Autor Thema: Information  (Gelesen 8012 mal)

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admin

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Information
« am: 16. März 2007, 23:44 »
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« Letzte Änderung: 06. Juli 2007, 10:30 von admin »

Dietmar E.

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Häufige Blasenentzündungen können gefährlich werden!
« Antwort #1 am: 16. Mai 2007, 01:07 »

Wenn Antibiotika auf die Dauer versagen: Was tun bei rezidivierenden HWI?

Mainz, 27.04.07. Anlässlich des 3. Internationalen Kongresses der Europäischen Urogynaecological Association (EUGA), der am 27. und 28. April mit mehr als 400 Delegierten aus 19 Ländern in der Mainzer Rheingoldhalle stattfand, rief eine Gruppe von internationalen Medizinern und Wissenschaftlern, angeführt von Prof. Dr. med. Heinz Kölbl (Universitätsklinikum Mainz) und Prof. Stuart L. Stanton (St. George's Hospital London), dazu auf, bei den Reduktionsbemühungen von Krankheitsrisiken verstärkte Aufmerksamkeit auf die Ernährung zu lenken. So erläuterte Dr. Tero Kontiokari, Forschungsleiter und Dozent am Institut für Pädiatrie an der Universitätsklinik in Oulu (Finnland) am Rande des Treffens: „Seit den Römern haben wir gegen Krankheiten mit Hygienemaßnahmen gekämpft, aber auch schon über Ernährung als wichtigen Faktor diskutiert. Mit Fleming's Entdeckung von Penicillin in den 20ern, gerieten ernährungstechnische und andere Maßnahmen in Vergessenheit und wir glaubten an den Anbruch eines Zeitalters, in dem alle Infektionskrankheiten durch Penicillin und andere Antibiotika ausgemerzt werden können. Jetzt, mit Heraufdämmern von zunehmenden Resistenzen gegen Antibiotika, sind wir dabei, den Faktor Ernährung wieder zu entdecken.“ Amy Howell vom Rutgers University Institute for Blueberry and Cranberry Research (New Jersey/USA) ergänzte: “Wir konnten feststellen, dass nicht nur unausgewogene Ernährung, sondern auch bestimmte verdorbene Nahrungsmittel eine Ursache von chronischen Erkrankungen und sogar Krebs sein können, während andere Nahrungsmittel, insbesondere Cranberries, ein großes Potential in ihrer Anti-Adhäsionskraft gegen bestimmte schädliche Bakterien wie E.coli haben können, bei denen Antibiotika bereits zu versagen beginnen.“

Multi-resistente Bakterien wie MRSA (Methicillin resistant Staphylococcus aureus) und ESBL (extended spectrum beta-lactamases) sind weltweit auf dem Vormarsch, ohne dass neue Antibiotika in Sicht sind. Die Überdosierung und der Missbrauch von Antibiotika haben zu einem hohen Selektionsdruck geführt. Aber auch Unterdosierungen können das Wachstum von resistenten Bakterienpopulationen fördern. Multiresistente Bakterien haben wegen des internationalen Reise- und Handelsverkehrs heute gute Chancen, sich global auszubreiten. Um die Entwicklung und Verbreitung multi-resistenter Bakterien zu drosseln und die Prävention von Infektionen zu fördern, wurden nationale Strategien zur Überwachung, Weiterbildung und Forschung initiiert.

So berichtet Dr. Kaven Baessler von der Berliner Charité: „Die gesundheitliche und wirtschaftliche Bedeutung von Harnwegsinfektionen wird oft unterschätzt: mehr als 50 Prozent aller Frauen leiden mindestens einmal unter HWI. Davon werden 30 Prozent innerhalb der folgenden 6 Monaten ein Rezidiv erfahren und 50 Prozent innerhalb von 12 Monaten. 20% werden chronisch unter HWI leiden.“ Und die Bedrohung wächst: bereits in 10 bis 25 Prozent aller in Deutschland angelegten Kulturen sind multi-resistente E.coli Bakterien zu finden, so Baessler. Die HWI-Prävention sei daher nicht nur wichtiges Ziel für die Patienten, aber auch zur Reduktion des Einsatzes von Antibiotika und um so den Selektionsdruck Resistenzen entwickelnder Bakterienstämme zu reduzieren. In Kombination mit ausreichender Flüssigkeitszunahme, lokalem Östrogenen und vollständiger Harnentleerung, kann regelmäßiger Cranberrykonsum zu einer Reduktion von rezidividierenden HWI's führen. Eine klinische Studie, die von Kontiokari 2001 mit sexuell aktiven, gesunden, jungen Frauen durchgeführt wurde zeigte, dass der tägliche Genuss von Cranberry Fruchtsaftgetränk die Anzahl der HWI-Rezidive um 50 Prozent reduzieren konnte. Ein Jahr später stellte Amy Howel fest, dass der Genuss von 250 ml Fruchtsaftgetränk mit einem Cranberry-Anteil von 25 Prozent bis zu 12 Stunden Schutz vor bakterieller Adhäsion geben kann. Dies legt nahe, dass eine 250 ml Gabe morgens und abends E.coli davon abhalten kann, am Epithel des Harnwegsbereichs anzuheften.

