Autor Thema: Leberkrebs - neue Hoffnungen  (Gelesen 13752 mal)

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Dietmar E.

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Leberkrebs - neue Hoffnungen
« am: 17. Juni 2007, 19:08 »

Leberkrebs ist eine sehr hartnäckige Art der Krebserkrankung.

Bei Nierenkrebs gab es bereits gute Ergebnisse mit dem Mittel NEXAVAR und
genau dieses soll auch bei Leberkrebs neue Hoffnungen wecken.

Am 18. Juni 2007 gibt es dazu eine Pressekonferenz von Bayer Austria.


Dietmar Erlacher
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

hilde

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Leberzirrhose, Leberkrebs - neue Hoffnungen
« Antwort #1 am: 22. März 2008, 23:51 »
Leberkarzinom - Targeted Therapie bietet vielversprechende Behandlungsansätze

Pro Jahr versterben in Europa etwa 60.000 Menschen an einem Leberzellkarzinom (Hepatozelluläres Karzinom, HCC). Leberkrebs gehört damit zu den zehn häufigsten krebsbedingten Todesursachen in Deutschland und Europa. Ein entscheidender Risikofaktor des HCCs ist die Leberzirrhose. Bei 90% der Patienten mit Leberzirrhose entwickelt sich ein Karzinom.

Sind noch keine Metastasen vorhanden, bestand die Behandlung im frühen Stadium des Leberkrebs in chirurgischen Ansätzen und aus anderen lokal ablativen Verfahren, einschließlich Strahlentherapie. Auf eine konventionelle Chemotherapie spricht das hepatozelluläre Karzinom (HCC) in aller Regel nicht an. Eine Verlängerung der Überlebensrate wurde daher nicht erzielt. Hinzukommt, dass die konventionelle Chemotheraopie beim Leberzellkrebs hochtoxisch ist und damit von schwerwiegenden Nebenwirkungen begleitet ist.

Große Hoffnungen setzen die Onkologen deshalb auf die moderne Targeted (zielgerichtete) Therapie und speziell auf Multikinasehemmer. Diese greifen direkt in die Signaltransduktionwege des Gewebewachstums ein, inhibiert die Tumorangiogenese und stoppen damit Wachstumsprozesse von (Tumor-) Gewebe.

Josef

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Re: Leberkrebs - neue Hoffnungen
« Antwort #2 am: 24. Juli 2008, 00:40 »
Innovative Behandlungsmethode bei Leberkrebs sorgt für Hoffnung 
 
Dank einer innovativen Behandlungsmethode von Leberkrebs, die Forscher einer Magdeburger Klinik entwickelt haben, können inoperable Tumore und Metastasen wirksam bekämpft werden.

Im Allgemeinen ist eine Operation sehr schwierig oder gar unmöglich, wenn sich die Krankheit schon stark ausgebreitet hat. Mithilfe der sogenannten Selektiven Internen Radiotherpie (SIRT) wird jedoch der Krebsherd gezielt von innen bestrahlt und dessen weitere Nahrungsversorgung verhindert. Dazu leitet man per Katheter kleine, radioaktiv aufgeladene Kunstharzkügelchen direkt in den Tumorherd, wo sie ihre Strahlung abgeben.  Dies hat den Vorteil, dass nur krankes Gewebe angegriffen wird, gesundes aber unversehrt bleibt.
Das Ergebnis ist, dass der Tumor deutlich schrumpft.

Die SIRT wird seit über einem Jahr erfolgreich angewandt; in Magdeburg wurden über 40 Patienten auf diese Weise behandelt. Weltweit waren es sogar mehr als 7000 Patienten, die von diesem neuen Behandlungsansatz profitierten.
 
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Jutta

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Leberkrebs - Sorafenib (Nexavar)
« Antwort #3 am: 28. Juli 2008, 14:33 »

Durch die Therapie mit dem Enzymhemmer Sorafenib leben Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (HCC) median drei Monate länger als Patienten, die ein Scheinpräparat erhalten.

Sorafenib - als Nexavar® bei Leber- und Nierenkrebs zugelassen - hemmt sowohl das Tumorwachstum als auch die Tumorangiogenese. Wie gemeldet, belegen den Nutzen dieser zweifachen Wirkung die Ergebnisse der SHARP*-Studie, die jetzt veröffentlicht wurden (NEJM 359, 2008, 378).

