Autor Thema: Depression: Wenn zu wenig Licht krank macht  (Gelesen 1970 mal)

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Gitti

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Depression: Wenn zu wenig Licht krank macht
« am: 07. Januar 2012, 00:42 »

Winterdepression: Wenn zu wenig Licht krank macht

   Wien (OTS) - Ein Forscherteam der MedUni Wien hat nachgewiesen,
dass die verminderte Lichteinstrahlung in den finsteren Wintermonaten
tatsächlich psychische und physische Veränderungen auslösen kann: Bei
reduziertem Licht funktioniert der Serotonin 1A-Rezeptor, der als
Andockstelle an die Nervenzelle dient, nämlich wesentlich schlechter
- ähnlich wie bei Depressionen oder Angststörungen. Damit wurde ein
weiterer biologischer Faktor für die so genannte Winterdepression
entschlüsselt und untermauert, dass eine Lichttherapie helfen kann.

   Viele Menschen in gemäßigten oder polaren Klimazonen durchleben in
den Wintermonaten, insbesondere bei verminderter Sonneneinstrahlung,
psychische und physische Veränderungen. Sie machen sich etwa als
Müdigkeit, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit oder Heißhunger
auf Kohlenhydrate und Gewichtszunahme bemerkbar. "In ihrer stärksten
Ausprägung werden diese Veränderungen als Winter-Depression
bezeichnet", sagt Siegfried Kasper, Leiter der Universitätsklinik für
Psychiatrie und Psychotherapie an der MedUni Wien.

   Eine entscheidende Rolle für diese Verstimmungen kommt dem
Botenstoff Serotonin zu. Bisher konnte gezeigt werden, dass
jahreszeitliche Serotonin-Schwankungen durch saisonale Veränderungen
des Seorotonin-Transporters entstehen. Dieser Transporter ist für die
Wiederaufnahme des Botenstoffs aus dem synaptischen Spalt, der zwei
Nervenzellen miteinander verbindet, in die präsynaptische Nervenzelle
verantwortlich. Saisonale Veränderungen am postsynaptischen Neuron,
der eigentlichen Zielzelle der Serotonin-Übertragung, konnten bisher
nicht nachgewiesen werden. Das ist jetzt in der im renommierten
Magazin World Journal of Biological Psychiatry veröffentlichten
Studie geglückt.

Viel Sonnenschein verbessert die Funktion des Rezeptors
   Der in dieser Studie untersuchte Serotonin 1A-Rezeptor fungiert
als Andockstelle am postsynaptischen Neuron. Bei Depressionen oder
Angststörungen ist das Bindungspotenzial dieses Rezeptors stark
vermindert. Die Forschungsgruppe um Christoph Spindelegger und Rupert
Lanzenberger von der Universitätsklinik für Psychiatrie und
Psychotherapie konnte bei 36 gesunden ProbandInnen mittels
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) zeigen, dass dieser Rezeptor
auch bei Lichtmangel ein vermindertes Bindungspotenzial zeigt - und
dass bei viel Sonnenschein die Werte signifikant höher sind.

   "Diese Ergebnisse werden durch vorangegangene Studien
untermauert", sagt Kasper. "So konnten wir zeigen, dass mit einer
Lichttherapie bereits nach einer Woche eine Verbesserung der
Symptomatik eintritt, währenddessen die PatientInnen auf die Therapie
mit SSRI (Anm.: Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern) erst bis zu drei
Wochen später ansprachen. Die in unserer Studie gezeigten
lichtabhängigen Adaptionsprozesse des Serotonin 1A-Rezeptors könnten
somit auch die Mechanismen der therapeutischen Wirkung von Licht
erklären."

Service: World Journal of Biological Psychiatry
   "Light-dependent alteration of serotonin-1A receptor binding in
cortical and subcortical limbic regions in the human brain";
Spindelegger C, Stein P, Wadsak W, Fink M, Mitterhauser M, Moser U,
Savli M, Mien LK, Akimova E, Hahn A, Willeit M, Kletter K, Kasper S,
Lanzenberger R. World J Biol Psychiatry. 2011 Nov 23.

Rückfragehinweis:

~
   Medizinische Universität Wien
   Mag. Johannes Angerer
   Leiter Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Sponsoring, Fundraising
   Tel.: +431 40160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   johannes.angerer@meduniwien.ac.at
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Depression: Wenn zu wenig Licht krank macht
« Antwort #1 am: 13. Dezember 2012, 22:26 »


    
Psychiatrie und Psychotherapie 4. Dezember 2012
Lichttherapie an Bushaltestellen

Gegen den Winterblues.

Bushaltestellen in der nordschwedischen Stadt Umeaa werden derzeit mit Lichttherapie-Paneelen ausgestattet. Den Pendlern soll damit im Kampf gegen die Winterdepression geholfen werden.

„In dieser Jahreszeit wirkt eine Extradosis Licht wirkt wie ein Energieschub“, sagt Anna Norrgaard, Marketingchefin der Fa. Umeaa Energy. In der 500 Kilometer nördlich von Stockholm gelegenen Stadt gibt es Ende Dezember nämlich nur etwa viereinhalb Stunden lang Tageslicht. „Man sollte sich vor die Lampen stellen und die Augen öffnen, um das Licht hereinzulassen“, empfiehlt Norrgaard. Am meisten profitieren Busbenutzer, die früher zur Haltestelle kommen, denn eine etwa halbstündige Bestrahlung sei die in der professionellen Lichttherapie angeratene Zeitdauer.

................ http://www.springermedizin.at/fachbereiche-a-z/p-z/psychiatrie-und-psychotherapie/?full=32054

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