Autor Thema: Nierenerkrankungen - Personalisierte Medizin als Therapieoption der Zukunft?  (Gelesen 3561 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

admin

  • Administrator
  • Super - User
  • *****
  • Beiträge: 5.308
  • Geschlecht: Männlich

A C H T U N G :


Eine Langfassung des Textes, Statements der ReferentInnen, weitere
Infos zum Download: www.medical-media-consulting.at/pressroom



Update: Nierenerkrankungen - Personalisierte Medizin als Therapieoption der Zukunft?

Amgen Press Academy informierte im Vorfeld des Weltnierentages am 14. März

Wien (OTS) - Geschätzte 250.000 Menschen leiden EU-weit an einem
terminalen Nierenversagen, sind also auf eine Dialyse oder
Nieren-Transplantation angewiesen. In Österreich (über-)leben mehr
als 4.000 Menschen dank regelmäßiger Dialyse, noch einmal so viele
dank einer Nierentransplantation. Rund 800.000 Österreicher leiden
bereits an einer leicht eingeschränkten Nierenfunktion. Das
Heimtückische an dieser Erkrankung ist, dass die Abnahme der
Nierenfunktion schleichend und zunächst unbemerkt erfolgt. Treten
Symptome auf, ist das Organ oft schon irreversibel geschädigt. Da
sich eine chronische Niereninsuffizienz zumeist aufgrund eines
bestehenden Diabetes oder Bluthochdrucks entwickelt, nimmt die
Häufigkeit der Nierenschwäche mit zunehmendem Alter zu. Im Rahmen der
"Amgen Press Academy" im Vorfeld des Weltnierentages am 14. März
warnten Experten, dass daher allein aufgrund der demografischen
Entwicklung in den nächsten Jahren ein dramatischer Anstieg der
Nierenerkrankungen mit all ihren Folgen zu erwarten sei.
Heimlich, still und leise

Die Erkrankung chronische Nierenschwäche oder Niereninsuffizienz
sei ein in der Allgemeinheit nicht verankerter Begriff, obwohl 10-13%
der erwachsenen Bevölkerung davon betroffen seien, so Univ.-Prof. Dr.
Alexander Rosenkranz: "Selbst in Krankenhäusern wird die Diagnose
häufig übersehen", so der Leiter der klinischen Abteilung für
Nephrologie LKH-Universitätsklinikum Graz weiter. Fallen die Nieren
vollständig aus (terminales Nierenversagen) kann dies, sofern keine
adäquaten Behandlungsmaßnahmen eingeleitet werden, tödlich enden.

Doch bereits eine leichte Niereninsuffizienz ist gefährlich, da es
schon bei einem Abfall der Nierenfunktion unter 60% zu einer
Risikoerhöhung für kardiovaskuläre Erkrankungen kommt. Menschen mit
eingeschränkter Nierenfunktion sterben deutlich häufiger an kardialen
Ursachen oder einem Schlaganfall als Nierengesunde - in vielen Fällen
lange bevor ihre Nierenerkrankung offensichtlich wird. Daher
forderten die Experten auf der Amgen Press Academy ein Screening der
Risikopopulationen Hypertoniker und Diabetiker durch
Allgemeinmediziner oder Internisten.

Bei terminalem Nierenversagen stehen drei Therapieoptionen zur
Auswahl: Die Hämodialyse (= Blutwäsche), bei der der Patient dreimal
wöchentlich mehrere Stunden auf einer Dialysestation verbringen muss.
Das Blut wird außerhalb des Körpers durch spezielle Filter gereinigt
und dann in den Körper rückgeführt. Bei der Bauchfell- oder
Peritonealdialyse wiederum wird das eigene, gut durchblutete
Bauchfell als Filtermembran verwendet. Und drittens die
Nierentransplantation.
Ausführliche Beratung und einheitliches Disease Management gefordert

Rosenkranz: "Nicht alle Verfahren sind für alle Patienten
geeignet! Eine optimale Versorgung der Patienten setzt eine
entsprechende Aufklärung über die Therapieoptionen voraus." Diese sei
aber sehr zeitintensiv und in unserem Gesundheitssystem nicht
abgebildet. Daher wurde die Schaffung zentraler Anlaufstellen im
Sinne der im Österreichischen Strukturplan Gesundheit abgebildeten
Referenzzentren vorschlagen. Egon Saurer, Obmann des Vereins Nephro
Tirol, der selbst dank einer Spenderniere lebt, merkte an, dass es in
Österreich viel zu wenig niedergelassene Nephrologen gäbe, die
Patienten daher in den Fachambulanzen betreut werden müssten. Er
betonte auch die Wichtigkeit der Patientenverbände als
unverzichtbarer Bestandteil der Versorgung.
Einzug der personalisierten Medizin in die Nephrologie

Auch wenn chronische Nierenerkrankungen auf den ersten Blick sehr
homogen zu sein scheinen, gibt es sehr unterschiedliche
Krankheitsverläufe. Univ.-Prof. Dr. Gert Mayer: "Bislang gab es nur
unzureichende Möglichkeiten, die Patienten genau zu charakterisieren
- und zwar in Bezug auf die 'Art' der Nierenerkrankung, aber auch die
Schwere der Begleiterkrankungen.

Im Jahr 2010 hat die Europäische Union beschlossen, das Projekt
SYSKID ("systems biology towards novel chronic kidney disease
diagnosis and treatment") zu fördern. Mayer steht dem
wissenschaftlichen Führungsgremium des Projektes vor, in dem 26
Partner zusammenarbeiten, um Biomarker zu identifizieren und in Folge
den Weg für eine "personalisierte Medizin" auch auf dem Gebiet der
chronischen Nierenerkrankungen zu ebnen.

Mayer: "Erste vielversprechende Ergebnisse aus diesen
Anstrengungen werden bereits in klinischen Studien getestet. Es ist
zu hoffen, dass sich damit auf dem Gebiet der Nephrologie
Möglichkeiten der personalisierten oder zumindest stratifizierten, i.
e. auf Patientengruppen ausgerichteten Medizin, ergeben, die es
erlauben, die individuelle Prognose der Patienten besser
einzuschätzen und individuelle Therapiemaßnahmen zu setzen."

A C H T U N G :


Eine Langfassung des Textes, Statements der ReferentInnen, weitere
Infos zum Download: www.medical-media-consulting.at/pressroom