An der Studie nahmen 602 zuvor nicht behandelte Patienten mit fortgeschrittenem HCC, gutem Allgemeinzustand und Child-Pugh-Klasse A teil. Klasse A des Child-(Turcotte-) Pugh-Scores bedeutet ein noch kaum fortgeschrittenes Stadium. In Klasse C ist die Erkrankung am weitesten fortgeschritten. Die Patienten erhielten 400 mg Sorafenib oder Placebo.

In der Sorafenib-Gruppe lag die Gesamtüberlebenszeit um 44 Prozent höher als in der Vergleichsgruppe: Die mittlere Überlebenszeit lag mit 10,7 Monate um drei Monate höher. Die durchschnittliche Dauer bis zur Tumorprogression betrug in der Verum-Gruppe 5,5 Monate, in der Vergleichsgruppe nur 2,8 Monate.


Geri

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Re: Leberkrebs - neue Hoffnungen
« Antwort #4 am: 19. März 2009, 12:46 »
Kombinationstherapie gegen Krebserkrankungen in Zellkultur getestet

Eine neue Kombinationstherapie für die Behandlung des Leberzellkarzinoms und anderer Tumoren des Bauchraumes haben Heidelberger Wissenschaftler erfolgreich in der Zellkultur getestet. Die beiden Substanzen TRAIL und Bortezomib ergänzen sich optimal, da Bortezomib die Krebszellen sensibilisiert, während TRAIL ihnen dann das endgültige Signal zum Selbstmord (Apoptose) gibt. Für seine Forschungsarbeiten, insbesondere beim Leberzellkarzinom, wurde Dr. Ronald Koschny vom Universitätsklinikum Heidelberg mit dem deutschlandweit zum ersten Mal ausgeschriebenen Wolf & Christine Unterberg-Preis in Höhe von 10.000 Euro ausgezeichnet.


Im Rahmen von Forschungsarbeiten am Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Universitätsklinikum Heidelberg suchen Dr. Koschny und Dr. Tom M. Ganten, Assistenz- bzw. Oberarzt in der Abteilung Gastroenterologie von Professor Dr. Wolfgang Stremmel, in Zellkulturen nach neuen Krebstherapien. Das Protein TRAIL (Tumor Necrosis Factor Related Apoptosis Inducing Ligand) erkennt Krebszellen, dockt an diese an und gibt ihnen den Befehl zum Selbstmord.


Selbstmord der Zellen wird durch Blockade des "Zellschredders" unterstützt

Verschiedene im Labor hergestellte TRAIL-Verbindungen werden bereits seit einigen Jahren klinisch getestet - mit unterschiedlichem Erfolg: während erste Studien beim Lymphdrüsenkrebs (Lymphomen) positiv ausfallen, sprechen solide Tumoren des Bauchraums auf diese Therapie weniger gut an. Deshalb setzten die Wissenschaftler einen zweiten Wirkstoff namens Bortezomib ein, ein bereits zugelassenes Krebsmedikament (Velcade), das an völlig anderer Stelle angreift. Bortezomib blockiert das Proteasom-System, eine Art "Schredder" in der Zelle, der nicht mehr benötigte Eiweiße in ihre Einzelteile zerlegt. Wird der "Schredder" durch Bortezomib blockiert, werden auch die Stoffe nicht zerstört, die das Selbstmordsignal von TRAIL weitergeben. Die molekularen Mechanismen des Zusammenspiels zwischen TRAIL und Bortezomib beim Leberzellkarzinom wurden durch die Arbeiten von Dr. Ronald Koschny aufgedeckt.

Seine Arbeiten zeigen auch, dass gesunde Zellen vor der kombinierten Wirkung aus TRAIL und Bortezomib geschützt sind. Da die Krebszellen im Vergleich zu gesunden Leberzellen einen erhöhten Stoffwechsel haben, fallen mehr Abfallprodukte an, die durch das Proteasom zerkleinert werden müssen. Darum werden gesunde Leberzellen von der Kombinationstherapie weitgehend verschont.


Das Leberzellkarzinom - weltweit häufig, schwer zu therapieren

Das Leberzellkarzinom geht meist aus einer chronischen Schädigung der Leberzellen hervor und macht etwa sechs Prozent aller Krebserkrankungen beim Mann und circa drei Prozent bei der Frau aus. Gefährdet sind Patienten, die an einer Leberzirrhose in Folge einer Infektion mit dem Hepatitis B oder C-Virus leiden; aber auch genetische Ursachen werden diskutiert.