Die Amerikanische Cranberry (Vaccinium macrocarpon) wurde in Nordamerika traditionell zur Gesunderhaltung der Harnwege genutzt, jedoch bis in jüngste Zeit wurde der Effekt durch die Übersäuerung des Urins vermutet. Neuere Studien gaben dann Hinweise, dass besondere Wirkstoffe in der Cranberry, Pronanthocyanidine, bindungsfähige uropathogene E. Coli mit P-Fimbrien am Andocken an den Harnwegs-Schleimhautzellen hemmen und so die Ansiedlung der Bakterien und die Ausbildung einer Infektion verhindern. Die nähere Beschäftigung mit den chemischen Strukturen der bioaktiven Cranberry Proanthocyanidine von einem niedrigen Molekulargewicht zeigte die Präsenz einer ungewöhnlichen doppelten A-Typ Interflavonolverbindung. Die in Deutschland und Österreich öfters hergestellte Assoziation der Cranberry mit der Preiselbeere (Vaccinium vitis-ideae) kommentiert Howell so: „Sie sind sich ähnlich, aber nicht gleich. Wenn es jedoch zur Häufigkeit doppelter A-Typ Interflavonolverbindungen kommt, dann ist die Cranberry die wirkliche Power-Berry.“

Download der Studien unter:
http://oceanspray.de/fachinfo.0.html
Benutzer: euga
Passwort: symposium

Howell AB, Vorsa N, Marderosian AD, Foo LY. Inhibition of the adherence of p-fimbriated Escherichia coli to uroepithelial-cell surfaces by proanthocyanidin extracts from cranberries. New England Journal of Medicine 1998; 339:1085.

Howell AB, Leahy M, Kurowska E, Guthrie N. In vivo evidence that cranberry proanthocyanidins inhibit adherence of p-fimbriated E. coli bacteria to uroepithelial cells. Federation of American Societies for Experimental Biology Journal 2001; 15:A284

Howell AB, Foxman B. Cranberry juice and adhesion of antibiotic-resistant uropathogens.
Journal of the American Medical Association 2002; 287:3082-3083.

Howell AB, Reed JD, McEniry B, Krueger CG, Cunningham DG. A-type cranberry proanthocyanidins and uropathogenic bacterial anti-adhesion activity, Phytochemistry 2005; 66: 2281-91.

Kontiokari T, Sundqvist K, Nuutinen M, Pokka T, Koskela M, Uhari M. Randomised trial of cranberry-lingonberry juice and
Lactobacillus GG drink for the prevention of urinary tract infections in women. British Medical Journal 2001; 322:1571-1575

Kontiokari T, Laitinen J, Jarvi L, Pokka T, Sundqvist K, Uhari M. Dietary factors protecting women from urinary tract infection. American Journal of Clinical Nutrition 2003; 77:600-604

TQ Communications Partner,
Peter-Michael Geissler, Grethenweg 82, 60598 Frankfurt am Main
Telefon 069-68606341, Fax 069-68606355, Email: pmgeissler@prcompartner.com

Ocean Spray, mit Hauptsitz in Lakeville Middleboro im Staat Massachusetts, USA, ist die Vertriebsorganisation von über 950 Produzenten von Cranberries und Grapefruits in den Vereinigten Staaten und Kanada. In Deutschland sind zum jetzigen Zeitpunkt 2 Produkte von Ocean Spray erhältlich: Cranberry Classic und Cranberry Classic Light. Die Firma Becker´s Bester übernimmt hierzulande den Vertrieb.
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Josef

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Blasenentzündung? Vielleicht einmal Uro-Vaxom
« Antwort #2 am: 23. März 2008, 20:22 »

Immer wieder Blasenentzündungen! Und chron. Entzündungen sind oft Ausgangslage für Krebs.

