Autor Thema: was bedeutet Typ 1 Diabetis  (Gelesen 3583 mal)

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christina62

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was bedeutet Typ 1 Diabetis
« am: 21. Mai 2007, 20:42 »
Der Typ-1-Diabetes

entsteht durch den Mangel des Hormons Insulin. Die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse werden durch körpereigene Abwehrstoffe, die Antikörper zerstört. Dies ist der klassische Insulinmangeldiabetes, der meist im Kindes- oder Jugendalter beginnt.


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Evi

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Diabetes Typ I bei Kindern
« Antwort #1 am: 10. Mai 2008, 11:07 »

Diabetes bei Kindern – Kinder mit Diabetes gibt es häufiger als wir denken. Schon bei Kleinkindern kann es passieren, dass die Bauchspeicheldrüse nicht genügend aktive Zellen besitzt, um Insulin zu produzieren. Das Hormon Insulin sorgt in unserem Körper dafür, dass der Blutzucker in das Innere unserer Zellen gelangt, wo er - vor allem in der Leber - zum Aufbau energiereicher Substanzen benötigt wird. Autoimmunerkrankungen und auch genetische Gründe werden von Wissenschaftlern als Ursachen des Typ I Diabetes diskutiert.

Diabetestherapie im Wandel

An der erstmals 1921 beschriebenen Therapie des Diabetes hat sich auf den ersten Blick nicht viel geändert: Die Prinzipen der Behandlung mit Insulin wurden schon damals beschrieben, das mehrmalige, über den Tag verteilte Spritzen und die langanhaltende Dosis zur Nacht waren bekannt. Auch die Probleme in der Führung der Patienten war schon damals thematisiert. - Und doch hat sich viel getan, denn die verwendeten Insuline sind reiner und besser steuerbar geworden. Es gibt langsam und schnell, lang und kurz wirkende Insuline, Mischinsuline und Ersatzsubstanzen, die sogenannten Insulinanaloga. Hinzu kommen die verbesserten Spritzen und die handlichen Blutzuckermessgeräte mit Messstreifen zur Selbstkontrolle des Blutzuckers. Und auch die Insulinpumpen haben dazu beigetragen, dass Diabetiker heute ein hohes Maß an Lebensqualität genießen können, ohne dass das Lebensalter durch Diabetes beschränkt sein muß. Vorausgesetzt, der Diabetiker hält sich an die wenigen aber strengen Regeln der Diabetes-Therapie.

Wenn Kinder Diabetes haben

Das alles interessiert Nico nicht. Nico ist 13 Jahre alt, ein aufgeweckter Lockenkopf, den er gern unter einer coolen Wollmütze versteckt. Nico besucht die Sportleistungsklasse eines Gymnasiums in München. Er spielt leidenschaftlich gern Fußball und schwärmt als Münchner für Mainz 05, vor allem für Torwart Timo Wache, auch Typ I Diabetiker.

Bis 2006 verlief sein Leben normal, als Eltern und Lehrer Veränderungen an Nico feststellten, die nicht zu ihm passten. Er wirkte oft müde, sah blass aus und seine Leistungsfähigkeit ließ zunehmend nach. Während der erhöhte Durst kaum bemerkt wurde, waren eher seine häufigen Gänge zur Toilette auffällig, vor allem, wenn Klassenarbeiten anstanden. Die Besorgnis der Eltern führte die Familie schließlich zum Arzt, der recht schnell nach den erforderlichen diagnostischen Tests und Untersuchungen zu der Diagnose kam: Nico hat einen Typ I Diabetes.

Im Gegensatz zum Typ II Diabetes, der aufgrund falscher Ernährungs- und Lebensgewohnheiten häufig im Erwachsenenalter im Verhältnis zu den bereit gestellten Zuckermengen zu einer zu geringen Insulinproduktion führt, ist der Typ I Diabetes die Zuckerkrankheit, die sich ohne Verschulden des Patienten entwickelt. Es trifft Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Frauen und Männer. Die Dunkelziffer für Diabetes ist hoch. Viele ahnen nicht, dass sie Diabetes haben, denn Diabetes ist schmerzlos.

Als Nico von seiner Zuckerkrankheit erfuhr, wußte er noch nichts über Diabetes, ebenso wenig wie seine Eltern. In der Annahme, dass sich Diabetes mit ein paar Pillen behandeln läßt und nach einigen Wochen wieder verschwindet, ließ er sich auf die neue Situation ein. Und als er dann während eines 2-wöchigen Krankenhausaufenthaltes an seine Insulin-Therapie herangeführt wurde, lernte er, dass er ein Leben lang mit dieser Krankheit umgehen muß. Aber gesellschaftliche Vorbilder, wie z.B. der Extremsportler Geri Winkler, der als erster Typ 1- Diabetiker den Mount Everest bezwang, machten ihm Mut.

