Autor Thema: Ärztekammer und Politik  (Gelesen 20657 mal)

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Ärztekammer und Politik
« am: 07. März 2012, 10:02 »
ÄK-Wahlkampf: Ärzteverband fordert Ambulanzgebühr!

   Wien (OTS) - Der NÖ-Ärzteverband fordert die Wiedereinführung der
Ambulanzgebühr in der Höhe von 20 Euro pro Patient - ausgenommen
Patienten mit Überweisungen und Kinder bis zum 15. Lebensjahr.
Abgerechnet werden soll die Ambulanzgebühr wie die Rezeptgebühr.

   Alleine in Niederösterreich sind die Kosten der ambulanten
Patientenversorgung seit 2001 um satte 130 Prozent gestiegen.
"Österreich ist laut OECD Spitzenreiter bei vermeidbaren
Spitalsaufenthalten. Während etwa Bluthochdruck, Asthma oder
Bronchitis in vergleichbaren Ländern wie Deutschland oder Dänemark
von niedergelassenen Ärzten behandelt werden, landen diese Patienten
bei uns im Spital", erklärt dazu Harald Schlögel, Obmann des
NÖ-Ärzteverband. Die Folgen? Vor allem an den Wochenenden werden die
Spitalsärzte in den Ambulanzen von Patienten überrannt, während den
Ärzten für komplexe stationäre Fälle die Zeit fehlt. Problematisch
ist, dass sich viele Patienten gar nicht mehr nach den
Bereitschaftsdiensten der niedergelassenen Ärzte erkundigen und
gleich den Weg in die Ambulanz wählen. Meist mit Anliegen, die alles,
nur keinen Spitalsbesuch erfordern. Der NÖ-Ärzteverband tritt daher
für eine Ambulanzgebühr in der Höhe von 20 Euro pro Patient ein.

Ambulanzgebühr neu: Praxistauglich und klar!

   Jeder kann wie bisher eine Spitalsambulanz aufsuchen. Künftig soll
aber den Patienten eine Ambulanzgebühr von 20 Euro verrechnet werden.
Von der Ambulanzgebühr ausgenommen sind Patienten mit einer
Überweisung durch niedergelassene Ärzte, Kinder unter 15 Jahren und
Notfälle, die mit der Rettung ins Krankenhaus kommen. "Die alte
Ambulanzgebühr war ein administrativer Nonsens, weil von ständigen
Ausnahmeregeln zerfleddert und vor allem mussten wir Spitalsärzte
ständig die Entscheidung treffen, wer zahlt und wer nicht", erinnert
sich Günter Ranftl, Anästhesist im KH Mödling und Spitzenkandidat der
Spitalsärzte für den Ärzteverband.

   "Wir wollen jene Patienten, deren Anliegen keinen Spitalsbesuch
erfordern, wieder in die Ordinationen lenken. Die Ambulanzgebühr
schafft Kostenbewusstsein zum Vorteil der Steuerzahler und
wiedergewonnene Ressourcen für die Spitalsärzte", ergänzt Schlögel.

Weg aus der Ambulanz, rein in die Ordination!

   Ein Ressourcenproblem durch die angestrebte Leistungsverteilung
sieht Schlögel nicht. Durch eine Verbesserung der jetzigen
Kooperationsmodelle wie Gruppenpraxen oder Ärzte GesmbHs und
flächendeckende Bereitschaften kann das Patientenaufkommen durch
niedergelassene Ärzte leicht abgefangen werden. Derzeit blockiert die
NÖ-GKK die Gründung von Gruppenpraxen und verweigert einen neuen
Kassenvertrag. Schlögel fordert einen Kassenvertrag, in dem Einzel-
statt Pauschalleistungen abgerechnet werden und eine Einzel- statt
einer Gruppenhaftung verankert ist. Ärzte GesmbHs brauchen eine
einfache Bedarfsprüfung und die Beibehaltung des bewährten
Honorarsystems. Und: Ärzte müssen Ärzte anstellen dürfen.

   "Politik und Kassen haben durch kurzsichtige Entscheidungen, wie
etwa das Auflösen der Gemeindeärzte, für einen veralteten Leistungs-
und Honorarkatalog und damit für die mangelnde Attraktivität unseres
Berufsbildes gesorgt. Die Politik steht der Kostenexplosion, in Folge
eines fehlgeleiteten und aufgeblasenen Spitalsystems, ratlos
gegenüber und wälzt die Verantwortung auf uns Ärzte ab. Die
Ambulanzgebühr ist eine Art Befreiungsschlag, um vermehrt wieder jene
Patienten im Spital zu behandeln, die auch einen Aufenthalt
tatsächlich benötigen!", erklärt Harald Schlögel abschließend.

Rückfragehinweis:

~
   Dr. Harald Schlögel, Obmann und Spitzenkandidat des NÖ-Ärzteverband - Die Überparteilichen
   NÖ-ÄK, Kurienobmann-Stv. Niedergelassene Ärzte
   Mobil: 0676/ 5288 388, mail: harald.schloegel@arztnoe.at
   
   Dr. Günter Ranftl, Spitzenkandidat der Spitalsärzte des NÖ-Ärzteverband - Die Überparteilichen
   Mobil: 0699/104 20250, mail: guenter_ranftl@hotmail.com
~

*** OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER
INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT ***

OTS0022    2012-03-05/09:01

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Ärztekammer und Politik
« Antwort #1 am: 07. März 2012, 10:05 »
Gesundheitsreform dringend notwendig, aber mit Einbindung der Ärzteschaft
Utl.: Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner: "Wir lassen uns nicht von Beamten und Juristen vorschreiben, wie zu behandeln ist!"

   Wien (OTS) - "Ein Gesundheitssystem ohne Ärztinnen und Ärzte, das
ist offensichtlich das, was sich die Politik wünscht", so Dr.
Christoph Reisner, Präsident der NÖ Ärztekammer. "Und diesem Ziel ist
man in den vergangenen Jahren unter der derzeitigen Führung der
Österreichischen Ärztekammer gefährlich nahe gekommen. Es ist
dringend an der Zeit, frischen Wind in die alten, verkrusteten
Strukturen der ÖÄK zu bringen. Daher sind Blockade- und
Verhinderungspolitik fehl am Platz, wir in Niederösterreich haben
genügend konstruktive Ideen, die endlich einmal geprüft und umgesetzt
werden sollten", so Dr. Reisner weiter.
Ärztinnen und Ärzte sind die einzige Berufsgruppe, die in der Lage
ist, Patientinnen und Patienten zu behandeln. "Derzeit lassen wir uns
allerdings von Juristen und Beamten vorschreiben, wie Medizin zu
funktionieren hat. Die Folgen sind Limitierungen und Wartezeiten bei
ständig steigenden Kosten, das zur Verfügung stehende Geld läuft
steuerungslos durchs System. Was bleibt, sind unnötige
Reibungsverluste zuungunsten der Patientinnen und Patienten."

Zwtl.: NÖ Patientenanwalt handelt im Interesse des Landes und nicht
der Patienten

   So maßen sich auch die so genannten Patientenanwälte an, den
Ärztinnen und Ärzten vorzugeben, wie zu behandeln sei. "Der NÖ
Patientenanwalt ist Jurist, Beamter beim Land, welches alle Spitäler
in Niederösterreich unterhält. Er ist nicht demokratisch legitimiert,
sondern wird vom Spitalserhalter bezahlt. Das macht auch seine
gesundheitspolitische Einstellung erklärbar, warum er sich
beispielsweise nicht gegen das Hausärztesterben oder die Einführung
der elektronischen Gesundheitsakte einsetzt", so Präsident Dr.
Reisner weiter. Dabei wäre aus seiner Sicht alles so einfach. "Gute
Ideen, wie beispielsweise das Hausarztmodell liegen auf dem Tisch.
Doch damit kann man leider keine Lobbies in der Pharmaindustrie,
Baubranche oder im IT-Dienstleistungsgewerbe bedienen."

Zwtl.: Gesundheitsreform braucht Politiker mit Fachwissen, Mut und
Weitsicht

   Die Österreichische Ärztekammer, Politiker auf Bundes- und
Landesebene sowie so genannte Patientenanwälte ignorieren die
dramatisch fortschreitende Bürokratisierung im Gesundheitssystem, die
immer weniger Zeit für Patientinnen und Patienten lässt. "Als Folge
wollen viele Kolleginnen und Kollegen den Arztberuf nicht mehr
ausüben, da sie Medizin betreiben wollen und nicht Patientinnen und
Patienten verwalten", so der NÖ Ärztekammerpräsident.
Für ihn ist eine Gesundheitsreform daher dringend überfällig: "Die
Politik muss die finanziellen Vorgaben machen, aber nur die Ärztinnen
und Ärzte können entscheiden, wie das Geld am sinnvollsten im Sinne
der Patientinnen und Patienten zu verwenden ist." Was man aus Sicht
von Präsident Dr. Reisner noch für eine sinnvolle Reform braucht:
"Gesundheits- und Standespolitiker mit Sachverstand, Mut und
Weitsicht!"

Rückfragehinweis:
   Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
   Michael Dihlmann
   Tel.: 0664/144 98 94
   presse@arztnoe.at
   www.arztnoe.at

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Wiener Ärztekammer: Neuer Präs. ist Dr. Szekeres
« Antwort #2 am: 07. Mai 2012, 19:28 »


Szekeres: Von der Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit gewählt
Anerkannter Arzt, Wissenschafter und Standespolitiker

Der neue Präsident der Ärztekammer für Wien heißt Thomas Szekeres. Er ist Oberarzt am Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik an der Medizinischen Universität Wien sowie anerkannter Arzt und Wissenschafter, der schon in der abgelaufenen Periode Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte war.

Szekeres, der mit der Liste „Reform 20/20, Dr. Thomas Szekeres“ angetreten ist und den Mandatsstand bei den letzten Wahlen nahezu verdoppelt hat, konnte eine starke Koalition von weiteren Gruppierungen erreichen und damit die Mehrheit sichern. Erstmals in der Geschichte ist damit ein angestellter Arzt Präsident der Ärztekammer für Wien.

Der neue Präsident verspricht, neben einer deutlichen Senkung der Kammerumlage, eine nachhaltigen innere Kammerreform („Die Kammer durchlüften“) sowie mehr Services und Dienstleistungen für die Mitglieder.

