Autor Thema: Schlaganfall? Dann ....  (Gelesen 5165 mal)

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Schlaganfall? Dann ....
« am: 30. Dezember 2012, 01:27 »


Sogar winzigste Schlaganfälle schädigen Gehirn

Rasche Injektionen mit Memantin helfen

Schlaganfall: Schaden größer als angenommen



San Diego (pte008/18.12.2012/10:00) - Auch der kleinste Schlaganfall kann im Gehirn zu umfangreichen Schädigungen führen. Wissenschaftler der University of Califonia, San Diego http://www.ucsd.edu haben bei Ratten winzige Schlaganfälle herbeigeführt. Das Team um David Kleinfeld blockierte mit den sogenannten Arteriolen kleine Blutgefäße und verhinderte so, dass das Blut die tiefer gelegenen Kapillaren erreichte. Details der Studie wurden in Nature Neuroscience http://www.nature.com veröffentlicht.

Das Blockieren einer einzelnen Arteriole führte zu einem Zelltod in alle Richtungen. Betroffen waren hunderte Mikrometer. Bei mehreren Blockaden können ganze Gehirnregionen außer Gefecht gesetzt werden. Der Schaden bereitet sich sogar in Bereiche aus, die noch von intakten Blutgefäßen versorgt werden. Bisher wurde laut NewScientist angenommen, dass Schlaganfälle dieser Größenordnung ungefährlich seien.

Medikament verhindert Schädigung des Gehirns

Die Schädigung beeinträchtige die Fähigkeit der Tiere zu beurteilen, ob ein Spalt zwischen zwei Plattformen zu breit ist ihn zu überqueren. Erhielten die Ratten innerhalb von 45 Minuten nach dem Schlaganfall Injektionen mit Memantin, konnten die Schädigung des Gehirns und auch der Funktionsverlust verhindert werden. Das funktionierte sogar dann, wenn mehrer Blutgefäße blockiert waren. Dieses Medikament ist bereits für die Behandlung von Alzheimer im Einsatz. Bei vielen Menschen kommt es unbemerkt zu derartigen stillen Schlaganfällen. Sie sind laut Kleinfeld auch durch Gehirnscans nicht nachweisbar. Im Laufe der Zeit habe sie allerdings Auswirkungen auf die Gehirnfunktion.

(Ende)
Aussender:    pressetext.redaktion
Ansprechpartner:    Michaela Monschein

Jutta

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Schlaganfall - Jede Viertelstunde zählt
« Antwort #1 am: 19. Juni 2013, 23:57 »



Schlaganfall: Frühe Thrombolyse verbessert Prognose

Mittwoch, 19. Juni 2013

dpa

Los Angeles – Die Erfahrungen eines US-Patientenregisters bestätigen, dass die Erfolgsaussichten einer Lysetherapie des ischämischen Schlaganfalls steigen, wenn das Zeitintervall zwischen Symptom- und Therapiebeginn kurz ist. Je früher die Therapie begann, desto mehr Patienten konnten laut der Analyse im US-amerikanischen Ärzteblatt JAMA (2013; 309: 2480-2488) ohne Gehhilfen nach Hause entlassen werden.

Die Thrombolyse des Schlaganfalls mit dem gewebespezifischen Plasminogenaktivator t-PA wurde in den USA bereits 1996 (Europa 2002) zugelassen. Im Jahr 2002 startete die American Heart Association ihr „Get With The Guidelines-Stroke Program“, an dem sich 1.857 Kliniken beteiligten. Jeffrey Saver, der Leiter des Stroke Centers an der Universität von Kalifornien in Los Angeles hat jetzt die Erfahrungen der ersten zehn Jahre zusammengefasst. Daten von 58.353 Patienten flossen in die Analyse ein, mehr als das Hundertfache der Teilnehmer der klinischen Studien zu dieser Frage.
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Das mittlere Alter der Patienten lag bei 72 Jahren. Sie waren im Durchschnitt 144 Minuten nach Symptombeginn behandelt worden. Das Zeitfenster der Thrombolyse beträgt heute bis zu 4,5 Stunden, und die Auswertung von Saver bestätigt einmal mehr, dass der Grundsatz "time equals brain“ seine Berechtigung hat.

zum Thema

    Abstract der Studie im JAMA
    Pressemitteilung von JAMA
    Pressemitteilung der University of California, Los Angeles
    Get With The Guidelines-Stroke Program

Die Therapieergebnisse waren nämlich umso besser, je früher die Therapie eingeleitet wurde. So war die Sterberate der Patienten, die innerhalb von 90 Minuten therapiert wurden, um 26 Prozent geringer als bei den Patienten, bei denen die Thrombolyse erst nach 181 bis 270 Minuten erfolgte. Auch das Risiko einer symptomatischen Hirnblutung war um 28 Prozent niedriger. Die Patienten konnten zu 51 Prozent häufiger bei der Entlassung ohne Hilfsmittel gehen und sie wurden zu 33 Prozent häufiger nach Hause entlassen.

