Autor Thema: Krebsforschung  (Gelesen 8737 mal)

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Gitti

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Krebsforschung
« am: 29. März 2011, 17:44 »


Scanner findet Krebszellen und Viren im Blut

Kohlenstoff-Nanoröhrchen erlauben effiziente Diagnostik
 

Nanoröhrchen unter dem Mikroskop: Falle für krnake Zellen (Foto: Brian Wardle)

Cambridge (pte/29.03.2011/12:00) - US-Forscher haben ein Gerät entwickelt, das den Nachweis von metastasierendem Krebs erleichtert. Das Mikrofluidik-System setzt auf einen Wald aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen, um in winzigen Blutproben einzelne Krebszellen zu finden. Der potenzielle Nutzen ist gewaltig. "Von allen Krebstodesfällen sind 90 Prozent nicht durch den primären Tumor bedingt", erklärt Brian Wadle, Professor für Luft- und Raumfahrttechnik am Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://mit.edu .

Der Nanorörchen-Ansatz ist eine Weiterentwicklung eines Geräts von Mehmet Toner, Professor für Biomedizintechnik an der Universität Harvard http://www.harvard.edu . Den Wissenschaftlern zufolge ist die Methode auch zum Nachweis von Bakterien oder Viren wie beispielsweise HIV geeignet. Das könnte den Weg für kostengünstige Schnelltest in Entwicklungsländern ebnen.

Lichter Wald

Toners ursprüngliche Entwicklung ist vier Jahre alt. Sie setzt darauf, dass im Blut wandernde Krebszellen beim Durchströmen des Mikrofluidik-Systems an winzigen Silizium-Pfählen hängen bleiben. Doch hat sich gezeigt, dass die kranken Zellen dieser Falle oft gänzlich entgehen. Daher hat der Biomedizintechniker den Materialexperten Wardle zu Rate gezogen, um das System mit einem neuen Materialansatz effizienter zu machen. Gemeinsam haben sie auf einen dichten, aber dennoch lichten Wald aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen gesetzt.

Auf einen Quadratzentimeter passen zwar bis zu 100 Mrd. Nanoröhrchen, die Gesamtstruktur besteht aber dennoch zu 99 Prozent aus Luft dazwischen. Genau das macht den Detektor so effizient. Das Blut kann leichter hindurch fließen als bei den vergleichsweise massiven Silizium-Strukturen des Originals. Zudem bietet die Kohlenstoff-Nanoröhrchen eine gewaltige Oberfläche. Dadurch steigt die Chance, dass einzelne Krebszellen tatsächlich hängen bleiben und somit deren Nachweis gelingt. Der neue Detektor ist somit achtmal effizienter als Toners ursprüngliches Gerät, so die Forscher.

Diagnostik-Potenzial

Die Forscher gehen davon aus, dass ihr Gerät großes Potenzial für die medizinische Diagnostik hat. Denn es ermöglicht den Nachweis von Krebszellen ohne große, teure Laborausrüstung. Zudem reicht praktisch ein Blutstropfen als Probe. Daher will Toner die Lösung in einen kostengünstigen Schnelltest weiterentwickeln, den Ärzte in Entwicklungsländern vor Ort nutzen können.

Dabei geht es nicht nur um Krebs, sondern auch die Diagnose von Krankheiten. Denn das Team hat bereits gezeigt, dass der Nanoröhren-Ansatz auch Bakterien und Viren nachweisen kann. Das Team arbeitet jetzt an einem Gerät, das speziell auf die HIV-Diagonose zugeschnitten ist. Ein effizienter, günstiger AIDS-Test für Entwicklungsländer wäre sehr wertvoll. Immerhin betreffen nach Angaben der World Health Organization http://who.int zwei Drittel aller HIV-Infektionen Schwarzafrika. (Ende)

admin

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Was ist besser: Avastin oder Lucentis? Aber ........!
« Antwort #1 am: 29. April 2011, 22:18 »
Donnerstag, 28. April 2011

US-Studie: Avastin und Lucentis bei AMD gleichwertig

dpa
Bethesda – Die lang erwarteten Zwischenergebnisse der ersten von mehreren randomisierten Vergleichsstudien zeigt, dass die intravitreale Injektion des Krebsmedikaments Avastin® (Wirkstoff: Bevacizumab) bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) gleich gute Ergebnisse liefert wie das für diese Indikation entwickelte und zugelassene, aber mehrfach teuere Medikament Lucentis®, das einen vergleichbaren, wenn auch nicht identischen Wirkstoff enthält. Die Studie liefert außerdem gute Argumente von einem starren Therapieplan zugunsten einer an die Bedürfnisse des Patienten angepassten Behandlung abzuweichen.

Ursprünglich sollten die Ergebnisse der CATT-Studie (Comparison of AMD Treatments Trials: Lucentis - Avastin Trial) erst am Wochenende auf der Jahrestagung der Association for Research in Vision & Ophthalmology in Fort Lauderdale vorgestellt werden. Nachdem jedoch erste Ergebnisse an die Presse durchgesickert sind, zog das New England Journal of Medicine die Publikation vor.

Das US-National Eye Institute hatte die CATT-Studie im Februar 2008 begonnen. Damals hatten viele US-Ophthalmologen die AMD weiterhin mit dem seit 2004 zur Therapie des Kolorektalkarzinoms zugelassenen Avastin® behandelt, obwohl seit Juni 2006 mit Lucentis® ein Medikament zur Verfügung stand, dessen Wirksamkeit bei der feuchten AMD in randomisierten klinischen Studien belegt war, während es zu Avastin® nur Erfahrungsberichte gab.

Doch der Preis für Lucentis® lag 40-fach höher (2000 vs. 50 US-Dollar), was angesichts eines identischen Wirkmechanismus vielen Ärzten als nicht vertretbar erschien. Der Hersteller begründete den höheren Preis mit dem finanziellen Aufwand für die klinische Entwicklung. Er verlangte deshalb für die Behandlung der AMD mit Lucentis ähnliche Preise wie für die Behandlung des Kolorektalkarzinoms mit Avastin.

Der Preisunterschied resultiert aus der Tatsache, dass für die intravitreale Therapie der AMD nur ein Bruchteil der Wirkstoffmenge an Bevacizumab benötigt wird wie für die intravenöse Krebstherapie. Avastin kann von der Klinikapotheke für die intravitreale Injektion problemlos portioniert werden.

zum Thema

    Studie
    Editorial
    Pressemitteilung des National Eye Institute
    Abstract der Studie zur Mortalität
    Abstract der Studie zu den Infektionsrisiken
    CATT-Studie
    IWAN-Studie
    VIBERA Studie
    Hersteller

Auch nach der Zulassung von Lucentis waren viele Ophthalmologen nicht bereit, auf die preisgünstigere Therapie zu verzichten, zumal die Kosten von Lucentis für viele Selbstzahler oder Unterversicherte prohibitiv waren. Auch bei der staatlichen Gesundheitsversorgung für Rentner Medicare begann man rechnen.

In 2008 gab Medicare für 480.000 Injektionen mit Avastin zur AMD-Behandlung 20 Millionen US-Dollar aus. Für 337.000 Injektionen von Lucentis wurden laut Angaben aus der Wirtschaftspresse 537 Millionen US-Dollar abgerechnet.

Es ging in der CATT-Studie jedoch auch um die Frage, welche der beiden Wirkstoffe die besseren Resultate erzielt. Beide Medikamente binden und neutralisieren das Signalprotein VEGF-A (Vascular endothelial growth factor). Es stimuliert in der Netzhaut die Bildung neuer Blutgefäße, die für die choroidale Neovaskularisation verantwortlich sind.