„Gesundheitspolitisch möchte ich Kontinuität bewahren.“ Sein Anspruch sei es, stärker als bisher in die Gesundheitsreform involviert zu sein, auf Augenhöhe mitzubestimmen, „denn schließlich sind die Ärztinnen und Ärzte die verantwortlichen Träger des Gesundheitssystems“, so Szekeres, der sich „vehement für eine bessere Vernetzung des intra- und extramuralen Bereichs, für bessere Ausbildung der Jungärzte und deutliche Entlastung der Krankenhausärzte“ einsetzen will. „Zudem brauchen wir eine flächendeckende fachärztliche Versorgung in Wien und endlich die Aufwertung des Allgemeinmediziners.“

Zur Person

Thomas Szekeres ist 50 Jahre alt, gilt als sachorientiert und entschlossen - bei aller Konzilianz. Er wurde 1962 in Wien geboren und 1988 zum Doktor der gesamten Heilkunde promoviert. 1994 schloss er die Facharztausbildung für medizinische und chemische Labordiagnostik ab und wurde im selben Jahr zum Universitätsdozenten für klinische Chemie und Labordiagnostik habilitiert. Er erhielt 1997 den Amtstitel „Außerordentlicher Universitätsprofessor“, 2003 wurde er ins Register der „European Specialists in Clinical Chemistry“ aufgenommen. Im selben Jahr erlangte er seinen Ph.D. an der Universität Trnava in der Slowakei.

Seit 2004 ist Szekeres Qualitätsmanager und schloss 2005 eine zweite Ausbildung in Humangenetik ab. Bereits seit 1996 ist er Oberarzt am Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik an der Medizinischen Universität Wien. Seit 2005 ist er zudem Vorsitzender des Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal an der Medizinischen Universität Wien.

Seit 2001 ist Szekeres Mitglied des Vorstands der Ärztekammer für Wien und war von 2003 bis 2007 Forschungsreferent. Ab 2007 war er Vorsitzender der Kurie angestellte Ärzte und erster Vizepräsident der Ärztekammer für Wien.

Bei der Vollversammlung der Ärztekammer für Wien am 7. Mai 2012 wurde er mehrheitlich als erster angestellter Arzt an die Spitze der Wiener Ärztekammer berufen.

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22.05.2012

Eva Raunig neue Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien

Wien (OTS) - Eva Raunig, niedergelassene Allgemeinmedizinerin mit allen Kassen in Wien 9., wurde heute, Dienstag, Abend im Rahmen einer außerordentlichen Vollversammlung der Ärztekammer für Wien mit deutlicher Mehrheit zur dritten Vizepräsidentin neben Johannes Steinhart und Hermann Leitner gewählt.

"Sie wird sich besonders stark dafür engagieren, dass dem Hausarzt in Zukunft jene Bedeutung beigemessen wird, die ihm als Gate-Keeper des Gesundheitssystems auch zusteht", kommentierte in einer erste Stellungnahme Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres die Wahl Raunigs. Die Ärztekammer habe nun eine "starke Stimme für die Anliegen der Allgemeinmediziner und Hausärzte in Wien".

Damit werde die Ärztekammer das Thema Allgemeinmedizin in den nächsten Jahren in den Vordergrund stellen, "denn zur flächendeckenden Versorgung, und vor allem für ein besseres Arzt-Patienten-Verständnis, ist und bleibt der Hausarzt der entscheidende Faktor", betonte Szekeres.

Raunig selbst meinte, dass es ihr neben einer Imageaufwertung des Hausarztes vor allem um die deutlich bessere Honorierung, bessere Rahmenbedingungen in der Berufsausübung, die Sicherung des gut ausgebildeten Nachwuchses - angesichts der Tatsache, dass viele Hausärzte vor der Pensionierung stehen - sowie um eine intensivere Vernetzung sowohl zu den Fachärzten als auch zu den Krankenhäusern gehe.

"Allgemeinmediziner als Erstdiagnostiker, die ihre Patienten kennen, können maßgeblich dazu beitragen, dass die Patientenströme effizienter organisiert werden und das Vertrauensverhältnis Arzt-Patient intensiviert wird", so Raunig. Zudem seien die Hausärzte "Garanten für eine humane Medizin, gerade in der Anonymität einer Großstadt".

Zwtl.: Entbürokratisierung in der Medizin

Für Raunig ist es essenziell, dass "nicht nur eine Entbürokratisierung in der Medizin stattfindet, sondern dass unsere Leistungen, vor allem die Beratungs- und Patientengespräche, besser und leistungsgerecht honoriert werden". Und: "Angesichts des starken Migrationshintergrunds in Wien braucht es ein Mehr an multilingualen Ärztinnen und Ärzten."

Weiters will Raunig erreichen, dass die Tatsache, dass immer mehr Frauen den ärztlichen Beruf ergreifen, mehr Berücksichtigung im ärztlichen Arbeitsumfeld finde. "Frauen haben in der Regel andere Work-Life-Balance-Vorstellungen als Männer und erhöhte Belastungen durch die Erziehungsarbeit." Darauf müsse auch in der Gestaltung der Kassenverträge sowie der Dienstverträge in den Krankenhäusern Rücksicht genommen werden, forderte die Vizepräsidentin. (hpp)

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Eva Raunig neue Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien
« Antwort #4 am: 03. Juni 2012, 22:13 »


30.05.2012

Eva Raunig neue Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien

Starker Akzent für Aufwertung des Hausarztes – Bestimmendes Element als Gatekeeper des Gesundheitssystems

Wien (OTS) - Eva Raunig, seit zwölf Jahren niedergelassene Allgemeinmedizinerin mit allen Kassen in Wien 9., wurde am 22. Mai 2012 im Rahmen einer außerordentlichen Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit zur dritten Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien gewählt. Sie wird vor allem die Anliegen der Allgemeinmediziner und Hausärzte vertreten und sich dafür engagieren, dass dem Hausarzt jene Bedeutung beigemessen wird, die ihm als Gatekeeper des Gesundheitssystems zusteht. ****

Zudem wird sie sich verstärkt um die Bedürfnisse der weiblichen Kollegen kümmern, da jetzt schon mehr als die Hälfte der im ärztlichen Beruf Tätigen Frauen sind und dies im ärztlichen Arbeitsumfeld mehr Berücksichtigung verlangt.

Zwtl.: Erster Schritt in Richtung Verschlankung der Ärztekammer

„Mit der Wahl einer dritten Vizepräsidentin wurde in der Ärztekammer ein erster wichtiger Schritt Richtung 'Verschlankung' gesetzt. Bisher gab es sieben dotierte Präsidialreferenten, die die Arbeit des Präsidenten unterstützt haben. Nun wurde statt derer die Position der dritten Vizepräsidentin aktiviert, womit nunmehr drei Vizepräsidenten mit mir gemeinsam den Weg in der Standespolitik vorgeben“, betont der Präsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres.

Sichergestellt sei dadurch auch, dass sich nun erstmals eine Vizepräsidentin verstärkt und gezielt für die Belange der Allgemeinmediziner und Hausärzte einsetzt. „So konnte der diesem Beruf angemessene und notwendige Stellenwert in der Ärztekammer geschaffen werden“, zeigt sich der Ärztekammerpräsident erfreut.

Szekeres ist es wichtig, dass in den nächsten Jahren das Thema Allgemeinmedizin in der Ärztekammer in den Vordergrund gestellt wird. Denn für „eine flächendeckende Betreuung der Wienerinnern und Wiener und vor allem für ein besseres Verhältnis zwischen Arzt und Patient ist der Hausarzt ein wesentlicher Faktor, der in den nächsten Jahren massiv an Bedeutung gewinnen wird und gewinnen muss“.

Zwtl.: Der Hausarzt als Vertrauensarzt

Für Szekeres muss die Rolle des Hausarztes im Rahmen einer zukunftsweisenden, kostensparenden und integrierten Gesundheitsversorgung aufgewertet werden. Aufgrund veränderter Krankheitsbilder und demografischer Veränderungen würden sich die Ansprüche an die Patientenbetreuung verändern. Szekeres: „Die Patientinnen und Patienten müssen immer umfassender und kontinuierlich betreut werden. Eine gute Primärversorgung durch den Hausarzt ermöglicht ein stabiles und andauerndes Arzt-Patienten-Vertrauensverhältnis.“

Durch die bessere Primärversorgung würden auch auf längere Sicht die Kosten des Gesundheitssystems gesenkt werden. „Wenn dem Hausarzt die Rolle des Gatekeepers nicht nur durch die Politik, sondern auch durch die Patientinnen und Patienten zugesprochen wird, können Ambulanzbesuche und Spitalsaufenthalte reduziert werden“, ist der Ärztekammerpräsident überzeugt. So würden nicht nur die Kosten gesenkt, sondern auch die Spitäler entlastet. Um dies zu gewährleisten, müsse jedenfalls rasch in den niedergelassenen Bereich investiert werden. (hpp)

Lesen Sie hier die Fortsetzung.

Oft begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten jahrelang

Wien (OTS) - Der neuen Vizepräsidentin der Ärztekammer für Wien, Eva Raunig, ist es vor allem wichtig, dass der Hausarzt eine Imageaufwertung erfährt. „Die Allgemeinmediziner sind die ersten Ansprechpersonen für Patientinnen und Patienten. Oft begleiten wir unsere Patientinnen und Patienten jahrelang, wir kennen ihre Krankengeschichte, ihren familiären Hintergrund, ihre Lebensumstände und können so die optimale Behandlung garantieren.“ Dieses Vertrauensverhältnis gehöre gestärkt, „gerade in einer Großstadt“. ****

Der Hausarzt garantiere eine humanitäre Medizin, wo der Mensch, der Patient, im Vordergrund stehe, und nicht die Ökonomie. In diesem Sinne spricht sich Raunig zwar für die effiziente Einsetzung der finanziellen Mittel aus, lehnt aber strikt jegliche Rationierungsversuche am Rücken der Gesundheit der Patientinnen und Patienten ab.

In den letzten Jahren sei die Rolle des Hausarztes durch von der Politik zusätzlich aufoktroyierte unabgegoltene Aufgaben wie beispielsweise die E-Card sowie das zeitaufwendige Arzneimittelbewilligungssystem, eine nicht entsprechende Honorierung und immer schlechter werdende Rahmenbedingungen in der Berufsausübung von der Politik nicht gewürdigt worden. „Meine Aufgabe in den nächsten fünf Jahren wird es sein, dies wieder ins rechte Licht zu rücken und auch den Anreiz dafür zu schaffen, dass uns die Allgemeinmediziner in Wien nicht abhandenkommen“, erklärte die neue Vizepräsidentin.

