Autor Thema: Kliniken in Deutschland ......  (Gelesen 9182 mal)

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Tanja

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Kliniken in Deutschland ......
« am: 16. August 2012, 16:16 »


Lukrative Patienten bevorzugt

Arzt hält Stethoskop hinter dem Rücken; Bild: Mauritius Bild vergrößern Bildunterschrift: Viele Krankenhausärzte erhalten Bonuszahlungen für bestimmte Leistungen.


(© WDR) von Pia Busch

Es geht um viel Geld und damit auch um die Patienten, die einer Klinik Gewinn bringen. Die Finanzexperten in den Krankenhäusern nennen solche Patienten gerne „cash cows“, also Melkkühe. Im Gegensatz dazu gibt es die „poor dogs“, also die armen Hunde, die wenig Geld bringen. Bei ihnen liegen die Behandlungskosten weit über den Erlösen, die die Krankenkassen an die Kliniken zahlen. Solche Patienten sind vor allem bei privaten Klinikbetreibern nicht gerne gesehen. Hohe Renditeforderungen von 15 Prozent im Krankenhausbereich und bis zu 20 Prozent im Reha-Bereich verlangen offenbar drastische Maßnahmen. Laut einer aktuellen Studie des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherungen machen etwa ein Drittel aller Häuser Verluste. Das Motto lautet deshalb: Möglichst viele „cash cows“ und möglichst wenige „poor dogs“ zu sammeln.
Lockruf der Bonuszahlungen

Um Ärzte zu motivieren, das Spiel mitzuspielen, erhalten sie in vielen Kliniken Bonuszahlungen. plusminus liegen Ärzteverträge vor, aus denen hervor geht, dass Ärzte zum Beispiel für die Erhöhung der Operationszahlen Bonuszahlungen bekommen. So heißt in einem Vertrag, dass für 50 Knieoperationen 10.000 Euro zusätzlich gezahlt werden. In den Verträgen mancher Chefärzte steht sogar, dass sie Bonuszahlungen bekommen, wenn sie nicht mehr Personal einstellen und Stellen sogar unbesetzt lassen. Am Ende des Jahres können auch hier Bonuszahlungen im vier- bis fünfstelligen Bereich winken.

Bei der Bundesärztekammer und der Ärztegewerkschaft Marburger Bund stoßen die Verträge zunehmend auf heftige Kritik. Die Befürchtung: Für Ärzte zähle dadurch nicht mehr der medizinische, sondern der ökonomische Erfolg. Der Dortmunder Rechtsanwalt Dr. Tobias Scholl-Eickmann befürchtet sogar weitreichende Konsequenzen für die Patienten: „Im Grunde genommen kann es dazu kommen, dass es eine Patientengefährdung gibt, weil der Arzt sich veranlasst sieht, sein Ziel zu erreichen, um den Bonus vielleicht zu bekommen, und dabei in Zweifelsfällen eine medizinische Entscheidung trifft, die nicht unbedingt die ist, die er sonst treffen würde.“
Göttingen: Mehr Transplantationen, mehr Geld?

Auch im Fall des Göttinger Transplantationsskandals sollen leistungsabhängige Vergütungen eine Rolle gespielt haben. Einem Chirurgen der Klinik wird vorgeworfen, die Wartelisten seiner Patienten manipuliert und damit die Organzuteilung für seine Klinik erhöht zu haben. Die Transplantationen führte der Göttinger Chirurg dann selbst durch. „Der Oberarzt hatte einen außertariflichen Arbeitsvertrag mit einem festen Grundgehalt und variablen Anteilen“, erklärt die Uniklinik Göttingen gegenüber plusminus. „Diese haben ab einer bestimmten Menge von Lebertransplantationen gegriffen.“

Dr. Theodor Windhorst vom Marburger Bund und Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe hält das für einen Skandal: „Da sind 2.000 Euro als Zielvereinbarung in der Diskussion, als Gerücht. Und wenn sie dann 20, 40, 50 mehr machen - mal 2.000 -, dann ist das schon eine Summe, da kann man ins Grübeln kommen. Und das ist verwerflich, wenn man schon ins Grübeln kommen kann.“
Bonusregeln drastisch zugenommen

Dr. Wieland Zittwitz hat zwölf Jahre als Diabetologe in einer Klinik in Brandenburg gearbeitet. Vor wenigen Wochen traf er die Entscheidung, aus der Klinik auszusteigen und als niedergelassener Diabetologe neu zu starten. Die Zielvereinbarungen in seiner Klinik hätten ihm immer mehr zugesetzt. Arzt- und Pflegestellen seien seit Monaten nicht mehr besetzt worden, Personal habe von anderen Stationen ausgeliehen werden müssen. Dass dabei Patienten zu Schaden kommen, sei für ihn nur noch eine Frage der Zeit gewesen.

