Autor Thema: Allergie gegen Gräser  (Gelesen 10146 mal)

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Jutta

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Allergie gegen Gräser
« am: 28. Juli 2008, 14:31 »

Sublingualtablette verringert Symptome um mehr als ein Drittel / Rasche Aufdosierung vor der Pollensaison

MÜNCHEN (sto). Für erwachsene Patienten, die unter einer durch Gräserpollen ausgelösten allergischen Rhinitis oder Konjunktivitis leiden, gibt es jetzt eine neue Option zur sublingualen Immuntherapie, und zwar als Tablette. Die Symptome gehen bereits im ersten Behandlungsjahr deutlich zurück.

Die Sublingualtablette Oralair® Gräser enthält die fünf in Europa vorherrschenden Gräserallergene. Die Tablette wird am besten morgens mindestens eine Minute unter der Zunge gehalten und dann auf nüchternem Magen geschluckt.

Die Behandlung beginnt etwa vier Monate vor dem erwarteten Start der Pollensaison und wird über die gesamte Saison fortgeführt. Eingeleitet wird die Therapie mit einer kurzen Auftitration über drei Tage bis zur Erhaltungsdosis von 300 IR einmal täglich.

Für die Patienten sei die einfache und unkomplizierte Art der Anwendung ein großer Vorteil, erklärte die niedergelassene HNO-Ärztin Dr. Sylvia Schnitzer aus Grevesmühlen bei der von Stallergenes veranstalteten Einführungspressekonferenz in München. Der Patient erhalte immer die richtige Dosierung, und die Tabletten könnten ohne weiteren Aufwand überall hin mitgenommen werden. Und: Häufige Arztbesuche wie bei der klassischen subkutanen Hyposensibilisierung entfallen, betonte Schnitzer.

Wirksamkeit und Verträglichkeit der Gräsertablette wurden in einer Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie bei 628 Patienten mit allergischer Rhinokonjunktivitis und/oder allergischem Asthma untersucht, wie der Allergologe Professor Torsten Zuberbier von der Charité in Berlin berichtete.

Nach dem ersten Studienjahr waren Symptome wie Niesen, Rhinorrhoe, nasale Kongestion, Juckreiz der Augen und tränende Augen - beurteilt nach einem 18-Punkte-Score - um 37 Prozent geringer als mit Placebo. Schwere unerwünschte Wirkungen seien bei der Therapie nicht festegestellt worden, sagte Zuberbier.

Geri

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Allergie
« Antwort #1 am: 29. Juli 2008, 09:30 »
Viel versprechender Therapieansatz bei Allergien und chronischen Leiden

Eine komplementärmedizinische Behandlungsmethode aus Deutschland findet auch in den Nachbarländern Österreich und der Schweiz zunehmende Beachtung.

Wer heute unter Allergien (griechisch „die Fremdreaktion“) oder anderen chronischen Beschwerden leidet, hat aus schulmedizinischer Sicht bestenfalls zwei Optionen. Zum einen kann der Allergiker mittels Medikamente die Symptome halbwegs unter Kontrolle bekommen. Zumindest für eine gewisse Zeit, bis sich der Körper an die Medikamente gewöhnt hat und die Symptome wieder zunehmen. Und zum anderen kann er eine so genannte Hypersensibilisierung (auch Desensibilisierung oder SIT) durchführen. Das heißt: Der Körper wird über mind. 3 Jahre langsam an ein einziges Allergen gewöhnt. Das funktioniert jedoch nur bei einer Allergie. Doch die meisten Allergiker haben mehr als nur eine Allergie, so dass sie ihre Allergien möglicherweise niemals loswerden.

Allergie-Immun, das in Rheinland-Pfalz angesiedelte Privatinstitut für komplementärmedizinische Forschung geht bei Allergien und chronischen Beschwerden einen ganz anderen Weg. So gehen die Forscher davon aus, dass eine Allergie vererbt wird, wie beispielsweise ein Talent. Solche Arten der Vererbung sind bis heute allerdings nicht auf der molekularen Ebene erforscht, dennoch sind sie vorhanden. Erste Ansätze hierfür gibt es in der Epigenetik, wo Wissenschaftler davon ausgehen, dass unsere Erfahrungen, die wir machen, die Gene unsere Kinder beeinflussen können. Das heißt: was wir erleben oder erfahren, können wir an die nächsten Generationen in irgendeiner Weise weiter vererben. Wie unser Körper das genau anstellt, ist bis heute nur in Ansätzen erforscht.

