Autor Thema: Mammographie in Deutschland  (Gelesen 6516 mal)

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admin

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Mammographie in Deutschland
« am: 18. Mai 2014, 00:16 »



Neubewertung des Mammo­graphie-Screenings gefordert

Freitag, 9. Mai 2014

Berlin – Das Deutsche Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) hat angeregt, den Nutzen und Schaden des Mammographie-Screenings neu zu bewerten. In diesem Zusammenhang sei es nötig, dass die gesundheitspolitischen Entscheidungsträger einen öffentlichen Diskurs starten.

Dem DNEbM zufolge gäbe es „beunruhigende“ wissenschaftliche Ergebnisse aus den letzten Jahren, die einen Nutzen des Mammographie-Screenings infrage stellen und den bisher unterschätzten Schaden des Screenings deutlich machen. „Reaktionen auf politischer Seite seien bisher ausgeblieben“, konstatierte die DNEbM-Vorsitzende Gabriele Meyer.

Laut Netzwerk ....... http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58601

hilde

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Phasenkontrast verbessert Mammographie
« Antwort #1 am: 01. Juni 2014, 00:18 »




Phasenkontrast verbessert Mammographie


Mithilfe des Phasenkontrast-Röntgens ist es Forschenden der ETH Zürich, des Paul Scherrer Instituts (PSI) und des Kantonsspitals Baden gelungen, Mammographien zu erstellen, anhand derer Brustkrebs und dessen Vorstufen präziser beurteilt werden können. Das Verfahren könnte dazu beitragen, Biopsien gezielter einzusetzen und Nachfolgeuntersuchungen zu verbessern.


Die Forscherinnen und Forscher haben ein bildgebendes Verfahren für die Mammografie weiterentwickelt: die Röntgenphasenkontrast-Mammografie. Damit können sie die Art der Mikroverkalkungen im Brustgewebe besser als mit heutiger Mammografietechnik erkennen und sie so einer Erkrankung zuordnen. Dies dürfte dazu beitragen, verdächtige Befunde gezielter untersuchen zu können. Eine entsprechende Studie wurde soeben in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht.

Der Vorteil der neuen Technik ist, dass sie äußerst scharfe, detail- und kontrastreiche Bilder liefert. Sie bildet Strukturen ab, die mit der herkömmlichen Röntgenmammografie nicht oder nur unscharf zu erkennen sind. Mit dem Phasenkontrast-Röntgen können zwei Typen von Verkalkungen, die in einer Brust vorhanden sein können, unterschieden werden. Dies könnte Ärzten zukünftig helfen, nicht-invasiv festzustellen, wo am ehesten eine bösartige Brustveränderung vorhanden ist.

Vorsorgeuntersuchungen für Brustkrebs zielen darauf ab, (gruppierte) Mikroverkalkungen im Brustgewebe frühzeitig zu entdecken. Denn Verkalkungen treten meist dort auf, wo sich rasch teilende Zellen absterben. Sie weisen deshalb oft bereits in einem Frühstadium auf eine Erkrankung hin. Mammografien erlauben aber keine definitiven Rückschlüsse auf die Ursache der Verkalkungen, so dass Ärzte für die Diagnose Gewebsbiopsien nehmen. Die Proben werden dann von Fachärzten für Pathologie unter dem Mikroskop untersucht. Erst so lässt sich genau festlegen, welche Erkrankung die Kalkablagerungen verursacht hat.

Phasenkontraströntgen auf dem Weg in Klinikalltag

Wissenschaftler des PSI erforschen seit einigen Jahren, wie man den Phasenkontrast von Röntgenstrahlung für die Bildgebung nutzen kann. Lange galt es als unmöglich, die Röntgenstrahlung, wie sie in Kliniken verwendet wird, für das Phasenkontrastverfahren einzusetzen, weil diese nicht kohärent ist und sich aus verschiedenen Wellenlängen zusammensetzt. "Dass wir dies nun trotzdem geschafft haben, um damit eine neue, aussagekräftigere bildgebende Methode zu entwickeln, ist ein großer Schritt hin zu einer Anwendung im klinischen Alltag", freut sich Marco Stampanoni, Professor am Institut für Biomedizinische Technik der ETH Zürich und Leiter der Röntgentomographie-Gruppe am PSI. Für das Ziel, den Röntgenphasenkontrast in die Klinik zu bringen, hat er 2012 auch einen ERC Consolidator Grant erhalten.