Ob die Therapie mit TRAIL und Bortezomib auch bei durch eine Infektion vorgeschädigten Leberzellen sinnvoll ist, ist Gegenstand aktueller Arbeiten der Heidelberger Forscher. Bei Tumorzellen des Bauchspeicheldrüsenkrebses und des Dickdarmkrebs wurde die Kombinationstherapie ebenfalls erfolgreich in Zellkulturen getestet. Doch bis zur Anwendung in der medizinischen Praxis ist es noch ein weiter Weg: Im nächsten Schritt werden frische, direkt dem Tumor entnommene Zellen untersucht und die Verträglichkeit der Therapie im Mausmodell gesichert, bevor man sich an den Patienten wagen kann.

http://www.journalmed.de/newsview.php?id=24476


Josef

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Leberkrebs - neue Hoffnungen - wann/wo frei zur Therapie
« Antwort #5 am: 20. August 2010, 09:41 »

Randomisierte Phase-III-Kontrollstudie bestätigt klinische Wirksamkeit und Sicherheit der Radioembolisierung durch den Einsatz von mit Yttrium-90 beladenen Kunstharzkügelchen (Mikrosphären) bei Patienten mit inoperablen kolorektalen Leberkrebsmetastasen =

   Brüssel, August 20, 2010 (ots/PRNewswire) - Gemäss den abschliessenden
Ergebnissen einer randomisierten Phase-III-Kontrollstudie, die in dem
angesehenen Journal of Clinical Oncology (1) veröffentlicht wurde,
kann die Anwendung des innovativen Verfahrens der Radioembolisierung
bei Patienten mit inoperablen kolorektalen Leberkrebsmetastasen, bei
denen alle Standardoptionen der Chemotherapie erfolglos waren, den
Zeitraum bis zum Fortschreiten ihrer Krankheit mehr als verdoppeln.

   In der prospektiven, randomisierten Studie wurde eine zeitlich
ausgedehnte 5-Fluorouracil (5FU) -Chemotherapie durch Infusion mit
der gleichen Chemotherapie, aber kombiniert mit Radioembolisierung,
verglichen. Bei dieser neuartigen Therapiemöglichkeit, die auch unter
dem Namen Selektive Interne Radiotherapie (SIRT) bekannt ist, werden
mit Yttrium-90 beladene Kunstharzkügelchen (SIR-Kugeln; Sirtex
Medical, Sydney, Australien) verwendet. Das Ziel der Studie bestand
darin, die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Kombination bei
Patienten mit Lebermetastasen infolge von kolorektalem Krebs zu
untersuchen; diese Studie wurde an drei belgischen
Universitätskliniken durchgeführt. (2)

   In die Studie wurden 46 Patienten eingeschlossen, bei denen
sämtliche anderen Standardbehandlungen erfolglos waren. Der Zeitpunkt
bis zum Fortschreiten der Lebermetastasen - der primäre Endpunkt der
Studie - erhöhte sich signifikant von einem Median von 2,1 Monaten
bei Patienten, die ausschliesslich 5FU erhielten, bis zu einem Median
von 5,5 Monaten bei  Patienten, die mit Radioembolisierung in
Kombination mit 5FU behandelt  wurden. Das Risiko einer
Krankheitsprogression war bei Patienten, die  Radioembolisierung in
Kombination mit 5FU erhielten, um 62% reduziert  (Hazard Ratio 0,38;
p=0,003). Der Zeitraum bis zum Fortschreiten der  Krankheit an einer
beliebigen Stelle des Körpers war ebenfalls signifikant  länger, ab
einem Median von 2,1 Monaten bei der 5FU-Kontrollstudie und  bis zu
4,5 Monaten bei Patienten des Studienarms Radioembolisierung/5FU
(Hazard Ratio 0,51; p=0,03). Auch die Kontrolle der Lebermetastasen
erhöhte  sich signifikant bei den Patienten, die Radioembolisierung
plus 5FU  erhielten, und zwar von 35% auf 85% (p=0,001). Patienten
des ausschliesslich  mit 5FU behandelten Kontrollarms der Studie
zeigten ernsthaftere  Nebenwirkungen als Patienten, die
Radioembolisierung  plus 5FU erhielten  (26% gegenüber 5%; p=0,10).