„Auch die Tatsache, dass immer mehr Frauen den ärztlichen Beruf wählen, muss mehr Berücksichtigung im medizinischen Arbeitsumfeld finden“, setzt sich Raunig einen nächsten Arbeitsschwerpunkt für die kommenden fünf Jahre. Frauen hätten eine andere Vorstellung von einer optimalen Work-Life-Balance als Männer, hinzu komme noch die oftmalige Doppelbelastung durch Schwangerschaft oder die Betreuung der Kinder oder anderer Familienangehöriger.

Zwtl.: Schwerpunkt: Prävention und Vorsorge

Die Zahl der zivilisationsbedingten Krankheiten nimmt bedenklich zu. Davon betroffen sind vor allem Diabetes, Adipositas, Bluthochdruck, Gehör- und Sehschäden sowie die Überbelastung der Wirbelsäule und Gelenke/Knorpel.

Neben der Positionierung des Hausarztes als Gatekeeper im Gesundheitssystem und der Fokussierung auf die Anliegen der weiblichen Ärzte legt die Vizepräsidentin daher einen weiteren Schwerpunkt auf die Prävention und Vorsorge. Sie bezieht sich dabei auf Untersuchungen des Instituts für medizinische und sportwissenschaftliche Beratung – Olympiazentrum Südstadt, die bestätigt hätten, was auch die Ärztekammer immer wieder aufgezeigt hat: Österreichs Jugend ernährt sich schlecht, bewegt sich zu wenig, ist übergewichtig bis fettleibig und in zunehmendem Ausmaß alkohol- und nikotinabhängig.

Das Aufzeigen von Fakten und Daten alleine bringe aber in einer überkommunizierenden und überkommerzialisierten Gesellschaft nichts. Raunig: „Man muss emotionalisieren und mit einer breiten Kampagne Bewusstsein schaffen – in der Sprache der Jugendlichen und vielleicht auch mit drastischen Mitteln.“ Parallel dazu müssten präventive und pädagogische Maßnahmen, wie von der Ärztekammer seit Jahren gefordert, eingesetzt werden.

Die Vizepräsidentin fordert hier die verpflichtende Gesundheits- und Ernährungskunde sowie Kochunterricht an den Ganztagsschulen, verpflichtende tägliche Turnstunden für alle, präzise Vorschreibungen für die Schulverpflegung bis hin zur Mensa, einen adäquaten Einsatz der Schulärzte sowie Rauchfreiheit in allen Lokalen. (hpp)

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Dr. Artur Wechselberger, Tirol, neuer Ärztekammerpräsidenten
« Antwort #5 am: 22. Juni 2012, 23:31 »


Präsident Reisner: Gratuliere neuem Ärztekammerpräsidenten

   Wien (OTS) - "Erwarte mir künftig wieder mehr Mitsprache der
Ärzteschaft bei gesundheitspolitischen Themen"
   "Ich gratuliere dem neuen Präsidenten der Österreichischen
Ärztekammer, Dr. Artur Wechselberger, und wünsche ihm viel Kraft und
Durchhaltevermögen für die kommenden fünf Jahre", so der Präsident
der NÖ Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, anlässlich der heutigen
Wahl im Rahmen des Bundesärztekammertages in Bregenz. Er selbst hatte
sich ebenfalls dieser Wahl gestellt, musste sich jedoch mit knapper
Mehrheit (83 zu 103 Delegiertenstimmen beziehungsweise 45 zu 55
Prozent) dem Präsidenten der Tiroler Ärztekammer geschlagen geben.
   Präsident Dr. Reisner erwartet sich von der neuen
Ärztekammerspitze unter anderem wieder Mitsprache in der
Gesundheitspolitik, die sich aus seiner Sicht nur mit einem deutlich
erkennbaren Kurswechsel erreichen lässt: "Wir alle wissen, dass das
Gesundheitssystem dringend reformiert werden muss. Die
Blockadepolitik der vergangenen Jahre hat zu nichts geführt. Die
Ärzteschaft muss wieder gehört werden. Dafür brauchen wir neue
Konzepte, die sich vor allem am Wohl der Patientinnen und Patienten
orientieren. Ich werde Dr. Wechselberger bei allen sinnvollen
Vorschlägen unterstützen."
Rückfragehinweis:
   Ärztekammer für Niederösterreich, Pressestelle
   Michael Dihlmann
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Tiroler Wechselberger neuer ÖÄK-Präsident
« Antwort #6 am: 25. Juni 2012, 18:53 »


Wechselberger neuer ÖÄK-Präsident
Ärztespitze neu formiert - Attraktive Arbeitsbedingungen gefordert - Ausbildungsreform und Vertrauensarztmodell

Bregenz (OTS) - Die Vollversammlung der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK) wählte am Freitag in Bregenz den Tiroler
Ärztekammerpräsidenten, Artur Wechselberger, zum neuen Präsidenten
der Österreichischen Ärztekammer. Er folgt Walter Dorner nach, der
das Amt des Spitzenrepräsentanten der österreichischen Ärzteschaft
seit 2007 innehatte. Erster Vizepräsident wurde der Präsident der
Salzburger Ärztekammer, Karl Forstner. Zum Obmann der Bundeskurie
Angestellte Ärzte wurde Harald Mayer wieder bestellt, der das Amt
seit 2003 bekleidet und auch die Kurie Angestellte Ärzte in
Oberösterreich leitet. Neuer Obmann der Bundeskurie Niedergelassene
Ärzte wurde Johannes Steinhart, der auch Chef der niedergelassenen
Ärzte in Wien ist. Die Bundeskurienobleute fungieren automatisch als
Vizepräsidenten der Österreichischen Ärztekammer.

Hauptziele der neuen Ärzteführung sind die Attraktivierung des
Arztberufes, praxisgerechte Arbeitsbedingungen in Ordination und
Spital und die Entrümpelung der Bürokratie im ärztlichen
Arbeitsablauf. Gefordert werden eine "überfällige" Reform der
ärztlichen Ausbildung, eine Gesundheitspolitik mit Fokus auf guter
Versorgung, die Einführung des ÖÄK-Hausarztmodells sowie die
tatsächliche Ermöglichung patientenorientierter ärztlicher
Kooperationsformen. Wichtig sei darüber hinaus ein sinnvoller
digitaler Datenaustausch, der die Ärzte unterstützt und nicht
behindert.

Hart ins Gericht geht die Kammerspitze mit der aktuellen
Gesundheitsreform und dem elektronischen Gesundheitsakt in der
geplanten Form. Vor Einführung der e-Medikation seien "sämtliche
Verbesserungsvorschläge der wissenschaftlichen Auswertung lückenlos
umzusetzen".

Arztberuf wieder attraktiv machen

Als wesentliche Aufgabe in den nächsten Jahren bezeichnet der neue
ÖÄK-Präsident, Artur Wechselberger, die Verbesserung der
Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte. Die "momentane Politik
tanzt ausschließlich nach der ökonomischen Pfeife", was die ärztliche
Freiberuflichkeit als "unverzichtbare Basis einer persönlichen und
patientenbezogenen Gesundheitsbetreuung" bedrohe und Rationierungen
für Patienten zur Folge haben werde. Es sei "kein Wunder, dass junge
Kolleginnen und Kollegen ins Ausland flüchten" und sich der längst
spürbare Ärztemangel weiter verschärfe. Wechselberger: "Wir
verweigern uns jedem Diktat, das zu einer Verschlechterung für uns
Ärzte führt und unsere ethische Verpflichtung untergräbt, die
Patientinnen und Patienten als individuelle Anwälte ihrer
Gesundheitsinteressen bestmöglich zu versorgen."

Ein wichtiger Schritt zur Sicherung der "nach wie vor extrem hohen"
ärztlichen Leistungsbereitschaft in Österreich müsste eine von Ärzten
mitgetragene "Gesundheitsreform nach medizinischer Notwendigkeit"
sein.

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Gesundheitsreform: Macht und Geld im Zentrum

Bregenz (OTS) - Wechselberger: "Bei der von Bund, Ländern und
Gemeinden triumphal verkündeten sogenannten Gesundheitsreform geht es
dem Grunde nach nur um Macht und Geld." Der Öffentlichkeit werde Sand
in die Augen gestreut, denn die wirklichen Herausforderungen durch
neue Volkskrankheiten oder zunehmend belastende Arbeits- und
Umweltbedingungen spielten bei der Entwicklung politischer Konzepte
keine Rolle. Wechselberger betrachtet dies als "Affront gegen die
Steuerzahler und beängstigend für alle Menschen, die medizinische
Hilfe brauchen".
Das kurzsichtige und ökonomiefixierte Agieren der Politik drohe das
österreichische Gesundheitssystem an die Wand zu fahren. Man wolle
den Österreicherinnen und Österreichern billigen medizinischen
Einheitsbrei verordnen, obwohl international die Zukunft in der
individualisierten medizinischen Behandlung gesehen werde, sagte der
ÖÄK-Chef.

Um den Arztberuf wieder erstrebenswert zu machen, werde sich
Wechselberger in den kommenden Jahren für die Verbesserung der
postpromotionellen praktischen Ausbildung im Spital einsetzen. Hier
müsse der Schwerpunkt auf die Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten
gelegt werden. "Wir müssen die Turnusärztinnen und -ärzte vor
Spitalseigentümern schützen, die sie nur als Systemerhalter
missbrauchen", so der Ärztepräsident. Die Jungmediziner verdienten im
Interesse eines funktionierenden Gesundheitssystems eine exzellente
Ausbildung. Die Lehrpraxis müsse ein Schwerpunkt der Ausbildung zum
Allgemeinmediziner werden, wo die Allgemeinmedizin ja auch
praktiziert werde. Und es gehe ihm auch um gerechte Einkommen sowie
um Arbeitszeitmodelle in den Spitälern und Ordinationen, die der
zunehmenden Feminisierung des Arztberufes entsprechen. Als Beispiel
nannte Wechselberger ein praktikables Gruppenpraxengesetz, das es
gerade Frauen ermöglichen würde, ihr Wissen und Können in einem
flexiblen, familienfreundlichen Umfeld einzusetzen.

