Autor Thema: 26.6.13, 11-13h, Wien: Aktion "STOPP" zum neuen PsychologInnengesetz!  (Gelesen 1997 mal)

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Jutta

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Aktionstag: "STOPP" zum neuen PsychologInnengesetz!


Wien (OTS) - PsychotherapeutInnen, ÄrztInnen, PsychologInnen,
PatientInnen, BürgerInnen erheben ihre Stimme:
Demonstration vor dem Parlament,

Mittwoch, 26. Juni 2013 von 11.00 bis 13.00 Uhr

www.psychotherapie.at/aktionstag2013

Ungeachtet der zahlreichen vorgebrachten Bedenken und kritischen
Stellungnahmen von ExpertInnen und Fachleuten gibt es von Seiten der
Regierungsparteien keine klare Zusage, das neue PsychologInnengesetz
zur Bearbeitung zurückzustellen. Ob es im Eiltempo durchgebracht wird
und ob bzw. welche Verhandlungen für Verbesserungen es geben wird,
ließ die Gesundheitssprecherin der SPÖ Dr.in Sabine Oberhauser
gegenüber den PsychotherapeutInnen- und ÄrztInnen-VertreterInnen
völlig offen. Offenbar wird eine Entscheidung in letzter Minute
angesteuert - auf dem Rücken von mindestens 400.000
behandlungswilligen psychisch Kranken, die durch dieses Vorgehen
gefährdet werden. Der Österreichische Verband der
PsychotherapeutInnen ruft zur Demonstration auf, fordert eine
Zurückstellung des Gesetzesentwurfs sowie einen runden Tisch.

900.000 Personen in Österreich nehmen laut Krankenkassen-Studie
2011 das Gesundheitswesen wegen psychischer Erkrankungen in Anspruch,
statistisch gesehen wären rund 400.000 bereit, sich auch
psychotherapeutisch behandeln zu lassen. Alle diese Menschen sind
potenziell durch dieses Gesetz und den darin formulierten
Behandlungs-Graubereich gefährdet. Ein Gesetz sollte den PatientInnen
mehr Qualität und Rechtssicherheit und nicht Verunsicherung und
wissenschaftlich nicht begründete Behandlungsmethoden vorsetzen.
Verwirrendes Behandlungsangebot und unklare Definitionen

Das Gesetz hätte tief greifende Auswirkungen auf die
PatientInnen-Versorgung. Es würde Klinischen PsychologInnen künftig
ohne klar definierte Einschränkungen die umfassende
"Krankenbehandlung" und "die Behandlung von psychischen Erkrankungen
und Störungen" erlauben. Bisher waren Klinische PsychologInnen nur
zur "Gesundheitsversorgung" berechtigt. Für die PatientInnen bedeutet
dies ein verwirrendes und qualitativ zweifelhaftes neues
Behandlungsangebot.

Unausgegorene Begrifflichkeiten im Gesetzesentwurf gefährden PatientInnen

Auch im ExpertInnen-Gespräch am 17.6.2013, das
Gesundheitssprecherin Dr.in Oberhauser kurzfristig einberufen hatte,
konnte nicht geklärt werden, was klinisch-psychologische Behandlung
psychisch kranker Menschen eigentlich sein soll. Die
Behandlungsmethoden wären - wie sich herausstellte - zum großen Teil
aus der Psychotherapie entlehnt. Psychotherapie ist aber an eine
wesentlich umfassendere Ausbildung nach dem Psychotherapiegesetz oder
dem Ärztegesetz gebunden und sollte daher ausschließlich in der
Verantwortung psychotherapeutisch ausgebildeten Berufsgruppen
durchgeführt werden. Eine Umfrage mit 153 PsychologInnen, die
zugleich als PsychotherapeutInnen tätig sind, hat ergeben: Selbst 91%
der klinischen PsychologInnen meinen, dass sie ohne
psychotherapeutische Ausbildung keine psychische Krankenbehandlung
durchführen könnten.

Wir haben genug von derart undemokratischen Vorgangsweisen der Regierung!

Wir fordern:

1. Zurückstellung des Gesetzes und Überarbeitung unter Einbeziehung
   der ExpertInnen-Meinungen und -Einwände aus der Begutachtung
2. Erarbeitung eines konsensfähigen Modells für die Zusammenarbeit
   und Kompetenzaufteilung unter Einbeziehung der betroffenen PSY-
   Berufe
3. Runder Tisch beim Gesundheitsminister zur Bearbeitung der offenen
   Fachfragen
4. Klare Unterscheidung zwischen Psychotherapie und "klinisch-
   psychologischer Behandlung"