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Richi

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Forschungs-/Studienergebnisse in der Urologie
« am: 23. Mai 2011, 13:30 »
Urologie 9. Februar 2010

Uro-Onkologie aktuell

Die Highlights der wichtigsten internationalen Kongresse des Jahres 2009 wurden niedergelassenen Fachärzten im Rahmen des „Oncoforum Urology“ von Experten präsentiert.

Unter der Leitung von Doz. Dr. Stephan Madersbacher, Sozialmedizinisches Zentrum Ost Donauspital, fand am 16. Jänner in Wien das Oncoforum Urology statt.

 

Neues zum Prostatakarzinom wurde von Madersbacher und Prof. Dr. Gero Kramer vorgestellt.
Prostatakarzinom

2009 wurde eine große europäische Screeningstudie publiziert, „um die kommt man nicht herum“, wie Madersbacher berichtete (Schröder et al, N Engl J Med 2009; 360:1320-1328). Das Screening resultierte in einer 20-prozentigen Reduktion der prostatakarzinomspezifischen Mortalität, wobei allerdings Patienten mit einer Lebenserwartung von weniger als zehn Jahren vom Screening nicht profitierten. Die AUA empfiehlt, Männer über 40, die eine Lebenserwartung von mindestens zehn Jahren haben, zu screenen, wenn sie das wollen. Eine schwedische Studie konnte zeigen, dass der PSA-Wert um das 60. Lebensjahr ein hoher Prädiktor für die Mortalität aufgrund des Prostatakarzinoms ist: Wer mit 60 Jahren einen PSA-Wert unter 1 ng/ml aufweist, hat ein nur 0,3-prozentiges Risiko, daran zu versterben (AUA#162).

Viel beachtet wurde die REDUCE-Studie zur Krebsprävention bei einer Population mit hohem Risiko. Mit Dutasterid konnte das Risiko, innerhalb von vier Jahren am Prostatakarzinom zu erkranken, um 23 Prozent gesenkt werden. Zur Diagnostik wird die MR-gesteuerte Biopsie erwartet, da sie viel gezielter ist als die herkömmliche (EAU#298). Als Marker für die Rebiopsie hat sich in aktuellen Studien ASAP (atypical small acinar proliferation) als viel aussagekräftiger herausgestellt als PIN (Prostatic intraepithelial neoplasia) (AUA#2075, #2076).
Lokalisiertes Karzinom

In der Betreuung von Patienten mit einem lokalisierten Prostatakarzinom wird die Active Surveillance (AS) immer wichtiger (EAU#829, 959). In einer Studie ist unter AS in zehn Jahren kaum ein Patient am Prostatakarzinom gestorben: Das prostatakarzinomspezifische Überleben betrug 99 Prozent, das Gesamtüberleben 83 Prozent (AUA#1682).

Unterschiedliche Methoden der Prostatektomie wurden von Ficarra et al. bewertet. Es wurde weder der offenen noch der laparoskopischen oder der robotergestützten der Vorzug gegeben (Eur Urol 2009;55:1037-1063). Viele Patienten tendieren in Hinblick auf eine mögliche erektile Funktion (EF) zur Brachytherapie statt zur Operation. Diese bringt zwar gute Langzeitergebnisse, aber auch nach Brachytherapie verschlechtert sich die EF mit ein bis zwei Jahren Verzögerung, worauf PDE-5-Inhibitoren eingesetzt werden (AUA#1697).
Fortgeschrittenes Karzinom

Wie Prof. Dr. Gero Kramer, MedUni Wien, berichtete, ergab ein Vergleich zwischen intermittierender und kontinuierlicher Androgenblockade beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom keinen Unterschied hinsichtlich des Gesamtüberlebens und des progressionsfreien Überlebens (EAU#44). Zur Reduktion des Frakturrisikos wurde Toremifen erfolgreich eingesetzt (AUA#639). Denosumab reduzierte die Inzidenz von neuen vertebralen Frakturen um 62 Prozent.

Ein zentrales Thema beim hormonbehandelten oder kastrationsresistenten Prostatakarzinom ist die Androgenrezeptorexpression (ASCO#5002): diese Option erfährt mit besseren diagnostischen präklinischen Studien, Markern und Substanzen neuen Aufschwung. Es zeigte sich, dass im metastasierten Prostatakarzinom selbst wesentlich höhere Spiegel von Androgenrezeptoren und auch von steroidogenen Enzymen vorhanden sind als beim primären Prostatakarzinom oder in der Prostata. Die Tumorzelle produziert sich sozusagen ihr Testosteron in der Metastase selbst.

Darauf zielen neue Therapien ab. So scheint etwa Abirateron einen Effekt zu haben: Sowohl vor als auch nach Docetaxel bzw. nach Docetaxel und Ketoconazol waren signifikante PSA-Abfallraten nachweisbar. Ein PSA-Abfall von 30 Prozent wird als neuer Cut-off gewertet, da er sehr gut mit dem Überleben korreliert (ASCO#5046, #5047, #5048).

Weitere Substanzen, die derzeit erprobt werden, viele davon in Kombination mit Docetaxel, sind MDV3100 (ASCO#5011), OGX-011 (ASCO#5012), Dasatinib (ASCO#5061), AT-101 (ASCO#5062), Anti-Interleukin-6-Antikörper (ASCO#5063) und Sunitinib (ASCO#5166). Wie beim Nierenzellkarzinom ist auch hier die effektivste Sequenz und Kombination noch zu bestimmen.