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ELGA und E-Medikation

Bregenz (OTS) - Im aktuellen ELGA-Gesetzentwurf erkennt der neue
ÖÄK-Präsident "wenn überhaupt, dann nur marginale Verbesserungen".
Die eklatantesten Mängel seien nach wie vor nicht beseitigt, dazu
zählten die Kosten für Steuerzahler und Ärzte ebenso wie noch immer
ungeklärte Haftungsfragen und unabsehbare bürokratische
Zusatzbelastungen für Ordinationen und Krankenanstalten.
Die wissenschaftliche Auswertung des Pilotprojektes zur E-Medikation
weise "klar und unmissverständlich" auf die Schwachstellen hin:
systemimmanente Softwarefehler, enormer Zeitaufwand zulasten des
Arzt-Patienten-Gesprächs, hohe Kosten und vor allem die "völlig
praxisferne Übersensibilität einer Maschine", die dann erst recht
wieder vom Arzt ausgebügelt werden müsse. Wechselberger forderte das
Gesundheitsministerium auf, dem dringenden Rat der Evaluatoren zu
folgen und das Projekt "völlig neu" aufzusetzen. Das System müsse die
ärztliche Arbeit erleichtern und Prozesse beschleunigen.

Wechselberger befürchtet dieselben Fehler bei ELGA und eine Ablehnung
des elektronischen Gesundheitsakts durch Patienten und Ärzte. "Wie
sonst ist es zu erklären, dass die Politik eine gesetzliche
Teilnahmepflicht vorsieht. Wenn das System Vorteile bringt und leicht
zu handhaben ist, wird es sich von selbst durchsetzen, dann muss man
niemanden dazu zwingen."
Wie man an den digitalen Datenaustausch in einem modernen
Gesundheitssystem mustergültig herangehe, könne man zurzeit in der
Schweiz beobachten. Dort gibt der Staat die Sicherheits- und
Übertragungsstandards vor und stellt es Patienten und Ärzten frei,
das elektronische Angebot zu nutzen. (ms/ar) (Schluss)

Fotos und Lebensläufe sind in Kürze unter folgenden Links abrufbar:
www.aerztekammer.at/fotos
www.aerztekammer.at/lebenslaufe

Richi

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Ärztekammer und Politik
« Antwort #7 am: 25. Juni 2012, 18:54 »

Hauptverband hofft auf Fortsetzung des begonnenen Dialogs zur Gesundheitsreform
Schelling zur Wahl der neuen Spitzen in der österreichischen Ärztekammer

Wien (OTS) - "Ich gratuliere sowohl dem neuen Präsidenten der
österreichischen Ärztekammer, Dr. Artur Wechselberger, wie auch dem
neuen Obmann der Bundeskurie der niedergelassenen Ärzte, Dr. Johannes
Steinhart, zu ihrer Wahl, wünsche mir eine gute Zusammenarbeit und
eine Fortsetzung des mit dem Masterplan Gesundheit begonnenen Dialogs
zur Reform des österreichischen Gesundheitswesens": So formuliert der
Vorsitzende im Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger, Dr. Hans Jörg Schelling, die bei der
Vollversammlung der österreichischen Ärztekammer erfolgte Wahl des
Tiroler Ärztekammerpräsidenten zum Präsidenten der österreichischen
Ärztekammer und des Vizepräsidenten der Wiener Ärztekammer zur Wahl
des neuen Kurienobmanns der niedergelassenen Ärzte Österreichs.
Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen,
sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und
eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,2 Millionen
Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte
Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird
beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als
Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem Arzt
aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die
Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der
solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

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Steinhart neuer Bundesobmann der niedergelassenen Ärzte
« Antwort #8 am: 25. Juni 2012, 18:55 »

Steinhart neuer Bundesobmann der niedergelassenen Ärzte
Trendumkehr bei niedergelassener Versorgung gefordert - Einsparungen auf Kosten der Patienten inakzeptabel

Bregenz (OTS) - Der neu gewählte Obmann der Bundeskurie
Niedergelassene Ärzte, Johannes Steinhart, präsentierte anlässlich
seiner Bestellung in Bregenz die Schwerpunkte für die kommenden
Jahre. Der Obmann warnte dabei vor einer drohenden Ausdünnung
ärztlicher Versorgungsstrukturen. Steinhart: "Noch haben wir eines
der besten Gesundheitssysteme der Welt. Doch die dramatischen
Kürzungen der Politik gefährden diese Position. Wer glaubt, 3,5
Milliarden Euro bei der Gesundheit einsparen zu können, ohne dass es
die Patienten merken, betreibt Voodoo-Ökonomie."

Der Bundeskurienobmann spielt damit auf die politische
Grundsatzeinigung zur Gesundheitsreform an. Steinhart: "Beim Wort
'Reform' wird der gelernte Österreicher hellhörig. Meist bedeutet das
nichts anderes als Verschlechterungen für die Menschen." Diese will
der Vertreter der niedergelassenen Ärzte mit allen Mitteln
verhindern. "Eine Ausdünnung der medizinischen Versorgungsstrukturen
wird es mit der Ärzteschaft nicht spielen", so Steinhart in Richtung
Politik.

Auslagerung in niedergelassenen Bereich sinnvoll

Zu Verhandlungen über die von der Regierung angekündigten
Auslagerungen von Spitalsleistungen in den niedergelassenen Bereich
sei er "jederzeit" bereit, betont Steinhart: "Die Verlagerung ist
sinnvoll, auch wenn es in den Regierungsprogrammen der letzten
Jahrzehnte immer nur bei der Ankündigung geblieben ist. Jetzt braucht
es mehr als Lippenbekenntnisse. Wer von einer breiteren
niedergelassenen Struktur spricht, muss auch Taten folgen lassen", so
Steinhart.

Bislang sind diese laut Steinhart meist unterblieben. Der
Bundeskurienobmann verweist auf den von Politik und Ärzteschaft
angestrebten Ausbau ärztlicher Kooperationsformen. Steinhart: "Da
wurden schöne neue Modelle für Gruppenpraxen mit ausgedehnten
Öffnungszeiten, wie etwa die Ärzte GmbH, entwickelt. Die werden aber
vom Hauptverband und den meisten Sozialversicherungen torpediert."

Versorgungssicherheit gefährdet - Gefahr sozialer Bruchstellen

Ein besonderes Anliegen ist dem Bundeskurienobmann die Stärkung der
hausärztlichen Versorgung. "Der Hausarzt wurde zuletzt von
Gesundheitspolitikern fast zu Tode gestreichelt. Das muss ein Ende
haben", so Steinhart. Der Bundeskurienobmann drängt hier auf eine
rasche Umsetzung des Hausarztmodells der ÖÄK und die Sicherstellung
der Versorgung durch ärztliche Hausapotheken in ländlichen Gebieten.
Steinhart: "Hausärzte schaffen Versorgungssicherheit für

Patienten. Hier Sonntagsreden zu schwingen, hinterrücks aber
Strukturen auszuhungern, ist fahrlässig. Schon heute gibt es
unterversorgte, weiße Flecken, vor allem auf dem Land. Eines meiner
zentralen Ziele ist, diese wieder zu beleben."

Der Trend weist in der Gesundheitspolitik laut Steinhart allerdings
in eine andere Richtung. "Seit Jahren regiert die Verknappung der
Mittel, werden Kassenplanstellen reduziert und nicht ausgebaut. Damit
schafft man eine Mehrklassen-Medizin durch die Hintertür, weil sich
Kassenärzte immer weniger Zeit für die Patienten nehmen können. Das
ergibt gefährliche soziale Bruchstellen", so der Bundeskurienobmann.

Weiter gegen ELGA in aktueller Form

Gleichzeitig wendet sich Steinhart auch gegen das "aktuelle Mantra"
der Politik - die viel zitierte Effizienz im Gesundheitswesen.
Steinhart: "Wir sollten vielmehr auf Effektivität achten und in der
Versorgung der Bevölkerung die richtigen Dinge tun. Derzeit arbeitet
man effizient falsche Konzepte ab." Als aktuelles Beispiel nennt
Steinhart die im Gleichklang von Politik und Industrie geplante
elektronische Gesundheitsakte (ELGA). "Hier gibt es zwar keine
seriöse Studie, die den Nutzen für die heimischen Patienten belegen
würde. Aber die Politik ist dennoch bereit, Hunderte Millionen Euro
für eine angeblich effiziente IT-Lösung auszugeben. Gegen ELGA in
dieser Form werden wir uns weiter wehren", so Steinhart abschließend.
(ms/ar) (Schluss)

Fotos und Lebensläufe sind in Kürze unter folgenden Links abrufbar:
www.aerztekammer.at/fotos
www.aerztekammer.at/lebenslaufe

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Krankschreiben: "Aktion scharf" gegen die Hausärzte
« Antwort #9 am: 09. Juli 2012, 18:38 »

Krankschreiben: "Aktion scharf" gegen die Hausärzte

Mit Testpatienten spürt die Krankenkasse Ärzte auf, die bei den Krank­schreibungen allzu großzügig vorgehen.

Wie oft es vorkommt, dass Ärzte wissentlich Gesunde krankschreiben, lässt sich schwer beziffern.

Über so viel Dreistigkeit waren selbst die Betrugsbekämpfer der Wiener Gebietskranken­kasse (WGKK) verblüfft: Nachdem ein praktischer Arzt bereits seit Jahren wegen fragwürdiger Verschreibungspraktiken im Visier der WGKK gestanden war, schickte sie mehrere Test­patienten in seine Ordina­tion, um seine Arbeitsweise zu überprüfen.

Das Ergebnis dieses "Mystery Shoppings": Von den insgesamt sieben Testern wurden drei ausschließlich durch die Ordinationshilfe krankgeschrieben, was verboten ist. Den anderen vieren stellte der Arzt eine Gefälligkeitskrankmeldung aus – obwohl die Patienten ihm gegenüber offen bekannt hatten, dass ihnen nichts fehlt.

"Stattdessen hat der Arzt teilweise sogar Hilfestellung beim Finden passender Diagnosen geleistet. Korrekt wäre es gewesen, die Patienten der Ordination zu verweisen", sagt Franz Schenkermayr von der WGKK-Abteilung "Missbrauch – Entdeckung – Prävention".