Bevacizumab und Ranibizumab sind humanisierte Antikörper. Beide leiten sich zwar vom gleichen murinen monoklonalen Antikörper ab. Sie sind aber nicht identisch. Ranibizumab ist ein Antikörperfragment (Molekulargewicht: 48 kD), Bevacizumab ist ein kompletter Antikörper (Molekulargewicht: 149 kD). Ranibizumab wird nach einer intravitrealen Injektion schneller eliminiert.

Die Injektionen müssen alle vier Wochen erfolgen, Bevacizumab wird häufig in einem Intervall von 6 Wochen injiziert. Das könnte ein gewisser Vorteil für Bevacizumab sein. Ranibizumab wird in Escherichia coli-Kulturen hergestellt. Es ist nicht glykolysiert. Bevacizumab wird in einer Zelllinie aus Ovarien des chinesischen Hamsters (Chinese Hamster Ovary, CHO) exprimiert. Es ist glykolysiert. Dies könnte für eine schlechtere Verträglichkeit von Bevacizumab bei der intravitrealen Injektion sprechen.

Die Bindungsstelle mit dem Wachstumsfaktor VEGF A (vascular endothelial growth factor) wurde bei Ranibizumab modifiziert, um die Wirkung zu verstärken. Dies könnte für eine gezieltere Therapie mit Ranibizumab sprechen. Ob diese pharmakologischen Unterschiede sich auf die Behandlungsergebnisse auswirken, kann jedoch nur durch eine randomisierte klinische Studie untersucht werden.

An der CATT-Studie beteiligten sich an 43 Zentren 1,185 Patienten im Alter über 50 Jahren, bei denen eine unbehandelten AMD mit aktiver choroidaler Neovaskularisation diagnostiziert wurde. Der Virus musste auf 20/25 bis 20/320 abgefallen sein. Die Neovaskularisation musste durch ein Austreten von Flüssigkeit in der Fluoreszenzangiographie oder durch den Nachweis von Flüssigkeit in der optischen Kohärenztomograhie (OCT) dokumentiert sein.

Es gab vier Therapiearme: Verglichen wurde einmal die monatliche Injektion mit Bevacizumab oder Ranibizumab und zum anderen eine bedarfsorientierte Therapie („pro re nata“, PRN) mit einem der beiden Wirkstoffe. Die Notwendigkeit einer erneuten Therapie wurde bei der PRN-Strategie vom Ergebnis der OCT oder der Fluoreszenzangiographie abhängig gemacht.

Die Dosierungen waren: 0,50 mg (in 0,05 ml Lösung) für Ranibizumab und 1,25 mg (in 0,05 ml Lösung) für Bevacizumab. Primärer Endpunkt war die Verbesserung im Visus, wobei als Non-Inferioritätskriterium ein Unterschied von weniger als 5 Buchstaben auf der Sehtafel festgelegt wurde. Zu den sekundären Endpunkten gehörten die Veränderungen in der OCT.

Wie die Gruppe um Maureen Maguire vom Cole Eye Institute der Cleveland Clinic mitteilt, erzielten beide Wirkstoffe im primären Endpunkt die gleiche Wirkung: Die monatliche Injektion von Bevacizumab führte zu einem Gewinn von 8,0 Buchstaben auf der Sehtafel. Bei der monatlichen Injektion von Ranibizumab gewannen die Patienten 8,5 Buchstaben.

Unter der PRN-Strategie betrug der Gewinn 5,9 Buchstaben bei Bevacizumab und 6,8 Buchstaben bei Ranibizumab. Die Unterschiede zum starren Therapieplan waren nicht signifikant. Allein beim Vergleich der monatlichen mit der PRN-Strategie von Bevacizumab gibt es nach Ansicht von Maguire noch Zweifel an der Non-Inferiorität (NEJM 2011; doi: 10.1056/NEJMoa1102673).

Die PRN-Strategie senkte die Zahl der Injektionen bei Ranibizumab von 11,7 auf 6,9 im ersten Jahr. Bei Bevacizumab wurde die Zahl der Injektionen von 11,9 auf 7,7 gesenkt. Der Unterschied lässt sich darauf zurückführen, dass die Wirkung von Ranibizumab auf die OCT-Befunde schneller eintrat und etwas besser war.

Dieser Vorteile wirkte sich – jedenfalls bisher –  nicht auf den klinischen Endpunkt Visusverbesserung aus. Ob es hier im zweiten Jahr zu Unterschieden kommen wird, gehört für den Editorialisten Philip Rosenfeld vom Bascom Palmer Eye Institute in Miami zu den spannenden Fragen für die nächste Auswertung (NEJM 2011; doi: 10.1056/NEJMe1103334).

Offen ist auch die Frage der langfristigen Sicherheit der beiden Therapien. Die Teilnehmerzahl war zu gering, um hier endgültigen Schlussfolgerungen zu erlauben. In der Rate der Todesfälle, der Herzinfarkte und Schlaganfälle gab es im ersten Jahr keine signifikanten Unterschiede.

Unter Bevacizumab traten schwere Nebenwirkungen mit 24,1 vs. 19,0 Prozent jedoch signifikant häufiger auf: Risk Ratio 1,29 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,01-1,66. Sie betrafen allerdings vor allem Krankheitskategorien, die in früheren Studien nicht mit dem Einsatz von VEGF-Antikörpern in Verbindung gebracht wurden.

Vorerst zeigen die Ergebnisse, dass beide Wirkstoffe gleichwertig sind, was jenen Ophthalmologen den Rücken stärkt, die sich aus Kostengründen für das preisgünstigere Medikament einsetzen. Eine weitere Ersparnis könnte sich aus der Reduktion der Injektionen durch die PRN-Strategie ergeben. Diese dürfte aufgrund der Ergebnisse in die Leitlinien aufgenommen werden.

Die Debatte um den Off-Label-Einsatz von Bevacizumab werden sicherlich anhalten. Dies zeigt ein Blick auf die Abstracts zum Kongress der Association for Research in Vision & Ophthalmology, die bereits ins Netz gestellt wurden.

Dort findet sich beispielsweise eine Auswertung der Medicare-Abrechnungsdaten aus den Jahren 2005-9, die Emily Gower im Auftrag des Herstellers Genentech durchgeführt hat (Abstract 6644). Der Anteil der Avastin®-Injektionen lag bei 54 Prozent. Gegenüber den 46 Prozent der Patienten, die mit Lucentis® behandelt wurden, ermittelt Gower ein um 11 Prozent erhöhtes Sterberisiko (Hazard Ratio HR 1,11; 99-Prozent-Konfidenzintervall 1,01-1,23) und ein um 57 Prozent erhöhtes Risiko von Hirnblutungen (HR 1,57; 1,04-2,37).

Dies deutet auf eine schlechtere systemische Verträglichkeit von Bevacizumab hin, was angesichts der im Vergleich zur intravenösen Therapie bei Krebserkrankungen sehr viel geringeren Dosis überrascht. Die Autorin muss denn auch einräumen, dass die Angaben zu den möglichen Störfaktoren begrenzt waren. Retrospektive Datenbankanalysen sind in dieser Beziehung sehr störanfällig. Die Studie eignet sich möglicherweise eher dazu, dass Vertrauen der Augenärzte und Patienten zu erschüttern, als die Empfehlungen der Leitlinien-Autoren zu beeinflussen.

Interessanter sind die Angaben zu den lokalen Nebenwirkungen: Danach soll es unter Bevacizumab zu 19 Prozent seltener zu einem Anstieg der Augeninnendrucks beziehungsweise einem Glaukom kommen. Auf der anderen Seite waren Kataraktoperationen zu 11 Prozent häufiger. Auch Entzündungen der Augen wurden nach Avastin-Injektionen zu 80 Prozent häufiger beobachtet.

