Autor Thema: Ragweed - Ambrosia - Allergie  (Gelesen 9653 mal)

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Dietmar E.

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Ragweed - Ambrosia - Allergie
« am: 16. August 2009, 19:27 »

Ambrosia macht Allergiker krank


Experten sagen für heuer die stärkste Belastung durch Ambrosia-(Ragweed)-Pollen seit 5 Jahren voraus

In den vergangenen sechs Jahren hat sich die Anzahl der Ambrosia-Allergiker in Mitteleuropa verdoppelt. Die bayerische Staatsregierung startete daher im Juli ein eigenes Aktionsprogramm zur Bekämpfung. In Salzburg beschränkt man sich bisher aufs Beobachten.

Die Pflanze kann bis 150 cm hoch werden. Die Blütezeit ist von Ende August bis Ende September und verlängert somit die Heuschnupfenzeit um weitere eineinhalb bis zwei Monate.

Salzburg forscht an einem Impfstoff: Univ. Prof. Dr. Fatima Ferreira

Ragweed heißt die Pflanze in Amerika – und von dort wurde sie bei uns auch eingeschleppt.
Hier nennen sie die Botaniker „Ambrosia artemisiifolia“ – das Gewächs verändert mittlerweile die Pollen-Landkarte Europas. Durch Pflanzenimporte und steigenden internationalen Verkehr hat sich dieses beifußartige Gewächs in Südost- und Mitteleuropa festgesetzt. Wegen ihrer stark allergenen und in großer Menge produzierten Pollen stellt die Ambrosia ein beträchtliches Gesundheitsrisiko dar und gilt in dieser Hinsicht als der momentan problematischste Neophyt in Österreich.
Ihre Hauptverbreitung in Österreich war bisher auf die warmen Tieflagen Ostösterreichs beschränkt. Als Folge des Klimawandels ist allerdings eine rasante Ausbreitung der Art in andere Teile Österreichs zu beobachten und damit eine Zunahme der von Ragweed-Pollen ausgelösten Allergien auch bei uns in Salzburg.
Vor allem in diesen August-Wochen, in denen der Ragweed-Pollen-Flug voll eingesetzt hat, klagen besonders viele über hartnäckigen Heuschnupfen. Ragweed verlängert somit die sommerliche Allergie-Hauptsaison um mehrere Wochen.

Bis zu einer Milliarde Pollen pro Pflanze!

In den Augen vieler amerikanischer Mediziner und Allergiker sind Ragweed-Pollen die schlimmsten Allergene
überhaupt. Die Pflanze bildet einen ährenförmigen Blütenstand (bis zu 15 cm) und die männlichen, gelb-grünen Blütenköpfe
sind daran wie Trauben angeordnet.
Die grünlichen weiblichen Blüten sind unterhalb der männlichen Blüte zu finden. Ungewöhnlich ist der Blühtermin
von August bis weit in den Oktober hinein, dabei werden von einer Pflanze bis zu einer Milliarde winziger
Pollenkörner freigesetzt.
Darüber hinaus ist sie eine Pflanze mit einem hohen Ausbreitungspotenzial, denn ein einzelnes Exemplar kann
zwischen 3000 und 60.000 Samen produzieren, die im Boden bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben können.

Juckreiz bei Berührung

Die Unkrautpflanze ist auch die Hauptursache des Spätsommer-Heuschnupfens in den USA und Kanada und klinisch die wichtigste Quelle saisonaler Luftallergene. Dr. Thomas Hawranek von der Universitätsklinik für Dermatologie in Salzburg: „Auch bei uns gibt es nicht wenige Patienten, die mit Ragweed-Beschwerden zu uns kommen. Diese Pollen verstärken die Heuschnupfensymptome zusätzlich.“ Mittlerweile gehört die Austestung auf Ragweed-Allergie zum Standardprogramm bei Pollenallergikern. Bei manchen Menschen tritt außerdem als nicht-allergische Reaktion bei Berührung von Ambrosia eine Hautreaktion (Kontaktdermatitis) auf.