In der TAX327-Studie wurde analysiert, welche unabhängigen Risikofaktoren für die Entscheidung zur Chemotherapie relevant sind: Es waren dies Schmerzen, viszerale Metastasen, Anämie und eine Progression im Knochenscan (ASCO#5137). C-reaktives Protein ist auch ein prognostischer Marker (ASCO#5168), ebenso Knochenmetastasen (ASCO#5160).
Urothelkarzinom des oberen Harntrakts (UKdOH)

Beim OKdOH hat sich in den letzten Jahren viel getan, wie PD Dr. Mesut Remzi, MedUni Wien, erläuterte. Ging man bisher davon aus, dass der Harnleitertumor im Vergleich zum Nierenbeckentumor schlechtere Aussichten hat, wurde nun gezeigt, dass die Tumorlokalisation kein unabhängiger prognostischer Marker ist. Als wichtigste prognostische Faktoren erwiesen sich Stadium, Grad und Tumorarchitektur (EAU#120, AUA#190).

Etwa ein Drittel der Patienten entwickeln nach UKdOH ein Blasenkarzinom. Zur Prävention wurde im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten Studie am Tag der Katheterentfernung während einer Stunde eine Chemoinstillation mit 40 mg Mitomycin vorgenommen. Primärer Endpunkt war ein Blasenkarzinom nach einem Jahr. In der Kontrollgruppe sind deutlich mehr Blasenkarzinome aufgetreten als in der Testgruppe (26 von 123 gegenüber 17 von 122) (EAU#1013).

Vom Blasenkrebs ist bekannt, dass Patienten, bei denen im Rahmen einer Zystektomie mehr als 20 Lymphknoten entfernt worden sind, eine bessere Prognose haben als diejenigen, bei denen weniger entfernt worden sind. Daher wurde die Auswirkung der Lymphadenektomie auch beim UKdOH untersucht: Patienten, bei denen mehr als acht Lymphknoten entfernt wurden, hatten eine signifikant bessere Prognose als diejenigen, bei denen weniger entfernt wurden. Das gilt jedoch, wie bei der Blase, nur für pN0 (AUA#341, #372).

Die „Ontario-Cancer-Registry”-Analyse untersuchte Daten von 680 Patienten und stellte dabei ein Fünfjahresgesamtüberleben von nur 52,6 Prozent fest. Therapien, die durchgeführt worden waren: Nephroureterektomie (69,7 %), radikale Nephrektomie allein (9,4 %), distale Ureterektomie allein (17,9 %), partielle Nephrektomie (1 %), Lymphadenektomie (nur 19,7 %) (AUA#365). Bei High-risk-Patienten hatte eine adjuvante Chemotherapie keinen Einfluss auf das Überleben (ASCO#5075).

Remzi unterstrich in seinem Vortrag die Relevanz einer neuen Subklassifikation des pT3: Eine Unterscheidung zwischen pT3a (mikroskopische Invasion des Nierenparenchyms) und pT3b (makroskopische Invasion) sei anzustreben, da sowohl das rezidivfreie Überleben als auch das tumorspezifische Überleben unterschiedlich seien (AUA#369).
Nierenzellkarzinom (RCC)

Dr. Franz Stoiber, Oberarzt am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz, ging in seinem Vortrag auf rezente Studien zu den Themen Laparoskopie, Small renal mass und metastasiertes Nierenzellkarzinom ein. Dass die laparoskopische Nephrektomie mittlerweile der Standard of Care beim RCC ist, belegt eine Arbeit unter der Leitung von Inderbir S. Gill. Mit Daten aus einer Follow-up-Zeit von zehn bis zwölf Jahren wurde gezeigt, dass das onkologische Langzeitergebnis mit dem der offenen Chirurgie bei geringerer Morbidität vergleichbar ist (Berger, A. et al.: J Urol 2009; 182: 2172-6). Immer häufiger werden laparoskopische Eingriffe auch bei komplizierten Tumoren vorgenommen, da die Komplikationsraten zurückgehen und die Nierenfunktion zusehends besser erhalten werden kann (AUA#1308). Voraussetzung für die Gleichwertigkeit ist ein erfahrenes Zentrum.

Gut selektionierte Patienten profitieren von einer organerhaltenden Operation (Nephron Sparing Surgery, NSS) (AUA#1220). Dass im Stadium cT1b, wenn technisch möglich, so operiert werden soll, zeigte ein Vergleich zwischen radikaler Nephrektomie und nierenerhaltender Operation (AUA#900). Gewebeschonende Operationen sind auch bei anderen Stadien bis zu einer Größe von 7 cm möglich, wobei die Nierenfunktion nach Eingriff mit der Größe des operierten Tumors abnimmt (AUA#899).

Neuere Studien hatten zum Ziel, das Risiko der „Small Renal Mass“ besser einzuschätzen. Tumoren von einer Größe unter drei Zentimetern korrelieren mit einem sehr geringen Metastasierungsrisiko (AUA#596). Je größer der Tumor allerdings wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er malign wird (AUA #602). Bei gut ausgewählten Patienten mit geringem Metastasierungspotenzial ist die Active Surveillance (AS) durchaus eine Option (AUA #896).

