Autor Thema: Prostakrebs: Selen, Tomaten, Kohl, Brokkoli, Vit.E,Calzium,Granatapfel .........  (Gelesen 4930 mal)

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Werner

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Kohl und Brokkoli haben einen Effekt »

«Tages-Anzeiger» vom 22.3.2006, Seite 36, Zürich/Schweiz
Welche Lebensmittel, Vitamine und Mineralien schützen vor Prostatakrebs? Tomaten bringen nichts, Vitamin E hilft – wenn überhaupt – nur den Rauchern.
Mit Alan R. Kristal* sprach Martina Frei in Zuoz

Herr Professor Kristal, Sie beschäftigen sich seit Jahren mit dem Zusammenhang zwischen Ernährung und Krebserkrankungen. Welche Vitamine oder Spurenelemente nehmen Sie selbst?
Nichts. Ich habe sogar aufgehört, Selen zu schlucken.
Das Spurenelement Selen kann angeblich das Risiko für Prostatakrebs um bis zu 50 Prozent mindern. Warum nehmen Sie es dann nicht mehr?
Ehrlich gesagt, ich bin schlicht zu faul. Unveröffentlichten Daten zufolge schaden bis zu 200 Mikrogramm Selen pro Tag nicht. Es scheint sogar die Entwicklung von Krebsvorstufen hin zu manifesten Krebserkrankungen zu verlangsamen. Ich vermute aber, dass es vor allem bei Menschen mit bestimmten genetischen Charakteristika wirkt. Selen ist nötig für spezielle Enzyme. Diese Enzyme helfen, das Erbgut, die DNA, vor Oxidation zu schützen. Je nach genetischer Ausstattung haben Menschen mehr oder weniger der Transportproteine, die das Selen in die Zellen bringen.
Also nützt es nichts, wenn jeder Mann Selen nimmt?
Das nehme ich an. Es wirkt nur bei bestimmten Menschen, aber es wird noch eine Weile dauern, bis wir das wissen. Wir müssten die Leute auf solche genetischen Unterschiede hin testen und dann an ihnen die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln untersuchen. Wenn wir es allen geben, unterschätzen wir den wahren Effekt. Es gibt eine Menge Leute, die viel Geld mit Analysen machen, die Ihnen sagen sollen, welche Vitamine und Mineralien Sie nehmen sollten. Das bringt gar nichts.
Was soll Mann essen, um sich vor Prostatakrebs zu schützen?
Wir haben immer mehr Hinweise darauf, dass Kohl, Brokkoli und Rosenkohl einen Effekt haben. Sie haben jedenfalls eine Wirkung bei den 50 Prozent der Bevölkerung, bei denen ein bestimmtes Gen inaktiv ist. Je besser wir die biologischen Mechanismen kennen, wie Kohlgemüse auf Krebszellen wirkt, umso besser können wir die Studien planen und umso konsistenter werden die Ergebnisse.
Schützt ein Glas Rotwein zusätzlich?
Das ist ziemlich unwahrscheinlich. Es gibt nur eine Studie, die einen Effekt gezeigt hat, und die hat meines Erachtens Mängel. In allen anderen Studien hatte Rotwein keinen Einfluss auf die Rate an Prostatakrebs.
Lycopen, das vor allem in Tomaten und Tomatenmark vorhanden ist, galt jahrelang als Prostataschutz. Was halten Sie davon?
Das klang anfangs gut. Lycopen ist ein sehr starkes Antioxidans. Die Hypothese, dass in Tomatensauce konzentriertes Lycopen vor Prostatakrebs schützt, war auch biologisch absolut plausibel. Aber als man mehr Studien dazu gemacht hat, hat man gesehen, dass die Ergebnisse nicht reproduzierbar sind. Es läuft immer nach demselben Muster: Irgendjemand findet etwas sehr Interessantes heraus. Dann sollte man warten und die Studien, die durchgeführt werden, genau anschauen.
Worauf achten Sie dabei?
In der Epidemiologie gibt es verschiedene Arten von Studien: Sie können einfach nur erfassen, was die Leute essen und tun, und beobachten, woran sie erkranken. In diesem Fall müssen Sie die Studien in verschiedensten Bevölkerungen durchführen; sie müssen reproduzierbare Ergebnisse liefern, und es muss eine biologische Erklärung geben, warum etwas helfen soll.
