Autor Thema: Metastasen Forschung  (Gelesen 5076 mal)

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Tanja

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Metastasen Forschung
« am: 12. Juni 2013, 21:52 »





Krebs: Wichtiger Schaltkreis bei Metastasen entdeckt


11.06.2013

Brustepithelzellen, denen der Sox4-Transkriptionsfaktor fehlt, können nicht wandern und bilden keine Metastasen; © Universität Basel

Bei der Verteilung von Krebszellen im Körper und der Metastasenbildung spielt ein bestimmter Gen-Hauptschalter eine zentrale Rolle: Ein Transkriptionsfaktor namens Sox4 aktiviert eine Reihe von Genen und löst dabei die gefürchteten Vorgänge aus.

Dies berichten Forscher der Universität Basel und des Friedrich-Miescher-Instituts Basel. Die Hemmung von Sox4 und darauf folgender Prozesse könnte somit die Bildung von Metastasen bei Krebspatienten verhindern.

Die vorwiegende Todesursache bei Krebspatienten ist die Bildung von Metastasen, also Tochtergeschwulsten in entfernten Organen wie Leber, Lunge oder Gehirn. Dabei lösen sich Krebszellen vom ursprünglichen Primärtumor und gelangen als einzelne Zellen oder Zellgruppe in andere Organe. Normalerweise bleiben Zellen im Körper an ihrem Platz, da sie sich mithilfe von Haftmolekülen aneinander und an der extrazellulären Substanz festhalten. Krebszellen lernen jedoch, wie sie sich aus diesen Bindungen lösen und in das umliegende Gewebe sowie in Blut- oder Lymphgefäße einwandern können.

Dieser Übergang von sesshaften, hoch ausgebildeten Zellen in wandernde, invasive und wenig strukturierte Zellen wird auch Epitheliale-Mesenchymale Transition (EMT) genannt. Dieser Vorgang spielt in der Verteilung von Krebszellen im Körper und im Entstehen von Metastasen eine wichtige Rolle. EMT ist ein vielstufiger Prozess, der mit einer fundamentalen Änderung der Zellmorphologie und zahlreichen genetischen Programmen einhergeht. Die molekularen Regelkreise, die diesen Vorgang steuern, werden derzeit noch wenig verstanden.

Nun haben die Forschungsgruppen von Professor Gerhard Christofori, Professor Erik van Nimwegen sowie Prof. Dirk Schübeler einen Hauptschalter für die Regulation von EMT und der Metastasenbildung entdeckt: Der Transkriptionsfaktor Sox4 wird dabei in seiner Expression und Aktivität hochreguliert und löst darauf die Expression einer Reihe von Genen aus, die während einer EMT und der Metastasenbildung eine wichtige Rolle spielen.

Im Speziellen fördert Sox4 die Expression des Enzyms Ezh2, einer Methyltransferase, die durch Methylierung von bestimmten Proteinen (Histonen) die Verpackung des Erbmaterials und damit dessen Lesbarkeit sowie die Genexpression generell beeinflusst; man spricht dabei von einer epigenetischen Regulation. Durch diese Veränderung der Nutzung der Erbinformation werden Zellen in ihrem Verhalten und ihrer Funktion umprogrammiert – ein Prozess, der gerade während der Metastasenbildung zu beobachten ist. Eine solche Änderung der Genexpression wird auch bei Patienten mit bösartigem Krebs und Metastasenbildung gefunden und korreliert auch mit einer schlechten Prognose.

Die Ergebnisse zeigen die Möglichkeit auf, dass eine Hemmung des Transkriptionsfaktors Sox4 und besonders der Methyltransferase Ezh2 die Bildung von Metastasen bei Krebspatienten verhindern könnte.

MEDICA.de; Quelle: Universität Basel

Werner

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Metastasen Forschung
« Antwort #1 am: 20. Juli 2015, 22:34 »



Gefährliche Tochtertumoren

Metastasen bei Krebs

Krebs kann sich nicht nur ins Nachbargewebe ausbreiten, sondern auch über das Blut und die Lymphbahnen im gesamten Körper Tochtertumoren bilden. Diese Metastasen wachsen vor allem in der Lunge, bei manchen Krebsarten auch in der Leber, den Knochen oder dem Gehirn.

Mehr lesen: Metastasen in Lunge, Leber, Knochen: Behandlung und Prognose – Lifeline http://www.lifeline.de/themenspecials/krebs/metastasen-id34825.html#ixzz3gShdWN4o

admin

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Krebsheilungschancen trotz Metastasen
« Antwort #2 am: 16. Juni 2016, 22:17 »






Strahlentherapie

Krebsheilungschancen trotz Metastasen

13.06.2016
Illustration: © bittedankeschön - Fotolia.com

Punktgenaue Behandlung mit stereotaktischer Strahlentherapie
Haben sich bei einer Krebserkrankungen einige wenige Metastasen gebildet, können diese mithilfe einer neuartigen Strahlentherapie behandelt werden. Mit der stereotaktischen Bestrahlung können Radioonkologen sehr hohe Strahlendosen genau auf den Tumor richten und ihn zerstören. Das umgebende gesunde Gewebe wird dabei geschont. Für welche Krebspatienten und Krebsarten die stereotaktische Bestrahlung Vorteile bringt, diskutieren die Experten auf der 22. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) vom 16. bis 19. Juni 2016 in Mannheim.

