Autor Thema: Krebs - News  (Gelesen 11893 mal)

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Krebs - News
« am: 17. Mai 2014, 00:38 »




http://www.oegho.at/die-oegho.html

08.04.2014

OeGHO-Studie zeigt Entwicklung der Krebsversorgung bis 2020 auf:

Zahl der Menschen mit der Diagnose Krebs wird dramatisch steigen – großer Handlungsbedarf bei Facharzt-Ausbildung für Hämatologie und internistische Onkologie

Die demographische Entwicklung auf der einen Seite sowie die Verbesserung der Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen auf der anderen Seite führen dazu, dass in Österreich in den nächsten Jahren 60-80 % mehr Menschen mit der Diagnose leben. Das stellt das österreichische Gesundheitssystem vor große Herausforderungen und erfordert zusätzliche Fachärzte – ergab die Studie „Future Demands“ im Auftrag der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie.

Wien, 8. April 2014 – Krebs ist bereits jetzt die zweithäufigste Todesursache und für rund ein Viertel der Sterbefälle verantwortlich. Obwohl die Zahl der Neuerkrankungen in den meisten Altersgruppen rückläufig ist, erhöht sich die Zahl der Menschen mit der Diagnose Krebs durch die zunehmende Alterung unserer Gesellschaft sowie durch verbesserte Therapiemöglichkeiten mit der in der Folge steigenden Überlebenswahrscheinlichkeit deutlich. „Das stellt unser Gesundheitssystem vor enorme Herausforderungen“, meint Univ.-Prof. Dr. Hellmut Samonigg (Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie). „Es wird essenziell sein, dass wir wissen: Welche Patientenzahlen sind zu erwarten? Wie können wir die spezialisierte Versorgung dieser Menschen sicherstellen? Und wie viele Fachärzte werden wir benötigen?“ Deshalb hat die OeGHO eine – in dieser Form einzigartige – umfassende Studie in Auftrag gegeben, die Antworten auf diese Fragen finden sollte.

„Um Szenarien für das Jahr 2020 prognostizieren zu können, haben wir im Auftrag der OeGHO die Bevölkerungsentwicklung analysiert und mit Hochrechnungen von Neuerkrankungen sowie Prävalenzen der häufigsten Krebserkrankungen verknüpft“, erläutert Studienautor Univ.-Prof. Dr. Bernhard Güntert, Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften, medizinische Informatik und Technik (UMIT). „Auf dieser Basis konnten wir den intramuralen Versorgungsbedarf und die Zahl der benötigten Fachärzte für Innere Medizin mit Additivfach Hämatologie und internistische Onkologie errechnen.“
Im Jahr 2020 zwischen 60 % und 80 % mehr Menschen mit der Diagnose Krebs

Die wichtigsten Ergebnisse: Die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken, nahm seit dem Jahr 2000 innerhalb fast aller Altersgruppen signifikant ab. Die Inzidenzrate (Zahl der Neuerkrankungen) fiel von 465,3 Personen pro 100.000 Einwohner auf 461,7 im Jahr 2010. Und dieser Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen. Die Forscher der UMIT rechnen mit einer Rate von 451 im Jahr 2020.

Dennoch wird die Zahl der Menschen mit Krebs (Prävalenz) bei den meisten Krebsarten bis zum Jahr 2020 zwischen 60 % und 80 % ansteigen. „Wir haben Krebs immer besser im Griff, und die Menschen leben länger mit ihrer Diagnose. In immer mehr Fällen gelingt die Heilung, und immer häufiger können wir Krebs zu einer chronischen Erkrankung machen“, so Samonigg. „Zusätzlich sehen wir uns mit einem demographischen Wandel konfrontiert. Die Österreicher werden immer älter. Und das hat zur Folge, dass insgesamt mehr Menschen gleichzeitig zu behandeln sind.“
Engpässe in der Versorgung der Krebspatienten zu befürchten

„Der Bedarf an diagnostischen, therapeutischen und betreuerischen Leistungen für Krebspatienten nimmt somit deutlich zu, und das in allen Bundesländern“, zieht Güntert den Schluss. „Nicht nur steigende Kosten für Infrastruktur, medikamentöse und andere Therapien, sondern vor allem die knappen personellen Ressourcen dürften zu Engpässen im Versorgungssystem führen.“ Freilich betrifft dies nicht alle Bundesländer gleichermaßen, weil die Dichte und die Kapazitäten bei den Versorgungseinrichtungen unterschiedlich sind. Zu spüren wird der Bedarf aber überall sein.
Rund ein Drittel mehr Fachärzte für Innere Medizin mit Additivfach für Hämatologie und internistische Onkologie benötigt

