Autor Thema: Naturheilmittel - vorbei?  (Gelesen 3050 mal)

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Gitti

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Naturheilmittel - vorbei?
« am: 30. März 2011, 23:22 »
Was wird aus Naturheilmitteln?

Das Gesetz, die Änderung
Die Gesetzesänderung, um die es geht, sieht kein Verbot von Heilpflanzen vor. Pflanzliche Arzneimittel sollen nur nach einheitlichen Standards EU-weit besser zugelassen werden. Die entsprechende EU Richtlinie wurde
2004 erlassen, 2005 in Deutschland umgesetzt. Das heißt: es wurde ein entsprechendes Gesetz erlassen.

Was gilt seitdem?
Traditionelle pflanzliche Arzneimittel, die man bei leichten Befindlichkeitsstörungen nimmt, müssen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) registriert werden. Auf der Verpackung muss stehen, wofür dieses Produkt genommen werden kann: z.B.:
„zur Besserung der Beschwerden bei Erkältungskrankheiten“. Das betrifft nicht Lebensmittel, wie Knoblauch, Pfefferminze, lose Kamille oder ähnliches, sondern nur rezeptfreie Fertigarzneimittel, die ohne ärztliche Kontrolle eingenommen werden: zum Beispiel „Arzneitees“ oder Kräuterpillen oder Salben.

Was ist traditionell?
Als „traditionelle Arzneimittel“ gelten Mittel, die seit mindestens 30 Jahren medizinisch eingesetzt werden, davon mindestens 15 Jahre in der EU.

Was muss der Hersteller machen?
Für die Registrierung muss der Hersteller keine Studien durchführen, wie es für die Zulassung von Medikamenten notwendig ist. Der Hersteller muss nur nachweisen, dass die Wirksamkeit aufgrund langjähriger Anwendung plausibel ist und dass die Sicherheit gewährleistet ist. Dafür reichen ein Gutachten und ein Literatur-Überblick.

Was geschieht am 1. April?
Bis zum 30. 4. 2011 müssen traditionelle pflanzliche Fertigarzneien, die schon auf dem Markt waren, bevor die Richtline in Kraft trat, registriert worden sein. Wer bis dahin sein Mittel nicht registriert hat, darf es nicht mehr vertreiben. Das betrifft aber von den über 2000 Produkten, die in Deutschland auf dem Markt sind, nur sehr wenige. Große Veränderungen sind nach Experteneinschätzung nicht zu erwarten.

Wozu eine solche Registrierung?
Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Auch pflanzliche Mittel haben Wirkungen, die nicht immer erwünscht sind. Deshalb ist es im Interesse des Verbrauchers, wenigstens eine geringe Kontrolle zu haben. Generell ist eine EU-weite Angleichung von Qualitätsstandards nichts Ungewöhnliches.

Linktipps
Die EU-Richtlinie von 2004
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2004:136:0085:0090:de:PDF

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte http://www.bfarm.de/cln_103/DE/BfArM/BfArM-node.html

Unerwünschte Nebenwirkungen können auch durch pflanzliche Arzneien ausgelöst werden:
Beispiel: Die Diskussion um ein Lavendelöl-Präparat aus Sicht der unabhängigen Zeitschrift arznei-telegramm http://www.arznei-telegramm.de/blitz-pdf/B110309.pdf

Artikel im Ärzteblatt über erhöhte Schwermetallwerte in Ayurveda -Produkten:
http://www.aerzteblatt.de/v4/news/news.asp?id=33483

Edi

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Von Heilkräften und Quacksalberei
« Antwort #1 am: 05. Oktober 2012, 19:29 »


+ Omas Hausmittelchen - Von Heilkräften und Quacksalberei
Dienstag, 9. Oktober 2012: 15.00 - 16.00 Uhr, Planet Wissen, WDR Fernsehen
Das Wissen um die Wirkung der Hausmittelchen stammt von den Kräuterfrauen im Mittelalter und fand auch in der Klostermedizin Verwendung. Es kann kleine Wunder wirken, aber bei falscher Anwendung durchaus auch schaden. Heute ist es ein Riesen-Geschäft, mit dem Milliarden umgesetzt werden.
http://www.wdr.de/wissen/wdr_wissen/programmtipps/fernsehen/12/10/09_1500_w.php5

admin

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Wunderheilung?
« Antwort #2 am: 30. Oktober 2012, 21:01 »