   Von der Möglichkeit, einen Unterschied bei der
Gesamtüberlebensrate der Patienten aufzuzeigen, wurde aus ethischen
Gründen Abstand genommen, da die Patienten, die ausschliesslich 5FU
erhielten, nur einmal nach Fortschreiten ihrer Krebserkrankung
untersucht wurden und, soweit dies möglich war, ausschliesslich mit
Radioembolisierung behandelt wurden. Zehn Patienten der
Kontrollstudie erhielten später Radioembolisierung und 6 Patienten
dieses Studienarms sowie 9 Patienten in der Gruppe Radioembolisierung
plus 5FU erhielten weiter Chemotherapie. Im Vergleich zu 10,0 Monaten
bei Patienten, die eine Radioembolisierung plus 5FU erhielten, betrug
die Median-Überlebensrate bei Patienten, die ausschliesslich 5FU
erhielten, 7,3 Monate - ein Unterschied, der nicht statistisch
signifikant war.

   "Die Kombination einer Radioembolisierung, bei der mit Yttrium-90
beladene Kunstharzkügelchen verwendet werden, mit einer
5FU-Chemotherapie wurde gut toleriert und verbesserte den Zustand des
Patienten im Vergleich zu  einer Behandlung mit ausschliesslich 5FU
erheblich", sagte Dr. Alain  Hendlisz, Chefarzt für Gastroenterologie
am Institut Jules Bordet in  Brüssel, Belgien, und
Hauptversuchsleiter der Studie. "Die Ergebnisse dieser
randomisierten Kontrollstudie liefern wissenschaftliche Beweise mit
einem  Evidenzgrad von 1 (Level Of Evidence 1), dass
Radioembolisierung durch den  Einsatz von mit Yttrium-90 beladenen
Kunstharzkügelchen eine wirkungsvolle  therapeutische Option für
Patienten mit kolorektalen Leberkrebsmetastasen  ist, bei denen die
Chemotherapie erfolglos war."

   Umfangreiche, internationale randomisierte Kontrollstudien
untersuchen gegenwärtig die Wirksamkeit der Radioembolisierung durch
den Einsatz von mit Yttrium-90 beladenen Kunstharzkügelchen und einer
First-Line-Chemotherapie bei der Behandlung von Patienten mit
kolorektalen Leberkrebsmetastasen im Vergleich zur ausschliesslichen
Anwendung einer Chemotherapie, um festzustellen, ob diese Kombination
für die frühe Intervention von Lebertumoren verwendet werden kann.

   References and notes 

   1. Hendlisz A, Van den Eynde M, Peeters M et al. Phase III trial
comparing protracted intravenous fluorouracil infusion alone or with
yttrium-90 resin microspheres radioembolization for liver-limited
metastatic colorectal cancer refractory to standard chemotherapy.
Journal of Clinical Oncology 2010; 28: 3687-3694.

~
    2. The clinical trial was conducted at the following hospitals:
    - Institut Jules Bordet, Brussels, Belgium
    - Universitair Ziekenhuis Gent, Gent, Belgium
    - University Hospital Gasthuisberg, Leuven, Belgium
~

Rückfragehinweis:
  CONTACT:  Für weitere Informationen und um Interviews zu
  vereinbaren,kontaktierenSie bitte: Maya Anaokar, Ruder Finn,
  Mobiltelefon: +44(0)7894-095-429,E-Mail: manaokar@ruderfinn.co.uk
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Carola-Elke

Geri

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Neue Therapieoption gegen Leberzellkarzinome
« Antwort #6 am: 28. März 2011, 20:27 »
Montag, 28. März 2011

Neue Therapieoption gegen Leberzellkarzinome

Richmond – Zwei Proteine, die beim Wachstum des hepatozellulären Karzinoms eine Rolle spielen, sind Hoffnungsträger bei der Behandlung dieser bisher schwer therapierbaren Krankheit.

Wissenschaftler der Virginia Commonwealth University in Richmond haben einen neuen Mechanismus der Genregulation gefunden, der bei der Entstehung des hepatozellulären Karzinoms mitwirkt. Die Studie erscheint in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Hepatology (doi: 10.1002/hep.24216).

Beim hepatozellulären Karzinom, kurz Leberzellkarzinom, handelt es sich um eine der häufigsten malignen Tumoren, die beispielsweise beim Mann bis zu sechs Prozent aller Krebserkrankungen ausmachen. Charakteristisch ist neben der Spätmanifestation von Symptomen auch die Komorbidität mit einer Hepatitis B oder einer bestehenden Leberzirrhose.

