Autor Thema: 9.5.12,Mi.,10.30, PK.: Wiener Ärztekammer: Zukunft – Reform,Bewegung,Transparenz  (Gelesen 4175 mal)

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Einladung zur Pressekonferenz der Ärztekammer für Wien

„Ärztekammer Wien und die Zukunft – Reform, Bewegung, Transparenz“

Sehr geehrte Damen und Herren!

Die Ärztekammer für Wien lädt zum Mediengespräch mit dem neuen Präsidenten

•   Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres

über die Zukunft und Perspektiven der Ärztekammer sowie zum Diskurs zu aktuellen gesundheitspolitischen Themen.

Zeit:    Mittwoch, 9. Mai 2012, 10.30 Uhr

Ort:     Ärztekammer für Wien (Konferenzzentrum, 1. Stock)
1010 Wien, Weihburggasse 10-12

Parkplätze sind in der Garage der Ärztekammer für Wien, 1010 Wien, Weihburggasse 10-12, reserviert (bitte unbedingt Aviso an die Pressestelle der Ärztekammer für Wien, Tel.: 515 01/1223 DW, E-Mail: pressestelle@aekwien.at).

admin

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Neuer Ärztechef Szekeres verspricht eine "Kammer Neu"
« Antwort #1 am: 17. Mai 2012, 15:31 »


Neuer Ärztechef Szekeres verspricht eine "Kammer Neu"
Auch mehr Mitsprache in der Gesundheitspolitik und mehr Gesundheitsvorsorge im Visier

Wien (OTS) - Thomas Szekeres wurde am 7. Mai 2012 von der
Vollversammlung mit deutlicher Mehrheit zum neuen Präsidenten der
Ärztekammer für Wien gewählt. In einem ersten Positionspapier
skizziert er seine Arbeitsschwerpunkte der nächsten fünf Jahre: die
"Kammer Neu" mit mehr Serviceleistungen, mehr Engagement für die
Mitglieder, mehr Mitsprache in der Gesundheitspolitik sowie ein
Ausbau der Gesundheitsvorsorge. ****

"Ich sehe mich als Vertreter aller Wiener Ärztinnen und Ärzte. Es
ist mir ein Anliegen, künftig die Vernetzung zwischen dem
niedergelassenen und dem Krankenhausbereich zu verstärken und zu
verdichten, um damit die Gesundheitsversorgung der Wiener Bevölkerung
zu verbessern und gleichzeitig die Belastungen gerechter aufzuteilen.
Eine Stärkung der Ärztekammer nach außen und nach innen - bei
Durchführung nachhaltiger Reformen - ist das Ziel für die kommenden
fünf Jahre", betont Szekeres.

Kammerintern heißt das vor allem die Schaffung moderner und
effizienter Dienstleistungen für die Kolleginnen und Kollegen, die
Verschlankung der beamteten Strukturen, die Senkung der Kammerumlage
und die Forcierung der Aus- und Weiterbildungsangebote, Bündelung der
Referate sowie eine Offensive für den Nachwuchs. "Wir brauchen in
Zukunft genügend viele, motivierte und gut ausgebildete Ärztinnen und
Ärzte. Ein Generationen- und Genderwechsel kommt."

Kammerextern heißt das die aktive Mitgestaltung der
Gesundheitspolitik in Wien, gemeinsam mit den Partnern -
Sozialversicherungsträger, Gesundheitsressort und Krankenhäuser -,
die Schaffung von neuen Projekten, mehr private Gruppenpraxen als
Ambulanzordinationen, die Beseitigung des Fachärztemangels in
bestimmten Fachrichtungen, die rechtzeitige Entwicklung von
Pflegekonzepten sowie eine Offensive für die Gesundheitsvorsorge.
Szekeres: "Dafür haben wir soeben die Studie Großstadt und Medizin
erarbeitet, die eine wertvolle Basis für künftige Maßnahmen und
Notwendigkeiten darstellt."
Auch Vertreter der Patienten

Die Ärztekammer sieht Szekeres auch als Vertreter der Patienten.
Mit diesen Grundsätzen werden von ihm auch die Prioritäten der
kommenden fünf Jahre festgelegt: bessere Arbeitsbedingungen in den
Krankenhäusern, eine bessere Ausbildung für Jungmediziner, die
Aufwertung des Allgemeinmediziners, mehr Kassenverträge, mehr
Gruppenpraxen sowie eine bessere Verzahnung des extra- und
intramuralen Bereichs. (hpp)