Sie können den Studienteilnehmern aber auch per Los verschiedene Diäten verordnen und dann vergleichen. Das führt zu verlässlicheren Resultaten, als nur zu beobachten.
Genau das wurde bei der « Women’s Health Initiative Study » ( WHI) gemacht. Nach rund siebenjähriger Behandlung von Frauen nach der Menopause kam heraus, dass eine fettarme Ernährung nicht vor Dickdarm- oder Brustkrebs schützt. Das wirft die bisherigen Annahmen über den Haufen. Was stimmt nun?
Wenn man die Ergebnisse genau anschaut, sieht man, dass die Brustkrebsraten der Frauen, die sich fettarm ernähren sollten, und derjenigen, die wie gewohnt assen, Jahr um Jahr weiter auseinander driften. Hätte man die Studie ein Jahr länger durchführen können, wäre der Unterschied zwischen den beiden Gruppen wahrscheinlich so gross geworden, dass das wohl kein Zufall mehr ist. Aber man musste abbrechen; um die Studie weiterzuführen, fehlte das Geld.
Mehrere Zehntausend Frauen wurden dort per Los den verschiedenen Behandlungsgruppen zugeteilt – und trotzdem zweifeln sie das Fazit an?
Ein Problem bei diesen so genannten randomisierten Studien ist, dass man Zehntausende von Männern und Frauen bittet, ihre Ernährungsgewohnheiten sieben Jahre oder länger umzustellen – und das machen die Leute nicht. Während einer kurzen Medikamentenstudie ist das viel einfacher. Bei der WHI- Studie haben wir auf alle möglichen Arten versucht, die Studienteilnehmerinnen zu motivieren. Aber ich glaube nicht, dass sie sich über die Dauer von sieben Jahren wirklich gut an die Diät gehalten haben. Eine 75- Jährige sagte mir zum Beispiel: « Das Leben ist zu kurz, um sich an diese Diät zu halten. »
Zurück zum Prostatakrebs: Wie steht es mit Kalzium als Schutz?
Ich rate Männern davon ab, hoch dosierte Kalzium- Supplements zu nehmen. Alle Beobachtungsstudien zeigen, dass fortgeschrittene Prostatakrebserkrankungen bei denjenigen, die hoch dosiertes Kalzium nehmen, häufiger vorkommen. Andererseits scheint Kalzium die Bildung von Dickdarmpolypen, die sich zum Darmkrebs weiterentwickeln können, zu vermindern. Man muss da eine Balance finden. Ich würde täglich nicht mehr als 1000 Milligramm Kalzium zu mir nehmen, das entspricht maximal drei Gläsern Milch.
Vitamin E zeigte in einer Studie zur Verhütung von Lungenkrebs keinen Einfluss auf das Entstehen von Lungenkrebs, aber es hat das Risiko für Prostatakrebs gesenkt. Soll Mann Vitamin E nehmen?
Dieser Befund war ein unerwartetes Ergebnis. In anderen grossen Studien, bei denen der Einfluss des Vitamins auf Herzgefäss- Erkrankungen untersucht wurde, hatte es keinen Effekt auf Prostatakrebs. Es könnte aber sein, dass Vitamin E bei Rauchern das Risiko für Prostatakrebs reduziert.
Korreliert das Gewicht mit dem Prostatakrebsrisiko?
Wer dick ist, hat ein rund dreifach höheres Risiko, an Prostatakrebs zu sterben. Die Prostatatumoren bei dicken Männern sind im Durchschnitt bösartiger als diejenigen bei Normalgewichtigen. Fettleibigkeit hat im Körper denselben Effekt wie eine konstante Entzündung; vergleichbar einer Nagelbettentzündung, aber am ganzen Körper und die ganze Zeit. Vermutlich bringt dieser Zustand Tumorzellen zum Wachsen. Meine Erfahrung ist: Männer haben Todesangst vor Prostatakrebs. Falls also jemand noch einen Grund zum Abnehmen braucht: Hier ist er.
Ich rate Männern davon ab, hoch dosierte Kalzium- Supplements zu nehmen.
* Alan R. Kristal ist Epidemiologe am Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle, USA