Eine weitere Analyse der Medicare-Daten erinnert die Augenärzte daran, dass eine intravitreale Injektion nicht ohne Risiken ist und zwar unabhängig davon, welches Medikament appliziert wird. Shelley Day von der Duke Universität in Durham/North Carolina beziffert das Risiko einer Endophthalmitis auf 0,12 Prozent pro Injektion und das Risiko einer Glaskörperblutung auf 0,27 Prozent pro Injektion. Da die Injektionen regelmäßig und realistischerweise unbegrenzt erfolgen, dürften diese Risiken akkumulieren (Poster 116/A251).

Nach den Ergebnissen der CATT-Studie stellt sich die Frage, ob die US-amerikanische Arzneibehörde Avastin für die Behandlung der AMD zulässt. Ein Antrag seitens der Herstellers ist nicht zu erwarten, da der zu erwartende Anstieg der Verordnungen den Erfolg seines mit hohem Aufwand entwickelten Ophthalmikums “kannibalisieren” würde, wie dies im Marketing-Jargon genannt wird. Lucentis und Avastin werden vom gleichen Hersteller produziert.

Die CATT-Studie ist der erste direkte Vergleich zwischen den beiden Wirkstoffen. Fünf weitere Vergleichsstudien werden derzeit in Europa durchgeführt, neben der IVAN Studie in Großbritannien gehört auch die VIBERA Studie des Klinikum Bremen-Mitte dazu. © rme/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45618/US-Studie_Avastin_und_Lucentis_offenbar_gleichwertig.htm

Gitti

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Tiroler Krebsforschung auf internationalem Kurs
« Antwort #2 am: 17. Mai 2011, 00:58 »
   
http://www.springermedizin.at/schwerpunkt/menschen-und-taten/?full=22164

Menschen und Taten 10. Mai 2011

Tiroler Krebsforschung auf internationalem Kurs

 Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) übernimmt die Schirmherrschaft über ein neues translationales Krebsforschungsinstitut (Austrian Drug Screening Institute, ADSI) in Innsbruck. Im ADSI werden Grundlagenforschung und klinische Forschung miteinander verknüpft. Das Biozentrum der Medizinischen Universität Innsbruck (MUI) und das Institut für Analytische Chemie und Radiochemie der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFU) betreiben Grundlagenforschung, im K1-Zentrum ONCOTYROL wird klinische Forschung durchgeführt. Dadurch soll allen Krebskranken eine optimale, individuell zugeschnittene Behandlung nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft ermöglicht werden. Zudem soll das ADSI zu einer besseren Vernetzung der an den Standorten Innsbruck, Salzburg, Graz und Wien entwickelten onkologischen Forschung beitragen und damit die Tiroler Krebsforschung international in eine führende Position bringen. Bis 2015 wird das Institut auch finanziell unterstützt: zum einen vom Wissenschafts- und Forschungsministerium mit rund 5,3 Millionen Euro, zum anderen vom Land Tirol mit rund 2,7 Millionen Euro. Mit den Firmenbeiträgen beläuft sich die Gesamtinvestitionssumme auf rund zehn Millionen Euro.
« Letzte Änderung: 17. Mai 2011, 00:59 von Gitti »

Josef

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Kein (wirkliches) Mittel gegen Krebs
« Antwort #3 am: 23. Juli 2011, 16:34 »

Kein "Wunder-Medikament" gegen Krebs

19. Juli 2011 18:46


Der US-amerikanische Nobelpreisträger David Baltimore glaubt nicht an die Entwicklung eines "Wunder-Medikaments" gegen Krebs.

David Baltimore: "Wir verstehen den Krebs gut, aber die positiven Auswirkungen auf die Patienten sind minimal"

Bregenz - Der US-amerikanische Virologe und Nobelpreisträger David Baltimore sieht den Kampf gegen den Krebs als langwierig und glaubt nicht an die Entwicklung eines "Wunder-Medikaments". "Wir verstehen den Krebs sehr gut, aber leider sind die positiven Auswirkungen auf die Patienten minimal", erklärte Baltimore am Dienstag bei der Veranstaltung "B11 - Vision of the Future" im Bregenzer Festspielhaus. Da sich jede Krebszelle von der anderen unterscheide, müsste im Optimalfall jeder Patient individuell behandelt werden.

Baltimore ging in seinem einstündigen Vortrag auf die Entstehung von Krebs ein und betonte dabei, dass die Zellerkrankung eine genetische Ursache hat. Wenn jemand schwere Mutationen geerbt habe, werde derjenige wahrscheinlich früh an Krebs erkranken. Umgekehrt gehen im Körper aber auch täglich Milliarden von Zellteilungen vor sich, und bei jeder davon "kann ein Fehler geschehen", so Baltimore. Diese Fehler könnten am Ende eine Krebserkrankung verursachen.

In Bezug auf die äußeren Faktoren sei es unmöglich, eine einzelne Ursache für eine Krebserkrankung zu isolieren, es spielten mehrere Themen wie etwa die Umwelt oder die Ernährung eine Rolle. Wenn etwa ein Asiate in die USA auswandere, so ändern sich bei ihm die Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Krebsarten. Am klarsten aber sei der Zusammenhang zwischen Rauchen und Krebs, betonte der Nobelpreisträger.

Mehr Forschungsgelder

Baltimore erklärte, dass die Sterblichkeitsrate bei Krebs seit 1950 fast konstant geblieben ist, während sie sich etwa bei Herzerkrankungen mehr als halbierte. Damit in diesem Jahrhundert wesentliche Fortschritte gemacht werden können, forderte er mehr Geld für die Forschung. "Fünf Prozent Steigerung pro Jahr würden reichen, stattdessen gibt es Kürzungen", ging er auf die Situation in den USA ein. Außerdem setzte Baltimore Hoffnungen in die Immuntherapie. Es müsse gelingen, das Potenzial des Immunsystems zur Vernichtung von Krebszellen besser auszuschöpfen.

Krankheiten werde es auch im 22. Jahrhundert noch geben, resümierte der Nobelpreisträger. Um diese möglichst einzudämmen, müsse speziell im Hinblick auf Infektionskrankheiten Armut beseitigt und das Bevölkerungswachstum kontrolliert werden. Große Fortschritte habe man beim Verständnis von genetischen Erkrankungen gemacht, in der Behandlung komme die Gentechnik aber erst langsam zum Tragen. Hirnerkrankungen hingegen seien eine "große Herausforderung" Noch verstehe man weder die Ursache noch den Mechanismus von Alzheimer, Parkinson, Schizophrenie oder Autismus.