Die WGKK hat den Vertrag mit dem Arzt gelöst, dieser hat Berufung eingelegt. Das Verfahren läuft derzeit noch.

Diese harte Vorgehensweise war nötig, weil der betroffene Mediziner eben kein unbeschriebenes Blatt ist: Bereits 2009 hatte er einen Patienten aus dem Drogenmilieu 29-mal auf Kosten der WGKK behandelt, ohne jemals eine eCard verlangt oder einen Ausweis kontrolliert zu haben.
196.000 Euro Schaden

Schenkermayr und sein Team decken Betrugsfälle auf

Später ergab die Befragung von 77 Personen, dass verrechnete Leistungen zum Teil überhaupt nicht bzw. nicht vertragskonform erbracht worden waren. Dabei ging es unter anderem um Hausbe­suche, Erste-Hilfe-Leistungen und Injektionen. Auf drei Jahre hochgerechnet ergab sich für die WGKK ein Schaden von rund 196.000 Euro. Der Arzt wurde angezeigt.

Die Mystery Shopper der WGKK deckten zuletzt zwei weitere ähnliche Fälle auf.

Wie oft es vorkommt, dass Ärzte wissentlich Gesunde krankschreiben, lässt sich laut Schenkermayr schwer beziffern. Zu schwierig sei der Nachweis. Und Test­patienten werden immer nur dann ausgeschickt, wenn bereits – wie im obigen Fall – gravierende Verdachtsmomente vorliegen.

Fest steht aber: "99,9 Prozent unserer Vertrags­partner und Versicherten sind grundehrlich", betont Schenkermayr.

Dennoch beschäftigen sich er und sein Team bereits mit dem nächsten Fall: Erst vor Kurzem musste eine Firma 103 Mitarbeiter kündigen. "Davon sind 58 unmittelbar danach krank geworden. Hier liegt die Vermutung nahe, dass zumindest einige eine Gefälligkeitskrankmeldung bekommen haben oder dem Arzt eine Diagnose vorgespielt haben."

Die Sanktionen für die schwarzen Schafe unter den Medizinern reichen von einer Verwarnung bis hin zur Vertragskündigung. Letztere erfolgt aber nur in besonders schweren Einzelfällen, wenn alle Gespräche und ein­vernehmliche Klärungsversuche scheitern.

Werden Patienten beim Erschleichen eines Krankenstandes erwischt, werden ihnen die Krankenstandstage aberkannt. Im Extremfall wartet auch auf sie eine Anzeige – etwa, wenn sie sich weigern, das Krankengeld zurückzuzahlen.

Die Ärztekammer kritisierte zuletzt massiv den Einsatz der Testpatienten. "Um die Ausstellung von Gefälligkeitskrankmeldungen aufzu­decken, gibt es allerdings keine andere Methode", verteidigt sich WGKK-Generaldirektor Erich Sulzbacher. Auch Konsumentenschützer würden immer wieder Mystery Shopping in Ordinationen durchführen.

Am vergangenen Freitag fand dazu ein Gespräch zwischen Kammer und Krankenkasse statt. Worauf man sich einigen konnte: Schwarze Schafe unter den Ärzten dürfen nicht geschützt werden. Der nächste Einsatz von Testpatienten erfolgt unter Information der Ärztekammer.
Wien ist etwas anders

In anderen Bundesländern verzichtet man allerdings noch auf Testpatienten. "Bei uns gibt es eine andere Kultur der Zusammenarbeit mit der Ärztekammer", heißt es etwa in der oö. GKK.

Und auch in Niederösterreich findet man mit den bestehenden Kontrollen ohne Mystery Shopper derzeit das Auslangen. "Wir überprüfen über das EDV-System Auffälligkeiten bei den Abrechnungen", betont man in der NÖGKK.

Bei Problemen wird der Arzt zu einem Gespräch geladen. Fallweise finden auch Patientenbefragungen statt. "Unser System funktioniert derzeit sehr gut."

Weiter .................. http://kurier.at/nachrichten/gesundheit/4503013-krankschreiben-aktion-scharf-gegen-die-hausaerzte.php

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Ärztekammer will Ländern die Spitäler wegnehmen
« Antwort #10 am: 09. Juli 2012, 18:50 »


Ärztekammer will Ländern die Spitäler wegnehmen

08.07.2012 | 18:05 |   (Die Presse)

Der neue Ärztekammer-Präsident, Artur Wechselberger, droht der Regierung mit Boykott, wenn ELGA gegen den Willen der Ärzteschaft beschlossen wird.
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Der neue Ärztekammer-Präsident, Artur Wechselberger, schaltete sich am Sonntag mit einer provokanten Forderung in die Debatte um eine Gesundheitsreform ein: Er schlägt vor, den Bundesländern die Verantwortung für die Spitäler zu entziehen – nur so könne man „im österreichischen Gesundheitssystem weiterkommen“.
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Es könne nämlich nicht sein, dass die Länder gleichzeitig Gesetzgeber, Spitalsträger und Leistungsanbieter seien und dann auch noch am Finanzierungstopf säßen. Für die niedergelassenen Ärzte blieben einfach nicht mehr viele Ressourcen übrig, wenn sie sich auf der anderen Seite einem „so überstarken Partner“ gegenübersehen, sagte der aus Tirol stammende Präsident.

Gleichzeitig tritt Wechselberger dafür ein, in einem flexibleren System die Sozialversicherungen zu stärken und den Versicherten die Möglichkeit zu geben, sich ihre gesetzliche Krankenkasse selbst auszusuchen. Das ist derzeit nicht möglich.

Bei der elektronischen Gesundheitsakte (ELGA), die Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) demnächst dem Ministerrat zum Beschluss vorlegen will, möchte Wechselberger zwar nicht – wie sein Vorgänger Walter Dorner – in Fundamentalopposition zur Regierung gehen. Er droht aber mit Boykott, wenn die Elektronische Gesundheitsakte gegen den Willen der Ärzteschaft beschlossen wird. Sprich: Dann würden die Ärzte die Umsetzung „einfach verweigern“ und die Patienten informieren, wie sich sich aus der Gesundheitsakte „hinausoptieren können“.

Eine Zustimmung kann sich Wechselberger nur dann vorstellen, wenn ELGA so konzipiert wird, dass die Arbeit der Ärzte erleichtert wird und nicht – wie im Gesetzesentwurf vorgesehen – „durch riesige Datenmengen“ zu einem Zeitverlust führt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.07.2012)


............ http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/1263337/Aerztekammer-will-Laendern-die-Spitaeler-wegnehmen?_vl_backlink=/home/index.do

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Stärkung der Haus- und Familienmedizin gefordert
« Antwort #11 am: 14. Juli 2012, 20:16 »


06.07.2012

Stärkung der Haus- und Familienmedizin gefordert

Ärztekammerpräsident Szekeres: Arbeit und Kompetenz der Hausärztinnen und Hausärzte mehr in den Mittelpunkt rücken

Wien (OTS)- Der Präsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres, nimmt den noch bis morgen, Samstag, in Wien stattfindenden Kongress der Weltorganisation der Allgemein- und Familienmediziner WONCA („World Organization of Family Doctors“) zum Anlass, die zentrale Rolle der Hausärzte für eine optimale Patientenbetreuung in Erinnerung zu rufen. Es gebe Handlungsbedarf seitens der Politik, vor allem hinsichtlich der Wertschätzung der Allgemeinmedizin, betont Szekeres.

Dass die Allgemeinmedizin und im Besonderen die hausärztliche jahrelange Betreuung von Familien ein essenzieller Punkt der primärärztlichen Versorgung ist, werde laut Szekeres allein durch das intensive Programm der europäischen WONCA-Tagung und die hohe Teilnehmerzahl an international praktizierenden Allgemein- und Familienmedizinern veranschaulicht.

„Gerade in Österreich besteht ein eklatanter Aufholbedarf hinsichtlich der Wertschätzung und Stellung der Allgemeinmedizin“, verdeutlicht Szekeres. Denn während Hausärzte in der Gesellschaft durchaus einen hohen Stellenwert einnehmen würden, sei in der Gesundheitspolitik das Gegenteil der Fall. „Mit dem Hausarztmodell der Ärztekammer steht bereits jetzt eine umfassende Diskussionsgrundlage zur Aufwertung der Allgemeinmedizin in Österreich zur Verfügung, an Konzepten mangelt es also nicht“, so Szekeres. Nun sei die Politik am Zug, die seit Jahrzehnten angekündigten Reformschritte endlich zu ealisieren.

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ÖÄK: Fünf abgewählte Landespräsidenten mit Posten versorgt
Präsident Reisner: "Demokratieverständnis innerhalb der ÖÄK macht mir große Sorgen"

Wien (OTS) - "Die ÖÄK gleicht mehr einem Versorgungswerk für
Altpräsidenten als einer modernen Standesvertretung für beruflich
aktive Ärztinnen und Ärzte", stellt Dr. Christoph Reisner, Präsident
der NÖ Ärztekammer, anlässlich der Besetzung der Schlüsselpositionen
innerhalb der Österreichischen Ärztekammer im Rahmen des
Ärztekammertages fest. "Nicht weniger als fünf Altpräsidenten wurden
mit Posten versorgt, obwohl sie in ihren Bundesländern abgewählt
wurden. Dieses Verständnis von Demokratie bereitet mir große Sorgen."
Im Gegenzug wurden die in den Bundesländern Wien, Niederösterreich
und Kärnten aktiven Präsidenten und Kurienobleute der angestellten
Ärzte bewusst von allen Positionen ausgegrenzt, obwohl deren
Stimmgewicht in Summe mehr als 40 Prozent beträgt und gerade dort
dringend Veränderungen notwendig wären.
Wir brauchen keinen Pensionistentrupp mit abgewählten Altfunktionären

"So hat keiner der derzeit in Niederösterreich aktiven Funktionäre
eine Schlüsselposition innerhalb der ÖÄK inne. Stattdessen wird unter
anderem ein Altpräsident eingesetzt, der bereits 2007 abgewählt
wurde, seit diesem Zeitpunkt kammerpolitisch nicht mehr aktiv ist,
dessen politische Gruppierung längst nicht mehr existiert und für
deren Nachfolgegruppierung bei der Kammerwahl 2012 nur 11 Prozent
aller Wahlberechtigten gestimmt haben."
Für Präsident Dr. Reisner ist dies kein Schritt in Richtung
Erneuerung und Durchlüftung der ÖÄK, was nach seiner Ansicht dringend
notwendig wäre: "Wenn wir die Anforderungen der Zukunft meistern
wollen, brauchen wir innerhalb der ÖÄK Funktionärinnen und
Funktionäre, die aktiv ärztlich tätig sind, von der Basis gewählt
wurden und mit den akuten Problemen vertraut sind. Und keinen
Pensionistentrupp mit abgewählten Altfunktionären, die ihren Job als
Mediziner bereits längst an den Nagel gehängt haben."
Reformgeist in den Bundesländern wurde überschätzt