Ich verwende jetzt einmal Uro-Vaxom. Die Kasse zahlt es, aber nur nach neuerlicher Vorlage mit Diagnose.

Die Einnahme ist schwierig, nämlich nüchtern und danach glaublich 30 Minuten zuwarten.

Uro Vaxom hilft nicht sofort. Man muss täglich 1 Dragee einnehmen, 3 Monate, dann 3 Mo. Pause. Dann gäbe es eine

Erhaltungstherapie, glaublich 10 einnehmen, 20 Tage nicht, 3 Monate lang, dann wieder 3 Monate Pause.


Uro-Vaxom

Behandlung rezidivierender und chronischer

Harnwegsinfektionen, wie z. B. Zystitis, Pyelonephritis,

Urethritis, asymptomatische Bakteriurie.

 
Uro-Vaxom stimuliert die zelluläre und humorale

Immunität, wodurch es zu einer verstärkten

lokalen Immunantwort im Bereich

der Harnwege kommt.

 

Uro-Vaxom aktiviert die immunkompetenten

Zellen der Darmschleimhaut (z. B. in den

Peyer’schen Plaques).

Die Wirkung von Uro-Vaxom auf das Immunsystem

wurde tierexperimentell objektiviert

durch den Nachweis einer Stimulierung der

B-Lymphozyten und der NK-Zellen, einer Aktivierung

der peritonealen Makrophagen und

der Phagozytose, einer Stimulierung der sekretorischen

Immunglobuline (insbesondere

der IgA) sowie einer aktiven Infektionsabschirmung.

Beim Menschen wurde eine Stimulierung

der T-Lymphozyten und eine Induktion von

endogenem Interferon nachgewiesen. Das

sIgA im Harn steigt an.
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

Dietmar E.

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Blasenkrebs-Vorsorge (Nachsorge)
« Antwort #3 am: 08. Juni 2008, 13:03 »
Blasenkrebs:

Siehst du Blut im Harn, ist es 5 vor 12.
Kann nichts bedeuten, aber ich würde raschest einen Urologen aufsuchen.

Ansonsten zur Vorsorge "Blutsuche im Harn" mit Streifentest,
ggf. Wiederholung(en) und Medikamente,
ggf. Ultraschall.

Ähnlich der Nachsorge nach Blasenkrebs (im Detail alles hier im Forum: Auf der Hauptseite bei "Suche im Forum" das Suchwort eingeben, dann kommen die farbmarkierten Beiträge!):

nach Streifentest die
Harnkultur und
(Spontan)Harnzytologie (aber richtig!),
NMP22 Tumormarker (aber richtig!),
FISH-Test,
Ultraschall,
Fluoreszenzzystoskopie (keinesfalls nur Weißlicht, sondern Blaulicht mit Hexvix: bis zu 40 % mehr Tumore erkennbar als normal), mit Spülzytologie

Und bitte auch gleich (zumindest) den PSA-Test und diesen nach einer BCG-Behandlung regelmäßig, wegen Erkennen gefährlicher Nebenwirkungen!


Die Therapie und Nachsorge
hängt dann eindeutig von der Art des Tumors, sowie weiteren Parametern ab, die dir der Urologe gerne erklärt.
Diese (vorgenannten) Punkte sollen u. a. dabei sein:
nach Streifentest die
Harnkultur und
(Spontan)Harnzytologie (aber richtig!),
NMP22 Tumormarker (aber richtig!),
FISH-Test,
Ultraschall,
Fluoreszenzzystoskopie (keinesfalls nur Weißlicht, sondern Blaulicht mit Hexvix: bis zu 40 % mehr Tumore erkennbar als normal), mit Spülzytologie


Nicht komplett, aber eine sehr gute Erstinformation: http://www.lilly-pharma.de/fileadmin/media/lilly/broschueren/pm040153.pdf
« Letzte Änderung: 08. Juni 2008, 13:09 von Dietmar E. »
"Zu meiner Zeit gab es Dinge, die tat man, und Dinge, die man nicht tat, ja, es gab sogar eine korrekte Art, Dinge zu tun, die man nicht tat." (Sir Peter Ustinov)

Gitti

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Blasenkrebs? Vorsorge - Nachsorge!
« Antwort #4 am: 25. Dezember 2008, 17:41 »

Diesen Bericht von Dietmar finde ich super!

Besser kann man es nicht ausdrücken!

Danke!

