Autor Thema: Darmkrebs - Wichtig: Früherkennung  (Gelesen 8082 mal)

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Jutta

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Darmkrebs - Wichtig: Früherkennung
« am: 04. Juni 2007, 12:27 »
Darmkrebs:

Heilung auch im fortgeschrittenen Tumorstadium möglich

   EFR präsentierte neueste Erkenntnisse in der Behandlung des kolorektalen
   Karzinoms


   Auf dem Podium waren:
   - Ass.-Prof. Dr. Irene Kührer, Krebsspezialistin an der
   Universitätsklinik für Chirurgie, AKH Wien:

Man fühlt ihn nicht, man spürt ihn zu spät, aber man könnte ihn verhindern:

Darmkrebs. Es trifft jeden 20sten


Univ.-Prof. Dr. Béla Teleky, stellv. Leiter der Abteilung für
   Allgemeinchirurgie an der Universitätsklinik für Chirurgie, AKH Wien:

Dickdarmkrebs mit Lebermetastasen - Heilungschancen durch Kombination
aus Medikamenten und neuer chirurgischer Technik


   - Univ. Prof. Dr. Christoph Zielinski, Onkologe und Vorstand der
   Universitätsklinik für Innere Medizin I am Wiener AKH:

Moderne Antikörper-Therapien bringen auch in fortgeschrittenen Tumorstadien
nachhaltige Erfolge"

   Zum Hintergrund:
   Laut aktuellen Daten der "International Agency for Research and Cancer"
   (IARC) hat der Darmkrebs in Europa den Lungenkrebs bei Neuerkrankungen
   abgelöst. 280.000 Europäer erkranken jährlich an Darmkrebs. Bei 20-25%
   der Erkrankten wird bereits bei der ersten Untersuchung ein Tumor in
   fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert.

   Früherkennung könnte Darmkrebs verhindern, jedoch: nur 17 % der
   ÖsterreicherInnen gehen zu Vorsorgeuntersuchungen.


Die gute Nachricht: Heilungschancen bestehen in jedem Stadium! Durch neue
   Therapien und durch eine fachübergreifende Zusammenarbeit von Onkologen,
   Chirurgen, Radiologen und Pathologen.

Die nachhaltige Folge dieses hochkarätigen Expertentreffens ist die
   Entwicklung eines standardisierten Verfahrens zu Screening, Diagnose und
   Behandlung von Darmkrebs. Davon profitieren Patienten in ganz Europa.
   Weitere Infos: http://www.efrcancer.org



Gitti

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Darmkrebs - Früherkennung
« Antwort #1 am: 19. Juli 2007, 23:41 »

Zertifizierung Darmzentren

Am 15.03.2006 wurde mit dem "Darmzentrum Ruhr" das erste Darmzentrum von OnkoZert im Namen der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Aufgrund den positiven Erfahrungen bei über 15 Darmzentren konnte im April 2007 die Pilotphase erfolgreich abgeschlossen werden.

Und wie ist das in Österreich?

Am letzten Darmkrebstag im Gesundheitsministerium erfuhr ich, dass nicht nur jedes Bundesland, sondern jedes Stützpunktkrankenhaus und jeder Facharzt seine eigene Untersuchungsart anwendet. Die Frage an den Referenten, welche Bundesländer haben qualifizierte, hochstehende Darmkrebsvoruntersuchungen und welche nicht, wollte er nicht beantworten.
Dafür gab Frau Gesundheitsministerin Dr. Kdolsky bekannt, dass - lt. einer franz. Studie - die Krebsneuerkrankungen in Europa in 3 Jahren um 16 % gestiegen ist; angenommen wurde ein leichtes Absinken.

Vor einiger Zeit hat man angeblich eine Möglichkeit der gleichen, also abgestimmten Darmkrebsvorsorge beschlossen. weiß wer etwas davon?