„Wenn der Krebs gestreut hat, standen in der Vergangenheit oft nur Systemtherapien wie beispielsweise die Chemotherapie zur Verfügung. Dabei zirkulieren gegen den Krebs wirkende Substanzen im Blutstrom und erreichen die Zellen überall im Körper. „Das kann effektiv sein, geht aber auch oft mit starken Nebenwirkungen einher“, weiß Professor Dr. med. Stephanie E. Combs, Direktorin der Klinik und Poliklinik für Radioonkologie und Strahlentherapie am Klinikum rechts der Isar in München. Bei bestimmten Patienten, die nur an wenigen Stellen im Körper Metastasen des Tumors haben – „Oligometastasierung“ (von griechisch oligo – wenig) genannt – ist eine Behandlung an der befallenen Stelle vorteilhaft. Das wird durch eine besondere Bestrahlungsmethode, die stereotaktischen Strahlentherapie (Stereotaxie) möglich. Sie wird individuell für den Patienten geplant und häufig mit moderner Bildgebung kombiniert. Im Bestrahlungsplan legen die Strahlentherapeuten millimetergenau fest, welche Bereiche behandelt werden sollen. Die Behandlungsgeräte richten die Strahlen von mehreren Seiten auf den Tumor, das umgebende Gewebe wird geschont. „Wir können damit eine sehr hohe Strahlendosis direkt auf den befallenen Bereich bringen. Beim umliegenden gesunden Gewebe ist die Dosis dann sehr viel geringer.“ So sinkt zum Beispiel bei der Bestrahlung von Hirnmetastasen das Risiko auf neurokognitive Einschränkungen, betont die Münchener Expertin. „Die Hochpräzisionsstrahlentherapie ist mit einer chirurgischen Behandlung vergleichbar, beispielsweise bei kleinen Metastasen in der Lunge“, so Professor Combs.

Bei anderen Erkrankungen, wie etwa einem Prostatakarzinom mit wenigen Knochenmetastasen, kann die Stereotaxie die Krankheit zurückdrängen und eine Hormontherapie hinauszögern. Insgesamt kann die Strahlentherapie unabhängig von der zugrunde liegenden Tumorerkrankung eingesetzt werden, zum Beispiel auch bei Brustkrebs. Voraussetzung für den Einsatz der stereotaktischen Bestrahlung sind präzise Informationen über die Größe und Ausbreitung der Metastasen. „Erst wenn diese Informationen belegen, dass die Strahlentherapie eine Erfolgschance hat, wird die Behandlung durchgeführt“, erklärt Professor Combs.
 
Professor Dr. med. Frederik Wenz, Tagungspräsident der DEGRO und Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim sieht in der stereotaktischen Bestrahlung besonders die Vorteile für die Patienten: „Mit der stereotaktischen Strahlentherapie behandeln wir nicht nur effektiv, sondern nebenwirkungsarm. Und wir erhöhen die Heilungschancen, auch wenn der Krebs gestreut hat.“

Literatur:
Rieber J, Streblow J, Uhlmann L, Flentje M, Duma M, Ernst I, Blanck O, Wittig A, Boda-Heggemann J, Krempien R, Lohaus F, Klass ND, Eble MJ, Imhoff D, Kahl H, Petersen C, Gerum S, Henkenberens C, Adebahr S, Hass P, Schrade E, Wendt TG, Hildebrandt G, Andratschke N, Sterzing F, Guckenberger M. Lung Cancer. Stereotactic body radiotherapy (SBRT) for medically inoperable lung metastases—A pooled analysis of the German working group “stereotactic radiotherapy”. Lung Cancer. 2016 Jul;97:51-8. Abstract.
Sterzing F, Brunner TB, Ernst I, Baus WW, Greve B, Herfarth K, Guckenberger M. Stereotactic body radiotherapy for liver tumors Principles and practical guidelines of the DEGRO Working Group on Stereotactic Radiotherapy. Strahlenther Onkol. 2014 Oct;190(10):872-81. Abstract.
Kocher M, Wittig A, Piroth MD, Treuer H, Seegenschmiedt H, Ruge M, Grosu AL, Guckenberger M. Stereotactic radiosurgery for treatment of brain metastases. A report of the DEGRO Working Group on Stereotactic Radiotherapy. Strahlenther Onkol. 2014 Jun;190(6):521-32. Abstract.
Professor Dr. med. Stephanie E. Combs: Redemanuskript zur DEGRO-Pressekonferenz vom 16. Juni 2016
 
Links:

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Quellen:

    DEGRO