Der heute 73-jährige Baltimore wurde 1975 im Alter von erst 37 Jahren gemeinsam mit seinen Kollegen Renato Dulbecco und Howard M. Temin mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet. Sie erhielten den renommierten Preis "für ihre Entdeckungen auf dem Gebiet der Wechselwirkungen zwischen Tumorviren und dem genetischen Material der Zelle". Er ist nach wie vor am "California Institute of Technology" als Krebsforscher tätig. Hinter "B11 - Vision of the Future" stecken die drei bekannten Vorarlberger Persönlichkeiten Eugen A. Russ, Hans-Peter Metzler und Stefan Delacher, die jedes Jahr führende Wissenschafter nach Vorarlberg einladen, um über zukunftsträchtige Themen zu diskutieren. (APA)


http://derstandard.at/1310511663494/Nobelpreistraeger-Baltimore-Kein-Wunder-Medikament-gegen-Krebs
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Tanja

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Krebs-Systembiologie und Mitochondrien-Stoffwechsel
« Antwort #4 am: 06. April 2012, 23:39 »



Berg Pharma stellt wichtige Erkenntnisse aus der Krebs-Systembiologie und dem Mitochondrien-Stoffwechsel auf dem AACR-Meeting vor



Chicago (ots/PRNewswire) -

Berg Pharma, ein in Boston ansässiges Pharmaunternehmen hat heute
auf der 103. Jährlichen AACR-Konferenz neue Daten vorgestellt, die
wichtige Erkenntnisse im Krebszellenstoffwechsel darstellen. Das
Unternehmen hat auf der Konferenz insgesamt fünf Präsentationen
gezeigt, die sich mit der Endothelzellbiologie in Beziehung zur
Tumor-Angiogenese, dem Mitochondrienstrom in Krebszellen im Kontext
der Krebstherapie, der Ergebnispotenzierung von BPM 31510, Bergs
führendem Krebsmedikament in Entwicklung, mit Gemcitabin und der
Verwendung von Interrogative Biology(R) für die Krebs-Systembiologie,
 befassen. BPM 31510 befindet sich nunmehr in der Phase I-Erprobung
für fortgeschrittene, refraktäre solide Tumoren und das Unternehmen
plant die Erprobung Phase III mit der aktuellen Form der Technologie
für Plattenepithelkarzinome in diesem Jahr zu beginnen.
 

(Logo: http://photos.prnewswire.com/prnh/20120404/CL82745LOGO )


Seth Corey, MD, Leiter des Zentrums für Medikamentenentwicklung am
 Children's Memorial Research Center und des Robert H. Lurie
Comprehensive Cancer Center an der Northwestern University
bezeichnete den systembiologischen Ansatz als "revolutionärste
Technologie in der heutigen Medizin". Er fügte hinzu: "In Anbetracht
der Tatsache, dass wir die Tumor-Heterogenität und -Komplexität
kennen, stellt der systemische Ansatz zusammen mit dem
Krebsstoffwechsel als Zielgebiet den sichersten Weg für effektivere
Therapieformen dar."
 

Das Forschungsteam verwendete die Interrogative Biology(R)
-Forschungsplattform, die einen anbieterunabhängigen Zugang zu
biologischen Modellen bereitstellt, und in der Systemmodelle mit
krankheitsrelevanten Störungen und Mikroumgebungen AI-Bayes'schen
Algorithmen ausgesetzt werden. Die generierten Ergebnisse filtern so
krankheitsübliche Knotenmerkmale, die pathologische Druckpunkte
widerspiegeln. Diese werden dann genutzt, um Biomarker und
therapeutische Zielgebiete zu identifizieren und zu validieren, um
den Entwicklungsprozess der Medikamente voranzutreiben. "Dieser
neuartige Forschungsansatz der Interrogative
Biology(R)-Technologieplattform von Berg wird ein bedeutendes
Instrument zur Entdeckung von Kinasen werden, die bislang noch nicht
erforscht sind und die Krebs-Pathophysiologie verstärken", erklärte
Vivek Vishnudas, Leiter für Forschungsangelegenheiten.
 

Berg Pharma engagiert sich stark in der translationalen Forschung
zur schnellen Implementierung vom Labor in die Klinik und setzt seine
 Stärken ein, um neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie
Veränderungen und Fehlregulierungen des Mitochondrien-Stoffwechsels
wie z.B. der Warburg-Effekt, Oxidation, Stress und Entzündung zu
Krankheitsphänotypen wie Krebs, Diabetes und Erkrankungen des ZNS
führen können. "Berg ist mehr als bereit, die Herausforderungen
dieser Krankheitsprozesse anzunehmen indem wir modernste Technologien
 und nicht unmittelbar offensichtliche Ergebnisse unserer Plattformen
benutzen, um so die gesammelte Bio-Intelligenz in realisierbare
Therapeutika und kluge Diagnostikmöglichkeiten umzuwandeln",
erläuterte Niven R. Narain, Mitbegründer, Präsident & CTO von Berg
Pharma.
 

Die Hauptprinzipien der Plattform umfassen die Integration von
"multi-omik"-Technologieresultaten einschliesslich der
Profilerstellung der Kinase-Aktivität, Veränderungen in den
Phospho-Proteomen und globale Änderungen in der Proteinexpression,
gefolgt von Schlussfolgerungen zu kausalen Zusammenhängen zwischen
den oben genannten Wirkstoffmolekülen unter Verwendung der
Bayes'schen Algorithmen. Ranga Sarangarajan, Sen. VP und CSO sagte,
dass "die unvoreingenommene Identifizierung und Validierung durch die
 Nutzung dieser vernetzten biologischen Ansätze zu einer zuverlässigen
 Weiterentwicklung der Therapeutika führt, die Erkrankungen behandeln
können, die durch einen veränderten Mitochondrien-Stoffwechsel
bedingt sind."
 

Über Berg Pharma


Berg Pharma ist ein in Boston ansässiges pharmazeutisches
Unternehmen und Muttergesellschaft von Berg Biosystems und Berg
Diagnostics. Unser Forschungsschwerpunkt liegt in der
Erkenntnisgewinnung hinsichtlich der Frage, wie Veränderungen im
Stoffwechsel mit Krankheitsausbrüchen zusammenhängen. Wir haben
bedeutende Ergebnisse im Rahmen der Stoffwechselsteuerung erzielt -
und zwar im Besonderen zu den zugrundeliegenden Faktoren der
Warburg-Hypothese. Das Unternehmen arbeitet an wesentlichen
Entwicklungsvorhaben zu Frühstadium-Technologien für Erkrankungen des
 ZNS und Stoffwechselerkrankungen, die seine in der letzten
Entwicklungsphase befindlichen klinischen Studien zu Krebs und
Prävention von Chemotoxizität ergänzen. Durch die Verwendung der
Forschungsplattform, die biologische Ergebnisse in realisierbare
Therapeutika und eine solide Biomarker-Datensammlung übersetzt, ist
Berg Pharma bestens gerüstet, um eine gesündere Zukunft möglich zu
machen.
 


OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0193 2012-04-05 19:37 051937 Apr 12 PRN0009 0584

Werner

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Jeder 6. Krebsfall durch Infektionen ausgelöst
« Antwort #5 am: 11. Mai 2012, 18:03 »




Gefahr durch Bakterien und Viren

Infektionen verursachen jeden sechsten Fall von Krebs

Eine Infektion mit Bakterien, Viren oder anderen Erregern löst pro Jahr weltweit rund zwei Millionen Krebsfälle aus. Impfungen und Hygiene könnten sie vermeiden.

Magen-, Gebärmutterhals oder Leberkrebs – Infektionen verursachen jede sechste Tumorerkrankung. 2008 starben 7,5 Millionen Menschen weltweit an Krebs, davon 1,5 Millionen an Tumoren, die spezielle Erreger verursachten. „Infektionen mit bestimmten Viren, Bakterien und Parasiten sind eine der größten und vermeidbaren Ursachen von Krebs weltweit“, schreiben die Autoren.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Fachjournal „Lancet Oncology“ erschienen ist. Erstellt hat sie die International Agency for Research on Cancer in Lyon, die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört. Catherine de Martel und Martyn Plummer analysierten dafür zahlreiche Daten, beispielsweise Statistiken über 27 Krebsarten aus 184 Ländern.