In den letzten Jahren wurde beim Angiomyolipom (AML) der Niere die Embolisation mit der Operation verglichen. In einer Studie mit 35 Patienten lag die Effektivität der Embolisation etwas unter der Operation (86 % gegenüber 100 %), allerdings gab es bezüglich Komplikationsrate, Kreatinin-Clearance und postoperativem Schmerz kaum Unterschiede (EAU#329).

Zur Behandlung des metastasierten RCC (mRCC) hat die FDA in den vergangenen Jahren einige neue zielgerichtete Therapien zugelassen: Sorafenib, Sunitinib, Temsirolimus, Everolimus, Bevacizumab, Pazopanib. Pazopanib führte im Vergleich zu Placebo zu einer Verdoppelung des progressionsfreien Überlebens (ASCO#5021). Allerdings ist noch unklar, ob diese Substanzen sequenziell verabreicht werden sollten, und wenn ja, in welcher Kombination. So scheint etwa die Sequenz Sorafenib-Sunitinib effektiver zu sein als die umgekehrte Folge (EAU#252). Weitere Wirkstoffe, die derzeit untersucht werden, sind Regorafenib, Vorinostat/Bevacizumab, Perifosin, Foretinib und Tivozanib. Bei ossären Metastasen des mRCC sollte Zoledronat eingesetzt werden (ASCO#5107, #5106).

Ein Highlight aus chirurgischer Sicht war die erste NOTES transvaginale Nephrektomie von Jihad Kaouk, Cleveland Clinic, außerdem sind bereits von Ribal MJ aus Barcelona (EAU 2009) mehrere Tumornephrektomien beschrieben worden. NOTES steht für „Natural Orifice Transluminal Endoscopic Surgery“.

 

Die zitierten Abstracts sind auf folgenden Websites nachzulesen:

EAU: www.uroweb.org/publications/eau-abstracts-online

AUA: www.aua2009.org

ASCO: www.asco.org/ASCOv2/Meetings/Abstracts?&vmview=abst_meeting_categories_view&confID=65

und auf www.oncoforum.org
Oncoforum Urology 2010
Das Oncoforum ist ein multinationales Programm, das auf der Reviewtätigkeit von sogenannten Oncoforum-Reportern basiert: 17 internationale Experten (Urologen, Onkologen und Radioonkologen) besuchen die wesentlichen internationalen uro-onkologischen Kongresse (EAU, AUA, ASCO, ASTRO). Als österreichischer Reporter ist Doz. Dr. Stephan Madersbacher eingebunden. Die Reporter identifizieren die relevantesten Abstracts und verfassen zusammen mit Medizinjournalisten etwa 400 Dias. Dieser Diasatz wird von allen 17 Oncoforum-Reportern unabhängig voneinander hinsichtlich der klinischen Relevanz und Innovation bewertet. Zwei Monate nach Kongressende werden die Informationen auf der Plattform www.oncoforum.org zur Verfügung gestellt. Die finanziellen Ressourcen für dieses Programm werden von der Firma Astellas Pharma zur Verfügung gestellt.

Von Mag. Patricia Herzberger, Ärzte Woche 6 /2010
© 2010 Springer-Verlag GmbH, Impressum

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http://www.springermedizin.at/artikel/15319-uro-onkologie-aktuell

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Forschungs-/Studienergebnisse in der Urologie: Oncoforum 2011
« Antwort #1 am: 23. Mai 2011, 13:32 »
Oncoforum 2011: Neues zu Tumoren von Niere, Blase, Hoden und Penis

Das Jahr 2010 brachte eine Fülle von Daten zu einigen Tumoren des Urogenitaltraktes. Im Rahmen des von Astellas veranstalteten Oncoforums Urology 2011 wurden sie von den österreichischen Experten Priv.-Doz. Dr. Mesut Remzi, Univ.-Prof. Dr. Manuela Schmidinger, Prim. Priv.-Doz. Dr. Walter Albrecht und Dr. Michael Scholz vorgestellt.

Vorteile für die partielle Nephrektomie

Als neuer Marker für eine Progression des Nierenzellkarzinoms könnte sich die Matrix-Metalloproteinase 7 (Serum Pro-MMP-7) etablieren. Im Rahmen einer prospektiven multizentrischen Studie mit 264 Patienten nach radikaler Nephrektomie und einem Follow-up von 27 Monaten korrelierte Serum-Pro-MMP-7 nicht nur mit der Symptomatik, Tumorgröße, dem Fuhrman-Grad und tumorspezifischem Überleben, sondern auch mit früher Progression (Bigot P et al, EAU 2010: Abstr #566). „Somit scheint Serum-Pro-MMP-7 ein guter Marker nach der Operation zu sein“, sagt dazu Priv.-Doz. Dr. Mesut Remzi von der Medizinischen Universität Wien. Ebenfalls von Interesse ist die Carboanhydrase-9 (CA9). Die mRNA für CA9 könnte sich als weiterer neuer Marker sowohl für die Diagnose als auch für die Prognose des klarzelligen Nierenkarzinoms eignen. Eine aktuelle Arbeit zeigte, dass mehr als 90% der Patienten mit NZK und 0% der Kontrollen eine detektierbare CA9 mRNA aufwiesen. CA9 mRNA korrelierte mit Tumorgröße und Stadium. Eine Woche nach chirurgischer Therapie kam es zu einem Abfall. Ein Nachweis von CA9 mRNA nach OP korre­lierte mit dem Auftreten von Metastasen (Li G, EAU 2010: Abstr #289). Allerdings müssen diese Daten noch in größeren Studien und von anderen Zentren überprüft werden.