Im besonderen Maße werden Fachärzte für Innere Medizin mit Additivfach Hämatologie und internistische Onkologie gefordert sein, denen eine Schlüsselrolle in der Behandlung von Krebspatienten zukommt. Die Zahl dieser Spezialisten ist zwar seit dem Jahr 2005 österreichweit deutlich gewachsen (2005: 243 Fachärzte; 2012: 356 Fachärzte). Die prognostizierte künftige Nachfrage nach onkologischen Leistungen wird damit aber nicht zu decken sein. „Für das skizzierte Szenario würden wir 2020 in Österreich rund ein Drittel mehr Fachärzte benötigen. Wenn man zusätzlich noch berücksichtigt, dass bis dahin etwa 80 der heute tätigen Fachärzte in den Ruhestand treten, erhöht sich der Bedarf an entsprechend kompetenten Medizinern nochmals. In Summe gehen wir davon aus, dass 170 bis 200 Fachärzte für Innere Medizin mit Additivfach für Hämatologie und internistische Onkologie neu auszubilden sind. Das entspricht in etwa der Hälfte des jetzigen Bestands.“

„Wenn wir in Österreich die hämatologisch-onkologische Versorgung langfristig sicherstellen wollen, müssen wir alle – Gesundheitspolitik wie auch Fachgesellschaften und Ärztekammern – große Anstrengungen unternehmen, um junge Ärzte für die Ausbildung im Fach Innere Medizin mit Additivfach für Hämatologie und internistische Onkologie zu gewinnen“, appelliert Samonigg an die Entscheidungsträger des heimischen Gesundheitssystems.

Darüber hinaus wird sich dieser Wandel natürlich auch auf andere, mit der Diagnose und Behandlung von Krebs befassten, Fachdisziplinen auswirken. Diese Bereiche wurden jedoch von der vorliegenden Studie nicht erfasst. „Hier besteht generell Bedarf an weiterer gezielter Gesundheitssystemforschung“, sagt Samonigg.

Details finden Sie im OeGHO Forschungsbericht „Future Demands“, 2014.
Die OeGHO

Die Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie (OeGHO) ist die Fachgesellschaft von HämatologInnen und OnkologInnen und hat sich zum Ziel gesetzt, die Betreuung von PatientInnen österreichweit an den höchsten Standard heranzuführen. Die OeGHO zählt aktuell ca. 550 Mitglieder, davon sind ein Großteil Fachärzte oder Fachärztinnen für Innere Medizin mit Additivfach Hämatologie und internistische Onkologie.
Kontakt

Österreichische Gesellschaft für Hämatologie & Medizinische Onkologie
Walter Voitl, MBA (Geschäftsführer)
Telefon und Fax: +43 (1) 4789404
Mobil: +43 (664) 4053646
E-Mail: walter.voitl@oegho.at


http://www.oegho.at/online-services/news/news-detail-startseite/artikel/oegho-studie.html


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OeGHO Frühjahrstagung 2014 - Innsbruck

Zwischen 10. und 12. April 2014 haben sich rund 620 Teilnehmer in Innsbruck zur diesjährigen Frühjahrstagung der OeGHO getroffen. Das übergeordnete Thema "Aufbruch in die Moderne" zog sich als roter Faden durch den diesjährigen Kongress und fand sich in vielen Präsentationen wieder. Die interessierten Teilnehmer nutzten neben dem Besuch der wissenschaftlichen Veranstaltungen auch die Gelegenheit zum persönlichen Austausch sowie zum Treffen in der begleitenden Industrieausstellung.

Im Rahmen des Gesellschaftsabends in der Messe Innsbruck wurden auch heuer wieder die Young Investigator Awards und die Posterpreise an junge Wissenschafter und Wissenschafterinnen verliehen. Die dafür vorgesehenen Preisgelder wurden freundlicherweise wieder von der Firma Janssen Cilag Pharma GmbH zur Verfügung gestellt.


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Krebs - News: Neuer Ansatzpunkt für Krebstherapien
« Antwort #1 am: 31. Mai 2014, 23:15 »




Weniger Kollateralschaden bei Krebstherapie

IMBA Forscher klären die endgültige Zusammensetzung der RNA Ligase und eröffnen damit Perspektiven für
eine neue Strategie gegen verschiedene Arten von Brustkrebs und Leukämien.