Impfungen und antibakterielle Mittel zur Vorsorge
Die beiden Wissenschaftler schätzen, dass Infektionen etwa 16 Prozent aller Krebserkrankungen weltweit verursachen, das sind zwei Millionen Krebserkrankungen jährlich. Dabei ist der Anteil in den ärmeren Ländern mit 22,9 Prozent dreimal höher als in Industrieländern (7,4 Prozent). Die Spanne liegt zwischen 3,3 Prozent in Australien und Neuseeland und 32,7 Prozent in afrikanischen Ländern südlich der Sahara.

Mit vorbeugenden Maßnahmen wie ........... http://www.focus.de/gesundheit/ratgeber/krebs/news/gefahr-durch-bakterien-und-viren-infektionen-verursachen-jeden-sechsten-fall-von-krebs_aid_749233.html

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Weltweite Studie

Jeder 6. Krebsfall durch Infektionen ausgelöst

Jeder sechste Krebsfall weltweit wird einer neuen Studie zufolge durch Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten ausgelöst. Derartige Infektionen seien jährlich für rund zwei Millionen Krebs-Neuerkrankungen und 1,5 Millionen Krebs-Todesfälle verantwortlich, heißt es in einem am Mittwoch in der Fachzeitschrift The Lancet Oncology veröffentlichten Bericht.

Vor allem Infektionen ......... http://www.heute.at/lifestyle/gesundheit/art23696,707197

Gitti

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Neue Hinweise auf Krebsstammzellen
« Antwort #6 am: 06. August 2012, 22:42 »


Neue Hinweise auf Krebsstammzellen

Donnerstag, 2. August 2012

Menschliche Zellen mit akuter myeloischer Leukaemie /NCI

Utrecht/Brüssel/Dallas – Die Existenz von Krebsstammzellen, aus denen sich Tumoren nach einer Chemo- oder Strahlentherapie regenerieren könnten, ist bisher unbewiesen. Jetzt liefern drei Forschergruppen unabhängig voneinander Hinweise für Krebsstamm­zellen in Tumoren von Gehirn, Haut und Darm.

Die heute vorherrschende monoklonale Krebsentstehungstheorie geht davon aus, dass alle Tumorzellen gleich sind. Sofern sie zur Teilung in der Lage sind, können sie jeder Zeit zum Ausgangspunkt neuer Tumoren werden. Das Stammzellmodell postuliert dagegen eine Hierarchie.

Oben stehen wenige Krebsstammzellen, aus denen sich die normalen Krebszellen ableiten, die den Tumor durch Teilung vergrößern. Das Konzept würde das Scheitern der Chemo- oder Strahlentherapie erklären, die nur die sich teilenden Zellen angreifen, aber nicht zum „Kern“ des Krebswachstums vordringen würden, den Krebsstammzellen. Das Konzept wurde 1997 von kanadischen Genetikern aufgestellt, denen aufgefallen war, dass die Übertragung von Leukämien (AML) auf (immungestörte) Mäuse nur mit bestimmten Tumorzellen gelingt.

Die Suche nach Stammzellen bei anderen Tumoren hat sich dann als schwierig erwiesen, so dass das Konzept weiterhin unbewiesen ist. Auch die drei Forschergruppen, die jetzt Stammzellen in Papillomen/Spinaliomen, Glioblastomen und gastrointestinalen Adenomen gefunden zu haben glauben, liefern nur erste Hinweise, aber keine Beweise.

Cédric Blanpain von der Université Libre de Bruxelles und Mitarbeiter berichten in Nature (2012; doi: 10.1038/nature11344), dass benigne Papillome der Haut aus zwei unter­schiedlichen Zelltypen bestehen, von denen die eine sich grenzenlos teilen könne, während die andere das Wachstum nach gewisser Zeit einstellt, was ein für benigne Tumore bekanntes Verhalten ist. Eine ähnliche Zweiteilung will das Team auch bei invasiven Spinalzellkarzinomen entdeckt haben. Die Ergebnisse sind hier aber weniger eindeutig.

Das Team um Hans Clevers von Hubrecht-Institut in Utrecht will ähnliches bei Darmpolypen gefunden haben. Diese bestehen laut dem Bericht in Science (2012; doi: 10.1126/science.1224676) zu 5 bis 10 Prozent aus Zellen, die die Forscher anhand genetischer Marker als Stammzellen identifizieren. Das Team führte keine Experimente an Karzinomen durch. Es bleibt deshalb unklar, welche Rolle die Zellen mit Stammzelleigenschaften spielen, wenn sich die Adenome in Karzinome verwandelt haben.

Am überzeugendsten fallen die Hinweise in der dritten Studie aus. Das Team um Luis Parada vom Southwestern Medical Center in Dallas kann in Nature (2012; doi: 10.1038/nature11287) zeigen, dass Glioblastome, also ein eindeutiges Malignom, wenige Zellen mit Stammzelleigenschaften enthalten.

Diese Zellen überlebten in den Mäuseexperimenten die Therapie mit Temozolomid, einem beim Glioblastom eingesetzten Zytostatikum. Sie konnten nach der Chemotherapie zum erneuten Tumorwachstum angeregt werden, was zum Konzept der Stammzelltherapie passt. Man könnte aber auch einwenden, dass die Stammzellmarker lediglich die Zellen kennzeichnen, denen es nach einer Chemotherapie am ehesten gelingt, Resistenzen zu entwickeln. Das wäre eine Interpretation nach der vorherrschenden monoklonalen Krebsentstehungstheorie.

Alle drei Gruppen können zeigen, dass die Tumorstammzellen Ähnlichkeiten mit den gesunden Stammzellen haben, aus denen sie entstanden sein könnten. Was fehlt, ist allerdings die Möglichkeit, diese Krebsstammzellen gezielt anzugreifen und dadurch die Wirkung der konventionellen Chemo- und Radiotherapie zu unterstützen (wenn nicht gar zu ersetzen). Dies würde dann auch die Existenz der Krebsstammzellen belegen. © rme/aerzteblatt.de

zum Thema

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51128

    Abstract von Blanpain et al.
    Abstract der Arbeitsgruppe Parada
    Abstract der Arbeitsgruppe Clevers

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Wien: Neuer Wirkstoff im Kampf gegen Krebs
« Antwort #7 am: 29. August 2012, 14:43 »



Neuer Wirkstoff im Kampf gegen Krebs

Wien (OTS) - Ein Krebswirkstoff aus Österreich soll bösartige Tumore
in Schach halten: Der Wirkstoff NKP-1339 - ein kleines, an
Transferrin bindendes Molekül - wurde von Bernhard Keppler, Dekan
der Fakultät für Chemie der Universität Wien, im Rahmen eines
gemeinsamen Projekts mit der Medizinischen Universität Wien
entwickelt. Ein vielversprechender neuer Weg in der Krebstherapie,
der auch schon erfolgreich an PatientInnen getestet wurde.

Der Dekan der Fakultät für Chemie und Leiter der Forschungsplattform
"Translational Cancer Therapy Research" an der Universität Wien
beschäftigt sich schon seit Jahren mit der Entwicklung von
Tumortherapeutika. Vor kurzen wurden die ersten klinischen Studien
(Phase I) an PatientInnen mit metastasierten festen Tumoren
abgeschlossen. Mit Erfolg: Das neue Medikament wirkt krebshemmend
und ist außerdem gut verträglich. Bis jetzt gab es kaum
"europäische" antitumorale Wirkstoffe, die derart vielversprechende
Ergebnisse zeigen.

