Autor Thema: Krebsforschung bei Ernährung  (Gelesen 2412 mal)

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Geri

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Krebsforschung bei Ernährung
« am: 20. Februar 2014, 22:51 »




Ketogene Ernährung bei Krebs

Krebszellen brauchen enorm viel Zucker, gibt man ihnen aber keinen mehr, verlieren sie ihre Lebensgrundlage.

21.06.2013 | 13:30 |   (DiePresse.com)

Man kann mit Essen den Krebs zwar nicht heilen, aber den Körper im Kampf gegen die Krankheit unterstützen. Ernährungsexperten setzen dabei immer öfter auf ketogene Ernährung, eine kohlenhydratreduzierte Ernährungsform. Viele Grundnahrungsmittel enthalten einen hohen Anteil an verwertbaren Kohlenhydrate, die bei der Verdauung sehr schnell Glukose (Einfachzucker) freisetzen. Und das ist der Punkt: Denn Krebszellen brauchen enorm viel Zucker, gibt man ihnen aber keinen mehr, verlieren sie ihre Lebensgrundlage. Das Universitätsklinikum Würzburg hat sogar eine Broschüre zu diesem Thema herausgebracht.

Ketogene Ernährung wird bereits bei Epilepsien bei Kindern eingesetzt. Vereinzelte Beobachtungen gaben Anlass zur Hoffnung, dass die ketogene Diät auch das Fortschreiten einer Tumorerkrankung aufhalten bzw. verlangsamen könnte. Wie die Würzburger Wissenschaftler erläuterten, könnte diese Ernährungsform zudem die Nebenwirkungen wie Müdigkeit oder Übelkeit reduzieren sowie den Gewichtsverlust und den damit verbundenen Verlust der Muskelmasse reduzieren.

Weniger Zucker, weniger Wachstum

Krebszellen sind gefräßig und besitzen viel mehr Insulinrezeptoren als gesunde Zellen. "Eine gesunde Zelle hat eine, eine kranke 30 Insulinrezeptoren", erklärte die Tiroler Diätologin Daniela Pfeifer. Viele Krebszellen können einen Großteil ihrer Energie nicht wie gesunde Zellen aus der Zellatmung und dem Abbau von Fetten durch die übliche Verbrennung gewinnen, sondern sind abhängig von der Vergärung von Zucker. Allerdings braucht die Gärung sehr große Mengen an Glukose, somit sind die Krebszellen abhängig von einer ausreichenden Versorgung mit dem Zucker. Wird den Krebszellen jedoch der Zucker komplett entzogen, so können sie nur schlecht wachsen, meinte Pfeifer.

Hinzu kommt, dass bei der Vergärung von Glukose massiv Milchsäure anfällt, die einerseits die Krebszelle schützt und andererseits angrenzende gesunde Zellen schwächt, erklärte Pfeifer. So wird es den Tumorzellen erleichtert, in das umliegende, gesunde Gewebe einzudringen. Mit diesen Überlegungen hat die Tiroler Ernährungsexpertin, die viele Krebspatienten zu ihrer Klientel zählt, neue Überlegungen angestrebt: "Bisher dachte ich, dass das Eiweiß für die Patienten wichtiger ist, damit sie nicht an Kraft verlieren, aber dass die Reduktion der Kohlenhydrate eine so wichtige Rolle spielt, war mir nicht klar."

50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag

Denn der Einfachzucker kommt praktisch überall vor, in Getreiden, Nudeln, Reis, Erdäpfel oder Obst. "Ich habe versucht, in Zukunft bei den Empfehlungen die Kohlenhydratmengen soweit zu reduzieren, dass es für den Patienten noch lebbar ist", erzählte Pfeifer. Die Würzburger Klinik empfahl gar 50 Gramm Kohlenhydrate pro Tag, damit die gesunden Zellen auf die Verwertung von Fettsäuren und Ketonkörpern umstellt und der Körper den Stoffwechselzustand Ketose erreicht. Denn dann ist der Hauptlieferant für die Zellen nicht mehr die Glukose, sondern Fettsäuren und Ketonkörper.