Jede Viertelstunde zählt: Pro 15 Minuten weniger Zeitverlust steigt ... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54849

Jutta

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Sofortige CT-Untersuchung bei Schlaganfallverdacht
18.06.2013
Foto: CT

Bei Schlaganfallverdacht sollte die CT-Untersuchung innerhalb von 15 Minuten nach Einlieferung eines Patienten abgeschlossen sein; © panthermedia.net/Cathy Yeulet

Je schneller die Therapie eines Schlaganfalls beginnt, desto größer ist die Chance, diesen lebend und ohne bleibende Schäden zu überstehen. Eine Schlüsselrolle in der Behandlungskette kommt der bildgebenden Diagnostik zu. Denn eine rasche CT-Untersuchung führt eher und schneller zur Behandlung, zeigt eine aktuelle Studie.

Die Deutsche Gesellschaft für Neuroradiologie (DGNR) weist darauf hin, dass bei Schlaganfallverdacht die CT-Untersuchung innerhalb von 15 Minuten nach Einlieferung eines Patienten abgeschlossen sein sollte. Eine verzögerte Bildgebung könne den Therapieerfolg gefährden. Betroffene sollten bei Schlaganfallverdacht umgehend den Rettungsdienst verständigen.

Vor Behandlung eines Schlaganfalls muss per CT-Untersuchung abgeklärt werden, ob der Apoplex durch ein verstopftes Gefäß, wie in den meisten Fällen, oder durch eine Blutung verursacht wurde. Erst dann kann die zielgerichtete Therapie beginnen. Deren Erfolg ist stark zeitabhängig: Die medikamentöse Lyse-Therapie etwa, die zum Einsatz kommt, wenn der Schlaganfall durch ein verstopftes Hirngefäß verursacht wurde, darf nur in einem engen Zeitfenster angewendet werden – bestenfalls innerhalb der ersten Stunde nach dem Hirnschlag.

„Eine abgeschlossene bildgebende Diagnostik innerhalb von 15 Minuten nach Einlieferung des Patienten muss deshalb Standard einer modernen Schlaganfallversorgung sein“, so Professor Michael Knauth.

Eine aktuelle amerikanische Studie zeigt, dass ......... http://www.medica.de/cipp/md_medica/custom/pub/content,oid,41649/lang,1/ticket,65184110718064/~/Sofortige_CT-Untersuchung_bei_Schlaganfallverdacht.html

Richi

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Re: Schlaganfall? Dann ....
« Antwort #3 am: 25. August 2013, 17:01 »


23.08.2013
   
Infos für Ärzte   
   
   
Studie: Clopidogrel plus Aspirin senkt bei Chinesen nach TIA das Schlaganfall-Risiko
Erstmals hat eine große Studie gezeigt, dass Patienten unmittelbar nach einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA) oder einem kleinen Schlaganfall (Minor Stroke) durch eine Kombinationsbehandlung mit den beiden Plättchenhemmern Clopidogrel und Acetylsalicylsäure (ASS) besser vor einem Schlaganfall geschützt sind als mit ASS alleine. "Bis zu 20% unserer Patienten erleiden ein solches zweites und schweres Ereignis binnen drei Monaten", erläutert Prof. Joachim Röther, zweiter Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG). "Die Studie der Kollegen ist gründlich und wichtig, und wir können viel daraus lernen", so Röther, Chefarzt der Neurologischen Abteilung, Asklepios Klinik Altona. "Zugleich müssen wir jedoch beachten, dass die neuen Erkenntnisse ausschließlich an chinesischen Patienten gewonnen wurden, sodass sie nicht ohne Weiteres auf die hiesige Situation übertragen werden können."

So fordert Prof. Hans-Christoph Diener von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) weiterhin große Studien zur Sekundärprävention des Schlaganfalls mit Thrombozytenfunktionshemmern ebenso wie mit neuen Antikoagulantien: "Am liebsten wären uns solche Studien in Westeuropa, denn dann haben wir die größtmögliche Sicherheit, dass die Ergebnisse auch auf unsere Patienten zu übertragen sind." Bis dahin gelten die bestehenden Richtlinien.