Allergie-Immun forscht seit vielen Jahren nach den Ursachen von Allergien, die schulmedizinisch nicht bekannt sind. Im Laufe der Jahre ist so ein Analyse- und Therapieverfahren entstanden, die dem allergisch reagierenden Körper beibringen kann, wieder ordnungsgemäß mit harmlosen Stoffen umzugehen. Denn die Forschungen zeigen, dass der allergisch reagierende Körper viele harmlose Stoffe als „Feind“ eingestuft hat. Durchaus denkbar, dass sich im Rahmen der Industrialisierung bestimmte Moleküle verändert haben, und diese „falsche Handlungsanweisung“ auf harmlose Stoffe vererbt werden.

„Unser Therapieansatz wirkt somit auf einer anderen Ebene als die Schulmedizin“, so der Forschungsleiter Heinz Grundmeyer. „Wir sind heute in der Lage, so gut wie jeden Stoff zu erkennen, auf den ein Allergiker falsch reagiert. Genau so gut sind wir in der Lage, dem falsch handelnden Körper beizubringen, wieder „normal“ auf harmlose Stoffe nicht zu reagieren. Hierzu bedienen wir uns der Lernfähigkeit unserer Zellen. Das heißt: Wenn Zellen eine chemische Reaktion auslösen, ist dafür ein bestimmtes Aktionspotenzial in den betroffenen Immunzellen erforderlich. Dieses Aktionspotenzial können wir messen und den einzelnen Allergenen zuordnen. Es ist praktisch wie ein epigenetischer Schalter der entscheidet, ob es sich bei dem Stoff um ein „Freund“ oder „Feind“ handelt. Diese Schalterstellung können wir von „an“ auf „aus“ stellen. Das errechen wir, indem wir dem Körper das gegenpolige Aktionspotenzial zur Verfügung stellen. Die entsprechenden Muster können so auf Wasser geprägt werden. Nimmt der Betroffene diese Tropfen, die wir unser „Energetikum“ nennen, für eine bestimmte Zeit ein, ändert der Körper das entsprechende Aktionspotenzial seiner Zellen, die Reaktionen bleiben aus.

Nach wissenschaftlichen Kriterien können wir unser Verfahren zwar (noch) nicht beweisen, aber wenn wir täglich Rückmeldungen bekommen, dass das Asthma des Sohnes, oder die Neurodermits der Tochter nach und nach verschwunden sind, oder uns Betroffene anrufen, die plötzlich wieder alles problemlos essen können und sich wohl und wieder fit fühlen, die vorher über ständige Magen- und Darmprobleme klagten, dann reicht uns das alle male mehr, als jeder wissenschaftliche Nachweis. Selbst bei Krebspatienten durften wir erleben, dass sich Tumore zurück gebildet hatten. Oder dass sich bei MS-Patienten nach unserer Therapie die Ablagerungen im Gehirn zurück gebildet hatten, erfüllt uns mit Stolz.

Aus meiner mehrjährigen Erfahrung mit tausenden von Betroffenen kann ich sagen, dass dieses innovative Verfahren weder ein Wunder- noch Allheilmittel ist, sondern eine viel versprechende Therapieoption, die auch dann Erfolge zeigen kann, wenn andere Methoden versagen. Das trifft besonders auf schulmedizinisch bereits „austherapierte“ Fälle zu. So können viele chronisch kranke Patienten berechtigte Hoffnungen auf Linderung und vor allem Heilung ihrer Leiden schöpfen.“

Näheres unter: www.allergie-immun.de

Allergie-Immun®
Privatinstitut für komplementärmedizinische
Forschung
In den Hahndornen 16
67273 Bobenheim am Berg
Tel. +49 (0) 6353 – 507 348

www.allergie-immun.de

Allergie-Immun® geht davon aus, dass chronische Erkrankungen wie etwa Allergien uvm. die Folge von Regulationsstörungen sind. Allerdings sieht das Privatinstitut für komplementärmedizinische Allergie-Forschung entgegen der medizinischen Auffassung die Ursachen dieser Störungen nicht dadurch begründet, dass primär chemische Prozesse (medizinische Anwendung durch Symptomunterdrückung) dafür verantwortlich sind, sondern vielmehr unser bioenergetisches Regulationssystem, welches den chemischen Prozessen übergeordnet ist. Eine bioenergetische Korrektur ist nach unseren Erfahrungen möglich. Die energetische Anwendung nach Allergie-Immun® korrigiert Fehler im übergeordneten Regulationssystem, die zuvor durch bioenergetische Blutanalysen ermittelt werden. Die Anwendung erfolgt bequem zu Hause.