Hinsichtlich der chirurgischen Therapie wurden Vergleichsdaten zwischen laparoskopischer und roboterassistierter partieller Nephrektomie veröffentlicht. Sie zeigen, dass beide Techniken dann und nur dann gut sind, wenn sie von erfahrenem Personal durchgeführt werden (Simhan, Uzzo; AUA 2010: Abstr #988). Laut einer retrospektiven Analyse wurde die partielle Nephrektomie häufiger eingesetzt, wenn die Patienten nach 2002 diagnostiziert wurden und kleinere Tumoren (<4cm) aufwiesen, was naheliegenderweise ein besseres Gesamtüberleben ergab. Als Alternative zur partiellen Nephrektomie wird von manchen Zentren auch die Tumorenukleation entlang der Pseudokapsel propagiert. Aus Florenz kommen Daten einer prospektiven Studie mit 164 Patienten und einem mittleren Follow-up von 33 Monaten (Minervini A, BJU 2011; in press). Remzi: „In der bereits online verfügbaren Publikation werden ein Lokalrezidiv im Bereich der Resektionsfläche und drei Lokalrezidive in derselben Niere beschrieben. Da muss man also vorsichtig sein und vor allem sollte die Pseudokapsel immer intakt sein, wenn man sich zu diesem Vorgehen entschließt.“ Erfreulich sind Daten, die zeigen, dass beim klinischen T1-Tumor ein pathologisches Upstaging nicht zu einer schlechteren Prognose führt. Beim lokal fortgeschrittenen, nicht metastasierten Karzinom ist hingegen die radikale Nephrektomie überlegen. Bei Beteiligung von Lymphknoten sollte eine adjuvante Therapie erwogen werden (O’Brian M, EAU 2010: Abstr #442).

Eine externe Evaluierung des Padua-Scores (Ficarra V et al, Eur Urol 2009; 56: 186–93) zeigte, dass dieser das Risiko einer Komplikation und die Ischämiezeit verlässlich vorhersagen kann. Damit kann der Padua-Score helfen, Patienten für laparoskopische partielle Nephrektomien zu selektionieren. Aktuelle Daten gibt es auch hinsichtlich des Risikos, nach einer Nephrektomie einen Diabetes mellitus zu entwickeln. In einer an zwei Zentren durchgeführten Studie mit mehr als 900 Patienten betrug dieses Risiko nach radikaler Nephrektomie 11,4%, bei Nierenerhaltung nur 3,5%. Auch im Hinblick auf die Nierenfunktion ist das Outcome nach partieller Nephrektomie besser als nach radikaler – das gilt selbst dann, wenn die partielle Nephrektomie mit verlängerter Ischämie verbunden ist (Lane B, AUA 2010: Abstr #815). Hinsichtlich der Erholung der Nierenfunktion nach offener und laparoskopischer partieller Nephrektomie zeigte eine Studie mit rund 1.000 Patienten einen kleinen, aber signifikanten Unterschied zugunsten des laparoskopischen Vorgehens (Adamy et al, Eur Urol 2010; 58: 596). Auch Multifokalität steht, so Remzi, heute einer nierenerhaltenden Operation nicht mehr im Weg, wie auch aktuelle Daten zeigen (Gupta G, Urol 2010; 184[1]: 59–63).

Antiangiogenese gegen das metastasierte Nierenzellkarzinom

„Systemische Therapie des Nierenzellkarzinoms bedeutet 2011 Antiangiogenese“, sagt Univ.-Prof. Dr. Manuela Schmidinger von der klinischen Abteilung für Onkologie an der Universitätsklinik für Innere Medizin I am Wiener AKH. Unter dem Begriff Nierenzellkarzinom fasst man Tumore verschiedenen epithelialen Ursprungs zusammen, die Resultat verschiedenster genetischer Abnormitäten sind und unterschiedliche morphologische Merkmale aufweisen. Der häufigste Typ ist das klarzellige Karzinom mit Verlust oder Mutation des VHL-Gens und, damit verbunden, der vermehrten Transkription hypoxieinduzierbarer Gene, die für Angiogenese und Proliferation verantwortlich sind. Von besonderer Bedeutung ist dabei der Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF), der zur Progression dieses stark vaskularisierten Tumors führt.

Damit ist die Rationale für den Einsatz antiangiogenetischer Therapien gegeben. Moderne RCC-Therapie umfasst Substanzen, die Angiogenese inhibieren. Dies kann erfolgen durch direkte Hemmung des VEGF (Bevacizumab), durch Hemmung der VEGF-Signalkaskade (Sunitinib, Pazopanib, Sorafenib) oder durch Hemmung von mTOR, einem Enzym, das ebenfalls Angiogenese mediiert (Temsirolimus, Everolimus). Auch das seit Langem eingesetzte Interferon alpha wirkt nicht nur immunmodulierend und apoptoseinduzierend, sondern auch angiogeneseinhibierend. Leider ist diese Wirkung aber beim Nierenzellkarzinom nur sehr moderat. Schmidinger verweist auf eine Cochrane-Analyse, die für die Zytokinbehandlung zwar Wirksamkeit zeigt, im Vergleich zu nicht zytokinbasierter Therapie jedoch nur mit einem Unterschied, der sich selten auf das Überleben auswirkt. Mehr als 90% der Patienten profitieren nicht von Zytokinen. Es konnte kein Benefit für Patienten mit ungünstigen oder intermediären Prognosefaktoren nachgewiesen werden.