Die Betroffenen klagen über gerötete, geschwollene und juckende Hautbereiche. In Nordamerika wurden unter anderem auch Kreuzreaktionen mit Bananen und Melonen beobachtet.
Fatima Ferreira von der Universtität Salzburg berichtet, dass „derzeit fieberhaft an einem verbesserten Impfstoff geforscht wird.
Zur Zeit befinden wir uns im Tierversuchsstadium. Geht dieses erfolgreich über die Bühne, so werden wir eine klinische Studie starten.“
In Bayern – vor allem auch im unmittelbar angrenzenden Chiemgau – gibt es mittlerweile größere Pobleme mit Ragweed als in Salzburg.
Das Allergieforschungszentrum München will deshalb gemeinsam mit der Universität Salzburg eine Studie durchführen,
da in Bayern bereits sehr viele Kinder auf Ragweed sensibilisiert sind.

Ambrosia-Bekämpfung

Die steigenden Temperaturen durch den Klimawandel bewirken zeitigeres Keimen im Frühjahr mit längerer Wachstumsperiode in den Herbst hinein. Schwache bis fehlende Winterfröste leisten dem Ausbreiten der Art zusätzlich Vorschub.
Eine verpflichtende Bekämpfung wäre nach Meinung der AGES, der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, wünschenswert, da die gesundheitliche Belastung der Bevölkerung jedes Jahr steigt. Durch die konsequente Bekämpfung kann sich ein erhebliches Einsparungspotenzial ergeben: Verringerung an Therapiekosten, Vermeidung von Ertragseinbußen und hohem Bekämpfungsaufwand.
Vor allem Hobbygärtner können dazu beitragen, die weitere Ausbreitung der Ambrosia zu verhindern: Einzelne Pflanzen sollten einschließlich ihrer Wurzeln vor der Blüte ausgerissen und am besten in Plastikbeuteln verschlossen über den Hausmüll entsorgt werden. Dabei sollten unbedingt Handschuhe getragen werden.

Auf landwirtschaftlichen Produktionsflächen wiederum besteht die Bedrohung durch die Verdrängung der Kulturpflanzen durch steigenden Unkrautdruck, besonders an Standorten, an denen aus Gründen des Grundwasserschutzes nur eine eingeschränkte Auswahl an Pflanzenschutzmitteln zur Verfügung steht. Landwirte können zur Bekämpfung beitragen, indem sie alle erlaubten chemischen und mechanischen Möglichkeiten der Bekämpfung ausschöpfen. Straßendienst- und Baustellenpersonal sollten ebenfalls darauf achten, rechtzeitig vor der Blüte die Pflanzen zu mähen oder zu entfernen. Nur Allergiker sollten diese Arbeiten nicht durchführen.

Bayern in der Offensive

In Deutschland sind bereits größere Ambrosia-Bestände vorhanden. Bayern hat im Jahr 2007 erstmals ein „Aktionsprogramm Ambrosiabekämpfung“ durchgeführt, das heuer in wesentlich stärkerem Umfang weitergeführt wird. Es wurde festgestellt, dass sich die Standorte mit starkem Ambrosia-Bewuchs in Bayern von 2007 bis 2008 innerhalb nur eines Jahres mehr als verdreifacht haben. Als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Ambrosiabekämpfung setzt man in Bayern auf eine umfassende Aufklärung aller betroffenen Kreise.
So werden die Gartenbesitzer, Landwirte, staatliche/kommunale Stellen sowie Autobahnmeistereien und Bauhöfe über die Entsorgung bis hin zum Meldeverhalten informiert. C. Archet

Weitere Infos: www.ambrosia.de

Ragweed wird leicht mit dem Beifuß verwechselt werden. Charakteristisch sind jedoch ihre fiederteiligen Blätter mit grüner Unterseite und die abstehend behaarten Stängel.

