Autor Thema: Österreich - Patienten ohne Ärzte?  (Gelesen 2198 mal)

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Tanja

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Österreich - Patienten ohne Ärzte?
« am: 11. Juni 2011, 21:12 »

Nur ein Teil steht hier,
und unter dem Link!
Empfehle, die Doppelseite im heutigen Kurier zu lesen.

Notstand: Zu wenige Ärzte am Wochenende
Misere: Volle Ambulanzen und geschlossene Arztpraxen. Befund eines erkrankten Gesundheitssystems, das zu Lasten der Patienten geht.

Letztes Update am 10.06.2011, 23:38

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Ausnahme: Walter Read geht mit Tochter Shannon (6) nur in Notfällen ins AKH. Viele Menschen kommen aber auch mit Halsweh oder Fieber. Ausnahme: Walter Read geht mit Tochter Shannon (6) nur in Notfällen ins AKH. Viele Menschen kommen aber auch mit Halsweh oder Fieber.
Es ist die Ruhe vor dem wöchentlich wiederkehrenden Sturm. In der Kinderklinik-Ambulanz des Wiener AKH steht an diesem Donnerstagmorgen ein verlassenes Schaukelpferd im Eck. Einige Kinder sitzen auf dem Boden und spielen Lego. Ihre Eltern haben mit sorgenvollen Mienen auf weißen Bänken Platz genommen. Sie alle warten, bis sie in eines der Behandlungszimmer gerufen werden.

Noch ist es hier ruhig. Doch spätestens am Wochenende herrscht in Wiens Ambulanzen und in den Spitalsambulanzen der anderen Bundesländer Hochbetrieb. Dann strömen all jene in die Spitäler, die keinen niedergelassenen Arzt für sich oder ihre Kleinen finden konnten. Und es sind viele, die da kommen. "Wir behandeln in dieser Ambulanz 23.000 Kinder pro Jahr", sagt AKH-Ärztin Susanne Gruber-Platzer. Bei drei Viertel der Patienten, glaubt sie, würde ein Besuch beim niedergelassenen Arzt genügen.

Geschlossen

"Doch finden Sie einmal einen Kinderarzt, der seine Ordination am Wochenende aufsperrt", sagt Alexandra Gruber, die mit ihrem zwei Jahre alten Sohn Malik ins AKH gekommen ist. "Das ist gar nicht so einfach."

KURIER-Recherchen geben der jungen Mutter recht. Insgesamt gibt es in der Millionenstadt Wien laut Praxisplan zwar 90 Kinderärzte mit Kassenvertrag (GKK). Doch nur einer von ihnen empfängt auch am Samstag seine Patienten (siehe Porträt) . Am Sonntag hat keine Ordination geöffnet. Natürlich gibt es Bereitschaftsdienste, die aber nicht immer erreichbar sind. In anderen Bundesländern ist das Bild ähnlich.

"Wenn ein Kind am Wochenende krank ist, muss es möglich sein, dass man zu einem Arzt kommen und er es versorgen kann und man nicht wie jetzt in eine Ambulanz fahren muss", polterte Wiens Bürgermeister deshalb vor zwei Wochen auf dem Landesparteitag der Stadtroten. Häupl legt seinen Finger in eine Wunde, an der nicht nur das Wiener, sondern das Gesundheitswesen in ganz sterreich laboriert: Zu viele Akteure auf unterschiedlichsten Ebenen können sich auf keine Reform bestehender Verhältnisse einigen. Auf der Strecke bleiben die Patienten.

"Die Öffnungszeiten im niedergelassenen Bereich sind ein Skandal", sagt Gerald Bachinger, Österreichs oberster Patientenanwalt. "Die Ärztekammer", sagt er, "hat es über Jahre verabsäumt, für Ärzte, die auch am Wochenende ihre Praxen öffnen, ein passendes Anreizsystem zu schaffen." Ärzte, die mehr Service anbieten, müssten mehr verdienen.

Scharfe Geschütze  http://kurier.at/nachrichten/3913279.php?mobil

« Letzte Änderung: 11. Juni 2011, 21:13 von Tanja »