Mangels Alternativen ist IFN-alpha jedoch der Goldstandard, an dem alle neuen Therapien gemessen werden. Für Sunitinib konnte die Überlegenheit in Studien nachgewiesen werden (Motzer RJ, NEJM 2007; Motzer RJ, J Clin Oncol 2009). Das progressionsfreie Überleben liegt beim metas­tasierten Nierenzellkarzinom unter Sunitinib bei 11 Monaten im Vergleich zu INF-alpha mit 5 Monaten. Sunitinib und Temsirolimus sind die einzigen Substanzen, für die in Monotherapie die Überlegenheit im Vergleich zu INF-alpha gezeigt wurde. Für Bevacizumab gibt es Daten nur in Kombination mit IFN-alpha. Sorafenib war nicht besser als INF-alpha und zu Pazopanib gibt es diese Vergleichsdaten nicht. Daher wird gegenwärtig beim metastasierten Nierenzellkarzinom mit guten oder intermediären Prognosefaktoren Sunitinib, bei ungünstiger Prognose Temsirolimus als Erstlinie empfohlen. Schwieriger ist die Situation im Hinblick auf die Zweitlinientherapie. Hier gibt es eine Phase-III-Studie nach TKI-Versagen mit Everolimus und zwei Phase-III-Studien nach Zytokinen mit Sorafenib bzw. Pazopanib. Für Everolimus betrug das mediane progressionsfreie Überleben dabei 4,9 Monate, für Placebo 1,9 Monate (Motzer et al, J Clin Oncol 2004; 22: 454–463). Schmidinger: „Everolimus ist die einzige evidenzbasierte Therapie nach First-Line-TKI.“ Nach Zytokinvor­therapie erwiesen sich sowohl Sorafenib als auch Pazopanib als wirksam.

Blasen-Ca: zirkulierende Tumorzellen prognostisch ungünstig

„Beim Blasenkarzinom lag der Fokus der klinischen Forschung im Jahr 2010 auf Narrow Band Imaging, zirkulierenden Tumorzellen, CIS, adjuvanter Chemotherapie und Lymphadenektomie“, sagt Prim. Priv.-Doz. Dr. Walter Albrecht von der Abteilung für Urologie am Landesklinikum Weinviertel in Mistelbach. Neue Daten gibt es jedoch auch zur Epidemiologie. So zeigte eine große, prospektive Kohortenstudie, dass Rauchen das Risiko für ein Blasenkarzinom auch nach mehr als 20 Jahren noch erhöht (AUA 2010: Abstr #1160 und #1026). Umgekehrt reduziert eine Nykturie das Risiko deutlich (EAU 2010: Abstr #42). Dr. Albrecht: „Wer mindestens zweimal pro Nacht hinaus muss und auch noch viel trinkt, hat eine 80%ige Risikoreduktion.“ Generell schützt hohe Flüssigkeitsaufnahme vor Blasenkrebs (EAU 2010: Abstr #669). Eine Analyse der SEER-Datenbank zeigt für das in unseren Breiten sehr seltene primäre Adenokarzinom der Blase eine sehr ungünstige Prognose und schlechtes Ansprechen auf Therapie (AUA 2010: Abstr #1827).

In der Diagnostik gewinnt das Narrow Band Imaging an Bedeutung. Dr. Albrecht: „Dieses Licht kann Bruchteile von Millimetern in die Schleimhaut eindringen und die Gefäße darstellen.“ Im Vergleich zu White Light hat sich die Methode als deutlich überlegen erwiesen (AUA 2010: Abstr #1355). Zirkulierende Tumorzellen (CTCs) konnten bei Patienten mit nicht invasiven High-Risk-Tumoren als unabhängiger Risikofaktor überführt werden (AUA 2010: Abstr #968). Weitere Arbeiten zeigen, dass CTCs bei rund einem Drittel der Patienten mit fortgeschrittenem Blasenkarzinom gefunden werden und auch hier prognostisch ungünstig sind (AUA 2010: Abstr #961). Auch zeigte sich eine gute Korrelation zwischen CTCs und pathologischem Staging sowie klinischem Outcome (AUA 2010: Abstr #1025).

In der Histologie hat sich ein Substaging mit Unterscheidung zwischen pT1 micro-invasive (pT1m) und pT1 extensive-invasive (pT1e) als sinnvoll erwiesen (EAU 2010: Abstr #195). Die Autoren empfehlen eine Übernahme dieser Differenzierung in die TNM-Klassifikation. Auch zur Instillation gibt es Neues. Eine Studie mit mehr als 300 Patienten zeigt, dass eine präoperative Instillation bei Patienten mit intermediären und High-Risk-Tumoren Vorteile bringt (EAU 2010: Abstr #196; AUA 2010: Abstr #1346). Diabetes mellitus konnte im Zusammenhang mit einer Instillation als Risikofaktor für Rezidiv, Progression und Zystektomie identifiziert werden (AUA 2010: Abstr #1347). Bei Patienten mit primärem CIS ist das Ansprechen auf eine BCG-Therapie nach sechs Monaten ein guter Prädiktor für die Progression zum invasiven Karzinom (EAU 2010: Abstr #1034; AUA 2010: Abstr #158). Eine Studie mit 243 Patienten, die wegen eines klinischen CIS zystektomiert wurden, zeigt, dass bei 36% ein Upstaging erforderlich wurde. In einigen Fällen wurde auch eine Invasion der Lymphknoten bzw. Lymphknotenmetastasen festgestellt (EAU 2010: Abstr #199). Ein ungünstiges Licht auf die Behandlungsqualität werfen zwei auf dem AUA präsentierte Arbeiten, die zeigen, dass die meisten Patienten mit oberflächlichem Blasenkarzinom keine Therapie erhalten, die den heutigen Standards entspricht.