Geri

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Allergie gegen Gräser - Probiotische Getränke
« Antwort #2 am: 29. Juli 2008, 09:35 »

Probiotische Getränke mildern Heuschnupfen

Eine tägliche Dosis Probiotika kann den Immunstatus von Menschen mit Heuschnupfen verbessern und so möglicherweise
die Symptome der Allergie dämpfen.

1.   „Prosit" Milchsäurebakterien
2.   Verallgemeinerung nicht möglich
 
Zu diesem Schluss kommen Forscher des britischen Institute of Food Research

Probiotisch bezeichnete Lebensmittel enthalten Mikroorganismen (z. B. Milchsäurebakterien der Art Lactobacillus casei).

„Prosit” Milchsäurebakterien

Die Forscher hatten in einer Pilotstudie die Wirkung von Getränken, die Milchsäurebakterien der Art Lactobacillus casei auf das Immunsystem von Gräser-Allergikern untersucht. Dabei stellten sie fest, dass diese besonderen Inhaltsstoffe die Immunantwort des Körpers auf das Allergen, die Gräserpollen, abschwächen. „Die Probiotika haben die Produktion von Molekülen, die mit dem Auftreten von Allergien in Zusammenhang stehen, signifikant vermindert”, sagt Studienleiter Claudio Niocletti. Dennoch empfehlen die Wissenschaftler Heuschnupfenpatienten nicht, ihre Symptome sofort mit probiotischen Nahrungsmitteln zu therapieren.

Verallgemeinerung nicht möglich

Die mögliche schützende Wirkung von Probiotika ist auch den Allergie-Experten nicht fremd, meint Waltraud Emminger, ärztliche Leiterin des Allergie-Ambulatoriums am Rennweg in Wien. „Die verschiedenen Probiotika sind schon seit einiger Zeit Gegenstand der Forschung. Allerdings gibt es für jedes Bakterium einzelne Studien, eine Verallgemeinerung ist daher nicht möglich”, so die Allergologin. Vor allem käme es wohl auf die Menge der Keime an, die in den Körper gelangen und die Reise bis in den Magen-Darm-Trakt überleben. „Es scheint aber tatsächlich so, dass sich bei einigen Arten eine protektive Wirkung einstellt, wenn eine entsprechende Menge an Keimen aufgenommen wird.”

Heuschnupfen wird meist durch Gräserpollen oder auch Pilzsporen ausgelöst, die das menschliche Immunsystem fälschlicherweise als bedrohlich bewertet.

Die Studienteilnehmer, allesamt von Heuschnupfen betroffen, nahmen über fünf Monate täglich ein Milchgetränk mit oder ohne lebende Mikroorganismen der Art L. casei zu sich.  „Die probiotische Kultur, die wir untersucht haben, verändert die Art und Weise wie die Immunzellen auf Gräserpollen reagieren, sodass wieder eine ausgeglichene Immunantwort entsteht”, resümiert der Studienleiter.

Quelle: Pressetextaustria.at

http://www.meineallergie.at/pollenallergie/probiotische-getranke-mildern-heuschnupfen.html#more-571

Weiter Beiträge:
•   Gräsertablette für Kinder noch 2008 in Österreich?
•   Allergiefrei mit nur 4 Injektionen?
•   Pilze gegen Pollenallegie
•   Rezeptfrei = nicht harmlos
•   Pollen: Biker stärker belastete als Autofahrer


Evi

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Re: Allergie gegen Gräser
« Antwort #3 am: 30. September 2008, 21:59 »
Neue Behandlung für Allergiker:

Die Gräser-Tablette – eine Alternative zur Spritze?


