Autor Thema: Akupunktur  (Gelesen 9089 mal)

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Dietmar E.

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Akupunktur
« am: 03. Juni 2007, 17:47 »

http://www.lexevita.de/altern/akupunktur


A k u p u n k t u r


Körpereigene Reizmethoden sind in den meisten Kulturen bekannt. Die Akupunktur gehört zu den Umsteuerungs- und Regulationstherapien. Sie ist eine regulative Therapieform. Akupunktur ist ein Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Um die Zeitenwende entstand die erste schriftliche Aufzeichnung medizinischer Natur: "Innere Klassiker des Gelben Kaisers" in China. Sie enthielt u.a. das Akupunkturwissen dieser Zeit. Die ältesten archäologischen Nachweise der Akupunktur finden sich in Gräben und sind bis zu 6000 Jahre alt. Das chinesische Wort für Akupunktur besteht aus zwei Teilworten, die die Hauptanwendungen der Akupunktur beschreiben:
1. Einstechen von einer Nadel in die Akupunkturpunkte und
2. dem Erwärmen (Moxibustion) der Punkte.

Die meisten Akupunkturpunkte sind entlang so genannter Meridiane angeordnet. Nach Meinung der Anhänger der TCM wird durch das Einstechen der Nadeln der Fluss des Qi beeinflusst, wodurch Blockaden freigesetzt werden. Setzt ein erfahrener Akupunkteur die Nadeln, so kann dies zur Heilung führen. Die Akupunkturpunkte und Meridiane sind inzwischen von der modernen Physik und Biologie als Strukturen nachgewiesen worden.
Wie funktioniert Akupunktur?
In der chinesischen Medizin gelten Schmerzen als Zeichen für einen Energiestau im Körper. Der Therapeut versucht nun durch Reizung mit Nadelstichen blockierte Punkte zu aktivieren, um ein gesundes Gleichgewicht wiederherzustellen. Der Akupunkteur sticht eine bestimmte Anzahl in einer fest vorgegebenen Reihenfolge in die Haut, dort bleiben sie 20-40 Minuten.

Noch älter ist die Akupressur. Hier werden die Punkte mit Hilfe der Fingerkuppen massiert.

Die Behandlung über das Ohr ist zwar auch aus der chinesischen Akupunktur bekannt, es werden dort jedoch nur wenige Punkte, selten verwendet. Das Konzept der Ohrakupunktur (Auriculo-Therapie) wurde vom französischen Arzt Paul Nogier gefunden. 1954 berichtete er erstmals in der "Deutschen Zeitschrift für Akupunktur" über seine Erfahrungen und 1961 stellte er seine Diagnose- und Therapieform auf einem Akupunkturkongress in Deutschland vor.
Die Auriculomedizin nach Dr. Nogier ist eine Reflexzonentherapie. Zahlreiche neurophysiologische Mechanismen führen zu einer Projektion von peripheren Störungen auf das Ohr und natürlich zur Möglichkeit, durch Reize (mit Hilfe von Nadeln) zurück auf den Körper zu wirken. In der  Ohrmuschel, so steht es im „Ney Ching“ geschrieben, treffen sich alle Meridiane, sodass das Ohr auf diese Weise direkt mit allen Organen verbunden ist. Diese Areale oder Punkte im Ohr sind nur als Projektion von Störungen im Körper auf das Ohr zu verstehen. Sie sind im Gegensatz zu den Akupunkturpunkten der klassischen Akupunktur nur dann feststellbar, wenn Störungen im Körper vorliegen. Die Akupunkturpunkte der Körperakupunktur sind immer feststellbar.
Wie funktioniert die Auriculotherapie?
Reizt man einen Punkt (Projektionszone) auf der Ohrmuschel mit der Nadel oder manipuliert diese Stelle auf andere Weise, läuft das so ausgelöste Signal auf einem extrem kurzem Weg zur Formatio reticularis (Schaltstelle im Gehirn) und von dort weiter zum Gehirn und zum jeweiligen Erfolgsorgan im Körper.

Die Auriculomedizin ist sehr wirksam und fast nebenwirkungsfrei, wenn Sie von einem erfahrenen Therapeuten praktiziert wird. Ohrakupunktur ist besonders in der Notfallmedizin einsetzbar. Sie ist ein ideales Mittel zur Linderung von Schmerzen, Traumen oder zur Entspannung in akuten Krisen  (z.B. Koliken). Schmerzen welcher Art auch immer können gelindert und häufig ganz ausgeschaltet werden, z.B. Kopfschmerzen, Migräne, Ischilgien, Zoster- Schmerz.