Beim Phasenkontrast-Röntgen wird nicht nur gemessen, wie stark Gewebe Röntgenstrahlung absorbiert, sondern auch, wie das Gewebe die Strahlung seitlich ablenkt (beugt) und wie es die Abfolge von Schwingungstal und Schwingungsberg der Strahlungswelle - die sogenannte Phase - beeinflusst. Je nach Gewebeart ist auch das gesamte Streuverhalten unterschiedlich.

Um die Phasenverschiebung messen zu können, setzen die Wissenschaftler drei sehr feine Gitter ein. Das Erste befindet sich unmittelbar nach der Röntgenquelle. Es sorgt dafür, dass das Objekt mit der nötigen Kohärenz beleuchtet wird. Ein weiteres Gitter ist nach dem Objekt platziert und generiert ein Interfe-renzsignal, das vom dritten Gitter analysiert wird. Mit Algorithmen gewinnen die Forschenden aus dem Interferenzsignal die Absorptions-, Phasen- und Streueigenschaften des Objekts. Aus diesen Informationen können scharfe und kon-trastreiche Bilder generiert werden, die Weichteile besonders detailreich zeigen.

Zufallsentdeckung führt zu Erfolg

Am Anfang dieser Entwicklung stand eine unerwartete Entdeckung von Prof. Stampanonis Mitarbeiter Zhentian Wang: "Per Zufall beobachtete ich bei meinen Versuchen mit der Phasenkontrasttechnik, dass sich Mikroverkalkungen in Brustgewebe in ihren Absorptions- und Streusignalen unterscheiden. Das war der entscheidende Hinweis darauf, dass mit der neuen Methode verschiedene Typen von Verkalkungen abgebildet werden können", sagt er. Daraufhin ackerte Wang die medizinische Literatur durch und fand Studien, die aufzeigten, dass ein bestimmter Verkalkungstyp häufiger mit Brustkrebs gekoppelt ist. "Dadurch wurde mir klar, dass meine Beobachtung für die Brustkrebsdiagnose interessant sein könnte", sagt der Forscher.

Klinisch relevant

Das hohe Potenzial der neuen Methode wird auch von den Ärztinnen und Ärzten, die an dieser Studie mitgearbeitet haben, bestätigt: "Wir erhoffen uns von der Methode, dass sie im Vergleich zur herkömmlichen Mammographie besser aufzeigt, wo im Brustgewebe eine Biopsie gemacht werden muss", sagt Rahel Kubik, Chefärztin am Institut für Radiologie des Kantonsspitals Baden. Noch sei die Methode nicht bereit für den Einsatz in der Klinik, da sie erst an größeren Fallzahlen evaluiert werden müsse, gibt die Radiologin zu bedenken. "Zuversichtlich stimmt jedoch die Tatsache, dass sich die Befunde der neuen Methode den bekannten unterschiedlichen mikroskopischen Verkalkungsarten zuordnen lassen", bestätigt Gad Singer, Chefarzt am Institut für Pathologie am Kantonsspital Baden.

Ob die Technik den Transfer in die Klinik schafft, hängt nicht zuletzt von der notwendigen Strahlendosis ab, die eingesetzt werden muss. "Das Ziel wird sein, mit der Strahlendosis einer herkömmlichen Mammografie die Qualität, die Auflösung und die Diagnostik so zu verbessern, dass Tumore präziser beurteilt werden können", sagt Nik Hauser, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des Interdisziplinären Brustzentrums am Kantonsspital Baden. "Wenn wir Tumore genauer detektieren und abgrenzen können und dies exaktere Abschätzungen vor einer Operationen ermöglicht, dann wird sich die neue Methode schnell durchsetzen", ist er überzeugt. Die Basis für ein neuartiges Gerät sei gelegt, sagt Hauser. "Wir sind optimistisch, dass wir bald weitere Ergebnisse präsentieren können."

Bislang arbeiteten die Forscherinnen und Forscher mit einem Prototyp. Dieser ist für den Einsatz in der Klinik noch nicht geeignet. Ausserdem untersuchten sie vorerst Proben von Brustgewebe, nicht aber direkt Patientinnen. "Eines unserer nächsten Ziele wird sein, ein kliniktaugliches Gerät zu entwickeln", sagt Marco Stampanoni.