Jetzt den Körper an Pollen gewöhnen
Egal ob Erwachsener oder Kind – wer an Heuschnupfen leidet, kann etwas dagegen tun: Durch die so genannte Hyposensibilisierung soll der Körper langsam an die Pollen gewöhnt werden, um am Ende der Behandlung darauf nicht mehr mit juckenden Augen, Niesen und Schnupfen zu reagieren.
Bisher wird dies durch regelmäßiges Spritzen der entsprechenden Pollen bewirkt.

Die Gräser-Tablette erspart Allergikern die Spritze Seit zwei Jahren gibt es für Erwachsene in Deutschland eine so genannte Gräser-Impf-Tablette. Sie enthält – so wie Spritzen auch – Gräserextrakte und wirkt bei regelmäßiger Anwendung über drei Jahre wie die Hyposensibilisierung per Spritze. Sie macht das Immunsystem der Patienten wieder tolerant gegenüber den Allergieauslösern aus Gräsern oder Roggen. Die Tablette wird einmal pro Tag eingenommen.

Studien zeigen positive Ergebnisse
Untersuchungen zeigen: Allergikern geht es in der Regel nach drei Jahren dieser Therapie wesentlich besser. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine aktuelle Bochumer Studie mit rund 260 Kindern. Bereits nach sieben Monaten ging es den Patienten, die die Tablette eingenommen hatten, deutlich besser. Heuschnupfen, asthmatischer Husten oder Atemnot verringerten sich deutlich. Sie benötigten bis zu 60 Prozent weniger Medikamente gegen die Allergiesymptome. Einen allergischen Schock – wie das bei der Spritzentherapie sehr selten vorkommt – hat bei der Tablettentherapie bislang noch kein Patient erlitten.
Bisher ist diese Tablette jedoch für Kinder nicht zugelassen.

Risiken und Nebenwirkungen der Tablette
Patienten hatten mit zahlreichen Nebenwirkungen zu kämpfen. 60 Prozent der Kinder und die Hälfte der Erwachsenen haben über erhebliche Missempfindungen im Mundbereich geklagt, zum Beispiel Kribbeln, Jucken, aber auch Schleimhautschwellungen. Einige Patienten haben während der Studie aus diesem Grund die Therapie abgebrochen.

Nachteile
Ärzte befürchten, dass zahlreiche Patienten die Therapie irgendwann abbrechen. Denn sie nehmen die Tablette zuhause ein, in der Regel ohne die Aufsicht eines Arztes. Und das vier Monate vor der Pollensaison – also einem Zeitraum, in dem sie keine Beschwerden haben. Das könnte sie dazu verleiten, die Tablette nicht regelmäßig einzunehmen. Bei der Spritzentherapie dagegen müssen die Patienten einmal im Monat in die Praxis kommen. Erscheinen sie nicht, werden sie in der Regel vom Arzt benachrichtigt.

Keine Erkenntnisse über Langzeiteffekte der Tablette Im Gegensatz zur Spritzentherapie, deren Wirkung nach dreijähriger Therapie bis zu 10 Jahre anhält, haben Mediziner noch wenig Erfahrungen mit der Tablette gemacht. Sie kennen nur die Effekte über ein oder zwei Jahre. Ob sich die Tablettentherapie tatsächlich durchsetzt, wird sich erst über die Jahre zeigen.


Weitere Informationen:
Der Verein NETSTAP ist ein Netzwerk der Kinder- u. Jugendärzte für klinische Studien in der Allergologie und Pneumologie.
Internet: http://www.netstap.de/index.php
Anschrift:
NETSTAP e.V.
Forschungszentrum Borstel; Parkallee 35; 23845 Borstel
Telefon: 04537 / 188711

Gesellschaft für pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e.V.
Internet: http://www.gpaev.de/typo/
Anschrift:
Geschäftsstelle; Rathausstr. 10, 52072 Aachen Tel. 0241-9800-486

Tanja

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Gräsertablette auch gegen Roggenpollenallergie
« Antwort #4 am: 29. Oktober 2008, 08:15 »
Ärzte Zeitung, 29.10.2008

Gräsertablette eignet sich auch bei Allergie gegen Roggenpollen

BERLIN (ikr). Gräserpollenextrakte eignen sich auch zur Hyposensibilisierung bei einer Roggenpollenallergie. Das bestätigen aktuelle Untersuchungen, in denen die zur sublingualen spezifischen Immuntherapie erhältliche 5-Gräser-Tablette Oralair® getestet wurde.