(Forts.)

admin

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Ärztekammer 2: Umfassende Visionen für die Zukunft
« Antwort #2 am: 17. Mai 2012, 15:32 »


Ärztekammer 2: Umfassende Visionen für die Zukunft
Mitspracherecht "auf Augenhöhe" mit Politik und Sozialversicherungsvertretern

Wien (OTS) - Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres sieht auch eine
Reihe von realisierbaren Visionen für die Zukunft in Wien. Dazu zählt
er vor allem die Restrukturierung der Ärztekammer zu einem schlanken,
modernen, serviceorientierten Interessenforum für die Ärzteschaft,
die Erarbeitung eines neuen Selbstverständnisses im Verhältnis
Arzt/Patient/Gesellschaft sowie die Wahrung der Interessen des
Patienten im Sozialstaat und Absicherung der medizinischen Standards
in Österreich. ****

Weiters will er sich intensiv um eine umfassende Ausbildungs- und
Qualitätsoffensive bemühen, eine deutlich stärkere Mitsprache der
gesamten Ärzteschaft in allen Belangen der Gesundheitsreform
("Angesichts der bestehenden Finanz- und Strukturprobleme ein
besonders entscheidender Punkt"), die Wahrung der Autonomie der
Ärztekammer sowie Mitspracherecht "auf Augenhöhe" mit Politik und
Sozialversicherungsvertretern. "Ich strebe die konstruktive Mitarbeit
an der Krankenhausreform Wien sowie die Dialogbereitschaft mit allen
daran beteiligten Kräften an", stellt Szekeres klar.

In diesem Sinne will er die Ärztekammer in Zukunft auch weniger
als "Klientelvertreterin" und mehr als "bestimmende mitgestaltende
Kraft einer der wesentlichen Berufsorganisationen in Österreich"
sehen.

Gerade die Situation in Wien sei "eine außerordentliche, da Wien
die einzige Großstadt Österreichs ist". Bezieht man das Umfeld ein,
beträgt die Zahl der Patienten mittlerweile zweieinhalb bis drei
Millionen. Szekeres sieht hier vor allem die großstadtspezifischen
Probleme als Hauptproblemfelder für die Zukunft. Auch werde sich die
Ärztekammer "massiv dafür einsetzen, dass es zu einer Lösung in der
Causa AKH kommt, und ebenso, dass es zu einer deutlichen Verbesserung
der Ausbildungssituation kommt, und zwar sowohl an der Universität
als auch in der Turnusausbildung." (hpp)

(Forts.)

admin

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Ärztekammer 3: Arbeitsbedingungen in Spitälern optimieren
« Antwort #3 am: 17. Mai 2012, 15:33 »


Ärztekammer 3: Arbeitsbedingungen in Spitälern optimieren
Reduktion der Regelarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich - Fokus auf Patientenarbeit legen

Wien (OTS) - Der neue Vizepräsident und Obmann der Kurie
angestellte Ärzte, Hermann Leitner, hat es sich vorrangig zum Ziel
gesetzt, die Arbeitssituation für die Spitalsärzte zu verbessern.
"Der Fokus muss wieder mehr auf die Patientenarbeit gelegt werden",
so Leitner. "Die Kolleginnen und Kollegen dürfen nicht mit
bürokratischen Tätigkeiten oder Aufgaben, die primär anderen
Berufsgruppen, wie beispielsweise dem Pflegepersonal, zugeordnet
werden können, überhäuft werden." ****

Seine Forderung lautet, die Ärztinnen und Ärzte in den Spitälern
von den administrativen Aufgaben zu entlasten und stattdessen
vermehrt Dokumentationsassistenten einzusetzen. Weiters setzt sich
Leitner für eine Reduktion der Regelarbeitszeit von derzeit 50 bis 60
Wochenstunden auf 40 bis 45 Wochenstunden ein, und zwar bei vollem
Lohnausgleich.

"Wenn die jungen Kolleginnen und Kollegen auf die Nachtdienste
verzichten, müssen sie mit einem Einkommensverlust von bis zu 15
Prozent rechnen. Viele sind daher auf die Nachtdienste angewiesen und
dem entsprechend überlastet." Der daraus resultierenden
Burn-out-Gefahr will Leitner bewusst entgegensteuern. Darüber hinaus
soll es leichter möglich sein, die Arbeitszeit an die individuelle
Lebenssituation - beispielsweise im Falle von
Kinderbetreuungspflichten - anzupassen und entsprechend zu
reduzieren.