Hodentumoren: gute Daten für zurückhaltendes Vorgehen

Neues gibt es auch zur Therapie der Hodentumoren. Eine retrospektive Studie aus Kanada zeigt, dass beim Seminom im Stadium I Surveillance mit Radiotherapie (RT) beim ersten Rezidiv im Vergleich zur adjuvanten RT zu einer geringeren Belastung ohne Nachteile für den Patienten führt (ASCO 2010: Abstr #4534). Dies ist auch insofern von Bedeutung, als mehrere ebenfalls 2010 präsentierte Arbeiten zeigen, dass Seminom-Patienten nach RT ein erhöhtes Risiko für ein Zweitkarzinom haben (ASCO 2010: Abstr #4537, #4538). „Angesichts dieser Daten sollte man Patienten im Stadium I Surveillance als Strategie anbieten“, sagt Dr. Michael Scholz, Oberarzt an der urologischen Abteilung des Kaiser-Franz-Josef-Spitals. Auch das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen ist nach einer Radiotherapie erhöht (ASCO 2010: Abstr #4533). Generell tendiert man immer mehr zu einer abwartenden Haltung. So zeigt eine kleine prospektive Studie, dass zufällig entdeckte kleine Knoten (<1cm) in den Hoden zu 77% gutartig sind. Bei fortgeschrittenen Hodentumoren wurde gezeigt, dass vor der Orchiektomie die Chemotherapie durchgeführt und abgeschlossen werden sollte, weil eine Opera­tion während der Chemotherapie mit schlechterem Überleben assoziiert ist (ASCO 2010: Abstr #4584). In einer retrospektiven Analyse wurden Vorteile einer Hochdosischemotherapie beim metastasierten Hodenkrebs nachgewiesen (ASCO 2010: Abstr #4513). Bei fortgeschrittenen Hodentumoren kann die Chemotherapie eine chirurgische Intervention nicht ersetzen, weil bei Salvage-Chemo und OP nur mehr ein schlechteres Outcome erreicht wird (AUA 2010: Abstr #562). Eine deutsche Studie zeigte, dass das Risiko für vaskuläre Komplikationen nicht mit der Größe des Tumors korreliert, sondern mit der IGCCCG-Klassifikation (ASCO 2010: Abstr #4586). Scholz: „Daher wird empfohlen, Patienten mit intermediärem oder hohem Risiko an spezialisierte Zentren zu überweisen.“

Auch beim Peniskarzinom geht die Tendenz in Richtung möglichst organerhaltender Operation. Eine Studie an 63 Patienten mit Plattenepithelkarzinom zeigte bei peniserhaltendem Vorgehen zwar häufiger positive Schnittränder, jedoch seltener Lokalrezidive als nach radikaler Operation (AUA 2010: Abstr #570). Dazu passen die Daten einer kleinen Single-Center-Studie, die nahelegen, dass fokal (im Gegensatz zu ausgedehnt) positive Schnittränder nur ein geringes Risiko für ein Lokalrezidiv bedeuten (EAU 2010: Abstr #552). Sowohl das histologische Grading als auch eine Invasion der Lymphknoten wurden als Prädiktoren für okkulte Metastasen identifiziert (AUA 2010: Abstr #571). In der Therapie des metastasierten Peniskarzinoms dürfte laut einer Phase-II-Studie eine neoadjuvante Chemotherapie mit Paclitaxel, Ifosfamid und Cisplatin Vorteile bringen (AUA 2010: Abstr #569).

Bericht: Reno Barth

Quelle: Oncoforum 2011 , 15. Januar 2011, Wien, Fortbildungsveranstaltung mit freundlicher Unterstützung der Firma Astellas Pharma GesmbH

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Geri

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Urologie-Studien­register global vernetzt
« Antwort #2 am: 26. Juli 2012, 00:52 »


Urologie-Studien­register global vernetzt

Mittwoch, 25. Juli 2012

Hamburg – Auf ihr seit 2010 bestehendes Register mit urologischen Studien aus Deutschland hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) hingewiesen. „Ziel des Registers ist, dass sich Ärzte, Betroffene und potenzielle Studienpartner rasch und übersichtlich über die Studienaktivitäten in der Urologie umfassend informieren können“, erläuterte Bernd Wullich, Leiter des DGU-Studienregisters und DGU-Vorstand für Forschungsförderung. Er betonte, das Register sei nun durch eine direkte Anbindung an das offizielle deutsche Primärregister der Weltgesundheitsorganisation, das „Deutsche Register Klinischer Studien“ (DRKS), nochmals deutlich aufgewertet worden.

zum Thema

    zum Studienregister

Über seinen öffentlichen und kostenfreien Zugang bietet das DGU-Register verschie­dene Modi für die Suche nach urologischen Studien. Durch den Kooperations­vertrag mit dem DRKS hat die Fachgesellschaft die Suchmaske um zusätzliche Optionen erweitert. So kann der Nutzer die Suche auf spezielle Erkrankungen eingrenzen oder auch nach einem bestimmten Status der Rekrutierung von Studienteilnehmern filtern.