Inzwischen finden sich in fast jedem zweiten Neuvertrag Bonusregeln, die den Verdienst der leitenden Ärzte an Ziele knüpfen. 1995 waren es nur fünf Prozent. Marburger Bund und viele andere Experten fordern einen sofortigen Stopp der Bonuszahlungen - bislang erfolglos.

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 15.08.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,u8n2h051av7d0n6q~cm.asp

Richi

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D - Vier von fünf Patienten würden ihr Krankenhaus weiterempfehlen
« Antwort #1 am: 03. Januar 2013, 00:47 »



 18.12.2012
   
Gesundheitspolitik   
      
Vier von fünf Patienten würden ihr Krankenhaus weiterempfehlen

© Herby (Herbert) Me/fotolia.com
Welcher Klinik soll man sich bei einer planbaren OP anvertrauen? Die Zeiten, als man einfach ins nächste Krankenhaus ging, sind vorbei: Heute können Patienten im Internet wählen - und dort Bewertungen anderer lesen. Vier von fünf Patienten in Deutschland sind einer Umfrage zufolge so zufrieden mit ihrem Krankenhaus, dass sie es guten Gewissens weiterempfehlen würden.
 
 

Die Bewertungen der Patienten sind neu in die Klinik-Suchmaschine "Weiße Liste" im Internet aufgenommen, mit deren Hilfe andere Patienten Kliniken aussuchen können. Basis ist die größte Befragung von Klinikpatienten ihrer Art, wie die AOK, die Barmer GEK, die Bertelsmann Stiftung und der Bundesverband der Verbraucherzentralen am Dienstag in Berlin mitteilten. Die beiden Kassen hatten eine Millionen Klinikpatienten befragt. 82 Prozent der Patienten würden demnach ihr Krankenhaus empfehlen.

83 Prozent sind zufrieden mit der ärztlichen Versorgung, 82 Prozent mit der Pflege. Etwas geringer ist die Zufriedenheit mit Organisation und Service (79 Prozent). Zwischen den einzelnen Krankenhäusern gibt es deutliche Unterschiede: So erreichen zwar etwa zwei Drittel der Kliniken eine Weiterempfehlungsrate von über 80 Prozent, etwa ein Drittel liegt jedoch darunter. Rund 2,5 Prozent der Häuser fallen sogar unter 70 Prozent.

Neben der Weiterempfehlungsrate http://www.journalmed.de/newsview.php?id=39528


admin

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22.05.2013
   
Gesundheitspolitik   
   
   
Bundesweit jetzt zwölf Onkologische Spitzenzentren: Hohe Fördergelder zur besseren Versorgung von Krebspatienten


Die Deutsche Krebshilfe hat die Ergebnisse ihrer jüngsten Begutachtung von Onkologischen Spitzenzentren bekannt gegeben. An jetzt zwölf universitären Standorten sorgt die Organisation mit ihrem Förderschwerpunkt-Programm zur Zentrums- und Netzwerkbildung dafür, dass Patienten eine Krebsmedizin auf höchstem Niveau erhalten. Das Universitätstumorzentrum Düsseldorf (UTZ) erhielt erstmals eine Förderzusage für drei Jahre. Dabei sind auch die Standorte Berlin, Erlangen, Essen, Frankfurt, Freiburg und Hamburg. Die Onkologischen Spitzenzentren in Dresden, Heidelberg, Köln/Bonn, Tübingen und Würzburg werden zurzeit gefördert. Die nächste Ausschreibung für eine Fortführung der Förderung erfolgt in Kürze. Jedes Zentrum wird von der Deutschen Krebshilfe mit jeweils einer Million Euro pro Jahr für drei Jahre gefördert.

