Autor Thema: Forschung Krebsdiagnostik  (Gelesen 7456 mal)

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Edi

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Forschung Krebsdiagnostik
« am: 09. März 2013, 14:27 »



Tumordiagnostik: Neue Methode macht komplexe biochemische Veränderung in einzelnen Zellen sichtbar

Wien (OTS) - Das Team von Markus Hengstschläger, Leiter des Instituts
für Medizinische Genetik an der MedUni Wien, hat eine neue Methode
zum Nachweis komplexer Enzymderegulationen in einzelnen Zellen
entwickelt und im renommierten Fachmagazin "Nature Protocols"
veröffentlicht. Die Methode wird künftig noch gezieltere Behandlungen
von Krebserkrankungen ermöglichen.

Eine normale Zelle im Körper verwandelt sich in eine Tumorzelle, wenn
Enzyme, die für die Übertragung von Signalen verantwortlich sind,
verändert ("dereguliert") sind. Diese Veränderungen können vielfältig
sein und z.B. die Enzymmenge, die Enzymaktivität, die Lokalisation
des Enzyms innerhalb der Zelle oder auch die Fluktuation des Enzyms
während des Zellzyklus ("Leben" der Zelle als der Zeitraum zwischen
zwei Zellteilungen) betreffen. Bisher konnte in einer Analyse meist
nur eine dieser Dimensionen untersucht werden.

Mit der neuen Methode können nun gleichzeitig mehrere Dimensionen
der Enzymderegulation nachgewiesen werden, und das mit wesentlich
weniger Untersuchungsmaterial als bisher notwendig. Hengstschläger:
"Je früher und sensitiver der Nachweis tumor-auslösender
Veränderungen von Enzymen in Zellen möglich ist, umso eher können
therapeutische Maßnahmen gesetzt werden und umso genauer können die
zellulären Effekte von Tumormedikamenten untersucht und bewiesen
werden."

Die neue Methode basiert auf dem Verfahren der
"Durchfluss-Zytometrie", einem bekannten High-Tech-Messverfahren, bei
dem viele Zellen gleichzeitig nach bestimmten, unterschiedlichen
Eigenschaften analysiert werden können, und wurde jetzt im
Fachmagazin "Nature Protocols" veröffentlicht. Die Autoren haben die
neue Methode bereits für eine Reihe von Proteinen angewendet, die bei
der Tumorentstehung relevant sind und deren Regulation in normalen
Zellen (Stammzellen oder Fibroblasten) mit jener in bestimmten
Tumorzellen verglichen. In zukünftigen Forschungsprojekten wollen die
Wiener WissenschafterInnen um Markus Hengstschläger nun die Methode
an einer großen Anzahl verschiedener entarteter Zellen, die für
einzelne Tumorerkrankungen charakteristisch sind, testen.

Service: Originalpublikation in Nature Protocols

Rosner M., Schipany K., Hengstschläger M. (2013): "Merging
high-quality biochemical fractionation with a refined flow cytometry
approach to monitor nucleocytoplasmic protein expression throughout
the unperturbed mammalian cell cycle"
Nature Protocols 8, 602-626 (2013), doi: 10.1038/nprot.2013.011

Medizinische Universität Wien - Kurzprofil

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren
31 Universitätskliniken, 12 medizintheoretischen Zentren und
zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den
bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im
biomedizinischen Bereich. Für die klinische Forschung stehen über
48.000m2 Forschungsfläche zur Verfügung.

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Onkologen begrüßen umstrittene EU-Verordnung über klinische Prüfungen

Dienstag, 19. März 2013

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) hat die geplante EU-Verordnung über klinische Prüfungen begrüßt. Unabhängige, von Ärzten und Wissenschaftlern initiierte Studien brächten Sicherheit und Fortschritt in die Krebstherapie und retteten damit Menschenleben, sagte der Geschäftsführende Vorsitzende der DGHO, Mathias Freund, am Dienstag in Berlin. Sie seien unentbehrlich, um zum Beispiel die Wirksamkeit bereits zugelassener Arzneimittel zu vergleichen oder die Belastungen durch Nebenwirkungen zu reduzieren. Dabei gehe es insbesondere um Therapieoptimierungsstudien.