Dr. Nogier empfiehlt besonders die Auriculotherapie für Behandlungen aller Leiden des zentralen Nervensystems (Furcht, Platzangst, Konzentrationsmängel, Schwindel, Stottern, Besessenheit). Aber auch bei älteren Menschen kann die Ohrakupunktur besonders hilfreich sein, die besonders von der entspannenden und ausgleichenden Wirkung profitieren. Besonders erfolgreich haben sich Behandlungsprogramme zur Suchtbehandlung bewährt. Entwöhnung bei Alkohol-, Drogen-, Medikamenten und Nikotinabhängigkeit aber auch bei Bekämpfung der Esssucht.
Wie funktioniert die Augenakupunktur?
Die Augenakupunktur nach Prof. Dr. John Boel aus Dänemark ist in den letzen 10 Jahren sehr erfolgreich geworden. Hier werden Nadeln zwischen den Augenbrauen, Händen und Füßen gesetzt. Wichtig ist hier zu erwähnen, dass nicht jeder ausgebildete Akupunkteur auch die Augenakupunktur beherrscht. Zu den häufigsten Fällen, die mit Augenakupunktur behandelt werden, gehören Altersweitsichtigkeit, Marcula Degeneration, Rinitis Pigmentosa, Glaucom, Erkrankungen der Netzhaut u.a. Dabei können zwar nicht alle Augenleiden vollständig geheilt werden, fast alle Augenleiden können jedoch stark gelindert und ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. Daneben besteht noch das Konzept der koreanischen Handakupunktur, bei der die Meridiane komplett auf den Händen abgebildet sind.
Wie funktioniert Yamamotos Neue Schädelakupunktur?
Yamamotos Neue Schädelakupunktur, ist ein neues eigenständiges medizinisches Therapieverfahren, das sich von der TCM unterscheidet. Das Verfahren wurde von Dr. Toshikatzsu Yamamoto vor rund 30 Jahren entdeckt und stetig weiterentwickelt. Mit dieser Form der Akupunktur werden alle Formen von Wirbelsäulen-Schmerzsyndromen, Hemiplegie, Tinnitus, Facialis Parese, MS und vieles mehr erfolgreich behandelt. YNSA ist ein einfaches und zugleich sehr komplexes, diagnostisches und therapeutisches Verfahren, das primär am Schädel ansetzt.
Skeptische Haltung der Schulmedizin
Aus Sicht der Schulmedizin ist die hinter der Akupunktur stehende Theorie der Meridiane und Akupunkturpunkte jedoch kritisch zu hinterfragen. Zusammen mit erfahrenen Akupunkteuren sollte versucht werden, objektive Nachweise der Ortlokalisation von Organ-, Schmerz und Triggerpunkten zu erarbeiten. Deshalb wurde nun mit gerac (Abkürzung für die German acupuncture trials (http://www.gerac.de) die bislang größte weltweite Untersuchung gestartet, die bis 2005 zeigen sollte, inwieweit die Akupunktur Patienten tatsächlich helfen kann.

Ende 2004 wurden folgende Zwischenergebnisse veröffentlicht: Sechs Monate nach Therapieende gaben 71,1 % der an "gesichert wirksamen" Akupunkturpunkten behandelten Patienten eine Verbesserung der Schmerzsymptome und eine Zunahme der Beweglichkeit an. Demgegenüber gaben 67,7 % der mit einer Scheinakupunktur behandelten Patienten eine Besserung an. 57,6 % der konventionell, also ohne Akupunktur, behandelten Patienten der Kontrollgruppe gaben eine Linderung an. Denn: "Trotz der weiten Verbreitung und der hohen Akzeptanz der Akupunktur bei den Patienten sind kontrollierte Akupunktur-Studien selten (sicherlich nicht zuletzt wegen der hohen Kosten) und zeigen widersprüchliche Ergebnisse.