Wien (OTS) - Wissenschaftler am IMBA - Institut für Molekulare
Biotechnologie der ÖAW in Wien finden den letzten Baustein, der die
RNA Ligase im Menschen zu einem vollständig funktionierenden Enzym
macht. Damit öffnen sich Perspektiven, wie verschiedene Arten von
Brustkrebs und Leukämien mit einer neuen Strategie therapiert werden
könnten.

Ligasen sind Enzyme, die dabei helfen zwei Moleküle miteinander zu
verbinden. Die "RNA Ligase" sorgt zum Beispiel dafür, dass kopierte
Stücke der DNA z.B. zu einer funktionsfähigen tRNA zusammengeklebt
werden, die wiederum den Bauplan für die Herstellung von Proteinen
liefert.

Neuer Ansatzpunkt für Krebstherapien

RNA Ligasen haben aber auch noch andere Funktionen, die bisher
beim Menschen nicht eingehend erforscht werden konnten, weil die
Zusammensetzung dieses wichtigen Enzyms unklar war. "Man weiß aus
Studien an Hefen bereits, dass diese Ligasen an der Abwehr der Zelle
gegen Stressfaktoren beteiligt sind", erklärt IMBA Gruppenleiter
Javier Martinez. Diese Funktionen sind auch in Säugetierzellen sehr
wahrscheinlich und könnten ein wichtiger neuer Ansatz für
Krebstherapien sein. Vor allem für die Behandlung verschiedener Arten
von Brustkrebs und Leukämien, wo man bereits einen sehr engen
Zusammenhang zwischen der Funktion des Enzyms und dem Ausbruch der
Krankheit vermutet.

"Wenn wir einen Teil der Funktionen der Ligase gezielt blockieren,
können wir viel spezifischer bei einer Krebstherapie vorgehen, als
dies bisher möglich ist. Die Wirkung des Enzyms ist nämlich viel
weiter unten in der Signalkaskade der Zelle angesiedelt als
herkömmliche Angriffspunkte für Medikamente", so Martinez. Man könnte
sich als Vergleich einen Baum vorstellen, bei dem ein Blatt von einer
Krankheit befallen ist. Natürlich kann man einen dicken Ast
abschneiden, um das kranke Blatt loszuwerden. Wenn man aber nur einen
dünnen Zweig abschneiden muss, ist der Schaden am gesamten Baum
deutlich geringer.

Der neue Ansatz ist vielversprechend und wird sicher das Interesse
der Pharmaindustrie wecken. Doch zuvor möchte Javier Martinez bei der
Maus die Funktionen der Ligasen noch in vivo testen.

Wichtiges Stück Basisbiologie geklärt

Möglich wurde die Erforschung der Ligase-Funktionen und ihrer
Rolle bei der Krebsbekämpfung nur, weil die Arbeitsgruppe rund um
Martinez die komplette Zusammensetzung der Ligase Stück für Stück
aufgeklärt hat. Der erste Erfolg in diesem Zusammenhang gelang 2011,
als die Forscher erstmals die wichtigsten Grundbausteine des Enzyms
beschrieben (Popow et al., Science 2011). Jetzt gelang dem jungen,
begabten Wissenschaftler Johannes Popow wieder ein Durchbruch, der im
renommierten wissenschaftlichen Journal Nature aktuell publiziert
ist: ein wichtiges Protein ist an die Ligase gebunden, die sogenannte
Archease. Ohne dieses Protein katalysiert das Enzym lediglich einen
einzigen Verbindungsprozess. Erst durch die Archease kann das Enzym
wieder regeneriert werden und ist erst dann für den nächsten
Katalyseprozess bereit. Popow freut sich sehr, "dass wir diesen
wichtigen Baustein gefunden haben und es durch unsere Aufklärung der
Zusammensetzung der Ligase jetzt möglich ist, die Funktionen dieses
wichtigen Enzyms näher zu erforschen und möglicherweise auch für die
Medizin zu nutzen."
Originalpublikation

J. Popow, J. Jurkin, A. Schleiffer, J. Martinez. Analysis of
orthologous groups reveals Archease and DDX1 as tRNA splicing
factors. Nature, 2014. DOI 10.1038/nature13284.