„Seit der Richtlinie 2011/20/EG, die mit der 12. Novelle des Arzneimittelgesetzes in deutsches Recht umgesetzt wurde, ist eine schleichende Erosion der Studienlage in vollem Gange“, so Freund. Grund dafür sei, dass diese Richtlinie keinerlei Unterschiede zwischen akademisch initiierten und von der pharmazeutischen Industrie initiierten Studien mache. „Das derzeitige Antragswesen ist ein bürokratischer Albtraum und trifft in erster Linie Universitätskliniken und Versorgungskrankenhäuser, die den hohen Aufwand nicht leisten können“, kritisierte Freund.
Problematisch sei dabei auch, dass akademische Studien ihre Unabhängigkeit zu verlieren drohten. Denn viele Studiengruppen seien mittlerweile gezwungen, neue Medikamente in ihre Studienprotokolle einzubauen, obwohl diese gar nicht Kern ihrer Forschung seien, weil sie die Studie nicht anders finanzieren könnten, so Freund.

Durch die gesetzlichen Auflagen infolge der 12. AMG-Novelle seien die Kosten für akademische Studien etwa um den Faktor vier gestiegen, berichtete der Leiter der Studienzentrale der Deutschen Hodgkin Studiengruppe, Michael Fuchs. Zudem sei die EU-Richtlinie nicht in allen EU-Ländern gleich umgesetzt worden. Die Genehmigungs¬verfahren für multinationale Studien hätten sich dadurch von etwa zwei Monaten auf heute mindestens ein Jahr verlängert.

Kompliziert sei zudem, dass alle 50 Ethikkommissionen der einzelnen Bundesländer und der Universitäten mit einbezogen werden müssten, so Fuchs. Jede der Kommissionen habe eigene Kriterien und verlange unterschiedlich hohe Gebühren. Der administrative Aufwand sei in diesem Zusammenhang „unglaublich groß“ geworden.

Der DGHO zufolge will jedes dritte hämatologisch-onkologische Studienzentrum seine Studienaktivitäten infolge der aktuellen gesetzlichen Regelungen weiter zurückfahren, wie eine aktuelle Umfrage ergeben habe. Daher begrüße die DGHO, dass mit der geplanten neuen EU-Verordnung die Fehler vergangener EU-Regulierungen korrigiert werden sollen.

Bislang war der Verordnungsentwurf der EU vor allem kritisiert worden, unter anderem von der Bundesärztekammer (BÄK) und dem gesundheitspolitischen Sprecher der Europäischen Volkspartei im Europäischen Parlament, Peter Liese. „Wir begrüßen das Ziel der Europäischen Kommission, das Verfahren der klinischen Prüfungen multinational auszurichten und zu entbürokratisieren“, hatten BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery und Liese erklärt. Dabei dürfe jedoch der Patientenschutz nicht zugunsten eines Ethik-Shoppings verringert werden.

Sie kritisierten, dass ......... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53797

admin

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Neue Genvarianten beim Prostata-, Brust-, Eierstockkrebs
« Antwort #2 am: 17. April 2013, 23:37 »


Genvarianten begünstigen hormonelle Krebserkrankungen


Cambridge – In einer der bislang größten genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) wurden mehr als 80 neue Risikogene entdeckt, die die familiäre Häufung von hormonell gesteuerten Krebserkrankungen in Prostata, Ovar und Brustdrüse wenigstens teilweise erklären.

GWAS haben sich in den letzten Jahren zu Mammutunternehmen entwickelt. Ihr Ziel besteht darin, durch den Vergleich des Erbguts von immer mehr Kranken und Gesunden an immer mehr Genorten (SNP) die genetischen Gründe für die familiäre Häufung von Tumoren zu finden. Dies kann nur teilweise gelingen, da eine familiäre Häufung auch nicht-genetische Gründe haben kann.
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Der Preisverfall bei den Genchip-Untersuchungen lädt jedoch immer wieder zu Untersuchungen dieser Art ein, an einer stetig steigenden Teilnehmerzahl. Für die Collaborative Oncological Gene-Environment Study (COGS) wurde das Erbgut von 100.000 Patienten und ebenso vielen Kontrollen an 200.000 Stellen verglichen.