Um die Krebsmedizin bundesweit zu verbessern und auf ein Spitzen-Niveau zu bringen, fördert die Deutsche Krebshilfe bereits seit 2007 im Rahmen eines Schwerpunkt-Programms so genannte "Onkologische Spitzenzentren" (http://www.ccc-netzwerk.de/). In diesen Zentren/ Netzwerken werden Tumorpatienten nach aktuellen medizinischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen interdisziplinär versorgt und psychosozial begleitet, unter Einbeziehung des ambulanten Bereiches in der jeweiligen Region. Auch die Krebsforschung ist ein wesentliches Aufgabenfeld von Onkologischen Spitzenzentren.

"Diese Zentren sind regional vernetzt mit den Kliniken und niedergelassenen Ärzten der Umgebung und haben in den letzten Jahren bereits zur Verbesserung der Versorgung von krebskranken Menschen in Deutschland beigetragen", sagte Prof. Dr. Walter Jonat, Direktor der Universitätsfrauenklinik Kiel und stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Krebshilfe. Die in den Spitzenzentren erarbeiteten Standards für die Versorgung sowie die Erkenntnisse aus der Krebsforschung sollen auch anderen Versorgungsstrukturen zur Verfügung gestellt werden und letztlich allen Krebspatienten zugute kommen. "Die Spitzenzentren sowie die von der Deutschen Krebsgesellschaft initiierten Onkologischen Zentren und Organkrebszentren sind daher auch als Gesamtkonzept zu sehen. Durch diese Strukturen sollen künftig alle Krebspatienten flächendeckend in Deutschland auf höchstem qualitätsgesicherten Niveau behandelt und versorgt werden", so Jonat.

Die Deutsche Krebshilfe e.V. setzt sich seit mehr als 38 Jahren für die Belange krebskranker Menschen ein. Jedes Jahr erkranken in Deutschland 490.000 Menschen, davon 1.800 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren, neu an Krebs. Den Betroffenen und ihren Angehörigen zu helfen, ist das wichtigste Anliegen der Deutschen Krebshilfe. Nach dem Motto "Helfen. Forschen. Informieren" fördert die Organisation Projekte zur Verbesserung der Prävention, Früherkennung, Diagnose, Therapie, medizinischen Nachsorge und psychosozialen Versorgung einschließlich der Krebs-Selbsthilfe. Die Deutsche Krebshilfe e.V. finanziert ihre Aktivitäten ausschließlich aus Spenden und freiwilligen Zuwendungen der Bevölkerung. Sie erhält keine öffentlichen Mittel.

Alle Spitzenzentren, die von der Deutschen Krebshilfe gefördert werden, müssen folgende Kriterien erfüllen:

    Fachübergreifende interdisziplinäre Onkologie für alle Tumorerkrankungen mit zentraler Anlaufstelle für Krebspatienten.
    Einrichtung von interdisziplinären Konferenzen ("Tumor Boards") und Tumorsprechstunden.
    Entwicklung und/oder Umsetzung von Behandlungspfaden im Sinne von Leitlinien.
    Einbringung von Patienten in klinische Studien und Entwicklung von Forschungsprogrammen zur engen Verzahnung von Forschung und Klinik.
    Nachweis eines Qualitätssicherungssystems.
    Dokumentation durch klinische Krebsregister.
    Psychoonkologische und palliative Betreuung.
    Einbindung von Krebs-Selbsthilfeorganisationen.
    Interaktion mit niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern der Umgebung.
    Regelmäßige Überprüfung der Qualitätsstandards.