.......................... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/45257/Neue_Therapieoption_gegen_Leberzellkarzinome.htm

Edi

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Leberkrebs: Virus verdreifacht Überlebenszeit
« Antwort #7 am: 21. Februar 2013, 20:50 »



Leberkrebs: Virus verdreifacht Überlebenszeit

200 Patienten getestet - "Pexa-Vec" zerstört Primär- und Sekundärtumore


San Francisco (pte010/11.02.2013/11:15) - Eine gentechnisch veränderte Version des Vaccinia-Virus hat die durchschnittliche Überlebenszeit von Patienten mit einer schweren Form von Leberkrebs verdreifacht. Die Nebenwirkungen sind leicht und ähnlich einer Grippe. Das Virus wurde von dem Biotherapeutik-Unternehmen Jennerex http://jennerex.com entwickelt und trägt die Bezeichnung "Pexa-Vec".

Injektion ins Blut wirksam

30 Personen mit hepatozellulärem Karzinom wurden drei Dosen des Virus JX-594 innerhalb eines Monats direkt in ihren Lebertumor injiziert. Eine Hälfte der Freiwilligen erhielt eine geringe Dosis, die zweite eine hohe. Die Teilnehmer beider Gruppen überlebten in der Folge 6,7 bzw. 14,1 Monate. Frühere Tests mit Sorafenib, der derzeit besten Medikation für diese Art von Krebs, führten zu einer Lebensverlängerung von nur drei Monaten.

Zwei der Patienten, die die höchste Dosierung erhalten hatten, lebten zwei Jahre nach der Behandlung noch. Neben der Verkleinerung des Primärtumors konnte sich das Virus auch ausbreiten und Sekundärtumore außerhalb der Leber in der Größe reduzieren. Laut David Kirn, dem Leiter der Studie bei Jennerex, verschwanden manche Tumore völlig.

Bei den meisten war auf MRI-Scans eine teilweise Zerstörung nachweisbar. Entscheidend dabei ist, dass die Zerstörung bei den Primärtumoren und sekundären Tumoren gleich ausgeprägt war. Dass das Virus in der Lage zu sein scheint, sich auf Sekundärtumore auszubreiten, legt nahe, dass auch eine normale Injektion ins Blut wirksam sein könnte. Ein Experiment, das beide mögliche Formen der Verabreichung vergleichen soll, ist in Vorbereitung. Details der Studie wurden in Nature Medicine http://nature.com/nm veröffentlicht.

Genaktivität wird reduziert

Bei dem Virus wurde ein Gen, das für das Enzym Thymidinekinase kodiert, entfernt. Dieses Enzym ermöglicht es dem Virus, sich teilende Zellen zu erkennen und zu infizieren. Durch die Entfernung des Gens, wurde die Wahrscheinlichkeit verringert, dass gesunde Zellen ebenfalls infiziert werden. Stattdessen greift das Virus ausschließlich Tumorgewebe an. Es zielt dabei auf zwei Gene ab, deren Aktivität in Tumorzellen höher ist.

Eines der Gene steht mit dem epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptor in Zusammenhang, der das Krebswachstum anregt. Das andere steht mit einem vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor in Verbindung, der dem Krebs ermöglicht, eine eigene Blutversorgung zu schaffen. Das Virus reduziert die Aktivität beider Gene. Die infizierten Krebszellen werden geschädigt und sterben ab.

Nicht bei allen Patienten wirksam

Dazu kommt, dass das Virus zusätzliche Gene in sich trägt, die das Immunsystem des Körpers in der Abwehr von Krebs stärken. Eines produziert den Granulozyten-Kolonie-stimulierenden Faktor, ein Protein, das die Bildung von zusätzlichen weißen Blutkörperchen bei einer Infektion fördert. Das andere produziert mit Lac-Z ein Protein, das normalerweise bei Menschen nicht vorkommt. Es markiert infizierte Zellen für die Zerstörung.

Laut dem Jennerex-Chef Laurent Fischer haben bis heute mehr als 200 Personen das Virus erhalten. Es scheint auch ein Potenzial zur Behandlung von anderen Krebsformen wie Nieren- oder Hautkrebs zu haben. Fischer warnte in einem NewScientist-Bericht jedoch davor, dass nicht alle Patienten von der Behandlung profitieren. "Wir wissen nicht, warum manche Patienten auf das Virus ansprechen und andere nicht."