Die Untersuchung konzentrierte sich auf .... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/53894

hilde

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Forschung Krebsdiagnostik - Radiologen
« Antwort #3 am: 02. Mai 2013, 13:47 »




Krebs: Radiologen tagen in Linz

Wien (OTS) - Kongresstage Radiologie und Nuklearmedizin 2013 der
Vinzenz Gruppe: Experten konferieren am 26. und 27. April 2013 in
Linz über aktuelle Trends in Diagnostik und Therapie bei
Krebserkrankungen. Als Austragungsort wurde das Krankenhaus der
Barmherzigen Schwestern Linz als Onkologisches Leitspital
Oberösterreichs gewählt. Im Rahmen des Kongresses erfolgt auch die
Eröffnung des Neubaus der Radiologie im Linzer Ordenskrankenhaus.

Der rasante medizinische Fortschritt zeigt sich vor allem in der
Radiologie sehr deutlich. Ob Röntgendiagnostik oder Nuklearmedizin:
Neue Geräte, Methoden und Anwendungsgebiete erweitern laufend die
diagnostischen Möglichkeiten. Dieses Wissen in den Dienst der
Menschen zu stellen, ist für die Vinzenz Gruppe und ihre sieben
Krankenhäuser in Oberösterreich und Wien eine gesellschaftspolitische
und ethische Verpflichtung. Daher wurden die Kongresstage für
Radiologie und Nuklearmedizin ins Leben gerufen, die heuer zum ersten
Mal stattfinden. Anhand von Krebserkrankungen der Leber,
Bauchspeicheldrüse Brust und der Prostata, werden den
Kongressteilnehmern die neuesten diagnostischen und therapeutischen
Entwicklungen präsentiert.

Die Veranstaltung richtet sich nicht nur an Radiologen und
Nuklearmediziner. "Wir fördern mit diesem Kongress den Erfahrungs-
und Wissensaustausch unter Expertinnen und Experten. Denn die
Patientinnen und Patienten profitieren von unserem Wissen dann am
besten, wenn es eine enge Vernetzung zu den verschiedensten Fächern
wie etwa Chirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin, Pathologie oder
Urologie gibt. Dies ist auch die gelebte Praxis in den Onkologischen
Zentren unserer Häuser." erklärt Dr. Michael Heinisch,
Geschäftsführer der Vinzenz Gruppe.

Austragungsort ist das Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in
Linz - ein Haus, das traditionell zu den Vorreitern in der Radiologie
zählt: Schon vor 112 Jahren wurde hier das sogenannte Röntgenkabinett
eingerichtet, das eines der ersten dieser Art in Österreich war.
Weiters gab es hier Österreichs erste PACS-Installation zur digitalen
Bildarchivierung und Online-Bildverteilung. "Die aktuelle
Fertigstellung des Neubaus der Abteilung für Diagnostische und
Interventionelle Radiologie bestätigt die zentrale Bedeutung dieses
Faches im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Linz." freut sich
Prim. Univ-Doz. Dr. Peter Waldenberger über die Eröffnung einer der
modernsten radiologischen Abteilungen Österreichs.

Die Vinzenz Gruppe veranstaltete heuer insgesamt drei hochrangige
Kongressreihen und belegt damit einmal mehr ihre Kompetenz in der
wissenschaftlichen Fortbildung. Die Kongresstage Radiologie,
Orthopädie und Anästhesie - Mehr dazu auf
www.vinzenzgruppe.at/kongresstage.

Jutta

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Krebstypus im Blut orten
« Antwort #4 am: 10. Juni 2013, 00:28 »



Krebstypus im Blut orten

Edda Grabar, 3. Juni 2013, 10:09

    Die Zukunft: mittels Gentests die Entwicklung einer Krebserkrankung vorhersagen können.
    foto: apa/amel emric

    Die Zukunft: mittels Gentests die Entwicklung einer Krebserkrankung vorhersagen können.

Lässt sich eine zukünftige Krebserkrankung durch genetische Bluttests vorhersagen? Diese Frage beschäftigte Experten bei der Asco in Chicago

Angelina Jolie hat die Seiten gewechselt. Mit ihrer Entscheidung, aufgrund eines genetisch prognostizierten, 80-prozentigen Brustkrebsrisikos sich prophylaktisch beide Brüste amputieren zu lassen, wurde ihr Leben plötzlich nicht mehr in den Klatschspalten, sondern im Wissenschaftsteil von Zeitungen diskutiert.

