Autor Thema: Familiärer Brustkrebs  (Gelesen 3211 mal)

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Gitti

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Familiärer Brustkrebs
« am: 05. Oktober 2012, 21:09 »


Betreuungssystem für Brustkrebs-Familien

28. September 2012, 11:46

Neues System zur Identifizierung und Betreuung von Frauen mit hohem Erkrankungsrisiko

Wien - Zehn Prozent der Fälle von Brustkrebs treten in bestimmten Familien gehäuft auf. Radiologen und Gynäkologen haben mit Unterstützung von Bund, Bundesländern und Krankenversicherung ein System zur Identifizierung und Betreuung vor allem von Frauen geschaffen, die wegen ererbter Mutationen in den Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA1 ein hohes Risiko für ein Mammakarzinom und bzw. oder Eierstockkrebs haben.

"Österreich ist damit in dieser Sache international führend. Etwa zehn Prozent der Brustkrebsfälle treten familiär gehäuft auf. (...) Es betrifft in Österreich etwa 25.000 Frauen, die in dieses Risikokollektiv fallen", sagte dazu der Wiener Radiologe Thomas Helbich im Zuge der Vorstellung des Programms.
Hohes Erkrankungsrisiko

Mutationen in den beiden Brustkrebsgenen BRCA1 und BRCA2 bringen eine hohe Gefährdung mit sich. Gynäkologe Christian Singer dazu: "Frauen mit solchen Mutationen haben laut internationalen Studien ein 50-prozentiges Risiko, bis zum 50. Lebensjahr an Brustkrebs zu erkranken, Nicht-Trägerinnen solcher Mutationen eines von zwei Prozent." Bis zum 70. Lebensjahr erhöhen sich diese Prozentsätze auf ein Erkrankungsrisiko von 87 zu acht Prozent. Bei Eierstockkrebs sind es bis zum 70. Lebensjahr 44 Prozent (Mutationsträgerinnen) zu weniger als ein Prozent.

Genau an diese Frauen will man in Zukunft in Österreich unter Beachtung neu erstellter Leitlinien und über 57 über das Bundesgebiet verteilte und nach den gleichen Kriterien arbeitenden Zentren in Spitälern herankommen. Geplant ist folgende Vorgehensweise:

Bei Brustkrebs in der Familienanamnese werden Patienten an spezielle Zentren überwiesen. Dort wird ein Stammbaum erstellt und bei begründetem Verdacht eine Blutabnahme mit Test auf BRCA1- und BRCA2-Mutationen angeboten. Nimmt die Patientin diese Untersuchung in Anspruch, dann wird sie nach ein bis zwei Monaten wiederbestellt. Will die Betroffene das Resultat der Genuntersuchung wissen, erfolgt eine ausführliche Information über die Möglichkeiten intensivierter Früherkennung beziehungsweise der Option einer präventiven Brustamputation und Entfernung der Eierstöcke. (APA/red, derStandard.at, 28.9.2012)