(Ende)
Aussender:    pressetext.redaktion

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Leberkrebs - NSAID und Aspirin schützen
« Antwort #8 am: 17. März 2013, 22:59 »



NSAID und Aspirin schützen vor Leberkrebs

Freitag, 30. November 2012

dpa

Bethesda – Patienten, die langfristig nichtsteroidale Antiphlogistika (NSAID) einnahmen, erkrankten in einer prospektiven Beobachtungsstudie im Journal of the National Cancer Institute (2012; doi: 10.1093/jnci/djs452) seltener an einem hepatozellulären Karzinom. Für Acetylsalicylsäure (ASS) war auch eine niedrigere Sterberate an chronischen Lebererkrankungen nachweisbar.

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist die Folge einer chronischen Leberentzündung, der Hepatitis. ASS und NSAID können zwar die bekannten Ursachen (Hepatitis-Viren, Alkohol und vielleicht auch Adipositas und Diabetes) nicht abstellen, sie mildern aber unter Umständen die Entzündungsreaktion, so dass die Ergebnisse von Vikrant Sahasrabuddhe durchaus biologisch plausibel sind.

Der Epidemiologe am US-National Cancer Institute in Bethesda/Maryland hat die Daten der NIH-AARP Diet and Health Study ausgewertet, die seit Mitte der 90er Jahre mehr als eine halbe Million US-Amerikaner im Alter von 50 bis 71 Jahren regelmäßig befragt. 300.504 Männer und Frauen hatten in den Fragebögen Angaben zur Einnahme von ASS oder NSAID gemacht. Sahasrabuddhe glich die Ergebnisse mit den Einträgen in Krebsregistern ab. In ........ http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/52601/NSAID-und-Aspirin-schuetzen-vor-Leberkrebs

Geri

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Mit Ultraschall gegen Lebertumoren
« Antwort #9 am: 31. März 2013, 00:33 »



25.03.2013
      
   
Mit Ultraschall gegen Lebertumoren

Mit Ultraschall lassen sich nicht nur Bilder aus dem Körper aufnehmen. Mittlerweile können ihn Mediziner auch nutzen, um Tumoren zu behandeln. Dazu zielen sie mit starken, gebündelten Ultraschallwellen so in den Körper des Patienten, dass dort die Krebszellen auf über 60 Grad Celsius erhitzt und zerstört werden. Das gesunde Gewebe dagegen bleibt weitgehend ungeschädigt. Bislang ist diese "fokussierte Ultraschalltherapie" nur für wenige Erkrankungen zugelassen, etwa zur Behandlung von Prostatakrebs und bestimmten Gebärmutter-Tumoren. Im Rahmen des EU-Projekts FUSIMO arbeiten MEVIS-Forscher daran, das Einsatzfeld des Verfahrens auf Organe wie die Leber zu erweitern, die sich mit der Atmung im Bauchraum bewegen. Nun, zwei Jahre nach Projektstart, stellen sie erfolgversprechende Zwischenresultate vor.

Will man die Leber mit fokussiertem Ultraschall behandeln, stößt man auf ein gravierendes Problem: Das Organ bewegt sich mit der Atmung auf und ab - und damit auch der zu behandelnde Tumor. Dadurch steigt die Gefahr, dass der Ultraschallstrahl die Krebszellen verfehlt und das umgebende gesunde Gewebe zu stark erhitzt. Deshalb haben Forscher das Verfahren bislang nur bei Patienten unter Vollnarkose getestet: Um den Tumor zu beschallen, halten sie die Beatmungsmaschine für einige Sekunden an, damit der Patient in absoluter Ruhe verharrt. Allerdings stellt jede Vollnarkose ein Risiko dar und belastet den Patienten, was den großen Vorteil der fokussierten Ultraschalltherapie - die Nicht-Invasivität - schmälert.

Aus diesem Grund verfolgt das EU-Projekt FUSIMO eine andere Strategie: Gelingt es, die Ultraschall-Behandlung der sich bewegenden Leber realitätsnah per Computersimulation zu berechnen, würde die Möglichkeit näher rücken, das Organ auch ohne Vollnarkose beschallen zu können. Dazu http://www.journalmed.de/newsview.php?id=40276