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 Di.18.9.12, 22.30, ORF: "Wunderheilung"
« Antwort #1 am: 17. September 2012, 21:47 »


Admin
siehe aber auch ... http://www.krebsforum.at/index.php/topic,2429.msg14517.html#msg14517
und Beiträge im Forum zu "Ukrain"


Di.18.9.12, 22.30, Autor Langbein mit Prostatakrebs und jetzt ......


"kreuz und quer" am 18. September: "Wunder Heilung" und "Armes Schwein - heiß geliebt und wild umstritten"

Wien (OTS) - Ausgehend von seinem eigenen Fall schildert Kurt
Langbein in seinem Film "Wunder Heilung", den "kreuz und quer" -
präsentiert von Doris Appel - am Dienstag, dem 18. September 2012, um
22.30 Uhr in ORF 2 zeigt, den Prozess der medizinischen Heilung.

Immer wieder steht die Medizin vor naturwissenschaftlich nicht
erklärbaren Phänomenen. Die Doku untersucht die verschiedenen
"Glaubensrichtungen" innerhalb der medizinischen Schulen, aber auch
den Einfluss des religiösen Glaubens auf Heilungsprozesse.

Um 23.30
Uhr versucht Christian Kugler in der Dokumentation "Armes Schwein -
heiß geliebt und wild umstritten" zu erklären, warum der Mensch ein
Lebewesen, das ihm so ähnelt und nahesteht wie das Schwein,
gleichzeitig verteufelt und tabuisiert, als Fleischspeise quält und
vergöttert, als Glückssymbol belächelt und als Schimpfwort
missbraucht.

"Wunder Heilung" - Ein Film von Kurt Langbein

Kurt Langbein hat eine schwere Krebserkrankung durch Strahlentherapie
überstanden. Doch wie lange darf er sich als "vorerst geheilt" in
Sicherheit wiegen? Der erfahrene Wissenschaftsjournalist lässt in
"Wunder Heilung" seine eigene Krankengeschichte Revue passieren und
macht sich - begleitet von seiner höchstpersönlichen Motivation - auf
die Suche nach den Faktoren, die das Immunsystem des Menschen
mobilisieren und damit auch Krebs heilen können. Er besucht Menschen,
die aufgrund ihrer Krebsdiagnose als todgeweiht galten, sich jedoch
heute bester Gesundheit erfreuen. Bettina Reiter, selbst Ärztin und
Psychotherapeutin, gaben ihre Kollegen vor vier Jahren noch ein
halbes Jahr Lebenszeit - sie ist nach Immuntherapie und
Fiebertherapie wieder ganz gesund.
Auch Helmuth Bayreuther gaben die
Ärzte nur noch Monate. Er ist nach einer ganzheitsmedizinischen
Behandlung inzwischen seit einem Dutzend Jahren frei von Krebs.
Langbein besucht auch Forscher, die nachweisen konnten, wie sehr die
Psyche das Immunsystem und damit die Heilungschancen beeinflusst -
und dass man mit speziellen Verfahren auch lernen kann, die
körpereigene Abwehr zu verbessern. In Turin wiesen Mediziner nach,
dass nur mit der Kraft der Überzeugung Parkinson-Symptome gemildert
werden können. In Chicago kamen Ärztinnen den seelischen Ursachen für
Brustkrebs auf die Spur, in England haben Forscher die Wirksamkeit
von Geistheilern wissenschaftlich untersucht. Der Film ist ein
Streifzug durch die moderne Forschungsrichtung der
Psycho-Neuro-Immunologie, und es ist eine Geschichte mit Happy End:
Auch Regisseur Langbein kann sich nach zwei Jahren als geheilt
bezeichnen.