Aus einer aktuellen Analyse bisheriger Forschungsergebnisse schlossen Wissenschaftler, dass bei den meisten untersuchten Krankheitsbildern die Wirksamkeit einer Akupunkturbehandlung nicht eindeutig nachgewiesen ist. Die Autoren der Analyse stellen übereinstimmend fest, dass weitere, qualitativ hochwertige, randomisierte und kontrollierte Studien notwendig sind, um die Wirksamkeit von Akupunkturbehandlungen sicher zu beurteilen." (Zitat aus der Internetseite von gerac) Die Gründe für die Wirksamkeit der Akupunktur aus Sicht der Schulmedizin sind bislang:
•   Es beschäftigt sich jemand sehr eingehend mit dem Patienten, das wirkt sich in der Regel schon sehr positiv auf einen Krankheitsverlauf aus. (siehe auch Naturheilpraxis !)
•   Ein Schmerz wird durch einen anderen Schmerz übertönt.
•   Der Placebo-Effekt wird ausgenutzt. Suggestion und Autosuggestion werden als Wirkungsprinzip genutzt. Der Placebo (oder Noncebo)-Effekt und Suggestionsmechanismen sind jedoch bei jeglicher medizinischer Behandlung vorhanden. Zudem wird hierbei - wie auch bei der Homöopathie - übersehen, dass Akupunktur auch bei Tieren wirkt.
Vorsicht ist geboten, wenn bei schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs, Multiple Sklerose, Schlaganfall etc. allein der Wirksamkeit der Akupunktur vertraut wird und eindeutig wirksame Methoden nicht, zu spät oder nur halbherzig angewendet werden.

In Österreich wird die Forschung im Bereich Akupunktur von den Arbeiten des Ludwig-Boltzmann-Instituts (LBI) für Akupunktur getragen. Mittlerweile ist die Wirkung der Akupunktur bei Schmerzen ausreichend erforscht und wissenschaftlich belegt. Die plausibelste Erklärung für die nachgewiesene Wirksamkeit der Akupunktur ist eine Prostaglandinsynthesebeeinflussung. Ein Placeboeffekt konnte u.a. auch durch Einsatz von Placebonadeln ausgeschlossen werden. Aus diesen Gründen wird die Akupunktur mittlerweile auch oftmals von den Krankenkassen übernommen.
Einsatzgebiete
Als mittlerweile anerkannte Hauptindikation für eine Akupunkturbehandlung gelten (chronische) Schmerzen, wenn kein morphologischer (z.B. Tumor) Befund vorliegt. Aber auch die Linderung von Beschwerden bei Pollinosis (Heuschnupfen), Tinnitus und die Anwendung in der Gynäkologie zur Geburtsvorbereitung, bei Schwangerschaftserbrechen und Regelbeschwerden sind erfolgversprechende Indikationen. Ferner wird Akupunktur im Bereich der (Akupunktur-)Anästhesie bei kleineren Eingriffen wie z.B. Zahnbehandlungen angewandt. Durch besondere Verträglichkeit im Westen, zeichnet sich die japanische Stichtechnik (Kiko Matsumoto) aus. Die Nadel wird nach dem Setzen nicht mehr stimuliert und ist kleiner als die in der TCM verwendeten Nadeln. Diese Technik wird besonders effektvoll in der kosmetischen Akupunktur angewandt. (Angebot zu Akupunkturielles Facelifting)
Wann spüren Sie einen Erfolg bei einer Akupunkturbehandlung?
Schon nach wenigen Minuten nach dem Einstechen der Nadeln können wohltuende Effekte erspürt werden. Um Schmerzen nachhaltig zu verringern, sind oft 10 -20- Sitzungen notwendig.
Nebenwirkungen
Im Allgemeinen treten bei sachgemäßer Handhabung der Akupunktur kaum schwerwiegende Nebenwirkungen auf, wie auch erste Ergebnisse der gerac 2002 bestätigten. Möglich sind
•   beim Arbeiten mitunsterilen Nadeln - wie dies z.B. in China selbst oft der Fall ist - Infektionskrankheiten wie Hepatitis B, -C und auch AIDS. Allerdings ist die Infektionsgefahr deutlich geringer als bei Kanülen - die Haut scheint gegenüber massiven Stahlnadeln eine höhere Keimresistenz zu besitzen.
•   Organverletzungen wie z.B. ein Pneumothorax (selten) durch eine unbeabsichtigte Verletzung der Lunge.
Weblinks
•   Berufsverband deutscher Akupunkturärzte
•   NPA: Gesellschaft zur Förderung einer naturwissenschaftlich physiologisch begründeten Akupunktur e.V.   
•   Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V.   
•   Forschungsgruppe Akupunktur   
•   Akupunktur aktuell   
•   Deutsche Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin   
•   Fachbereich Ohrakupunktur der Arbeitsgemeinschaft für Klassische Akupunktur und Traditionelle Chinesische Medizin e.V   
•   Kostenfreie Sprechstunde für sozial Schwache

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Akupunktur aus der freien Enzyklopädie Wikipedia  und steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation .
In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar, dort kann man den Artikel bearbeiten .
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

admin

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Akupunktur bei .......
« Antwort #1 am: 24. Juli 2007, 12:13 »

Ich suchte unter www.lymphom.at

kam nach .de

und sah dort eine gute Zusammenfassung zur Akupunktur:


Heilung durch die Akupunktur-Therapie

Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Akupunktur sind mehr als 3000 Jahre alt. Im 17. Jahrhundert nach Europa verbreitet und unserer Medizin zugänglich gemacht, erleben wir durch die Akupunktur die Heilung chronischer Krankheiten und Schmerzen.