Für ihre Untersuchung hatten die Forscher um Dr. Yongjun Wang vom Beijing Tiantan Hospital zwischen Oktober 2009 und Juli 2012 an 114 Einrichtungen der Volksrepublik China insgesamt 41.561 Patienten mit einem Schlaganfall oder TIA untersucht, von denen ...... http://www.journalmed.de/newsview.php?id=41323

Richi

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Schlaganfall - Depression
« Antwort #4 am: 21. Oktober 2013, 21:16 »





21.10.2013   
   
   
Post-Stroke-Depression: Ein Drittel aller Schlaganfall-Patienten betroffen

Nach einem Schlaganfall leidet jeder dritte Patient an einer Depression. Eine frühzeitige Behandlung kann sie abschwächen oder sogar verhindern. Die Medikamente stabilisieren dabei nicht nur die Psyche, sie können auch einen wichtigen Beitrag zur Rehabilitation leisten. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) empfiehlt daher, alle Schlaganfall-Patienten frühzeitig auf das Vorliegen depressiver Symptome zu untersuchen.


"Für Menschen, die von heute auf morgen halbseitig gelähmt sind, ihre Sprachfähigkeit verloren haben oder nur noch eingeschränkt sehen können, ist Niedergeschlagenheit bis hin zur Depression eine verständliche Reaktion", sagt Prof. Dr. med. Matthias Endres, Direktor der Klinik für Neurologie an der Berliner Charité. Jeder dritte Patient erleidet nach Auskunft des DSG-Vorsitzenden eine sogenannte Post-Schlaganfall-Depression. Besonders häufig seien Frauen, ältere Menschen und solche ohne soziale Unterstützung betroffen. Auch Menschen mit bereits vorhandenen psychischen Störungen oder kognitiven Einschränkungen erleiden nach dem Schlaganfall häufiger eine Depression.
 
Die Depression ist jedoch nicht nur eine psychische Reaktion auf die Behinderungen. Sie kann auch biologische Folge des Schlaganfalls sein. "Zusätzlich zu psychischen Reaktionen spielen offensichtlich biologische Mechanismen eine Rolle, die durch den Schlaganfall im Gehirn ausgelöst werden", erläutert der DSG-Experte. Dies erkläre beispielsweise, warum Depressionen nach einem Schlaganfall häufiger sind als bei orthopädischen Erkrankungen mit vergleichbarem Behinderungsgrad.
 
Depressionen können bei Schlaganfall-Patienten durch Medikamente gelindert werden. Zum Einsatz kommen heute unter anderem Mittel, die die Übertragung von Nervenimpulsen durch den Botenstoff Serotonin steigern. Diese sogenannten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer oder SSRI haben bei Schlaganfall-Patienten möglicherweise einen Zusatznutzen. "Tierexperimentelle Studien haben gezeigt, dass SSRI die Funktion von Hirnzellen stabilisieren und in einigen Hirnregionen die Neubildung von Hirnzellen anregen. Im Schlaganfall-Modell beugen sie nicht nur dem Auftreten von depressivem Verhalten vor, sondern können das Absterben von Nervenzellen verhindern", berichtet Prof. Endres. Positive Auswirkungen bei Schlaganfall-Patienten wurden ebenfalls bestätigt: In einer Studie behandelten Ärzte Patienten nach dem Schlaganfall prophylaktisch mit dem SSRI Fluoxetin oder Plazebo, unabhängig davon, ob sie unter Depressionen litten oder nicht. Nach drei Monaten hatten sich die Patienten nicht nur psychisch besser erholt als in einer Plazebo-Gruppe: "Die Beweglichkeit der zuvor gelähmten Gliedmaßen wurde deutlich gesteigert und die Patienten gewannen ihre Unabhängigkeit schneller zurück", so Prof. Endres.
 
Daher seien Antidepressiva von großer Bedeutung für die Rehabilitation nach Schlaganfällen, erklärt DSG-Pressesprecher Prof. Joachim Röther von der Asklepios Klinik in Hamburg-Altona. "Zudem ist Fluoxetin gut verträglich, in der Behandlung der Depression lange erprobt und die Therapiekosten sind gering." Der DSG-Experte ergänzt:  "Für einen prophylaktischen Einsatz von SSRI in der Routine benötigen wir aber nun weitere Evidenz aus klinischen Studien."
 
Anlässlich des Weltschlaganfalltages diskutieren Experten auf der DSG-Pressekonferenz am 24. Oktober 2013 von 12.00 bis 13.00 Uhr unter dem Motto "Gebündelte Kompetenz zum Wohl des Patienten" über Neues aus Forschung und Behandlung.
 
Literaturhinweis:
Chollet F et al.: Fluoxetine for motor recovery after acute ischaemic stroke (FLAME): a randomised placebo-controlled trial. Lancet Neurology 2011; 10: 123–30
http://www.thelancet.com/journals/laneur/article/PIIS1474-4422(10)70314-8/abstract
Mead GE et al. Selective serotonin reuptake inhibitors for stroke recovery. JAMA 2013; 310:1066-7

Kronenberg G et al.: Exofocal dopaminergic degeneration as antidepressant target in mouse model of poststroke depression. Biol Psychiatry. 2012; 72:273-81. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22464799

Quelle: DSG