In die Zelle eingeschleust
NKP-1339 ist das erste Krebsmittel auf Rutheniumbasis: Der Wirkstoff
wird über das Protein Transferrin - und zum Teil auch über Albumin -
in die Tumorzelle eingeschleust. Im Tumor wird es aktiviert und
bringt über den sogenannten "mitochondrialen pathway" die Tumorzelle
zum programmierten Zelltod (Apoptose). Parallel dazu wird das
Protein GBR78 gehemmt, welches für die Korrektur missgestalteter
Proteine und somit für die Resistenz zahlreicher Tumorarten
verantwortlich ist. "Durch diesen Prozess reichern sich
Abfallprodukte in der Tumorzelle an, die letztlich auch den Zelltod
der Tumorzelle bewirken", erklärt Keppler, der den Wirkstoff in
Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Walter Berger am Institut für
Krebsforschung der Medizinischen Universität Wien entwickelt hat.

Der Weg zum Erfolg
Die Anfänge der erfolgreichen Forschung liegen jedoch etwas weiter
zurück: Bereits vor vielen Jahren hat Keppler an der Universität
Heidelberg und anschließend am Deutschen Krebsforschungszentrum mit
der Entwicklung des mittlerweile patentierten antitumoralen
Wirkstoffs begonnen. In Wien hat er seine Arbeit bis zum "proof of
principle" an PatientInnen vorangetrieben, und vor kurzem wurden die
ersten Studienergebnisse bekanntgegeben: Bei den teilnehmenden
PatientInnen - die auf frühere Standardbehandlungen und neue
experimentelle Therapien nicht mehr reagiert haben - wurde eine
krebshemmende Wirkung festgestellt.

"Die Ergebnisse der Studie stützen das, was bereits aus unseren
vorklinischen Studien hervorgegangen ist: Das Medikament greift die
Tumore selektiv an und ist gegen verschiedene Tumore wirksam", freut
sich Keppler vom Institut für Anorganische Chemie. Jetzt beginnt die
Phase II der klinischen Studien zum Medikament.

Wissenschaftlicher Kontakt:
O. Univ.-Prof. DDr. Bernhard Keppler
Dekan der Fakultät für Chemie
Universität Wien
1090 Wien, Währinger Straße 42
T +43-1-4277-526 02
bernhard.keppler@univie.ac.at

Rückfragehinweis:
Mag. Alexandra Frey
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 33
M +664-602 77-175 33
alexandra.frey@univie.ac.at

Werner

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Krebs-Überlebensrate stark gestiegen
« Antwort #8 am: 02. September 2012, 01:17 »


    
Onkologie 27. August 2012

Krebs-Überlebensrate stark gestiegen

ESMO-Kongress: 50 Prozent mehr Patienten überleben fünf Jahre – Sinkende Tendenz bei Neuerkrankungen.

Gute Nachricht aus Anlass des Europäischen Krebskongresses (ESMO, 28. September bis 2. Oktober): In den vergangenen Jahren hat sich die Fünf-Jahres-Überlebensrate der von einer Krebserkrankung Betroffenen um mehr als 50 Prozent erhöht. Dies geht aus den Daten der Statistik Austria bis zum Diagnosejahr 2008 hervor. Demnach stiegen die Fünf-Jahres-Überlebensraten von 40 Prozent (bei Diagnose im Jahr 1983) auf 62 Prozent (bei Erstdiagnose im Jahr 2003.

Pro Jahr werden in Österreich 19.000 Männer und 17.000 Frauen mit einer Krebsdiagnose konfrontiert und bei jährlich rund 9.000 Frauen und 11.000 Männern führt eine Krebserkrankung zum Tod.

Verglichen mit der Überlebenswahrscheinlichkeit innerhalb der Allgemeinbevölkerung für einen Zeitraum von fünf Jahren war die Überlebenswahrscheinlichkeit von im Jahr 1983 an Krebs erkrankten Personen nur 0,4-mal so hoch, von 2003 an Krebs erkrankten Personen dagegen 0,62-mal so hoch. Der Rückgang der Neuerkrankungsrate betrug bei Männern und Frauen jeweils rund 15 Prozent.

Auch die Krebssterblichkeit war in den letzten zehn Jahren rückläufig, bei den Männern etwas stärker (minus 14 Prozent) als bei den Frauen (minus zehn Prozent).
Die häufigsten Karzinome

Prostatakrebs machte im Jahr 2008 bei den Männern in Österreich mit rund 4.500 Fällen ein knappes Viertel aller bösartigen Neubildungen aus. Altersstandardisiert gingen die Neuerkrankungen in den vergangenen Jahren allerdings laut Statistik Austria um 18 Prozent zurück. Trotzdem: Rund jeder neunte Krebstodesfall war bei den Männern auf Prostatakrebs zurückzuführen. Die Rate der Sterblichkeit an Prostatakrebs reduzierte sich in den vergangenen zehn Jahren aber um 22 Prozent.

Auch bei Brustkrebs ist die Tendenz positiv. Dieses Leiden ist mit einem Anteil von 28 Prozent (4.570 Fälle) bei den Frauen seit Langem die häufigste Krebserkrankung. Allerdings nahm die Neuerkrankungsrate im Vergleich zu 1998 um zwölf Prozent ab.

Die Gesundheitsstatistiker: „Da Brustkrebs durch das vermehrte Screening in einem immer früheren Stadium erkannt wird, ging die Sterblichkeit an Brustkrebs in den letzten zehn Jahren um 23 Prozent zurück. Dennoch war Brustkrebs auch 2008 die mit Abstand häufigste Krebstodesursache bei Frauen. 16 Prozent aller weiblichen Krebssterbefälle waren 2008 auf Brustkrebs zurückzuführen.“

Obwohl die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate der bösartigen Lungentumoren bei den Männern in den vergangenen zehn Jahren um 20 Prozent zurückging, war Lungenkrebs mit rund 2.400 Sterbefällen im Jahr 2008 die häufigste Krebstodesursache bei den Männern. Für Frauen stieg die altersstandardisierte Neuerkrankungsrate seit 1998 hingegen um 23 Prozent an.

Die Sterblichkeit an Lungenkrebs erhöhte sich bei den Frauen um ein Fünftel. Mit rund 4.500 Fällen verursachte der Darmkrebs 13 Prozent aller neudiagnostizierten Tumoren im Jahr 2008.

Das Erkrankungsrisiko ist seit 1998 insgesamt um 25 Prozent zurückgegangen. Die Überlebenschancen für Krebskranke verbesserten sich zudem im Schnitt deutlich. In den vergangenen 20 Jahren stieg das relative Fünf-Jahres-Überleben von 40 auf 62 Prozent.

Männer zeigten zum Zeitpunkt der Diagnose 1983 eine Fünf-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit von 33 Prozent, bezogen auf die männliche Bevölkerung gleichen Alters, bei Frauen waren es 45 Prozent. 2003 lagen die Werte bei 62 Prozent (Männer) und 61 Prozent bei den Frauen.

Werner

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Onkologie im Umbruch
« Antwort #9 am: 02. September 2012, 01:24 »


Onkologie im Umbruch

ESMO-Kongress in Wien: Spitzenforschung macht „alte“ Krebsmedikamente „neu“ und die Molekularbiologie erlaubt innovative Therapieansätze.

Die Onkologie befindet sich im Umbruch: Hunderte neue Krebsmedikamente auf der Basis modernster molekularbiologischer Forschung stehen in klinischer Erprobung. „Alte“ Medikamente kommen in neuen Anwendungsformen, sie können im Rahmen der „personalisierten Medizin“ auch ganz neue Einsatzgebiete erhalten. Beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) in Wien (28. September bis 2. Oktober) steht Spitzenforschung an oberster Stelle der Themenliste.

In ganz Europa sollte es in der Onkologie auch zur Etablierung und Umsetzung von möglichst gleichen Standards kommen, erklärte der Wiener Onkologe Prof. Dr. Christoph Zielinski, Vorstand der Universitätsklinik für Innere Medizin I, MedUni Wien und lokaler Organisator der Großveranstaltung mit erwarteten rund 17.000 Teilnehmern.