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« Letzte Änderung: 06. Juli 2007, 09:35 von admin »

Jutta

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Prostakrebs: Granatapfel
« Antwort #1 am: 28. Juni 2009, 17:21 »

 Prostatakrebs: Verzögert Granatapfelsaft das Fortschreiten?

Männer, die an Prostatakrebs erkrankt und bereits behandelt worden sind, könnten vom regelmäßigen Konsum von Granatapfelsaft profitieren. Dies legt eine Langzeitstudie nahe, die dieser Tage bei der Konferenz der American Urological Association präsentiert wurde. Nach den Ergebnissen von Allan J. Pantuck und Kollegen kann der Fruchtsaft das Wiederauftreten eines Prostatakarzinoms im Anschluss an eine Therapie zeitlich verzögern.

Das Forscherteam, dessen Studie im "Journal of Urology" veröffentlicht wurde, hatte 48 Patienten sechs Jahre lang begleitet. Den Probanden war gemeinsam, dass sie auch nach der Behandlung mittels chirurgischen Eingriffs oder Strahlentherapie erhöhte Werte des Prostataspezifischen Antigens (PSA) zeigten. Steigende PSA-Werte nach einer Therapie gelten als ein Hinweis darauf, dass die Krebserkrankung nicht geheilt werden konnte und es zu einem erneuten Auftreten des Karzinoms kommt.

Im Zuge der Studie tranken die Patienten täglich eine festgelegte Menge an Granatapfelsaft. Verglichen mit Probanden, die den Saft nicht tranken, schritt die Krebserkrankung bei den Männern aus der Granatapfel-Gruppe langsamer voran, berichtete das Forscherteam. Die Studie, die weiterhin läuft, lieferte auch Hinweise darauf, dass manche Patienten offenbar stärker auf den Saft reagieren als andere. In der nächsten Phase der Untersuchung sollen die möglichen Vorzüge des Getränks im Zuge eines Vergleichs mit Scheinmedikamenten (Placebos) studiert werden, kündigen die Wissenschafter an.
ks
Quellen: The Journal of Urology; American Urological Association; eurekalert.org


Reinardo

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Hallo:-

Ich hatte nach Einnahme von Granatapfel-Elixier tatsächlich einen PSA-Rückgang. Es war der Effekt von Granatapfel-Elixier, da ich sonst nichts verändert hatte.
Es ist aber leider so gewesen, dass der Erfolg nur ein vorübergehender war, denn nach ca. 6 Monaten stieg der PSA-Wert wieder an.
Die hier zitierten Studienergebnisse sagen auch nichts aus über die Langzeitwirkungen. Immerhin bewirkt  ein vorübergehender Erfolg auf jeden Fall doch einen Aufschub der Progression.
Dann habe ich mir die Bestandteile des Elixiers genau angesehen und gefunden, dass pflanzliche Östrogene enthalten sind, von denen eine Anti-Krebswirkung ja bekannt ist. Das Wirkungsspektrum von Östrogenen ist sogar breiter als von normaler Hormontherapie, erfasst aber wie diese auch nur die weniger maligne Komponente des Krebses.
Trotz dieser Vorbehalte nehme ich auch jetzt noch tgl. 2 Esslöffel ein, da das Elixier ganz allgemein die Körpergesundheit fördert und damit ja auch die körpereigene Widerstandskraft gegen den Krebs.

Gruss, Reinardo

admin

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Prostatakrebs: Männer, esst (auch) viele Tomaten!
« Antwort #3 am: 28. Januar 2018, 19:21 »





Prostatakrebs: Männer, esst viele Tomaten!

speziell erhitzte Tomaten

Lycopin kommt als Farbstoff in Tomaten und Tomatenprodukten vor, aber auch in Pink Grapefruits, Wassermelonen und diversen anderen Obstsorten.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass sowohl die über die Nahrung aufgenommene Menge an Lycopin als auch die im Blut messbaren Lycopin-Werte deutlich mit der Reduzierung der Risikos für die Entstehung von Prostatakrebs verbunden war.

Wichtigste Quelle für natürliches Lycopin sind Tomaten – obwohl Wassermelonen und Pink Grapefruit pro 100g sogar noch etwas mehr davon enthalten. Wichtig: Die Aufnahme ist aus erhitzten Lebensmitteln besser als aus rohen, da durch die Hitze die Zellstrukturen aufgebrochen und Lycopin vermehrt freigesetzt wird. Im Vergleich mit den frischen Tomaten wird aus Tomatensuppen, Dosentomatenwie, Tomatensaft und Tomatenmark mehr von dem wertvollen Stoff resorbiert. Gerade Dosentomaten, die erst im reifen Zustand geerntet werden, weisen höhere Lycopin-Konzentrationen auf als Tomaten, die unreif geerntet werden (und nachreifen). Da Carotinoide grundsätzlich fettlöslich sind, verbessert sich die Resorption in Kombination mit fetthaltigen Lebensmitteln, was selbstverständlich auch für das Lycopin gilt. Werden frische Tomaten zusammen mit Fett erhitzt oder zerkleinert, erhöht sich die Bioverfügbarkeit des Lycopin. Studien haben gezeigt, dass die Verwendung von Olivenöl die Resorption besonders fördert – sie ist höher als bei Verwendung von Sonneblumenöl.

.................. http://docfood.info/maenner-esst-viele-tomaten-12263/