Auch die Aus- und Weiterbildung sind dem neuen Kurienobmann ein
zentrales Anliegen. "Die Ausbildung ist das Fundament und die beste
Investition für eine solide ärztliche Arbeit." Bei der Ausbildung der
jungen Kolleginnen und Kollegen dürfe weder an Zeit noch an
Ressourcen gespart werden. Abschließend fordert Leitner die
finanzielle Unterstützung und Förderung von Weiterbildung durch den
Dienstgeber in Form von bis zu zwei Wochen bezahltem
Fortbildungsurlaub pro Jahr.
Mehr Kassenplanstellen für ein Mehr an Versorgung

Die besondere Bedeutung der Ärztekammer für eine breite und sozial
umfassende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung streicht auch der
Vizepräsident und Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte, Johannes
Steinhart, hervor: "Die Politik wird es weiterhin mit einer
schlagkräftigen Vertretung der Ärzteschaft zu tun haben, da soll sich
niemand täuschen. Wir wissen, dass die Politik Defizite, die anderswo
entstanden sind, gerade bei der Gesundheitsversorgung hereinbringen
will. Das werden wir im Sinne der Patienten nicht zulassen."

Als Kernziele für seine Tätigkeit für die niedergelassenen
Ärztinnen und Ärzte nennt Steinhart vor allem den Ausbau der
Strukturen im niedergelassenen Bereich: "Von der Politik gibt es
bislang Lippenbekenntnisse. Die Ankündigung, den niedergelassenen
Bereich stärken zu wollen, lesen wir in den Regierungsprogrammen seit
Vranitzky. Geschehen ist bislang nie etwas. Wir brauchen mehr
Kassenplanstellen, um den Patienten ein Mehr an Versorgung zu bieten.
Das kostet Geld, ist aber im Vergleich zu anderen Bereichen gut und
sinnvoll investiert."

Als Beispiel nennt Steinhart insbesondere die Gruppenpraxen. Wien
habe bei der Schaffung dieses modernen ärztlichen Angebots die
Vorreiterrolle übernommen. Laut Steinhart passiert aber auch hier
immer noch viel zu wenig: "Ich will diese Form der Kooperationen
vorantreiben, gerade auch, um den Spitalsbereich zu entlasten." Dafür
brauche es aber klare Anreize der Stadt und der Sozialversicherung.

Ein Dorn im Auge ist dem Vizepräsidenten auch die politische
Vernachlässigung des Allgemeinmediziners. "Die Gesundheitsreform geht
in eine völlig falsche Richtung. Ich jedenfalls werde für die
Aufwertung des Hausarztes eintreten - und zwar in seiner gesamthaften
gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung", so Steinhart.

Schließlich lässt der Kurienobmann auch keinen Zweifel daran, dass
die Ärzteschaft weiter gegen sinnlose und teure Renommierprojekte im
Gesundheitswesen auftreten werde. Dazu gehört laut Steinhart auch das
milliardenschwere Projekt der Elektronischen Gesundheitsakte ELGA.
Steinhart: "In der vorliegenden Form findet das sicherlich keine
Zustimmung in der Ärzteschaft. Da sind die Reihen dicht geschlossen."
Der Vizepräsident betont zwar die weiterhin bestehende
Verhandlungsbereitschaft der Ärztekammer bei ELGA. Er weist aber auch
darauf hin, dass sich bislang in den wesentlichen strittigen Fragen,
nämlich Datenschutz, Freiwilligkeit und Kostentransparenz, zu wenig
bewegt habe. (hpp)

(Schluss)

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MedChatSpezial mit Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres
« Antwort #4 am: 17. Mai 2012, 16:06 »
MedChatSpezial mit Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres

Am 15. Mai 2012 fand mit dem neuen Präsidenten der Ärztekammer Wien, Thomas Szekeres,

ein MedChatSpezial zum Thema
"Was bedeutet das Wahlergebnis für die österreichischen PatientInnen?" statt.