"Armes Schwein - heiß geliebt und wild umstritten" - Ein Film von
Christian Kugler

Das Schwein ist ein ganz besonderes Tier: Es steht dem Menschen näher
als jedes andere Nutztier, ist intelligenter als Hund oder Katze und
ist gleichzeitig der Hauptlieferant für Fleisch in unserem
Kulturkreis. Der Dichter Gottfried Benn schrieb: "Die Krone der
Schöpfung: der Mensch, das Schwein." Die Ähnlichkeiten mit dem
Menschen sind tatsächlich frappant: Außer den Primaten gleicht uns
kein anderes Lebewesen so sehr. Gerichtsmediziner ermitteln Stich-
und Schusskanäle an Schweinen, weil ihr Fleisch dem unseren so
ähnlich ist, probiotische Joghurts werden an Schweinen erprobt, weil
sie fast exakt das gleiche Verdauungssystem aufweisen wie wir
Menschen und sogar Organtransplantationen vom Schwein zum Menschen
werden erforscht, so sehr gleichen sich Herz oder Nieren.

Der Umgang mit dem Schwein in verschiedenen Kulturen und
Weltreligionen könnte jedoch ungleicher nicht sein. Während im
Judentum und Islam ein völliges Tabu für Schweinefleisch gilt, ist es
im christlich-europäischen Kulturraum das am häufigsten und in
größter Menge verzehrte Nutztier. Stelze, Schweinsbraten und
Wienerschnitzel sind geradezu Teil unserer kulturellen Identität und
vom Teller nicht wegzudenken. Und auch die katholische Kirche hat
kein Problem mit den eiweißreichen Säugetieren. Zu Ostern wird der
Schinken sogar zum "geweihten" Nahrungsmittel erhoben. Das Schwein
hat aber auch in unserer Kultur eine Doppelrolle: Kein anderes Tier
ist ein derart beliebtes Glückssymbol und kommt gleichzeitig in so
vielen Beschimpfungen vor wie das Schwein. Blöd soll es sein, obwohl
es besonders intelligent ist, dreckig, obwohl es ein besonders
reinliches Lebewesen ist. Dem Schwein wird auch verbal viel Unrecht
getan.

Die "kreuz und quer"-Dokumentation "Armes Schwein - heiß geliebt und
wild umstritten" zeigt mit eindrucksvollen Beispielen, wie
zwiespältig das Verhältnis von Menschen und Religionen zu Sus scrofa
domestica, dem gemeinen Hausschwein, tatsächlich ist. Der Film spannt
einen faszinierenden Bogen von Kairo, wo den christlichen Kopten 2009
vierhunderttausend Schweine weggenommen und getötet wurden, über
Hamburg, wo ein eigenes Institut darüber wacht, dass Lebensmittel
auch nicht mit geringsten Spuren von Schweinefleisch kontaminiert
werden, bis in österreichische Schweineställe, Schlachthöfe und
Gasthöfe.

Regisseur Christian Kugler und Kameramann Franz Posch verfolgen das
Leben des Freiland-Bio-Ferkels "Felix" von der Geburt bis zum
Wurstzustand, schauen in einer koscheren Schulküche in Deutschland
dem israelischen Koch über die Schulter und beobachten die
Herstellung von Marzipanschweinen und Sauköpfen aus nächster Nähe. Zu
Wort kommen neben koptischen Müllsammlern, denen die Hälfte ihrer
ohnehin elenden Lebensgrundlage genommen wurde, auch zahlreiche
Experten und mit dem Thema Befasste: Ethiker, Philosophen,
Religionswissenschafter, Tierärzte, Kulturhistoriker, Landwirte und
Geistliche. Sie alle versuchen zu erklären, warum der Mensch auf
rätselhafte Weise ein Lebewesen, das ihm so ähnelt und nahesteht,
gleichzeitig verteufelt und tabuisiert, als Fleischspeise quält und
vergöttert, als Glückssymbol belächelt und als Schimpfwort
missbraucht.

"kreuz und quer" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der
Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand
abrufbar und steht als zeitnahe Servicewiederholung am Mittwoch im
Hauptabend auf dem Programm von ORF III Kultur und Information.