 

Geri

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Virtuelle Biopsie bei der Koloskopie
« Antwort #2 am: 27. Mai 2008, 00:11 »

Jacksonville – Die Ausrüstung von Endoskopen mit speziellen Mikroskopen könnte die Unterscheidung von benignen und malignen Polypen verbessern und damit die Zahl die Exzisionen senken. Eine erste Studie, die Forscher der Mayo Clinic jüngst auf einer Fachtagung vorstellten, übersah nur wenige maligne Läsionen.

Während die normale Lichtmikroskopie normalerweise nur die Oberfläche scharf darstellt, ermöglicht die konfokale Fluoreszenzmikroskopie einen Blick in tiefere Strukturen lebenden Gewebes. Bei einer tausendfachen Vergrößerung können die Erythrozyten in den Kapillaren beobachtet werden und nach Aufsprühen eines Fluoreszenzfarbstoffes kann auch die Dignität oberflächlicher Tumoren, beispielsweise eines Darmpolypen beurteilt werden. Die Miniaturisierung erlaubt es die Geräte in Endoskope zu integrieren, und verschiedene Hersteller bieten bereits derartige “Endo”-Mikroskope an.

Die Gruppe um Anna Buchner von der Mayo Clinic hat das Verfahren bei der Darmkrebsfrüherkennung eingesetzt, bei der es darauf ankommt, dass der Arzt zwischen verdächtigen und unverdächtigen Polypen unterscheidet. Die Beschränkung der Polypektomien auf präkanzeröse Läsionen würde – vor allem bei Patienten mit Polyposis – die Pathologen entlasten, berichtete Anna Buchner von der Mayo Clinic in Jacksonville/Florida kürzlich auf der Digestive Disease Week 2008, einer Fachtagung für Gastroenterologen, die dieses Jahr in San Diego stattfand.

Nach einer Lernphase – die Gastroenterologen verglichen die endomikroskopischen Aufnahmen von zehn benignen hyperplastischen und zehn präkanzerösen adenomatösen Läsionen, wurden in einer ersten Studie bei 25 Patienten 37 Polypen endomikroskopisch beurteilt – bevor sie entfernt wurden zur späteren Sicherung der Diagnose durch den Pathologen. Nur in einem Fall wurde eine präkanzeröse Läsion übersehen.

Buchner glaubt, dass mit weiterer Erfahrung die Spezifität auf hundert Prozent gesteigert werden könnte. Die „virtuelle Biopsie“ könnte ihrer Ansicht nach die Zahl der unnötig entfernten Polypen drastisch senken. Ob dies zutrifft, muss jetzt in größeren Studien geklärt werden.

Interessant wäre sicherlich auch eine Kosten-Nutzen-Analyse der konfokalen Endomikroskopie. Bislang wird sie – auch von einigen Zentren in Deutschland – vor allem zur Beurteilung von Ösophagusläsionen eingesetzt.

© rme/aerzteblatt.de, 26.5.08

Werner

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Forscher aus Jena entwickeln Biochip zur Darmkrebs-Diagnose
« Antwort #3 am: 11. August 2008, 20:32 »

JENA (eb). Wissenschaftler des Jenaer Universitätsklinikums wollen einen einfachen Bluttest für Darmkrebs entwickeln. In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt soll ein Biochip entstehen, der Kolonkarzinome frühzeitig sicher erkennen kann.

"Wir wollen einen Biochip entwickeln, der Blut auf Tumormarker testet, die charakteristisch sind für Darmkrebs", beschreibt Privatdozent Dr. Ferdinand von Eggeling vom Institut für Humangenetik der Uni Jena das Ziel des Projektes.

Der Molekularbiologe leitet die zentrale Forschungseinrichtung, die seit 2001 besteht und spezialisiert ist auf die Identifizierung von proteomischen und genomischen Biomarkern. Das sind Eiweiße, die in krankhaft verändertem Gewebe verstärkt oder auch vermindert gebildet werden und deshalb zur Diagnose dieser Erkrankungen genutzt werden könnten. Vier der Marker für Darmkrebs, die jetzt auf dem Chip getestet werden sollen, sind von der Jenaer Arbeitsgruppe beschrieben worden.