Den vollständigen MedChatSpezial zum Nachlesen
finden Sie hier: www.vielgesundheit.at/medchat

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Zur Person

1962 in Wien geboren

1988 Doktor für Allgemeinmedizin

1994 Facharzt für Medizinische und Chemische Labordiagnostik und Universitätsdozent

1997 Außerordentlicher Universitätsprofessor

2003 Aufnahme in die "European Specialists in Clinical Chemistry"; PhD an der Universitat Trnava, SK

2004 Qualitätsmanager

2005 Facharzt für Humangenetik

Seit 1996 ist Dr. Thomas Szekeres Oberarzt am Institut für Medizinische und Chemische Labordiagnostik im Zentrallabor des AKH Wien

Seit 2005 Vorsitzender des Betriebsrats für das wissenschaftliche Personal an der MedUni Wien

Bisherige Funktionen in der Ärztekammer Wien

Seit 2001 Mitglied des Vorstandes

2007-2012 Vorsitzender der Kurie angestellter Ärzte und 1. Vizepräsident

Seit 7. Mai 2012 ist Dr. Thomas Szekeres Präsident der Ärztekammer für Wien
    Erstellt am Freitag, 11. Mai 2012 08:15
    Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 16. Mai 2012 06:51

http://www.vielgesundheit.at/aktuelles/neuer-wiener-aerztekammerpraesident

« Letzte Änderung: 17. Mai 2012, 16:10 von admin »

Jutta

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Wiener Ärztekammer: E-Medikation
« Antwort #5 am: 17. Mai 2012, 19:16 »

11.05.2012

Pilotprojekt E-Medikation: Noch langer Weg bis zum Rollout

Szekeres: Erste Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen



Wien (OTS)- Verhalten reagiert die Ärztekammer für Wien auf die gestern, Donnerstag, vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger vorgestellten Evaluierungsergebnisse des Pilotprojekts E-Medikation. Der Präsident der Wiener Ärztekammer, Thomas Szekeres, plädiert für eine „genaue Analyse der Ergebnisse unter Einbeziehung aller Projektpartner“ und sieht vor allem bei der mangelnden Benutzerfreundlichkeit Verbesserungspotenzial.

Szekeres stellt nicht nur die wenig zufriedenstellende Bereitschaft der Patienten, sich am Pilotprojekt zu beteiligen, infrage, sondern kritisiert auch den hohen Zeitaufwand, den die Handhabung des Systems für Ärztinnen und Ärzte im Praxisalltag mit sich bringt. „Die Kolleginnen und Kollegen arbeiten bereits mit praktikableren Interaktionsprogrammen und Warnsystemen. Bevor man einen Rollout der E-Medikation andenkt, muss auf jeden Fall gewährleistet sein, dass das System die Ärztinnen und Ärzte unterstützt und keinen zusätzlichen Mehraufwand bedeutet“, so der Ärztechef.

Der Vizepräsident und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte, Johannes Steinhart, zeigt sich über die plötzlich präsentierten Evaluierungsergebnisse überrascht: „Die Wiener Ärztekammer wurde als Pilotprojektpartner vorab nicht über den Bericht informiert, auch die Detailergebnisse der Evaluierung sind uns noch nicht bekannt.“

Anspruch auf Freiwilligkeit

Den Plan des Hauptverbands, dass Ärztinnen und Ärzte zur Teilnahme an der E-Medikation verpflichtet werden sollen, kritisiert die Ärztekammer ebenso wie das vorgesehene Opt-out für die Patienten. Wie auch bei ELGA sprechen sich die Ärztevertreter bei der E-Medikation für Freiwilligkeit, sprich ein Opt-in, aus. In diesem Punkt bestätige der Evaluierungsbericht die Forderung der Ärztevertreter. „Medikationsdaten von Patienten automatisch in das System einzuspeisen, halte ich datenschutzrechtlich für ein Fiasko. Die Patienten müssen sich von sich aus für eine Teilnahme am System entscheiden können“, verlangt Steinhart.

