelling und DI Schörghofer stehen stellvertretend für die beschriebenen Intentionen, ihnen scheinen offensichtlich keine Grenzen gesetzt zu sein, außer der Grenzen der Endlichkeit finanzieller Mittel.

Hoffentlich geht ihnen bald das Geld aus!

LG Dr. ............