Die Ambrosia (Ambrosia artemisiifolia) wurde Mitte des 19. Jahrhunderts vermutlich als blinder Passagier in Getreide- oder Sonnenblumensaaten aus Nordamerika eingeschleppt und breitet sich seither in Europa aus. Große Bestände findet man in Frankreich (in der Gegend um Lyon), Schweiz (Tessin), Italien (Poebene), Ungarn, Slowenien, Kroatien oder Serbien. Der Erstnachweis der Ambrosia in Österreich ist ein Herbarbeleg aus Innsbruck aus dem Jahr 1883.
Begünstigt durch eine veränderte Landbewirtschaftung und den globalen Handel kommt sie seit Ende der 1980er Jahre auch in Österreich inzwischen immer häufiger vor. Pollenflugzeit ist von Ende Juli bis September mit einem Maximum im August. Menschen, die gegen eine Ragweed-Spezies empfindlich sind, sind dies auch immer gegen andere Spezies.
Es gibt also eine Kreuzreaktivität zwischen den Spezies. Neben Short Ragweed sind dies vor allem Western Ragweed (A. psilostachia) und Giant Ragweed (A. trifida).
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

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Verdoppelung der Ragweed-Allergien
« Antwort #1 am: 27. August 2009, 18:16 »
Scheele: Verdoppelung der Ragweed-Allergien in Niederösterreich
Utl.: Erste Ergebnisse einer 10 Jahres-Studie belegt zusätzliche Belastung für Allergiker =

   St. Pölten, (SPI) - Derzeit blüht in Niederösterreich die
Ragweed-Pflanze (Traubenkraut, lat. Ambrosia artemisifolia). Diese
ist bei uns nicht heimisch, hat sich aber in den letzten Jahren auch
in unserem Bundesland kontinuierlich ausgebreitet. Die Allergene in
den Pollen der Pflanze sind in Ungarn und den USA bereits die
wichtigsten Auslöser von Pollenallergien. Niederösterreich hat daher
bereits vor fünf Jahren eine Informations- und Bekämpfungsstrategie
etabliert. Unwissenheit herrschte aber darüber, wie sich Ragweed
konkret auf verschiedene Bevölkerungsgruppen auswirkt und wie groß
die Belastung für Allergiker bereits ist. Erste Ergebnisse einer noch
laufenden 10-Jahres-Studie belegen aber bereits  zusätzliche
Belastung für Allergiker. ****

"Mit dieser Studie hat man nun eine wichtige Basis für weitere
Schritte gelegt. Es ist überaus wichtig, dass man fundierte
Informationen über den Belastungsgrad und die Entwicklungen in einem
Jahrzehnt hat. Nur so können wir weitere konkrete und sinnvolle
Maßnahmen setzen", so NÖ Gesundheitsreferentin Landesrätin Mag. Karin
Scheele. Das Endergebnis der Sensibilisierungsstudie wird im Herbst
dieses Jahres vorliegen. Einige globale Aussagen können jedoch nach
Auswertung der fast 15.000 Datensätze von Patienten aus Wien,
Niederösterreich und Burgenland, die seit 1997 erhoben wurden, schon
vorweggenommen werden.

Ragweed liegt zwar noch hinter den in Ostösterreich dominanten
Allergenen Birke, Gräser, Hausstaubmilben und Katze (Prävalenz
33-56%). Es hat sich auch gezeigt, dass bei Kindern und Jugendlichen
die Allergie nicht häufiger auftritt als bei Erwachsenen. Durch die
späte Blütezeit verlängert die Pflanze aber auf jeden Fall die
Allergiker-Saison. "Es beängstigend, dass innerhalb von 10 Jahren
eine Verdoppelung der neu entdeckten Ragweed-Allergien von 8,5 auf
17,5% vorliegt", so LRin Scheele.

Weitere Informationen finden Interessierte auf der Seite des
Pollenwarndienstes Niederösterreich:
http://www.noe.gv.at/Gesundheit/Gesundheitsvorsorge-Forschung/Umweltm
edizin-und-Umwelthygiene/GS2_gesundheitsvorsorge_Pollenwarndienst.htm
l

Rückfragehinweis:

~
   SPÖ-NÖ-Landtagsklub
   Mag. Andreas Fiala
   Pressesprecher
   Tel: 02742/9005 DW 12794
   Mobil: 0664 20 17 137
   andreas.fiala@noel.gv.at
« Letzte Änderung: 27. August 2009, 18:16 von Gitti »

admin

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Achtung: Totalangriff der Ragweed - Ambrosia - Pollen
« Antwort #2 am: 16. August 2010, 10:56 »
Ragweed (Traubenkraut, Beifußblättrige Ambrosie)
Lateinischer Name:
Ambrosia artemisiifolia (=A. elatior), A. trifida, A. maritima, A. psilostachya, A. tenuifolia

Beschreibung:
Zwar gibt es in Europa einheimische Ambrosia-Arten, doch sind die Vorkommen sehr klein und zerstreut. Hier wird das Beifußblättrige Traubenkraut beschrieben, in Amerika als `short ragweed` von den Allergikern gefürchtet. Das Kraut ist ein Neuankömmling in Europa und stammt aus Nordamerika. Die Stengel sind weich behaart und die Blätter sind fiederteilig. Die Wuchshöhe richtet sich nach den Wachstumsbedingungen, von wenigen Zentimetern bis 150 cm. Die unscheinbaren gelbgrünen Blütenstände sind etwa wie kleinfingergroße Kerzen. Die Verbreitung in Europa weist zwei Schwerpunkte auf: Südosteuropa (Ungarn) und das Rhonetal in Frankreich (um Lyon). Die Pflanze ist nur in den Tieflagen bis maximal 500 Meter Seehöhe anzutreffen, benötigt reichlich Niederschläge im Sommer und fehlt daher im sommertrockenen Mittelmeerraum und in den Alpen. Bemerkenswert ist die rasche Ausweitung des Wuchsgebietes insbesondere seit 1990.

Saison:
Hauptblütezeit ist Mitte August bis September, der Höhepunkt der Saison tritt meist Ende August/Anfang September auf. Damit ist Ragweed das letzte wichtige Allergen im Jahr, mit einer relativ langen Beschwerdezeit (Mitte August bis Oktober).

Allergenität:
Ragweed ist extrem stark allergisierend.

Kreuzreaktionen:
Ragweed Pollen können mit fast allen Pollen der Korbblütler Kreuzreaktionen haben, besonders aber mit Beifußpollen. Weiters sind Kreuzreaktionen mit Goldrute, Sonnenblume, Kamille, Arnika und allen Blumen, die wie Margeriten oder Gänseblümchen aussehen, wahrscheinlich.

http://www.pollenwarndienst.at/index.php?language=de&nav=_n7&module=article&action=first_page&id=26&id_parent=1135

Links zu weiteren Seiten, die sich mit dem Thema "Ambrosia" befassen:
www.ambrosiainfo.de (in Deutsch)
Ambrosia-Hinweise der Schweizer Behörden
Niederösterreich


Tanja

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Pollenallergien - Beifuß und Ragweed
« Antwort #3 am: 02. September 2012, 16:26 »


    
Pulmologie 25. August 2012

Letzte Pollen im Anflug

Die Blüte von Beifuß und Ragweed steht bevor. Was Allergiker heuer noch erwartet, hängt davon ab, wo sie wohnen und woher der Wind weht.

Keine Ruhe für Heuschnupfen-Geplagte: Die miteinander verwandten Pflanzen Beifuß und Ragweed haben bald Hochsaison. Ihre Pollen sind äußerst aggressiv und können schwere Allergie-Symptome und sehr oft auch Asthma auslösen. Laut Berechnungen des Österreichischen Pollenwarndienstes wird der heurige Beifußpollenflug vergleichbar mit dem im Vorjahr sein. Das von Allergikern besonders gefürchtete Unkraut Ragweed wird allerdings etwas stärker blühen.

Mit der Blüte von Beifuß und Ragweed (auch bekannt unter Ambrosia oder Traubenkraut) nähert sich das Ende der heurigen Pollensaison. Soweit die gute Nachricht. Die schlechte: Die beiden miteinander verwandten Kräuter sind äußerst aggressive Allergie-Auslöser und rufen bei Allergikern Beschwerden wie Fließschnupfen, rote, juckende Augen, Niesreiz, Atemnot etc. und sehr häufig auch Asthma hervor.

„Beide Pflanzen .............. http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/i-o/innere-medizin/pulmologie/?full=30030