    MEHR ZUM THEMA
    Netzwerk:verlässliche Services von next layer
    Euro:mPAY24 - Die Online-Zahlungslösung
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Ihre Geschichte demonstriert eindrücklich die Macht der neu aufkommenden Gentests: Sie verändern nicht nur die Medizin, sie verändern das Leben. Nicht zufällig widmete auch der weltgrößte Krebskongress, Asco, der von 31. Mai bis 4. Juni in Chicago stattfindet, dem genetischen Check auf ererbte Krebserkrankungen gesteigerte Aufmerksamkeit. Dort diskutieren Experten die mitunter begrenzte und gleichsam weitreichende Aussagekraft von ein bis zwei defekten Genen im Erbgut eines Menschen, die Krebs auslösen. Wer jedoch den Diskussionen der Onkologen genau zuhört, dem wird klar: Molekularbiologisch betrachtet gehört diese Art der Diagnostik bereits der Antike an.
Differenzierte Gebilde

Die Zukunft präsentiert sich bei der Asco in den Nachbarsälen: Sie liegt in etwa 20 Millilitern Blut. Dort nämlich hinterlassen die Tumore ihre Spuren, "lange bevor sie sich den Ultraschall-, Röntgen- oder Computertomografie-Geräten zu erkennen geben", sagt Frank Diehl, ehemals Krebsforscher, heute Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens Inostics. Vereinzelte Erbgutfragmente, die absterbende Krebszellen auf Wanderschaft ins Blut absondern, enttarnen selbst winzig kleine oder versteckte Krebsherde. "Liquid Biopsy" (flüssige Biopsie, Anm.) nennt sich das Verfahren, auf das sich Inostics spezialisiert hat. Statt aufwändiger Gewebeentnahmen könnte künftig ein Bluttest weitaus präzisere Informationen über die Dynamik von Krebsgeschwüren geben.

Anders, als man einst dachte, setzen sich Tumoren nicht aus einem Zelltyp mit einigen Mutationen zusammen. Es sind höchst differenzierte Gebilde, die durch den ganzen Körper wuchern. "Mit einer gewöhnlichen Biopsie analysiert man nur einen kleinen Ausschnitt - an anderer Stelle können ganz andere Mechanismen dem Entarten zugrunde liegen", so Ellen Heitzer vom Institut für Humangenetik an der Med-Uni Graz. Die Spuren im Blut hingegen verraten Defekte, die im gesamten Tumor auftreten.
Wider die Metastasen

Die Kenntnis befähigt Forscher, die tödlichsten Eigenschaften des Krebses anzugreifen: die Bildung von Tochtergeschwulsten und die Fähigkeit des Tumors, sich gegen zunächst wirksame Medikamente mit der Zeit zur Wehr zu setzen. "Etwa 90 Prozent der Menschen sterben nicht an ihren Ursprungstumoren, sondern an deren Wucherungen", erklärt Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Diese aber entstehen oft dann, wenn Therapien wirkungslos werden. Auf Basis des Gebärmutterhalskrebses schätzt das EU-Netzwerk EpiFemCare, dass sich etwa 80 Prozent der Todesfälle verhindern oder wenigstens weit aufschieben ließen, könnte man sie zielgerichtet behandeln. Auch dieses Forschungsprogramm ist auf einen Bluttest ausgerichtet.

Wie sicher die Fahndung im Blut bereits funktioniert, zeigen etliche Publikationen der vergangenen Jahre. Krebsmediziner vom Dana Farber Cancer Institute berichteten, dass sie Therapieresistenzen bei Tumoren des Verdauungstrakts mit wesentlich höherer Sicherheit identifizieren konnten, als das mit herkömmlichen Biopsien möglich war. Andreas Trumpp und Irene Baccelli konnten von den unterschiedlichen im Blut schwimmenden Krebszellen genau jene identifizieren, die sich als Metastasen in anderen Geweben niederlassen. Und Forscher aus dem Labor Bert Vogelstein der Johns Hopkins University in Baltimore - dem geistigen Vater des Tumor-DNA-Bluttests von Inostics - gelang ein weiterer Schritt: Sie identifizierten mithilfe der Blutproben aus einer Gruppe von 20 Personen sicher die zehn, die an Darmkrebs erkrankt waren.
Einsatz als Kontrollinstrument