Literaturhinweis:
Wang Z, Hauser N, Singer G et al.
Non-invasive classification of microcalcifications with phase-contrast X-ray mammography.
Nature Communi-cations, published online 15th May 2014. DOI: 10.1038/ncomms4797
 

Quelle: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

hilde

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Heute 21.45, ARD: Mammographie in Deutschland
« Antwort #2 am: 19. Juni 2014, 21:55 »
x7dvv





Brustkrebs-Vorsorge:


Mehr Schaden als Nutzen?


http://www.wdr.de/tv/monitor/



SIEHE nächsten Beitrag, speziell die Links!
« Letzte Änderung: 20. Juni 2014, 18:20 von hilde »

hilde

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D, CH - Mammographie: Mehr Schaden als Nutzen?
« Antwort #3 am: 19. Juni 2014, 23:22 »

Brustkrebs-Vorsorge:
Mehr Schaden als Nutzen?
Mammographie

Das Brustkrebs-Screening ist ein voller Erfolg – das jedenfalls behaupten die Veranstalter der Deutschen Brustkrebs-Reihenuntersuchung. Angeblich werden durch das Screening sieben bis neun von 1000 Frauen gerettet. Recherchen von MONITOR zeigen aber, dass der Nutzen mit irreführenden Zahlen schön gerechnet wird. Eine unabhängige Expertengruppe in der Schweiz hat jetzt alle Daten noch einmal unter die Lupe genommen und kommt zu einem vernichtenden Urteil: Das Screening müsse gestoppt werden, der Schaden überwiege bei weitem den Nutzen. Zu viele eigentlich harmlose Tumore würden entdeckt und so tausende Frauen unnötig zu Brustkrebspatientinnen gemacht. Und tödlich verlaufende Tumor-Erkrankungen werden trotz Screening häufig übersehen. [mehr]


http://www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2014/0619/mammographie.php5


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http://www.krebsliga.ch/de/praevention/pravention_krebsarten/brustkrebs_/mammografie_screening/

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/fachgremium-raet-von-mammografie-screening-ab-1.18234655

http://www.nzz.ch/aktuell/schweiz/harte-kritik-am-bericht-des-swiss-medical-board-1.18235279

http://www.aargauerzeitung.ch/schweiz/langzeit-studie-zeigt-brustkrebs-screenings-bringen-nichts-127667373

http://www.srf.ch/news/schweiz/experten-streiten-ueber-brustkrebs-screening

http://www.brustkrebs-info.de/patienten-info/index.php?datei=patienten-info/mammographie-screening/screening_nutzen.htm


Tanja

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Mammographie in Deutschland
« Antwort #4 am: 03. September 2014, 23:50 »




Mammographie-Screening in der Diskussion

Ohne Zweifel führt das Mammographie-Screening zur Früherkennung von Brustkrebs. Allerdings stehen Überdiagnosen und Übertherapien durch die vermehrte Entdeckung von Krebsvorstufen, den so genannten In-situ-Karzinomen, in der Diskussion. Da heute noch niemand sagen kann, ob und wann sich aus einem In-situ-Karzinom ein Mammakarzinom bildet, werden häufig betroffene Frauen so behandelt, als hätten Sie bereits ein invasives Karzinom. Das bedeutet dann häufig - Übertherapie.

Es stellt sich die Frage, ob die Kernspindiagnostik bei Brustkrebs genutzt werden soll. In den so genannten S3-Leitlinien ist die MRT als diagnostische Maßnahme nicht enthalten. Es fehle die Evidenz. Dem widersprechen Wissenschaftler um Professor Dr. Christiane Kuhl von der Uniklinik Aachen: die MRT kann wesentliche Zusatzinformationen liefern. Zur Operationsplanung beim frühen Mammakarzinom sind Erfahrungen gut dokumentiert und sollten genutzt werden.

(Quellen: Medical Tribune, Juli 2014, Jonas Glaubitz – fotolia.com)

admin

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http://www.lifeline.de/vorsorgen/frauengesundheit/mammografie-oder-ultraschall-was-ist-besser-id96274.html


Gezielte Brustkrebsvorsorge: Mammografie oder Ultraschall – was ist besser?

