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Edi

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Arthrose – eine Volkskrankheit
« am: 17. Juni 2011, 22:43 »
Arthrose – eine Volkskrankheit

Etwa fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland an einer schmerzhaften Erkrankung der Gelenke, einer sogenannten Arthrose - Tendenz steigend. Betroffen sind vor allem ältere Menschen. Deshalb gilt die Arthrose auch als eine altersbedingte Verschleißkrankheit. Ganz so einfach ist die Sache dann aber doch nicht, meinen Mediziner. Denn: Auch jüngere Menschen können Arthrose bekommen. Und: Die Erkrankung ist sehr komplex.

Was passiert bei der Arthrose?
Bei der Arthrose kommt es zu einem Abbau der Knorpelschicht in den betroffenen Gelenken. Der Knorpel ist die schützende, elastische Schicht an den Enden der beiden Knochen, die das Gelenk bilden. Ein gesunder Knorpel wirkt wie eine Art Stoßdämpfer. Wird er zu dünn oder fehlt er, reiben die Knochen ungeschützt aneinander. Dann kann sich das Knochengewebe krankhaft verändern und verhärten, der Betroffene bekommt Schmerzen und kann das Gelenk nicht mehr richtig bewegen. Arthrose ist also nicht „nur“ Knorpelverschleiß. Sie führt auch zu einem kompletten Umbau des betroffenen Gelenks. Sie ist verbunden mit Knochenverdickungen und –neubildungen und komplexen Veränderungen in den Knorpelzellen, die bisher nicht ausreichend erforscht sind. Deshalb ist die genaue Ursache der Arthrose bis heute unklar.

Risikofaktoren
Arthrose entsteht oftmals in der Folge einer Dauerbelastung,  einer Fehlform oder Schwäche des Gelenks, einer Entzündung oder eines Unfalls.
Als ein wesentlicher Risikofaktor gilt z.B. Übergewicht. Entscheidend ist, wie „stressanfällig“ das betroffene Knorpelgewebe ist. Solange es in der Lage ist, sich trotz entsprechender Einwirkungen zu regenerieren, bleibt das Gelenk gesund. Erst, wenn der Stress zu groß wird, eine Regeneration also nicht mehr möglich ist, beginnt der Knorpelabbau. Wie stressanfällig ein Knorpelgewebe ist, ist offenbar auch genetisch bedingt. Das heißt: Ein Mensch mit stressanfälligem Gewebe kann auch schon mit 40 Jahren Arthrose bekommen, ein anderer mit stressresistentem Gewebe dagegen trotz Dauerbelastung ein Leben lang arthrosefrei bleiben.
Deshalb ist Arthrose also auch nicht nur eine Frage des Alters.

Therapie
Die therapeutischen Möglichkeiten sind bei der Arthrose sehr beschränkt.
Da die Ursachen weitgehend unbekannt sind, gibt es keine Medikamente,
die die Krankheit heilen. Der Arzt muss sich somit auf die Behandlung
der Symptome beschränken, das heißt: Schmerzlinderung und
Wiederherstellung der Beweglichkeit. Wichtig ist dabei die Entlastung
der betroffenen Gelenke, z.B. durch Gehhilfen oder Pufferabsätze in den
Schuhen, vor allem aber durch eine Verminderung des Körpergewichts.
Hilfreich sind auch gesunde Ernährung und gelenkentlastende Sportarten
wie Schwimmen oder Radfahren. Auch Krankengymnastik sowie Massagen und
Kälte- oder Wärmebehandlungen können Arthrose-Patienten helfen. Daneben
gibt es wirksame schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente.
Dabei muss man jedoch auf die Nebenwirkungen achten. Bei dauerhaften
Schmerzen auch im Ruhezustand ist in der Regel eine Operation und der
Einsatz eines künstlichen Gelenks, einer sogenannten Endo-Prothese,
notwendig.

Alternative Behandlungsmethoden
Manch neuer Behandlungsansatz ist ziemlich obskur und dient nur dazu,
den Patienten das Geld aus der Tasche zu ziehen. So gibt es  z.B. für
die Wirksamkeit der „pulsierenden Magnetfeld-Therapie“ keine seriösen
Beweise. Andere Ansätze wirken vielversprechend, sind jedoch bislang nur
für die Behandlung kleinerer Knorpelverletzungen geeignet. Dazu gehört
z.B. die Knorpelersatztherapie, bei der gesunder Knorpel aus einem wenig
belasteten Gelenk entnommen und in ein erkranktes Gelenk eingepflanzt
wird. Für die Behandlung der Arthrose, bei der größere Gelenkflächen
betroffen sind, ist sie bislang noch nicht geeignet.

Linktipps:
Deutschen Arthrose-Hilfe
http://www.arthrose.de/

Deutschen Rheuma-Liga
http://www.rheuma-liga.de/home/layout2/arthrose_433_60.html

Deutsches Arthrose-Forum
http://www.deutsches-arthrose-forum.de/