In Immunoblot- und ELISA-Untersuchungen mit den Seren von 15 Patienten mit Gräserpollenallergie ergab sich eine über 90-prozentige Hemmung der IgE-Bindung von Roggenallergenen durch die 5-Gräserpollenmischung. Darauf weist die Arbeitsgruppe um Professor Karl-Christian Bergmann von der Charité in Berlin hin (Allergologie 30, 2008, 462).

Die Ergebnisse ihrer Forschungen bestätigten andere Studien mit Hunderten von Seren, in denen die Mischungen mit verschiedenen anderen Gräserpollen und auch Einzelgräser untersucht wurden. Aufgrund der hohen IgE-Kreuzreaktivität wird nach Einschätzung der Berliner Wissenschaftler bei Patienten mit einer Roggenpollenallergie auch die Hyposensibilisierung mit der 5-Gräser-Pollenmischung zu klinisch relevanten Therapieergebnissen führen.

Werner

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Impfung gegen Heuschnupfen wirkt bereits nach zwei Monaten
« Antwort #5 am: 11. November 2008, 09:19 »

11.11.2008 - Medizin

Neue Therapie bei Allergien erfolgreich erpobt

Schweizer Forscher haben eine neue Methode zur Behandlung von Heuschnupfen erfolgreich an Patienten getestet. Sie spritzten allergieauslösende Substanzen direkt in die Lymphknoten der Patienten und konnten so innerhalb von zwei Monaten mit nur acht Injektionen die gleichen Erfolge wie eine konventionelle Behandlung erzielen. Bisher bestand diese klassische Hyposensibilisierung bei Überempfindlichkeit gegenüber Gräserpollen häufig aus über fünfzig Impfungen in einem Zeitraum
von drei Jahren.

In der klinischen Untersuchung verglichen die Forscher die neu entwickelte Therapie mit der klassischen Allergieimpfung. Über 100 freiwillige Allergiker wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Hälfte davon behandelten die Mediziner mit der neuen Therapie, die andere Gruppe hingegen mit der herkömmlichen Methode zur Hyposensibilisierung. Beide Probandengruppen wurden während des Zeitraumes der Studie regelmäßig untersucht.

Die Therapie der Schweizer war nicht nur in kürzerer Zeit ebenso erfolgreich wie die konventionelle Behandlung nach drei Jahren, es traten auch weniger Nebenwirkungen und Beschwerden auf. In den ersten vier Monaten der Therapien kam es bei der konventionell behandelten Gruppe zu 20 leichten bis schweren Abwehrreaktionen. In der der Gruppe der nach dem neuen Verfahren behandelten gab es jedoch nur sechs leichte Fälle von Überreaktionen.

Die Impfung selbst wird von den Patienten als weniger schmerzhaft beschrieben. Zudem führt die verkürzte Behandlungsdauer zu einer höheren Erfolgsquote. Während 22 von 54 Patienten der Hyposensibilisierungsgruppe die Therapie abgebrochen hatten, beendete kein Teilnehmer aus der Gruppe der Lymphknotenimpfungen die Behandlung. Im Frühjahr und im Sommer, während Pollenflugzeiten, mussten die Probanden der neuen Therapie signifikant weniger antiallergische Medikamente einnehmen als die Patienten der Vergleichsgruppe.

Pollenallergien sind in Industrienationen weit verbreitet. Bis zu 35 Prozent der westlichen Bevölkerung leiden unter dem allergischen Schnupfen, der durch Gräserpollen ausgelöst wird. Eine solche Allergie kann zu Niesanfällen, Juckreiz, starkem Schnupfen und Müdigkeit führen. Die Lebensqualität von Allergikern kann durch diese Symptome beeinträchtigt werden.