Besonders wichtig ist laut der DGU, dass durch die Anmeldung und Registrierung geplanter klinischer Studien über das Studienregister und damit letztlich über das DRKS die Anforderungen des International Committee of Medical Journal Editors (ICMJE) zwingend erfüllt werden.

Sie verlangen im Kern, dass geplante klinische Studien vor Forschungsbeginn ange­meldet und registriert werden müssen. Andernfalls sei eine spätere Veröffentlichung der Ergebnisse in medizinischen Fachmedien abzulehnen. Hintergrund dafür ist der soge­nannte Publikationsbias, die unausgewogene und statistisch verzerrte Darstellung der Forschung zu einem Thema insgesamt.

„Indem unerwünschte oder nicht-signifikante Ergebnisse in Schubladen verschwinden, werden Berichterstattung und Überblick über die tatsächliche Forschung zu dem Thema verzerrt“, erläuterte der Administrator des Registers, Christoph Becker. Dem wirke die ICMJE-konforme prospektive Registrierung klinischer Studien entgegen. © hil/aerzteblatt.de

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Forschung zu Prostatavergrößerung
« Antwort #3 am: 05. Oktober 2012, 19:18 »


05.10.2012
 
   
Wolfgang-Mauermayer-Preis für Forschung zu Prostatavergrößerung aus

Für seine Forschungen auf dem Gebiet der gutartigen Prostatavergrößerung ist der Gießener Urologe Dr. med. Dr. phil. Thomas Bschleipfer mit dem mit 5.000 Euro dotierten Wolfgang-Mauermayer-Preis der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) ausgezeichnet worden. Der Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Urologie, Kinderurologie und Andrologie erhielt diesen Preis gemeinsam mit seinem Kollegen PD Dr. Thorsten Bach, Oberarzt der Abteilung Urologie der Asklepios Klinik Barmbek, im Rahmen des 64. Kongresses der DGU in Leipzig. Der Preis wurde von der Firma GlaxoSmithKline gestiftet und wird jährlich zu Ehren des Münchner Urologen Prof. Dr. med. Wolfgang Mauermayer vergeben.


Der Mediziner der Justus-Liebig-Universität Gießen untersuchte in seiner Arbeit die Auswirkungen der gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) auf Veränderungen der Harnblasensensorik. Im Tiermodell konnte Dr. Dr. Bschleipfer zeigen, dass Harnabflussstörungen, wie sie beispielsweise bei einer BPH vorliegen, zu Veränderungen der sensorischen Nervenfasern der Harnblase führen.

Diese Veränderungen können zur Entstehung einer überaktiven Blase beitragen, ein Krankheitsbild, welches durch starken und imperativen Harndrang, häufigen Toilettengang und nächtliches Wasserlassen gekennzeichnet ist. Die Ergebnisse dieser Studie stellen eine wichtige Erkenntnis dar, um die Entstehung der überaktiven Blase besser verstehen und so neue Therapieoptionen entwickeln zu können.

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen

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Forschungs-/Studienergebnisse in der Urologie
« Antwort #4 am: 21. Februar 2013, 21:22 »



Uro-Onkologische Forschung auf den Punkt gebracht

Wien (OTS) - Das Jahr 2012 brachte eine Fülle von Daten zu einigen
Tumoren des Urogenitaltraktes. Im Rahmen des von Astellas
veranstalteten "Oncoforums Urology 2013" wurden sie am 12. Jänner
2013 von österreichischen Experten unter dem Vorsitz von Univ.-Prof.
Dr. Stephan Madersbacher vorgestellt. Im Fokus der
Fortbildungsveranstaltungen standen neueste Erkenntnisse zur
Diagnostik und Therapie urogenitaler Karzinome.

Beim Besuch eines internationalen Urologie-Kongresses wird bald
klar, dass ein einzelner Arzt kaum den Überblick über den Stand der
Forschung und die aktuellen klinischen Studien halten kann. Genau
hierzu hat sich vor fünf Jahren Astellas Gedanken gemacht und ein
System aus Scouts und Reviewern ins Leben gerufen.
Forschungsergebnisse, welche die urologische Praxis in naher Zukunft
beeinflussen, werden genau evaluiert, sauber aufgearbeitet und als
Dia ins Netz gestellt. Dieser zusätzliche Peer-Review soll es
ermöglichen, die Rosinen aus dem Kuchen aller Präsentationen an
internationalen Meetings sicher zu identifizieren. Dank dieser Dias
lassen sich später effizient lokale Meetings organisieren und das
Wissen schnell und strukturiert weitergeben.
Praxisrelevante Erkenntnisse für Uro-Onkologen