Ob das Konzept des neuen Präsidenten Dr. Artur Wechselberger
aufgeht, wird aus Sicht von Präsident Dr. Reisner bereits die nähere
Zukunft zeigen. "Mit der Gesundheitsreform und ELGA sind Probleme zu
bewältigen, die Existenz bedrohend für die freie Ärzteschaft sind.
Dieser Herausforderung müsste man aus meiner Sicht mit neuen
Konzepten und sinnvollen Vorschlägen begegnen. Und nicht mit genau
der Politik der Altfunktionäre, die uns in den vergangenen
Jahrzehnten in die derzeit bestehende Misere gebracht hat."
Präsident Dr. Reisner selbst hatte sich vergangene Woche der Wahl
zum Österreichischen Ärztekammerpräsidenten gestellt, hat aber den
Reformgeist in den Bundesländern überschätzt. "Die Zeit war offenbar
noch nicht reif für grundlegende und umfassende Erneuerungen in der
ÖÄK, das ist zu akzeptieren. Nun werden wir sehen, ob der Kurs der
"neuen" ÖÄK-Führung mit "alter" Mannschaft zum Erfolg führt."

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Richtungswechsel erwünscht, aber mit amtierenden Funktionären
Kärntner Präsident Dr. Josef Huber appelliert an ÖÄK-Spitze: "Begonnenen Erneuerungskurs fortsetzen!"

Klagenfurt (OTS) - "Die Kärntner Ärztekammerwahl brachte deutlich
den Wunsch der Ärzteschaft nach einem Richtungswechsel zum Ausdruck.
Dieses beeindruckende Votum führte zur Abwahl des Altpräsidenten und
zur Etablierung einer neuen Ärztekammerführung in Kärnten. Leider
sorgt das Wahlrecht der Österreichischen Ärztekammer jedoch dafür,
dass dieser Richtungswechsel nur unzureichend auf Bundesebene
abgebildet wird", so der Präsident der Kärntner Ärztekammer Dr. Josef
Huber.

Die Funktionen innerhalb der ÖÄK werden Kraft eines komplizierten
Wahlrechtes durch Funktionäre der Landesärztekammern besetzt. Daher
ist es üblich, dass Spitzenfunktionäre der Länder die entsprechenden
Funktionen auch auf ÖÄK-Ebene erfüllen.

Durch einen politischen Kuhhandel vor der Vollversammlung der ÖÄK
wurden aber diesmal fünf bereits abgewählte Präsidenten von
Landesärztekammern, von denen einige nicht einmal mehr als einfache
Kammerräte in ihre Ärztekammern gewählt wurden, plötzlich in wichtige
Positionen gehievt - während andererseits amtierende Präsidenten
keine Berücksichtigung fanden. "Das mag ja alles formal rechtlich in
Ordnung sein, entspricht aber nicht meinen Vorstellungen von
Demokratie!", so Präsident Dr. Huber.

Aus seiner Sicht hemmt diese Vorgangsweise nicht nur die dringend
notwendige Arbeit in der ÖÄK, sondern macht sie auch als
Standesvertretung unglaubwürdig. "Wie sollen abgewählte, sich
teilweise schon in Pension befindliche Altfunktionäre eine moderne
und glaubwürdige Ärztekammerpolitik betreiben? Ich fordere die
ÖÄK-Spitze auf, den begonnenen Kurs der Erneuerung fortzusetzen und
die demokratisch gewählten Repräsentanten der Bundesländer auch auf
ÖÄK-Ebene einzubinden!"

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NÖ Ärztekammer: 100 Millionen Euro Einsparpotenzial pro Jahr im NÖ Gesundheitssystem machbar
Geschickte Verlagerung ärztlicher Leistungen vom Spital in den niedergelassenen Bereich hat enormes Potenzial

Wien (OTS) - 2,9 Millionen ambulante Behandlungen an Patientinnen
und Patienten werden in Niederösterreich jährlich in den Spitälern
durchgeführt. Ein Großteil davon ließe sich aus medizinischer Sicht
auch bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten durchführen. Die
Behandlungen werden jedoch deshalb in den Ambulanzen durchgeführt,
weil das Angebot im Bereich der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte
zum Bedarfszeitpunkt nicht ausreichend ist. "Volkswirtschaftlich
gesehen eine enorme Verschwendung", kritisiert Dr. Christoph Reisner,
Präsident der NÖ Ärztekammer. "Leider jedoch Realität, die sich
aufgrund der unterschiedlichen Geldflüsse zur Finanzierung der
Spitäler und niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte im Laufe der Jahre
eingeschlichen hat. Was man jedoch leicht beheben könnte."
Der Ärztekammerpräsident rechnet vor: "Eine ambulante Behandlung
im Spital kostet nach offiziellen Zahlen 78 Euro. Die vergleichbare
Behandlung im niedergelassenen Bereich schlägt laut
Abrechnungsstatistik mit 26 Euro zu buche. Rein rechnerisch werden
hier 150 Millionen Euro unserer Steuergelder pro Jahr unnötig
vernichtet, weil wir bisher nicht in der Lage waren, die
Patientenströme vernünftig zu lenken. Dabei wäre das problemlos
möglich."
Geld muss vom Spital in den niedergelassenen Bereich fließen

Um eine Verlagerung gewährleisten zu können, muss man einen Teil
des Geldflusses verschieben. "Das von uns entwickelte Modell basiert
auf der Grundannahme, dass 75 Millionen Euro jährlich vom Spital in
die Niederlassung fließen. Damit könnte man zusätzliche 40 volle
Facharztstellen sowie 100 volle Stellen für Allgemeinmediziner
finanzieren. Damit könnte man einen Großteil des medizinischen
Bedarfs zur üblichen Wochenarbeitszeit abdecken", so Präsident Dr.
Reisner.
Um den Bedarf an den Wochenrandzeiten bzw. in den Abendstunden
abdecken zu können, schlägt er vor, zusätzliche 40 Gruppenpraxen im
fachärztlichen Bereich bzw. 100 allgemeinmedizinische Gruppenpraxen
(ohne Honorarabschläge) zu etablieren. "Und für die Nachtstunden bzw.
am Wochenende sind in unserem Modell 52.000 zusätzliche, fair
honorierte 12-Stunden-Dienste niedergelassener Ärztinnen und Ärzte
vorgesehen." Abgerundet wird die Kalkulation durch Werbemaßnahmen, um
die Bevölkerung auf das neue optimierte Angebot aufmerksam zu machen.
100 Millionen Euro Sparpotenzial jährlich, plus enormer medizinischer Nutzen

Die Gesamtrechung kann sich sehen lassen: "Durch diese Maßnahmen
ließen sich rechnerisch 135 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Wenn
wir gewisse "Reibungsverluste" einkalkulieren, ist man mit 100
Millionen Euro auf der sicheren Seite", so Präsident Dr. Reisner
weiter. Und nicht nur das: "Der medizinische Nutzen, den dieser Umbau
durch die Verbesserung der wohnortnahen Versorgung für die
Bevölkerung brächte, ist enorm." Für den Ärztekammerpräsidenten ist
diese Berechnung jedenfalls beispielhaft, in welche Richtung eine
sinnvolle Gesundheitsreform zu gehen hat. "In solche Maßnahmen ist
das Geld allemal besser investiert, als in medizinisch sinnlose
EDV-Milliardengräber."
Natürlich ist das ein Modell, für dessen vollständige Umsetzung es
Jahre bräuchte. "Hand in Hand müsste der Leistungskatalog im
niedergelassenen Bereich modernisiert und an den aktuellen Stand der
medizinischen Möglichkeiten angepasst werden, die Bürokratie muss
massiv zurückgefahren werden. Damit die Tätigkeit als niedergelassene
Ärztin bzw. niedergelassener Arzt im Kassensystem wieder attraktiv
wird", so der Ärztekammerpräsident abschließend.

Die Kalkulation

Derzeitige Kosten Spitalsambulanzen 225.000.000
"Extramuraler Ausgleich" 75.000.000
 
Zusätzliche niedergelassene Fachärzte 11.000.000
Zusätzliche niedergelassene Allgemeinmediziner 19.000.000
Zusatzkosten Gruppenpraxen Fachärzte 7.500.000
Zusatzkosten Gruppenpraxen Allgemeinmediziner 13.500.000
Zusätzliche 12h-Dienste NGL 19.000.000
Werbemaßnahmen 5.000.000
 
Wert der zusätzlichen ärztlichen Leistungen 70.000.000
Ersparnis dadurch im Spital 210.000.000
 
Restkosten Ambulanzen 15.000.000
Kosten "Extramuraler Ausgleich" 75.000.000
 
Gesamtkosten im Spital nach Auslagerung 90.000.000
Gesamtersparnis 135.000.000

Geri

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Auch öffentlichen Spitälern droht realer Ärztemangel
« Antwort #15 am: 31. Juli 2012, 22:58 »



24.07.2012

Auch öffentlichen Spitälern droht realer Ärztemangel

Ärztekammerpräsident spricht sich für nachhaltige Analysen und Reformen aus

Der Präsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres, sieht die Ärztebedarfsstudie, die von der Österreichischen Ärztekammer, dem Wissenschafts- sowie dem Gesundheitsministerium erstellt wurde, differenziert. Denn: „Ein Ärztemangel droht nicht nur im niedergelassenen Bereich, sondern auch an den öffentlichen Krankenhäusern."