Gabriela Senti (Universitätsklinikum Zürich) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0803725105

ddp/wde – Stefan Pröll

Tanja

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Allergie gegen Gräser? Jetzt täglich "Heusalat" hinunterwürgen?
« Antwort #6 am: 20. Juli 2010, 14:07 »
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=100720026

Schutz vor Allergien steckt im Heu
Zuckermolekül aus Gräsern macht Mäuse lebenslang immun
 

Heuduft: Wer ihn von Klein auf einatmet, hat kein Problem mit Allergien (Foto: pixelio.de/Lieske)

Bochum/Bonn (pte/20.07.2010/12:55) - Bauernkinder haben nie Asthma oder Allergien. Warum das so ist, zeigen nun erstmals Bochumer Forscher http://expneu.softimpulse.de im "Journal of Allergy and Clinical Immunology". Sie verabreichten Mäusen einen Zucker aus dem Heustaub von Kuhställen, und siehe da: Die Mäuse waren ihr Leben lang vor Allergien geschützt. "Sprays oder Nasentropfen werden auch Babys in einigen Jahren immun machen - vorausgesetzt, die Tests beim Menschen zeigen Erfolg", berichtet Marion Kauth, Co-Autorin der Studie, im pressetext-Interview.

Heu gegen Heuschnupfen

Der Wunderstoff, den die Forscher im Heu fanden, heißt "Arabinogalaktan". "Das pflanzliche Zuckermolekül kommt in Gräsern vor, vor allem beim Futtermittel Wiesenfuchsschwanz", so Kauth. Im Körper dämpft das Molekül das Verhalten der dendritischen Zellen, die schädliche Eindringlinge sonst weiterleiten und eine Immunreaktion des Körpers auslösen. "Das verhindert, dass das Immunsystem übertrieben wachsam vor ungefährlichen Stoffen ist." Welche Rezeptoren dabei beteiligt sind, muss noch geklärt werden.

Die Suche nach dem Zucker war für die Forscher sprichwörtlich wie jene nach der "Nadel im Heuhaufen". Sie ließen sich dazu Stallstaub aus Bauernhöfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bringen und analysierten ihn. "Der Vorteil von Bauernkindern ist, dass sie diesen Staub von Geburt an einatmen. Bei vielen Bauernhöfen wird ja das Heu oberhalb des Stalles gelagert, wobei sein Staub bei einer Umschichtung die Luft anreichert. Diese hohe, schützende Dosis wird bei bloß einem Spaziergang durch ein Feld nicht erreicht", sagt Kauth.

Prophylaxe für Babys denkbar

Die Mäuse, denen die Forscher nach der Geburt Arabinogalaktan verabreichten, waren später tatsächlich immun vor einer hohen Dosis verschiedener Allergene. Die Forscher hoffen nun, dass dieser Mechanismus auch dem Menschen hilft. "Mäuse und Menschen ähneln sich sehr in ihrer Immunreaktion. Der Stoff muss jedoch noch toxikologisch überprüft werden, bevor Tests beim Menschen starten", so Kauth. Das Endprodukt sei allerdings nicht eine Hilfe für Allergiker, sondern eine Allergieprophylaxe für Kinder im ersten Lebensjahr.

Warum die ersten Lebensmonate über die spätere Entwicklung von Allergien entscheiden, erklärt Heike Behrbohn von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe e.V. http://www.dha-allergien-vorbeugen.de gegenüber pressetext: "Das Immunsystem ist in dieser Zeit noch unreif und kann noch nicht zwischen schädlichen und unschädlichen Stoffen unterscheiden. Zudem ist die Darmschleimhaut noch durchlässig für große Moleküle." Kinderärzte empfehlen in den ersten Monaten das Stillen, da Muttermilch frei von Fremdeiweißen ist.

Bauernhof trainiert das Immunsystem

Dass die meisten Bauernkinder kaum Probleme mit Allergien haben, bestätigt auch Behrbohn. "Die Hypothese ist, dass Babys, die in steriler Umgebung leben, eher gefährdet sind. Das Immunsystem muss trainieren und richtet sich dabei gegen harmlose Stoffe, die es in einem sauberen Umfeld vorfindet", so die Expertin. Das Immunsystem von Bauernkindern wird hingegen schon früh gefordert. "Es gibt Hinweise, dass auch Kinderkrippen die Allergiegefahr senken. Besser ist es, Babys nicht absichtlich und massiv Fremdstoffen auszusetzen." (Ende)


Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Johannes Pernsteiner
email: pernsteiner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-316