Die Molekulargenetiker werden die Marker auf ihre Spezifität für Darmkrebs prüfen und danach bewerten. Projektpartner sind Forscher der Universität Lübeck, des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und das Unternehmen Randox Laboratories.

Der in den Randox Laboratories entwickelte Biochip kann insgesamt zwölf verschiedene Marker auf einmal nachweisen. Durch diese Kombination soll die Blutuntersuchung besonders empfindlich und aussagekräftig werden und Tumoren früh erkennen. Bislang werden bei 70 Prozent der Patienten die Darmtumoren erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt.

Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg stellen Patientenproben zur Verfügung und werten die im Projekt gewonnenen Daten aus. Am Universitätsklinikum Lübeck wird der Biochip klinisch getestet.

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/kolorektales-karzinom/default.aspx?sid=506953


Gitti

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Darmkrebsbluttest der zweiten Generation
« Antwort #4 am: 06. Mai 2011, 18:19 »
Darmkrebsbluttest der zweiten Generation =

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  Corporate News übermittelt durch euro adhoc. Für den Inhalt ist der
  Emittent/Meldungsgeber verantwortlich.
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Berlin, Deutschland, und Seattle, WA, USA, 6. Mai 2011 (euro adhoc) - Das
Krebsdiagnostik-Unternehmen Epigenomics AG (Frankfurt Prime Standard: ECX), gab
heute die Unterzeichnung einer Liefervereinbarung mit Life Technologies
Corporation, einem globalen Anbieter von Life Science-Lösungen, bekannt. Als
Original Equipment Manufacturer (OEM) wird Life Technologies Dynabeads® MyOneTM
SILANE und Puffer für EpiproColon® 2.0 - die zweite Generation von Epigenomics'
Bluttest für Darmkrebs liefern, der für den europäischen und US-amerikanischen
in vitro Diagnostikmarkt (IVD) entwickelt wird.

Im Vergleich zur ersten Generation des Tests benötigt Epi proColon® 2.0 weniger
Komponenten und Arbeitsschritte und die Ergebnisse des Tests stehen nunmehr nach
bereits acht Stunden zur Verfügung, wodurch der Test einfacher an eine Vielzahl
von IVD-Automatisierungslösungen angepasst werden kann. Ein wesentliches Merkmal
der neuen Testversion ist die Verwendung von Dynabeads® MyOneTM SILANE,
magnetischen Partikeln, die an DNA in biologischen Proben binden. Durch das
Anlegen eines Magnetfeldes können die Dynabead®-DNA-Komplexe abgetrennt werden
und die DNA für diagnostische Untersuchungen wie - im Fall von EpiproColon® 2.0
- dem Nachweis von methylierter DNA des SEPT9-Gens, konzentriert werden.
Dynabeads® und die dazugehörigen Reagenzien werden unter dem Qualitätsstandard
ISO 13485:2003 in einer Anlage von Life Technologies in Oslo, Norwegen,
hergestellt.

Die in Epi proColon® 2.0 eingebrachten Veränderungen führen zu einer deutlich
verbesserten klinischen Leistungsfähigkeit des Tests. In einer
Machbarkeitsstudie, die an 97 Darmkrebs-Fälle und 159 durch Koloskopie
bestätigten Kontrollen durchgeführt wurde, konnten die Krebserkrankungen mit
einer deutlich verbesserten Sensitivität von 91% bei 87% Spezifität nachgewiesen
werden. In dieser Studie identifizierte der neue Test 21 von 27 Krebsfällen im
Stadium I (78%) und 25 von 25 Krebsfällen im Stadium II (100%). Dies ist von
entscheidender Bedeutung, da Patienten mit Darmkrebs in den Stadien I und II
eine 5-Jahres-Überlebensrate von ca. 90% haben und somit eine frühzeitige
klinische Behandlung die Überlebenschancen deutlich erhöht. Krebserkrankungen
der Stadium III und IV konnten mit einer Sensitivität von 92% bzw. 100% erkannt
werden.