Über Johannes Popow

Johannes Popow studierte Biochemie an der TU Wien und der ETH
Zürich, bevor er ans IMBA kam. In der Forschungsgruppe von Javier
Martinez schrieb er seine Dissertation und klärte dabei die Funktion
und die Zusammensetzung der menschlichen RNA Ligase auf. Seit kurzem
erforscht er am EMBL in Heidelberg, Deutschland, wie Mutationen von
neu entdeckten RNA bindenden Proteinen erbliche Krankheiten auslösen
können.

Über Javier Martinez

Der gebürtige Argentinier studierte und arbeitete für verschiedene
namhafte Institute in Deutschland, Schweden und den USA, bevor er
2004 als Gruppenleiter ans IMBA kam. Hier forscht er intensiv an den
Mechanismen der RNA-Interferenz. Zu seinen Spezialgebieten gehört
aber auch die Erforschung von Struktur und Funktionen sogenannter
Mikro-RNAs. Gemeinsam mit seiner Gruppe sucht Martinez dabei nach
Mikro-RNAs, die an der Entstehung und Metastasierung von Krebs
beteiligt sind. Allein in den letzten Jahren konnte der begeisterte
Biochemiker eine Reihe hochrangiger Publikationen als Erfolg
verbuchen, darunter je drei Artikel in den renommierten Journalen
Cell und Nature.

IMBA

Das IMBA - Institut für Molekulare Biotechnologie ist ein
international anerkanntes Forschungsinstitut mit rund 200
Mitarbeitern aus 25 Ländern. Die Wissenschaftler erforschen
molekulare Prozesse in Zellen und Organismen und versuchen, Ursachen
für die Entstehung humaner Erkrankungen aufzuklären. Zwölf
wissenschaftliche Arbeitsgruppen arbeiten an biologischen
Fragestellungen aus den Bereichen Zellteilung, RNA-Interferenz und
Epigenetik, ebenso wie an unmittelbaren medizinischen Fragestellungen
aus den Gebieten Onkologie, Stammzellforschung und Immunologie. Das
IMBA ist eine 100% Tochtergesellschaft der ÖAW. www.imba.oeaw.ac.at

ÖAW

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) ist die
führende Trägerin außeruniversitärer akademischer Forschung in
Österreich und verfügt über ein Jahresbudget von rund 75 Millionen
Euro. Ihre Forschungseinrichtungen beschäftigen insgesamt etwa 1.300
Personen und betreiben anwendungsoffene Grundlagenforschung in
gesellschaftlich relevanten Gebieten der Natur-, Lebens- und
Technikwissenschaften sowie der Geistes-, Sozial- und
Kulturwissenschaften. www.oeaw.ac.at

hilde

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Mini-Labor spürt Krebs im frühesten Stadium auf
« Antwort #2 am: 01. Juni 2014, 00:50 »




Mini-Labor spürt Krebs im frühesten Stadium auf

Cleverer Chip entdeckt und misst genaue Anzahl von Krebsproteinen




Barcelona (pte004/28.05.2014/06:15) - Eine interdisziplinäre Forschergruppe hat einen Detektor entwickelt, der Krebs im Blut im Gegensatz zu herkömmlichen Geräten viel schneller aufspüren kann. Obwohl die Wissenschaftler jahrelang an der Entwicklung des Krebsdetektors teilgenommen haben, sieht die Apparatur sehr einfach aus und passt auf einen Chip, der nur ein paar Quadratzentimeter groß ist.

Goldene Nanopartikel im Spiel

Führend an der Entwicklung beteiligt war das Institute of Photonic Science in Castelldefels http://icfo.eu in Spanien. Das in langer Forschungsarbeit konstruierte Chiplabor ist mit goldenen Nanopartikeln auf seiner Oberfläche ausgestattet, die wiederum mit Antikörper-Rezeptoren programmiert sind, um die Protein-Marker für Krebs im Blut zu aktivieren.

Wird ein Bluttropfen auf der Oberfläche des Chips platziert, so fließt dieser durch die Mikrokanäle des Chips. Die Krebsproteine bleiben dabei an den Rezeptoren in den Kanälen hängen. Dabei kann die Menge der Krebsproteine im Vergleich zur gesamten Blutmenge gemessen werden. So dient der Detektor also nicht nur zur Identifikation von Krebszellen, sondern auch zur Messung der Anzahl dieser Proteine im Blut.

