Autor Thema: Forschung: Kontrollen bei der Krebs-Therapie  (Gelesen 1239 mal)

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Josef

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Forschung: Kontrollen bei der Krebs-Therapie
« am: 23. Juli 2012, 22:44 »


Software Geno2pheno für die personalisierte Krebstherapie

Montag, 23. Juli 2012

Saarbrücken – Krebserkrankungen sind schwer zu behandeln, weil sich Tumoren in jedem Patienten anders verhalten und im Laufe der Zeit verändern. Mehr Erfolg versprechen sich Forscher von der Kombination mehrerer Medikamente. Dafür müssen die molekularen Besonderheiten des jeweiligen Tumors bestimmt werden.

Diesen Ansatz verfolgt Thomas Lengauer, Direktor am Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken, seit langem erfolgreich für die HIV-Therapie. Gemeinsam mit seinem früheren Mitarbeiter Christoph Bock hat er einen Artikel in der Zeitschrift Nature Reviews Cancer zu den Perspektiven für eine künftige personalisierte Krebsbehandlung verfasst.
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HIV-infizierte Patienten müssen sich im Laufe ihres Lebens mehrfach einem Therapie­wechsel unterziehen, da einzelne Therapien aufgrund von Resistenzen nach einer gewissen Zeit unwirksam werden.  „Ein ähnliches Muster ist bei Krebs zu beobachten“, erläutert Bioinformatiker Bock, der am CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien arbeitet. In den vergan­genen Jahren wuchs das therapeutische Wirkstoffarsenal gegen HIV, und man hat Erfahrung mit Medikamentenkombinationen gesammelt. Auf der Basis der Analyse des viralen Genoms lassen sich computergestützt Resistenzen erkennen und Therapien optimieren.

Die Forscher um Lengauer haben für eine Anzahl von viralen Infektionen, vornehmlich HIV/Aids, die frei im Internet verfügbare Software Geno2pheno entwickelt. Diese schätzt zunächst das Maß der Resistenz gegen die einzelnen Wirkstoffe anhand der im Patien­ten gefundenen Virusvarianten und ordnet anschließend die Wirkstoff­kom­bina­tionen nach der Wahrscheinlichkeit, wie sie am besten gegen das Virus helfen. Weltweit waren nach Angaben Lengauers bereits mehr als 500 000 Anfragen an den Geno2pheno-Server zu verzeichnen.

Grundlage für das Verfahren sind mathematische Modelle, die in der Datensammlung verborgene Muster und Zusammenhänge entdecken. Dieser systematische statistische Ansatz ist nach Meinung der Forscher eine Alternative zu bisherigen Methoden der Resistenzbestimmung, die allein auf klinischer Expertise basieren.

Sie  gehen davon aus, dass sich diese Methoden auch auf die Behandlung von Krebs übertragen lassen. Erste Projekte hierzu sind am CeMM bereits gestartet. So werden im neu eingerichteten „Biomedical Sequencing Facility“ die Genome von Tumoren sequenziert und im PLACEBO Lab patientenspezifische Therapien entwickelt . © EB/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/50998
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