Dr. Uwe Staub, Senior Vice President Product Development bei Epigenomics
erklärte dazu: "Der Zugang zu den Magnetpartikeln von Life Technologies und den
dazugehörigen Reagenzien ist für die Entwicklung von Epi proColon® 2.0, der
zweiten Generation unseres Septin9-Tests, sehr wichtig. Durch die Verwendung
dieser entscheidenden Komponenten in unserem Test konnten wir zusammen mit
einigen anderen Anpassungen eine deutlich verbesserte klinische
Leistungsfähigkeit und Zeitersparnis bei der Testdurchführung realisieren.
Letzere ermöglicht einen insgesamt höheren Probendurchsatz."

"Life Technologies rühmt sich dafür, ausgeklügelte Technologie für
molekulardiagnostische Tests der nächsten Generation zur Verfügung zu stellen -
Tests, die einen großen Einfluss auf die menschliche Gesundheit und Krankheiten
haben können", sagte Ole Dahlberg, der Country Manager von Life Technologies in
Norwegen. "Die Liefervereinbarung zwischen unseren Firmen unterstreicht unsere
Bemühungen, neue diagnostische Anwendungen zu entwickeln und auf den Markt zu
bringen."

Die Epigenomics AG arbeitet derzeit daran, die Herstellung ihres Epi proColon®
2.0-Produkts bei ihrem Lohnhersteller NextPharma in San Diego, CA, USA zu
implementieren. Epigenomics beabsichtigt, in der zweiten Jahreshälfte 2011
analytische und klinische Validierungsstudien durchzuführen. Die PMA-Zulassung
(Pre-Market Approval) für Epi proColon® 2.0 in den USA soll bei der FDA vor
Jahresende 2011 beantragt werden.

-Ende-

Kontakt Epigenomics AG
Dr. Achim Plum
Sen. VP Corporate Development
Epigenomics AG
Tel +49 (0) 30 24345 368
pr@epigenomics.com
www.epigenomics.com

Über Epigenomics
Die Epigenomics AG (www.epigenomics.de) ist ein Molekulardiagnostik-Unternehmen,
das eine Pipeline eigener Produkte für Krebs entwickelt und vermarktet. Diese
Produkte erlauben es Ärzten, Krebserkrankungen früher und genauer zu
diagnostizieren, wodurch ein besserer Therapieerfolg für die Patienten
ermöglicht wird. Epigenomics' Hauptprodukt ist der blutbasierter Test Epi
proColon® für die Früherkennung von Darmkrebs. Der Test wird in Europa bereits
vermarktet und befindet sich für den US-amerikanischen Markt in der Entwicklung.
Die große Akzeptanz der Technologien und Produkte des Unternehmens bestätigt
sich in einer Vielzahl von Partnerschaften mit führenden Unternehmen in der
Diagnostikindustrie, darunter Abbott, QIAGEN, Sysmex und Quest Diagnostics.
Epigenomics ist ein international aufgestelltes Unternehmen mit Standorten in
Europa und den USA.

Epigenomics' rechtlicher Hinweis. Diese Veröffentlichung enthält ausdrücklich
oder implizit in die Zukunft gerichtete Aussagen, die die Epigenomics AG und
deren Geschäftstätigkeit betreffen. Diese Aussagen beinhalten bestimmte bekannte
und unbekannte Risiken, Unsicherheiten und andere Faktoren, die dazu führen
können, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage und die Leistungen der
Epigenomics AG wesentlich von den zukünftigen Ergebnissen oder Leistungen
abweichen, die in solchen Aussagen explizit oder implizit zum Ausdruck gebracht
wurden. Epigenomics macht diese Mitteilung zum Datum der heutigen
Veröffentlichung und beabsichtigt nicht, die hierin enthaltenen, in die Zukunft
gerichteten Aussagen aufgrund neuer Informationen oder künftiger Ereignisse bzw.
aus anderweitigen Gründen zu aktualisieren.