Ehestmögliche Therapie denkbar

Da es der Chip möglich macht, ganz kleine Mengen an Krebsproteinen im Blut zu messen, kann dieser das Krebsrisiko eines Patienten feststellen - und das bereits lange bevor ein Tumor entstanden ist. Da eine frühe Therapie die beste Behandlung ist, könnte dieses Chiplabor ein Lebensretter für viele Patienten werden.

"Das Tolle an dem Gerät ist, dass es durch dieses Gerät möglich ist, eine extrem niedrige Konzentration dieses Krebsproteins innerhalb weniger Minuten festzustellen", meint Romain Quidant, Koordinator des Forschungsprojekts.

(Ende)
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Krebs - Neuroonkologie wird immer wichtiger
« Antwort #3 am: 16. Juli 2014, 00:59 »



Neuroonkologie wird immer wichtiger


Die Bedeutung der Neuroonkologie nimmt ständig zu. Die Ursachen dafür sind bessere diagnostische Möglichkeiten, längere Überlebensdauer durch bessere Tumortherapie - und in manchen Fällen auch schädigende Einflüsse von Arzneimittelwirkstoffen auf Nervengewebe. Das erklärte der Wiener Spezialist Wolfgang Grisold in einer Aussendung anlässlich des Europäischen Jahres des Gehirns.

Laut Wolfgang Grisold, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie und in jüngerer Vergangenheit auch Präsident der Europäischen Gesellschaft für Neuroonkologie (EANO), gibt es eine Reihe von Wechselwirkungen zwischen Tumoren und dem Nervensystem: Krebsleiden können das zentrale (Gehirn, Rückenmark) oder periphere Nervensystem (Nerven, Muskeln) zu verschiedenen Zeitpunkten befallen. Das kann zu Rückenschmerzen, Lähmungen, lokalen Schmerzen, Kopfschmerzen, epileptischen Anfällen oder diffusen neurologischen Ausfällen führen.

Mögliche Spätfolgen der Chemotherapie

Andere Wechselwirkungen können durch hormonelle Auswirkungen, Medikamenten-Nebenwirkungen, Infektionen oder Tumorfernwirkungen im Sinn von "paraneoplastischen Syndromen", auftreten. Dabei kommt es zu neurologischen Symptomen, die durch vorwiegend immunologische Tumorwechselwirkungen bedingt sind und zu schweren Beeinträchtigungen führen können. "Gemessen an der Häufigkeit sind die Auswirkungen der Krebstherapien im Sinne von Neurotoxizität am wichtigsten", so Grisold. So beschreibt der Begriff "Chemobrain" diffuse, meist psychoorganische Veränderungen, die möglicherweise als Spätfolge der Chemotherapie einzustufen sind. Diese Krankheitsgruppe werde noch kontroversiell diskutiert.

Nebenwirkungen von Chemotherapien am peripheren Nervensystem sind häufig und verursachen Polyneuropathien. "Einige Substanzen führen meist nach mehreren Chemotherapie-Zyklen zu Gefühlsstörungen, manchmal Schmerzen und Beeinträchtigung der Geschicklichkeit mit Funktionseinschränkungen. Die Bedeutung wächst mit verbesserter Chemotherapie und steigt mit der Zahl der Langzeit-Überlebenden an. Besonders störend ist das 'Coasting'. Dabei kommt es nach Absetzen der Chemotherapie noch für Wochen oder Monate zu einer Zunahme der Polyneuropathie-Symptome", so Grisold.

Auch bei der Strahlentherapie, die als sehr wirksame Behandlungsform in fast allen Tumortherapien eingesetzt wird, können kalkulierbar und dosisabhängig vorwiegend späte Komplikationen auftreten, die von Tumorrezidiven ("Rückfällen") abgegrenzt werden müssen. Neue Herausforderungen gibt es auch im Bereich der Rehabilitation von Krebspatienten.

http://science.apa.at/site/medizin_und_biotech/detail.html?key=SCI_20140714_SCI39371351219374532

Josef

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Krebs: Immuntherapie macht Tumore angreifbar
« Antwort #4 am: 30. November 2014, 00:00 »



Krebs: Immuntherapie macht Tumore angreifbar

Patienten hoffen auf Paradigmenwechsel bei spezifischer Behandlung



New Haven (pte021/28.11.2014/10:37) - Ein neues Medikament, das eine ganze Reihe von Krebserkrankungen für das Immunsystem des Körpers angreifbarer macht, hat bei Blasenkrebs sehr gute Ergebnisse erzielt. Im Rahmen einer internationalen Studie unter der Leitung des Yale Cancer Centre http://yalecancercenter.org konnten einige Patienten sogar geheilt werden. Das Medikament Anti-PDL1 (MPDL3280A) nimmt den Krebszellen die "Tarnung", die sie einsetzen, um Angriffe des Immunsystems zu verhindern. Die Details wurden in "Nature" http://nature.com publiziert.

