Autor Thema: Brustkrebs-Hochrisikopatientinnen - www.brustgesundheit.at  (Gelesen 3685 mal)

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Evi

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Einheitliche Betreuungs- und Behandlungspfade für Brustkrebs-Hochrisikopatientinnen
Für Frauen mit familiärem Belastungsrisiko stehen österreichweit Beratungszentren zur Verfügung

Wien (OTS) - "Der Sozialversicherung ist es besonders wichtig,
dass Frauen mit einem erhöhten Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs
zur erkranken, gut aufgeklärt und beraten werden, um eine informierte
Entscheidung treffen zu können". So Dr. Josef Probst, stv.
Generaldirektor im Hauptverband der österreichischen
Sozialversicherungsträger. Für diese Gruppe von Frauen wurde ein
österreichweit einheitlicher Betreuungs- und Behandlungspfad
festgelegt. Ein gemeinsamer Kriterienkatalog stellt sicher, dass
Frauen mit erhöhtem Risiko klar identifiziert werden können.
Die Leitlinie zur Prävention und Früherkennung von Brust- und
Eierstockkrebs bei Hochrisikopatientinnen wurde unter
Berücksichtigung des Wissens der europäischen Brustkrebsexperten
(EUSOMA) entwickelt.

Hochrisiko auf Grund familiärer Vorbelastung

Bei bestimmten Gendefekten (BRCA 1 + 2) besteht eine erhöhte
Wahrscheinlichkeit an Brust- und/oder Eierstockkrebs zu erkranken.
Mittels gentechnischer Analysen ist es aber möglich, diese Gendefekte
zu identifizieren und die betroffenen Frauen anschließend
entsprechenden Screening-Maßnahmen zu unterziehen. Diese genetischen
Untersuchungen werden für ganz Österreich zentral im Wiener AKH
durchgeführt. Das AKH-Wien bedient sich jedoch einer Reihe von
Referenzkrankenanstalten in den Bundesländern, die im Zuge der
Anamnese vorerst prüfen, ob überhaupt ein Verdacht auf Vorliegen des
genannten Gendefektes besteht.
In ganz Österreich stehen dafür über 50 Beratungszentren zur
Verfügung. Für Frauen mit familiärem Belastungsrisiko wurde
österreichweit die Homepage www.brustgesundheit.at eingerichtet, in
der betroffene Frauen die Beratungsstellen samt Adressen und
Telefonnummern sowie Informationen zu genetischer Beratung und
Analysen finden können. In allen Beratungsstellen werden dann Frauen
mit einem erhöhten Risiko nach den gleichen Richtlinien beraten.
Liegt ein Verdacht auf einen Gendefekt vor, werden - mit
ausdrücklicher Zustimmung der betroffenen Frauen - Blutproben direkt
in den Referenzzentren entnommen und an das AKH-Wien gesandt. Dort
erfolgt zentral die Befundung der Blutproben. Die betroffenen Frauen
müssen dazu nicht nach Wien reisen. Ist der Befund positiv, erfolgt
die weitere Betreuung durch das entsprechende Referenzzentrum in den
Bundesländern, in Wien erfolgt die Betreuung zentral im AKH-Wien.

Gemeinsame Finanzierung für genetische Untersuchung

Die Befundung im Rahmen der genetischen Untersuchung ist aufwendig
und teuer. 2005 wurde in der Bundesgesundheitskommission beschlossen,
dass sich neben der Sozialversicherung, die Stadt Wien und der Bund
an der Förderung des Projektes "Molekulargenetische Analyse zur
Identifikation von Familien mit erblichem Brust- und Eierstockkrebs"
beteiligen. Seit 2008 wird das Projekt im Rahmen der aktuellen
15a-Vereinbarung durch eine Drittelfinanzierung zwischen dem
Hauptverband, der Stadt Wien und dem Bundesministerium für Gesundheit
bis 2013 finanziert. Probst: "Mit der Drittelfinanzierung gelang die
Sicherstellung der exzellenten Betreuung von Frauen mit hohem Brust-
und Eierstockkrebsrisiko. Die Vereinbarung mit dem AKH sichert die
hohe Qualität der durchzuführenden Untersuchungen".

Keine Verwechslung mit dem nationalen
Brustkrebs-Früherkennungs-Programm

Das Hochrisikoscreening darf jedoch nicht mit der
Brustkrebs-Früherkennung für Frauen ohne Hochrisiko verwechselt
werden. Für Frauen ohne Hochrisiko wird derzeit eine Mammographie im
Rahmen der Vorsorgeuntersuchung angeboten, ab 2013 wird es für sie
ein österreichweites, qualitätsgesichertes
Brustkrebs-Früherkennungs-Programm geben.