Ob mit Nadel oder Laser, die Wirkung ist oft verblüffend. Schon Säuglinge können mit Laserakupunktur behandelt werden, da diese Therapie völlig schmerzfrei ist.

Der Wirkungsmechanismus der Akupunktur erklärt sich unter anderem dadurch, daß ein Reiz an der Körperoberfläche - das Setzen einer Nadel oder des Lasers an einem Akupunktur-Punkt - reflektorisch eine Wirkung im Inneren oder einer anderen Stelle des Körpers hervorruft. Diese Wirkungen sind bereits wissenschaftlich erforscht und nachgewiesen.

Wichtig ist dabei die genaue Kenntnis und somit Diagnose der Befindlichkeitsstörungen. Das wiederum setzt voraus, daß sich der Arzt ausführlich mit dem Patienten befaßt: Welche Beschwerden bestehen, wo, wie lange und durch welche äußeren oder inneren Einflüße werden sie ausgelöst?

Die Akupunktur-Therapie

...hilft nicht nur bei chronischen Erkrankungen und Schmerzzuständen, wie z.B. Neuralgien, Migräne, Magen- und Darmerkrankungen, chronischen Nasen-nebenhöhlen-entzündungen und Rückenschmerzen, sondern wird auch sehr erfolgreich bei der Geburtsvorbereitung eingesetzt.

Ebenso bietet die Akupunktur Unterstützung bei der Rauchentwöhnung und Gewichtsreduktion.

Ursprünglich wurde die Akupunktur-Behandlung nur an wenigen Körperstellen vorgenommen. Heute spricht man von Meridianen, welche - ähnlich den Breiten- und Längengraden der Weltkugel - den Menschen wie ein Netz umgeben und auf denen mehrere hundert Akupunktur-Punkte liegen.

Was ist TCM?

Die Traditionelle Chinesische Medizin (kurz TCM genannt) ermöglicht es mit Puls- und Zungendiagnose Aussagen über den energetischen Zustand der Meridiane und dadurch des jeweiligen Patienten zu machen. Diese Diagnosen sind Kriterium für die Auswahl der Akupunktur-Punkte.

Nach der Vorstellung der Chinesen soll so der in den Organen gestörte Energiefluß im Sinne von Yin und Yang normalisiert werden.

Eine eigenständige Spezialform ist mittlerweile auch die Ohr-Akupunktur.Bei dieser muß man sich den gesamten Körper - ähnlich wie bei den Fußreflexzonen - auf das Ohr projeziert vorstellen. Auch hier können jedes Organ und viele Störungen therapiert werden.

Die chinesische Medizin hilft jedoch nicht nur bei bereits bestehenden Schmerzen. Sie beugt Krankheiten auch ganz im Sinne unserer Vorsorgemedizin vor. So können durch die rechtzeitige Kenntnis selbst geringer Befindlichkeitsstörungen Krankheiten am Entstehen gehindert werden. Auch bei Panikattacken und Angststörungen kann die Akupunktur unterstützend eingesetzt werden.

Dr. med. univ. Wolfgang Molnár besitzt das Diplom der Ärztekammer für Akupunktur, ist Mitglied der Österreichischen Wissenschaftlichen Ärztegesellschaft für Akupunktur und unterrichtet selbst seit mehreren Jahren Akupunkur.

hilde

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Akupunktur (morgen im TV)
« Antwort #2 am: 23. März 2008, 00:13 »

Auch hier sind die Zugriffzahlen im Unterforum Akupunktur enorm.
Das sagt mir, dass die Akupunktur ein Bereich der TCM (Traditionellen Chinesischen Therapie) ist,
der in der Bevölkerung ankommt. Übrigens ist diesbezüglich die "Schule" in Wien weltbekannt.