Jutta

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Blasenkrebs durch Rauchen
« Antwort #5 am: 06. Januar 2009, 20:05 »
Harnblasenkrebs: Unterschätztes Risiko Rauchen

Zu Wenige wissen, dass Rauchen auch die Entstehung von Harnblasenkrebs begünstigt
      
Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs ist mittlerweile hinreichend bekannt. Doch die Schadstoffe, die beim Rauchen entstehen, belasten auch andere Organe des Körpers. So gehen bis zu 50 Prozent, also die Hälfte aller Krebserkrankungen der Harnblase vermutlich auf Zigarettenrauch zurück. Die Bevölkerung jedoch sei nur wenig über das erhöhte Risiko informiert. Das berichteten US-amerikanische Wissenschaftler im Journal of Urology nach einer zusammenfassenden Auswertung internationaler Studien, die in den Jahren 1975 bis 2007 zum Thema Rauchen und Harnblasenkrebs durchgeführt worden sind.

Während 98 Prozent der in den Studien befragten Erwachsenen Rauchen als Risikofaktor für Lungenkrebs nannten, wusste nur etwa ein Drittel von ihnen über das ebenfalls erhöhte Harnblasenkrebsrisiko Bescheid. Sogar von den an Harnblasenkrebs Erkrankten selbst kannte nur etwa jeder Fünfte den Risikofaktor Rauchen.

Die Wissenschaftler plädieren dafür, die Bevölkerung und insbesondere Krebspatienten besser über die Risiken des Rauchens bezüglich der Entstehung von Harnblasenkrebs aufzuklären. Gerade Patienten, bei denen der Krebs im Frühstadium erkannt und behandelt wird, könnten durch Aufgabe des Rauchens ihr Risiko für einen Krankheitsrückfall erheblich senken.


Quellen:
Journal of Urology (2008, 180(1):31-37) (englisch)
Medlineplus vom 30. Juli 2008 (englisch)

Jutta

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Blasenkrebs: Urologen machen mobil gegen das Rauchen
« Antwort #6 am: 06. Januar 2009, 20:08 »
Aktion Rauchfrei lädt zum Mitmachen ein
       
Rauchen verursacht Atemwegserkrankungen und Lungenkrebs – das ist hinlänglich bekannt. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Rauchen auch die Entstehung von Harnblasenkrebs fördert, der mit nahezu 30.000 Neuerkrankungen pro Jahr die zweithäufigste urologische Krebsart ist. Deutschlands Urologen machen deshalb mobil gegen das Rauchen: Sie unterstützen die Aktion "Rauchfrei 2008", die heute vom Deutschen Krebsforschungszentrum gestartet wird.

Durch die bundesweit größte Nichtraucherkampagne soll die breite Öffentlichkeit über die negativen Folgen des aktiven und passiven Rauchens informiert werden. Ziel ist es, möglichst viele Raucher zur Aufgabe ihrer Gewohnheit zu motivieren. Sie sollen vom 1. bis 29. Mai rauchfrei leben und damit den ersten Schritt zur Abgewöhnung schaffen.

Nach Ansicht der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. ist das seit Anfang des Jahres fast flächendeckend geltende Rauchverbot in öffentlichen Einrichtungen eine längst überfällige Maßnahme. Verbote allein reichten jedoch nicht aus. Aufklärung über die Gefahren des Rauchens und Angebote zur erfolgreichen Raucherentwöhnung seien notwendig, weshalb die wissenschaftliche Fachgesellschaft der Urologen auch die diesjährige Aktion Rauchfrei tatkräftig unterstützt.

Beteiligt sind zudem Tausende von Arztpraxen, Apotheken, Unternehmen, Schulen, Vereine, Verbände und Beratungsstellen in ganz Deutschland. Sie machen mit Postern und Aufklebern auf die Kampagne aufmerksam. Unter erfolgreichen Teilnehmern werden Preise verlost.

Informationen zum Thema Rauchen sowie Tipps zum Abgewöhnen im Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft

Werner

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Re: Information
« Antwort #7 am: 22. Juni 2009, 02:02 »

Blasenkrebs - Heimtückischer Krebs

03. März 2009, 15:26

      Der Blasenkrebs verhält sich meist über lange Zeit unauffällig
    *

Tiroler Experten spüren den Blasenkrebs mit vier verschiedenen Tests auf - Eine spezifische Früherkennungsmethode ist derzeit noch ausständig

„Die Assoziation mit dem Rauchen ist beim Blasenkarzinom ganz besonders groß", weiß Hannes Steiner, Facharzt für Urologie an der Medizinischen Universität in Innsbruck. Rauchen und Krebs sieht die Bevölkerung primär mit dem Lungenkrebs vergesellschaftet. Wie der Rauch in die Blase kommt, lässt sich jedoch erklären. Verschiedene schädliche Inhaltsstoffe der Zigarette werden über die Harnwege ausgeschieden und kumulieren auf diesem Weg hochkonzentriert in der Blase.