Wie wichtig den Krebszellen die Glukose ist, zeigt auch die Krebsdiagnose mittels PET-Scan (Positronen-Emissions-Tomographie): Für einen PET-Scan wird radioaktive Glukose in den Körper injiziert. Krebszellen absorbieren Glukose in der Regel viel schneller als normale Zellen, sodass sie im PET-Scan aufleuchten. "80 Prozent der Krebsarten reagieren auf Glukose", so Pfeifer.

Umstellung dauert zwei Wochen

Betroffene, denen eine ketogene Ernährungsform empfohlen wird, reagieren unterschiedlich. Ein Leben ohne Zucker, Nudeln, Reis oder Erdäpfeln scheint für viele schwierig. "Ernährung ist was äußerst Privates. Es ist schwierig, wenn sich jemand nicht für Ernährung interessiert, und dann will man ihm etwas Strenges wie eine Kohlenhydratreduktion nahe bringen", meinte Pfeifer. "Die einen reduzieren die Kohlenhydrate, streichen sie aber nicht, andere steigen gleich auf ketogene Ernährung um und hungern damit den Krebs aus." Nach Angaben der Diätologin dauert die Umstellung 14 Tage bis vier Wochen, bis es dem Betroffenen nicht mehr schwer fällt. Für Fast-Food-Junkies und Süßigkeitenfans ist die Umstellung allerdings ebenso schwer wie für ältere Menschen.

Dennoch: Der Bedeutung der Ernährung bei Krebs wurde noch zu wenig Beachtung geschenkt. "Es gibt noch viel zu wenige Studien darüber", so Pfeifer, obwohl es erste wissenschaftliche Berichte darüber bereits um 1890 gegeben habe. Die Expertin hat vieles auch in Eigenregie getestet, um kohlenhydratarme Speisen zu kreieren. "Zuerst hab ich meinen Nüchternblutzucker gemessen, dann gekocht, gegessen und wieder gemessen und geschaut, wie weit der Blutzucker hochfährt", so Pfeifer. "Es ist eine spannende Sache, wie unterschiedlich der Blutzuckerspiegel der Menschen reagiert, wenn sie etwa einen Schokoriegel oder einen Apfel essen." Während der eine mit dem Genuss eines Apfels wieder aus der Ketose fällt, ist dies für einen anderen völlig unbedenklich.

(APA)

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Frankreich will Krebsmortalität um die Hälfte senken

Donnerstag, 20. Februar 2014

Paris – Rund 1,5 Milliarden Euro wird Frankreich von 2014 bis 2019 im Rahmen seines dritten sogenannten Anti-Krebs-Planes investieren. Das erklärte Staatspräsident François Hollande in Paris. „Auch wenn heute in Frankreich die Hälfte der Krebsfälle geheilt werden kann, so sterben jährlich 150.000 Patienten durch die Krankheit“, teilte die Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland mit. Dies liege vor allem „an der mangelnden Früherkennung und Behandlung, an der Lebensführung vor und nach einer Erkrankung und am stärkeren Tabakkonsum“, so die Botschaft. Der neue Plan umfasst vier Leitgedanken mit 17 Einzelmaßnahmen:

„Mehr Patienten heilen“ ist der erste Leitgedanke. Medizinische Fortschritte wie neue Diagnose- und Früherkennungsmethoden sollen dazu beitragen. Der Plan zielt aber auch darauf ab, soziale und territoriale Ungleichheiten abzubauen. „Außerdem wird der Austausch der Ärzte untereinander mit der vollständigen Umsetzung der Krebspatienten­akte bis Ende 2015 nachhaltig verbessert“, heißt es in einer Mitteilung der französischen Regierung.

Der zweite Leitgedanke zielt auf die Lebensqualität: Eine umfassende und auf den Patienten zugeschnittene Versorgung soll diese steigern.

    Gröhe will Kampf gegen Krebs verstärken

Prävention ist die dritte Säule des Planes: Sie soll die Zahl der Krebstoten in den kommenden 20 Jahren um die Hälfte reduzieren. „Aus diesem Grund wird der Schwerpunkt der http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/57685