Autor Thema: Osteoporose - Ernährung  (Gelesen 5319 mal)

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christina62

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Osteoporose - Ernährung
« am: 26. Juni 2007, 16:13 »
Therapie und Prophylaxe > Ernährung


Wenn über Osteoporosevorbeugung gesprochen werden soll, muss man sich des Stellenwertes des Kalziums in unserer Ernährung bewusst werden.
Man führe sich vor Augen, dass beim gesunden Menschen täglich 400 mg Kalzium über Harn und Stuhl ausgeschieden werden. Um diesen Mineralbedarf also decken zu können, muss aufgrund der relativ trägen Kalziumaufnahme im Darmbereich wesentlich mehr über die Ernährung zugeführt werden.

Da nur etwa ein Drittel des Kalziums aus der Nahrung von der Darmschleimhaut aufgenommen wird, errechnet sich für Erwachsene eine optimale tägliche Zufuhr von etwa 1200 mg Kalzium.
Kinder und Jugendliche haben eine etwas effektivere Kalziumaufnahme, benötigen aber dennoch aufgrund des Mehrbedarfs in der Entwicklung Mengen um 1500 mg pro Tag.

Bei älteren Menschen sind die Bedingungen der Kalziumaufnahme am schlechtesten, hier müssten Werte von 1500 mg Kalzium als unterste Grenze angesehen werden. Es ist also ein Trugschluss zu meinen, dass „ausgewachsene“ Erwachsene weniger Kalzium benötigen.

Geht man von einem täglichen Bedarf von 1500 mg Kalzium aus, entspricht das einer Menge von jeweils:

1,2 l Milch,
1,2 l Joghurt,
19 dag Edamerkäse,
17 dag Tilsiterkäse,
14 dag Emmentalerkäse,
1,5 kg Cottagekäse,
1,5 kg Topfen,
37 Eier,
2,6 kg Weizenbrot,
4 kg Kopfsalat
6 kg Nudeln
10 kg Kalbfleisch,
13 kg Reis
16 kg Kartoffel,
34 kg Apfelmus,
50 l dunkles Vollbier



Es ist unschwer zu erkennen, dass alle Milchprodukte absolute Spitzenreiter unter den Kalziumlieferanten sind. Für eine adäquate Kalziumversorgung sind Milch und Milchprodukte also unentbehrlich. Eltern sollten von der besonderen Bedeutung der Schulmilchaktion wissen, auf diese Weise deckt das Kind doch etwa 40 % seines Tagesbedarfs an Kalzium.

Die einzigen kalziumreichen Gemüsesorten wie Kresse und Kohl sind, bezogen auf eine vernünftige Menge, bestenfalls als begleitende Kalziumlieferanten anzusehen.




Phosphate, wie sie im Fleisch, aber auch reichlich in Fleischbrühe, Nüssen, Pilzen, Bohnen, Linsen, in Cola und anderen 'Limos" enthalten sind, binden im Magen-Darm-Trakt das Kalzium und behindern so dessen Aufnahme.
Gleichzeitige Magnesium - Einnahme behindert ebenfalls die Calcium - Aufnahme im Darm. Dieser Umstand sollte vor allem dann beachtet werden, wenn aus anderen medizinischen Gründen Magnesium – Präparate verordnet wurden. In diesem Fall ist auf einen ausreichenden zeitlichen Abstand zwischen der Einnahme der Kalziumpräparate und der Magnesiumpräparate zu achten.
Außerdem gibt es auch Nahrungsmittel, die die Kalziumaufnahme direkt blockieren, wie Tomaten, Spinat, Rhabarber und Paprika.
Nahrungsmittel die das Kalzium nur schwer „abgeben" sind z.B. Kleie und andere faserreiche Stoffe.


http://www.osteoporose.co.at/ernaehrung.html
« Letzte Änderung: 26. Juni 2007, 16:17 von christina62 »
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christina62

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Osteoporose - Calzium -Tagesbedarf
« Antwort #1 am: 26. Juni 2007, 16:21 »
WIE KANN MAN DEN TÄGLICHEN CALCIUMBEDARF ABDECKEN:


¼ l Joghurt + ¼ l Milch + 1 Grahamweckerl + 30g Emmentaler (2 Sch)
= 960 mg Calcium


ODER

¼ l Joghurt + ¼ l Buttermilch + 1/8 l Milch + 50g Emmentaler (3 Sch)
+ 200g Vollkornbrot (4 Sch) + 200g Broccoli

= 1472 mg Calcium

Bei Lactoseintoleranz bzw. Abneigung gegen Milch und Joghurt:

200g Vollkornbrot (4 Sch) + 75g Bergkäse (4 Sch) + 1 Orange
+ 200g Broccoli + 200g Zander + 1,5 l Juvina
= 1556 mg Calcium