"Eine Früherkennung liegt allerdings noch in weiter Ferne", schränkt Ellen Heitzer aus Graz ein. Auch in ihrer Arbeitsgruppe wird daran gearbeitet. Doch dies ist erstens noch zu kostspielig, zweitens ist längst nicht klar, wie präzise die Diagnose dann ist. "Da läuft man noch in Gefahr, Tumoren zu übersehen", sagt sie - oder Menschen als krebskrank zu erklären, bei denen nie ein Tumor aufgetreten wäre - was beim PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung ein Problem ist. Als Kontrollinstrument, um frühzeitig Metastasen oder Therapieresistenzen aufzuspüren, ist die Liquid Biopsy hingegen bereits einsetzbar.

Die Kosten für einen einfachen Test auf bestimmte genetische Veränderungen betragen zwischen 300 und 500 Euro. Die weitreichendere Suche nach Mutationen beläuft sich nach Angaben von Inostics auf 1500 Euro.

Das ist kaum mit den Kosten zu vergleichen, die möglicherweise nicht notwendigerweise verabreichte Therapien verursachen. Selbst Krebstypus im Blut orten
Edda Grabar, 3. Juni 2013, 10:09

    Die Zukunft: mittels Gentests die Entwicklung einer Krebserkrankung vorhersagen können.
    foto: apa/amel emric

    Die Zukunft: mittels Gentests die Entwicklung einer Krebserkrankung vorhersagen können.

Lässt sich eine zukünftige Krebserkrankung durch genetische Bluttests vorhersagen? Diese Frage beschäftigte Experten bei der Asco in Chicago

Angelina Jolie hat die Seiten gewechselt. Mit ihrer Entscheidung, aufgrund eines genetisch prognostizierten, 80-prozentigen Brustkrebsrisikos sich prophylaktisch beide Brüste amputieren zu lassen, wurde ihr Leben plötzlich nicht mehr in den Klatschspalten, sondern im Wissenschaftsteil von Zeitungen diskutiert.

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Differenzierte Gebilde

Die Zukunft präsentiert sich bei der Asco in den Nachbarsälen: Sie liegt in etwa 20 Millilitern Blut. Dort nämlich hinterlassen die Tumore ihre Spuren, "lange bevor sie sich den Ultraschall-, Röntgen- oder Computertomografie-Geräten zu erkennen geben", sagt Frank Diehl, ehemals Krebsforscher, heute Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens Inostics. Vereinzelte Erbgutfragmente, die absterbende Krebszellen auf Wanderschaft ins Blut absondern, enttarnen selbst winzig kleine oder versteckte Krebsherde. "Liquid Biopsy" (flüssige Biopsie, Anm.) nennt sich das Verfahren, auf das sich Inostics spezialisiert hat. Statt aufwändiger Gewebeentnahmen könnte künftig ein Bluttest weitaus präzisere Informationen über die Dynamik von Krebsgeschwüren geben.

Anders, als man einst dachte, setzen sich Tumoren nicht aus einem Zelltyp mit einigen Mutationen zusammen. Es sind höchst differenzierte Gebilde, die durch den ganzen Körper wuchern. "Mit einer gewöhnlichen Biopsie analysiert man nur einen kleinen Ausschnitt - an anderer Stelle können ganz andere Mechanismen dem Entarten zugrunde liegen", so Ellen Heitzer vom Institut für Humangenetik an der Med-Uni Graz. Die Spuren im Blut hingegen verraten Defekte, die im gesamten Tumor auftreten.
Wider die Metastasen

Die Kenntnis befähigt Forscher, die tödlichsten Eigenschaften des Krebses anzugreifen: die Bildung von Tochtergeschwulsten und die Fähigkeit des Tumors, sich gegen zunächst wirksame Medikamente mit der Zeit zur Wehr zu setzen. "Etwa 90 Prozent der Menschen sterben nicht an ihren Ursprungstumoren, sondern an deren Wucherungen", erklärt Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Diese aber entstehen oft dann, wenn Therapien wirkungslos werden. Auf Basis des Gebärmutterhalskrebses schätzt das EU-Netzwerk EpiFemCare, dass sich etwa 80 Prozent der Todesfälle verhindern oder wenigstens weit aufschieben ließen, könnte man sie zielgerichtet behandeln. Auch dieses Forschungsprogramm ist auf einen Bluttest ausgerichtet.

