Autor Thema: Zecken, Borreliose  (Gelesen 2822 mal)

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Evi

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Zecken, Borreliose
« am: 30. Oktober 2013, 23:42 »



Krank nach Zeckenbiss?

Borreliose-Test vereinfacht Diagnose

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(aid) - Die Borreliose wird von spiralförmigen Bakterien, den Borrelien, ausgelöst. Sie ist die häufigste durch Zecken übertragene Krankheit in Europa. Laut Leibniz-Institut für Länderkunde sind bis zu 35 Prozent aller Zecken mit Borrelien befallen. Ein direkter Nachweis von Borrelien im Blut von Tieren und Menschen ist jedoch nahezu unmöglich, denn serologischen Tests mangelt es an Zuverlässigkeit. Darüber hinaus liefern diese keine Aussagen über das Vorliegen einer aktiven Infektion.   

Einen völlig neuartigen Ansatz verfolgen Forschungsgruppen des Instituts für Medizin der Radboud Universität in den Niederlanden. Sie konzentrieren sich auf die Interaktion der Borrelien mit dem zellulären Immunsystem. Ergebnis ist die Entwicklung eines Tests zur Erkennung einer aktiven Borrelieninfektion.   

Die Symptome einer Borreliose-Erkrankung sind vielfältig, man spricht daher von einer multisystemischen Krankheit. Bei Pferden können Borrelien beispielsweise zu Muskelverspannungen, Gelenkproblemen in Verbindung mit wechselnden Lahmheiten, diversen Organerkrankungen sowie erhöhter Allergieanfälligkeit führen. Auch neurologische Ausfallerscheinungen, wie Head Shaking, und eine gesteigerte Infektionsanfälligkeit werden dieser Krankheit zugeordnet. Die chronische Borreliose entwickelt sich meist nicht unmittelbar nach einem Zeckenstich, sondern erst nach längerer Zeit und in unterschiedlicher Ausprägung.   

Ein auf Diagnostiktests spezialisiertes Unternehmen in Mellrichstadt hat in Zusammenarbeit mit der niederländischen Radboud Universität sowie der Universität von Colorado in Boulder, USA, eine Untersuchungsmethode auf der Basis von Vollblut entwickelt. Mit deren Hilfe kann sowohl im akuten Fall eines Zeckenbisses als auch bei chronischen Erkrankungen mit Verdacht auf Borreliose eine valide Aussage über eine mögliche Infektion mit Borrelien getätigt werden. Im Gegensatz zu den bisherigen Verfahren wird bei dieser Neuentwicklung die primäre Immunreaktion überprüft, mit der die Borrelien zuerst abgewehrt werden. Der Test ermöglicht es darüber hinaus, den Erfolg einer Antibiotika-Behandlung zu kontrollieren.   

Zur Durchführung des Tests wird eine Blutprobe entnommen, am selben Tag an das Labor geschickt und binnen einer Woche auf das Vorhandensein einer Borrelieninfektion ausgewertet.

Anke Klabunde, www.aid.de

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Zeckenkeim infiziert vor allem Abwehrgeschwächte
« Antwort #1 am: 31. Mai 2014, 20:07 »





Neoehrlichia: Zeckenkeim infiziert vor allem Abwehrgeschwächte

Mittwoch, 28. Mai 2014
Göteborg – Infektionen mit Candidatus Neoehrlichia mikurensis, kurz Neoehrlichia, einem vor einigen Jahren in Zecken entdeckten Bakterium, können tödlich enden. Gefährdet sind nach einer Studie in Clinical Infectious Diseases (2014; doi: 10.1093/cid/ciu189) vor allem Menschen, die mit Immunsuppressiva behandelt wurden oder denen die Milz entfernt worden war.

Neoehrlichia gehört zu den obligat intrazellulären Bakterien, die nicht in Kulturen vermehrt werden können und deshalb lange Zeit nur schwer nachweisbar waren. Dies änderte sich nach der Entwicklung von Gentests, mit denen die Erreger-DNA über­raschend häufig im Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus) nachgewiesen wurde, der in Europa auch der wichtigste Überträger von Lyme-Borreliose und der Frühsommer-Meningoenzephalitis ist.

Zunächst wurde Neoehrlichia als ungefährlich für den Menschen eingestuft. Dies änderte sich 2007, als Mediziner der Sahlgrenska Akademie in Göteborg einen 77 Jahre alten Mann mit chronischer B-Zell-Leukämie behandelten, der an rezidivierendem Fieber, erysipel-artigen Hautausschlägen und Anämie sowie tiefen Venenthrombosen erkrankt war. Der Patient war die erste dokumentierte Neoehrlichiose beim Menschen. Er erholte sich nach einer Behandlung mit Doxycyclin.

Ein 2008 an der Universität Erlangen behandelter 57-jähriger Mann überlebte die Erkrankung dagegen nicht. Er war nach drei Tagen mit Kopfschmerzen von seiner Frau bewusstlos aufgefunden worden. In der Klinik wurden schwere Hirnblutungen festgestellt, die Entwicklung hoher Temperaturen und ein Lungeninfiltrat im Röntgenthorax weckten den Verdacht auf eine Infektion, doch der Nachweis von Neoehrlichia gelang erst postmortal.

    Abstract der Studie in Clinical Infectious Diseases
    Pressemitteilung der Sahlgrenska Akademie
    Fallberichte aus Erlangen

Der Erlanger Patient war vormals gesund gewesen und bildete damit wahrscheinlich eine Ausnahme, wie ein internationales Forscherteaum um Christine Wennerås von der Sahlgrenska Akademie jetzt berichtet. Die Forscher haben elf von 19 bisher dokumen­tierten Erkrankungen ausgewertet. Sie waren in den letzten Jahren in Deutschland, der Schweiz, Tschechien und Schweden aufgetreten. Das Durchschnittsalter der zumeist männlichen Patienten betrug 67 Jahre. Bis auf den Patienten aus Erlangen hatten alle immunsupprimierende Medikamente eingenommen und die meisten (8 von 11) waren splenektomiert. Weniger als die Hälfte konnte sich an einen Zeckenbiss erinnern.

Die häufigsten Symptome waren Fieber (11 von 11) und lokalisierte Schmerzen an Muskeln und/oder Gelenken (8 von 11). Auffällig waren ein häufiges Auftreten von Gefäßkomplikationen (6 von 11) wie tiefen Venenthrombosen (4), transitorischen ischämischen Attacken (2), Lungenembolien (1) und arteriellen Aneurysmen (1).

Typische Laborbefunde waren ein Anstieg des
C-reaktiven Proteins, eine 
Leukozytose mit Neutrophilie und
Anämie.

Von den Symptomen bis zur Diagnose vergingen median 2 Monate. Die Symptome wurden zuerst fälschlicherweise der Grunderkrankung zugeschrieben und mit immunsupprimierenden Medikamenten behandelt. Nach der Diagnose erwies sich eine Behandlung mit Doxycyclin als wirksam.

© rme/aerzteblatt.de

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58861


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Was ist FSME und wie schützt man sich?
« Antwort #3 am: 22. Juni 2018, 23:52 »