Bei weiteren Fragen können Sie sich jederzeit an mich wenden:

Annemarie Brunec-Šćerbe-Saiko
Dipl. Diätassistentin & ernährungsmedizinische Beraterin

Krankenhaus der Darmzentrum Wienzeile
Barmherzigen Schwestern Ordination Prim.Univ.Prof.Dr.Wunderlich
Stumpergasse 13 Linke Wienzeile 62
A-1060 Wien A-1060 Wien


e-mail: annemarie.brunec@bhs.at
e-mail: annemarie.brunec@utanet.at
« Letzte Änderung: 26. Juni 2007, 16:22 von christina62 »
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Jutta

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Osteoporose - Kalzium für die Knochen durch ............
« Antwort #2 am: 26. März 2008, 16:20 »

Kalzium zur Osteoporosevorbeugung

Käsebrot oder Kalziumtabletten?

Tausende Frauen – besonders nach den Wechseljahren - greifen täglich zu
kombinierten Kalzium und Vitamin D-Tabletten. In der Hoffnung, so der
Osteoporose, landläufig auch „Knochenschwund“ genannt, vorzubeugen. Bei
der Erkrankung demineralisiert der Knochen, d.h. er verliert an
Substanz, wird porös und dadurch anfälliger für Brüche. Um das zu
verhindern, empfehlen Ärzte täglich mindestens 500 Milligramm bis ein
Gramm des Knochenbausteins Kalzium zu sich zu nehmen.

Neue Studie - Nichts ist ohne Risiko
Doch offenbar können Kalziumtabletten das Risiko für Herzinfarkt
erhöhen. Das jedenfalls legt eine neuseeländische Studie nahe, die
jüngst im „British Medical Journal“ veröffentlicht wurde. Die
Wissenschaftler untersuchten knapp 1.500 Frauen nach den Wechseljahren.
Die eine Hälfte dieser Frauen hatte fünf Jahre lang täglich eine
Kalzium-Tablette genommen, die anderen ein Placebo (Mittel ohne
Wirkstoff). Die Frauen, die die Kalzium-Tabletten nahmen, erlitten
häufiger Herzinfarkte. Auch das Risiko von Schlaganfällen stieg. Deshalb
empfehlen Experten Frauen, die Kalzium nehmen, bei nächster Gelegenheit
– also ohne Hektik – sich beim Hausarzt oder Frauenarzt zu erkundigen,
ob das noch notwendig ist.

Kalzium in Nahrungsmitteln
Viele Experten plädieren ohnehin für Käsebrot statt Kalziumtablette. Ein
Gramm Kalzium pro Tag, das entspricht zum Beispiel einem halben Liter
Milch und zwei Scheiben Schnittkäse. Wer kein Fan von Milch, Quark oder
Joghurt ist, kann auch zu kalziumreichen Gemüsesorten greifen. 100 Gramm
grüne Bohnen enthalten ebensoviel Kalzium wie 100 Gramm Milch. Auch
Brokkoli, Porree- oder Petersilienblatt, Löwenzahn, Kichererbsen, weiße
Bohnen oder Fenchel sind gute Kalzium-Lieferanten, ebenso kalziumhaltige
Mineralwässer.

Vitamin D und Bewegung
Kalzium ist aber nur ein Baustein für einen gesunden Knochenbau. Denn
das Kalzium kann nur optimal verwertet werden, wenn ausreichend Vitamin
D vorhanden ist. Das kann der Körper zwar selbst bilden, dafür muss man
aber regelmäßig an die frische Luft gehen. Täglich etwa eine halbe
Stunde im Freien, empfehlen die Experten. Dabei sollte man sich
ordentlich bewegen, zum Beispiel Fahrrad fahren, im flotten Schritt
einkaufen oder gar joggen. Denn körperliche Aktivität festigt den
Knochen und erhält die Knochenmasse. Je früher man damit anfängt, desto
besser.

Keine Hormon-Ersatztherapie zur Prophylaxe
Lange Zeit galt nach den Wechseljahren die Hormon-Ersatztherapie als
Osteoporoseschutz. Nach heutigem Forschungsstand ist diese Empfehlung
nicht mehr aufrecht zu halten. Denn der Schutz vor Knochbrüchen besteht
nur bei Langzeiteinnahme. Bei dieser steigt jedoch auch das Risiko an
Brustkrebs oder Herz-Kreislaufkrankheiten zu erkranken.

Informationen:

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet Informationen
zu Osteoporose und deren Vorbeugung:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
Ostmerheimer Str. 220, 51109 Köln
http://www.frauengesundheitsportal.de / Stichwort: Osteoporose

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