Zum Teil sei dieser schon virulent. „Die Gründe liegen auf der Hand: hohe Stundenbelastung bei vergleichsweise moderater Bezahlung, mäßige Karrierechancen, hohe administrative und bürokratische Belastung, zu wenig Zeit für Patienten beziehungsweise für wissenschaftliches Arbeiten und Fortbildung.“ Auch herrsche geringe Flexibilität für Teilzeitmodelle vor der Pensionierung. „Deshalb streben immer weniger Absolventen der medizinischen Universitäten eine Stelle im öffentlichen Gesundheitssystem an und migrieren lieber ins Ausland oder werden Wahlärzte ohne Kassenverträge“, stellt der Ärztekammerpräsident fest. Die Zahl der Kassenverträge in Wien sei zudem nach wie vor zu gering.

Szekeres: „Die Misere an den öffentlichen Krankenhäusern wird sich eher verdichten. Wenn dann auch noch das Gesundheitsreformpaket wie angekündigt realisiert wird, haben wir vor lauter virtuellen Lösungen ein echtes Problem: zu wenige Ärztinnen und Ärzte und ein schrumpfendes Budget, das unsinnigerweise an das BIP-Wachstum gekoppelt ist.“ Der Ärztemangel an den öffentlichen Krankenhäusern sei nur dann zu bewältigen, wenn mehr Ärztestellen fixiert und die Spitalsambulanzen entlasten würden.

Teile der ambulanten Versorgung sollten von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten und Gruppenpraxen mit Öffnungszeiten am Wochenende und in den Abendstunden übernommen werden. Freilich müssten auch dort die Honorierung angepasst und das Service optimiert werden. „Davon steht aber nichts im Gesundheitsreformpapier. Im Gegenteil: Die Sparmechanismen führen dazu, dass der Arztberuf noch unattraktiver wird“, kritisiert Szekeres.

Der Ärztekammerpräsident plädiert für eine ernsthafte Analyse und Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen des Großstadtbereichs: „Wir müssen die Versorgung dort verstärkt anbieten, wo sie gebraucht wird, und dies nicht virtuell, sondern real.“


http://www2.aekwien.at/conf_p.py?Page=1&id_press=1164&id_press_type=1

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Ärztemangel! Nach Deutschland auch Österreich?
« Antwort #16 am: 22. Juni 2013, 18:05 »




Ärztekammer befürchtet Ärztemangel

ÖÄK-Vize Mayer: Turnusstellen zum Teil unbesetzt - Arbeitsbedingungen unattraktiv - Rahmenbedingungen verbessern



Wien (OTS) - Akuten Handlungsbedarf sieht die Bundeskurie Angestellte
Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), was die
Nachbesetzung von Turnusarztstellen und einen damit verbundenen
drohenden Ärztemangel angeht. "Eine Erhebung hat ergeben, dass
österreichweit mehr als 160 Turnusstellen nicht besetzt sind. Das
kann langfristig zu einem Ärztemangel und in der Folge zu groben
Versorgungsdefiziten führen, die Indizien für die schlechte
Arbeitssituation in Spitälern sind", warnte Kurienobmann Harald Mayer
am Donnerstag während des 127. Ärztekammertages in Baden. Er forderte
attraktivere Arbeitsbedingungen für Spitalsärztinnen und -ärzte, eine
leistungsgerechte Entlohnung und die Besetzung vakanter Stellen.

Schon jetzt würden viele talentierte Ärztinnen und Ärzte aufgrund
unattraktiver Arbeitsbedingungen verloren gehen, eine
Pensionierungswelle werde in den kommenden Jahren den Ärztemangel
verstärken. Das wirke sich einerseits auf die Anzahl der verfügbaren
Ärztinnen und Ärzte in den einzelnen Fächern aus, wo es bereits jetzt
erste Defizite gebe. Anderseits seien die im Spital verbliebenen
Medizinerinnen und Mediziner noch stärker gefordert. Mayer: "Die
Arbeit wird ja nicht weniger, im Gegenteil, die Belastungen nehmen
zu. Letzten Endes landen die Kolleginnen und Kollegen in einem
Teufelskreis aus überlangen Diensten, Übermüdung und Demotivation."
Der daraus resultierende Qualitätsverlust in der Versorgung werde
unmittelbar an die Patienten weitergegeben, die folglich ebenso unter
dem Ärztemangel leiden würden wie die Ärzteschaft selbst.

Besonders zu kämpfen hätten Spitäler in jenen Regionen, in denen
bereits Sparmaßnahmen ergriffen worden seien. Betroffen seien aber
auch Spitäler in der Peripherie. Neben den teils unattraktiven
Arbeitsbedingungen und dem Umstand, dass Turnusärzte nach wie vor als
Systemerhalter eingesetzt werden, spiele auch das Entgelt eine Rolle,
erklärte der Kurienobmann. "Leistungsgerechte, einem akademischen
Beruf angemessene Entlohnungen helfen dabei, junge Medizinerinnen und
Mediziner in Österreich zu halten. Wir wissen, dass ein Grund, warum
viele Jungärzte ins Ausland ziehen, das oftmals bessere Gehalt und
die besseren Arbeitsbedingungen sind", führte Mayer aus. Um dem
drohenden Ärztemangel vorzubeugen, sei es unerlässlich, endlich
Maßnahmen zu ergreifen, forderte der Kurienobmann abschließend. (slv)

Richi

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Spitäler müssen Ambulanzen schließen
« Antwort #17 am: 03. Februar 2015, 14:02 »




Spitäler müssen Ambulanzen schließen

Die neuen Arbeitszeiten für Ärzte bedeuten auch für manche Ambulanz das Aus.
      

Die gesetzlich vorgesehene Beschränkung der Arbeitszeit von Spitalsärzten auf 48 statt 60 Stunden pro Woche (der KURIER berichtete) könnte für Patienten unliebsame Konsequenzen zeitigen.

Da die Ärzte real kürzer arbeiten, fehlt es – sofern nicht deutlich mehr Personal eingestellt wird – in fast allen Krankenhäusern an Ressourcen.

In Österreichs größtem Spital, dem Wiener Allgemeinen Krankenhaus, wurde die Zahl der planbaren Operationen deshalb schon Anfang Jänner reduziert (10 bis 15 Prozent Minus); Patienten warten bei "elektiven Eingriffen" nachweislich länger (siehe unten).

Dem nicht genug, soll sich insbesondere die Situation in den Spitalsambulanzen deutlich ändern.

"Aus heutiger Sicht ist damit zu rechnen, dass viele Ambulanzen komplett geschlossen werden", sagt Gesundheitsökonom Ernst Pichlbauer zum KURIER.
Defizit-Bringer

Warum, das ist schnell erklärt. "Die Ambulanzen", sagt Pichlbauer, "sind im Krankenhaus die Defizit-Bringer." Das liegt unter anderem daran, dass die Krankenkassen den Spitälern nicht, wie bei stationären Patienten, jeden Ambulanzfall einzeln, sondern einen fixen Pauschalbetrag für alle Patienten bezahlen. "Dieser Betrag", sagt Pichlbauer, "wurde seit 1995 aber nicht evaluiert und deckt in vielen Einrichtungen nur 30 Prozent der anfallenden Kosten."

Die Konsequenz: Ist ein Spital vor die Wahl gestellt, ob es mit dem bestehenden Ärzte-Personal lieber seine Stationen oder die Ambulanzen weiter betreibt, wird es sich allein aus Kostengründen für die Stationen entscheiden.

Aerzte protestieren gegen Gesundheitsreform

Ganz ähnlich sieht die Sache Johannes Steinhart (Bild), Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer: "Im AKH werden die Leistungen in einigen Ambulanzen schon jetzt spürbar zurückgefahren und auch andere Spitäler werden sich bald die Frage stellen: Was ist eigentlich unsere Kernkompetenz?"

Spezial-Ambulanzen wie etwa für Transplantationspatienten werde es in den Krankenhäusern auch in Zukunft geben. "Aber die derzeitige Situation, also dass man mit banalen Infekten oder Ohrenschmerzen in einer Ambulanz sitzt, könnte sich sehr bald aufhören."

Überlastung

Als Kurien-Obmann der niedergelassenen Ärzte macht Steinhart vor allem die drohende Überlastung der Arzt-Praxen Sorgen.

Welche Überlastung?

Nun, die Interessenvertreter fürchten, dass all jene Patienten, die aufgrund von geschlossenen oder kürzer offenen Ambulanzen nicht behandelt werden, in den niedergelassenen Bereich abwandern.

"Wir haben 17,2 Millionen Ambulanzfälle im Jahr. Reduzieren die Ambulanzen ihre Leistungen nur um zehn Prozent, dann bedeutet das, dass jedes Jahr zusätzliche 1,7 Millionen Ambulanzfälle von den Arztpraxen bewältigt werden müssen", sagt Steinhart. Dies könnten die Ärzte nur dann schaffen, wenn ihre Möglichkeiten massiv verbessert würden.

Soll heißen: Im niedergelassenen Bereich müssten mehr Ärzte tätig sein. Laut Kammer fehlen 1300 Ordinationen mit Kassenvertrag.

Zudem müssten die Mediziner von bürokratischen Hürden befreit und die Anreize für angehende Ärzte (z. B. mit Lehrpraxen) verbessert werden.
Kassen widersprechen

Im Hauptverband der Sozialversicherungsträger kann man die Warnungen nur begrenzt nachvollziehen: Es stimme einfach nicht, dass die Zahl der niedergelassenen Ärzte sinke und Ordinationen fehlten. Das Gegenteil sei der Fall: Während die Bevölkerung seit 1970 um 14 Prozent zugenommen habe, sei die Zahl der Kassenärzte im gleichen Zeitraum um 36, und die Zahl der Kassen-Fachärzte sogar um 71 Prozent gestiegen.

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    In den Ambulanzen wird es enger



Wien - Kein Ergebnis im AKH

Die aktuellste große Verhandlungsrunde zur Umsetzung des neuen Ärztearbeitszeitgesetzes am Wiener AKH hat am Montag wieder kein Ergebnis gebracht. Derzeit würden unterschiedliche Modelle und Rahmenbedingungen diskutiert, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Wissenschaftsministerium. "Es wird gerechnet", betonte auch der Präsident der Wiener Ärztekammer, Thomas Szekeres. Das nächste Treffen zwischen Wissenschaftsministerium, das für die Medizinische Universität Wien und damit die Ärzte am AKH verantwortlich zeichnet, Stadt Wien, Rektorat, Gewerkschaft und Ärztevertretern ist für kommende Woche anberaumt. Inzwischen soll auch in kleinen Gruppen weiter debattiert werden.