Wie sicher die Fahndung im Blut bereits funktioniert, zeigen etliche Publikationen der vergangenen Jahre. Krebsmediziner vom Dana Farber Cancer Institute berichteten, dass sie Therapieresistenzen bei Tumoren des Verdauungstrakts mit wesentlich höherer Sicherheit identifizieren konnten, als das mit herkömmlichen Biopsien möglich war. Andreas Trumpp und Irene Baccelli konnten von den unterschiedlichen im Blut schwimmenden Krebszellen genau jene identifizieren, die sich als Metastasen in anderen Geweben niederlassen. Und Forscher aus dem Labor Bert Vogelstein der Johns Hopkins University in Baltimore - dem geistigen Vater des Tumor-DNA-Bluttests von Inostics - gelang ein weiterer Schritt: Sie identifizierten mithilfe der Blutproben aus einer Gruppe von 20 Personen sicher die zehn, die an Darmkrebs erkrankt waren.
Einsatz als Kontrollinstrument

"Eine Früherkennung liegt allerdings noch in weiter Ferne", schränkt Ellen Heitzer aus Graz ein. Auch in ihrer Arbeitsgruppe wird daran gearbeitet. Doch dies ist erstens noch zu kostspielig, zweitens ist längst nicht klar, wie präzise die Diagnose dann ist. "Da läuft man noch in Gefahr, Tumoren zu übersehen", sagt sie - oder Menschen als krebskrank zu erklären, bei denen nie ein Tumor aufgetreten wäre - was beim PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung ein Problem ist. Als Kontrollinstrument, um frühzeitig Metastasen oder Therapieresistenzen aufzuspüren, ist die Liquid Biopsy hingegen bereits einsetzbar.

Die Kosten für einen einfachen Test auf bestimmte genetische Veränderungen betragen zwischen 300 und 500 Euro. Die weitreichendere Suche nach Mutationen beläuft sich nach Angaben von Inostics auf 1500 Euro.

Das ist kaum mit den Kosten zu vergleichen, die möglicherweise nicht notwendigerweise verabreichte Therapien verursachen. Selbst

Krebstypus im Blut orten
Edda Grabar, 3. Juni 2013, 10:09

    Die Zukunft: mittels Gentests die Entwicklung einer Krebserkrankung vorhersagen können.
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    Die Zukunft: mittels Gentests die Entwicklung einer Krebserkrankung vorhersagen können.

Lässt sich eine zukünftige Krebserkrankung durch genetische Bluttests vorhersagen? Diese Frage beschäftigte Experten bei der Asco in Chicago

Angelina Jolie hat die Seiten gewechselt. Mit ihrer Entscheidung, aufgrund eines genetisch prognostizierten, 80-prozentigen Brustkrebsrisikos sich prophylaktisch beide Brüste amputieren zu lassen, wurde ihr Leben plötzlich nicht mehr in den Klatschspalten, sondern im Wissenschaftsteil von Zeitungen diskutiert.

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Differenzierte Gebilde

Die Zukunft präsentiert sich bei der Asco in den Nachbarsälen: Sie liegt in etwa 20 Millilitern Blut. Dort nämlich hinterlassen die Tumore ihre Spuren, "lange bevor sie sich den Ultraschall-, Röntgen- oder Computertomografie-Geräten zu erkennen geben", sagt Frank Diehl, ehemals Krebsforscher, heute Geschäftsführer des Hamburger Unternehmens Inostics. Vereinzelte Erbgutfragmente, die absterbende Krebszellen auf Wanderschaft ins Blut absondern, enttarnen selbst winzig kleine oder versteckte Krebsherde. "Liquid Biopsy" (flüssige Biopsie, Anm.) nennt sich das Verfahren, auf das sich Inostics spezialisiert hat. Statt aufwändiger Gewebeentnahmen könnte künftig ein Bluttest weitaus präzisere Informationen über die Dynamik von Krebsgeschwüren geben.