Diabetes Typ I - Eltern, Lehrer und Freunde sind informiert

Nico, seine Eltern, sein Freundeskreis und auch die Lehrer lernten schnell, mit der Krankheit und ein paar Regeln umzugehen. So war es auch kein Problem für Nico und seinen Klassenlehrer, schon einen Monat nach der Diagnose mit auf die lang geplante Klassenfahrt zu gehen. Dank einer guten Insulin-Einstellung und der konsequenten Befolgung der ärztlichen Vorgaben, betreibt er auch heute noch unverändert seinen Leistungsport. Die zunächst von der Schulleitung erhobenen Bedenken konnten schnell entkräftet werden, so dass Nico die Sportleistungsklasse der Schule nicht verlassen mußte.

Heute ist Nico mit einen 13 Jahren ein ganz „normaler“ Junge, der auch um 20:00 Uhr an einer Diskussion mit Erwachsenen hellwach und unerschrocken teilnimmt. Das spricht für seine Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Sein Gewicht entspricht dem Ideal seiner Körpergröße und keiner sieht ihm an, dass er Typ I Diabetiker ist und an seiner linken Leiste einen dauerhaften Port trägt, einem Zugang für das Insulin, das ihm eine kleine Insulin-Pumpe nach Vorgabe eines Softwareprogramms unter die Haut spritzt.

Regelmäßige Blutzuckerbestimmugen sind bei Diabetes erforderlich - auch beim Kinderdiabetes
Die erforderliche Insulin-Dosis paßt er mit regelmäßigen Blutzuckerbestimmugen seinen individuellen Tagesbefürfnissen an. Dabei nutzt er ein innovatives System, dass die Kontrolldaten der Blutwerte drahtlos an die Pumpe sendet, die ihm nachfolgend Vorschläge für eine bedarfsgerechte Insulin-Menge anbietet.

Von der Angst vor dem Ungewissen kurz nach seiner Diagnose „Diabetes Typ I“ von vor zwei Jahren ist ihm heute nichts mehr anzumerken. Er freut sich unvermindert auf seine zukünftigen schulischen wie sportlichen Erfolge und Herausforderungen. Nico läßt sich von seinen unveränderten Zielen auch durch die mehrmals täglichen Blutzuckerwertbestimmungen und dem Umgang mit seiner Insulinpumpe nicht abbringen.


Die Zahl der Typ I Diabetiker steigt
Von seinen ärztlichen Betreuern und der Schule weiß er, dass er als Kind und Diabetker mit Diabetes Typ I nicht allein ist. Auf etwa 600 Schüler kommt ein Typ I Diabetiker. Hochrechnungen besagen, dass 25 000 Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre Diabetes Typ I haben. Die Tendenz steigt mit jährlich 2-4% dramatisch. Deshalb hat sich Nico entschlossen, mehr für die rechtzeitige Aufklärung bei Kindern, Eltern, Kindergartenpersonal und Lehrern zu tun.

Initiative „Fine Star“ - interessante Projekte gesucht
Über seinen Arzt hat er von der Initiative „Fine Star“ gehört. Dabei handelt es sich um eine Aktion von Bayer Vital in Kooperation dem Diabetes Eltern Journal. Sie haben es sich zum Ziel gesetzt, aus möglichst vielen guten, regionalen wie bundesweit laufenden Aktivitäten zur Unterstützung von Kindern mit Diabetes die drei besten auszuwählen. Insgesamt 17 000 Euro erhalten die Gewinner, die von einer unabhängigen Jury gewählt werden. Auch Nico und Geri Winkler gehören zu der Jury. Die Sieger der Aktion „Fine Star“ werden rechtzeitig zum diesjährigen Weltdiabetestag feststehen. Auf die Frage, warum sich Bayer für die Unterstützung der Initiative „Fine Star“ entschieden hat, antwortet Jörn Oldigs, Leiter des Geschäftsbereichs Diabetes Care bei Bayer Vital: „Aus sozialer und psychologischer Sicht können Projekte und Initiativen, die im Umfeld der jungen Patienten entstehen, einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Betroffenen und ihren Familien das Leben mit Diabetes zu erleichtern.“ (Dr. Joachim Wolff, MEDIZIN ASPEKTE, 05/08)

Wer an der Aktion „Fine Star“ teilnehmen möchte, findet hier die Details:
www.bayerdiabetes.de

Quelle:
Presse-Satelliten-Symposium
Kinderdiabetes in Deutschland
Veranstalter: Bayer Vital
Veranstaltung anläßlich der
43. Jahrestagung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft
30.04.2008, München