Bereits in der Vorwoche hat man sich indes für die Mediziner der Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) geeinigt: Diese Lösung - sie sieht u.a. höhere Grundgehälter und weniger Nachtdienste vor - muss jetzt allerdings noch von den Ärzten in einer Urabstimmung abgesegnet werden. Diese wird laut Ärztekammer noch im Februar stattfinden. Für die Wiener Ordensspitäler wird noch nach einer Lösung gesucht.


http://kurier.at/politik/inland/spitaeler-muessen-ambulanzen-schliessen/111.421.118

Richi

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Teure Spitalsambulanzen mit langen Wartezeiten ........
« Antwort #18 am: 03. Februar 2015, 15:29 »



Teure Spitalsambulanzen mit langen Wartezeiten sollen künftig durch sogenannte Primärversorgungszentren ersetzt werden. Die ersten zwei Projekte sind für Mitte 2015 geplant.

02.02.2015 | 18:19 |   (Die Presse)

Wien. Spitalsambulanzen bedeuten für die Träger hohe Kosten und die Patienten lange Wartezeiten. Die Lösung für beide Probleme erhofft sich die Stadt Wien durch das Konzept der Primärversorgung, die erstmals im vergangenen Jahr präsentiert und Anfang 2015 gemeinsam mit der Wiener Gebietskrankenkasse sowie der Ärztekammer beschlossen wurde. Gemeint sind Ärztezentren, die im Wesentlichen wie Gruppenpraxen funktionieren und die überfüllten bzw. unterbesetzten Ambulanzen der Krankenhäuser entlasten sollen.


Mehr zum Thema: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4653443/Wien_Aerztezentren-statt-Ambulanz?from=suche.intern.portal

    Gemeinschaftspraxis: Wien startet zwei Pilotzentren
    Gemeinschaftspraxen: Salzburg kündigt neue Modelle an
    Hausärzte sehen Freiheit der Therapie in Gefahr


Geplant sind derzeit zwei Pilotprojekte, das erste in unmittelbarer Nähe zum Sozialmedizinischen Zentrum Ost – Donauspital werde Mitte 2015 eröffnen, bestätigte die Sprecherin von Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), Christine Stockhammer, am Montag einen Bericht des Ö1-„Morgenjournals“.

Derzeit sei die Ausschreibung für drei Allgemeinmediziner im Gange, die zusammen mit diplomierten Krankenpflegern arbeiten sollen. Neben klassischer Primärversorgung ist dort auch eine enge Zusammenarbeit mit den Ambulanzen des Donauspitals geplant.

Unter anderem will man sich verstärkt um Diabetes-Patienten kümmern. Grundsätzlich liegt der Fokus der Pilotzentren auf chronisch kranken sowie geriatrischen Patienten, von Montag bis Freitag soll das neue Zentrum zehn Stunden pro Tag (von 7 bis 19 Uhr) geöffnet sein.

 
Kosten werden geteilt

Der zweite Standort ist – ebenfalls für Jahresmitte – in Mariahilf geplant. Wo genau, wird erst im zweiten Quartal 2015 bekannt gegeben. Da hier die Nähe zu einem Spital fehlt, sollen etwa auch Physiotherapeuten und Sozialarbeiter eingebunden werden.

Die Kosten teilen sich Gebietskrankenkasse und Stadt Wien. Beide Pilotprojekte werden über fünf Jahre begleitend evaluiert, um Erfahrungswerte für künftige Zentren zu sammeln. Weitere Projekte sind in der Umgebung des Krankenhauses Nord sowie in Rudolfsheim-Fünfhaus in Planung. Derzeit fehlen der Primärversorgung allerdings noch die rechtlichen Grundlagen durch das entsprechende Bundesgesetz. Für die Wiener Pilotprojekte soll das jedoch kein Hindernis sein.

Von einer „guten Lösung“ für alle Beteiligten spricht man bei der Wiener Ärztekammer. Die neuen Zentren bedeuteten keinesfalls einen Kompetenzverlust für niedergelassene Ärzte. „Die Umsetzung orientiert sich am Modell für Gruppenpraxen mit freiberuflichen Ärzten und wird auch sonst behutsam in die bestehenden Versorgungsstrukturen eingebettet“, sagt der Obmann der Kurie niedergelassener Ärzte und Vizepräsident der Kammer, Johannes Steinhart. „Besonders wichtig ist für uns die fünfjährige Evaluierung dieses Pilotprojektes, damit wir sehen, wie es von den Patienten aufgenommen wird. Wir wissen, dass der klassische Hausarzt das Versorgungsmodell ist, das die Wiener am liebsten haben.“ Daher sei es auch „ein Gebot der Stunde“, die hausärztliche Primärversorgung in Summe zu stärken.

 
Zustimmung bei Opposition

Als „prinzipiell erfreulich“ bezeichnet Peter Frigo, Gesundheitssprecher der Wiener FPÖ, die beiden Ärztezentren. Jedoch seien sie nur „ein Tropfen auf dem heißen Stein“. Er fordert die Schaffung weiterer Planstellen für niedergelassene Ärzte. In Wien würden rund 300 Kassenplanstellen fehlen.

Erfreut zeigte sich auch Ingrid Korosec, Gesundheitssprecherin der ÖVP Wien: „Endlich werden die Patienten im Vorfeld des Krankenhauses betreut. So schafft man eine effizientere Versorgung der Bevölkerung.“ (kb)

AUF EINEN BLICK

Neue Zentren. Das Modell der Primärversorgung soll in Zukunft nicht nur die überfüllten Spitalsambulanzen entlasten, sondern auch für kürzere

Wartezeiten für die Patienten sorgen. In Wien sind derzeit zwei Pilotzentren geplant, die ähnlich wie Gruppenpraxen funktionieren und Mitte 2015 eröffnen sollen – eines in der Nähe des Donauspitals und eines in Mariahilf.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2015)

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4653443/Wien_Aerztezentren-statt-Ambulanz?from=suche.intern.portal

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Versorgungszentren als "Mund zu Mund Beatmung"?
« Antwort #19 am: 03. Februar 2015, 18:53 »



 Spitäler: Erste Hilfe für Ambulanzen Zwei neue

Versorgungszentren sollen die Spitäler entlasten.

   

Es ist ein Notfallpaket für die heillos überfüllten Wiener Spitalsambulanzen. Noch im Frühjahr werden im Rahmen eines Pilotprojekts zwei Versorgungszentren entstehen, in denen Allgemeinmediziner zusammen mit Krankenschwestern und Sozialarbeitern in einer Art Gruppenpraxis arbeiten werden. Neben der allgemeinen medizinischen Versorgung sollen hier zusätzlich chronisch Kranke und Diabetiker versorgt werden.

Eines der Zentren wird im Mai in einer bestehenden Gruppenpraxis in Mariahilf eröffnen, wo bereits jetzt drei Ärzte arbeiten. Ein weiterer Mediziner soll noch dazu kommen. Pro Jahr sollen hier im Schnitt mindestens 10.000 Patienten versorgt werden, heißt es bei der WGKK. Das andere mit drei Ärzten wird neu, etwa 170 Meter vom Donauspital entfernt, errichtet. Wie viele Patienten hier versorgt werden können, ist noch unklar.

Die Kosten neben der Ärzte-Honorierung: Als Anschub-Finanzierung stellen Stadt und WGKK jeweils 105.000 Euro (Mariahilf) bzw. 75.000 Euro (Donauspital) zur Verfügung. Zusätzlich zahlt die Stadt für das Projekt beim Donauspital unter dem Posten "Ambulanzentlastung" noch 120.000 Euro. Zwei weitere Versorgungseinheiten sollen später im 15. Bezirk beim ehemaligen Elisabeth-Spital sowie beim Krankenhaus Nord (Floridsdorf) entstehen.
Bessere Öffnungszeiten

"Mit den Zentren wollen wir ein neues attraktives Angebot für die Patienten schaffen", sagt Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), die das Projekt gemeinsam mit der WGKK und der Ärztekammer ausverhandelt hat. Gemeint sind damit vor allem die Öffnungszeiten. Sie bewegen sich verpflichtend zwischen 7 und 19 Uhr, in diesem Rahmen wird jedes Zentrum werktags zehn Stunden offen haben. Ein Angebot vor allem für Berufstätige, die sich derzeit sehr schwer tun, vor Arbeitsbeginn bzw. am Feierabend einen Arzttermin zu bekommen.

Am Wochenende werden die Zentren allerdings geschlossen bleiben. "Wir haben aber vereinbart, dass für die Versorgung am Wochenende parallel der Ärztefunkdienst ausgebaut wird", sagt Thomas Holzgruber von der Ärztekammer. "Eine Öffnung der Zentren auch an den Wochenenden würde teure Doppelstrukturen neben den Notfall-Ambulanzen schaffen", sagt WGKK-Obfrau Ingrid Reischl dazu.

Ob die neuen Zentren und vor allem die Öffnungszeiten von den Patienten angenommen werden, wird in einem fünfjährigen Pilotbetrieb geklärt. Dabei wird auch beobachtet, ob sie tatsächlich zu einer Entlastung der Ambulanzen führen oder lediglich dazu, dass Patienten aus den umliegenden Ordinationen in die neuen Zentren wechseln.
AKH: Keine Einigung

Von den neuen Versorgungseinheiten könnte auch das AKH profitieren. Dort ist man aktuell allerdings immer noch mit einem anderen Problem beschäftigt: Weiterhin ist offen, wie dort das neue Arbeitszeit-Gesetz für Spitalsärzte umgesetzt wird. Die Verhandlungsrunde am Montag endete abermals ohne Ergebnis. Derzeit würden unterschiedliche Modelle und Rahmenbedingungen diskutiert, hieß es aus dem zuständigen Wissenschaftsministerium. "Es wird gerechnet", betonte auch der Präsident der Wiener Ärztekammer, Thomas Szekeres.

Das nächste Treffen zwischen Ministerium, Stadt Wien, Rektorat, Gewerkschaft und Ärztevertretern ist für kommende Woche anberaumt. Inzwischen soll auch in kleinen Gruppen weiterverhandelt werden.

http://kurier.at/chronik/wien/spitaeler-erste-hilfe-fuer-ambulanzen/111.619.150


Anmerkung:
Wir glauben nicht, dass sich da Wesentliches für Patienten und Ärzte ändert,
speziell wenn die Versorgungszentren übers Wochenende (ab 12h?) zu sind.


Gitti

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