Auch wenn „Krebs“ noch immer der Nimbus von schwerer, häufig tödlicher Erkrankung anhängt: Die Zeiten haben sich gewandelt. Zielinski: „Die moderne Medizin hat insgesamt beträchtlich zur Verbesserung der Überlebenszahlen geführt. Überlebten in den USA beispielsweise im Zeitraum 1950 bis 1954 nur insgesamt 35 Prozent aller Patienten ihre Krebserkrankung über einen Zeitraum von mehr als fünf Jahren, waren es in den Jahren 1999 bis 2005 insgesamt 69,1 Prozent. Die Entwicklung ist in Europa ganz ähnlich verlaufen.“
Fortschritt durch Forschung

Hinter dieser Entwicklung steckt – von der Öffentlichkeit oft nicht bemerkt – die speziell in den vergangenen Jahren immer schneller vorankommende internationale wissenschaftliche Forschung. Molekularbiologie, Genetik und Biotechnologie haben in Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen zu völlig neuen Ansätzen geführt.

Der Experte: „Es ist bereits gelungen, manche ehemals unheilbaren Krebsleiden heilbar zu machen. In vielen Fällen können wir früher relativ rasch fortschreitende Erkrankungen zunehmend zu chronischen Krankheiten machen. Das bedeutet aber auch ganz neue Herausforderungen für die Medizin und für unsere Gesellschaft insgesamt.“
Was erwartet die Teilnehmer?

Damit ist der Rahmen für den 37. Kongress der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO 2012) im Austria Center Vienna vorgegeben.

Einige der Themen:

• Genomforschung und die durch sie möglichen neuen Strategien in der Krebstherapie.

• Personalisierte Medizin in der Onkologie zur Steigerung der Wirksamkeit und zur Verhinderung von Nebenwirkungen in der Krebstherapie.

• Verhinderung von Krebserkrankungen (Prävention) und Früherkennung von Tumorerkrankungen. Hier geht es auch um auf jeweils nationaler Ebene durchgeführte Früherkennungsprogramme (z.B. Brustkrebs-Screeningprojekte).

• Neue Krebsmedikamente: Unterschiede in Zulassung und Kostenerstattung in Europa.

• Zugang zu effizienter Schmerzmedikation für Krebspatienten.
Aus alt mach‘ neu

Zielinski: „In der Krebstherapie gibt es neue Arzneimittel für neue Anwendungsgebiete. Aber es gibt auch ’alte‘ Arzneimittel, die jetzt in neuer Form und bei anderen Erkrankungen als ursprünglich angewendet werden. Dazu werden in Wien die aktuellen wissenschaftlichen Studien präsentiert werden.“

Globalisierungsgewinn

Durch ihre Internationalität wird die Entwicklung der Onkologie immer schneller. Der Wiener Onkologe Christoph Zielinski betont: „Die Onkologie ist ein Bereich, in dem die Menschen, die betroffenen Patienten, eindeutig von der sogenannten Globalisierung profitiert haben. Ohne sie hätte es keine so schnelle Weiterentwicklung in der Diagnose und der Therapie von bösartigen Erkrankungen gegeben, wie wir sie in den vergangenen Jahren gesehen haben.“

Derzeit befinden sich Hunderte von neuen Arzneimitteln zur Behandlung verschiedenster Krebserkrankungen in klinischen Studien an Patienten – mehr als je zuvor. Gleichzeitig bedeutet das eine enorme Herausforderung für die Wissenschaft, weil die Kapazitäten für derartige klinische Forschung limitiert sind. Doch die Entwicklung in den vergangenen Jahren hat bereits große Erfolge gebracht. „Wenn beispielsweise heute die durchschnittliche Überlebenszeit beim Multiplen Myelom statt vor einiger Zeit noch 36 Monate heute 72 Monate beträgt, oder für Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs heute 58 statt 22 Monate, dann ist das diesen Entwicklungen zu verdanken,“ weiß der onkologische Experte Zielinski.

Großer Umbruch

Krebsforschung und Krebstherapie befinden sich derzeit durch die Etablierung der molekularbiologischen und Gen-orientierten Arbeiten und Erkenntnisse in einem gewaltigen Umbruch. Zielinski: „Die Krankheit des einzelnen Patienten hat ganz spezifische Merkmale. Diese Merkmale wollen wir identifizieren und unsere Therapie exakt auf diese Charakteristika zuschneiden.“ Diese individualisierte Behandlung ist unter dem Schlagwort „personalisierte Krebsmedizin“ bekannt.

Onkologe Zielinski erklärt: „Immer mehr moderne High-Tech-Krebsmedikamente wurden in den vergangenen Jahren entwickelt, um bösartige Zellen ganz genau an Stellen zu treffen, die für ihr Überleben und ihr Wachstum entscheidend sind. Das nennt man „zielgerichtete Therapie“. Darum werden sich bei dem Kongress in Wien zahlreiche Präsentationen von Studienergebnissen drehen.“

Qualität zählt

Doch die Onkologie hat auch eine hohe Verantwortung, was die Qualität der Patientenversorgung angeht. „Noch immer gibt es von Land zu Land und von Weltregion zu Weltregion große Unterschiede in der Form, wie Krebspatienten betreut werden, bedauert Zielinski. „Wir wollen beim Kongress in Wien zumindest für Europa erreichen, dass in der Diagnose, in der Behandlung und in der Nachbetreuung etwa gleich vorgegangen wird. Das soll eine möglichst hohe und überall ähnlich erreichbare Qualität für die Patienten bedeuten.“
Gesundheitspolitische Herausforderungen

Daneben steht die Onkologie im Europa des Jahres 2012 aber auch vor großen gesundheitspolitischen Herausforderungen. Zielinski führt aus: „Die Onkologen Europas wollen, dass neue Therapien gegen Krebs den Patienten immer möglichst schnell zur Verfügung gestellt werden. Die Versorgung der Patienten macht aber auch einen Schulterschluss in der Gesellschaft notwendig, um die Finanzierung zu sichern. Wir müssen darauf achten, dass die Patienten bei der aktuellen wirtschaftlichen Lage auch in Zukunft diese Möglichkeiten bekommen und noch bestehende Unterschiede ausgleichen.“

APA/IS , Ärzte Woche 35/2012


http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/innere-medizin/onkologie/?full=30092

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AKH-Wien, Forschungsprojekte
« Antwort #10 am: 29. November 2012, 22:58 »


http://www.onkologie-wien.at/forschung-und-lehre/forschungsschwerpunkte/


Als anerkannte Klinische Institution nehmen Forschungsprojekte einen bedeutenden Teil unserer Arbeit ein. Die Forschung an der Klinischen Abteilung für Onkologie hat die kontinuierliche Verbesserung von Diagnose- und Therapieverfahren zum Ziel, um neue Erkenntnisse so rasch als möglich allen Patienten zugänglich zu machen.

