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Die genetischen Freibeuter in Schach halten
« am: 29. November 2012, 22:04 »


Die genetischen Freibeuter in Schach halten

Kurt de Swaaf, 27. November 2012, 19:47

    Die inneren Geschlechtsorgane der Drosophila-Fliege, in denen sich die Keimzellen bilden (oben). Sie dienen dem Molekularbiologen Julius Brennecke (unten) als Modell.

Transposons sind seltsame Untermieter im Erbgut, die sich gern selbstständig machen

Ein Wiener Forscherteam untersucht nun die körpereigenen Mechanismen, mit denen sich die DNA-Fragmente unter Kontrolle halten lassen.

Ihr Ursprung dürfte in den Anfängen der Evolution liegen. Seltsame DNA-Einheiten, meist nur wenige tausend Basenpaare lang, die in großer Zahl das Erbgut besiedelt haben und selbstständig ihre Position verändern oder sich gar vermehren können. Fachleute bezeichnen sie als Transposons, auch springende Gene genannt. Man betrachtet die merkwürdigen Untermieter meist als genetische Parasiten, egoistische DNA, ohne Funktion für den Träger, nur auf das eigene Überleben bedacht.

Das menschliche Genom besteht zu rund 48 Prozent aus Transposons. Die meisten davon sind längst inaktiv und harmlos, aber viele können sich noch immer duplizieren oder ihren Standort in den Chromosomen wechseln. " Bei diesem Vorgang entstehen oft DNA-Brüche", sagt Julius Brennecke, Forschungsgruppenleiter am Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (IMBA) in Wien. Mögliche Folgen: gefährliche Mutationen, es kann unter anderem zu Unfruchtbarkeit kommen. Für einen Organismus ist es deshalb von größter Wichtigkeit, seine Transposons möglichst weitgehend abzuschalten. Keine einfache Aufgabe, denn ihre Zahl und Vielfalt sind enorm.

Eliminieren ist gefährlich

Es drängt sich die Frage auf, warum diese nicht gezielt zerstört werden, wie es bei manchen Einzellern zu geschehen scheint? Das wäre für höhere Lebewesen wohl nicht praktikabel, erklärt Brennecke. "Die Eliminierung von DNA ist ein extrem gefährlicher Prozess." Zur Entfernung der Transposons müssten die DNA-Stränge gebrochen werden, was zu Mutationen führen würde. "Das kann sich ein Mehrzeller kaum leisten."

Um die marodierenden Untermieter dennoch in Schach halten zu können, entstanden http://derstandard.at/1353207498952/Die-genetischen-Freibeuter-in-Schach-halten