Sonntag, 23.03.2008
11:25 - 12:00
N-TV
Focus Report Gesundheit

Akupunktur

Trotz der bahnbrechenden Erfolge in den letzten Jahrzehnten gibt es immer noch Bereiche in der Medizin, in denen unter Ärzten oft Ratlosigkeit herrscht. Ein Beispiel ist die Schmerzmedizin. Und je mehr die Schulmedizin realisiert, wie wenig sie in manchen Fällen bewirken kann, desto beeindruckender sind die Behandlungserfolge mit einer der ältesten Heilmethoden der Menschheit: der Akupunktur.

Geri

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Akupunktur, für kleine und große Wehwehchen
« Antwort #3 am: 03. Juni 2008, 12:15 »
Komplementärmedizin

Sanfte Therapie durch spitze Nadeln

Morgendliche Übelkeit, Sodbrennen, Rückenschmerzen - die meisten schwangeren Frauen kennen diese lästigen Beschwerden nur zu gut. Immer noch zu wenig bekannt ist aber, dass sich viele dieser Leiden mit Akupunktur deutlich verbessern lassen oder während der Behandlung sogar ganz verschwinden.

Übelkeit

"Akupunktur ist besonders bei Übelkeit und Erbrechen in der Frühschwangerschaft wirksam", erklärt Dr. Claudia Pillat, Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin in Wien. Pillat, die die Akupunktur-Methode unter anderem in Thailand erlernt hat, behandelt in ihrer Praxis in der Döblinger Billrothstraße seit Jahren Schwangere. "Gute Erfolge gibt es aber auch bei Patientinnen, die unter Ödemen und Ischias-Problemen leiden, was im letzten Drittel der Schwangerschaft häufig vorkommt", so Pillat. Da die meisten Frauen während der Schwangerschaft keine oder nur die notwendigsten Medikamente einnehmen dürfen, bietet sich die Behandlung mit den Nadeln an. "Gute Akupunktur tut kaum weh und ist deshalb auch für empfindliche Personen geeignet", meint Pillat.

Akupunktur, eine 3500 Jahre alte Methode aus der Traditionellen Chinesischen Medizin, wird in den vergangenen Jahrzehnten immer häufiger auch in schulmedizinischen Praxen angewendet. Feine, kaum spürbare Nadeln werden exakt in Akupunkturpunkte gestochen, damit fehlgeleiteter Energiefluss oder Blockaden gelöst werden, was zur Linderung oder Heilung der Beschwerden führt.

Rasche Verbesserung

Oft reichen schon drei bis fünf Sitzungen, um eine deutliche Verbesserung der Leiden zu erzielen. "Auch Krankheiten, die nichts mit der Schwangerschaft zu tun haben, wie etwa Migräne oder Asthma, können gut behandelt werden - das hilft, Medikamente einzusparen", berichtet Pillat. Bei Risikoschwangerschaften empfiehlt die Anästhesistin, eng mit dem Gynäkologen zusammenzuarbeiten. "Bestimmte Punkte sollten dann besonders in den ersten drei Monaten nicht gestochen werden", so Pillat.

Abklärung wichtig

Auch Dr. Tonja Scholl, Gynäkologin und Oberärztin am Wilhelminenspital, empfiehlt ihren schwangeren Patientinnen Akupunktur. "Zuerst muss natürlich schulmedizinisch abgeklärt werden, um welche Beschwerden es sich handelt", so Scholl. "Es muss klar sein, dass es sich dabei um sogenannte funktionelle Beschwerden handelt und nicht um solche, bei denen es notwendig ist, die Ursache zu beheben - etwa Nierenstauung bei Kreuzschmerzen oder Schwangerschaftshochdruck bei Ödemen." Außerdem legt die Gynäkologin wert darauf, dass das Akupunktieren ein Arzt macht, der wirklich gut ausgebildet ist. "Sonst könnte mehr Schaden angerichtet werden, als es nutzt."

Die Nadeln kommen auch in der Geburtsvorbereitung zum Einsatz: Ängste vor der Entbindung können gelindert werden. "Gute Erfolge durch Akupunktur und moxen (Stimulation eines Akupunkturpunktes durch Erwärmen, Anm.) hatte ich auch schon, wenn sich das Baby kurz vor dem Geburtstermin noch nicht gedreht hat", so Pillat.


Jutta

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Akupunktur im Krankenhaus Hietzing
« Antwort #4 am: 19. Juni 2013, 17:55 »





Prim. Prof. Dr. Helmut Nissel, Vorstand der Akupunktur-Ambulanz

im Krankenhaus Hietzing mit Neurologischem Zentrum Rosenhügel