Nachfolgend stellen wir Ihnen die Forschungsschwerpunkte unserer Abteilung vor:

Apoptose und mitochondriale Bioenergetik

Biomarkers and Therapy in Brain Cancer

Epigenetik

Molecular Genetics

Molecular Pharmacology

Molecular Research and Drug Resistance

Prädiktive und Therapieassoziierte Faktoren

Signaling Networks

Transkriptionsregulation bei Malignomen

Vascular Biology in Cancer

Zytogenetik

    Forschungsschwerpunkte
        Apoptose und mitochondriale Bioenergetik
        Biomarkers and Therapy in Brain Cancer
        Epigenetik
        Molecular Genetics
        Molecular Pharmacology
        Molecular Research and Drug Resistance
        Prädiktive und Therapieassoziierte Faktoren
        Signaling Networks
        Transkriptionsregulation bei Malignomen
        Vascular Biology in Cancer
        Zytogenetik
    Fortbildung
        Crash-Kurs für Jungmediziner
        Fortbildungsreihe DATEN – FAKTEN: KONSEQUENZEN?
        State of the Art Lectures Onkologie
    Klinische Studien
        Aktuelle Klinische Studien
    Positionspapier
    Publikationen
    Tumorboards

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Krebsforschung am AKH-Wien, aber leider ....
« Antwort #11 am: 29. November 2012, 23:04 »



Anmerkung:

....... leider ist dieses Positionspapier schon wieder über 2 Jahre alt!

Wie ist der neue Stand?

Wenigstens alle Jahr sollte dies neu überdach, erarbeitet, bekannt gegeben werden.





Durch Diskussionen angespornt, hat die Klinische Abteilung für Onkologie der Klinik für Innere Medizin I am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien – Medizinische Universität Wien eine Überprüfung der internationalen Datenlage zu den Ergebnissen der Therapien von Krebserkrankungen durch moderne Behandlungsstrategien vorgenommen. Diese Überprüfung hat die Absicht einer Terraindefinition verfolgt, die es erlauben soll, die international erzielten Fortschritte auf dem Gebiet der Krebsbehandlung kritisch zu überprüfen, Verbesserungen in den Ergebnissen des letzten Jahrzehnts darzustellen und den weiteren Verbesserungsbedarf darzustellen.

Das letzte Jahrzehnt wurde als Orientierungsdekade gewählt, nachdem es erstmals in der Geschichte der Onkologie zur klinischen Anwendung von Therapien gekommen ist, die auf ganz bestimmte, im Labor identifizierte Signalwege für unkontrolliertes Wachstum, Vermehrung und Ausbreitung von Tumorzellen abzielen. Hinzu kommt die in der letzten Dekade erkannte beträchtliche Diversifizierung von Tumoren und ihren die Therapieeffektivität beeinflussenden Charakteristika, die zu einer „personalisierten Therapie“ geführt haben. Dabei ergab sich erstmalig in der Onkologie die Option einer Auswahl einer Behandlungsmodalität, die auf die spezifischen Charakteristika der jeweiligen Krebserkrankung eingehen kann. In der folgenden Darstellung sollen die dadurch erzielten Erfolge dargestellt und in Relation zu den, früher und vor der Etablierung neuer Therapieformen erreichten Ergebnissen gesetzt werden.

Hier finden Sie das vollständige Positionspapier der Klinischen Abteilung für Onkologie.

Die Entwicklung der Gesamt-Überlebenszeit bei fortgeschrittenen Krebserkrankungen entnehmen Sie der folgenden Tabelle.


Siehe

Überlebenszeiten Tumoren_Tabelle

http://www.onkologie-wien.at/forschung-und-lehre/positionspapier/



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AKH-Wien mit folgenden Tumorboards
« Antwort #12 am: 29. November 2012, 23:05 »

http://www.onkologie-wien.at/forschung-und-lehre/tumorboards/


Eine optimale Behandlung von PatientInnen mit einer Krebserkrankung erfordert eine enge Zusammenarbeit von Chirurgen, internistischen Onkologen, Strahlentherapeuten und anderen Fachdisziplinen (u.a. Radiologen, Nuklearmediziner, Pathologen).

Am Beginn jeder Therapieplanung stehen eine exakte Abklärung der Tumorgröße und Krankheitsausdehnung sowie die histologische Untersuchung des Tumorgewebes, welches im Rahmen einer Biopsie (Probeentnahme) oder Operation gewonnen wurde. Alle Patienten mit neu diagnostizierter Tumorerkrankung werden im Rahmen eines interdisziplinären Tumorboards vorgestellt, wo die Therapiestrategien diskutiert bzw. vorgeschlagen werden. Alle Beschlüsse werden dokumentiert und mit dem Patienten besprochen.

Tumorboards werden auch zunehmend für die Einholung einer Zweitmeinung bzw. zum Informationsaustausch mit Kollegen aus anderen Krankenhäusern genützt.

Nähere Informationen: Comprehensive Cancer Center (CCC)


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http://www.ccc.ac.at/news/singleview/article/5229-patientinnen-in-ccc-tumorboards-besprochen.html

5.229 PatientInnen in CCC-Tumorboards besprochen!

451 Tumorboard-Sitzungen wurden im Comprehensive Cancer Center (CCC) Vienna in den ersten drei Quartalen 2012 abgehalten. Insgesamt 5.229 PatientInnen wurden in diesen Sitzungen besprochen, davon handelte es sich bei 3.169 um Erstvorstellungen, 2.060 waren Wiedervorstellungen.

Univ.-Prof. Dr. Gabriela Kornek, die intensiv am Aufbau der Tumorboard-Organisation mitgearbeitet hat, freut sich, dass die für heuer geschätzte Zahl von 8.000 besprochenen PatientInnen realistisch erscheint. Sie lobt besonders das CCC-Tumorboard-Assistenzteam, das von Stefanie Klingler koordiniert wird. „Die Zahlen bestätigen, dass das CCC eine tolle Service-Leistung bietet. Über diesen Weg gewinnen wir auch wirklich relevante Einblicke in die Onkologie in Ost-Österreich.“

So zeigt sich beispielsweise, dass das CCC als Referenzspital „funktioniert“. Die Fallzahlen an seltenen Tumoren wie Knochen- und Weichteilsarkomen sind hier so hoch wie an anderen Häusern kaum die Fallzahlen für die häufigsten Krebsarten. Und es zeigt sich, dass die besondere Qualität die im gemeinsamen Besprechen besonderer Fälle mit anderen Experten liegt, geschätzt wird: neue Tumorboards entstehen, wie im Fall des Analkarzinoms (mehr dazu in der nächsten News-Meldung am 8.11.).


Tumorboards ......

Allgemeine Information: Im Bereich des CCC gibt es derzeit 22 Tumorboards. 19 sehen Sie in der Auflistung erfasst, eines wurde erst im Oktober 2012 gegründet und ist noch nicht hier abgebildet (TB Leukämien/Knochenmarktransplantation). Zwei weitere Tumorboards finden am St. Anna Kinderspital statt.

http://www.ccc.ac.at/news/singleview/article/5229-patientinnen-in-ccc-tumorboards-besprochen.html





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Arbeitsteilung bei der Immunabwehr
« Antwort #13 am: 02. Dezember 2012, 02:35 »


Arbeitsteilung bei der Immunabwehr



Wenn ein Wächter einen Eindringling mit bösen Absichten ertappt, muss er aktiv werden. Aber wer passt in der Zwischenzeit auf? Und wie sieht es mit der Lebensdauer eines Wächters im Dauereinsatz aus, wenn es sich dabei um eine Zelle handelt? Diesen Fragen sind Forscher einer Arbeitsgruppe am Universitätsklinikum Aachen und des Helmholtz Instituts für Biomedizinische Technik der RWTH nachgegangen. Sie fanden heraus, dass Wächter-Zellen, die in der Haut für die Immunabwehr zuständig sind, aus Stammzellen im Knochenmark neu gebildet werden. Die bisherige Lehrmeinung ging davon aus, dass jeder Mensch bei der Geburt diese Wächter-Zellen bekommt und dann das gesamte Leben damit auskommen muss. Fast fünf Jahre haben die Wissenschaftler geforscht und ihre Ergebnisse jetzt in der renommierten Zeitschrift IMMUNITY publiziert.