Um die Ergebnisse der Pilotstudie zu analysieren und Mängel rechtzeitig vor einem Rollout zu beheben, lädt Szekeres die Projektpartner zu einer breiten Diskussionsrunde ein. Denn relevante Fragen wie Datenschutz, Patientenbereitschaft, aktueller Informationsfluss und tatsächliche Einsparungsmöglichkeiten sowie das Hauptziel, nämlich die Verhinderung von Kontramedikationen, seien ernsthaft auf den Prüfstand zu legen. „Das Thema E-Medikation ist zu wichtig und aus medizinischer Sicht zu diffizil, um ohne vorherige kritische Analyse ohne Weiteres umgesetzt zu werden“, so Szekeres abschließend

Werner

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MedChatSpezial neuer Wiener Ärztekammerpräsident Prof Szekeres
« Antwort #6 am: 18. Mai 2012, 01:53 »

http://www.vielgesundheit.at/medchat
   
MedChatSpezial neuer Wiener Ärztekammerpräsident
   (15.05.2012)
Dienstag, den 15. Mai 2012
10:11
   
   
vielgesundheit.at:
Einen schönen guten Morgen und willkommen bei unserem heutigen MedChatSpezial mit Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres, dem neuen Präsident der Wiener Ärztekammer.

Fragen können gerne jetzt schon gepostet werden - Achtung, sie erscheinen nicht im Fenster, aber wir sammeln sie für später, keine Sorge.

Die Beantwortung erfolgt live von 17:00-17:30.
16:59
   
   
vielgesundheit.at:
Herzlich willkommen im www.vielgesundheit.at MedChatSpezial. Wir sind heute beim neuen Wiener Ärztekammerpräsidenten Prof Thomas Szekeres. Lieber Herr Prof Szekeres, vielen Dank, dass Sie sich heute Zeit nehmen um im MedChatSpezial Fragen zu beantworten.
16:59
   
   
Kommentar von Guest
Was wollen sie konkret in der Prävention verbessern ?
17:01
   
   
vielgesundheit.at:
@guest:Insbesondere ab dem kindergartenalter soll gesundheitserziehung eine wichtigere rolle spielen, das betrifft ernährung, rauchen, alkohol um die gesunde lebenserwartung zu verlängern. wir müssen verhindern dass jugendliche übergewichtig sind, rauchen und alkohol konsumieren.
17:01
   
   
Kommentar von melli
warum ein phd in der slowakei?
17:02
   
   
vielgesundheit.at:
@meli: ich habe eine langjährige wissenschaftliche kooperation mit kollegen in der slowakei, im rahmen dieser kooperation wurden meine arbeiten als phd anerkannt.
17:02
   
   
Kommentar von Michael Baier
Wie würden Sie die Ausbildung der Turnusärzte verbessern? Nicht nur im Bezug auf die Anzahl der Arbeitsstunden, sondern vor allem auf die Missstände im Verhältnis von Ausbildung zu Bürotätigkeiten.
17:05
   
   
Prof Szekeres:
@michael baier: turnusärzte werden zu administrativen zwecken und für systemerhaltertätigkeiten missbraucht. wir fordern die einführung von administrativen kräften auf stationen und die übernahme von ekg schreiben, blutabnahmen, infusionen, etc durch die pflege. ausserdem eine intensivere vermittlung medizinischer inhalte in der ausbildung. nur so können ausbildungsärzte adäquat auf ihre spätere tätigkeit vorbereitet werden. weiters fordern wir ausbildung in der lehrpraxis unter finanzieller beteiligung von bund, land und praxisinhabern.
17:05
   
   
Kommentar von DrJohn.
Sie sagen die Strukturen der Kammer sollen schlanker werden und mehr an die Bedürfnisse Ihrer Mitglieder angepasst werden, was meinen Sie damit? Weche Referate soll das betreffen?
17:08
   
   
Prof Szekeres:
@ Dr.John: Präsidialreferenten sowie eine reihe von referaten sollen aufgelassen oder zusammengelegt werden. andererseits gibt es schwerpunkte wie gender-fragen und die idee anlassbezogen projekte durchzuführen, dadurch soll sich die kammer funktionärsgebühren sparen. durch eine sparsame gebahrung soll es möglich sein, möglichst bald die kammerumlage weiter zu senken.
17:09
   
   
Kommentar von claudia_wünsch
Große Umstrukturierungen im medizinischen Bereich bedeuten ja oft zeitwielige Verschlechterungen für die Patienten. Wie soll das verhindert werden?
17:10
   
   
Prof Szekeres:
@claudia wünsch: eine verschlechterung für die patienten darf nicht kommen, sollten die politischen rahmenbedingungen sich so verändern, dass das zu befürchten ist, wird es zu scharfen protesten seitens der ärztekammer kommen.
17:10
   