Mit dem in Wien stattfindenden "Oncoforum" leistet Astellas Pharma
bereits seit 2009 einen entscheidenden Beitrag zur Weiterbildung von
onkologisch tätigen Urologen. In Österreich haben sich führende
Experten aus der Uroonkologie, Radioonkolgie und Onkologie bereit
erklärt die fachspezifischen Vorträge zu halten.
"Der Hintergrund für das Oncoforum ist die Tatsache, dass die Fülle
der jährlich auf den wesentlichen Kongressen präsentierten Abstracts
(ca. 5.000) zu uro-onkologischen Aspekten von einer Person nie mehr
erfasst werden kann. Hier greift das Oncoforum-Programm ein:
Insgesamt 17 internationale uro-onkologische Experten besuchen in
unterschiedlicher Zusammensetzung die vier wichtigsten Kongresse, auf
denen uro-onkologische Daten veröffentlicht werden. Zusammen mit vor
Ort anwesenden 'Medical Writern' wird ein Diadatensatz, der die
wichtigsten Daten enthält, erstellt. Dieser Diadatensatz wird in
weiterer Folge von 17 Experten unabhängig voneinander gewertet,
gereiht und zum Teil auch kommentiert", so der Vorsitzende des
Oncoforums in Wien, Univ.-Prof. Dr. Stephan Madersbacher.

"Das 'Oncoforum Urology' ist daher eine gute Möglichkeit, sich in
komprimierter Form über die bedeutendsten uro-onkologischen
Forschungsergebnisse zu informieren. Wir freuen uns, die Ärzte mit
dieser in Österreich einzigartigen Veranstaltungsreihe bei ihrer
Fort- und Weiterbildung unterstützen zu können", erklärt Berthold
Cvach, Geschäftsführer Astellas Pharma Österreich.

Auch für 2014 ist wieder eine Veranstaltungsreihe geplant.
Allgemeine Informationen über das Forum erhalten Interessierte auf
der Internetseite www.oncoforum.org.
Über Astellas Pharma

Astellas Pharma Ges.m.b.H., niedergelassen in Wien, Österreich,
ist ein Tochterunternehmen von Astellas Pharma Europe Ltd. in
Großbritannien und hat sein globales Headquarter in Tokio, Japan.
Astellas ist ein pharmazeutisches Unternehmen, das sich zum Ziel
gesetzt hat, weltweit die Gesundheit der Menschen durch die
Bereitstellung innovativer und zuverlässiger Pharmazeutika zu
verbessern. Astellas Pharma Europe Ltd. ist für 21 Niederlassungen in
Europa, den mittleren Osten und Afrika zuständig, sowie für eine F&E
Niederlassung und drei Produktionsstätten. Das Unternehmen
beschäftigt in diesen Regionen an die 3.800 Mitarbeiter und weltweit
15.000 Personen.

OTS-Originaltext Presseaussendung

Evi

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ORF Report brachte gestern diese Sendung mit rund 10 Spitzenärzten der Urologie.

« Letzte Änderung: 07. Juli 2016, 10:41 von Josef »

Josef

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Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

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Urologie Kongress EAU
« Antwort #7 am: 23. Juli 2020, 13:58 »



Liebe Leserinnen und Leser der Urologischen Nachrichten,

Corona macht’s möglich – das heißt notwendig: Statt Tausender Urologen aus aller Welt, die sich beim Jahreskongress der European Association of Urology (EAU) üblicherweise im Frühjahr in einem Kongresszentrum einer großen europäischen Stadt drängeln, saßen sie nun alle vor ihren Bildschirmen und verfolgten das Programm vom 17. bis 19. Juli online. Damit wollte die europäische Fachgesellschaft nach der Absage des Präsenzkongresses, der eigentlich im März in Amsterdam stattfinden sollte, ein Ersatzprogramm bieten, das mit einer Reihe von Online-Abendveranstaltungen noch ausgeweitet wird.

EAU-Generalsekretär Prof. Chris Chapple zeigte sich nach dem ersten Tag zufrieden und sicherlich auch erleichtert: „Ich denke, wir haben gute Arbeit geleistet, um es so interaktiv wie möglich zu gestalten. Die Moderatoren geben ihr Bestes, um Fragen der Zuschauer weiterzuleiten und Diskussionen zu beginnen.“

Tatsächlich gab es viel Spannendes auf dem ersten EAU-Online-Kongress, von dem wir drei Meldungen für Sie ausgesucht haben – weitere folgen. Am aufregendsten ist vielleicht die große Studie EUPROMS, welche die Auswirkungen der Prostatakrebstherapie aus Patientensicht beschreibt.
Dabei wird deutlich, dass die Probleme mit Inkontinenz und erektiler Dysfunktion wohl noch schlimmer sind als gedacht. Dass Erektionsstörungen durch Pornofilme nicht besser werden, sondern eher schlimmer, zeigt eine weitere Arbeit vom EAU-Kongress. Eine Forschungsarbeit aus Belgien fügt den immer zahlreicheren Teilen des Prostatakrebs-Puzzlespiels ein weiteres Risiko-Gen hinzu.

Zu dem Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) über die Fusionsbiopsie beim Verdacht auf Prostatakarzinom hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) eine kritische Stellungnahme eingereicht (wir berichteten). Die Urologischen Nachrichten sprachen mit DGU-Präsident Prof. Jens Rassweiler über die wesentlichen Kritikpunkte. Die Fachgesellschaft bemängelt vor allem, dass für die Analyse eine Methode angewendet wurde, die für die Beurteilung diagnostischer Verfahren überhaupt nicht geeignet sei.

Eine gesunde und erfolgreiche Woche wünscht Ihnen

Ihr Markus Schmitz
Dipl.-Biol.
Redaktion Urologie