Die zentralen Anlaufstellen und Tumorkonferenzen berücksichtigen den zwingend notwendigen interdisziplinären Charakter der Krebsbehandlung. Die psychoonkologische Betreuung sowie die Zusammenarbeit mit der Krebs-Selbsthilfe ist ebenfalls Teil der Versorgung in einem Onkologischen Spitzenzentrum. Sowohl die Patienten als auch ihre Angehörigen können mit einem Psychologen ihre Ängste und Sorgen besprechen. Wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist, kümmert sich das palliativmedizinische Team um den Patienten. Zudem ist die enge Verzahnung von Grundlagenforschung und Klinik, die so genannte "Translationale Forschung", ein wesentliches Aufgabenfeld von Onkologischen Spitzenzentren. Denn nicht nur die Versorgung von Krebspatienten soll verbessert, auch die Krebsforschung in Deutschland muss weiter vorangebracht werden - ohne Forschung ist kein Fortschritt in der Medizin möglich. Trotz der unbestritten großen Erfolge der letzten Jahre ist der Bedarf an neuen Erkenntnissen auf dem Gebiet der Krebsbekämpfung weiterhin groß - Krebsmediziner und -forscher verstehen bisher nur zu einem Teil die Ursachen der Entstehung von Tumoren. Durch kurze Wege zwischen Labor und Krankenbett können Krebspatienten rasch von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren.

Quelle: Deutsche Krebshilfe

Sissi

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Heute im TV - ARD - Report Mainz, 21.45 h
« Antwort #3 am: 29. Oktober 2013, 21:25 »
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Heute im TV - ARD - Report Mainz, 21.45 h

Krankenhaus-Miseren ähnlich wie in Ö., bzw. wie im AKH-Wien?


Geplante Themen:

- Unterbesetzte Frühchen-Stationen: Wie die Krankenhauslobby aus Kostengründen bessere Versorgung verhindert


http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=93C7BE572CA41265F53B12DEFD373FB1



Tanja

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Behandlungsqualität in Thüringens Krankenhäusern
« Antwort #4 am: 01. Juni 2014, 00:25 »



Portal informiert über Behandlungsqualität in Thüringens Krankenhäusern
Donnerstag, 15. Mai 2014

Erfurt – Detaillierte Informationen zur Behandlungsqualität in Thüringens Kranken­häusern liefert ein neues Portal der Landeskrankenhausgesellschaft. Zunächst 18 von 39 Akutkliniken legen ihre Qualitätsdaten bei häufigen und anspruchsvollen Operationen in einer für Patienten verständlichen Weise offen. „Das ist unser Beitrag, um Qualität transparent zu machen“, sagte Gundula Werner, Vorstandsvorsitzende der Landes­kranken­hausgesellschaft.

Das Portal, das ausdrücklich nicht als Rankingliste konzipiert ist, startete mit Daten über 14 Behandlungsgebiete, darunter Brustkrebs und andere gynäkologischen Erkran­kungen, Herzklappenoperationen, der Ersatz von Knie- und Hüftgelenken und die Behandlung von Oberschenkelhalsbrüchen. Erfasst werden Behandlungszahlen, die Einhaltung fachlicher Kriterien und Komplikationsraten.

zum Thema

    Krankenhausspiegel Thüringen

Deutsches Ärzteblatt print

    Qualitätsoffensive im Krankenhaus: Die DKG will an die Spitze der Bewegung

„Patienten wollen und sollen heute gut informiert sein. Dazu kann der Thüringer Kranken­hausspiegel eine wichtige Unterstützung und Hilfe sein“, lobte der Präsidenten der Landesärztekammer Thüringen, Mathias Wesser.

Die veröffentlichten Daten stammen aus .......... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58673

Geri

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Fehlbestrahlung von Krebspatienten
« Antwort #5 am: 06. Mai 2015, 22:35 »



Gutachter bestätigt Fehlbestrahlung von Krebspatienten in Asklepios-Klinikum


Dienstag, 5. Mai 2015

Hamburg – Die Vorwürfe mehrerer Fehlbestrahlungen von Krebspatienten im Asklepios-Klinikum Hamburg-St. Georg haben sich bestätigt. Zwischen 2010 und 2013 seien zehn Patienten in elf Fällen mit teils deutlich zu niedrigen Dosen behandelt worden, sagte der von der Gesundheitsbehörde beauftragte Gutachter, Bernhard Kimming, am Dienstag. Auch habe es erhebliche Mängel bei der Dokumentation von Befunden und Behandlungen gegeben. Zu Tode gekommen sei durch die Bedienfehler eines Medizin-Physikers jedoch niemand. Dem Klinikum würden nun besondere Auflagen gemacht, kündigte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) an. Andere Krankenhäuser in Hamburg mit ähnlichen Abteilungen blieben davon zunächst unberührt.

..... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62698