Anders, als man einst dachte, setzen sich Tumoren nicht aus einem Zelltyp mit einigen Mutationen zusammen. Es sind höchst differenzierte Gebilde, die durch den ganzen Körper wuchern. "Mit einer gewöhnlichen Biopsie analysiert man nur einen kleinen Ausschnitt - an anderer Stelle können ganz andere Mechanismen dem Entarten zugrunde liegen", so Ellen Heitzer vom Institut für Humangenetik an der Med-Uni Graz. Die Spuren im Blut hingegen verraten Defekte, die im gesamten Tumor auftreten.
Wider die Metastasen

Die Kenntnis befähigt Forscher, die tödlichsten Eigenschaften des Krebses anzugreifen: die Bildung von Tochtergeschwulsten und die Fähigkeit des Tumors, sich gegen zunächst wirksame Medikamente mit der Zeit zur Wehr zu setzen. "Etwa 90 Prozent der Menschen sterben nicht an ihren Ursprungstumoren, sondern an deren Wucherungen", erklärt Andreas Trumpp vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Diese aber entstehen oft dann, wenn Therapien wirkungslos werden. Auf Basis des Gebärmutterhalskrebses schätzt das EU-Netzwerk EpiFemCare, dass sich etwa 80 Prozent der Todesfälle verhindern oder wenigstens weit aufschieben ließen, könnte man sie zielgerichtet behandeln. Auch dieses Forschungsprogramm ist auf einen Bluttest ausgerichtet.

Wie sicher die Fahndung im Blut bereits funktioniert, zeigen etliche Publikationen der vergangenen Jahre. Krebsmediziner vom Dana Farber Cancer Institute berichteten, dass sie Therapieresistenzen bei Tumoren des Verdauungstrakts mit wesentlich höherer Sicherheit identifizieren konnten, als das mit herkömmlichen Biopsien möglich war. Andreas Trumpp und Irene Baccelli konnten von den unterschiedlichen im Blut schwimmenden Krebszellen genau jene identifizieren, die sich als Metastasen in anderen Geweben niederlassen. Und Forscher aus dem Labor Bert Vogelstein der Johns Hopkins University in Baltimore - dem geistigen Vater des Tumor-DNA-Bluttests von Inostics - gelang ein weiterer Schritt: Sie identifizierten mithilfe der Blutproben aus einer Gruppe von 20 Personen sicher die zehn, die an Darmkrebs erkrankt waren.
Einsatz als Kontrollinstrument

"Eine Früherkennung liegt allerdings noch in weiter Ferne", schränkt Ellen Heitzer aus Graz ein. Auch in ihrer Arbeitsgruppe wird daran gearbeitet. Doch dies ist erstens noch zu kostspielig, zweitens ist längst nicht klar, wie präzise die Diagnose dann ist. "Da läuft man noch in Gefahr, Tumoren zu übersehen", sagt sie - oder Menschen als krebskrank zu erklären, bei denen nie ein Tumor aufgetreten wäre - was beim PSA-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung ein Problem ist. Als Kontrollinstrument, um frühzeitig Metastasen oder Therapieresistenzen aufzuspüren, ist die Liquid Biopsy hingegen bereits einsetzbar.

Die Kosten für einen einfachen Test auf bestimmte genetische Veränderungen betragen zwischen 300 und 500 Euro. Die weitreichendere Suche nach Mutationen beläuft sich nach Angaben von Inostics auf 1500 Euro.

Das ist kaum mit den Kosten zu vergleichen, die möglicherweise nicht notwendigerweise verabreichte Therapien verursachen. Selbst http://derstandard.at/1369362390196/Krebstypus-im-Blut-orten

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Neue Technologie für Diagnose von Krebszellen
« Antwort #5 am: 15. Juli 2014, 22:37 »



 Neue Technologie für Diagnose von Krebszellen


Wissenschaftler haben ein neues System entwickelt, das die Charakterisierung von Tumoren vereinfachen könnte.

Diese Entwicklung bedeutet einen riesigen Fortschritt für die Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen“: Das sagt der Krebsforscher Univ.-Prof. Lukas Kenner:  Wissenschaftler der Vetmeduni Wien, der MedUni Wien und des Ludwig Boltzmann Instituts für Krebsforschung haben mit dem Unternehmen „TissueGnostics“ ein Verfahren  zur automatischen Charakterisierung von Tumorgewebe entwickelt und in der renommierten Fachzeitschrift Plos One veröffentlicht. Dieses ist genauer und objektiver als das Auge des Pathologen.

........... http://kurier.at/lebensart/gesundheit/wiener-forscher-neue-technologie-fuer-diagnose-von-krebszellen/74.840.405