   
Kommentar von toni1
Guten Tag! Herr Prof., wie schätzen Sie die lage im AKH in Zukunft ein?
17:12
   
   
Prof Szekeres:
@toni: die zukunft im akh bzw der ärztinnen und ärzte im akh hängt von der budgetzuteilung des wissenschaftsministeriums an die meduniwien ab. einsparungen sind zu befürchten. sollte es wirklich dazu kommen, wird es, wenn es nach mir geht, zu einer fortsetzung der protestmassnahmen des vergangenen jahres kommen.
17:13
   
   
Kommentar von sommersonne
Ganz ehrlich, wenns mir plötzl. nicht gut geht, geh ich lieber in die Ambulanz, auch wenn ich lang warten muss. Vom Gefühl her sind die Ärzte im Spital mehr uptodate als niedergelassene, oder stimmt das nicht?
17:14
   
   
Prof Szekeres:
@sommersonne: es gibt sicher erkrankungen und krankheiten die im niedergelassenen bereich besser behandelt werden und umgekehrt zustandsbilder mit denen man eine spitalsambulanz aufsuchen sollte. das angestellte ärzte bessere ärzte sind als niedergelassene kann man so nicht sagen. alle ärzte sind zur fortbildung verpflichtet und müssen das auch nachweisen.
17:18
   
   
Prof Szekeres:
@anonymus: man sollte zuerst evaluieren welche leistung medizinisch und wirtschaftlich sinnvoll wo erbracht wird. dann sollten entweder ambulante leistungen in den niedergelassenen bereich verlagert werden und andere leistungen im spitalsbereich angeboten werden. gruppenpraxen im niedergelassenen bereich sollten hier eine wichtige funktion übernehmen. diese könnten zu tagesrandzeiten oder am wochenende die spitäler entlasten. dazu wird es notwendig sein, die niedergelassenen ärzte auch leistungsentsprechend, zb am wochenende besser, zu honorieren.
17:19
   
   
Kommentar von anonymus
was muss geändert werden damit die ambulanzen von den niedergelassenen ärzten entlastet werden können?
17:19
   
   
Kommentar von Lea Müller
Was wollen Sie gegen die Alterspyramide unternehme?
17:21
   
   
Prof Szekeres:
@lea müller: es ist an sich erfreulich dass die menschen immer älter werden. was uns gelingen muss ist, dass sie auch möglichst lange gesund bleiben. dazu gehören schwerpunkte im bereich der gesundheitsprävention gesetzt. einer der gründer für die längere lebenserwartung liegt sicherlich in den wachsenden möglichkeiten der modernen medizin.
17:21
   
   
Kommentar von h_fischer
Ist es für mich als Patient wirklich wichtig wer Ärztekammerpräsident ist?!
17:22
   
   
Prof Szekeres:
@h_fischer: es könnte wichtig sein, da wir an seite unserer patientInnen für den erhalt und den ausbau unseres sehr guten gesundheitssystems kämpfen.
17:22
   
   
Kommentar von kritiker
Die anhebung der honorarsätze um die inflation, die einführung der stationssekretärinnen kostet geld, ist dann ihr spar- und effizienzvorhaben noch haltbar?
17:27
   
   
Prof Szekeres:
@kritiker: sollten honorarsätze nicht um die inflation angehoben werden, würde es sich um eine senkung von honoraren handeln. dies kann nicht in unserem interesse sein.stationssekretärinnen würden schwestern wie ärzte entlasten und ihnen die möglichkeit geben mehr zeit mit ihren patientInnen zu verbringen. dies muss im interesse unserer patientInnen sein und deshalb auch finanziert werden. es gibt in unserem land genug geld für milliardenteure tunnelprojekte, für privatisierungen und bankrotte banken - es muss auch genug geld für ein gutfunktionierendes gesundheitssystem geben. dafür kämpfe ich!
17:27
   
   
Kommentar von Kasper22
wollen sie österr. ärztekammerpräsident werden?
17:28
   
   
Prof Szekeres:
@kasper 22: die wahl findet am 22.6. statt, bis dahin habe ich zeit es mir zu überlegen.
17:28
   
   
Kommentar von flower
warum sind die ärzte alle gegen elga, was ist ihr probleem mit dem?
17:30
   