Rückfragehinweis:
Dr. Achim Plum
Sen. VP Corporate Development
Epigenomics AG
Tel: +49 30 24345 368
achim.plum@epigenomics.com
Ende der Mitteilung                               euro adhoc
--------------------------------------------------------------------------------

~
Unternehmen: Epigenomics AG
             Kleine Präsidentenstraße 1
             D-10178 Berlin
Telefon:     +49 30 24345-0
FAX:         +49 30 24345-555
Email:       ir@epigenomics.com
WWW:         www.epigenomics.com
Branche:     Biotechnologie
ISIN:        DE000A0BVT96, DE000A0XFWF2
Indizes:     Prime All Share, Technology All Share
Börsen:      Regulierter Markt/Prime Standard: Frankfurt, Freiverkehr: Berlin,
             Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf, München
Sprache:     Deutsch

Tanja

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Stuhltest zeigt Darmkrebs und Vorstufen
« Antwort #5 am: 06. April 2012, 14:20 »


Stuhltest zeigt Darmkrebs und Vorstufen

Neuer Stuhltest zeigt Dickdarmkrebs und Vorstufen
03. April 2012 12:33

US-Wissenschaftler haben ein einfaches Früherkennungsinstrument entwickelt

Rochester/Chicago - Erfolg von US-Wissenschaftern bei der Entwicklung nicht-invasiver Früherkennungsmethoden für Dickdarmkarzinome: Experten der Mayo-Klinik in Rochester (US-Staat Minnesota) und des Forschungsunternehmens Exact Sciences Corporation haben am Dienstag beim Jahreskongress der amerikanischen Krebsforschungsgesellschaft (AACR) in Chicago einen Stuhltest vorgestellt, der zuverlässig das Vorliegen eines Karzinoms oder auch von Vorstufen anzeigen soll.

http://derstandard.at/1333185121313/Mayo-Klinik-Neuer-Stuhltest-zeigt-Dickdarmkrebs-und-Vorstufen
« Letzte Änderung: 06. April 2012, 14:20 von Tanja »

Tanja

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Experten Leitlinie zu Darmkrebs: Ein Schwerpunkt ist die Vorsorge
« Antwort #6 am: 11. August 2013, 23:09 »





18.07.2013 - Neues zu Darmkrebs

Experten aktualisierten die Leitlinie zu Darmkrebs: Ein Schwerpunkt ist die Vorsorge    
   
Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten: Mehr 73.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland daran, etwa 27.000 Menschen sterben an den Folgen. Experten aktualisierten jetzt anhand der neuesten Erkenntnisse zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge die Leitlinie, die für einheitliche Standards bei der Betreuung der Betroffenen sorgen soll. Ein weiterer Schwerpunkt der aktuellen S3-Leitlinie betrifft die Vorsorge, die mithilfe des Darmkrebsscreenings möglich ist.

Die meisten Darmkrebspatienten, so ein wichtiges Fazit der Leitlinie, könnten heute geheilt werden. So seien nach Ansicht von Prof. Dr. Wolff Schmiegel von der Universitätsklinik Bochum, dem Leiter der Arbeitsgruppe zur Ausarbeitung der neuen S3-Leitlinie, seit der letzten Version aus dem Jahr 2007 erhebliche Fortschritte erzielt worden. Die Aktualisierung betrifft die Themen Diagnostik, Vorbeugung, Risikogruppen, Screening, Therapie und Nachsorge. Zudem wurden Informationen zu erblich bedingtem Darmkrebs ergänzt. Auch auf die Besonderheiten bei der Behandlung von Enddarmkrebs, dem sogenannten Rektumkarzinom, geht die Leitlinie ein.