Roche-Präparat blockiert PD-L1

Tumore umgehen das Immunsystem unter anderem mit Hilfe des Proteins PD-L1, das normalerweise hilft, Autoimmunerkrankungen zu verhindern. Für die aktuelle Studie testeten die Forscher ein Roche-Präparat, das PD-L1 blockiert, an 68 Personen mit fortgeschrittenem Blasenkrebs. Diese hatten bereits eine Chemotherapie hinter sich. Ihre Lebenserwartung lag bei sechs bis acht Monaten. Bei mehr als der Hälfte der Patienten, deren Tumore PD-L1 zur Umgehung des Immunsystems einsetzten, kam es zu einer Verbesserung des Zustandes. Bei zwei Patienten konnte nach der Behandlung kein Krebs mehr nachgewiesen werden. Einer von zehn reagierte auf den neuen Ansatz, obwohl PD-L1 nicht im Tumor vorhanden war.

Laut Tom Powles vom Barts Cancer Institute, http://bci.qmul.ac.uk , einem der Autoren der Studie, hat es in den vergangenen 30 Jahren keine neuen Medikamente gegen Blasenkrebs gegeben. Das Medikament hat in den USA den Status eines Therapiedurchbruchs erhalten und könnte für Patienten bereits Ende 2015 zur Verfügung stehen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass weitere Studien zu den gleichen Ergebnissen kommen. Für einen Einsatz in Europa wären jedoch viel größere randomisierte klinische Studien erforderlich.

Optimaler Einsatz im Mittelpunkt

Dem leitenden Forscher Roy Herbst nach ist mit dem Mittel ein neues Paradigma für die Krebstherapie gefunden. "Eine Immuntherapie gegen Krebs ermöglicht neben Chemotherapie, Strahlentherapie und Chirurgie neue Ansätze. Die Herausforderung besteht jetzt darin herauszufinden, wie ein optimaler Einsatz gewährleistet werden kann." Die Studie konzentrierte sich auf das Umfeld des Tumors und seine Immunzellen. Ziel war es vorherzusagen, welche Patienten auf die Behandlung ansprechen würden. Die Erhebung wurde vom britischen National Health Service http://nhs.uk finanziert und erhielt kein Geld vom Hersteller.

Bereits im Juni wurden Studienergebnisse veröffentlicht, bei denen ein ähnlicher Behandlungsansatz bei fortgeschrittenem Hautkrebs ebenfalls erfolgreich getestet worden war. Von den 411 Patienten, die das Medikament Pembrolizumab erhalten hatten, überlebten 69 Prozent zumindest ein Jahr. Eine weitere Studie unter der Leitung der Yale University zeigte, dass Patienten mit nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen, Melanomen, Nierenzellkarzinomen und anderen Krebsarten ebenfalls auf das Medikament ansprachen.

(Ende)

Aussender:   pressetext.redaktion
Alles, was wir uns in der Vergangenheit schwer erkämpfen mussten,
hinterlässt gewisse Spuren auf unserer „zerbrechlichen“ Seele,
doch sollten wir deshalb die Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht verlieren.
Carola-Elke

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Österreichischs erstes Krebsrahmenprogramm veröffentlicht
« Antwort #5 am: 26. Dezember 2014, 22:27 »




Erstes Krebsrahmenprogramm veröffentlicht

In Österreich erkranken pro Jahr rund 38.000 Menschen an Krebs, 20.000 sterben daran. Eine Krankheit, die Betroffenen wie Angehörigen den Boden unter den Füssen wegzieht. Eine Krankheit, die alle fordert - auch die Medizin und das Gesundheitssystem. Am Abend ist in Wien das erste österreichische Krebsrahmenprogramm präsentiert worden.