   
Prof Szekeres:
@flower: wir fürchten um die sicherheit hochsensibler patientendaten und lehnen die für patienten wie ärzte verpflichtende teilnahme ab. darüber hinaus fürchten wir dass die kosten/nutzenrechnung schlecht ausgeht. in zeiten von sparbudgets sollte man das vorhandene geld mit besonderer vorsicht und umsicht investieren.
17:30
   
   
Kommentar von Student
Hallo, was sagen sie zur Zugangsregelung zum Medizinstudium?
17:32
   
   
Prof Szekeres:
@student: nachdem es nur limitierte ausbildungskapazität gibt, ist eine zugangsregelung notwendig. die prüfung gehört meiner meinung nach überarbeitet, da es nicht sein darf, dass frauen benachteiligt werden.
17:32
   
   
Kommentar von Guest
Ich habe mir vorher den Film auf der Website angeschaut. Sie sprechen da vom hohen Level der österr. medizin. Woran legen sie das fest?
17:35
   
   
Prof Szekeres:
@guest: wir haben einen niederschwelligen zugang und spitzenleistungen auf international vergleichbarem niveau. ich kann dies beurteilen, da ich jahrelang in den usa gelebt habe und dort ein gegenteiliges system kennenlernen musste. wir können stolz sein auf unser system, kein patient muss sich im ausland behandeln lassen, weil er hier eine medizinische leistung nicht erhalten kann. arme menschen haben den gleichen zugang zur spitzenmedizin wie millionäre, zb herztransplantation, etc
17:36
   
   
Kommentar von flower
danke für die antwort. gibt es einen kompromiss.. eine lightvariante von elga?
17:37
   
   
Prof Szekeres:
@flower: sinnvollen technischen neuerungen wird man sich nicht verschliessen, allerdings darf die meinung der ärztinnen und ärzte nicht ignoriert werden. elga in der derzeitigen form ist nicht akzeptabel!
17:38
   
   
Kommentar von Guest
es wird immer geschrieben, dass sie die kammer durchlüften wollen, was bedeutet das? werden stellen gekündigt oder was planen sie?
17:39
   
   
Prof Szekeres:
@guest: kündigungen sind nicht vorgesehen, allerdings wird es wichtig sein, den ärztinnen und ärzten ein noch besseres service zu bieten, sodass die mitglieder künftig stolz auf die ärztekammer sein sollen.
17:40
   
   
Kommentar von nopolitics
Mit wem sind sie aller Koalititonen eingegangen um Wr Ärztekamerpräsident zu werden?
17:40
   
   
Prof Szekeres:
@nopolitics: es sind insgesamt acht gruppierungen die mitglieder in der koalition sind.
17:40
   
   
Kommentar von Fritz Hauser
Was war eigentlich ihre Motivation als Ärztekammerpräs zu kandidieren?
17:42
   
   
Prof Szekeres:
@fritz hauser: die möglichkeit politischen einfluss auf die entwicklung unseres gesundheitssystems nehmen zu können, sowie die interessen von ärztinnen und patientinnen gleichermassen zu vertreten hat mich fasziniert.
17:42
   
   
Kommentar von sibille
Was ist der Alltag eines Ärztek.präs.?
17:44
   
   
Prof Szekeres:
@sibille: die letzte woche war extrem stressig, wobei sie hauptsächlich durch antrittsbesuche und medienkontakte geprägt war. wie in zukunft mein tagesablauf aussieht, wird sich weisen - ich freu mich darauf!
17:44
   
   
Kommentar von karaokelover
bekommen sie jetzt doppeltes gehalt?
17:47
   
   
Prof Szekeres:
@karaokelover: die funktion des ärztekammerpräsidenten ist honoriert und mit viel zeitaufwand und einsatz verbunden.
17:48
   
   
Kommentar von karaokelover
ab wann sind sie im amt?
17:48
   
   
Prof Szekeres:
@karaokelover: seit einer woche.
17:50
   
   
Prof Szekeres:
@an alle chatter: herzlichen dank für ihr reges interesse. in der hoffnung für vielgesundheit wünsche ich ihnen noch einen schönen abend!
17:52
   
   
Prof Szekeres:
lieber herr prof szekeres, vielen dank dass sie sich zeit genommen haben! aufgrund des hohen interesses haben wir sogar um fast 30 minuten überzogen.
liebe chatter, vielen dank und bis zum nächsten mal - in diesem sinne - vielgesundheit!
19:59
   

[RSS]     Verfasser: Prof Szekeres
 
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