Spezielles Augenmerk richten die Experten auf die Vorsorge der Erkrankung durch die Teilnahme am Darmkrebsscreening. Auch wenn durch eine gesunde Ernährung mit wenig rotem Fleisch sowie viel Obst und Gemüse, regelmäßige körperliche Bewegung und dem Verzicht auf Rauchen und starken Alkoholkonsum das Risiko für Darmkrebs gesenkt werden kann – 100-prozentig verhindern lässt sich die Krankheit dadurch nicht. Beste Chancen hierfür bieten jedoch Vorsorgeuntersuchungen, insbesondere die Darmspiegelung (Koloskopie). Hierbei kann nicht nur Darmkrebs selbst entdeckt werden, auch seine Vorstufen, sogenannte Polypen, lassen sich erkennen und noch während der Untersuchung entfernen. Dadurch wird die Entstehung von Darmkrebs aus diesen Vorstufen verhindert. Eine Alternative zur Darmspiegelung sind Untersuchungen des Stuhls auf verdecktes Blut. Die Experten empfehlen, im Alter von 50 Jahren mit der Darmkrebsvorsorge zu beginnen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen im Rahmen der Krebsvorsorge die Kosten für zwei Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren.


Quellen:
Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften vom 10. Juli 2013

Pressemitteilung der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. vom 2. Juli 2013

S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom abrufbar unter: http://www.dgvs.de/2638.php


Ausführliche Informationen zu Darmkrebs finden Sie hier auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.

(kvk)


http://www.krebsgesellschaft.de/news_detail,4063,,235082,detail.html

admin

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Darmkrebs - Früherkennung in Ö. schlecht, in D. rückläufig
« Antwort #7 am: 20. Februar 2014, 23:34 »




Bereitschaft zur Früher­kennungs-Koloskopie sinkt

Mittwoch, 19. Februar 2014

Berlin – Immer weniger Versicherte über 55 Jahre nutzen die Vorsorgekoloskopie, obwohl die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) wirbt daher dafür, verstärkt über die Erkrankung und die Vorsorge zu informieren und das Vorsorge­pro­gramm auszuweiten.

„Die Koloskopie ist die einzige Früherkennungsmaßnahme, die einen bösartigen Tumor nicht nur frühzeitig zu entdecken, sondern auch zu verhindern vermag“, sagte der DGVS-Sprecher Christian Trautwein, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Stoff­wechsel­erkrankungen und Internistische Intensivmedizin an der Uniklinik Aachen. Deshalb sei es besorgniserregend, dass immer weniger Menschen die Darmspiegelung wahrnähmen.

Der Experte http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57666

admin

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Darmkrebs: Immunologischer Stuhltest vermeidet viele Koloskopien
« Antwort #8 am: 18. Februar 2021, 13:29 »
7945