Nicht nur was das Rauchen anbelangt ist der Blasenkrebs ein missachtetes Kind unter den Karzinomen. Meist vergehen Jahre von der Entstehung der ersten entarteten Harnblasenzelle bis hin zur endgültigen Diagnose. Und wächst dann mitunter völlig beschwerdefrei vor sich hin. Untersuchungsmethoden, ihm früher auf die Spur zu kommen gibt es zwar, allerdings sind diese aufwendig und vor allem als spezifische Blasenkrebsfrüherkennungsmethode durch Studien derzeit noch nicht belegt.

Früherkennung in Tirol

Nicht zuletzt deshalb widmet der Innsbrucker Urologe seine Aufmerksamkeit gerade dem Krebs in der Blase. Gemeinsam mit seinem Team hat er 2007 in Tirol ein eigenes Früherkennungsprogramm eingerichtet. Zielgruppe ist die Hochrisikogruppe der starken Raucher. Steiner zählt Menschen dazu, die mehr als 40 Jahre lang täglich eine Packung Zigaretten rauchen oder 20 Jahre lang sogar zwei.

Im Rahmen dieser Einrichtung wird seither der Urin teilnehmender Raucher genau analysiert. Vier verschiedene Tests sind erforderlich, um signifikante Hinweise auf einen möglichen Verdacht zu bekommen. Dem Verdacht folgt, nach Einladung des betroffenen Rauchers, die Abklärung. Im Fall eines Blasenkarzinoms heißt das: Der gesamte Harntrakt, von der Niere bis zur Harnröhre hinunter, wird genau untersucht. Das inkludiert unter anderem eine Harnblasenspiegelung und eine bildgebende Darstellung dieser Region. Den endgültigen Beweis bringt die Histologie, nachdem das verdächtige Gewebe zuvor biopsiert worden ist.

Unauffälliger Tumor

„Die meisten Blasenkarzinome sind Urothelkarzinome, ausgehend vom Übergangsepithel in der Harnblase", erzählt Steiner von der histologischen Beschaffenheit dieser Tumore. Fast immer breiten sie sich diese oberflächlich an der Innenseite der Harnblase aus. Das ist einerseits gut, denn oberflächliche Wucherungen sind wesentlich weniger gefährlich wie invasiv wachsende. „Jedoch kann dieser Vorteil mitunter von Nachteil sein. Spätestens dann, wenn der oberflächlicher Tumor bereits die gesamte Blase ausfüllt, ohne dass ihn jemand bemerkt", ergänzt Steiner. Wie erwähnt, besitzt dieser Krebs keine spezifischen Frühsymptome. Nur manchmal warnt er die Betroffenen mit sichtbarem Blut im Urin oder auffällig häufigem Harndrang warnen.

So wie der PSA (Prostata spezifisches Antigen) mittlerweile fixer Bestandteil des Vorsorgeprogamms bei Prostatakarzinomen ist, wünscht sich Steiner eine bessere Methode zur Früherkennung von Blasenkarzinomen. „Die Kombination aus den vier Testmethoden ist noch lange nicht das gelbe vom Ei", so der Experte und hegt die Vision von einem einzigen aussagekräftigen Test, der die Früherkennung von Blasenkarzinomen deutlich vereinfachen würde. Derzeit werden die Harnproben unter anderem auf Blut, verdächtige Zellen, Zellabbauprodukte und Veränderungen der DNA untersucht. Eine Aufnahme in die Vorsorgeuntersuchung NEU macht allein die Aufwendigkeit dieser Verfahren unmöglich.

Rückkehr wahrscheinlich

Die Freude darüber, dass der Blasenkrebs auch bei ausgedehnter oberflächlicher Ausbreitung eine gute Prognose besitzt, verführt leider auch dazu ihn als „harmlosen" Krebs zu betrachten, der eine Früherkennung nicht zwingend erforderlich macht. Steiner warnt vor dieser gefährlichen Fehleinschätzung: „Der Blasenkrebs besitzt eine besonders hohe Neigung zu rezidivieren" Konkret kehrt der bösartige Tumor in 50% der Fälle innerhalb eines Jahres zurück. (Regina Philipp, DerStandard.at, 04.03.2009)
« Letzte Änderung: 22. Juni 2009, 02:13 von Werner »