Mittagsjournal, 25.11.2014


Gudrun Stindl
Sechs Themenbereiche für zielgerichtete Versorgung

Das Ziel des Krebsrahmen-Programms ist klar definiert: Jeder von uns in Österreich soll egal, wie alt er ist, wo er wohnt und welchen familiären Hintergrund er hat, die bestmögliche Krebs-Therapie bekommen, was - wie die Experten des Onkologie-Beirats sagen - nicht der Fall ist. Ein Bespiel: Menschen über 65 sind bei innovativen Krebstherapien eindeutig benachteiligt, sagt Richard Greil, von der Universitätsklinik für Innere Medizin in Salzburg: "Die Unterbehandlung von Krebspatienten
mit höherem Lebensalter ist achtfach höher als bei Menschen, die unter 65 Jahre alt sind."
Das müsse sich ändern.

Damit die Versorgung zielgerichtet und gerechter werden kann, behandelt das Strategiepapier sechs Themenbereiche, die die Politik in den nächsten Jahren beherzigen sollte, so der Beirat. Dazu gehört eine öffentliche Gesundheitsvorsorge, die sich an Fakten und nicht etwa an Landtagswahlen orientiert, heißt es.

Stichwort Rauchen: Etwa ein Viertel aller Krebs-Todesfälle - von HNO-Tumoren über Lungenkrebs - sind auf Tabak zurückzuführen. Umso unverständlicher ist es für den Onkologie-Beirat, dass Österreich in Sachen Nichtraucher-Schutz in Europa das Schlusslicht darstellt. Rauchen in Lokalen gehöre verboten, sagt Hellmut Samonigg vom Universitätsklinikum Graz: "Unser Anspruch ist, dass wir vom letzten Platz aufs Stockerl kommen und nicht so eine scheinheilige Lösung machen, wie wir sie die letzten Jahre gehabt haben, die im Endeffekt dazu führt, dass alle acht Stunden jemand an Passivrauch stirbt."
Zukunftsorientiere Krebstherapie

Neben der Prävention setzt das Strategiepapier auch auf eine deutlich verbesserte Datenerfassung durch die Statistik Austria und es legt einen Schwerpunkt auf die seelische Betreuung der Tumorpatientinnen. Die "Psycho-Onkologie" müsse ausgebaut werden.

Fazit der Experten: Mit dem jetzt vorhandenen Krebsrahmenprogramm haben der Bund, die Länder und die Sozialversicherungen ein Papier in der Hand, das wissenschaftlich fundiert aufzeigt, wie eine zukunftsorientierten Krebstherapie ausschauen sollte, zum Wohle des Einzelnen und der Gesellschaft. Ob die Wissenschaft gehört wird, wird sich anhand der Erkrankungen und Todesfälle in 10 bis 20 Jahren zeigen.


http://oe1.orf.at/artikel/392853

Geri

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Forschungs-News zu Prostatakrebs und Leukämie
« Antwort #6 am: 08. April 2015, 02:07 »



Leukämie und Prostatakrebs
Vielversprechender neuer Therapieansatz


Remagen - Forscher am Comprehensive Cancer Center der Universität von Michigan (UM) in Ann Arbor (USA) haben neue Wirkstoffkandidaten entwickelt, die an Zell-und Tiermodellen vielversprechende Wirkungen gegen eine seltene Leukämie-Art und gegen Prostatakrebs gezeigt haben. Die beiden niedermolekularen Verbindungen MI-463 und MI-503, die in den Laboren von Dr. Jolanta Grembecka und Dr. Tomasz Cierpick entwickelt wurden, inhibieren die Wechselwirkung zwischen dem Protein Menin und dem MLL Fusionsprotein.

Chromosomale Translokationen, die das mixed-lineage Leukämie (MLL)-Gen betreffen, lösen akute, therapieresistente Leukämien aus, wobei die leukämoge Wirkung der MLL-Fusionsproteine von ihrer Interaktion mit Menin abhängig ist. Auf die sogenannte MLL-Fusions-Leukämie entfallen zehn Prozent der akuten Leukämien bei Erwachsenen und etwa 70 Prozent bei Säuglingen. Aktuelle Behandlungsmethoden sind nicht sehr effektiv, nur etwas mehr als ein Drittel der Patienten überlebt fünf Jahre. Protein-Protein-Interaktionen, wie diejenigen zwischen Menin- und MLL-Fusionsprotein bei Leukämie, werden allgemein als „undruggable“ bezeichnet.