Dienstag, 16. Februar 2021




Darmkrebs: Immunologischer Stuhltest vermeidet viele Koloskopien

Exeter/England – Ein immunologischer Stuhltest kann bei unspezifischen Symptomen meist erkennen, ob ein Patient ein erhöhtes Darmkrebsrisiko hat und damit die Zahl der unnötigen Koloskopien senken. Dies zeigen die Ergebnisse einer überregionalen Studie aus England, die jetzt im British Journal of Cancer (2021; DOI: 10.1038/s41416-020-01221-9) veröffentlicht wurden.
Trotz eines Bevölkerungsscreenings werden mehr als 90 % aller Darmkrebserkrankungen bei Patienten entdeckt, die über Symptome klagen. Die Beschwerden sind in den meisten Fällen relativ unspezifisch.
Hinweise sind Bauchschmerzen, ein unklarer Gewichtsverlust oder eine Anämie. In diesen Fällen entschei¬den sich die Ärzte häufig für eine Koloskopie, die den Verdacht am sichersten klären kann. Die häufigen Überweisungen führen aufgrund der begrenzten fachärztlichen Kapazitäten zu langen Wartezeiten für die Koloskopie – und sie können die Diagnose bei Patienten hinauszögern, die ein höheres Erkrankungsrisiko haben.
Die South West Cancer Alliances, die für eine Region im Südwesten Englands zuständig sind, haben sich deshalb entschlossen, bei Patienten mit niedrigem Ausgangsrisiko zunächst einen immunologischen Stuhltest durchzuführen zu lassen. Die Hausärzte wurden angewiesen nur Patienten mit einem positiven Ergebnis zur Koloskopie zu schicken.
Die Kriterien für ein niedriges Risiko waren ungeklärte Bauchschmerzen oder ein Gewichtsverlust bei Patienten ab 50 Jahren. Im Alter von 50 bis 60 Jahren wurden auch Veränderungen der Darmgewohnheiten oder eine Eisenmangelanämie akzeptiert. Bei Patienten über 60 Jahre wurden jede Art von Anämie als Verdachtsmoment gewertet.
Zwischen Juni und Dezember 2018 wurde in der Region mit 4 Millionen Einwohnern bei 3.890 Patienten wegen der genannten Symptome ein immunologischer Stuhltest durchgeführt. Der Schwellenwert wurde bei 10µg Hb/g in der Stuhlprobe festgelegt. Dieser fiel bei 618 Patienten positiv aus. Diese Patienten wurden zur Koloskopie geschickt, wobei 3/4 innerhalb von 3 Monaten einen Termin bekamen, die anderen warteten bis zu 12 Monate.
Bei 43 Patienten wurde in der Koloskopie ein Darmkrebs erkannt, in 31 Fällen lagen Informationen zum Stadium vor: Bei 6 Patienten befand sich der Tumor im Stadium Dukes A, in dem nur Mukosa und Sub¬mukosa befallen sind und eine Operation in der Regel zur Heilung führt. Bei 5 Patienten hatte der Tumor das Stadium Dukes B erreicht, in dem eine Operation mit eventuell anschließender Chemotherapie in etwa 3 von 4 Fällen zur Heilung führt.
Das Stadium C mit Lymphknotenmetastasen hatten 12 Patienten und das Stadium Dukes D mit Fernmetas¬tasen 8 Patienten erreicht. In den Stadien C und D wird immer eine Chemotherapie durchgeführt, die nur im Stadium C zur Heilung führen kann und im Stadium D die Überlebenszeit verlängern soll.
Von den 3.272 Patienten mit einem negativen Ergebnis im immunologischen Stuhltest erkrankten inner¬halb eines Jahres 8 an Darmkrebs. Darunter war 1 Patient im Stadium Dukes B, 2 im Stadium Dukes C und 3 im Stadium Dukes D. Für die übrigen 2 Patienten waren keine Informationen verfügbar.
zum Thema
•   Abstract der Studie im British Journal of Cancer
•   Pressemitteilung der CanTest Collaborative
aerzteblatt.de
•   Darmkrebs: Geschicklichkeit des Chirurgen beeinflusst 5-Jahres-Überlebensrate
•   Immunologischer Stuhltest kann Darmkrebs bei symptomatischen Patienten sicher ausschließen
•   Stuhlbluttest: Aspirin verbessert Nachweis von Darmkrebs nicht
Sarah Bailey von der Universität Exeter und Mitarbeiter errechnen einen positiven Vorhersagewert von 7,0 % (95-%-Konfidenzintervall 5,1 bis 9,3 %). Der negative Vorhersagewert betrug 99,8 % (99,5 bis 99,9 %). Die Sensitivität betrug 84,3 % (71,4 bis 93,0 %) und die Spezifität 85,0 % (83,8 bis 86,1 %).
Die Fläche unter der ROC-Kurve (die Sensitivität und Spezifität kombiniert betrug 0,92 (0,86 bis 0,96) bei einem Maximalwert von 1,0. Bei einem Schwellenwert von 37 µg Hb/g Kot würden alle Patienten mit einen individuellen Krebsrisiko von 3 % identifiziert.
Die CanTest Collaborative, die die Studie im Auftrag der Stiftung Cancer Research UK durchgeführt hat, ist mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Die Vorschaltung des immunologischen Stuhltests wird als Möglichkeit betrachtet, lange Wartezeiten zu vermeiden und allen Patienten in einer angemessenen Zeit eine Koloskopie anbieten zu können. © rme/aerzteblatt.de