Daneben gibt es eine strahlungsfreie Neuentwicklung zur Brustuntersuchung: die Elastografie

Die beiden gängigen Methoden zur Früherkennung von Brustkrebs, Mammografie und Ultraschall, haben viele Vor-, aber auch Nachteile. Daneben gibt es jetzt zusätzlich eine strahlungsfreie Neuentwicklung zur Brustuntersuchung, die Elastografie.

mammografie
    Brustkrebs-Früherkennung ist wichtig, doch viele Frauen scheuen die Strahlenbelastung bei einer Mammografie.
    iStock

Geht es um die Früherkennung von Brustkrebs, ist Mammografie die am meisten angewandte Diagnosetechnik. Dabei handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das mit Röntgenstrahlen arbeitet. "Die Vorteile sind, dass es sich dabei um eine objektive, reproduzierbare Methode handelt, die bei guten Bedingungen, also geringer Gewebedichte, bereits Tumoren ab etwa fünf  Millimetern erkennen kann", sagt Matthias Böheim, Facharzt für diagnostische Radiologie in München. Das bedeutet, der Krebs ist noch sehr klein und die Heilungschance meist entsprechend gut.
Mammografie für kleine Knoten und Milchgangkrebs

Die Dichte des Brustgewebes ist in der Regel altersabhängig. Je älter eine Frau wird, desto weniger dicht ist ihr Brustgewebe und desto besser greift die Mammografie. Ein weiterer Vorteil der Mammografie: Sie kann besonders gut Frühformen von Milchgangkrebs identifizieren.

Gerne geht jedoch wohl kaum eine Frau zu dieser Untersuchung. Da ist zum einen das unangenehme Quetschen, wenn die Brust zwischen Objekttisch und einer Plexiglasplatte zusammengedrückt wird, damit bei möglichst wenig Strahlenbelastung das gesamte Gewebe durchleuchtet werden kann. "Das ist tatsächlich in einzelnen Fällen schmerzhaft, aber nicht gesundheitsschädlich und dient sowohl der Verbesserung der Bildqualität als auch der Reduktion der Strahlenbelastung", sagt der Experte.

Strahlenbelastung vor allem für jüngere Frauen riskant

Zum anderen verunsichert Frauen die Strahlenbelastung beim Röntgen der Brust. Immerhin sieht das in Deutschland gängige Screening zur Früherkennung von Brustkrebs eine Mammografie für alle Frauen zwischen 50 bis 69 im Abstand von zwei Jahren vor. Dabei könnte im Laufe der Zeit eine bedenkliche Strahlenbelastung entstehen.

Diese Gefahr besteht bei den modernen Geräten jedoch in der Regel nicht. Bei einer Mammografie beträgt hier die mittlere Strahlendosis 0,5 Milli-Sievert. Zum Vergleich: Die Menge natürlicher Strahlung, der jeder Mensch auf der Erde ausgesetzt ist, wird pro Jahr mit etwa zwei Milli-Sievert angegeben. Mammografie alle zwei Jahre ist also eher unbedenklich.

Allerdings spielt beim Thema Strahlenbelastung wieder die Gewebeform eine Rolle. "Bei älteren Frauen handelt es sich eher um ruhendes Gewebe, das für die Strahlung unempfänglicher ist. Das zellteilungsaktive Gewebe von jungen Frauen ist hier empfindlicher", erklärt Dr. Böheim. Es ist also ein Unterschied, ob eine Frau mit 20 oder 60 Jahren mammografiert wird.

Ultraschall ergänzt Mammografie

Nur in Ausnahmefälle raten Ärzte deshalb jungen Frauen zur Mammografie. Denn die Strahlenbelastung kann für diese Altersgruppe problematischer sein. Zusätzlich erschwert die Dichte des Brustgewebes die Diagnose mit dieser Methode. Das Für und Wider muss daher im Einzelfall gründlich abgewogen werden.

Für junge Frauen, aber auch wenn der Befund bei einer älteren Frau zweifelhaft ist, wird Ultraschall (Sonografie) eingesetzt. Seine Vorteile: Er belastet nicht durch Strahlung und tut nicht weh. "Mit Ultraschall lassen sich besonders gut Tumoren erkennen, die vom Drüsengewebe ausgehen und Knoten aufspüren", sagt der Facharzt und ergänzt: "Bei der Diagnose von  Frühformen des Milchgangkrebses stößt die Sonografie jedoch an ihre Grenzen." Der Ultraschall wird deshalb vor allem ...... http://www.lifeline.de/vorsorgen/frauengesundheit/mammografie-oder-ultraschall-was-ist-besser-id96274.html