„Allen Widrigkeiten zum Trotz haben wir beschlossen, einen Weg zu erkunden, um die Wechselwirkung mit kleinen Molekülen zu blockieren“, schildert Cierpicki, Assistenz-Professor für Pathologie, die Motivation der Forscher auf der Webseite der Medical School der Universität von Michigan. „Bei vielen Arten von Krebs sieht man mehrere Interaktionen und Mutationen, die den Krebs auslösen“, fügt Grembecka an. „Die MLL-Menin Interaktion ist ein gutes Target, weil sie der Hauptverursacher dieser Art von Leukämie ist. Durch die Blockierung dieser Wechselwirkung ist es also sehr wahrscheinlich, den Krebs zu stoppen.“

Weitere Labortests nötig

In der in „Cancer Cell“ veröffentlichten Studie testeten sie die Wirkstoffkandidaten in Zelllinien und an Mäusen mit MLL-Leukämien. Sie blockierten die MLL-Menin Interaktion ohne Schädigung normaler Blutzellen und verlängerten das Überleben der Mäuse. Die Wirkstoffe sind oral bioverfügbar und werden gut metabolisiert, beides wichtige Aspekte für die Entwicklung neuer Medikamente. Daneben haben Prostatakrebs-Forscher, ebenfalls von der UM entdeckt, dass Menin und MLL auch eine Rolle bei der Signalübertragung am Androgen-Rezeptor spielen, die als wichtiger Motor für Prostatakrebs gilt. Sie haben die gleichen MLL-Menin Inhibitoren deshalb in Zellen und Mausmodellen für den Kastrations-resistenten Prostatakrebs untersucht.

„Unsere Studie legt nahe, dass MLL-Menin-Hemmer auch eine Rolle bei weiter verbreiteten Tumoren spielen könnten, in diesem Fall beim Prostatakrebs“, erklärt Dr. Arul M. Chinnaiyan, Direktor des Michigan Center für translationale Pathologie und Hauptautor der Publikation der Ergebnisse in „Nature Medicine“. Bevor allerdings klinische Studien bei beiden Krebsarten in Betracht gezogen werden könnten, müssten die Verbindungen noch weiter im Labor getestet werden. 

Quellen: Borkin D, et al. Pharmacologic Inhibition of the Menin-MLL Interaction Blocks Progression of MLL Leukemia In Vivo. Cancer Cell. 2015 Mar 25. doi: 10.1016/j.ccell.2015.02.016. [Epub ahead of print]

Malik R, et al. Targeting the MLL complex in castration-resistant prostate cancer. Nat Med. 2015 Mar 30. doi: 10.1038/nm.3830. [Epub ahead of print]

 

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Dr. Helga Blasius / 02.04.2015, 15:35 Uhr


http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/pharmazie/news/2015/04/02/vielversprechender-neuer-therapieansatz/15459.html

Werner

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Tumore: Schnelltest durch Antikörper
« Antwort #7 am: 08. Januar 2016, 01:10 »

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Metastasen - Fortschritt in der Vorhersage
« Antwort #8 am: 12. März 2016, 00:48 »




Metastasen - Fortschritt in der Vorhersage

Bösartige Tumoren haben die Fähigkeit zur Streuung im ganzen Körper des Patienten. Bisher ließ sich schwer vorhersagen, welche Organe diese gestreuten Tumorzellen befallen. Eine internationale Forschergruppe unter Mitwirkung von Wissenschaftlern des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) hat in der Fachzeitschrift Nature einen wichtigen Fortschritt in der Vorhersage des Metastasierungsmusters veröffentlicht.

Tumorzellen geben winzige Mikropartikel (Exosomen) ab, die über die Blutbahn im Körper verteilt werden und so in andere Organe gelangen können. In experimentellen Studien konnten die Forscher, zu denen Prof. Dr. Klaus Pantel und Prof. Dr. Volkmar Müller vom UKE gehören, zeigen, dass die Zusammensetzung dieser Exosomen im Blut Aufschluss über den möglichen Ort der Metastasierung gibt.

„Eine bessere Vorhersage könnte in Zukunft ein frühzeitigeres therapeutisches Eingreifen ermöglichen“, erklärte Prof. Pantel. Hieraus ergibt sich eine weitere Anwendungsmöglichkeit für die blutbasierte Flüssigbiopsie-Diagnostik (Liquid Biopsy), die Pantel zusammen mit Kollegen des UKE und mehr als 30 europäischen Institutionen derzeit im Rahmen eines EU-Exzellennetzwerkes (www.cancer-id.eu) entwicklelt.